BEST AGER Info EXTERN by liaoqinmei

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									                                                                                                                                    Ausgabe 5
Info EXTERN                                                                                                                     Juni 2009




Gelsenkirchen • Gladbeck • Bottrop • Oberhausen • Mülheim       DER BESCHÄFTIGUNGSPAKT FÜR ÄLTERE IM REVIER




         Willkommen zur                                          Die Zahl
                                                                                                         17
                                                                  des Jahres:
         neuen Ausgabe von                                      Ab Juli 2009 erstreckt sich der BEST AGER Beschäftigungspakt über
                                                                insgesamt 17 Revierstädte: Bochum, Dortmund, Herne, Gelsenkir-
                                                                chen, Bottrop, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr sowie aus dem
         »Info EXTERN«                                          Kreis Recklinghausen die Städte Gladbeck, Dorsten, Herten, Marl, Oer-
                                                                Erkenschwick, Haltern am See, Datteln, Waltrop und Castrop-Rauxel.




         Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
         Der „Beschäftigungspakt für ältere Arbeitsuchen-       In diesem Sinne grüße ich Sie alle und bitte Sie um
         de im Revier“ war im letzten Jahr bereits überaus      Ihr aktives Mittun als MitarbeiterInnen des Paktes,
         erfolgreich:                                           als Arbeitsuchende, als Unternehmer.
         Insgesamt konnten in den bisherigen Paktstädten
         Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck und Oberhausen                        Dr. Stefan Lob
         2.574 Aktivierungen bei älteren Arbeitsuchenden                        Paktkoordinator
         und 435 konkrete Vermittlungen in sozialversiche-                      Geschäftsführer GAFÖG
         rungspflichtige Beschäftigung vorgenommen wer-                         Arbeitsförderungsgesellschaft
         den.                                                                   – gemeinnützige GmbH

         Inzwischen hat sich der Pakt erweitert: Bereits zum
         1. Januar diesen Jahres ist Mülheim hinzugekom-
         men. Ab dem 1. Juli schließen sich Dortmund, Bo-
         chum, Herne, Recklinghausen, Marl und Castrop-
         Rauxel dem Beschäftigungspakt an. Uns allen in
         der Paktregion ist eines gemeinsam: Wir wollen so
         viele ältere Arbeitsuchende wie nur möglich in
         sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ver-
         mitteln.
         Und: Wir wollen so viele Unternehmen – vor allem
         auch des Mittelstandes – mit qualifizierten Arbeits-
         kräften versorgen. Für beides gilt: Beste Beratung,
         engagierter Einsatz, persönliche Betreuung und eine     Das Paktgebiet BEST AGER
                                                                 ab 1. Juli 2009
         zielgerichtete Erfolgsorientierung.


         Unterstützt und gefördert von:
                                                            Info EXTERN                   Juni 2009


    Die neuen Partner im Beschäftigungspakt für Ältere im
    Revier: Bochum und Herne
    Bochum                                                  in Arbeit zu bringen“, resümiert ARGE-Geschäfts-
                                                            führer Withake. „Aber immer mehr Arbeitgeber wol-
                          Am ersten Juli 2009 ist es        len genau diese Menschen, mit fachlicher Erfahrung,
                          soweit – die Arbeitsgemein-       ausgereifter Persönlichkeit und großer Loyalität, in
                          schaft zur Grundsicherung         ihrem Betrieb einstellen. Diese so genannten Soft
                          Arbeitsuchender in Bochum,        Skills bringen die älteren Arbeitnehmerinnen und
                          kurz ARGE Bochum, tritt           Arbeitnehmer genau so mit wie eine hohe Leis-
                          dem Beschäftigungspakt für        tungsfähigkeit und die Lust auf neue Aufgaben.“ Zur
                          Ältere im Revier bei!             Zeit betreut die ARGE Bochum rund 4.200 arbeitslos
    Torsten Withake,                                        gemeldete Menschen ab 47 Jahren – bei einer Ge-
    Geschäftsführer der  „Unser Beitritt zum Beschäfti-     samtzahl von rund 13.600 bei der ARGE arbeitslos
    ARGE Bochum
                         gungspakt soll ein deutliches      gemeldeten Männern und Frauen. Bis jetzt wurden
    Signal für die besondere Stellung der „Best Ager“       sie vorwiegend mit klassischen Arbeitsmarktinstru-
    setzen. Wir wollen den älteren Arbeitnehmerinnen        menten gefördert. Dazu zählen zum Beispiel der
    und Arbeitnehmern in unserer Stadt neue berufliche      Eingliederungszuschuss oder Fortbildungen. Der
    Perspektiven eröffnen und den Blick der Arbeitgeber     Beschäftigungspakt für Ältere im Revier wird das
    auf das Potenzial dieser Menschen lenken.“ Für          Portfolio in Bochum deutlich erweitern sowie Ar-
    Torsten Withake, Geschäftsführer der ARGE Bochum,       beitgeber und Arbeitnehmer auf kurzen Wegen
    ist der gemeinsame Beschäftigungspakt des Reviers       zusammenbringen. Das ist das erklärte Ziel der Bo-
    für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 50+          chumer ARGE, wenn sie zum 1. Juli dem Pakt beitritt
    eines der zukunftsweisenden arbeitsmarkpolitischen      und den ersten Bochumer Job-Club eröffnet. „Wir
    Instrumente. „Besonders erfreulich ist es, dass im      planen ein Büro mitten in der City, weithin sichtbar
    Beschäftigungspakt für Ältere im Revier inzwischen      und gut erreichbar – eine echte Anlaufstelle für Ar-
    fast alle Ruhrgebietsstädte vereint sind.“ Die Bo-      beitnehmer und Arbeitgeber eben“, fasst Torsten
    chumer Arbeitsmarktexperten hoffen damit auf            Withake zusammen.
    Synergieeffekte und eine größere öffentliche Wahr-
    nehmung im gesamten Revier. Bochum, die Stadt im
    Zentrum des Ruhrgebiets, ist ein „klassischer“ Ar-      Herne
    beitsmarkt des Reviers: Geprägt vom Strukturwandel
    zwischen Großindustrie und Gesundheitswirtschaft,                            „Der aktuelle Arbeitsmarkt-
    stillgelegten Kohlezechen und neuen Kreativbran-                             bericht zeigt auf: der Anteil
    chen. Die Ruhr-Universität Bochum liefert das not-                           der Personengruppe der über
    wendige Know-How für einen jungen Forschungs-                                50-Jährigen an der Gesamtar-
    standort der Gesundheitsbranche, das Opelwerk ist                            beitslosigkeit auf dem Herner
    ein Magnet für innovative Unternehmen aus dem                                Arbeitsmarkt erreicht inzwi-
    Bereich der Verkehrswirtschaft. Für ältere Arbeitneh-                        schen über 23%, Tendenz stei-
    merinnen und Arbeitnehmer auf den ersten Blick          Hans-Peter Heckmann, gend! Im Rechtskreis SGB II
    keineswegs ein einfaches Pflaster, um (wieder) Fuß      Geschäftsführer der  springt im Vergleich zum Vor-
                                                            ARGE Herne
    zu fassen auf dem Arbeitsmarkt. „Es ist noch immer                           jahresmonat besonders die
    eine Herausforderung, die älteren Menschen wieder       Steigerung um fast 15 % bei den über 55-Jährigen


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      Juni 2009           Info EXTERN

ins Auge. Gerade vor diesem Szenario begrüße ich        gen in der gesamten Region entfalten. Dies nicht
es sehr, dass – trotz aller Anstrengungen, die wir      nur im Interesse jedes einzelnen Arbeitlosen, der
vor Ort leisten –, im Rahmen des Beschäftigungs-        wieder erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert
pakts BEST AGER Möglichkeiten eröffnet werden,          werden kann. Auch gesamtwirtschaftlich betrachtet
Aktivitäten für diesen Personenkreis weiter zu bün-     darf nicht vergessen werden, dass diese Generation
deln und zu intensivieren. Know-how und Kreati-         des „besten Alters“ u. a. berufliches Know-how,
vität der bisherigen Kooperationspartner haben in       beachtliche Berufs- und Lebenserfahrungen sowie
der Vergangenheit bereits zu beachtlichen Erfolgen      eine hohe Arbeitsmoral und Loyalität in sich ver-
in der Integrations-, aber auch Öffentlichkeitsarbeit   eint, auf die man nicht einfach verzichten darf! Ich
geführt. Die Pakterweiterung führt nicht nur zu         freue mich auf eine konstruktive und hoffentlich
einer Verbreiterung des Ideenpools; insbesondere        erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kooperations-
können untereinander abgestimmte Strategien über        partnern.“
den örtlichen Arbeitsmarkt hinaus positive Wirkun-      Die übrigen neuen Partner stellen wir in der nächsten Ausgabe vor.




Perspektive 50plus: Jahrestreffen am 25./26. Mai 2009 in Berlin
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand am ersten        Dabei ist Gesundheit als Lebenskompetenz zu verste-
Tag die Auszeichnung der regionalen Botschafte-         hen, um Herausforderungen zu begegnen, Gestal-
rinnen und Botschafter 50plus durch den Bundes-         tungsmöglichkeiten und Gefährdungen des Lebens zu
minister Olaf Scholz. Geehrt wurden 27 Persönlich-      erkennen und dadurch das konkret mögliche Leben
keiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur, die   täglich erfinden und bewältigen zu können. Good
in ihrer Region den Beschäftigungspakt aktiv unter-     practice-Beispiele zum Thema Mobilität wurden in
stützen. Die Botschafterinnen und Botschafter           einer Interviewrunde von Vertreterinnen und Ver-
50plus stehen stellvertretend für eine starke Gene-     tretern aus vier Beschäftigungspakten vorgestellt
ration und lenken den Blick auf ein verändertes         und diskutiert.
Altersbild in der Gesellschaft.                         Das fünfte Jahrestreffen von „Perspektive 50plus“
                                                        hat wesentlich dazu beigetragen, die Zusammen-
Pakte treffen Politik
                                                        arbeit zwischen den alten und neuen Paktregionen
Unter dem Motto „Pakte treffen Politik“ fand am         zu vertiefen sowie einen Erfahrungsaustausch auf
Abend des ersten Tages ein Empfang in der Landes-       Bundesebene anzustoßen.
vertretung Baden-Württemberg statt, zu dem die
Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB) der am
Bundesprogramm beteiligten Regionen geladen
waren. An 62 Infopoints hatten sie die Gelegenheit,
mehr über die Arbeit der einzelnen Pakte zu erfah-
ren und die Netzwerkarbeit zu verstärken.

Fachaustausch u. Diskussionsforen am zweiten Tag

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand der fachliche
Austausch zu den Themen Gesundheit und Mobilität.
Unter dem Titel „Gesundheit als Provokation eines
                                                        Am BEST AGER Infopoint: (v. l.) Dietmar Aspöck (Vestische Arbeit
hoffenden Lebens“ hielt Prof. Dr. Annelie Keil einen    Gladbeck), MdB Dieter Grasedieck, MdB Joachim Poß und Dirk
Vortrag zur Bedeutung von Gesundheit im Alter.          Sußmann (ARGE Gelsenkirchen)


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    Unsere Job-Clubs: Infos, Aktivitäten und Projekte
    Vorgestellt:                                           Das Oberhausener Best Ager Quiltprojekt geht in die
    Das „Quilt-Projekt“ Oberhausen                         Endphase. Anfängliche Skepsis der Teilnehmerin-
                                                           nen, Unsicherheiten bezüglich der eigenen Fähig-
    Neue Motivation für Arbeitsuchende durch grup-         keiten weichen allmählich der Erkenntnis, Wertvol-
    pendynamische Prozesse                                 les und Einzigartiges aus eigener Kraft schaffen zu
                                                           können. Dies geschieht nicht ohne Überraschung.
    Das Oberhausener BEST AGER-Projekt gibt mit Quilt
    den Arbeitsuchenden einen kräftigen Motivations-
    schub. Quilt1 – der gleichnamige Film ist für viele
    meist die einzige gedankliche Brücke zu dem Be-
    griff. Denn: In dem Film ist das gemeinsame Hand-
    arbeiten an einem Quilt von Frauen unterschiedli-
    chen Alters das Forum für den Austausch von Erfah-
    rungen, Problemen und möglichen Lösungen. Das
    gemeinsame Tun, das Erzielen eines gemeinsamen
    Ergebnisses, das greifbar und begreifbar ist, ruft
    Stolz und Verbundenheit hervor. Genau das wollen
                                                           1 Quilt: wärmende Steppdecke, die individuell oder nach klassi-
    die Oberhausener Akteure mit ihrem Projekt errei-
                                                           schen Muster bestickt wird. Oder, wie hier, ein Wandbehang.
    chen. Nämlich:
       Die Erfahrung positiver Bestätigung durch die       Der Austausch im Gespräch, die Auseinanderset-
       eigene Anfertigung eines Ausstellungsstückes:       zung mit dem Thema lässt die Idee erwachen, nicht
       Wer dies aufgrund anhaltender Arbeitslosigkeit      die ganze Energie auf die Wahrung der Fassade und
       lange nicht oder noch nie in der Arbeit erlebt      des schönen Scheins zu verwenden, sondern auf
       hat, braucht dringend einen Motivationsschub.       das, was wirklich wichtig ist.     – Eva Soßnitza
       Wer davon überzeugt ist, nichts zu können, kann
       sich auch nicht überzeugend bewerben.
       Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebens-      Vorgestellt:
       situation in Arbeitslosigkeit mit kreativen, non-   Mülheimer Best Ager bewegen sich
       verbalen Mitteln: Ein Forum, um sich auszudrük-
       ken existiert für die meisten Arbeitslosen nicht.   „Fit für den Job“ ist das Motto, unter dem im
       Und wenn doch: Scham und Verdrängung erlau-         April ein Fitnesskurs des Job-Club Mülheim ge-
       ben es nicht.                                       startet ist. An insgesamt zehn Terminen heißt es
       Entstehung gruppendynamischer Prozesse durch        für die Best Ager „pumpen, strecken, dehnen“.
       gemeinsame Projektarbeit: Ich bin nicht allein!
       Wir machen uns gegenseitig Mut und stützen uns!     Neben dem einen oder anderen Muskelkater und
       Erfahrung strukturierten Arbeitens anhand von       vielem Schweiß gibt es aber vor allem eins: Gute
       Zeitvorgaben für die zu erstellenden Objekte:       Stimmung! Es wird gelacht, es wird gewitzelt und
       Verbindlichkeiten eingehen, Termine einhalten,      die Gruppe ist bereits nach den ersten Terminen zu-
       auch wenn’s schwer fällt.                           sammen gewachsen.
       Erlernung/Wiedererlernen handwerklicher Tätig-      Fachlich angeleitet wird der Kurs von Michael Gro-
       keiten: Was geht überhaupt noch?                    belewski, Diplom-Sportlehrer und Leiter des Fit-


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      Juni 2009           Info EXTERN


Unsere Job-Clubs: Infos, Aktivitäten und Projekte
nessstudios McBuick, in dessen Räumlichkeiten das       Umgezogen:
Training stattfindet. Ein gewisses Maß an Professio-    Gelsenkirchener Job-Club mit
nalität hilft schließlich dabei, das Ziel nicht aus     neuer Adresse
den Augen zu verlieren. Neben der allgemeinen För-
derung gesundheitlicher Fitness steht die Erhöhung      Der Gelsenkirchener Job-Club, bisher im IDUNA-
der körperlichen Leistungsfähigkeit im Vordergrund.     Hochhaus an der Ebertstraße beheimatet, ist um-
                                                        gezogen. Das neue Domizil für die BEST AGER-
                                                        Arbeitsuchenden ist ab sofort in der Bahnhof-
                                                        straße 68 in der 3. und 4. Etage (Eingang neben
                                                        Woolworth) eingerichtet.




„Im Job ist es sehr wichtig, leistungsfähig zu blei-
ben. Dies gilt nicht nur für körperliche Berufe, denn
in einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen
greifen körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
unmittelbar ineinander“, so sind sich die Arbeits-
marktexperten im Job-Club Mülheim a. d. Ruhr einig.     Dort stehen auf insgesamt rund 430 m2 3 Gruppen-
                                                        räume, ein EDV-Raum, der BEST AGER-Treff mit Tee-
                                                        küche und die Büros des achtköpfigen Mitarbeiter-
                                                        teams zur Verfügung.




Gerade bei Arbeitslosigkeit kann die Leistungs-
fähigkeit durch das Wegbrechen der Leistungser-         Das Best Ager-Team ist in diesen Räumlichkeiten
wartung im Job abnehmen. Mit dem Kurs „Fit für          montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr, frei-
den Job“ entsteht diese Erwartung durch das Mit-        tags von 8 bis 14 Uhr und ansonsten nach Termin-
ziehen in der Gruppe und gleichzeitiger professio-      absprache zu erreichen. Telefonnummer – wie bis-
nellen Unterstützung. Und es funktioniert.              her: 0209 / 38 94 88 20.


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    TOP TEN der Stellen im April 2009: Hoher Fachkräfte-
    bedarf im Gesundheits- und Sozialwesen
    Die Arbeitskräftenachfrage geht nun seit 11 Mo-
    naten kontinuierlich zurück, wenngleich die Rück-
    gänge zu Beginn des zweiten Quartals deutlich
    schwächer ausfallen als noch zum Jahreswechsel:
    Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-
    X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeits-
    kräften in Deutschland – ging im April um 2 auf
    135 Punkte zurück, nach jeweils -4 im Februar und
    März. Zum Jahreswechsel waren noch Rückgänge
    von -7 im Januar, und jeweils -5 im November und
    Dezember zu verzeichnen. Verglichen mit dem Vor-
    jahr lag die Nachfrage insgesamt mit -33 Punkten
    deutlich im Minus (März 2009: -35). Damit liegt die   Am ersten Arbeitsmarkt wurden im April trotz kon-
    Arbeitskräftenachfrage mittlerweile unter dem         junkturellen Abschwungs zahlreiche Fachkräfte ge-
    Niveau vom Frühjahr 2006. In den kommenden Mo-        sucht, wenngleich bei den meisten Berufen die
    naten ist deshalb mit einem weiteren Beschäfti-       Nachfrage unter dem Vorjahresniveau liegt. Gesucht
    gungsrückgang zu rechnen.                             wurden 22.000 Warenkaufleute und Verkäufer (-9%
                                                          gegenüber Vorjahr), sowie 14.000 Werbe- und
                                                          Dienstleistungskaufleute (-26%). Wenig konjunk-
                                                          turreagibel zeigt sich die Nachfrage im Bereich
                                                          Gesundheits- und Sozialwesen. So waren im April
                                                          21.000 Stellen für Altenpfleger, Sozialarbeiter und
                                                          Erzieherinnen zur Besetzung gemeldet (+62%).
                                                          Zudem wurden 19.000 Krankenschwestern, Sprech-
                                                          stundenhilfen und Masseure (+19%) gesucht. Im
                                                          Handwerk und technischen Bereich waren mit
                                                          16.000 Stellen für Elektriker (-28%) und 9.000
                                                          Stellen für Ingenieure (-26%) deutlich weniger
                                                          Stellen zu besetzen als im Vorjahr. Im April waren
    Im April waren bei der Bundesagentur für Arbeit       zudem 16.000 Stellen für Bürofachkräfte (-22%)
    495.000 Stellen gemeldet. 307.000 zielen auf eine     und 11.000 Angebote für Datenverarbeitungsfach-
    Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ab. 189.000      leute (-15%) gemeldet.
    Stellen stehen für eine geförderte Beschäftigung      14.000 Stellen (-18%) waren mit Kellner und Gast-
    zur Verfügung. Der BAJob-Roboter fand 171.000         wirten und 10.000 (-9%) mit Köchen zu besetzen.
    Stellen im Internet. In der Job-Börse wurden          Der Anteil der über die Zeitarbeit in den unter-
    186.000 Stellen von Arbeitgebern direkt eingetra-     schiedlichsten Berufsfeldern zu besetzenden Stellen
    gen oder aus weiteren Job-Börsen zugeliefert.         lag im April bei 18 Prozent, 4 Prozentpunkte unter
    Außerdem waren bei der BA 9.000 Stellen aus der       dem Vorjahresmonat.
    privaten Arbeitsvermittlung sowie für Freiberufler    Link: Weitere Informationen zum Thema
    und Selbständige registriert.                                Stellenangebot und zur Methodik


6
       Juni 2009              Info EXTERN


Über Grenzen hinweg zum neuen Job
Die im Rahmen der „Perspektive 50plus“ veran-                  im Rahmen der „Perspektive 50plus“ einen berufli-
staltete Jobbörse mit niederländischen Unterneh-               chen Neuanfang zu ermöglichen – und das über
men in Gelsenkirchen war ein voller Erfolg.                    Grenzen hinweg. „Wir haben heute älteren arbeits-
Mit dem Ziel, einen neuen Arbeitsplatz in den Nie-             losen Frauen und Männern im wahrsten Sinne neue
derlanden zu finden, sind über 200 ältere Lang-                Wege aufgezeigt“, erklärt Martin Weiland, Referats-
zeitarbeitslose im Mai nach Gelsenkirchen zu einer             leiter im BMAS und verantwortlich für die „Perspek-
Jobbörse mit niederländischen Unternehmen ge-                  tive 50plus“ am Rande der Jobbörse. „Und mit der
kommen. Eingeladen hatten das Bundesministerium                hohen Resonanz haben wir bewiesen, dass ältere
für Arbeit und Soziales (BMAS), die Zentrale Aus-              Arbeitsuchende trotz aller Vorbehalte im geistigen
lands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie Beschäfti-              wie auch im räumlichen Sinne mobil sind.“ Diese
gungspakte des Bundesprogramms „Perspektive                    Mobilität haben in erster Linie die regionalen
50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Re-             Beschäftigungspakte gesteigert, denn sie bieten ar-
gionen“. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist                beitslosen Frauen und Männern im Alter zwischen
mit fünf Pakten besonders stark vertreten. Ganz                50 und unter 65 Jahren besondere Angebote zur
gleich ob Arbeitssuchender oder Unternehmen – alle             Mobilitätsförderung. Hierzu zählen beispielsweise
Beteiligten zeigten sich am Ende der Veranstaltung             Mobilitätstrainings, Fahrsicherheitstrainings oder un-
sehr zufrieden. Lokaler Gastgeber der Veranstaltung            terstützende Maßnahmen beim Führerscheinerwerb.
war der „Beschäftigungspakt für Ältere im Revier“.
Die Arbeitsuchenden hatten die Möglichkeit, direkt             Das Fazit:
                                                               • Über 200 ältere Arbeitsuchende haben diese Jobbörse besucht
mit den Personalverantwortlichen der niederländi-              • 6 Niederländische Arbeitgeber und Personaldienstleister haben
schen Unternehmen Bewerbungsgespräche zu füh-                  konkrete Stellenangebote unterbreitet
ren und ihre Bewerbungsunterlagen abzugeben.                   • Die Arbeitgeber waren hinsichtlich der zahlreichen und ernst-
                                                               haften Interessenten und deren fachlichen Qualifikationen sehr
Außerdem wurden die Bewerber in einer Informa-                 zufrieden
tionsveranstaltung der ZAV zum „Leben und Arbei-               • laut Arbeitgeber und ZAV ist man sich sehr sicher, dass in der
                                                               Folgezeit über die Kontaktmöglichkeiten der Jobbörse zahlreiche
ten in den Niederlanden“ auf den Schritt zu einer              Arbeitsverhältnisse zustande kommen werden (ca. 16 Arbeits-
Beschäftigung im Ausland vorbereitet.                          verhältnisse wurden schon vor Ort verbindlich angebahnt)




In Gelsenkirchen suchten die niederländischen Nachbarn Fach-
kräfte u.a. aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie aus    v.l.n.r.: Dr. Stefan Lob (BEST AGER Paktkoordinator), Dirk Suß-
dem Metall- und Elektrobereich.                                mann (stellvertr. GF, Integrationscenter für Arbeit Gelsenkir-
                                                               chen), Martin Weiland, (Referatsleiter, Bundesministerium für
                                                               Arbeit und Soziales), Iris Naumann (Bereichsleiterin der Aus-
Mit der Jobbörse unterstreicht das BMAS einmal                 landsvermittlung bei der ZAV), Erik Eggert (BMAS), Jörg Schwarz
mehr sein Engagement, älteren Langzeitarbeitslosen             (gsub Berlin)


                                                                                                                                  7
                                                         Info EXTERN                    Juni 2009


    Vermittlungsaktivität in Kooperation: Vom Arbeit-
    suchenden zur Vollzeitstelle
    Gladbeck/Gelsenkirchen. Herr S. aus Gladbeck         Doch für Herrn S. geht es noch weiter. Zehn Tage
    sucht Arbeit. Er kommt in den Job-Club Gladbeck,     nach der Einstellung als 400 Euro-Kraft kommt eine
    um sich beraten zu lassen. Beim Profiling stellt     Anfrage des Unternehmens-Scouts aus Gelsenkir-
    sich heraus: Herr S. verfügt als Bewerber über ein   chen. Es wird ein Maler und Lackierer gesucht. Im
    großes Know-how als Maler und Lackierer.             Pool des Gelsenkirchener Job- Clubs gib es aktuell
    Schnellstens wird eine Bewerbung erstellt und        keinen geeigneten Kandidaten.
    mit dem Unternehmens-Scout besprochen. Dieser
    hat eine Anfrage eines örtlichen Bildungsträgers,    Da eine Vollzeitstelle natürlich interessanter ist als
    der dringend einen Anleiter für eine Qualifizie-     eine Anstellung auf 400,- Euro-Basis, wird Herr S.
    rungsmaßnahme im Bereich Malen und Lackieren         dem Gelsenkirchener Job-Club vorgeschlagen. Das
    auf 400,- Euro-Basis sucht. Herr S. erscheint        Profil von Herrn S. wird weitergeleitet, der Kunde
    gemeinsam als geeigneter Kandidat. Nach kurzer       informiert und es kommt zum Vorstellungsgespräch.
    Beratung hat Herr S. ein Vorstellungsgespräch        10 Tage später wird Herr S. eingestellt – in einer
    bei der zuständigen Personalentscheiderin und        Vollzeitstelle als Maler und Lackierer.
    wird eingestellt.




          50plus: Eine gute Einstellung!
                      http://www.best-ager-50plus.de

    Über das Bundesprogramm des BMAS
    „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für        werden. Ein Erfolg, der auch auf die Aufstockung der
    Ältere in den Regionen“ ist ein Programm des         an den 62 Beschäftigungspakten beteiligten Grund-
    Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Es       sicherungsstellen von 194 auf nunmehr 237 Arbeits-
    soll die Beschäftigungsfähigkeiten und -chancen      gemeinschaften zurückzuführen ist.
    älterer Langzeitarbeitsloser verbessern. Das         „Neben dem Ausbau der Maßnahmen, ist es unser
    Bundesprogramm basiert auf einem regionalen          Ziel, dass Perspektive50plus bis Ende 2010 flächen-
    Ansatz und wird von 62 regionalen Beschäfti-         deckend agiert“, so Bundesarbeitsminister Olaf
    gungspakten unterstützt. Dieser Ansatz erlaubt       Scholz. Hierfür möchte das BMAS noch mehr Grund-
    es, gezielt auf die regionalen Besonderheiten        sicherungsstellen einbinden sowie weitere strate-
    einzugehen.                                          gische Partner wie Gewerkschaften oder Wohlfahrts-
                                                         verbände gewinnen. Ziel ist es, bis zum Ende des
    Seit Beginn der zweiten Programmphase im Januar      Jahres über 86.000 Langzeitarbeitslose angespro-
    2008 konnten 73.808 Langzeitarbeitslose aktiviert    chen und mehr als 26.000 Frauen und Männer in
    und bis heute 19.386 Frauen und Männer vermittelt    den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert zu haben.


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      Juni 2009          Info EXTERN

Kooperation mit der IKK

Gelsenkirchen. Bereits seit einigen Jahren pflegt
der Job-Club Gelsenkirchen eine intensive Ko-
operation mit der IKK: u.a. wurden Seminare mit
den Arbeitsuchenden über gesunde Ernährung und
gesundes Frühstück bei kleinem Budget durch-
geführt. Auch die Mitarbeiter im Job-Club selbst
profitieren von der Kooperation:

Kürzlich erst wurde ein vierstündiges Praxisseminar
zum Thema „Rückenfreundliches Arbeiten im Büro“
durchgeführt. Dabei wurden die Mitarbeiter auch
fotografiert und ein Poster erstellt, das sie auch
später daran erinnern soll, welche Körperhaltung
am Arbeitsplatz eingenommen werden soll.

Diese Serviceleistung bietet im Übrigen die IKK
grundsätzlich allen Betrieben mit IKK-Versicherten
an.




Unternehmen zeigen Weitblick
Im Revier. Die Auszeichnung „Unternehmen mit
Weitblick“ ist ein fester Bestandteil des Bun-
desprogramms „Perspektive 50plus“. Jährlich
wird die Auszeichnung an Unternehmen verge-
ben, die in ihrer Personalpolitik über einschlägi-
ge Erfahrungen mit alternden Belegschaften            gungsfähigkeit, Möglichkeiten der flexiblen Arbeits-
oder mit der Einstellung älterer Arbeitnehmer/-       zeitgestaltung sowie arbeitsplatzbezogene Qualifi-
innen verfügen.                                       zierungen für alle Altersgruppen an. Mit diesen ge-
                                                      zielten Strategien der Personalentwicklung beweisen
Sie zeigen, wie durch eine gelungene Zusammen-        die ausgezeichneten Unternehmen Weitblick hin-
arbeit zwischen Jung und Alt im Unternehmen           sichtlich der demografiefesten Entwicklung von
einem drohenden Fachkräftemangel angesichts des       altersgemischten Belegschaften.
demografischen Wandels entgegengewirkt und wie
der Wissenstransfer zwischen den Generationen ge-     Unternehmen mit Weitblick können vorgeschlagen
währleistet werden kann.                              werden bei den Jobclubs des „Beschäftigungspaktes
Die Unternehmen bieten u.a. gesundheitsfördernde      für Ältere im Revier“.
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Beschäfti-        > http://www.best-ager-50plus.de


                                                                                                             9
Info EXTERN
Juni 2009




                                            Wir freuen uns
Als Anlaufstelle für ältere Arbeitsuchen-
de (ab 47 Jahren) und für Unternehmen
mit Personalbedarf stehen die folgenden
Job-Clubs zur Verfügung:

Job-Club Gelsenkirchen
                                            auf Ihr Fax!
Bahnhofstr. 68
45879 Gelsenkirchen                         Wir sind Ihr Personaldienstleister. Wir beraten Sie kos-
Tel.: 0209 / 38 94 88 20                    tenlos bei Ihren Personalentscheidungen. Wir ermitteln
                                            mit Ihnen Ihren Fachkräftebedarf. Wir suchen die pas-
Job-Club Gladbeck
Lambertistr. 4                              senden Bewerber für Sie aus. Wir informieren Sie über
45964 Gladbeck                              alle Fördermöglichkeiten.
Tel.: 02043 / 785 70 68

Job-Club Bottrop
Hansastr. 15
                                                      Ich möchte mehr Informatio-
46236 Bottrop                                         nen. Bitte rufen Sie mich an!
Tel.: 02041 / 376 75 54

Job-Club Oberhausen
                                                      Ich will handeln. Bitte verein-
Mülheimer Str. 243                                    baren Sie einen Termin mit mir!
46045 Oberhausen
Tel.: 0208 / 82 88 79 20
                                                      Bitte nehmen Sie mich in den
Job-Club Mülheim
z.Z. Hans-Böckler-Platz 31 (Forum)
                                                      eMail-Verteiler auf!
45468 Mülheim
Tel.: 0208 / 84 85 715

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Netzwerkkoordination:
GAFÖG Arbeitsförderungsgesellschaft         Telefonnummer

– gemeinnützige GmbH
Emscherstraße 66
                                            eMail-Adresse
45891 Gelsenkirchen

Paktkoordination:
  Dr. Stefan Lob
                                            Unsere Fax-Nummern:
Projektleitung:
   Detlev Kühn                              Gelsenkirchen:               0209 / 38 94 88 21
   Tel.: 0209 / 70 91 134                   Gladbeck:                    02043 / 319 89 52
   E-Mail: kuehn@gafoeg.de
   Grusche Schönfelder
                                            Bottrop:                     02041 / 376 75 56
   Tel.: 0209 / 70 91 151                   Oberhausen:                  0208 / 82 88 79 21
   E-Mail: schoenfelder@gafoeg.de           Mülheim:                     0208 / 84 85 71 9

								
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