STEREOTYPE

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10/17/2011
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							STEREOTYPE

    Seminar: Soziale Identität
    Referat am 24.04.2007
    von Johannes Müller und
    Christina Späth
    Dozentin: Sybille Petersen
Gliederung

1.    Einführung

2.    Erklärungsansätze
2.1   Deskriptive Theorien
2.2   Kategorisierung
2.3   Soziale Identität

3.    Funktionen von Stereotypen
Gliederung

4.    Soziale Repräsentationen

5.    Ideologie

6.    Auslöschung von Stereotypen
6.1   Reduktion von Stereotypen

7.    Soziale Kognition
1. Einführung

 Was sind Stereotype?
     Generalisierungen von Menschen basierend
     auf deren Gruppenzugehörigkeit.
Daraus folgt:
 Jedem Gruppenmitglied werden dieselben
 Eigenschaften und Fähigkeiten zugeschrieben
 Jedes Gruppenmitglied wird ähnlich behandelt
 Wahrgenommene Homogenität der Gruppe
1. Einführung

Merkmale von Stereotypen:

 Stereotype werden mit großer
 Übereinstimmung geteilt

 Universelle Neigung zu stereotyper
 Wahrnehmung

 Auswirkungen auf das Verhalten
2. Erklärungsansätze

     Traditionelle Forschung zu begrenzt
     Optimaler Erklärungsansatz sollte sich befassen
     mit:
1.   Individuellen psychologischen Prozessen bei
     der Generierung stereotyper Wahrnehmung
2.   Sozialen psychologischen Prozessen in der
     weiten Übereinstimmung von Stereotypen
3.   Sozialen Prozessen bei der Zuordnung
     verschiedener Stereotype zu verschiedenen
     Gruppen und deren Hartnäckigkeit
2.1 Deskriptive Theorien

  1. Forschungsansatz: Lippmann, 1922
Annahme:
  Stereotypen sind vereinfachte Bilder der
  Umwelt in den Köpfen der Menschen.
  Sie sind nicht erstrebenswert, inkorrekt, starr
  und schwer veränderbar.
Funktion:
  Erleichert das Leben in einer komplexen
  sozialen Umwelt.
2.1 Deskriptive Theorien

   2. Forschungsansatz: Katz und Braly, 1933
Experiment:
   Vp´s wählen aus einer langen Liste von
   Adjektiven die 5 aus, die ihrer Meinung
   nach typisch und charakteristisch für eine
   bestimmte ethnische Gruppe sind.
Ergebnis:
   Breite Übereinstimmung unter den Vp´s
2.1 Deskriptive Theorien

   Modifizierung durch Tajfel
Ergebnisse: Stereotype..
1. werden Gruppen schnell und an Hand
   oberflächlicher Adjektive zugeordnet
2. sind schwer zu ändern, meist nur auf Grund
   von sozialen, politischen oder ökonomischen
   Umständen
3. werden bereits früh erlernt, ohne dass die
   Gruppe überhaupt bekannt ist
2.1 Deskriptive Theorien

 4.   werden offen und feindselig bei sozialen
      Spannungen zwischen Gruppen
 5.   werden besonders gefährlich, wenn Gruppen
      im direkten Konflikt stehen

 Frage:        Könnte in Stereotypen ein Funken
               Wahrheit stecken?
      „kernel of truth“- Kontroverse
2.1 Deskriptive Theorien

Kritik:
Deskriptive Theorien zeigen:
    dass Menschen zu stereotyper Wahrnehmung
    neigen
    dass Stereotypen verbreitet sind
    dass es eine breite Übereinstimmung
    hinsichtlich Stereotypen zwischen den
    Menschen gibt
2.1 Deskriptive Theorien

Deskriptive Theorien zeigen nicht:
 wie jeder Einzelne die jeweiligen Stereotypen
 generiert
 den sozialen psychologischen Prozess, der
 dafür verantwortlich ist

  Diese Theorien beschreiben lediglich
  Aspekte von Stereotypen.
2.2 Kategorisierung

Anfänge von Tajfel´s SIT:
  Akzentuierungsprinzip

Annahme:
  Die Beurteilung von physikalischen Stimuli
  kann nicht unabhängig von
  Kontextvariablen erfolgen.
2.2 Kategorisierung

Physikalischer Stimulus Fokale Dimension
Kontextvariablen Periphere Dimension

Folge:      Akzentuierungseffekt

Funktion:   Klare Differenzierung zwischen
            Stimuli
2.2 Kategorisierung

Ergebnis:
  Akzentuierung von Unterschieden zwischen
  Stimuli verschiedener Kategorienzugehörigkeit
  Akzentuierung von Gemeinsamkeiten zwischen
  Stimuli gleicher Kategorienzugehörigkeit
  Effekt umso größer je wichtiger die
  Kategorisierung für das Individuum ist
2.2 Kategorisierung

 Anwendung des Prinzips auf soziale Stimuli
 durch Tajfel führt zu gleichem Ergebnis
 Menschen nutzen naheliegende periphere
 Dimensionen für die Bewertung einer fokalen
 Dimension
 Experiment mit 30 Fotos von Frauen
   2.2 Kategorisierung

Fazit:             Kategorisierung..
   lässt die Welt „schärfer“ aussehen (in schwarz und
  weiß unterteilt)
  befriedigt das grundlegende menschliche Bedürfnis
  nach kognitiver Ökonomie
  wirkt bei physikalischen und sozialen Objekten
  Effekte des Stereotypisierens
ALSO: Kategorisierung ist der psychologische
  Prozess,der für Stereotypisierung verantwortlich ist!
2.2 Kategorisierung

Kritik:
Kategorisierung erklärt nicht..
  warum Stereotype der Eigengruppe meist
  positiv und der Fremdgruppe negativ sind
  warum Menschen mehr oder weniger
  stereotypisieren
  warum ein-und derselbe Mensch unter
  bestimmten Umständen stereotypisiert, unter
  anderen nicht
2.3 Soziale Identität

Selbstkategorisierung:
  Kategorisierung der eigenen Person
  Kognitive Komponente der sozialen
  Identifikation, Gruppenzugehörigkeit, usw.
  Beeinflusst das Verhalten
  Führt zu „Selbststereotypisierung“
2.3 Soziale Identität

  Positive Distinktheit als Folge von
  Selbstkategorisierung, da motivational
  beeinflusst (Motiv: Selbstachtung)
Ursache:
  Selbstkategorisierung ordnet der eigenen
  Person alle Attribute der Eigengruppe zu
  Attribute müssen positiv sein, weil sie das
  eigene Selbst reflektieren
2.3 Soziale Identität

 Liefert Erklärung für die Hartnäckigkeit von
 Stereotypen:
 Um ein positives Selbstbild zu erhalten, wird
 viel Energie benötigt, um den
 Akzentuierungseffekt maximal zu halten.
    Stereotype bleiben gleich
2.3 Soziale Identität

Frage:
  Warum wird unter bestimmten Umständen
  stereotypisiert, unter anderen nicht?
  Sind die Dimensionen für die soziale
  Kategorisierung salient?
  Jein: Der Mensch sieht das als salient an, was
  die eigene Person in gutes Licht rückt.
ALSO:       Auch Selbstkategorisierung führt zu
            Stereotypisierung.
3. Funktionen von Stereotypen


Funktion für
  das Individuum (psychologischer Kontext)
  die Gesellschaft (spez. soziohistorischer Kontext)
3. Funktionen von Stereotypen

Individuelle Funktion:
1.  Kognitive Funktion
   Kategorisierung der Welt
2. Wertefunktion
   Wertebeladene Stereotype vergrößern den
   Akzentuierungseffekt, wichtig für
   Selbstkonzept!
3. Funktionen von Stereotypen

Soziale Funktion:
1. Soziale Kausalität
   Sündenbockphänomen
2. Soziale Rechtfertigung
   Stereotypen als Rechtfertigung für Pläne
   und Handlungen gegen eine Gruppe
3. Soziale Differenziertheit
   Zur Erhaltung der positiven Distinktheit
3. Funktionen von Stereotypen

 Soziale Erklärung, sowohl zur

          - Rechtfertigung für Handlungen
          - kausale Attribution für Ereignisse
          - Zuschreibung von Schuld,
          Vorwürfen, Verantwortung

 Nähe zu Konzepten wie „Soziale
 Repräsentation“ und „Ideologie“
4. Soziale Repräsentationen

= gemeinsame kognitive Konstrukte,
  welche durch tägliche soziale
  Interaktion entstehen und das
  Individuum mit einem allgemeinen
  Verständnis bezüglich Ereignisse in der
  Welt ausstatten
4. Soziale Repräsentationen

Gemeinsamkeiten mit der Sozialen Identität:

     - von mehreren Menschen geteilt
     - sozial erworben
     - schwer zu verändern
     - Grundlage für Vorurteile …

aber: sehr unpräzise
4. Soziale Repräsentationen

-   vereint in sich Stereotypen und normativen
    Glauben



-   Stützt sich auf das Konzept „Ideologie“
5. Ideologie

= systematisch miteinander verbundenes
  Set von Vorstellungen und Lehrsätzen,
  welche ein geschlossenes System bilden,
  eine Erklärungsfunktion haben sowie
  Normen aufstellen.

  ►schwer, „auszubrechen“ und Dinge
    anders wahrzunehmen
5. Ideologie

-   können Gruppen definieren

-   Machtfestigung der herrschenden Gruppe
    durch Ausdehnung der eigenen Ideologie auf
    andere
5. Ideologie



Ideologie wird als Produkt sozialer Konflikte
  gesehen und ist somit tief in
  Intergruppenbeziehungen verwurzelt.
6. Auslöschung von Stereotypen

     Stereotypen an sich können nicht
           ausgelöscht werden!!!

aber: - bewusster Umgang
      - Reduktion von Diskriminierung
      - flexible Handlungsmöglichkeiten
        trotz Stereotypen
6.1 Reduktion von Stereotypen


-   Machtunterschiede aufheben

-   Stereotype Differenzen, welche besonders
    stark bewertend/abwertend sind, entkräften

-   Gewissen Grad an Unterschiedlichkeit
    bewahren
6.1 Reduktion von Stereotypen

 Direkter Kontakt mit Mitgliedern
         anderer Gruppen?
6.1 Reduktion von Stereotypen

 Direkter Kontakt mit Mitgliedern
         anderer Gruppen?

    ► bloßer Kontakt reicht nicht
7. Soziale Kognition

     = verbindet Allgemeine
     Psychologie mit sozialen
             Inhalten

       (Wahrnehmung, Gedächtnis)
7. Soziale Kognition

Allg. Psychologie:
  Schema = kognitive Struktur, welche
  organisiertes Wissen über einen Stimulus
  darstellt

Stereotypen = Schema mit sozialem Inhalt
7. Soziale Kognition

Kritik:

-   kein soziale Interaktion

-   wenig Bezug zur Sozialpsychologie

-   kein Aussagen über Aggressionen,
    Kooperation, Kommunikation, …

						
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