STEREOTYPE
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STEREOTYPE
Seminar: Soziale Identität
Referat am 24.04.2007
von Johannes Müller und
Christina Späth
Dozentin: Sybille Petersen
Gliederung
1. Einführung
2. Erklärungsansätze
2.1 Deskriptive Theorien
2.2 Kategorisierung
2.3 Soziale Identität
3. Funktionen von Stereotypen
Gliederung
4. Soziale Repräsentationen
5. Ideologie
6. Auslöschung von Stereotypen
6.1 Reduktion von Stereotypen
7. Soziale Kognition
1. Einführung
Was sind Stereotype?
Generalisierungen von Menschen basierend
auf deren Gruppenzugehörigkeit.
Daraus folgt:
Jedem Gruppenmitglied werden dieselben
Eigenschaften und Fähigkeiten zugeschrieben
Jedes Gruppenmitglied wird ähnlich behandelt
Wahrgenommene Homogenität der Gruppe
1. Einführung
Merkmale von Stereotypen:
Stereotype werden mit großer
Übereinstimmung geteilt
Universelle Neigung zu stereotyper
Wahrnehmung
Auswirkungen auf das Verhalten
2. Erklärungsansätze
Traditionelle Forschung zu begrenzt
Optimaler Erklärungsansatz sollte sich befassen
mit:
1. Individuellen psychologischen Prozessen bei
der Generierung stereotyper Wahrnehmung
2. Sozialen psychologischen Prozessen in der
weiten Übereinstimmung von Stereotypen
3. Sozialen Prozessen bei der Zuordnung
verschiedener Stereotype zu verschiedenen
Gruppen und deren Hartnäckigkeit
2.1 Deskriptive Theorien
1. Forschungsansatz: Lippmann, 1922
Annahme:
Stereotypen sind vereinfachte Bilder der
Umwelt in den Köpfen der Menschen.
Sie sind nicht erstrebenswert, inkorrekt, starr
und schwer veränderbar.
Funktion:
Erleichert das Leben in einer komplexen
sozialen Umwelt.
2.1 Deskriptive Theorien
2. Forschungsansatz: Katz und Braly, 1933
Experiment:
Vp´s wählen aus einer langen Liste von
Adjektiven die 5 aus, die ihrer Meinung
nach typisch und charakteristisch für eine
bestimmte ethnische Gruppe sind.
Ergebnis:
Breite Übereinstimmung unter den Vp´s
2.1 Deskriptive Theorien
Modifizierung durch Tajfel
Ergebnisse: Stereotype..
1. werden Gruppen schnell und an Hand
oberflächlicher Adjektive zugeordnet
2. sind schwer zu ändern, meist nur auf Grund
von sozialen, politischen oder ökonomischen
Umständen
3. werden bereits früh erlernt, ohne dass die
Gruppe überhaupt bekannt ist
2.1 Deskriptive Theorien
4. werden offen und feindselig bei sozialen
Spannungen zwischen Gruppen
5. werden besonders gefährlich, wenn Gruppen
im direkten Konflikt stehen
Frage: Könnte in Stereotypen ein Funken
Wahrheit stecken?
„kernel of truth“- Kontroverse
2.1 Deskriptive Theorien
Kritik:
Deskriptive Theorien zeigen:
dass Menschen zu stereotyper Wahrnehmung
neigen
dass Stereotypen verbreitet sind
dass es eine breite Übereinstimmung
hinsichtlich Stereotypen zwischen den
Menschen gibt
2.1 Deskriptive Theorien
Deskriptive Theorien zeigen nicht:
wie jeder Einzelne die jeweiligen Stereotypen
generiert
den sozialen psychologischen Prozess, der
dafür verantwortlich ist
Diese Theorien beschreiben lediglich
Aspekte von Stereotypen.
2.2 Kategorisierung
Anfänge von Tajfel´s SIT:
Akzentuierungsprinzip
Annahme:
Die Beurteilung von physikalischen Stimuli
kann nicht unabhängig von
Kontextvariablen erfolgen.
2.2 Kategorisierung
Physikalischer Stimulus Fokale Dimension
Kontextvariablen Periphere Dimension
Folge: Akzentuierungseffekt
Funktion: Klare Differenzierung zwischen
Stimuli
2.2 Kategorisierung
Ergebnis:
Akzentuierung von Unterschieden zwischen
Stimuli verschiedener Kategorienzugehörigkeit
Akzentuierung von Gemeinsamkeiten zwischen
Stimuli gleicher Kategorienzugehörigkeit
Effekt umso größer je wichtiger die
Kategorisierung für das Individuum ist
2.2 Kategorisierung
Anwendung des Prinzips auf soziale Stimuli
durch Tajfel führt zu gleichem Ergebnis
Menschen nutzen naheliegende periphere
Dimensionen für die Bewertung einer fokalen
Dimension
Experiment mit 30 Fotos von Frauen
2.2 Kategorisierung
Fazit: Kategorisierung..
lässt die Welt „schärfer“ aussehen (in schwarz und
weiß unterteilt)
befriedigt das grundlegende menschliche Bedürfnis
nach kognitiver Ökonomie
wirkt bei physikalischen und sozialen Objekten
Effekte des Stereotypisierens
ALSO: Kategorisierung ist der psychologische
Prozess,der für Stereotypisierung verantwortlich ist!
2.2 Kategorisierung
Kritik:
Kategorisierung erklärt nicht..
warum Stereotype der Eigengruppe meist
positiv und der Fremdgruppe negativ sind
warum Menschen mehr oder weniger
stereotypisieren
warum ein-und derselbe Mensch unter
bestimmten Umständen stereotypisiert, unter
anderen nicht
2.3 Soziale Identität
Selbstkategorisierung:
Kategorisierung der eigenen Person
Kognitive Komponente der sozialen
Identifikation, Gruppenzugehörigkeit, usw.
Beeinflusst das Verhalten
Führt zu „Selbststereotypisierung“
2.3 Soziale Identität
Positive Distinktheit als Folge von
Selbstkategorisierung, da motivational
beeinflusst (Motiv: Selbstachtung)
Ursache:
Selbstkategorisierung ordnet der eigenen
Person alle Attribute der Eigengruppe zu
Attribute müssen positiv sein, weil sie das
eigene Selbst reflektieren
2.3 Soziale Identität
Liefert Erklärung für die Hartnäckigkeit von
Stereotypen:
Um ein positives Selbstbild zu erhalten, wird
viel Energie benötigt, um den
Akzentuierungseffekt maximal zu halten.
Stereotype bleiben gleich
2.3 Soziale Identität
Frage:
Warum wird unter bestimmten Umständen
stereotypisiert, unter anderen nicht?
Sind die Dimensionen für die soziale
Kategorisierung salient?
Jein: Der Mensch sieht das als salient an, was
die eigene Person in gutes Licht rückt.
ALSO: Auch Selbstkategorisierung führt zu
Stereotypisierung.
3. Funktionen von Stereotypen
Funktion für
das Individuum (psychologischer Kontext)
die Gesellschaft (spez. soziohistorischer Kontext)
3. Funktionen von Stereotypen
Individuelle Funktion:
1. Kognitive Funktion
Kategorisierung der Welt
2. Wertefunktion
Wertebeladene Stereotype vergrößern den
Akzentuierungseffekt, wichtig für
Selbstkonzept!
3. Funktionen von Stereotypen
Soziale Funktion:
1. Soziale Kausalität
Sündenbockphänomen
2. Soziale Rechtfertigung
Stereotypen als Rechtfertigung für Pläne
und Handlungen gegen eine Gruppe
3. Soziale Differenziertheit
Zur Erhaltung der positiven Distinktheit
3. Funktionen von Stereotypen
Soziale Erklärung, sowohl zur
- Rechtfertigung für Handlungen
- kausale Attribution für Ereignisse
- Zuschreibung von Schuld,
Vorwürfen, Verantwortung
Nähe zu Konzepten wie „Soziale
Repräsentation“ und „Ideologie“
4. Soziale Repräsentationen
= gemeinsame kognitive Konstrukte,
welche durch tägliche soziale
Interaktion entstehen und das
Individuum mit einem allgemeinen
Verständnis bezüglich Ereignisse in der
Welt ausstatten
4. Soziale Repräsentationen
Gemeinsamkeiten mit der Sozialen Identität:
- von mehreren Menschen geteilt
- sozial erworben
- schwer zu verändern
- Grundlage für Vorurteile …
aber: sehr unpräzise
4. Soziale Repräsentationen
- vereint in sich Stereotypen und normativen
Glauben
- Stützt sich auf das Konzept „Ideologie“
5. Ideologie
= systematisch miteinander verbundenes
Set von Vorstellungen und Lehrsätzen,
welche ein geschlossenes System bilden,
eine Erklärungsfunktion haben sowie
Normen aufstellen.
►schwer, „auszubrechen“ und Dinge
anders wahrzunehmen
5. Ideologie
- können Gruppen definieren
- Machtfestigung der herrschenden Gruppe
durch Ausdehnung der eigenen Ideologie auf
andere
5. Ideologie
Ideologie wird als Produkt sozialer Konflikte
gesehen und ist somit tief in
Intergruppenbeziehungen verwurzelt.
6. Auslöschung von Stereotypen
Stereotypen an sich können nicht
ausgelöscht werden!!!
aber: - bewusster Umgang
- Reduktion von Diskriminierung
- flexible Handlungsmöglichkeiten
trotz Stereotypen
6.1 Reduktion von Stereotypen
- Machtunterschiede aufheben
- Stereotype Differenzen, welche besonders
stark bewertend/abwertend sind, entkräften
- Gewissen Grad an Unterschiedlichkeit
bewahren
6.1 Reduktion von Stereotypen
Direkter Kontakt mit Mitgliedern
anderer Gruppen?
6.1 Reduktion von Stereotypen
Direkter Kontakt mit Mitgliedern
anderer Gruppen?
► bloßer Kontakt reicht nicht
7. Soziale Kognition
= verbindet Allgemeine
Psychologie mit sozialen
Inhalten
(Wahrnehmung, Gedächtnis)
7. Soziale Kognition
Allg. Psychologie:
Schema = kognitive Struktur, welche
organisiertes Wissen über einen Stimulus
darstellt
Stereotypen = Schema mit sozialem Inhalt
7. Soziale Kognition
Kritik:
- kein soziale Interaktion
- wenig Bezug zur Sozialpsychologie
- kein Aussagen über Aggressionen,
Kooperation, Kommunikation, …
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