Peter Deutschland by wuyunqing

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									          Integrationskonferenz
         „Wachstumspol Stettin“
       - Eine europäische Vision -


Veranstalter:
DGB Bezirk Nord

Anja Plewig
Helmut Uder


Konferenzorganisation:
Wilke, Maack und Partner

Judith Beile
Aleksandra Lewandowska
Klaus Maack

Die Konferenz wurde gefördert von der Europäischen Kommission.
Die Studie „Wachstumspol Stettin“ wurde gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung.
Inhalt
Agenda                                                                      S. 3

Begrüßung                                                                   S. 6
Peter Deutschland, Vorsitzender DGB Nezirk Nord

Vision für eine baltische Magistrale                                       S. 10
Prof. Dr. Wolfgang Methling, Stellvertretenden Ministerpräsident
und Umweltministers des Landes Mecklenburg-Vorpommern

EU-Erweiterung: Was kann Forschung für eine bessere Kooperation tun?       S. 19
Dr. Frank Gerlach, Hans-Böckler-Stiftung

Präsentation der Studie „Wachstumspol Stettin“                             S. 23
Klaus Maack, wmp-consultDr. Martin Grundmann, schiff GmbH

EU-Osterweiterung: Chancen und Risiken                                     S. 44
Dr. Dierk Hirschel, DGB Bundesvorstand

Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum                                            S. 59
Ronald JanssenEGB

Politische Realitäten und Entwicklungsziele aus der                        S. 66
Sicht des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung
des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Politische Realitäten und Entwicklungsziele aus der                        S. 69
Sicht der Wojewodschaft Westpommern
Prof. Zygmunt Meyer Marschall der Wojewodschaft Westpommern

Einführungsreferat                                                         S. 73
Siegfried Wack, Landrat des Landkreises Uecker-Randow,
Deutsch-Polnische Gesellschaft

Polen ist ein lohnendes Ziel                                               S. 84
Holger Köhn Deutsch-Polnische Wirtschaftsförderungsgesellschaft TWG

Regional Innovation Strategy Project in the West Pomeranian Region         S. 89
Zbigniew Pluta, ZARR - Westpommersche Agentur für Regionale Entwicklung

Innovationsförderung, Potenziale und Synergien in Forschung und           S. 103
Wissenschaft
Prof. Dr. Hermann Ribhegge Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder

Wissenschaftliches Potenzial und Innovation –                             S. 110
ein Problem der deutsch-polnischen Zusammenarbeit
Prof. Dr. hab. Józef Hozer, Institut für
wirtschaftliche Analyse, Diagnose und Prognose in Stettin
Dr. Christian Lis, Stettiner Universität

Polnische Schulen angesichts der europäischen Integration                 S. 117
Artur Gałęski, Direktor der Privaten Fachberufsschule in Nowogard

Teilnehmerliste                                                           S. 120
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Agenda

17. Juni 2004

12.00 – 13.00 Uhr   Eintreffen und Imbiss

13.00 – 13.30 Uhr   Eröffnung, Ablauf und Erwartungen
                    Helmut Uder, DGB Bezirk Nord, Abteilung Wirtschafts- und
                    Beschäftigungspolitik

                    Begrüßung
                    Peter Deutschland, Vorsitzender DGB Bezirk Nord
                    Mieczysław Jurek, Vorsitzender NSZZ „Solidarność“
                    Westpommern

                    Grenzüberschreitender Wachstumspol: Reale Chance für
                    eine europäische Region oder Wunschtraum?

13.30 – 14.00 Uhr   I. Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Strategien
                    Vision für eine Baltische Magistrale
                    Prof. Dr. Wolfgang Methling, stellvertretender Ministerpräsident
                    des Landes Mecklenburg-Vorpommern

14.00 – 15.00 Uhr   II. Entwicklungsperspektiven und Handlungsmöglichkeiten für
                    die Grenzregion
                    EU-Erweiterung: Was kann Forschung für eine bessere
                    Kooperation tun?
                    Dr. Frank Gerlach, Hans-Böckler-Stiftung

                    Kurzpräsentation der Ergebnisse der Hans-Böckler-Studie
                    „Wachstumspol Stettin“
                    Klaus Maack, wmp consult, Dr. Martin Grundmann, schiff GmbH

15.00 – 16.00 Uhr   III. Gemeinsamer Arbeits- und Wirtschaftsraum
                    Dr. Dierk Hirschel, Abteilung Wirtschaftspolitik des DGB-
                    Bundesvorstands
                    Ronald Janssen, senior adviser EGB

16.00 – 16.30 Uhr   Pause

16.30 – 17.30 Uhr   IV. Politische Realitäten und Entwicklungsziele

                    aus der Sicht der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern
                    Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung

                    aus der Sicht der Wojewodschaft Westpommern
                    Zygmunt Meyer, Marschall der Wojewodschaft Westpommern

17.30 – 18.45 Uhr   Plenums-Diskussion mit Experten

19.00 Uhr           Abendessen

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18. Juni 2004

09.00 – 9.30 Uhr    Einführungsreferat
                    Siegfried Wack, Landrat des Landkreises Uecker-Randow,
                    Deutsch-Polnische Gesellschaft

09.30 – 11.45 Uhr   Erarbeitung von Entwicklungsmöglichkeiten und
                    Handlungsstrategien für die Grenzregion

                    Forum I:
                    Unternehmenskooperationen als Basis einer integrativen
                    regionalen Wirtschaftsentwicklung
                    Leitung: Klaus Maack, wmp consult und Dr. Martin Grundmann,
                    schiff GmbH
                    Impulsreferate:
                    Holger Köhn, Deutsch-Polnische Wirtschaftsförderungsgesellschaft
                    TWG
                    Zbigniew Pluta, ZARR Westpommersche Agentur für
                    Regionalentwicklung
                    Longin Komołowski, stellvetretender Ministerpräsident und Minister
                    für Arbeit und Soziales in Polen a.D.

                    Forum II:
                    Innovationsförderung, Potenziale und Synergien in Forschung
                    und Wissenschaft
                    Leitung: Prof. Dr. Hermann Ribhegge, Europa Universität Viadrina
                    Impulsreferate:
                    Prof. Dr. Hermann Ribhegge, Europa Universität Viadrina
                    Prof. Józef Hozer, Universität Stettin
                    Artur Gałęski, Direktor Berufsfachschule in Nowogard

12.00 – 12.30 Uhr   Kurzpräsentation der Ergebnisse der Foren und Nachfragen

                    Ausblick und Schlusswort
                    Peter Deutschland, DGB Bezirk Nord

12.30Uhr            Ende der Konferenz und Abreise




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Begrüßung


Peter Deutschland
Vorsitzender DGB Bezirk Nord




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Begrüßung
Peter Deutschland, DGB Bezirk Nord


Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich möchte Sie sehr herzlich im Namen des DGB zu der heutigen Konferenz
„Wachstumspol Stettin“ – eine europäische Vision“ begrüßen.
Dies ist die erste größere DGB-Konferenz nach der Erweiterung der EU am 1.Mai. Ich
möchte deshalb unsere polnischen Freunde sehr herzlich heute hier in dieser
erweiterten EU willkommen heißen. Ich wäre fast versucht zu sagen: Wir freuen uns
auf die gemeinsame Arbeit mit euch. Aber das ist eigentlich überflüssig. Denn wir
arbeiten hier in der Pomerania-Region seit langer Zeit eng und erfolgreich zusammen.
Hier, in den grenzüberschreitenden Regionen, findet Europa wirklich statt. Und hier
bekommen die Menschen zuerst die Vor- aber auch die Nachteile von Europa und des
europäischen Integrationsprozess mit. Da sollte man immer sehr genau hinhören.

Bei Meinungsumfragen in Mittel-und Osteuropa sahen 65 Prozent der befragten
Menschen die privaten Unternehmen unter den Gewinnern. Nur 35 Prozent sahen
Vorteile für die ärmeren Bevölkerungsgruppen.
Aber die europäische Gemeinschaft darf nicht nur aus Aktienkursen, Kapitalverzinsung
und Renditevorstellungen bestehen. Sondern muss auch für Arbeitsplätze sorgen, die
Einkommensunterschiede zwischen seinen Regionen und Mitgliedsstaaten abbauen,
Arbeits- und Gesundheitsschutz voranbringen und soziale Sicherheit bieten.
Wenn die Menschen keine Arbeit haben, von der sie und ihre Familien leben können;
wenn sie persönlich keine Perspektiven für sich sehen, dann ist Europa ihnen egal. Ich
denke aber trotzdem, dass die europäische Integration im Großen und Ganzen bisher
erfolgreich abgelaufen ist. Und ich bin überzeugt, dass das auch weiter der Fall sein
wird. Wir sind auf einem guten Weg.

Das Geheimnis dieses Erfolges ist Zusammenarbeit. Das Gemeinschaftsprojekt
„Airbus“ zeigt, wie durch eine gemeinsame politische Anstrengung Europa
konkurrenzfähig wurde und wie hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und
gesichert werden konnten. Das müssen wir auch auf andere Bereiche übertragen,
beispielsweise auf die Werften, die in jüngster Zeit durch die starke Konkurrenz aus
China unter Druck geraten sind. Nur wenn wir in Europa eng zusammen arbeiten,
werden wir gegen diese große Konkurrenz bestehen können und auch zukünftig in
Polen und Deutschland gute Schiffe produzieren können.

Aber das heißt nicht, dass wir das zu Billiglöhnen machen. Denn in der Europäischen
Union lassen sich auf Dauer große Unterschiede bei den Löhnen und bei den sozialen
und unweltpolitischen Standards nicht aufrecht erhalten. Das würde allenfalls zu
Abwanderungsbewegungen führen: Menschen gehen eben dorthin, wo sie mehr Geld
verdienen oder bessere Chancen für sich und ihre Zukunft sehen. Und das gilt für
Ostdeutschland ebenso, wie für die strukturschwachen Gebiete in Polen. Das ist ein
ganz natürlicher Reflex.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, was wir
heute und morgen vorhaben, ist ein Novum nicht nur für den DGB. Wir wollen intensiv
über die Perspektiven Stettins, der Region Stettin und der angrenzenden deutschen
Region reden. Dazu gehört, dass wir diese Region in einen größeren Zusammenhang
einordnen, wir sehen sie als Ganzes mit ihren Chancen und Möglichkeiten.
Mit dieser gemeinsamen Grenzregion haben wir eine große Chance, uns gemeinsam
aktiv an der Entwicklung des Ostseeraums zu beteiligen. Spätestens seit der EU-
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Erweiterung sind wir in Stettin und dem angrenzenden Teil Vorpommerns nicht mehr in
einer Randlage, sondern mitten in Europa.

Das Zentrum Stettin liegt strategisch günstig zwischen den großen europäischen
Metropolen: der Öresundregion Kopenhagen/Malmö, Warschau, Berlin und –vor
allem- Hamburg. Hamburg ist für polnische Produkte und Güter der größte
Überseehafen. Was liegt da näher als die Verbindungen Stettins und Hamburg
auszubauen. Wir müssen vermeiden, dass wir zur Transitregion zwischen den
ökonomischen Zentren Westeuropas werden und das einzig florierende Gewerbe die
Tankstellen sind, an denen die LKWs aufgetankt werden. Das darf auf keinen Fall
passieren und deshalb müssen wir gemeinsam unsere Chancen nutzen.
Stettin liegt nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Mit über
400.000 Einwohnern und einer Region, die insgesamt fast 1 Million Einwohner
umfasst, ist dies eine Größenordnung, die die Landkreise und Städte auf deutscher
Seite deutlich übertrifft. Ich denke, dass sich hier zwei Interessenlagen treffen. Die
deutsche Seite, die im bundesweiten Vergleich strukturell relativ schwach entwickelt ist
und die durch die Abwanderung insbesondere jüngerer Menschen geprägt ist, braucht
einen Wachstumspol. Der kann nur Stettin sein.

Andererseits ist die deutsche Grenzregion auch für Stettin interessant, liegt ihre
Kaufkraft doch über der der polnischen Seite. Wir haben als DGB – und ich glaube,
dies auch für unsere Partnerorganisation Solidarnosc sagen zu dürfen – den klaren
politischen Willen alles zu tun, damit die deutsch-polnische Grenzregion nicht
zwischen den großen Metropolen zerrieben wird. Wir wollen hier die
Wirtschaftskraft stärken, wir wollen hier Arbeitsplätze schaffen und werden uns mit der
hohen Arbeitslosigkeit beiderseits der Grenze nicht abfinden, wir wollen hier den
Menschen Lebensperspektiven in ihrer Heimat bieten. „Go west“, also die
Abwanderung unserer Bürgerinnen und Bürger in die westeuropäischen Zentren kann
nicht unser politisches Ziel sein.

Stettin hat – so ist mein erster Eindruck von der bislang vorgelegten Ergebnissen der
Studie – das Potenzial, sich zu einem Zentrum für die ganze Region zu entwickeln. Die
geografische Lage an Ostsee und Oder; die maritime Industrie sowie die Branchen
Nahrungsgüter- und Möbelindustrie sowie der Bereich des Tourismus gehören ebenso
zu den Stärken wie die wissenschaftlichen Basis durch Fachschulen und Hochschulen.
Wenn Stettin zu einem wirtschaftlichen Zentrum werden soll, dann muss es selbst
diese Rolle auch akzeptieren.
Das gilt gleichermaßen für die deutsche Seite, die akzeptieren muss, dass das
wirtschaftliche Gravitationszentrum in dieser Region Stettin werden könnte, das
gemeinsam – von Deutschen und Polen – entwickelt werden muss. Aber es müssen
auch Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Ich nenne nur eine leistungsstarke
Verkehrsinfrastruktur oder die Stärkung wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkte.
Eine gemeinsame wirtschaftliche, arbeitsmarktpolitische und soziale Entwicklung wird
nicht durch gegenseitige Forderungen erreicht, sondern hier bedarf es auch
gemeinsamer Gremien. In diesen müssen Leitbilder, Strategien, Handlungsfelder und
Projekte entwickelt werden. Hier können wir von der Metropolregion Hamburg lernen.
Sie ist Ergebnis eines langjährigen Gestaltungsprozesses, an dem viele Gruppen
beteiligt waren und sind.
Auf den Wachstumspol Stettin übertragen heißt das: Eine politische
Steuerungsgruppe, bestehend aus Verantwortlichen der Stadt, der Wojewodschaft, der
Landratsämter, der Wirtschaft, und von Solidarnosc und DGB, müsste diesen Prozess
gemeinsam koordinieren und nach vorne bringen. Fachlich und politisch müssten auch
die Regierungen in Warschau und Berlin, die Wojewodschaft Westpommern und der
Landregierung Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie die Europäische Kommission in
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Brüssel diese Entwicklung unterstützen.Es sollten alle Kräfte mit ins Boot genommen
werden, die die gemeinsame Region zukunftsfähig gestalten wollen.

Meine Damen und Herren, einen gemeinsamen Wachstumspol Stettin als eine
europäische Vision Wirklichkeit werden zu lassen, ist eine faszinierende Aufgabe. Dies
geht nur gemeinsam und gleichberechtigt. In fairer Partnerschaft. Nur wenn wir uns als
eine gemeinsame Region begreifen, können wir die Chancen auf eine bessere Zukunft
verwirklichen. Dies wird ein hartes Stück Arbeit werden. Es wird auch Konflikte geben.
Wir werden auch einen langen Atem brauchen, weil die neuen gemeinsamen
Strukturen sich entwickeln müssen. Aber diese Arbeit wird sich lohnen.

Ich wünsche mir, dass diese Konferenz uns einen wichtigen Schritt in dieser Richtung
voran bringen wird.




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Vision für eine baltische
Magistrale


Prof. Dr. Wolfgang Methling
Stellvertretenden Ministerpräsident und
Umweltministers des Landes Mecklenburg-
Vorpommern




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Rede des Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Umweltministers
des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. Wolfgang Methling

Sehr geehrter Herr Marschall,
sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich Ihnen die Grüße des Ministerpräsidenten unseres Landes, Herrn
Dr. Ringstorff überbringen. Da er selbst verhindert ist, hat er mich gebeten, zu
Rahmenbedingungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu sprechen.

Ich habe die Aufgabe gern übernommen, weil ich als PDS-Politiker die Gewerkschaften
als einen der wichtigsten Bündnispartner verstehe.

Minister Holter kommt ja heute am Nachmittag auch und spricht zu den konkreten
Potentialen, die Stettin als Zentrum für die gesamte pommersche Region hat. Deshalb
lassen Sie mich mehr übergreifende Schwerpunkte der Entwicklung in der EU und
etwas spezieller im Ostseeraum betrachten.

Zentrale Themen sind dabei für uns:
 die Verabschiedung der EU-Verfassung und damit einhergehende institutionelle
   Veränderungen
 der Vollzug der Erweiterung der EU
 die Gestaltung der EU-Strukturpolitik nach 2006
 Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
 die Entwicklung Transeuropäischer Netze
 Teilnahme an der EU-Forschungsförderung
 das Thema Schiffssicherheit auf der Ostsee

1. Vollzug der EU-Erweiterung

Die Erweiterung der Europäischen Union um zehn Mitgliedstaaten am 1. Mai 2004 ist
zweifellos von größter Tragweite für alle anderen genannten Schwerpunkte.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist damit die natürliche Weiterentwicklung der
europäischen Integration nach Osten vollzogen. Wir rücken aus der bisherigen
Randlage innerhalb der Europäischen Union heraus. Unser Land hat die Möglichkeit,
seine Brückenfunktion im Ostseeraum auszubauen und am wirtschaftlichen Wachstum
dieser Region zu partizipieren.

Die Geschichte der EU war immer begleitet von Erweiterungen durch neue Mitglieder.
Dieses Mal ist es aber doch etwas besonderes. Denn mit Ausnahme von Malta und
Zypern handelt es sich um ehemalige Mitgliedsländer des RGW. Es ist ein wahrhaft
historischer Schritt, der allein unter dem Aspekt der dauerhaften Sicherung des
Friedens auf unserem Kontinent überhaupt nicht hoch genug gewürdigt werden kann.
Gerade deshalb ist es unsere Pflicht, jede Anstrengung zu unternehmen, damit die
Integration der „Neuen“ gelingt.

Einfach wird das nicht, wenn man betrachtet, dass die Fläche der EU um 23%, die
Bevölkerung um 20% größer geworden sind, das Bruttoinlandsprodukt aber nur um 5%
gewachsen ist. Die Unterschiede in den Lebensbedingungen zur EU der 15 Länder
sind gerade in Polen und den Baltischen Staaten immens. In diesen Bereichen liegen
auch die größten Risiken. Sie sind letztlich Ursache für die Ängste, die es

                                         10
insbesondere in Ostdeutschland -auch in Mecklenburg-Vorpommern- verbreitet gibt.
Aber darauf komme ich noch einmal zu sprechen.
Die Beitrittsstaaten hatten einen z.T. schmerzhaften Anpassungsprozess zu
absolvieren, um den „Gemeinschaftlichen Besitzstand“, also die Gesamtheit der
Rechtsvorschriften im nationalen Recht zur Anwendung zu bringen.

Mit dem Beitrittstermin 1. Mai 2004 werden sich die bestehenden Verhältnisse zwar
verändern, aber nicht in gravierender Weise.

Eine Reihe von Übergangsregelungen sollen zum einen unseren Arbeitsmarkt
schützen, den Beitrittsländern aber auch mehr Zeit für ihren Anpassungsprozess
geben.

An erster Stelle sind hier die Übergangsregelungen für die Bereiche
Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit zu nennen. Bzgl. Polen ist
vereinbart worden:

   die maximal für noch 7 Jahre andauernden Möglichkeiten zur Beschränkung des
    Zugangs polnischer Arbeitnehmer zum jeweiligen nationalen Arbeitsmarkt
   die Erbringung von Dienstleistungen von Polen aus in Mecklenburg-Vorpommern
    und umgekehrt wird ab dem Zeitpunkt des Beitritts grundsätzlich möglich sein. Ein
    polnisches Unternehmen z.B. aus dem Pflegebereich (ambulante Pflege) oder aus
    dem Bereich des Garten- und Landschaftsbaus kann also seine Leistungen auch in
    Mecklenburg-Vorpommern anbieten und erbringen. Damit kommt es gegenüber der
    derzeitigen    Sachlage     zu    einer     deutlichen   Veränderung,    da     der
    Dienstleistungsbereich derzeit noch stark limitiert ist.
   Deutschland und Österreich haben – solange sie Maßnahmen zur Beschränkung
    der Arbeitnehmerfreizügigkeit anwenden – das Recht, in den Bereichen Bau- und
    verwandte Dienstleistungen, Reinigungsdienstleistungen und Innenausstattung die
    Erbringung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen durch polnische abhängig
    Beschäftigte einzuschränken. Das bedeutet in der Praxis z.B., dass bei einem Bau,
    Umbau oder einer Renovierung ein polnisches Bauunternehmen mit mehreren
    Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern nicht tätig werden dürfte, ein
    selbständiger polnischer Zimmermann, Klempner oder Elektriker jedoch seine
    Dienstleistung in eigener Person anbieten könnte. Die Regelung ist gegenseitig.
   Gegenseitige Beschränkungen sind auch möglich im Bereich Güter- und
    Personentransportunternehmen

Auf Wunsch Polens wurden insgesamt rund 40 Übergangsregelungen vereinbart.
Diese betreffen die Verhandlungskapitel Freier Warenverkehr, Freier Personenverkehr,
Freier    Dienstleistungsverkehr,     Freier    Kapitalverkehr,   Gesellschaftsrecht,
Wettbewerbspolitik, Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Steuern, Sozial- und
Beschäftigungspolitik, Energie, Telekommunikation, Umwelt und Haushalt.

Wichtiges Beispiel ist die Übergangsfrist von zwölf Jahren, in der kein unbeschränkter
Erwerb land- und forstwirtschaftlicher Flächen durch Personen aus anderen EU-
Mitgliedstaaten möglich ist. EU-Bürgern, die in Polen niedergelassen sind,
landwirtschaftliche Flächen gepachtet haben und diese selbst bewirtschaften, wird der
Erwerb nach einer Pachtdauer von drei bis sieben Jahren gestattet.

Die Aufnahme Polens in das Schengener Vertragswerk wird erst einige Jahre nach
dem Beitritt erfolgen, d.h. Personenkontrollen wird es an der polnisch-deutschen
Grenze auch weiter geben.

                                           11
2. Gestaltung der EU-Struktur-Förderpolitik

Der Euro hat am 1.05.2004 noch nicht die jeweiligen Währungen der neuen
Mitgliedstaaten ersetzt.

Für Mecklenburg-Vorpommern hat die Europäische Strukturpolitik erhebliche
Bedeutung. Die Strukturfonds sind mit Abstand das wichtigste europäische
Förderinstrument, das in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz kommt. Die
Förderung als Ziel-1-Gebiet leistet einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der
strukturellen Defizite im Land.

Trotz der Fortschritte, die dabei bislang erzielt werden konnten, sind die
sozioökonomischen Rahmenbedingungen nach wie                  vor    schwierig.    Das
Bruttoinlandsprodukt verzeichnete in den Jahren 2000 bis 2002 keinen Zuwachs. Das
verarbeitende Gewerbe konnte das Wachstum der Vorjahre fortsetzen, vermochte den
Rückgang in der Bauindustrie und anderen Branchen jedoch nicht vollständig zu
kompensieren. Die Abwanderung besonders der jungen Bevölkerung dauert an. Auf
dem Arbeitsmarkt hat sich die Situation in den meisten Bereichen nicht verbessert.

Mecklenburg-Vorpommern hat daher ein herausragendes Interesse, an der Diskussion
über die Zukunft der Europäischen Regional- und Strukturpolitik mitzuwirken und seine
Anliegen in den Diskussionsprozess einzubringen, der nunmehr mit dem
3. Kohäsionsbericht in seine entscheidende Phase getreten ist.

Die darin dargelegten Vorstellungen der Kommission zur künftigen Ausgestaltung der
Kohäsionspolitik werden den Interessen des Landes Mecklenburg-Vorpommern
weitgehend gerecht:

Bis einschließlich 2006 hat die Erweiterung keine unmittelbaren Auswirkungen auf die
EU-Fördermittel, die Mecklenburg-Vorpommern zufließen. Dies betrifft insbesondere
die Strukturfondsmittel und die Direktbeihilfen an die Landwirte. Für den Zeitraum nach
2006 haben die Verhandlungen erst begonnen, so dass hier noch keine belastbaren
Aussagen möglich sind. Allerdings scheint mir völlig klar, dass unter den Bedingungen,
dass die Nettozahler – zu denen Deutschland ja gehört – einer Erhöhung ihrer Beiträge
nicht zustimmen, die Summen unter einem bedeutend größeren Kreis von
strukturschwachen      Regionen     und      Ländern    aufgeteilt   werden     müssen.
Realistischerweise geht die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns in ihren
Planungen bereits jetzt von weniger Mittelzuweisungen ab 2007aus.

Die Kommission schlägt vor, die kohäsionspolitischen Maßnahmen auf drei
Gemeinschaftsprioritäten zu konzentrieren. Auf diese drei Prioritäten möchte ich im
Folgenden kurz eingehen.

Konvergenz: Förderung von Wachstum und Beschäftigung in den rückständigsten
Mitgliedstaaten und Regionen

Diese Priorität ist mit dem derzeitigen Ziel-1 vergleichbar. In erster Linie richtet es sich
an Regionen, deren Pro-Kopf-BIP weniger als 75% des Gemeinschaftsdurchschnitts
der EU-25 beträgt. Zugleich ist eine befristete Unterstützung für die Regionen
vorgesehen, deren Pro-Kopf-BIP über 75% der EU-25, aber unter 75% des für die EU-
15 berechneten Gemeinschaftsdurchschnitts liegen würde (sogenannter statistischer
Effekt).
Die Förderung soll im Zeitraum von 2007 bis 2013 degressiv verlaufen und ohne
weitere Übergangsphase 2013 auslaufen
                                              12
Nach vorläufigen Berechnungen wird          Mecklenburg-Vorpommern in der
nächsten Förderperiode die 75% Schwelle nicht erreichen. Bezugszeitraum für
die Entscheidung über die Weiterführung der Höchstförderung werden die Jahre
2001 bis 2003 sein. Von der EU-Statistikbehörde Eurostat bestätigte Werte liegen
bislang nur für das Jahr 2001 vor. Danach liegt das Pro-Kopf-BIP für
Mecklenburg-Vorpommern bei 72,3% des EU-25-Durchschnitts. Das Sinken des
BIP in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren spricht für eine
Beibehaltung des Ziel-1-Förderstatus auch nach 2006.

Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung: Vorwegnahme und Förderung des
Wandels

Hierbei geht es um die Themen Innovation und Wissensgesellschaft, Verbesserung der
Erreichbarkeit, Daseinsvorsorge und Umwelt. Regionen, die aufgrund ihrer positiven
wirtschaftlichen Entwicklung die Voraussetzungen für die Konvergenzpriorität nicht
mehr erfüllen, sollen dabei eine befristet höhere, degressiv gestaltete Unterstützung
erhalten.

Zum anderen soll die Kohäsionspolitik in Übereinstimmung mit den politischen
Prioritäten der Europäischen Beschäftigungsstrategie durch Maßnahmen zur
Förderung von Vollbeschäftigung, Arbeitsplatzqualität, Arbeitsproduktivität und sozialer
Integration den Menschen helfen, die wirtschaftliche Entwicklung zu antizipieren und
sich an sie anzupassen.

Für mich als Umweltminister ist dabei besonders zu begrüßen, dass die EU Wert
darauf legt, die Umwelt vor den potentiell nachteiligen Auswirkungen des Wachstums
zu schützen und einen Raubbau an endlichen Ressourcen zu verhindern. Die
langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Ziele der Union müssen sich an den im
sechsten Umweltaktionsprogramm festgelegten umweltpolitischen Handlungslinien
orientieren.

Europäische territoriale Zusammenarbeit:         Förderung   einer   harmonischen und
ausgewogenen Entwicklung der Union

Aufbauend auf den Erfahrungen mit der derzeitigen Gemeinschafts-initiative
INTERREG schlägt die Kommission vor, eine neues Ziel für alle Regionen entlang der
Außen- und Binnengrenzen (Land- und Seegrenzen) zu schaffen, das die
Zusammenarbeit auf grenzübergreifender und transnationaler Ebene fördert.
Benachbarten Gebietskörperschaften soll damit die Möglichkeit gegeben werden,
gemeinsame Probleme wie die Entwicklung von städtischen, ländlichen und
Küstengebieten, die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen und die Förderung
von KMU-Netzen gemeinsam zu lösen. Es soll dabei auf die bisher im Rahmen der
grenzübergreifenden Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Partnerschaft,
mehrjährige Programmplanung und Kofinanzierung gemachten Erfahrungen aufbauen.

3. Gemeinsame Agrarpolitik

Neben diesen drei neuen Gemeinschaftsprioritäten ist
für Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie für die Republik Polen die weitere
Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik von strategischer Bedeutung.
Aus Zeitgründen möchte ich aber nur kurz darauf eingehen.

Nicht erst seit fest stand, dass die EU um die zehn Länder erweitert werden würde, war
klar, dass die Gemeinsame Agrarpolitik einer dringenden Reform bedarf. Ab 2005 wird
                                            13
nun die Finanzierung bzw. das System der Direktzahlungen umgestellt. Die neuen EU-
Länder beginnen sofort mit dem neuen System. Im Kern geht es um die Entkopplung
von Produktionsmenge und Prämienzahlung, d. h. die Intensivierung der Produktion
soll nicht durch Prämien weiter angeheizt werden. Außerdem sollen die
Direktzahlungen an die Einhaltung von Standards beim Tierschutz, umweltschonender
Landwirtschaft, bei der Landschaftspflege gebunden werden – Ziele, die Mecklenburg-
Vorpommern ausdrücklich unterstützt.
Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat wird voraussichtlich
morgen seine Verhandlungen darüber abschließen, wie die EU-Richtlinien zur
Gemeinsamen Agrarpolitik in deutsches Recht umgesetzt werden sollen.
Mecklenburg-Vorpommern hat sich im Interesse seiner Bauern aktiv in den
Prozess eingebracht.

4. Entwicklung Transeuropäischer Verkehrsnetze

Wir sind uns darüber im Klaren, dass sich die Verkehre - nicht zuletzt im Ostseeraum -
in den nächsten Jahren drastisch erhöhen werden. Daher ist es nur folgerichtig, dass
die Verkehrspolitik einer der EU-Schwerpunkte ist. Prognosen gehen davon aus, dass
sich das zu transportierende Gesamtgütervolumen im Ostseeraum bis 2015 von heute
500 Mio. t auf 1 Mrd. t verdoppeln wird.
Im grenzüberschreitenden Güterverkehr zwischen Deutschland und Polen rechnen wir
sogar mit einer Verdreifachung.
Mit dem Ziel der Bewältigung steigender Transportbedürfnisse bei gleichzeitiger
Schaffung eines ausgewogeneren Verhältnisses der Verkehrsträger schlägt die EU-
Kommission u.a. die Einrichtung von Hochgeschwindigkeitsseewegen vor. Die sog.
Meeresautobahnen sollen in die Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN) integriert
und als solche gefördert werden. Die Landesregierung unterstützt dies ausdrücklich.

Ein Beispiel für die konkrete Anwendung des Konzeptes der Meeresautobahnen
könnte das Projekt „Via Mare Balticum“ werden. Ziel ist die Entwicklung eines
kombinierten Ro/Ro-Container-Transportsystems sowie die Konzipierung der dafür
erforderlichen Hafenabfertigungseinrichtungen. Die Landesregierung und die Häfen
Rostock und Sassnitz/Mukran begleiten gemeinsam mit Partnern auch aus anderen
Ostseeanliegerstaaten das Projekt.

5. Schiffssicherheit auf der Ostsee

In engem Zusammenhang damit stehen Fragen der Schiffssicherheit auf der Ostsee.
Bedauerlicherweise musste es erst zur Katastrophe mit der „Prestige“ vor der
spanischen Küste kommen, damit das Problem mit bedeutend mehr Nachdruck
behandelt wurde und wird.
Zwischen den Ostseeanrainern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, den
skandinavischen und baltischen Staaten sowie Polen besteht eine enge
Zusammenarbeit beim sicheren Gefahrguttransport auf der Ostsee. Forderungen, die
die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns seit langem stellt, sind zum Teil
heute Standard in der EU und werden auch gegenüber der IMO deutlicher und
drängender erhoben.
 schnellstmögliche Außerdienststellung von Einhüllentankern
 Verkleinerung der Tanks
 verschärfte Kontrollen von über 15 Jahre alten Tankern
 Veröffentlichung einer „Schwarzen Liste“ auffälliger Schiffe
 Schaffung eines Netzes von Nothäfen
 Einführung der Lotsenpflicht in schwierigen Fahrwassern der Ostsee

                                           14
Entscheidend für die Schiffssicherheit in der Ostsee wird sein, wie schnell Russland in
der Lage sein wird, sich den Forderungen unterzuordnen.

6. Grenzüberschreitender Verkehr

Für den grenzüberschreitenden Verkehr gerade hier auf Usedom, ist es wichtig zu
betonen, dass an der Eröffnung der vorgesehenen Grenzübergänge Garz-
Swinemünde, Hintersee-Entepöl und der Schienenverbindung Ahlbeck-Swinemünde
intensiv gearbeitet wird.

Wenn alles planmäßig verläuft, könnten die Grenzübergänge Garz-Swinemünde und
Hintersee-Entepöl für Fußgänger, Fahrradfahrer und Busse Anfang 2006 geöffnet
werden.

Das Projekt der Weiterführung der Schienenverbindung der Usedomer Bäderbahn
(UBB) von Ahlbeck/Grenze bis Swinemünde (Swinoujscie) ist sowohl für die
Bevölkerung als auch für den stark zunehmenden Tourismusverkehr von besonderer
Bedeutung. Das Projekt soll über Fördermittel aus INTERREG finanziert werden. Der
Verlauf der Strecke ist im Raumordnungsplan der Stadt Swinemünde berücksichtigt
worden. Zu klären sind noch weitere Fragen der Finanzierung und des Betreibers. Die
Landesregierung verfolgt das Vorhaben weiterhin mit Nachdruck.

7. Forschungsrahmenprogramm der EU

Lassen     Sie    mich     wenige     Sätze    zu    den    Schwerpunkten im
Forschungsrahmenprogramm der EU sagen, die Mecklenburg-Vorpommern direkt auf
den Leib geschrieben scheinen.
 Biowissenschaften/Biotechnologie
 Lebensmittelqualität/ Lebensmittelsicherheit
 Nachhaltige Entwicklung – darunter Verkehr, Energie, Ökosysteme

Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, ggf. sogar Privatpersonen
können daraus Mittel beantragen.
BioCon Valley® und Scan Balt stehen z. B. für die internationale
Forschungskooperation im Ostseeraum.

Unter der Leitung von Mecklenburg-Vorpommern hat die BioCon Valley® GmbH mit 11
Partnern ein EU-Projekt im 6. Forschungs-rahmenprogramm beantragt, für eine
Laufzeit von 2 Jahren und ein Budget von ca. 800 Tsd. Euro. Der Projektantrag ist
positiv evaluiert worden. Derzeit laufen die Vertragsverhandlungen. Mit der
Vertragsunterzeichnung wird noch im Sommer 2004 gerechnet. (Das Projekt „ScanBalt
Competence Region - a model case to enhance European competitiveness in life
sciences, genomics and biotechnology for health on a global scale”)

Zwischen Hochschulen, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen des Landes
Mecklenburg-Vorpommern und Einrichtungen der Ostseeanrainerstaaten existieren
bereits vielfältige Kontakte, Kooperationsverträge. Diese Zusammenarbeit wird seit Juli
2003 ergänzt durch den International Research Council. In diesem auf Initiative
Mecklenburg-Vorpommerns ins Leben gerufenen Forschungsrat wollen die Minister für
Wissenschaft, Bildung und Kultur von Litauen, Lettland, Estland und Mecklenburg-
Vorpommern zukünftig ihre Wissenschaftspolitik miteinander diskutieren und aus den
Erfahrungen und Möglichkeiten zum gegenseitigen Nutzen lernen.


                                           15
Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich bin Umweltminister und kann der Versuchung nicht widerstehen, die Gelegenheit
zu nutzen, Ihnen einiges über die außerordentlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit der
Wojewodschaft Westpommern auf dem Gebiet des grenzübergreifenden
Umweltschutzes zu berichten.

Im Jahre 1991 haben Mecklenburg-Vorpommern und die Wojewodschaft
Westpommern eine Gemeinsame Umweltkommission gegründet. Sie hat sich als
wichtiges Instrument erwiesen, regelmäßig den Stand der Zusammenarbeit zu
bewerten, neue Schwerpunkte und Ziele festzulegen. In diesem Herbst trifft sie sich
zum 11. Mal, diesmal auf polnischer Seite.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Umweltverwaltungen unserer beiden Länder
haben in den vergangenen Jahren gemeinsam mit weiteren Partnern in den Bereichen
Wasser- und Abwasser, Meeres- und Küstenschutz, Naturschutz, grenzübergreifende
Störfallvorsorge, Umweltwissenschaft und Umweltbildung enge Kontakte aufgebaut
und aufrechterhalten. Im einzelnen arbeiten wir z.B. an
 der Schaffung eines grenzübergreifenden Naturschutzgebietes „Gottesheide -
    Swidwiesee“
 dem Informationsaustausch zu den Arbeitsschwerpunkten Lärmschutz,
    energetische Nutzung von Biomasse
 der Erörterung von Fragen des Emissionshandels
 dem Informations- /Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet Abfallwirtschaft
 der Weiterführung von Untersuchungen zur Wasserversorgung auf Ostusedom,
    dem grenzüberschreitenden Gewässermonitoring,
 einem gemeinsamen Bericht zur Luftqualität
 der Planung gemeinsamer umweltrelevanter Forschungsaktivitäten
 Projekten für die nachhaltige Entwicklung.

Seit dem Jahr 2000 arbeiten wir gemeinsam an der Regionalen Agenda 21 „Stettiner
Haff - Region zweier Nationen“. Ein wesentlicher Fortschritt für die Arbeit an der
grenzüberschreitenden Agenda ist die Eröffnung des Agenda-Büros in
Rothenklempenow im Juni im Rahmen eines Projektes des Integrierten
Küstenzonenmanagements.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

vieles Weitere wäre zu nennen.
Ich habe nichts gesagt zur fortschreitenden Zusammenarbeit von Unternehmen der
verschiedensten Branchen. Das wird z.T. Minister Holter heute Nachmittag tun.
Ich bin in meinen Ausführungen nicht eingegangen auf die Zusammenarbeit auf den
Gebieten
 der Sicherheit
 des Tourismus,
 der Kultur und des Sport
 des Jugendaustausches

Dabei gibt es auch und gerade auf diesen Gebieten seit Jahren im gesamten
Ostseeraum, aber insbesondere auch mit den polnischen Grenzregionen vielfältige
Aktivitäten. Als Stichwort möchte ich nur die Euroregion Pomerania nennen.

Ich bin auch davon überzeugt, dass weiter besondere Anstrengungen nötig sind, um
die kulturellen, sprachlichen und psychologischen Barrieren zwischen unseren Völkern
völlig abzubauen. Diese Anstrengungen werden sich aber lohnen. Wenn wir nicht die
                                          16
Herzen der Menschen gewinnen – nicht zuletzt die europaweit sehr niedrige
Beteiligung an der Wahl des EU-Parlaments beweist, dass es noch lange nicht soweit
ist- , wird die EU immer nur Stückwerk sein

In seinem Brief an mich hat Herr Uder vom DGB Nord darum gebeten, Aussagen dazu
zu machen, welche Vision ich bzw. die Landesregierung für die Grenzregion in 20
Jahren haben. Laut Fremdwörterbuch heißt „Vision“ „Erscheinung, Traumbild,
Zukunftsentwurf“. Auf jeden Fall ist eine Vision nicht automatisch eine Illusion. Oftmals
ist es leider so, dass Politiker sehr schnell von ihren Träumen auf den harten Boden
der Realität zurückgeholt werden. Es wäre sehr schön, wenn wir die Angleichung der
Lebensverhältnisse entlang der Ostsee erreichen könnten und zwar nicht mit Hilfe der
Absenkung der sozialen Standards bei uns, sondern das höchste Niveau das Ziel auch
für die neuen Länder wäre.

Der gemeinsame europäische Wirtschaftsraum befindet sich in einem fortgeschrittenen
Stadium.
Die Chancen für ein wirtschaftliches Wachstum auf beiden Seiten der Grenze und im
gesamten Ostseeraum sind zweifellos vorhanden. Sie müssen genutzt werden.
Die Konkurrenz wird größer werden und unsere Unternehmen müssen sich ihr stellen.
Das gilt nicht nur für Unternehmen, die von Beginn an auf Export orientiert gewesen
sind, sondern auch für kleine und Kleinstunternehmen. Die Landesregierung wird den
Prozess auch weiterhin begleiten und sich bemühen, günstige Rahmenbedingungen
für unsere Wirtschaft zu schaffen.

Zum Schluss möchte ich Ihnen sagen, ohne starke Gewerkschaften,
Interessenvertreter der Beschäftigten überhaupt wird die wirtschaftliche Entwicklung in
den Beitrittsländern möglicherweise zu hohen Steigerungsraten führen, aber für die
Masse der Menschen könnte die Angleichung der Lebensverhältnisse auf der Strecke
bleiben.

Die Probleme, die wir in unserem Land bereits jetzt haben und die weiter absehbar
sind, sind ohne die grenzübergreifende Solidarität der Menschen auch nicht lösbar. Ich
meine die Schwarzarbeit auf der einen Seite und andererseits die Verlagerung von
Betrieben aus Deutschland nach Osteuropa, um noch geringere Löhne zahlen zu
können.

Geschlossene Wertschöpfungsketten müssen wir schaffen, sie sind der Garant für eine
stabile Wirtschaft mit stabilen Arbeitsplätzen.
Warum soll es nicht gelingen, grenzübergreifende regionale Stoff-, Energie-,
wirtschaftliche und kulturelle Kreisläufe zu bilden.

Ein Beispiel für einen solchen Kreislauf ganz zum Schluss: Landwirtschaftliche
Produktion – Veredlung – Vermarktung – Deckung des nötigen Energiebedarfs durch
erneuerbare Energien/nachwachsende Rohstoffe – Ausbildung des benötigten
Nachwuchses – Einbeziehung der Wissenschaft auf den Gebieten Lebensmittelqualität
und –sicherheit sowie Ökosysteme und umweltschonende Technologien – touristische
Vermarktung gesunder Produkte und gesunder Natur und kultureller Identitäten

und alles das grenzübergreifend.

Das ist meine Vision von einer nachhaltigen Entwicklung überall und damit auch in der
Grenzregion. Und ich bin davon überzeugt, es ist keine Illusion!


                                            17
EU-Erweiterung: Was kann
Forschung für eine bessere
Kooperation tun?"


Dr. Frank Gerlach
Hans-Böckler-Stiftung




                    18
Referat "EU-Erweiterung: Was kann Forschung für eine bessere Kooperation
tun?"
Frank Gerlach, Hans-Böckler-Stiftung:

Meine Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Gäste und Freunde aus Polen,

ich freue mich, dass wir, die Hans-Böckler-Stiftung, als Mitveranstalter an dieser
Tagung beteiligt sind. Zugleich haben wir durch die Unterstützung des
Forschungsprojektes "Wachstumspol Stettin" wichtige Vorarbeiten für die heutige
Konferenz unterstützt.

Dass wir uns in dieser Weise engagieren, ist kein Zufall. Die Hans-Böckler-Stiftung -
eine Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes - ist gewissermaßen ein "Kind" des
deutschen Modells der Mitbestimmung in Betrieben und Unternehmen. Sie wird ganz
wesentlich durch die Beiträge der gewerkschaftlichen Vertreter in den Aufsichtsräten
von Unternehmen finanziert. Diese führen ihre Aufsichtsratstantiemen an die Hans-
Böckler-Stiftung ab. Es sind also die Gelder von Kolleginnen und Kollegen, die uns für
unsere Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Dieses ist keine Selbstverständlichkeit -
wie an dem Verhalten anderer Mitglieder von Aufsichtsräten zu erkennen ist.

Nicht nur deshalb, sondern weil wir auch von der Notwendigkeit der Mitbestimmung
überzeugt sind, setzen wir uns für ihre Stärkung in Betrieben und Unternehmen ein.
Zugleich wollen wir durch unsere Arbeit zur Verbesserung der gesellschaftlichen Lage
von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie von Arbeitssuchenden beitragen.
Unser Ziel, an einer menschenwürdigen demokratischen Gestaltung der Gesellschaft
in allen Bereichen und damit auch in den Unternehmen mitzuwirken, ist - dies darf ich
in aller Offenheit sagen - mehr denn je aktuell.

In diese Aufgabenbestimmung der Hans-Böckler-Stiftung "passte" das von wmp
consult und der schiff-gmbH durchgeführte Projekt „Wachstumspol Stettin“ sehr gut.
Die Konsequenzen der EU-Erweiterung für die deutsche Volkswirtschaft werden ja
häufig eher negativ dargestellt. Dies gilt insbesondere für Ostdeutschland und dort im
verstärkten Maße für die grenznahen Regionen. Nun sollte man jedoch die Kirche im
Dorf lassen - ohne die Probleme unter den Teppich zu kehren. Im Prinzip überwiegen
die Vorteile für beide Seiten. Der Handel, die grenzüberschreitende Kooperation
nehmen zu. Ein Blick auf die Zahlen, die die zunehmenden Export- und
Importverflechtungen zeigen, belegt dies. Deshalb wurde in dem Projekt
„Wachstumspol Stettin“ ein anderer Zugriff gewählt.

Aus unserer Sicht hat die Hans-Böckler-Stiftung eine wichtige Aufgabe im Sinne der
Aufklärung über die tatsächlichen Auswirkungen der EU-Erweiterung übernommen. Es
gilt Fehlinformationen entgegenzuwirken und Vorurteile abzubauen. Zugleich wollen
wir aber auch mit unseren Projekten Veränderungen in der Zusammenarbeit über die
Grenzen hinweg anstoßen. Die Vorbereitung und die Umsetzung der EU-Erweiterung
erforderte und erfordert einen solchen neuen Akzent in der Arbeit der Hans-Böckler-
Stiftung, insbesondere aber in unserer Förderpolitik. Deshalb fördern wir viele Projekte
und Veranstaltungen, die sich mit den Auswirkungen der EU-Erweiterung auf die
Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere auf die Beschäftigung
befassen. Zugleich ist es für uns wichtig zu wissen, wie sich die EU-Erweiterung auf
die neuen Mitgliedsländer auswirken wird bzw. bereits im Vorfeld ausgewirkt hat. Auch
dort gibt es – neben positiven Erwartungen und Hoffnungen – Ängste und

                                            19
Befürchtungen. Die Ergebnisse zu den Wahlen zum Europäischen Parlament haben es
jüngst gezeigt.

Die Stiftung als Stiftung des deutschen Gewerkschaftsbundes befasst sich zwar
vordringlich mit den Auswirkungen neuer Entwicklungen in Europa auf die
Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland. Dies heißt aber keineswegs, dass
wir die Veränderungen für die Arbeitnehmer in den neuen Mitgliedsländern der EU
nicht berücksichtigen. Sie sind für uns ebenfalls Thema bei Untersuchungen, die z.B.
Regionen oder Branchen der Bundesrepublik und von Polen betreffen.

Alle vorliegenden Ergebnisse zeigen nun, dass die EU-Erweiterung sich auf
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Bundesrepublik höchst unterschiedlich
auswirken wird. Im Klartext: Es wird Gewinner und Verlierer geben. Die Zahlen zeigen
es. Beschäftige eines Maschinenbaubetriebes in Baden-Württemberg können zu den
Gewinnern zählen, hingegen können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die beim
grenznahen Automobilzulieferer in Sachsen oder im bayerisch/tschechischen
Grenzraum beschäftigt sind, Nachteile erleiden. Anders wiederum kann es in
Mecklenburg-Vorpommern sein. Hier können die Beschäftigten "profitieren", wenn sich
Stettin zu einem Wachstumspol entwickelt. Vor einer ähnlichen Palette von
Auswirkungen stehen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Polen. Auch bei
ihnen wird es Gewinner und Verlierer geben.
Deshalb sind die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, unter denen die
EU-Erweiterung vonstatten gehen wird, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
besonders wichtig. Ein wichtiger Aspekt hierbei sind auch, dieses wird ja in den neuen
Bundesländern breit diskutiert, hierbei die Förderkonditionen. Nur wenn die
wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen stimmen, werden die Vorteile einer
zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verflechtung überwiegen und
wird Europa, die europäische Vereinigung von einer breiten Mehrheit in allen
Mitgliedsländern akzeptiert werden.

Deshalb befassen wir uns mit den Auswirkungen der EU-Erweiterung auf unsere
östlichen Nachbarländer. Wenn beispielsweise deutsche Unternehmen Betriebe in
diesen Ländern erwerben bzw. neue Betriebe aufbauen lassen, dann ist es wichtig zu
wissen, wie die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen aussehen, wie die
Arbeitsbeziehungen, also das Verhältnis zwischen Unternehmen bzw. Management
und den ArbeitnehmerInnen gestaltet wird. Zugleich ist es wichtig zu wissen, ob sich
eine neue produktive Arbeitsteilung über die Grenze hinweg zum Vorteil beider Seiten
entwickelt.

Mit der Untersuchung solcher Fragen wollen wir in differenzierter Weise die
Auswirkungen der EU-Erweiterung untersuchen und damit Pauschalurteilen, seien sie
positiv, seien sie negativ etwas entgegensetzen. Wir wollen aufklären über die
tatsächliche Entwicklung, ohne etwas zu beschönigen, ohne Schwarzmalerei. Zugleich
wollen wir aber auch mit solchen Projekten, mit Veranstaltungen und Workshops die
Kooperation über die Grenzen hinweg verbessern. Forschung soll nicht l'art pour l'art
sein, Forschung soll dem Ziel dienen, dass die Arbeitnehmer auf beiden Seiten sich
besser kennen lernen und gemeinsam etwas auf den Weg bringen. Zweifellos diente
diesem Ziel auch das Projekt "Wachstumpol Stettin", das anschließend von Klaus
Maack und Dr. Martin Grundmann vorgestellt wird.

Zwei weitere Projekte können verdeutlichen, worum es der Stiftung geht:
In dem Projekt "Risiken und Chancen der EU-Osterweiterung für Arbeitnehmer am
Beispiel der ostbayerisch/tschechischen Grenzregion" wurde zunächst eine
Bestandsaufnahme der Ausgangssituation der Region vorgenommen sowie in
                                           20
ausgewählten Unternehmen der Status quo, die angedachten bzw. bereits verfolgten
Strategien zentraler Akteure und Institutionen und mobilisierbare Anpassungspotentiale
erfasst. Im Zentrum des Projekts stand jedoch die Ermittlung von Ansatzpunkten für
Aktivitäten, die sich mit den Herausforderungen der EU-Erweiterung befassen. Es
sollten Bereiche identifiziert werden, in denen Unternehmen, Interessenvertreter und
regionale Institutionen auf beiden Seiten gemeinsame Voraussetzungen zur Nutzung
der durch den erweiterten Binnenmarkt gegebenen Möglichkeiten schaffen. Zugleich
sollten Vorkehrungen gegen drohende Probleme und Risiken initiiert und unterstützt
werden. Hierbei setzte das Projekt sehr praktisch an.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die betriebliche Ebene. Zugleich wurde die
Zusammenarbeit von tschechischen und deutschen Arbeitnehmern und deren Vertreter
durch Workshops und durch einen Beirat gefördert. Die Ergebnisse und die
praktischen Erfolge wurden auf einer Abschlusskonferenz mit tschechischen und
deutschen Teilnehmern präsentiert. Durch das Projekt wurden also Prozesse von
gegenseitiger Information und Kooperation angestoßen, die nach Beendigung des
Projektes in weiteren Projekten nun weiter verfolgt werden kann und bereits weiter
verfolgt wird.

Ein 2. Projekt, das von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird, befasst sich mit
Entwicklungen in der europäischen Schiffbauindustrie und fragt in diesem
Zusammenhang auch nach Möglichkeiten besserer Kooperationsbeziehungen zu den
Werften in Polen, Kroatien und Rumänien. Es handelt sich um ein sektorales,
branchenorientiertes Projekt. In diesem Fall geht es ebenfalls nicht nur um die Analyse,
sondern in erster Linie wird das Ziel verfolgt, durch Forschung und die Präsentation
von Ergebnissen, durch die Einbeziehung der Arbeitnehmer in den Betrieben in die
Forschungsarbeit, in den Werften Prozesse der Kooperation anzustoßen, die
letztendlich allen Beteiligten nutzen werden. Durch verbesserte Kooperation kann -
dies zeigen viele Untersuchungen - eine win-win-Situation erreicht werden und damit
eine Negativspirale eines Lohndumpings und eines Absenkens von Sozialstandards
verhindert werden. Hierbei hat Forschung, wie sie die Hans-Böckler-Stiftung versteht,
ihren Stellenwert. Forschung kann eben einen Anstoß zu einer besseren
Zusammenarbeit geben. Diese Forschungspolitik werden wir in Zukunft fortsetzen -
auch in der Zusammenarbeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Polen und
Deutschland.

Eine gute Kooperation zwischen Betrieben und Unternehmen, zwischen den
Arbeitnehmervertretungen ist wichtig, damit eben beide Seiten nicht gegeneinander
ausgespielt werden, sondern in einer produktiven Arbeitsteilung die Potentiale über die
Grenzen hinweg genutzt werden - zu beiderseitigem Nutzen. Insofern haben unsere
Projekte immer einen starken Anwendungsbezug. Sie sollen den Praktikern in ihrer
Arbeit helfen, sie sollen praktisch etwas bewirken. Ich bin mir sicher, dass wir in
diesem Sinne mit dem Projekt von wmp consult und schiff-gmbh ebenfalls Impulse
geben konnten und geben werden. Die gemeinsame Tagung ist ein Beleg dafür, dass
wir auf diesem Weg vorankommen.




                                            21
Präsentation der Studie
„Wachstumspol Stettin“
erstellt im Auftrag der Hans-
Böckler-Stiftung


Klaus Maack, wmp-consult
Dr. Martin Grundmann, schiff gmbh




                    22
  „Wachstumspol Stettin“ und Auswirkungen auf die
   Entwicklung der deutsch-polnischen Grenzregion
      Szczecin jako centrum wzrostu oraz jego wpływ na
       rozwój polsko-niemieckiej strefy przygranicznej

                                  Präsentation
                Integrationskonferenz „Wachstumspol Stettin“
                          - eine Europäische Vision -

                               Prezentacja
          Konferencja Integracyjna „Szczecin centrum wzrostu“
                           - wizja europejska -

                            17. Juni 2004 / 17 czerwca 2004

Wilke, Maack und Partner | wmp-consult            schiff – Beratungsgesellschaft mbH




             Projektdaten                             Informacje o projekcie

  •    Auftraggeber: HBS, Düsseldorf         •    Zleceniodawca: Fundacja im. Hansa-
                                                  Böcklera, Düsseldorf
  •    Initiatoren: DGB Bezirk Nord
       und Solidarnosc Westpommern           •    Inicjatorzy: DGB Okręg Północ

  •    Bearbeitung: Wilke, Maack und         •    Opracowanie: Wilke, Maack und
       Partner (Projektleitung) und schiff        Partner (kierownictwo projektu) i schiff
       GmbH                                       GmbH

  •    Beirat: Wirtschaft, Verbände,         •    Rada projektu: gospodarka,
       Gewerkschaften, Wissenschaft u.            zrzeszenia, związki zawodowe, nauka,
       Planung                                    planowanie

  •    Methodik: Datenanalyse,               •    Metodyka: analiza danych, forum i
       Experteninterviews, -Hearing,              wywiady z ekspertami, workshops,
       Workshops u. Untern.befragung              wywiady z przedsiębiorstwami

  •    Laufzeit: April 03 – Juli 04          •    Realizacja projektu: kwiecień 03 -
                                                  czerwiec 04
  •    Ergebnisbericht: Sept. 04             •    Sprawozdanie końcowe: wrzesień 04

Wilke, Maack und Partner | wmp-consult            schiff – Beratungsgesellschaft mbH




                                                 23
          Projektansatz (1)                      Punkt wyjściowy projektu (1)


 •       EU-Beitritt Polen                       •    akcesja Polski do UE

 •       Großstadt Stettin (420.000 Einw.)       •    duży osrodek miejski Szczecin
         nur 12 km zur Grenze/130 km Berlin           (420.000 mieszkańcow) tylko 12 km
                                                      do granicy / 130 km do Berlina
 •       In neuer/alter Rolle als historisches
         Zentrum der gesamten Region?            •    w nowej/starej roli jako historyczne
                                                      centrum całego regionu?


 •       Wachstumspol: Potenziale und
         Entwicklungsschwerpunkte Stettin        •    centrum wzrostu: potencjał i punkty
                                                      ciężkości w rozwoju Szczecina




Wilke, Maack und Partner | wmp-consult                schiff – Beratungsgesellschaft mbH




            Projektansatz (2)                        Punkt wyjściowy projektu (2)

 •       Ausstrahlung/Bedeutung für              •    oddziaływanie / znaczenie dla
         deutsche Grenzregion                         niemieckiego regionu przygranicznego


 •       These A: Integration und                •    Teza A: integracja i restrukturyzacja
                                                      niemieckiego regionu
         Restrukturierung der dt. Region


 •       These B: Verlagerung und                •    Teza B: przeniesienie
         Übersprung der dt.Region                     i „przeskoczenie“ niemieckiego
                                                      regionu
 •       SP: maritime Wirtschaft,
                                                 •    punkty ciężkości: gospodarka
         Ernährungsind., Bauwirtschaft
                                                      morska, przemysł spożywczy,
                                                      budowlany

     •   Vision 2015                             •    Wizja 2015



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                                                     24
             Integrationseffekte                              Efekty integracji

      •     PL-EU: Im- u. Exporte 60-70%           •     PL-UE: Import/Eksport 60-70%
            davon ca. 50% PL-D                           w tym ok. 50% PL-D

      •     73 % aller großen (ab 250 Mio. €       •     w PL zainwestowało już 73%
            Umsatz) dt. Unternehmen haben                dużych (obroty pow. 250 mln €)
            bereits in PL investiert                     przedsiębiorstw niemieckich

      •     Mehr als 200 dt. Firmen mit            •     ponad 200 niem. firm, w których
                                                         wolumen inwestycji wynosi >1 mln €
            Investitionsvolumina > 1 Mio. €
      •     Wachstumsschwäche 2000-2002            •     słabe tempo rozwoju 2000-2002

      •     Ø BIP-Wachstum in PL 4,5 %             •     Ø wzrost PKB w PL 4,5 %
            (Prognose bis 2010)                          (prognosa do 2010)

      •     Hohe Arbeitslosigkeit (19 %) u.        •     wysokie bezrobocie (19 %) i spadek
            sinkende Beschäftigung in PL                 zatrudnienia w PL



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      Ausgangslage deutsche                    Syt. wyjściowa niemieckiego
         Grenzregion (1)                       regionu przygranicznego (1)

          Beispiel Vorpommern                  Przykład: Pomorze Przednie

 •        Hohe Bevölkerungsverluste            •       wysoki ubytek ludności

 •        Höchste Arbeitslosigkeit in MV       •       największe bezrobocie w
          (über 24 %)                                  Meklemburgii (ponad 24 %)


 •        Sinkende Beschäftigung u.a. im       •       spadek zatrudnienia m.in. w
                                                       przemyśle:
           –    verarbeitenden Gewerbe
                                                        –   przetwórczym
           –    Bauwirtschaft (-40% seit 00)
                                                        –   budowlanym (-40% od 2000)

 •        Stagnierende, z. T. rückläufige      •       stagnacja, częściowo spadek
          Bruttowertschöpfung (BWS)                    wartości dodanej brutto (WDB)



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                                                   25
        Ausgangslage deutsche                    Syt. wyjściowa niemieckiego
           Grenzregion (2)                       regionu przygranicznego (2)

        Beispiel Vorpommern                  Przykład: Pomorze Przednie
•       BWS in Vorpommern ist im             •    WDB na Pomorzu Przednim jest
        Vergleich zur poln. Grenzregion           podwójnie większe niż w polskim
        doppelt so hoch                           regionie przygranicznym
•       leicht positive Umsatz- und          •    w przemyśle spożywczym nieznaczny
        Beschäftigungsentwicklung im              wzrost obrotów i zatrudnienia
        Ernährungsgewerbe
•       9 Schiffbaubetriebe mit stabiler     •    9 zakładów stoczniowych ze stabilnym
        Umsatz- u. Beschäftigungs-                rozwojem obrotów i rozwojem
        entwicklung                               zatrudnienia

    •    Beschäftigungswachstum im           •    wzrost zatrudnienia w turystyce
         Tourismus




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    Potenziale deutsche                           Potencjał niemieckiego
       Grenzregion                                regionu przygranicznego

    Beispiel Vorpommern                      Przykład: Pomorze Przednie
    •    Industrielles Rückgrat mit großer   •    główne ogniwa przemysłu ze
         Kompetenz:                               znaczącymi kompetencjami
                                                    – przemysł morski
           –   Maritime Ind.
                                                    – gospodarka żywnościowa
           –   Ernährungswirtschaft                 – sektor metal.-elektr. (częściowo)
           –   M+E Sektor (z.T.)             •    silna gospodarka turystyczna na
    •    Starke Tourismuswirtschaft auf           wysokim poziomie
         hohem Niveau                        •    konkurencyjne rolnictwo
    •    Wettbewerbsfähige LaWi              •    nauka: rozwinięte struktury między
    •    Wissenschaft: gewachsene Uni und         uniwersytetem a wyższą szkołą
         FH-Strukturen mit intern.                inzynierską; kompetencje
                                                  internacjonalne
         Kompetenz
                                             •    położenie geograficzne: nowe
    •    Geographische Lage: neue                 możliwości w strefie nadbałtyckiej
         Möglichkeiten im Ostseeraum



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                                             26
 Potenzialanalyse Stettin                      Analiza potencjału Szczecina
Demografische Entwicklung                        Rozwój demograficzny


 •        Keine Verluste in Stettin            •        w Szczecinie nie ma spadku
                                                        demograficznego
 •        Aber deutlicher Trend zur Alterung
          der Bevölkerung in Stettin           •        ale zaznacza sie wyraźny terend -
                                                        starzenie się ludności w Szczecinie
 •        Leichtes Wachstum im direkten
          Grenzbereich                         •        lekki wyż demograficzny w bliskiej
                                                        strefie przygranicznej




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                       Migration                         Migracje


                                                   •     tylko 2 % ogółu Polaków
      •     Nur 2 % aller Polen in D stammen             mieszkujących w Niemczech
            aus Westpommern                              pochodzi z województwa
                                                         zachodniopomorskiego
      •     Nur 1 % bzw. 2 % aller in D
            lebenden Polen leben in MV oder        •     tylko 1 % ogółu Polaków
            Brandenburg                                  mieszkujących w Niemczech żyje w
                                                         Meklemburgii i 2 % Brandenburgii
      •     2002 kamen 500 Polen nach MV,
            288 Bürger gingen aus MV nach PL       •     w 2002 r. do Meklemburgii przybyło
                                                         500 Polaków, z Meklemburgii
                                                         wyjechało do Polski 288 osób




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                                               27
                    Westpommern im Vergleich
           Województwo Zachodniopomorskie - porównanie
                  Indikatoren                  Westpommern      Vergleich zu Polen insgesamt     Rang unter den
                                                                                                  16 polnischen
                                                                                                Wojewodschaften

 Fläche (km )
             2                                         22.902                   Anteil: 7,3 %         5
 Einwohner                                          1.697.100                Anteil: 5,3 %            11
 Einwohner / km
                  2                                        74      Landesdurchschnitt: 124            13
 Arbeitslosigkeit (12/2003)                              27%   Landesdurchschnitt: 18 %               15
 BIP (Mio. PLN)                                        27.582             Anteil: 4,5 %               9
 BIP je Einw. (PLN)                                    15.924 Landesdurchschnitt: 15.914              6
 Verkaufte Industrieproduktion (Mio. PLN)              16.278             Anteil: 2,9 %               10
 Verkauft Industrieproduktion je Einw. (PLN)            9.592 Landesdurchschnitt: 13.859              11
 Anteil des Privatsektors am                          70,70% Landesdurchschnitt: 74,1 %               8
 Unternehmensbereich **
 Ausl. Direktinvestitionen (Mio. USD)***                2.581                  Anteil 3,55 %          9
 Ausl. Direktinvestitionen je Einw. in USD              1.489                          1.883          8




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Beschäftigtenentwicklung                             Rozwoj zatrudnienia
    in Westpommern                                   w woj. zachodniopomorskim

  • Seit 2000 sind über 40.000                       • od r. 2000 w województwie
    Arbeitsplätze in Westpommern                       zachodniopomorskim nastąpiła
    verloren gegangen:                                 redukcja ponad 40.000 miejsc
                                                       pracy:
  • Über die Hälfte davon entfiel auf
    die Industrie                                    • ponad połowę z tego w przemyśle
  • Die Bauwirtschaft Westpommerns                   • od 2000 r. przemysł budowlany
    verlor seit 2000 mehr als 1/3 aller                województwa zredukował
    Beschäftigten (knapp 8.000)                        zatrudnienie o 1/3 (niecale 8.000)
  • Eine leicht positive Entwicklung                 • pozytywny rozwój odnotowano w
    verzeichnet dagegen der Bereich                    branży hotelarsko-gastronomicznej
    Hotels und Restaurants (+3%)                       (+3%)




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                                                      28
    Umsätze Industrie und Bau 2000 – 2003
    Polen, Westpommern und Stettin (2000 = 100)



    Obroty w przemyśle i budownictwie 2000-2003
    Polska, Województwo Zachodniopomorskie, Szczecin (2000 = 100)

       Industrie                    Przemysł                                    Bauwirtschaft                    Budownictwo


     110,0                                                                   110,0
     105,0                                                                   105,0
     100,0                                                                   100,0
      95,0                                                                    95,0
      90,0                                                  Polen             90,0                                        Polen
      85,0                                                  Westpom.          85,0                                        Westpom.
      80,0                                                  Stettin           80,0                                        Stettin
      75,0                                                                    75,0
      70,0                                                                    70,0
      65,0                                                                    65,0
      60,0                                                                    60,0
             2000       2001       2002       2003                                     2000        2001   2002     2003



        Hochrechnung aus 11 Monaten

     Quelle: Statistical Office in Szczecin, Statistical Bulletin 11/03, wmp-eigene Berechnungen



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    Stettiner Wirtschaft +                                                   Gospodarka szczecińska +
        Arbeitsmarkt                                                         Rynek pracy
•     ca. 4.500 Gesellschaften (privat nach                              •       ok. 4.900 spółek
      Handelsrecht),                                                             w tym 1.400 z udziałem kapitału
      davon 1.400 mit ausländischer                                              zagranicznego
      Beteiligung                                                        •       50% handel i usługi
•     50 % Handel und Dienstleistungen                                   •       tendecja zniżkowa w przemyśle i
•     Industrie und Bau sind rückläufig                                          budownictwie
•     größte Industriebereiche: Schiffbau,                               •       największe sektory przemysłowe:
      Lebensmittel- und Möbelindustrie                                           przemysł okrętowy, spożywczy i meblowy
•     Stettiner Hafen verliert an Bedeutung                              •       port szczeciński traci na znaczeniu
      (überwiegend Schüttgut, kein                                               (przewaga ładunku drobnicy, brak portu
      Containerhafen)                                                            kontenerowego)
•     Ausländische Direktinvestitionen                                   •       zagraniczne inwestycje bezpośrednie
      konzentrieren sich auf: Einzelhandel,                                      skoncentrowane są w: handlu
      Finanzdienstleistungen und                                                 detalicznym, usługach finansowych,
      Lebensmittelindustrie                                                      przemyśle spożywczym
•     Ca. 160.000 Erwerbstätige                                          •       ok. 160.000 pracujących
•     Knapp 30.000 Arbeitslose (16%)                                     •       prawie 30.000 bezrobotnych (16%)



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                                                                         29
        Lebensmittelindustrie                          Przemysł spożywczy
    •    zweitstärkster Industriebereich in        •     najsilniejsza branża przemysłowa w
         Stettin und stärkster in Westpommern            województwie i druga pod względem
    •    stabile Umsätze                                 znaczenia w mieście
    •    50% aller ausländischer                   •     stabilne obroty
         Direktinvestitionen entfallen auf die     •     50% wszystkich zagranicznych
         Lebens- und Genussmittelindustrie               inwestycji bezpośrednich przypada
    •    fortgeschrittene                                na przemysł spożywczy i używki
         Restrukturierungsprozesse                 •     daleko posunięte procesy
    •    Wachstumsperspektiven: Knotenpunkt              restrukturyzacji
         der Transitwege                           •     perspektywa rozwoju: węzeł dróg
    •    Erschließung deutscher Märkte ist               tranzytowych
         schwierig                                 •     wejście na rynek niemiecki jest
    •    Lebensmittelindustrie wird trotz des            trudne
         hohen Stellenwertes nicht als             •     przemysł spożywczy nie jest
         Zukunftsbranche betrachtet                      uważany za branżę z przyszłością
                                                         pomimo dużego znaczenia w regionie




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            Bauwirtschaft                               Budownictwo

 • rückläufige Umsätze und sinkende              • spadek obrotów i zatrudnienia od
   Beschäftigung seit 1999 in Stettin              roku 1999 w Szczecinie (-50%)
   (-50%)                                        • współzawodnictwo w Szczecinie
 • Konkurrenzkampf in Stettin wächst               rośnie
 • Investitionsstau: Stadt ist der größte        • stagnacja inwestycyjna: miasto jest
   Investor!                                       największym inwestorem!
 • Ausschreibungen gewinnen                      • przetargi wygrywają koncerny –
   Konzerne – lokale Unternehmen                   przedsiębiorstwa lokalne mają
   haben nur Chancen als                           szansę jedynie jako podwykonawcy
   Subunternehmer                                • brak współpracy transgranicznej
 • keine grenzüberschreitende                    • nadzieja na środki pomocowe z UE
   Zusammenarbeit
 • Hoffnung auf EU - Fördermittel




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                                             30
               Metall- u.                                       Przemysł
            Elektroindustrie                              metalowo-elektryczny

 •     Leicht fallende Beschäftigung              •       nieznaczny spadek zatrudnienia
       bei steigenden Umsätzen                            przy wzrastających obrotach
 •     Wachsende Bedeutung in Stettin             •       rośnie znaczenie w Szczecinie i
       und Westpommern (10% bzw. 15%                      woj. zachodniopomorskim (10% i 15%
       Anteil am Industrieumsatz)                         udział w obrotach przemysłowych)
 •     Personalintensive, innovationsarme         •       mało innowacyjne branże, z
       Bereiche wie Metallerzeugung                       dużym nakładem pracy ludzkiej
       verlieren                                          ponoszą straty, np. wytwórstwo
 •     Maschinenbau, Feinmechanik und                     metali
       Optik wachsen                              •       sektory: budowa maszyn, optyka i
 •     fünf größere ausländische                          optyka precyzyjna zyskują
       Direktinvestitionen in der Region          •       5 dużych zagranicznych inwestycji
       (u.a. Windpark auf Wollin)                         bezpośrednich w regionie (m.in.
                                                          farma wiatrowa na wyspie Wolin)




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                   Schiffbau                                       Przemysł okrętowy

       •   notwendiger Strukturwandel:                •     konieczność zmian strukturalnych:
           erhebliche Überkapazität und                     znaczne rezerwy i nadwyżka mocy
           Produktivitätsreserven trotz                     produkcyjnej mimo redukcji
           massiven Beschäftigungsabbaus                    zatrudnienia
       •   Scharfer nationaler und                    •     wielka konkurencja krajowa i
           internationaler Wettbewerb                       zagraniczna (Eurpa Zach., kraje
           (Westeuropa, baltische Staaten,                  nadbałtyckie, Azja)
           Asien)                                     •     niska wierzytelność kredytowa
       •   niedrige Kreditwürdigkeit der                    stoczni (brak płynności płatniczej)
           Werften (fehlende Liquidität)              •     stocznia otrzymuje nowe zlecenia
       •   Antragsbücher der Stettiner Werft                (29 zleceń 1,5 mld $)
           füllen sich wieder (29 neue Aufträge
           1,5 Mrd. $)




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                                                      31
                     Hafen                                                 Port

      •     Kohle u. Eisenerz statt Container        •     węgiel i rudy żelaza zamiast
      •     Ausbau Achse Berlin – Stettin auch             kontenerów
            auf dem Wasserweg fehlt                  •     brak działań na rzecz rozbudowy
      •     Fortschreitende Privatisierung und             drogi wodnej na osi Szczecin-Berlin
            Restrukturierung                         •     postępująca prywatyzacja i
      •     Profilierung Stettins als                      restrukturyzacja
            Drehscheibe im Ostseeverkehr             •     wyprofilowanie Szczecina jako
            (neues Distributionszentrum)                   pośrednika w komunikacji
      •     leistungsschwache                              nadbałtyckiej (nowe centrum
            Verkehrsinfrastruktur                          dystrybucyjne)
      •     Hafen und Seewirtschaft kein             •     niesprawna infrastruktura
            zentraler Entwicklungsschwerpunkt              komunikacyjna
                                                     •     port i gospodarka morska nie
                                                           stanowią centralnych punktów
                                                           rozwoju




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           Maritime Wirtschaft                           Gospodarka morska


 •        Inmitten eines starken Umbruchs        •       w fazie wielkich przemian
                                                 •       przemysłowa wyspa z
 •        Industrielle Insel mit ungenutzten
                                                         niewykorzystanymi atutami
          Standortfaktoren, u.a.                         lokalnymi, m.in.
            – Ausbau Achse Berlin-Stettin                  – rozbudowa osi Szczecin-Berlin
            – Kooperationen der Unter-                     – kooperacje przedsiębiorstw,
              nehmen, Institutionen und                       instytucji i placówek naukowych
              wissenschaftlichen                           – wykorzystanie położenia
              Einrichtungen                                   geograficznego i logistyki do
            – Nutzung der geographischen                      wyprofilowania Szczecina jako
              Lage und Logistik zur                           pośrednika
              Profilierung als Drehscheibe                 – kooperacje i podział pracy
                                                              między portami nadbłtyckimi
            – Kooperationen und
                                                           – rozwój i rozbudowa marynarki
              Arbeitsteilung der Ostseehäfen
                                                              morskiej (marina)
            – Entwicklung und Ausbau der
              Marina


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                                                     32
         Ausländische                              Zagraniczne inwestycje
     Direktinvestitionen (1)                       bezpośrednie (1)

     •   95 größere ausländische              •    95 dużych zagranicznych inwestycji
         Direktinvestitionen in Westpommern        bezpośrednich w województwie
         (davon 37 in Stettin)                     (w tym 37 w Szczecinie)

     •   Wichtigste Investoren aus D, S und   •    najważniejsi inwestorzy z D, S i DK
         DK (u.a. Ahlstrom, IKEA, Metro,           (m.in. Ahlstrom, IKEA, Metro, HVB,
         HVB, Arla, Carlsberg, Drobimex)           Arla, Carlsberg, Drobimex)


     •   Direktinvestitionen aus D bleiben    •    inwestycje bezpośrednie z D nie
         hinter den Erwartungen zurück             spełniły oczekiwań


     •   Stettin: „Region der ungenutzten     •    Szczecin: „Region
         Möglichkeiten“                            niewykorzystanych możliwości“




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         Ausländische                              Zagraniczne inwestycje
     Direktinvestitionen (2)                       bezpośrednie (2)

 •    Investoren suchen Standort- und         •    inwestorzy szukają dobrej
      Lebensqualität                               jakościowo lokalizacji i dobrych
                                                   warunkow życia
 •    Mängel in der Bausubstanz,
      Plattenbauten, verfallene Fassaden,     •    braki w substancji budowlanej,
      kein „Erlebnis Wasser“ senken                budynki płytowe, zniszczone
      Lebensqualität                               elewacje i brak odczucia atmosfery
                                                   morskiej wpływają na obniżenie
 •    Geostrategische Lage (Ostsee,                jakości życia
      Oder, Grenze) bisher eher als           •    położenie geostrategiczne (Bałtyk,
      Entwicklungslast statt als                   Odra, granica) dotychczas
      herausragendes Potenzial gesehen             uznawane nie jako potencjał, lecz
                                                   jako utrudniające rozwój




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                                              33
      Verkehrsinfrastruktur                       Infrastruktura komunikacyjna
               (1)                                              (1)

      •   Stettin: Drehscheibe für Schifffahrt,       •    Szczecin: pośrednikiem w komunikacji
          Straße und Schiene zwischen PL,                  morskiej, drogowej, kolejowej między
          D, Skandinavien, Baltischen Staaten              PL, D, Skandynawią a krajami
          und RUS                                          nadbałtyckimi i RUS
      •   Beispiele:                                  •    Przykłady:
           – 2004-2006 Modernisierung                       – 2004-2006 modernizacja środków
               Verkehrträger und Infrastruktur                 transportu i infrastruktury > 1,5
               für > 1,5 Mrd. €                                mld €
           – Modernisierung Hafenanlagen                    – modernizacja urządzeń
               u. Infrastruktur bis 2008                       portowych i infratruktury do
               (Containerterminal u.                           2008r. (terminal kontenerowy i
               Logistikzentrum)                                 centrum logistyczne)
            – Oder 2006 u.a.                                 – Odra 2006
              Fahrrinnenvertiefung                             pogłębienie koryta rzeki
            – Bis 2013 transeuropäische                      – do 2013 r. transeuropejskie
              Schienenkorridore (N, O-W, S)                    kolejowe korytarze transportowe
                                                               (P, W-Z, P)


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      Verkehrsinfrastruktur                       Infrastruktura komunikacyjna
               (2)                                              (2)
  •       Beispiele Fortsetzung:                  •       Przykłady cd.:
           – Handlungskonzept Euroregion                   – koncepcja działania w
              Pomerania (Transportknoten auf                  Euroregionie Pomerania
              der Achse Berlin-Stettin-Skand./                (węzęł transportowy na osi
              Hamburg-Stettin-Baltikum-RUS)                  Berlin-Szczecin-Skand./ Hamburg-
                                                             Szczecin-kraje nadbałtyckie-RUS)
           – TEN-T: Stettin Knotenpunkt                    – TEN-T: szczeciński węzęł
             Ost-West und Nord-Süd-                           komunikacyjny na osi
             Achse ...derzeit nicht für                       Wschód-Zachód i Północ-
             vorrangige Aktivitäten                           Południe ....obecnie nie
             vorgesehen!                                      stanowi priorytetu!
              (PL 16,9 Mrd. € Investitionen)                  (PL 16,9 mld € inwestycji)
  •       Die Gestaltung der                      •       kształtowanie osi rozwojowych
          Entwicklungsachsen bedarf:                      wymaga:
           – materieller Infrastruktur                     – infrastruktury finansowej
                                                           – komunikacji i kooperacji
           – Kommunikation und
              Kooperation der Akteure



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                                                  34
        Zusammenfassung                               Podsumowanie
        Potenziale - Defizite                       Potencjały – deficyty
                (1)                                          (1)
    •   Entwicklungsschwierigkeiten in             •    trudności rozwojowe w branżach
        Schlüsselbranchen                               kluczowych
    •   Beschäftigungsabbau und stark              •    redukcja zatrudnienia i znaczny
        gewachsene Arbeitslosigkeit                     wzrost bezrobocia
    •   Aufwärtstrend 2003                         •    tendencja wzrostowa 2003
    •   Wenig Wertschöpfung in den                 •    niskie tworzenie wartosci dodanej
        Unternehmenskooperationen in der                przez przedsiębiorstwa kooperujące
        Grenzregion                                     w regionie przygranicznym
    •   industrielle Direktinvestitionen mit       •    inwestycje bezpośrednie w
        Schwerpunkten Ernährung, Chemie                 przemyśle koncentrują się w branży
        und Möbel                                       spożywczej, chemicznej, meblowej
    •   Entwicklung Verkehrsanbindung von          •    rozwój połączen komunikacyjnych
        zentraler Bedeutung                             ma centralne znaczenie




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        Zusammenfassung                                  Podsumowanie
        Potenziale - Defizite                          Potencjały – deficyty
                (2)                                             (2)


                                                   •    czynnik hamujący: ograniczenia
    •   Hindernis: Einschränkung der                    swobodnego przepływu - polski
        Freizügigkeit aus polnischer Sicht              punkt widzenia

    •   Stettin ist kein schnell entwickelbarer    •    Szczecin nie jest szybkim do
        Wachstumspol                                    rozwinięcia centrum wzrostu




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                                                  35
            Zusammenfassung                                   Podsumowanie
            Potenziale - Defizite                           Potencjały – deficyty
                    (3)                                              (3)
                                                        Deficyty:
        Defizite:
                                                        •    mało atrakcyjny ośrodek miejski
        •   Unattraktiver Standort
                                                        •    brak charakteru centrum, brak
        •   Kein Zentrumscharakter, kein                     środowisk międzynarodowych
            internationaler Flair
                                                        •    brak identyfikatora miasta
        •   Fehlende Identität der Stadt
                                                        •    polityczna niestabilność
        •   Politische Instabilität
                                                        •    brak lokalnych kompetencji
        •   Fehlende lokale Kompetenzen
                                                        •    niesprawna infrastruktura drogowa i
        •   Schlechte Verkehrsinfrastruktur und              zły stan dróg tranzytowych
            Transitwege
                                                        •    wysokie bezrobocie i emigracja
        •   Hohe Arbeitslosigkeit und                        młodych, dobrze wykwalifikowanych
            Abwanderung junger, hoch                         osób
            qualifizierter Menschen
                                                        •    niewiele polskich i
        •   Wenig polnische und internationale               międzynarodowych central
            Unternehmenszentralen                            przedsiębiorstw



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        Zusammenfassung                                 Podsumowanie
        Potenziale - Defizite                         Potencjały – deficyty
                (4)                                            (4)

 •     Entwicklung auf herausragenden,            •     rozwój w oparciu o niepowtarzalny
       unverwechselbaren Potenzialen                    potencjał
       aufbauen                                   •     Strategia Miasta:
 •     Strategie der Stadt Stettin:                      – Diagnoza stanu miasta
        – Zustandsanalyse                                   przedstawiona problemowo
           problemorientiert                             – Misja miasta drogowskazem
        – Leitbild wegweisend „Szczecin -                   „Szczecin – centrum integracji
           ein Zentrum europäischer                         europejskiej“
           Integration“




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                                              36
              Zusammenfassung                                   Podsumowanie
              Potenziale - Defizite                           Potencjały – deficyty
                      (5)                                             (5)

      Abweichende Schlussfolgerungen                 Odmienne wnioski

      •     Integrative Betrachtung der              •       integratywne postrzeganie całego
            gesamten Region: Einbeziehung der                regionu: włączenie potencjału
            wirtschaftlichen, technologischen und            gospodarczego, technologicznego i
            humanen Potenziale des dt.                       ludzkiego z niemieckiego otoczenia
            Umlandes

      •     Herausragendes maritimes                 •       dominujący potencjał morski jako
            Potenzial als Kern und Schnittstelle             główne ogniwo, punkt styczności w
            der Entwicklung der Stettiner                    rozwoju gospodarki i miasta
            Wirtschaft und Stadt insgesamt




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            Zusammenfassung                                Podsumowanie
            Potenziale - Defizite                        Potencjały - deficyty
                    (6)                                           (6)
 •        Stettin ist heute keine internationale         •    Szczecin nie jest obecnie
          Metropole                                           miedzynarodową metropolią

 •        Defizite in der Wahrnehmung                    •    brak postrzegania siebie jako
          zentralörtlicher Funktionen                         centrum i pełnienia tej funkcji

 •        Stettin orientiert sich mehr zu dt.            •    Szczecin kieruje się bardziej ku niem.
          Metropolen (B, HH) und N-S                          metropoliom (B, HH) i pół. - poł.
          Magistrale als ins Umland                           magistrali niż ku otoczeniu

 •        Stettin verfügt über Potenziale zur            •    Szczecin posiada potencjał, który
          Stärkung der Entwicklung der                        mógłby wspierać rozwój całego
          gesamten Region                                     regionu




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                                                    37
  Zusammenfassung                            Podsumowanie
  Potenziale - Defizite                    Potencjały - deficyty
          (7)                                       (7)
  Stärken und Potenziale:                  Mocne strony i potencjały :

  •   Geografische Lage an Oder und        •    geograficzne położenie nad Odrą i
      Ostsee                                    Bałtykiem
  •   Maritimes Potenzial                  •    potencjał morski
  •   Wirtschaftliches Potenzial           •    potencjał gospodarczy
        – Schiffbau, Hafen, Logistik            - budowa okrętów, port, logistyka
        – Ernährungs-, Möbel- und               - przemysł spożywczy, meblowy
          Metallindustrie                          i metalowy
        – Tourismus                             - turystyka
        – Handel und Dienstleistungen           - handel i usługi dla przedsiębiorców
  •   Hochschulen und Wissenschaft         •    szkoły wyższe i nauka
  •   Kreditwürdigkeit der Stadt BBB       •    zdolność kredytowa miasta BBB
  •   Deutsches Umland: hohe               •    niemieckie region przygraniczny:
      Wirtschaftskraft und Kaufkraft,           silna gospodarka i duża siła
      technologisch hoch entwickelte            nabywcza, wysoki rozwój
      Unternehmen                               technologii w przedsiębiorstwach


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                              Eckpunkte
                             Vision Stettin


                         Punkty centralne
                          Wizja Szczecin


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                                               38
                 Stettin:                                        Szczecin:
          Situation und Vision                                 sytuacja i wizja


  •       Gegenwärtig schwierige wirtschafts-     •       aktualnie trudna faza pod względem
          und beschäftigungspolitische Phase              gospodarczym i polityki zatrudnienia
  •       Hohe Arbeitslosenzahlen                 •       aysoka stopa bezrobocia
  •       Enorme Aufgaben                         •       ogromne zadania
  •       Vision:                                 •       Wizja:
          „Stettin – ein Zentrum europäischer             „Szczecin – centrum integracji
          Integration, ein überregionales                 europejskiej, ponadregionalne
          Zentrum im südlichen Ostseeraum –               centrum południowego Bałtyku –
          ein Gemeinschaft von Einwohnern,                wspólnota mieszkańców
          die die geschichtliche Tradition, die           wykorzystująca historyczną
          Umweltvorzüge und ihre Lage an                  tradycję, atuty przyrody i położenie
          der Oder für die ausgewogene und                nad Odrą dla zrownoważonego i
          nachhaltige Entwicklung nutzt.“                 trwałego rozwoju.




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      Stettin: Entwicklung/                                    Szczecin: rozwój/
               Vision                                               wizja

      •     Maritimer Charakter als                   •     morski charakter jako
            unverwechselbares Image                         nieporównywalny image
      •     Stettin als transnationales Zentrum       •     Szczecin jako międzynarodowe
            mit polnischem und deutschem                    centrum z polskim i niemieckim
            Umland                                          otoczeniem
      •     Von Nachbarn zu Partnern:                 •     od sąsiadów do partnerów:
            Kooperation der Zentrumsregionen                współpraca regionów-centrów
      •     Strategie: Stärken stärken                •     Strategia: wzmacnianie stron
                                                            mocnych




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                                                  39
      Maritimes Potenzial                             Potencjał morski

  •   Stettin als Stadt am Wasser: Oder      •    Szczecin – miasto nad wodą:
      und Ostsee                                  nad Odrą i Bałtykiem
  •   Maritimes Potenzial                    •    Potencjał morski
       – als sichtbarer Standortvorteil           - jako widoczny atut ośrodka
       – als zentraler Entwicklungskern           - jako centralne źródło rozwoju
       – als Element unverwechselbarer            - jako element nieporównywalnej
           Identität                                identyfikacji
  •   Maritime Wirtschaft und maritime       •    Gospodarka morska i kompetencje
      Kompetenzen                                 morskie
       – Schiffbau, Hafen, Logistik               - przemysł stoczniowy, port,
       – Tourismus, Handel,                       logistyka
           Dienstleistungen                       - turystyka, handel, usługi
       – Marina                                   - marynarka morska
       – Hochschulen                              - szkoły wyższe



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  Transnationales Zentrum                        Międzynarodowe centrum

  •   Transnationales Zentrum: attraktiv     •    międzynarodowe centrum:
      für Unternehmen, Fachkräfte und             atrakcyjne dla przedsiębiorców,
      Touristen                                   fachowców i turystów
  •   Stettin hat Zentrumsfunktion für das   •    Szczecin pełni funkcje centrum w
      deutsche und das polnische Umland           polskim i niemieckim otoczeniu
  •   Deutsche Grenzregion profitiert vom    •    niemiecki region przygraniczny
      Zentrum Stettin                             profituje z bliskości szczecińskiego
  •   Zentrumsregion: aktive Zentrum-             centrum
      Umland-Beziehungen                     •    centrum regionu: aktywne kontakty
  •   Leistungsfähige Infrastruktur               centrum – otoczenie
  •   Internationales Milieu                 •    sprawna infrastruktura
                                             •    międzynarodowy charakter (milieu)




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                                                 40
  Von Nachbarn zu Partnern Od sąsiadów do partnerów


  •   Zentrumsregion Stettin ist ein        •   centrum regionu Szczecin jest
      attraktiver Partner für andere            atrakcyjnym partnerem dla innych
      Zentrumsregionen                          regionalnych ośrodków centralnych
       – Hauptstadtregion Berlin                - region stolicy Berlin
       – Metropolregion Hamburg                 - region metropolii Hamburg
       – Öresund-Region Kopenhagen              - region Öresund Kopenhaga
       – Warschau                               - Warszawa
       – „Oder-Region“                          - region Odry
  •   Kooperationsstrukturen der Zentren    •   struktury kooperacyjne pomiędzy
      untereinander zum gegenseitigen           centrami dla wzajemnej korzyści w
      Vorteil im globalen Wettbewerb            ramach globalnej konkurencyjności




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                                                   SZCZECIN




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                                           41
            Strategie:                                  Strategia:
         Stärken stärken                          wzmacniać strony mocne

  •   Ausstrahlung nach innen und außen       •   Oddziaływanie wewnątrz i na
        – Maritimer Charakter                     zewnątrz
        – Internationalität                       - morski charakter
  •   Doppelstrategie:                            - międzynarodowy charakter
        – Stadt-Umland-Integration            •   Podwójna strategia:
        – Zentrumskooperation                     - integracja miasta i otoczenia
  •   Transnationale KMU-Kooperation              - kooperacja między centrami
        – Branchencluster (Ernährung,         •   Międzynarodowa kooperacja małych
           Tourismus, Maritime Wirtschaft,        i średnich przedsiębiorstw
           Bauwirtschaft, Wissenschaft)           - cluster branżowy (żywienie,
  •   Infrastruktur verbessern                    turystyka, gospodarka morska,
  •   Konzentrierter Einsatz von EU-              budownictwo, nauka)
      Mitteln auf diese vier Bereiche         •   Poprawa infrastruktury
                                              •   Skoncentrowany wkład środków UE
                                                  na wymienione cztery dziedziny




Wilke, Maack und Partner | wmp-consult            schiff – Beratungsgesellschaft mbH




                                             42
EU-Osterweiterung:
Chancen und Risiken


Dr. Dierk Hirschel
DGB Bundesvorstand




                     43
         EU-Osterweiterung
             Chancen und Risiken
                              Dr. Dierk Hirschel
                    Abteilung Wirtschaftspolitik




      Dr. Dierk Hirschel              Abteilung Wirtschaftspolitik




1         Wirtschaftliche Entwicklung in der EU und den neuen
          mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten
2.        Struktur der internationalen Arbeitsteilung zwischen
          Deutschland und Mittel- und Osteuropa
2.1       Handel
2.2       Direktinvestitionen

3.        Chancen und Risiken
4.        Fazit




         Dr. Dierk Hirschel              Abteilung Wirtschaftspolitik




                                        44
           Gesamtwirtschaftliche Eckdaten der EU15
                und der Beitrittsstaaten (B10)

                        U
                       E 15             B 10    Polen Tschechien Ungarn Slowenien
Bevölkerung in Mio.     377,1            74,8   38,6     10,3     10,2     2,0
Erwerbstätige in Mio.   168,7            29,0   13,8      4,8     3,9      0,9
BIP (Mrd. Euro)        8.843,1          411,7   204,1    63,3     57,8     20,9
BIP pro Kopf1            100             47,7   40,5     59,0     52,8     69,8
Arbeitslosenquote in %   7,6             14,4   19,9      7,3     5,6      6,0
Exportanteil B10 in %                    61,2   69,2     68,9     74,3     62,2
Importanteil B10 in %                    56,6   61,4     61,8     57,8     67,6
1) Kaufkraftparitäten in % des EU-Durchschnitts
Quelle: DIW Wochenbericht Nr. 43/2003; SVR, JG. 2003/2004




              Dr. Dierk Hirschel             Abteilung Wirtschaftspolitik




               Einkommens- und Produktivitätsniveaus

                              U
                             E 15      R
                                       BD      P olen Tschechien Ungarn Slowenien
Produktivität                 100               39,8     47,5     46,6     54,8
M indestlohn in Euro                            180      200      190      475
D urchschnittlohn in Euro              2000     510      500      510     1075
E      m
 inkom enssteuer                     19,9-48,5 19-40 15-32       20-40    17-50
Sozialabgaben AG   /AN                 21/21 23/27 35/13         34/13    16/22
Quelle: Handelsblatt 3/13/2003; PC




              Dr. Dierk Hirschel             Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                  45
46
                                                                        Nachholende Entwicklung
                                                                                                In v estitio n stätig keit
                                                                                                     1995 b is 2003
                1 9 5 ,0


                1 8 5 ,0


                1 7 5 ,0


                1 6 5 ,0


                1 5 5 ,0
    1995=100




                1 4 5 ,0


                1 3 5 ,0


                1 2 5 ,0


                1 1 5 ,0


                1 0 5 ,0


                          9 5 ,0
                                      1995          1996                      1997                   1998                   1999                   2000                    2001                2002                2003
                                                    Ts c h e c h ie n                                     U n g a rn                                      P o le n                               E U -1 5 (2 )


B r u tto a n la g e in v e s titio n in P r e is e n v o n 1 9 9 5 ; n a tio n a le W ä h r u n g e n
Q u e lle : E u r o p ä is c h e K o m m is s io n , A m e c o D a te n b a n k




                                               Dr. Dierk Hirschel                                                               Abteilung Wirtschaftspolitik




Preisliche Wettbewerbsfähigkeit der MOE-Staaten sinkt

                                                                                             N o m in a le L o h n s tü c k k o s te n
                                                                                                       1 9 9 5 b is 2 0 0 3
                           2 6 0 ,0



                           2 4 0 ,0



                           2 2 0 ,0



                           2 0 0 ,0
               1995=100




                           1 8 0 ,0



                           1 6 0 ,0



                           1 4 0 ,0



                           1 2 0 ,0



                           1 0 0 ,0
                                        1995              1996                     1997                     1998                    1999                     2000                       2001           2002                 2003

                                                         T s c h e c h ie n                                        U n g a rn                                          P o le n                                  E U -1 5


  N o m in a le L o h n s t ü c k k o s t e n : V e r h ä lt n is v o n E in k o m m e n a u s u n s e lb s t ä n d ig e r A r b e it je A r b e it n e h m e r zu r e a le m B IP je
  B e s c h ä f t ig t e




                                               Dr. Dierk Hirschel                                                               Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                                                        47
                                                                                      Inflationsraten
                                                                                                 P r e is e
                                                                                           1 9 9 6 b is 2 0 0 3

               2 2 0 ,0




               2 0 0 ,0




               1 8 0 ,0
    1996=100




               1 6 0 ,0




               1 4 0 ,0




               1 2 0 ,0




               1 0 0 ,0
                             1996                        1997                      1998            1999               2000                     2001          2002                  2003

                                                      Ts c h e c h ie n                          U n g a rn                         P o le n                        E U -1 5


V e rb ra u c h e rp re is e
Q u e lle : E u ro p ä is c h e K o m m is s io n , A m e c o D a te n b a n k




                                         Dr. Dierk Hirschel                                                   Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                      Arbeitsmarktkrise
                                                                                            B e s c h ä ftig u n g
                                                                                             1 9 9 5 b is 2 0 0 3
               115




               110




               105
   1995=100




               100




                95




                90
                          1995                    1996                     1997           1998                 1999          2000                     2001      2002                 2003

                                                   T s c h e c h ie n                            U n g a rn                           P o le n                          E U -1 5

B e s c h ä f t ig t e A r b e it n e h m e r
Q u e lle : E u r o p ä is c h e K o m m is s io n , A m e c o D a t e n b a n k




                                                Dr. Dierk Hirschel                                               Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                                              48
                     Finanz- und Geldpolitik


                   Finanzierungssaldo    Schuldenst ands           Langf rist iger
                                              quot e                 Zinssat z
Est land                         0 ,9          5 ,7                      -
Let t land                      -3 ,0         1 5 ,2                   5 ,3
Lit auen                        -1 ,7         2 2 ,7                   6 ,0
Polen                           -3 ,9         4 1 ,6                   7 ,3
Slow akei                       -7 ,2         4 4 ,3                   6 ,9
Slow enien                      -2 ,3         2 7 ,0                   3 ,4
Tschechien                      -7 ,1         2 7 ,1                   4 ,9
Ungarn                          -9 ,2         5 6 ,3                   7 ,1
Deut schland                    -3 ,5         6 1 ,5                     -
Euroraum                        -2 ,2         6 9 ,0                   4 ,9

Quelle: SVR 2003; EZB




           Dr. Dierk Hirschel            Abteilung Wirtschaftspolitik




                                Wirtschaftspolitik


Ausrichtung der Wirtschaftspolitik an den
Maastrichtkriterien gefährdet die nachholende Entwicklung.
Eine konjunkturgerechte Geld- und Finanzpolitik
wird dann unterbunden. Besonders gefährdet sind Polen,
Ungarn, Tschechien und die Slowakei
Eine restriktive Makropolitik wird die Wachstumsraten
senken und die Arbeitsmarkkrise verschärfen. (Lehren aus
Deutschland, Italien und Japan).




           Dr. Dierk Hirschel            Abteilung Wirtschaftspolitik




                                        49
                      Struktur der internationalen Arbeitsteilung
                                        Handel

                • Überwiegend Intra-sektoraler Handel (branchenintern)


                • Vertikal differenzierter Handel zwischen EU15 und MOE
                        - Produkte unterschiedlicher Qualität
                            - Unterschiedliches Technologieniveau


                • Deutschland als Globalisierungsgewinner




                             Dr. Dierk Hirschel                   Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                                        DGB - Bundesvorstand
                                                                                                        Abt. Wirtschaftspolitik
                                 Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa (MOE)


             300,0                                          9,1                                                      10,0
                                                   8,7

                                                                                                                     8,0
             250,0

                                                                                                                     6,0
                                  4,8
                                                                                                         4,5
             200,0
                                                                                                                     4,0
                                                                                                                            in Mrd. Euro
  1995=100




             150,0   1,3                                                                                             2,0
                                                                        1,0
                                                                                                 0,7

                                                                                                                     0,0
             100,0

                                                                                                                     -2,0

              50,0
                                                                                        -3,5                         -4,0


               0,0                                                                                                   -6,0
                     1995         1996            1997     1998        1999             2000     2001   2002


                                                         Saldo    Exporte     Importe


Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen




                                                             50
                                                                                          Außenhandelsbilanz mit M ittel- und
                                                                                                 Osteuropa 2002


Außenhandel zwischen Deutschland und Polen                                                                        Polen                                                    1909,3


Wichtigste Gütergruppen                                                                                         Ukraine                                           1524,2



                                                                                                                Kroatien                                 1211,1
Im porte aus Polen                            in 1000 Euro
Kraftwagen und Kraftwagenteile                 2 341 581                                                    Rumänien                             823,9



Möbel, Schmuck, Musikinstrumente,              1 487 792                                                         Litauen                         819,9


Sportgeräte, Spielwaren und sonstige                                                                      Jugoslaw ien                   541,8

Erzeugnisse
                                                                                                         Weisrussland                  522,2
E                             E
 isen- und Stahlerzeugnisse; N -Metalle       1 073 127
und -erzeugnisse                                                                                                Lettland            440,1


Maschinen                                      951 974                                                         Bulgarien            434,4

Exporte nach P olen
                                                                                                                 Estland       238,6
Maschinen                                     2 449 858
Kraftwagen und Kraftwagenteile                2 277 158                                          -230       Tschechei


Chemische E  rzeugnisse                       2 045 824                                          -231,4 Slow enien

G ummi- und Kunststoffwaren                   1 087 678                                        -584,7     Kasachstan


Quelle: Statistisches Bundesamt                                                  -969,5                          Ungarn



                                                                             -1001,9                           Slow akei



                                                              -1804,3                                          Russland


                                                              -2000      -1500         -1000            -500               0       500            1000      1500           2000     2500
                                                                                                        A ußenhandelsüberschuss/-def izit in Mio. Euro



                                                             Quelle: Statistisches Bundeamt, eigene Berechnungen




                         Dr. Dierk Hirschel                           Abteilung Wirtschaftspolitik




                      Struktur der internationalen Arbeitsteilung
                                  Direktinvestitionen

              •Aufbau eines grenzüberschreitenden Produktions-
               und Informationsnetzwerkes
              •Verlagerung von Produktionsabschnitten, Teilen der
               Beschaffung und des Absatzes
              •Markt- und Absatzmotive spielen bei den
               Standortentscheidungen eine zentrale Rolle




                            Dr. Dierk Hirschel                           Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                   51
                                          Struktur der internationalen Arbeitsteilung
                                                      Direktinvestitionen
                                                                  D e u ts c h e D ire k tin v e s titio n e n in M itte l- u n d O s te u ro p a

                       45                                                                                                                                                                              7

                                       D ire k t in ve s t it io n e n in M rd . E u ro                                                              6,2
                                                                                                                                              6,1                                        40,5
                       40                                                                                                                                                   5,9
                                       A n t e il a n a lle n D ire k t ive s t it io n e n                                                                                                            6
                                                                                                                                                                                                5,8
                                                                                                                          5,4
                       35                                                                                                                                               34,3


                                                                                                                                                                                                       5
                                                                                                       4,5
                       30
    in M rd . E u ro




                                                                                                                                                     25,6
                                                                                                                                                                                                       4
                       25




                                                                                                                                                                                                      in %
                                                                                                                                              19,6
                       20
                                                                                       2,7                                                                                                             3

                                                                                                                           15,3
                       15

                                                                                                                                                                                                       2
                                                                                                         11
                                                            1,3
                       10
                                 0,9
                                                                                                                                                                                                       1
                                                                                              4,6
                        5
                                                              1,9
                                0,9
                        0                                                                                                                                                                              0
                                1990                         1992                             1994      1996               1997               1998   1999               2000             2001


Q u e lle : D e u ts c h e B u n d e s b a n k




                                                         Dr. Dierk Hirschel                                               Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                              B ed eu tu n g d es A u slan d ssekto rs
                                                                                                         in d er In d u strie

                        80                                                                                                               73
                                                                                                                         70


                        70                                                                                    61,4



                        60                                                             49


                                                                                                                                                                                  42,4
                        50                                    40,6


                        40                                                                                                                                       31,5



                        30                                                                                                                           22,6

                                           17,4
                        20



                        10


                            0
                                                            P olen                                                     Ungarn                               Ts c hec hien

                                                                                                                1996    1998      1999


Anteil der AD I Unternehm en am P roduktions um s atz in Fertigungs unternehm en
Q uelle: W IIW D atenbank z u aus ländis c hen Inves toren




                                                         Dr. Dierk Hirschel                                               Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                                                 52
                                                                                                                                                                            DGB - Bundesvorstand
                                                                                                                                                                            Abt. Wirtschaftspolitik
                                                      Motive für die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland
                                                                           (Mehrfachnennungen)
                                                                Personal- und Kapitalkosten        Markerschließung             Großkundennähe        Technologieerschließung

                          90
                                                                              85

                          80                                                                                                                     77
                                                                                                                71
                                                                                                                                                                       69     68
                          70                        66                                                                                    66


                          60                  58
                                                                                    54                                                                                              55
                                                                                                           53
                                                                                                                      50
                          50
  in %




                                                         41
                          40                                                                                                                          38

                                                                                          29
                          30


                          20

                                                                10                                                              10
                          10                                                                                                                               6                              6
                                                                                               4

                                    0
                                                   Westeuropa                      Osteuropa               Nord-/Mittelamerika                    Asien                      Südamerika
                                                                                                                Region


Quelle: Produktionsinnovationserhebung des Fraunhoher Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung 2002




                                                                                                                                                                                DGB - Bundesvorstand
                                                                                         Formen der Auslandsproduktion                                                          Abt. Wirtschaftspolitik




                                                                                               Negative Beschäftigungseffekte
                                                                                                         im Inland
                                        Nur Outsourcing ins Ausland       4
    Formen der Auslandsproduktion




                                            Auslandsproduktion und            16
                                            Produktionsverlagerung

                                                                                                             Per Saldo positive
                                                                                                           Beschäftigungseffekte
                                           Auslandsproduktion ohne             17                                im Inland
                                            Produktionsverlagerung




                                    Nur Produktion am heimischen                                                                                                       62
                                              Standort



                                                                      0                  10           20                   30              40               50                60               70

                                                                                                                 Anteil an allen Betrieben in %


Quelle: Produktionsinnovationserhebung des Fraunhoher Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung 2002




                                                                                                        53
                             Risiken

Mittel- und Osteuropa
• Festlegung auf ein niedriges Technologieniveau
• Gleichzeitig rückläufige Kostenvorteile aufgrund des
  steigenden Lohnniveaus
• Zunehmende Dominanz des Auslandsektors ohne
  Spill-Over-Effekte auf den Inlandssektor
• Festlegung auf eine restriktive Makropolitik mit den
  negativen Folgen für Wachstum und Beschäftigung




        Dr. Dierk Hirschel         Abteilung Wirtschaftspolitik




                             Risiken

    Deutschland
    • Wegfall arbeitsintensiver Produktionsbereiche
    • Zunahme der Arbeitslosigkeit Geringqualifizierter
    • Steuer- und Sozialdumping




        Dr. Dierk Hirschel         Abteilung Wirtschaftspolitik




                              54
                              Chancen

Mittel- und Osteuropa
• Modernisierung des Kapitalstocks
• Spillover Effekte
• Erschließung zusätzlicher Absatzmärkte,
  Steigerung der Exporte




         Dr. Dierk Hirschel        Abteilung Wirtschaftspolitik




                              Chancen

  Deutschland
  • Zusätzliche Absatzmärkte, steigende Exporte
  •Verbilligung der Importe
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nationaler
    Unternehmen durch Neustrukturierung der
    Unternehmensfunktionen
  • Beschäftigungsgewinne




         Dr. Dierk Hirschel        Abteilung Wirtschaftspolitik




                              55
                                                                                                                                                                                                                                                                                        Fazit
                                                                                                                                                                                       Für eine ökonomisch erfolgreiche Gestaltung der EU-Osterweiterung
                                                                                                                                                                                       bedarf es folgender Voraussetzungen:


                                                                                                                                                                                       • Eine expansive EU-Wirtschaftspolitik
                                                                                                                                                                                         (Reform des Stabilitätspaktes, beschäftigungsorientierte
                                                                                                                                                                                         Geldpolitik der EZB)
                                                                                                                                                                                       • Eine Ausweitung des Finanzrahmens der
                                                                                                                                                                                         strukturpolitischen Maßnahmen
                                                                                                                                                                                       • Eine Strategie der Importsubstitution in den MOE
                                                                                                                                                                                       • Präventive Organisierung von Qualifizierungs- Innovations- und
                                                                                                                                                                                         Bildungsprozessen in Deutschland.




                                                                                                                                                                                                                    Dr. Dierk Hirschel                                                                 Abteilung Wirtschaftspolitik




                                                                                                                                                                                                                                                   Exkurs
                                                                                                                                                                                                                                          Internationaler Vergleich
  G e l d p o l i ti s c h e r I m p u l s (V e r ä n d e r u n g d e s k u r z fr i s ti g e n




K o n ju n k t u r e lle Im p u lse v o n G e ld - u n d F isk a lp o lit ik v o n 2 0 0 0 b is 2 0 0 3
                                                                                                  R e a l z i n s e s v o n 2 0 0 0 b i s 2 0 0 3 i n P r o z e n tp u n k te n )




                                                                                                                                                                                     0,00


                                                                                                                                                                                    -0 , 5 0


                                                                                                                                                                                    -1 , 0 0
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       D e u t s c h la n d

                                                                                                                                                                                    -1 , 5 0
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   EW U
                                                                                                                                                                                    -2 , 0 0
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             F ra n k re ic h

                                                                                                                                                                                    -2 , 5 0
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  G ro ß b rit a n n ie n

                                                                                                                                                                                    -3 , 0 0


                                                                                                                                                                                    -3 , 5 0

                                                                                                                                                                                                                                        USA
                                                                                                                                                                                    -4 , 0 0


                                                                                                                                                                                    -4 , 5 0
                                                                                                                                                                                            -6 , 0 0                        -5 , 0 0                        -4 , 0 0                        -3 , 0 0                        -2 , 0 0                        -1 , 0 0                          0,00
                                                                                                                                                                                               F i sk a l i sc h e r I m p u l s (V e r ä n d e r u n g d e s str u k tu r e l l e n H a u sh a l tssa l d o s v o n 2 0 0 0 b i s 2 0 0 3 i n P r o z e n t d e s p o te n z i e l l e n B I P )




                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Quelle: WSI, OECD 2003; eigene Berechnungen




                                                                                                                                                                                                                    Dr. Dierk Hirschel                                                                 German Trade Union Confederation




                                                                                                                                                                                                                                                                                56
                                       Exkurs
                              Internationaler Vergleich

Entwicklung der Defizitquote im internationalen Vergleich

                        1996       1997   1998   1999    2000     2001     2002     2003
   EWU                  -4,3       -2,6   -2,3   -1,3     0,1     -1,7     -2,3     -2,7
   Deutschland          -3,4       -2,7   -2,2   -1,5     1,3     -2,8     -3,5     -4,1
   Dänemark             -1,0        0,4    1,1    3,2     2,5      2,8      2,0      0,8
   USA                  -2,2       -0,9    0,3    0,7     1,4     -0,5     -3,4     -4,9
   Großbritannien       -4,2       -2,2    0,1    1,1     3,9      0,7     -1,5     -2,9
   Japan                -5,0       -3,8   -5,5   -7,2    -7,4      -6,1    -7,1     -7,4



  Quelle: OECD Outlook Nr. 74, Paris 2004




                    Dr. Dierk Hirschel           German Trade Union Confederation




                                            57
Ein gemeinsamer
Wirtschaftsraum


Ronald Janssen
EGB




                 58
Ronald Janssen, EGB: EIN GEMEINSAMER WIRTSCHAFTSRAUM


VORTEILE EINES GEMEINSAMEN WIRTSCHAFTSRAUMS
•  Mehr Effizienz und Produktivität
   – Statische Effekte:
           • Internationale Arbeitsverteilung
           • Economies of Scale
   – Dynamische Effekte:
           • Mehr Konkurrenz = Mehr Innovation (Produkt- oder Prozessinnovation)
•  Effizienz und Produktivität: notwendig für Wachstum und Wohlstand
•  Auch gut für Beschäftigung?
•  Ein alter Bekannter: Ccechini
•  Kurzfristig: Produktivität vernichtet Arbeitsplätze
•  Langfristig: Sinkende Preise, höhere Nachfrage und Wachstum
•  Nettoeffekt: Leicht positiv, aber sehr positiv, wenn die gesamte Wirtschaft
   unterstützt wird




                    VERGLEICH MIT VS
                                                80     95      2002
         • BBP pro Stunde in %
           von VS                       EU      85     96      92
         • VS = 100
                                        DE      96     102     102

                                        FR      94     110     106

                                        IT      95     105     96

                                        UK      72     85      83

                                        SP      69     85      72




                                        59
                        VERGLEICH MIT VS
             BBP pro    80-90               90-95           95-2000
             Stunde, %
             Änderungs-
             raten
             EU 15      2.3                 2.6             1.5



             VS              1.4            1.1             2




•       Die Praxis bisher :
    –     Mehr Exporte nach B 10, dann Importe
    –     114.000 Arbeitsplätze in EU 15
    –     EU 15 Import von B -10 : 1% von BBP
    –     Wirtschaftsgewicht B – 10 = Wirtschaft der Niederlande
    –     B 10 muss jetzt EU – „acquis‟ übernehmen (Produktstandards, Umweltschutz,…)


PROBLEME UND GEFAHREN EINES WIRTSCHAFTSRAUMS
 Nicht zu vermeiden : Neustrukturierung von Beschäftigung
 Gefahr einer „Schmutzkonkurrenz“: Lohndumping, Sozialdumping, Steuerdumping
 Differenz in Lohnstückkosten
 Zwischen 16 und 53% von EU-15
 Steht gegenüber : Infrastruktur/Kommunikationsprobleme
 Missbrauch und politisches Spiel von Unternehmerlobby
 Unternehmenssteuern: Das Spiel von « Beggar – thy neighbour »Von 15 BIS 24%,
  EU 15 : 32%


EGB STELLUNGNAHME
 Nicht nur „einen Binnenmarkt‟ schaffen, sondern auch: Beschäftigungspolitik
   machen
  – eine richtige und vernünftige Wirtschaftspolitik machen
  – und einen gemeinsamen Sozialraum schaffen


RESTRUKTURIERUNG VON BESCHÄFTIGUNG
 Die richtigen Antworten: Die Arbeitnehmer unterstützen und begleiten
  – Bildung, lebenslanges Lernen
  – Unterstützung bei der Suche nach einem anderen Arbeitsplatz

                                            60
    –   Arbeitslosenunterstützung




   Die falschen Antworten
    – Die Gefahr der « Niedrig-Job-Falle » (Kombination Agenda 2010 und Fehlen
        von Mindestlohn)
    – Die Gefahr von Lohnsenkungen, Arbeitszeitverlängerung und Sozialpakten auf
        Unternehmensebene

ANGEBOTS- UND NACHFRAGEPOLITIK
•  Arbeitslose begleiten reicht nicht! Es muss auch Arbeitsplätze geben
•  Aktuelles Beispiel
•  Hier gibt es wirklich Bedarf an Strukturreformen in Europa: Die Wirtschaftspolitik
   muss nicht nur die Preisstabilität, sondern auch das Wachstum berücksichtigen
•  EU-11:
  – Stabilitätspakt : 3 und 0% Defizit
  – Zinspolitik der EZB : Zu zögerlich, kein Vertrauen
•  EU-10:
   – Niedrige Verschuldung, höhere Defizite und Investitionsbedarf
   – Durch Währungsanbindung an den Euro ein Spielchen von Finanzmärkten?
   – Inflation: 3% oder weniger, um in den Euroraum zu kommen


TARIFSYSTEME STÄRKEN
•  Im EU-15: Lohnsenkungen vermeiden durch Stärkung von Systemen der
   Kollektivverhandlung
•  Im EU-10: Reallohn und Produktivität
•  Rolle des EGB : Koordinierung von Lohn-/ Kollektivverhandlungen




                     DECKUNGSRATEN UND
                        TARIFBINDUNG
                                    TARIFBIND.          GRAD
                                                        ORGANISATION
          DE                        67%                 28%
          GROSS BRIT                36                  29
          ANDERE EU15               80 BIS 90%          35 – 80
          POLEN                     40                  15
          UNGARN                    34                  20
          TSJ                       25                  30
          LITAUEN                   10-15               15
          SLOWENIEN                 100                 41
                                          61
  MINDESTLÖHNE IN EU 25
  1500
                                 1998    2001   2003   2003


  1250



  1000



   750



   500



   250



       0
           PT ES GR IE   UK FR BE NL LU BG RO LV SK LT EE TR CZ PL HU SI MT




  MINDESTLÖHNE IN KKP
1400

1200

1000

 800

 600

 400

 200

   0
       RO     LT    SK      TR      CZ     ES     EL     IE   FR   NL   US




                                         62
       EGB KOORDINATION
   LOHNBILDUNG (Löhne minus
     Inflation und Produktivität)
                 2000                 2001                     2002                 2003

Tsj R            -1.6                 0                        4                    3.7

Ungarn           1.2                  2.9                      9.1                  5.7

Poland           -3.6                 6.2                      -1                   -1.1

Slovakia -5.1                         -3.6                     2.1                  -3.3

Lithuania -10                         -8.5                     -0.9                 -0.4




DYNAMIK VON REALLÖHNEN
                                     R e allohninde x

 180

 160

 140                                                                                       BG

 120                                                                                       CZ
                                                                                           HU
 100                                                                                       Pl
  80                                                                                       RO
                                                                                           SK
  60
                                                                                           SL
  40                                                                                       LT

  20

   0
       1992   1993   1994   1995   1996   1997   1998   1999   2000   2001   2002




                                          63
EINEN EUROPÄISCHEN SOZIALRAUM BILDEN
•  Sozial, aber auch ökonomisch macht dies Sinn, um eine Konkurrenz auf der Basis
   von Niedriglöhnen und schlechten Arbeitsbedingungen zu vermeiden (IAO-
   Philosophie)
•  Beispiel Arbeitsstundendirektive
•  Rolle des europäischen sozialen Dialoges

INDUSTRIEPOLITIK UND INNOVATION
•  Auch notwendig für EU-10
•  Es gibt nicht überall Niedriglöhne
•  Welche Rolle haben die Gewerkschaften?
•  Von Europa aus: Reform der Strukturfonds?




                                        64
Politische Realitäten und
Entwicklungsziele aus der Sicht
des Landes Mecklenburg-
Vorpommern


Helmut Holter
Minister für Arbeit, Bau und
Landesentwicklung des Landes
Mecklenburg-Vorpommern




                   65
Rede Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung des Landes
Mecklenburg-Vorpommern


Sehr geehrte Damen und Herren

für die Zukunft Vorpommerns ist es von großer Bedeutung, welche Rolle Stettin
einnehmen wird. Auch wenn vieles offen ist und sich die Verhältnisse in der größer
gewordenen Europäischen Union erst noch ordnen müssen, lassen sich einige
Entwicklungstendenzen bereits ausmachen. Im Projekt South-Baltic-Arc – Südlicher
Ostseebogen – geht es um die Kooperation der Region, die sich entlang der Via
Hanseatica von Lübeck über Rostock, Stettin und Danzig bis nach Riga und St.
Petersburg erstreckt.

Der Planungsverband Vorpommern hat ein Gutachten zum Stand dieses Projekts in
der Grenzregion erstellt und sich dabei auf das Städtedreieck Stettin-Neubrandenburg-
Greifswald mit den jeweiligen Verflechtungsräumen konzentriert. Ich möchte einige
Akzente der Studie hervorheben.

Östlich der Linie Rostock-Berlin dominiert Stettin mit mehr als 400.000 Einwohnern die
Region. Die nächsten Großstädte – Danzig, Posen oder Breslau – sind 200 Kilometer
und mehr entfernt. Bis vor einem halben Jahrhundert war Stettin das Oberzentrum für
ganz Pommern. Geschichtlich kein sehr großer Zeitraum, so dass vieles dafür spricht,
dass historische Beziehungen wieder wachsen werden.

Beide Regionen haben mit Bevölkerungsrückgang zu kämpfen. Bis 2020 wird sich die
Einwohnerzahl Mecklenburg-Vorpommerns um voraussichtlich 14 Prozent verringern.
Das wird vor allem in den Zentralen Orten zu spüren sein. In Westpommern sieht die
Bevölkerungsprognose nicht ganz so düster aus, hier wird mit einem Rückgang von
rund sieben Prozent bis 2030 gerechnet. Eine Reaktion auf die demografische
Entwicklung im Nordosten Deutschlands ist das neue Raumentwicklungsprogramm
des Landes, das eine Straffung des Zentrale-Orte-Systems vorsieht.

Das sensibelste Thema in der Grenzregion ist von Beginn der Diskussion an wohl der
Arbeitsmarkt. Zum einen hoffen Arbeitgeber auf gut ausgebildete und trotzdem billige
Arbeitskräfte.

Zum anderen fürchten Arbeitnehmer in dieser strukturschwachen Region die
Konkurrenz. Die Erfahrung zeigt, dass Wochenendpendler aus Polen und Menschen,
die dauerhaft weggehen, eher in wirtschaftsstarke Zentren wie Hamburg oder Berlin
abwandern. Deshalb rechnen Experten mit nur geringen Zuzügen in Mecklenburg-
Vorpommern. Der prognostizierte Einwohnerzuwachs bewegt sich zwischen 400 und
2000 Menschen pro Jahr. Das Potenzial an Tagespendler, die in der Grenzregion nur
kurze Wege haben, wird aller Voraussicht größer sein, die Gutachter rechnen mit fünf-
bis 10.000 in beide Richtungen.

Um Wirtschaft und Arbeitsmarkt beiderseits der Grenze nicht zu überfordern, sind für
die Arbeitnehmer- und Dienstleistungsfreizügigkeit Übergangsregelungen geschaffen
worden. Diese Regelungen erlauben es, nach zwei bzw. fünf Jahren neu zu
entscheiden und die Bestimmungen zu lockern oder gegebenenfalls aufzuheben. Es
wird sich zeigen, ob die Entwicklung eine Fristverkürzung sogar wünschenswert
erscheinen lässt. Etwa weil sich in bestimmten Branchen ein Fachkräftemangel
einstellt oder weil die Migration für Polen durch die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen im eigenen Land weniger attraktiv wird.
                                           66
Stärker entwickeln wird sich wahrscheinlich der Einkaufstourismus. Die Attraktivität der
Großstadt Stettin ist für die deutschen Nachbarn in den letzten Jahren deutlich
gestiegen. Das spiegelt sich in Vielfalt der Autokennzeichen in der Stadt genauso wider
wie in den Zahlen der Gutachten. Von den Einwohnern Neubrandenburgs zum
Beispiel, die gelegentlich in anderen großen Städten einkaufen, fahren nach eigenen
Angaben genauso viele zum Einkaufen nach Stettin wie nach Berlin, etwa jeder vierte.
Einwohner aus dem Umland der Vier-Tore-Stadt fahren sogar häufiger ins
Nachbarland als in die Bundeshauptstadt.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind bisher noch nicht entwickelt. Doch es gibt
auch gute Beispiele.

So bezieht die Yachtwerft Greifswald Schiffsrümpfe aus Polen und kann so
konkurrenzfähige Endprodukte anbieten. Beispiele, bei denen beide Seiten profitieren,
sollten Schule machen. Bei der Gastronomie liegen Chancen und Risiken eng
zusammen. Wo sich für den Kunden mehr Vielfalt bietet, entsteht für den Einzelhändler
oder Hotelier Konkurrenz. Hier sollten neue Kooperationsformen ausprobiert werden.

Was im wirtschaftlichen Leben noch wachsen muss, ist auf der politischen Ebene
schon ein gutes Stück vorangekommen. Es gibt gemeinsame Expertengruppen,
Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Europäischen Beschäftigungsstrategie und
viele gemeinsame Einzelprojekte.

Genannt seien die Jugendbauhütte Stralsund und das deutsch-polnische
Fernsehzentrum in Rothenklempenow sowie verschiedene Städte- und
Schulpartnerschaften. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Projekte zur Förderung der
interkulturellen    Kompetenz       innerhalb      des      Arbeitsmarkt-     und
Strukturentwicklungsprogramms von Mecklenburg-Vorpommern.

Es ergeben sich mindestens zwei Szenarien für die Zukunft. Das erste zeigt eine auf
die jeweiligen regionalen Zentren bezogene Entwicklung: Der polnische Teil der
Grenzregion orientiert sich nach Stettin, der deutsche nach Greifswald und
Neubrandenburg. Damit wäre die Metropole Stettin sowohl als Wirtschafts- als auch als
Hochschulstandort von zweitrangiger Bedeutung.

Wegen konkurrierender Tourismusräume wird es kaum zum Ausbau der Verkehrswege
kommen und die übrige Infrastruktur wird sich nur wenig entwickeln. Dieses Szenario
zu verfolgen hieße, die Chancen der Osterweiterung ungenutzt zu lassen. Das kann
nicht Ziel der Landespolitik sein.

Anders sieht es aus, wenn Stettin zum grenzüberschreitenden Dienstleistungszentrum
für die gesamte Region wird. Wenn sich ein attraktiver Wirtschaftsraum mit Kontakten
in den ganzen Ostseeraum herausbildet. Wenn eine begehrte Urlaubsregion entlang
der Ostseeküste und an den Seenplatten entsteht. In diesem Fall gewinnen beide
Seiten.

Deshalb ist es im Sinne der Menschen beiderseits der Grenze, wenn die
Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Firmen verstärkt wird. Wenn von beiden
Seiten tatkräftig, aber mit Augenmaß an der Vorbereitung eines gemeinsamen
Arbeitsmarktes gearbeitet wird. Und wenn die Politik nicht mit dem Ziel gestaltet wird,
die Unterschiede zu pflegen, sondern die Gemeinsamkeiten zu suchen. Ich hoffe, dass
Ihre Tagung viele Anregungen genau dazu bietet und wünsche Ihnen ideenreiches
Arbeiten.
                                            67
Politische Realitäten und
Entwicklungsziele
aus der Sicht der Wojewodschaft
Westpommern


Prof. Zygmunt Meyer
Marschall der Wojewodschaft Westpommern




                   68
Räumliche Bedingtheiten und Entwicklungsperspektiven im Raum Westpommern
Prof. Zygmunt Meyer – Marschall Wojewodschaft Westpommern


Von Anfang an in der Geschichte Westpommerns bildetete der Raum der Odermündung ein
natürliches Zentrum für das gesamte Gebiet, um das sich das wichtigste wirtschaftliche,
kulturelle und administrative Potenzial der Region, der zugleich ein natürliches Hinterland
war, konzentrierte.
In der neuesten Geschichte wurde die Koähsion dieser Region auf eine unnatürliche Weise
infolge einer ganz neuen geopolitischen Lage gefährdert, was zufolge hatte, dass sogar die
engsten sozialen Bindungen abgebrochen wurden.
Wenn wir über die Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten des Raumes in der nahen
Zukunft diskutieren möchten, sollten wir zuerst abschätzen, wie effektiv wir die wirtschaftliche
und soziale Kohäsion des Gebiets wiederherstellen können. Wir sollten uns die Frage
stellen, was müssten wir tun, damit die Handlungen möglich werden und welche
Bedingungen zu erfüllen sind, damit der Prozess wirksam wird. Mit Sicherheit ist das
Wiederherstellen der Kohäsion auf der sozialen Ebene ein anderes Problem als auf der
wirtschaftlichen Ebene. Obwohl ich der Meinung bin, dass sich die Bereiche nicht
voneinander trennen lassen.

Die Bemühungen um den Wiederaufbau der räumlichen Bindungen in diesem Gebiet auf
beiden Ebenen haben schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Grösse
erreicht, als innerhalb der Euroregion Pomerania direkte Kontakte der lokalen
Gebietskörperschaften zum täglichem Brot wurden und wir angefangen haben über eine
gemeinsame Entwicklungsstrategie nachzudenken. Die in dieser Zeit erbrachten Leistungen
sind insbesondere im Bereich des Aufbaus der sozialen Verflechtungen sichtbar und das
Datum 1. Mai 2004 wurde irgendwie zum Symbol neuer unbeschränkter Möglichkeiten auf
diesem Feld.
Anders und sicherlich viel schwieriger verlaufen in Westpommern die wirtschaftlichen
Integrationsprozesse. Um meine Darlegung verständlich zu machen, erlaube ich mir dieses
Gebiet - Westpommern als das östliche Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern
und die Wojewodschaft Westpommern zu betrachten.
Raum-, Kooperations- und Marktverflechtungen wurden in beiden Richtungen „effektiv”
beeinträchtigt.   Dem westlichen Teil ist das natürliche Metropol-Gebiet abhanden
gekommen, dessen Potenzial und Ausstrahlungskraft immer über eine effektive und
nachhaltige Entwicklung des natürlichen Hinterlandes entscheiden. Infolge dessen sind
Gebiete entstanden, die einen sichtbar depresiven und marginalen Charakter aufweisen,
ähnliche wirtschaftliche Probleme haben und weiterhin durch die Marginalisierung bedroht
sind.
Die Situation hat sich geändert, zumindest wenn es um das Schaffen von Bedingungen für
die Restrukturierung dieses Raumes nach dem EU-Beitritt Polens geht. Wenigstens
theoretisch gibt es keine formellen und Programmhindernisse für die gemeinsamen
Handlungen zur Restrukturierung dieses wirtschaftlichen Raumes, zum Schaffen von
Bedingungen für den Aufbau einer räumlichen Kohäsion, kurz gesagt, Bedingungen für
gemeinsame Handlungen und Projekte. Damit es auch praktisch möglich wird, müssten wir
überlegen, wo die Potenziale in diesem Gebiet liegen, wo es Vorteile gibt, und vor allem wie
man die wirklichen Gefahren in diesem Prozess nivellieren kann.
Wenn man Westpommern aus der Vogelperspektive betrachtet, kann man genau historisch
gebildete Transportkorridore sehen, die für jede Transportart zugänglich sind. Man sieht
Stadtnetze von Greifswald im Norden über Neubrandenburg, Schwedt auf der westlichen
Oderseite als auch Gryfino, Police, Stargard Szczeciński, Goleniów i Świnoujście auf der
östlichen Seite mit dem sichtbaren Zentrum dieses Raumes in Stettin. Die räumliche
Verkehrsinfrastruktur konzentriert sich um Stettin, wo sich der Oderkorridor - als eine
natürliche Verbindung mitteleuropäischer Wege und der Ostsee – mit dem historisch
                                             69
gebildeten Weg, der die Hansestädte von der Nordsee und der östlichen Ostseezone also
von Hamburg, über Stettin, Danzig, Kaliningrad bis St. Petersburg verbindet, kreuzt, – durch
Planer Via Hanseatica genannt.
Die Bedeutung der Transportkorridore für die Entwicklung Westpommerns ist sehr gross und
das Schaffen von guten Bedingungen für den Empfang und Abwicklung der Transporte wird
eine Vorausetzung sein, um das Potenzial zu nutzen. Bemerkbar macht sich das
Ungleichgewicht beim Investieren in die Transportwege auf den beiden Oderseiten. Dieser
Moment, ist nicht der richtige, um nach den Ursachen des Zustands zu suchen, die aber den
Teilnemern hiesiger Debatte bekannt sind. Ich möchte noch kurz auf das Problem der
Verbindung Via Hanseatica eingehen. In der neuen Konstellation wird Via Henseatica als
Teil eines großen, baltischen Verkehrsrings die Rolle einer Integrationsachse mit einem
bedeutenden Anteil an Waren- und Personentransit übernehmen. Man sollte auch daran
denken, dass für die wirtschaftliche Entwicklung des südlichen Ostseeraumes die Schifffahrt
in Form von "short-sea shipping" eine wichtige Rolle haben kann. Kurze
Schifffahrtsverbindungen bilden die Achse der neuen EU-Transportstrategie als Reaktion auf
den wachsenden Strom von Autotransport in übermässig konzentrierten Gebieten. Das ist
eine der Chancen für die Häfen im südlichen Ostseeraum, insbesondere für den Stettiner
Hafen, der eine Rolle als Drehscheibe auf der Achse Berlin-Ostsee übernehmen sollte, auf
einer Achse, die bis heute nicht ausreichend genutzt wurde, was zur großen Disparitäten im
Investitionsvolumen auf beiden Seiten fürte. Ich habe natürlich nur einige der Probleme
genannt, Probleme, die eine fundamentale Bedeutung beim Schaffen vom Verkehrszugang
der Region haben. Man sollte natürlich an die Notwendigkeit der Aktivitäten auf der lokalen
Ebene, wie z.B. Handlungen zur Lösung von Verkehrsproblemem im Raum Wollin/Usedom
denken. Wir arbeiten intensiv daran und ich hoffe, dass wir es für beide Seiten
zufriedenstellend lösen.
Die Wojewodschaft Westpommern kann in 4 funktional verschiedene Wirtschaftsgebiete
eingegliedert werden, die jeweils mit unterschiedlicher Stärke den Prozess der
wirtschaftlichen Integration Westpommerns beeinflußen werden. Das Gebiet der Metropole
Stettin, das die Stadt Stettin, die Städte Police, Gryfino, Stargard Szczeciński und Goleniów,
als auch das funktional mit den Städten verbundenes Świnoujście umfasst. Dies ist das
Schlüsselgebiet für die heute disskutierten Visionen. Dieses Gebiet enthält 60% des
gesamten Wirtschaftspotenzials der Wojewodschaft Westpommern, hier wird 65% des BIP
erwirtschaftet, hier gibt es 14 von insgesamt 16 Hochschulen in der Wojewodschaft. Stettin
selbst bildet ein wirtschaftliches und administratives Zentrum der Region und der
Wojewodschaft und ist der Sitz vieler regionaler business-unterstützender Institutionen.
Dieses Gebiet unterliegt sehr starken Restrukturierungsprozessen, die durch eine große
Anspannung im Bereich der Anpassung und des Findens des eigenen Entwicklungsweges
gekennzeichnet ist, in einer nicht ausreichend geförderten sozialen Sphäre. Insbesondere
wird es sichtbar in der maritimen Wirtschaft, die immer auf diesem Gebiet ein
herausragender Wirtschaftszweig war und kontinuirlich eine solche Rolle spielt. Eine
dynamische Entwicklung der Branchen Dienstleistung und Verarbeitende Industrie -
basierend auf KMU - haben die Folgen der Regression im maritimen Unternehmenssektor
ausgeglichen. Obwohl der Prozess dynamisch und kontinuirlich verläuft, gibt es immer noch
keine Antwort auf die Frage, in welcher Richtung die Restrukturierung dieses Sektors
erfolgen muss. Wir sind heute nicht imstande, die Fragen zur Zukunf der Schiffsbau-,
Reparatur-, und Schifffahrtsunternehmen zu beantworten, nicht einmal die Frage über die
zukunftige Funktion des Hafenkomplexes. Mit solchen Problemen haben alle Gebiete zu
kämpfen, die nach einer Restruktuierung nach neuen Wegen suchen und in der Realisierung
keine fertigen Lösungsmuster oder -konzepte finden. Die Weltwirtschaft bevorzugt effektive
und schnelle Anpassungshandlungen im Bereich Dienstleistungen und Produktion, die die
Wirtschaft auf dem Wissen, Technologiefortschritt, funktionsfähigen Innovationssystemen
und v.a. auf einer globalen Zusammenarbeit aufbauen.


                                            70
Es scheint so, dass gerade das Stettiner Ballungsgebiet viele Vorteile hat, um sich dank dem
natürlichen wirtschaftlichen Hinterland den Herausforderungen zu stellen und effektiv die
Entwicklungsziele zu realisieren.
Ein unbestrittener Vorteil ist das Wissenschafts- und Bildungspotenzial der Stettiner
Hochschulen. Das Schaffen von Bedingungen für die Bildung von 65 Tsd. Studenten und für
die Umsetzung ihrer beruflichen Pläne nach dem Studienabschluss ist gerade in dieser
Region Europas ein vorrangiges Ziel für uns und wird eine entscheidende Bedeutung für die
Zunkunft Westpommerns haben.
Bei den Überlegungen zur Rolle des Stettiner Ballungsgebietes im Raum Westpommern darf
man das vorhandene Potenzial der unternehmensorientierten Dienstleister nicht vergessen.
Zahlreiche finanzielle Institutionen und Firmen, die den Unternehmen ihre Leistungen
anbieten, entscheiden über die Bedingungen des Wirtschaftens.
Laut Globlisierungstheorien (u.a. Theorie über eine temporäre Entwicklung oder die neue,
internationale Arbeitsteilung) ist eine intensive Entwicklung zahlreicher Wirtschaftsbereiche
mithilfe des eigenen Kapitals bei den heutigen wirtschaftlichen Realitäten nicht möglich. Wir
können oder müssen sogar das Potenzial durch gut entwickelte Kooperations-, Kapital-, und
Humanverflechtungen im Rahmen des beschriebenen Wirtschaftsgebietes stärken.

Ein solches Gebiet braucht gut entwickelte räumliche Verflechtungen, die auf einer
Agglomeration aufbauen, die fähig ist, notwendige Impulse für die Entwicklung der gesamten
Region an der Odermündung zu schaffen.

Das Problem der Kohäsion des Gebiets, hervorgehoben in der Entwicklungsstrategie der
Wojewodschaft Westpommern bis 2015, die die Rahmen- und Politikrichtungen in der
Region beim Aufbauen einer notwenigen Partnerschaft aufzeigt, die strategisch und sowohl
für die Standortentwicklung als auch für die Visionen einer gemeinsamen sozio-
wirtschaftlichen Region wichtig ist. Die Strategie weist auf viele Bereiche des gegenseitigen
Einwirkens und der Herausbildung einer gemeinsamen Politik im Bereich: räumliche
Planung, Umweltschutz und Grenzzusammenarbeit hin.
Bei der Analyse des Problems der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des gemeinsamen
Wirtschaftsraumes Mecklenburg-Vorpommern und der Wojewodschaft Westpommern darf
man nicht deren Position im Ostseeraum vergessen. In diesem Zusammenhang scheint die
These ganz naturlich zu sein, dass das Funktionieren einer am Wasser gelegenen
Wirtschaftsregion ohne eines natürlichen Hafens- und Distributionshinterlandes deutlich die
Entwicklungsmöglichkeiten der Region beeinträchtigt. Das ist ein Hinterland, das z.Z. vieler
Investitionskorrekturen bedarf, vor allem beim Schaffen von Bedingungen, die ein
einheitliches komplementäres Angebot für das nahe wirtschaftliche Hinterland
herauszuarbeiten ermöglichen. Die Änderungen in der Struktur des Güterstroms durch den
Hafenkomplex, bestätigen dieses. Orientiert an ein großindusrielles Schlesien muss der
Hafen heute nach alternativer Ware suchen, die Dienstleistungen diversifizieren und ein
modernes und leistungsfähiges Angebot für die Akteure und die Güterströme organisieren.
Auf solche Dienstleistungen warten Partner auf den beiden Seiten der Odermündung.
Ich hoffe, dass die wenigen von mir ausgewählten und genannten Vorteile die These
bestätigen, dass die Stettiner Agglomeration im Prozess der Kohäsion des
Wirtschaftsraums Westpommern mitwirken kann und muss.




                                            71
Einführungsreferat


Siegfried Wack
Landrat des Landkreises Uecker-Randow,
Deutsch-Polnische Gesellschaft




                   72
Einführungsreferat Siegfried Wack, Landrat des Landkreises Uecker-Randow,
Deutsch-Polnische Gesellschaft


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich über Ihre Anfrage, heute ein Referat über die Entwicklungschancen
unserer Grenzregion zu halten, außerordentlich gefreut.

Vor gut einem Monat hatten wir alle Gelegenheit, das historische Datum der EU-
Erweiterung an der deutsch-polnischen Grenze gemeinsam hautnah miterleben zu
können.
Welche Dimension dieser wichtige Schritt zur Neuordnung des Europäischen
Kontinents tatsächlich besitzt, dürfte uns allen erst allmählich bewusst werden.

Tatsache ist jedenfalls, dass noch vor 15 Jahren – also in der Geschichte eine
lächerlich kurze Zeitspanne – es noch niemand für möglich gehalten hätte, was heute
vor uns liegt.

Von Tag zu Tag spürbar wachsende Normalität

So nehmen wir mit großer Befriedigung zur Kenntnis, wie sehr Begegnungen und
Konferenzen wie diese von Gestern und Heute schon ein Stück Normalität geworden
sind, zumindest für uns, die wir an der Grenze leben.

Wenn man wie ich den ebenfalls langwierigen Prozess der deutsch-französischen
Freundschaft im Saarland von Kindesbeinen an mit erlebt hat, kann sich angesichts
dieser europäischen Fortschritte kaum einer inneren Bewegtheit entziehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

uns interessiert heute zwar auch die historische Dimension der jüngsten Ereignisse.

Vorrangig sind wir jedoch zusammen gekommen, um auszuloten, welche
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Folgen aus dem EU-Beitritt Polens für uns
erwachsen können.
Mit uns meine ich die Euroregion Pomerania, d. h. die polnische Wojewodschaft
Westpommern, das deutsche Vorpommern mit den brandenburgischen Landkreisen
Uckermark und Barnim und die südschwedische Region Schonen.

Sie werden erkannt haben, dass ich damit eine Geografie beschrieben habe, die vor
Jahrhunderten zur Hanse gehörte bzw. mit ihr einen intensiven Handel betrieb. Ihr
Netzwerk könnte auch für unsere heutige Zeit durchaus inspirierend sein.
Was sollte uns also abhalten, diese alten Handelswege wieder neu zu beschreiten?

Hier, in diesem Spannungsfeld, reift seit Jahren eine kontinuierliche Verständigung, ein
Konsens, der sich nicht zuletzt in ihrer zweitägigen Konferenz manifestiert.




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Von der Peripherie ins Zentrum der EU

Notgedrungen, aber auch vom Willen, den jeweils anderen Partner kennen zu lernen,
haben wir, die wir in Grenznähe wohnen bereits Kontakte angeknüpft und Erfahrungen
ausgetauscht, als viele anderen noch gar nicht daran dachten

In diesem Ort fand am 6. Dezember 1991 eine Zusammenkunft statt, in der es um eine
institutionelle Zusammenarbeit mit unserem polnischen Nachbarn ging. Auf Einladung
des damaligen Kreis- und Städtetages Vorpommern referierten Herr von Malchus als
Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen und Herr Gappe als
Geschäftsführer der erfolgreichen Grenzregion EUREGIO an der deutsch-
niederländischen Grenze über die Formen der Zusammenarbeit in den sog.
Euroregionen.

Meine eigenen Erfahrungen aus dem Saar-Lor-Lux-Raum trugen vielleicht auch dazu
bei, die Idee der Euroregion Pomerania voranzutreiben. Zehn Jahre Deutsch-Polnische
Gesellschaft weisen auf die Erkenntnis hin, dass die Kooperation mit den polnischen
Nachbarn immer mehr Anhänger gewann.

Geografische Nähe erleichtert es einem, lokale und regionale Gemeinsamkeiten zu
entdecken.

Viele Regionen nehmen nach der gewaltigen Osterweiterung der Europäischen Union
für sich in Anspruch, von der Peripherie ins Zentrum Europa gerückt zu sein. Der
Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, dies mit Argumenten zu unterlegen. Es ist
legitim und wirkt für die Politik stimulierend und motivierend.

Wo befinden wir uns?

Zumindest geografisch ist es nicht an den Haaren herbeigezogen, wenn wir uns an
interessanter Stelle sehen.

Einige von Ihnen kennen die Modelle regionaler und überregionaler Kooperation:

Das    sogenannte     Brückenmodell     würde     bedeuten,   dass   sich    zwei
Agglomerationszentren – in unserem Falle beispielsweise Warschau und Berlin – sich
verständigen und die Entwicklung über uns hinweg ginge.

Uns wesentlich angenehmer stellt sich natürlich das sogenannte Drehscheibenmodell
dar. Hier wirkt die Region selbst als zentraler Akteur, dessen Einfluss auf das Umfeld
wirkt. Hier nehmen wir also Entwicklung selbst in die Hand.

Parallel dazu existiert noch das Achsenmodell, welches regionale Kooperationen
entlang der großen Verkehrswege zu beschreiben sucht.

Stettin gewinnt Funktion als Oberzentrum der Region

Ganz gleich welchem Modell Sie den Vorzug geben wollen, ich setze entschieden auf
eine wachsende Rolle der Großstadt Stettin.

Wenn auch unsere Landesraumordnung und das zentralörtliche System keine
ausländische Nachbarn kennt und auch Bevölkerungsprognosen für unseren
Grenzraum ohne die denkbaren Einflüsse aus dieser Nachbarschaft erstellt werden, so
pflege ich im Regionalen Planungsverband immer darauf hinzuweisen, dass
                                           74
Entwicklungsstrategien auf keine Fall ohne den polnischen Nachbarn gemacht werden
dürfen.


Dabei wird die historische Funktion der Stadt Stettin als natürliches Oberzentrum der
Region bis nach Greifswald, Neubrandenburg und Stralsund auf deutscher Seite
ausstrahlen. Nicht umsonst haben sich die Landkreise Mecklenburg-Strelitz, Demmin
und die Stadt Neubrandenburg für eine Mitgliedschaft in der Kommunalgemeinschaft
Pomerania entschieden.

Auf der Zeitschiene und gemessen an den Entfernungen hat die Vergangenheit
gezeigt, dass benachbarte Partner sehr viel schneller zueinander finden.

Wie eingangs bereits kurz skizziert, haben wir in der unmittelbaren Grenzregion
keineswegs in den Jahren vor der EU-Erweiterung die Hände in den Schoß gelegt.

Vielmehr war diese Phase von unzähligen Besuchen, Gegenbesuchen, Konferenzen,
Kulturaustauschen und ebenso regen schriftlichen wie fernmündlichen Kontakten
geprägt.

EU-Strukturpolitik

Wie Sie wissen wird Mecklenburg-Vorpommern auch in der neuen Förderperiode Ziel-
1-Gebiet bleiben und wird somit ebenso wie unser Nachbar Polen von der
europäischen Kohäsionspolitik profitieren - immerhin werden dafür im
Jahresdurchschnitt 34% des EU-Haushalts d.h. ca. 48 Mrd. € bereitgestellt.

Dreiviertel  davon     entfallen   auf    Regionen     und     Mitgliedstaaten    mit
Entwicklungsrückstand.

Erfreulich für uns ist, dass die EU-Kommission auch in der Reform der Strukturpolitik
auf Europäische territoriale Zusammenarbeit setzt, d. h. dass sie auf die Erfolge von
INTERREG aufbauen will, um eine harmonische Integration des Unionsgebiets zu
fördern.

Konkret sieht sie folgende Schwerpunkte:
1. Einbeziehen der Seegrenzen in die Grenzregion
2. Transnationale Zusammenarbeit
3. Interregionale Zusammenarbeit
4. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit an den Außengrenzen

Hier gewinnt die Euroregion Pomerania an Bedeutung, da die Kommission strenge
Regeln der Zusammenarbeit vorschreiben wird und ein fortgeschriebenes
gemeinsames Entwicklungs- und Handlungskonzept ein wichtiges Instrument für den
Einsatz von Fördermittel darstellen wird. Erfreulicherweise will Brüssel das
Verwaltungssystem stark vereinfachen.

Konzepte

Auf dieser bereits vorhandenen Basis und den gebotenen Fördermöglichkeiten müssen
wir jetzt versuchen, schnellstmöglich gemeinsame Konzepte zur Vermarktung unserer
Region beiderseits der Grenze zu entwickeln.


                                          75
Dabei ist stets zu beachten, dass sich innerhalb einer Großregion immer zahlreiche
variable Geometrien entwickeln. Das hängt von den jeweiligen Partnern ab und davon
in welchem Maße gleiche Interessen vorliegen.

Stettiner Haff/Zalew szczecinski

Gestatten Sie mir, dass ich an dieser Stelle einige Betrachtungen anstelle, die sich auf
die Region um das Stettiner Haff beziehen.

Unser Regionalmanagement hat in Zusammenarbeit mit dem Regionalen
Fremdenverkehrsverband Vorpommern die Chancen untersucht, inwieweit man diese
Grenzregion „Rund ums Stettiner Haff“ als ein touristische Produkt betrachten kann,
um dies als solches zu vermarkten.

Was viele nicht wissen: Das Stettiner Haff ist um 165 Quadratkilometer größer als der
Bodensee.

In dieser Haffregion wohnen rd. 850.000 Einwohner auf einer Fläche von 7.318
Quadratkilometer.

2002 wurden auf deutscher Seite 519 Beherbungsunternehmen gezählt und auf der
polnischen Seite 312.

Die Anzahl der Betten betrug auf deutscher Seite 32.200 und auf polnischer Seite
36.500.

Zusammen zählte man rd. 6,8 Mio. Übernachtungen.

Was liegt also näher, diese Region über ihre starke Seite mit einander zu vernetzen,
eine touristische Dachmarkte zu schaffen und im Wettbewerb der Tourismusregion
gemeinsam grenzüberschreitend aufzutreten.

Das was wir bereits in Berlin und Hamburg mit einer gemeinsamen Präsentation des
Wirtschafts- und Sozialraumes Stettin, Police und Uecker-Randow getan haben und
demnächst im Saarbrücken, Metz, Luxemburg, Trier tun wollen, könnte durchaus auf
die weiteren Anrainer des Haffs, Kamien Pomorskie, Swinouscie, Goleniow, Gryfino
und Ostvorpommern ausgedehnt werden.

In der 2. Anrainerkonferenz am 21. Juni in Stettin werden wir diesen Gedanken
vertiefen und vielleicht schon mit den genannten kommunalen Körperschaften zu einer
gemeinsamen Koooperationsvereinbarung kommen.

Über die Kommunen muss versucht werden, auch andere Akteure und Mitstreiter in
der Region zu gewinnen. Eines dieser Projekte zielt auf die klein- und
mittelständischen Unternehmer (KMUs) diesseits und jenseits der Grenze.

Mit einer sog. Kooperationsoffensive für die eben angesprochene Gruppe geht es um
drei Zielbereiche:

1. Unterstützung der KMU-Kooperation in der Grenzregion Pomerania durch die
Bereitstellung   informationstechnischer   Infrastruktur  als  deutsch-polnische
Kooperationsbörse im Internet, damit Kooperationsaufbau und -umsetzung effizienter
verlaufen können.

                                            76
2.   Unterstützung      der   KMU       beim     Aufbau    grenzüberschreitender
Kooperationbeziehungen durch Informationsvermittlung und die Bereitstellung von
Gelegenheiten für Unternehmerkontakte (Suche-Biete-Börse).

3. Unterstützung der         Arbeitnehmer beim Aufbau grenzüberschreitender
Kooperationsbeziehungen       durch   Informationsvermittlung und gemeinsame
Veranstaltungen.

Insgesamt sind 1500 Unternehmen in der Datenbank präsent, davon ca. 400 deutsche
Unternehmen mit Kooperationswünschen nach Polen und 50 polnische Unternehmen
mit Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmern. Die Disparität
rührt daher, dass die Offerten an einer Beteiligung einen etwas schwierigeren Weg
haben nehmen müssen.

Das Interesse auf polnischen Seite ist jedoch deutlich steigend.
Bei fünf Veranstaltungen waren mehr als 250 deutsche und polnische Unternehmer zu
Gast.

Eng verknüpft mit den Themen der Unternehmen sind natürlich auch Fragen, die mit
dem Arbeitsmarkt zusammenhängen.

Die derzeitige Situation ist auf beiden Seiten der Grenze nicht sehr ermutigend.

Was bewegt uns vor dem Hintergrund dieser hohen Arbeitslosigkeit in Polen?

Genau das, wogegen die Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit einen
Riegel vorschieben wollten.

Wir wissen, dass Polen ein traditionelles Emigrationsland ist. Bis zu 15 Mio. Polen
verließen in den letzten Jahrhunderten ihre Heimat. Die Gründe lagen in der
Fremdherrschaft, in der Armut und zuletzt in der zu ertragenden Diktatur.

Dieser Trend hat sich seit den neunziger Jahren deutlich abgeschwächt, im Gegenteil,
es sind in den letzten zehn Jahren mehrere Hunderttausend Emigranten wieder in ihre
Heimat zurückgekehrt, weil sie für sich in ihrem Land eine persönliche Perspektive
sahen.

34 Prozent der Polen gaben an, für Arbeit ins Ausland gehen zu wollen, darunter sehr
viele im Alter von 15 - 29 Jahren (60%).

Die Gründe werden heute mit den niedrigen Löhne, dem Mangel an Arbeit, dem
niedrigen Lebensstandard und der beruflichen Entwicklung angegeben.

Worauf sind die Hoffnungen der Polen gerichtet?

Polen erwarten nun im Gefolge kräftiger EU-Förderung auf eine                      höhere
Investitionstätigkeit im Lande und damit ein Anstieg der Beschäftigungsquote.

Sie    erwarten     eine     Erweiterung   ihres   Marktes     durch    eine       größere
Dienstleistungfreizügigkeit.

Natürlich setzen sie in diesem neuen Europa auf die Möglichkeiten, wie dies bereits im
Europa der 15 gewesen ist, dort Arbeit aufnehmen zu dürfen, wo sie wollen.

                                            77
Wir sollten davor keine Angst haben. Jede Wohlstandsmehrung in Polen eröffnet auch
unserer Wirtschaft eine Markterweiterung.

Die neue Freizügigkeit als Chance

Von mir ist bekannt, dass ich nicht viel von den ausgehandelten Übergangsfristen
halte. Sie fördern nur eine Attentismus, sie riechen nach Protektionismus, während wir
im Grenzraum schnelle Anpassungen und Wettbewerb brauchen, um nicht wertvolle
Zeit zu verschlafen.

Sie erinnern sich das Ansiedlungsvorhaben der BMW-Group.
Vielleicht wissen Sie auch, dass wir uns mit dem Standort Pasewalk darum beworben
haben.

Das Werk steht heute in Leipzig. Es gab davor mehrere Ausleseprozesse. Wir wissen,
dass wir keinesfalls die ersten waren, die durch das Raster gefallen sind. Aus den
Nachfragen der Münchner wußten wir, unser Hinweis auf das Fachkräftepotential aus
dem Stettiner Raum und die Unterstützungsschreiben aus Police und der Stadt Stettin
haben Interesse geweckt.

Wenn dies auch ein Sonderfall gewesen ist, so unterstreicht der Vorgang, dass
Arbeitnehmermigration aus dem polnischen Raum segensreich sein könnte. Der im
übrigen von vielen Unternehmern in unserer Region beklagte Fachkräftemangel
überzeugt mich vollends von der Unsinnigkeit der Aussetzung der
Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Sehr schnell werden wir überdies vor der Situation stehen, dass unsere Berufsschulen
nicht mehr genügend Abgänger haben werden, um den beruflichen Nachwuchs in den
Betrieben zu sichern.

Statt Übergangsfristen zu zelebrieren, sollte man vielmehr darüber nachdenken, die
Migrationsbarrieren einzureißen und im Gegenteil Anreize zu schaffen.

Wie wir in Vorpommern ist auch die Region Stettin von Abwanderungen junger
Menschen betroffen. Wäre es für unseren Grenzraum nicht besser angesichts des
demografischen Gaus, der uns bevorsteht, alles zu unternehmen, die Menschen hier
zu halten?

Sinnvoll wäre es im Grenzraum nicht nur eine Unternehmerdatenbank aufzubauen,
sondern etwas ähnliches für Fachkräfte anzulegen, dabei denke ich nicht nur an den
grenzübergreifenden Austausch, sondern auch daran, für unseren Arbeitsmarkt
allgemein Pendler und solche, die sich schon ganz nach einem neuen Arbeitsort
orientieren mussten, entweder zu halten oder wieder zurückzugewinnen.

Unsere ganzen Anstrengungen müssen wir darauf konzentrieren, eine breit angelegte
grenzüberschreitende Bildungsoffensive zu starten.

Das     in    Rothenklempenow     gewagte   Projekt,   eine    deutsch-polnische
Lehrlingsausbildung müsste Nachahmung finden. Torgelow und sein kürzlich
eingerichtetes deutsch-polnische Kompetenzzentrum steht für eine Maßnahme, die
nach Fortsetzung ruft.

Über unser Deutsch-Polnisches Gymnasium will ich gar nicht mehr reden.
Einrichtungen dieser Art sind jedoch noch zu wenig vorhanden. Dazu ist es notwendig,
                                           78
dass man über die Chancen, die der Grenzraum in sich birgt, nicht nur redet, sondern
auch mit entsprechenden Lehrerstellen solche Idee Wirklichkeit werden lässt.

Es reicht nicht aus, wenn die Volkshochschule Uecker-Randow jährlich etwa 300
Anmeldungen für den polnischen Sprachunterricht entgegennimmt.

Wenn wir unsere Kompetenzen an der Grenze richtig ausspielen wollen, wird die
Sprache des Nachbarn in Kindergärten, Grundschulen, Regionalschulen und
Gymnasien eine noch wesentlich größere Rolle spielen müssen. Sprachbarrieren
stellen das größte Hindernis für einen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch an der
Grenze dar.

Es muss daher ein radikales Umdenken in der Politik und in den Schulbehörden
einkehren.

Wirtschaftswissenschaftler, Politologen, Soziologen und Planungsingenieure haben
sich in diversen Studien mit der Zukunft der Grenzregionen auseinander gesetzt.
Einigkeit besteht in Fachkreisen darüber, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand
so leichtsinnig ist, eine Zeitschiene oder eine genaue Richtung der bevor stehenden
Entwicklung prognostizieren zu wollen.

Ich halte dies auch für schlechterdings unmöglich.

Was wir jedoch aus uns gegenwärtig vorliegenden Studien, Diskussionsforen und
Einzelinformationen ableiten können, sind mögliche Entwicklungslinien der Wirtschaft,
der Bevölkerungsstruktur und des grenzübergreifenden Zusammenwirken der
ehemaligen Randgebiete.

Stettin als die am weitesten im Westen gelegene Stadt Polens – zwölf Kilometer von
der Grenze und 55 Kilometer von der Ostsee entfernt – zählt zu den sieben größten
Städten unserer Nachbarrepublik.

Als urbane Agglomeration umfasst ihr Großraum die Städte Police, Stargard, Gryfino
und Goleniow.
Insgesamt leben im Einzugsbereich Stettins auf polnischer Seite rund 800. 000
Menschen.

Die geographische Lage der Stadt zwischen Berlin, Danzig, Prag, Stockholm und
Kopenhagen macht Stettin zu einer potentiellen Drehscheibe des neuen Europa an der
Schnittstelle zwischen Ost- und Westeuropa.

Große Hoffnungen in der Stadt Stettin

Ihre Stadtväter erhoffen sich für die nächsten Jahre eine dynamische Entwicklung ihrer
Stadt an der Oder und sehen sich aufgrund des wirtschaftlichen, kulturellen und
intellektuellen Potentials von Stettin in einem überschaubaren Zeitrahmen als wichtiger
Partner Berlins.

Obwohl ich geneigt bin, diesen Optimismus zu teilen, möchte ich an dieser Stelle
innehalten, um ihn zumindest ansatzweise zu hinterfragen.

Betrachten wir die deutsche Seite:

Infrastruktur auf deutscher Seite schwächer
                                            79
Wirtschaftsstrukturell schwach und infrastrukturell vernachlässigt hat das unmittelbare
Grenzgebiet – beispielsweise unser Landkreis Uecker-Randow – eher schlechte
Ausgangsbedingungen zur Bewältigung des bevorstehenden Strukturwandels.

Seine Perspektive, zu einem Transitraum für den europäischen Warenverkehr
zwischen den wirtschaftlichen Zentren zu werden, scheint auf den ersten Blick
wahrscheinlicher als eine selbständige und tragfähige wirtschaftliche Profilbildung.

Geographisch aus der Peripherie in das Zentrum des neuen Europa gerückt, wollen
alle Grenzregionen – und selbstverständlich auch unsere – alles daran setzen, um ihre
Randlage zu überwinden und zu Nahtstellen des Erweiterungsprozesses zu werden.

Die Chancen dieser europäischen Perspektive liegen in der verbesserten Teilhabe an
den Möglichkeiten des erweiterten Binnenmarktes, in einer möglichst frühen Integration
der Arbeitsmärkte und deren bildungs- und ausbildungspolitischen Implikationen.

Chancen zur Überwindung der Randlage

Wir wollen natürlich attraktive Standortbedingungen für größere Unternehmen schaffen
und mit diesem Gesamtprozess die Grenzregionen als attraktive Lebens-, Arbeits- und
Lernstätten wieder beleben.
Nochmals sei an dieser Stelle die Frage gestattet, wie realistisch diese dringend
erhoffte wie benötigte Entwicklung zum Positiven tatsächlich sein kann:

Mehrere Modelle regionaler/überregionaler Kooperation

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie in allen Grenzregionen, so wird auch in unserer zur Zeit mit Hochdruck an
interregionalen europäischen Perspektiven gearbeitet.

Die    grenzüberschreitende   Zusammenarbeit    zwischen      Arbeitsmarkt-   und
Bildungsakteuren, zwischen Wirtschaft und Kommunen ist ein denkbar langwieriger
und facettenreicher Prozess, so dass ich ihn hier rein zeitlich darzustellen nicht
imstande bin.

Sprachbarrieren, unterschiedliche politisch-administrative Strukturen sowie kulturelle
Unterschiede machen die Arbeit, die vor uns liegt, nicht leichter.

Gemeinsamer tagtäglicher Lernprozess im Vordergrund

Was wir vor allem weiterhin beherzigen müssen, ist die Notwendigkeit, Tag für Tag von
einander zu lernen und uns auf einander ein zu stellen.

Wir alle sammeln dabei Erfahrungen und Erkenntnisse, die für die soziale, politische
und wirtschaftliche Integration der EU unabdingbar sein werden.

Klare Verständigung über Ziele aller Akteure

Wir müssen uns – wie Sie bereits aus meinem Eingangs-Statement heraus gehört
haben mögen – dieser gewaltigen Herausforderung weiterhin positiv stellen.


                                           80
Die regionalen Akteure haben sich unter dem Druck der Zeit, den dieser Prozess auf
uns lasten lässt, darauf zu verständigen, was sie wollen.
Diese Ziele wiederum haben wir schnellstmöglich zu gemeinsamen Strategien zu
entwickeln, wobei unterschiedliche Interessen und Probleme keinesfalls ausgeblendet
werden dürfen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn wir diese Hausaufgabe gemacht haben, werden wir auf den verschiedensten
Gebieten in der Grenzregion von der Achse Berlin – Stettin profitieren können.

Im Rahmen gewissen Grenzen wird das ehemalige Randgebiet dann in der Lage sein,
sich in das Wirtschaftsnetz des potentiellen Wachstumspoles Stettin zu integrieren und
daraus zumindest einen Teil seines Lebenselixiers zu schöpfen.
Stettin seinerseits hat parallel ureigene wirtschaftliche Probleme wie die Frage der
Werft und teilweise veraltete Infrastruktur zu lösen.

Wenn diese Steine beiseite geräumt, die Kontakte an den entscheidenden Stellen
hergestellt und die Sprachbarrieren dauerhaft überwunden haben, dann – meine sehr
geehrten Damen und Herren – habe wir auf dem gemeinsamen Weg durchaus eine
Chance.

Wenn ich das zentrale Anliegen dieses Einführungsreferates richtig gedeutet habe, war
es meine Aufgabe, insbesondere die Rolle der Stadt Stettin in der zukünftigen
gemeinsamen Entwicklung zu beleuchten.

Lassen Sie mich deshalb mit der Feststellung schließen, dass es für unsere
gemeinsame Region heute ein ungeheurer Vorteil ist, die einzige polnische Großstadt
in unmittelbarer Grenzlage gerade vor unserer Haustür zu haben.

Ungeachtet der Probleme, die diese Tatsache für beide Seiten aufwerfen mag –
glauben Sie mir – die Vorteile werden in naher Zukunft überdeutlich zu Tage treten.
Wenn es uns in absehbarer Zeit also gelingt, zu verhindern, dass unsere Region in der
Bedeutungslosigkeit versinkt, wird Stettin an diesem Erfolg zwangsläufig
entscheidenden Anteil besitzen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.




                                            81
Forum I
Unternehmenskooperationen
als Basis einer
integrativen regionalen
Wirtschaftsentwicklung




             82
Polen ist ein lohnendes Ziel


Holger Köhn
Deutsch-Polnische
Wirtschaftsförderungsgesellschaft
TWG




                     83
    Holger Köhn, Direktor der Projektabteilung bei der Deutsch-Polnischen
    Wirtschaftsförderungsgesellschaft AG (TWG)

    Polen ist ein lohnendes Ziel*

    Faktoren, die für Standort Polen sprechen

    Die Deutsch-Polnische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TWG) hat in den letzten 12
    Monaten - seitdem die EU-Mitgliedschaft Polens und der anderen Kandidatenländer
    feststeht und die Erweiterung der Gemeinschaft auch dem letzten deutschen
    Unternehmen bewusst geworden ist - ein stark gestiegenes Interesse am polnischen
    Markt registriert. So hat sich die Anzahl der aus Deutschland an die TWG gerichteten
    Anfragen im Jahresdurchschnitt um fast 50 % erhöht. In manchen Monaten erreichen
    uns sogar doppelt so viele Hilfeersuchen wie im gleichen Zeitraum 2001/2002. Darüber
    hinaus haben wir den Eindruck, dass die Ernsthaftigkeit, mit der deutsche
    Unternehmen Auskünfte zum Wirtschaftsstandort Polen einholen, d. h. die Seriosität
    ihrer Absichten, zunimmt und eine Informationsbeschaffung “auf Vorrat“, ohne echten
    Entscheidungswillen, wie dies vor ca. eineinhalb Jahren noch recht häufig der Fall war,
    seltener wird.

    Dabei bilden – zumindest nach unseren Erfahrungen – echte Verlagerungen ganzer
    Produktionslinien eher die Ausnahme. Richtig ist, dass derartige Erscheinungen
    zugenommen haben, ihr Ausmaß hält sich jedoch in Grenzen. Häufiger ist zu
    beobachten, dass arbeitsintensive Teilleistungen eines Produktionsprozesses (z. B.
    Tätigkeiten, die maschinell schwer zu realisieren, jedoch von angelernten
    Arbeitskräften relativ einfach zu bewältigen sind, bei denen also der Faktor Mensch
    unverzichtbar ist), aber auch Verpackung, Logistik und Versandtätigkeiten in Polen
    realisiert werden. Wenn in der Vergangenheiten verschiedene Institutionen, darunter
    die TWG, die Standortfaktoren in Polen untersuchten und die Attraktivität des
    polnischen Marktes bewerteten, wurde an erster Stelle fast immer dessen Größe
    hervorgehoben. Die niedrigen Arbeitskosten folgten stets mit gebührendem Abstand.
    Gerade dieser Faktor wird aber meines Erachtens künftig eine immer größere Rolle
    spielen, da der polnische Markt dabei ist, in dem den Investoren wohlbekannten EU-
    Markt aufzugehen. Weitere Vorteile des Wirtschaftsstandortes Polen sind die zur
    Verfügung stehenden gut ausgebildeten und motivierten Arbeitskräfte, die Nähe zum
    deutschen Markt und eine in fast allen Industriezweigen mögliche Zulieferkooperation.

    Ein zwar realer, jedoch spekulativer Faktor bleibt die Tatsache, dass in Polen
    frühestens im Jahre 2008 der Euro eingeführt werden kann. Ein starker Euro würde bis
    dahin den Produktionsstandort Polen natürlich interessanter machen.

    Veränderungen für deutsche Unternehmer in Polen nach 1. Mai

    Einschneidende Veränderungen sind an diesem 1. Mai nicht zu erwarten, denn Polen
    hat sich im Verlaufe von mehr als 10 Jahren bereits Schritt für Schritt an den EU-Markt
    angepasst.     Außerdem     werden     noch    für    bestimmte        Zeit   zahlreiche
    Übergangsregelungen wirken.

    Sofort spürbar werden die Erleichterung im grenzüberschreitenden Handelstaustausch.
    Der Handel innerhalb der EU ist, kaufmännisch betrachtet, weniger kompliziert und
    nicht so aufwändig wie der zwischen EU-Ländern und Nichtmitgliedsstaaten. Denken

*
Der Text basiert auf einem Interview mit Holger Köhn, das die Grundlage für seinen Beitrag auf der
Konferenz bildete.
                                                84
wir    nur    an    die   Fragen    Rechnungslegung,    Grenzabfertigung,    Zoll,
Mehrwertsteuerberechnungen und dem damit verbundenen zeitlichen, finanziellen und
personellen Aufwand. Dieser Aufwand wird ab dem 1. Mai stark zurückgehen oder
ganz wegfallen und es kleinen und Kleinstunternehmen, die sich keinen großen
Logistikaufwand leisten können, ermöglichen, verstärkt an außenwirtschaftlichen
Prozessen teilzunehmen. Für größere Unternehmen hingegen, die europaweit an
verschiedenen Standorten produzieren sowie für „Zulieferbetriebe“ wird durch den
Wegfall der Grenze der Faktor Zeit – beispielsweise über „Just in Time“-
Verpflichtungen – beherrschbar und Lohnveredelungsprozeduren werden vereinfacht.

Eine ganz praktische Erleichterung ergibt sich für deutsche Unternehmen auch aus
dem unerwarteten Schritt der polnischen Regierung, ab dem 1. Mai beim
Immobilienerwerb auf den Genehmigungsprozess zu verzichten. Die wenigen
Ausnahmen beziehen sich u.a. auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Boden.

Oft wird vor dem undurchdringlichen Behördendschungel in Polen gewarnt. Welche
Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Es kommt darauf an, von welcher Seite man diese Frage betrachtet. Generell ist der
Behördendschungel in Polen nicht dichter als in Deutschland. Deutsche Unternehmer
empfinden ihn aber als undurchdringlich, weil

- einiges anders ist als gewohnt;
- sie meistens der polnische Sprache nicht mächtig, damit auf – nicht immer kundige –
Dritte angewiesen sind und sich nicht allein durchkämpfen können und
- die polnischen Vorschriften im Zuge der EU-Anpassung ständigen Änderungen
unterliegen.

Den letztgenannten Faktor sollte man keinesfalls unterschätzen. Ob man will oder nicht
– man muss sich mit dieser Thematik beschäftigen, denn auch in Polen gilt, dass
Unwissenheit nicht vor Schaden oder Strafe schützt.

Problematischer ist hingegen, dass die polnischen Beamten ebenfalls in einem
Lernprozess stehen, es in einzelnen Fällen keine höchstrichterlichen Entscheidungen
gibt und Auslegungsspielräume gering oder kaum vorhanden sind bzw. nicht genutzt
werden. Erst allmählich begreifen die Staatsdiener, dass sie letztendlich nur
Dienstleister sind.

Empfehlen kann ich nur folgende Handlungsweise: sich gut informieren, die polnischen
Gegebenheiten akzeptieren, freundlich sein und mit etwas Geduld die eigene Sache
Schritt für Schritt voranbringen. Meistens kommt man dann sogar weiter und durchaus
schneller ans Ziel als in Deutschland.


Steuererleichterungen     bzw.    staatliche    Fördermaßnahmen       für   deutsche
Unternehmer in Polen

Die deutschen Unternehmen können nicht mit sehr vielen Steuererleichterungen bzw.
staatliche Fördermaßnahmen in Polen rechnen.
1. Die Sonderwirtschaftszonen können bis spätestens 2017 Steuerfreiheit auf die
Körperschaftssteuer gewähren, wenn eine bestimmte Investitionsgröße erreicht bzw.
eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen geschaffen wird.


                                           85
2. Ihnen kann von den Städten und Gemeinden auf die wirtschaftlich genutzte Fläche
ihrer Immobilie für eine bestimmte Zeit, in Abhängigkeit von den geschaffenen
Arbeitsplätzen, die Steuer erlassen werden.
3. Ihnen kann von den örtlichen Arbeitsämtern ein Zuschuss gewährt werden, wenn sie
Absolventen von Schulen, Berufsschulen und Universitäten oder Langzeitarbeitslose
einstellen.
4. Ihre polnische Gesellschaft kann natürlich auch die verschiedenen
Fördermaßnahmen der Polnischen Agentur für Unternehmensentwicklung PARP in
Anspruch nehmen.

Darüber hinaus gibt es noch das Gesetz zur Förderung von Investitionen, nachdem bei
der Schaffung einer bestimmten Anzahl von Arbeitsplätzen bzw. dem Erreichen einer
Mindestinvestitionsgröße Zuschüsse bis 4.000 Euro je geschaffenen Arbeitsplatz
beantragt werden können. Dieses Gesetz ist in seiner Wirkung jedoch eingeschränkt,
da für seine Umsetzung nur wenige Mittel zur Verfügung stehen. So wurde im Jahre
2003 unseres Wissens nur etwa jeder 10. Antrag positiv beschieden. Bei Aufstockung
der Mittel könnte dieses Gesetz jedoch einen guten Förderrahmen bilden.

Vergünstigungen in Sonderwirtschaftszonen

Bieten die Sonderwirtschaftszonen tatsächlich noch immer große Vergünstigungen? Im
Prinzip schon, jedoch wirken sich Kostenfaktoren auch gegenteilig aus. Der
Hauptvorteil eines Investments in den SWZ liegt, wie schon erwähnt, in dem Verzicht
des polnischen Staates auf die Körperschaftssteuer. Da diese Steuer aber seit 2004
von 26 % auf erfreuliche 19 % heruntergesetzt wurde, relativiert sich natürlich auch
dieser Vorteil. In den SWZ ist der Erwerb von erschlossenem Investitionsgelände
meistens teurer als im Umland, und die Prozedur des Grunderwerbs ist mit einigen
zusätzlichen Gebühren, darunter mit jährlichen Verwaltungsgebühren der SWZ,
verbunden. Grob gesagt gilt: wer ein profitables Investment mit einer schnellen
Kapitalrückflussdauer plant, für den ist eine SWZ weiterhin ein sehr guter Standort. Bei
wem dies nicht der Fall ist, der sollte mit sehr spitzem Bleistift das Für und Wider
abwägen.

Noch immer ist Polen – verglichen mit Westeuropa – ein Billiglohnland. Wie lange kann
Polen diesen Status noch halten angesichts steigender Lebenshaltungskosten und
wachsender Preise? Anders gefragt: Hat sich der Standortvorteil Lohnkosten schon
bald erledigt

Ich glaube, dass der Lohnkostenvorteil noch über einen längeren Zeitraum erhalten
bleiben wird. Zur Zeit liegen die monatlichen Lohnkosten einschl. Arbeitgeberanteil in
vielen Branchen und vielen Regionen (Warschau und die ganz großen Städte;
Bergbau, Chemie und Energie ausgenommen) bei:

- für angelernte Arbeitskräfte bei 250-300 €
- für Fachkräfte bei 350-450 €
- und für Ingenieure bei 500-700 €.

Die Arbeitsproduktivität steht in modernen Betrieben der deutschen meistens nicht
nach. Und würde es sogar jährliche Lohnkostensteigerungen von 10 % geben – wofür
bei einer Arbeitslosigkeit von 19 % und noch zu lösender Strukturprobleme absolut
nichts spricht – wären die Lohnkosten ja immer noch sehr wettbewerbsfähig.

Wie bereits erwähnt, bleibt die Kursrelation Euro-Złoty natürlich auch hierbei ein
Unsicherheitsfaktor. Ich habe die Angaben zu den Lohnkosten in Euro ausgedrückt.
                                               86
Hätten Sie mir die gleiche Frage vor anderthalb Jahren gestellt, hätte man sie um ca.
30 % höher ansetzen müssen. In diesem Umfang hat der Złoty inzwischen gegenüber
dem Euro an Wert verloren, die nominalen Lohnkosten in Złoty sind hingegen nahezu
konstant geblieben.

Illusion und Realität

Es kommt immer noch eine Reihe von Unternehmern, die die wirtschaftliche Situation
und die Rahmenbedingungen in Polen zu Beginn ihrer Beschäftigung mit dem Land
falsch einschätzen. In der Regel sind sie aber bemüht, schnell zu lernen und sich
Wissen anzueignen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Das ist ja
auch völlig normal, es ist schließlich ihr Geld, was sie hier investieren wollen. Richtig
ist, dass die meisten Probleme durch Unwissenheit oder sogar das bewusste
Ignorieren polnischer Vorschriften und Gesetze entstehen.

Rolle der Mentalitätsunterschiede bei der Aufnahme von Kontakten

Mentalitätsunterschiede sind natürlich vorhanden, sie sind jedoch nicht so groß, als
dass sie ein Problem darstellen würden. Wichtig ist der erste Eindruck und der
persönliche Kontakt, aber das soll anderswo ja auch so sein. Man sollte selbstbewusst
und authentisch auftreten. Übrigens hat die IHK Frankfurt/Oder eine interessante
Broschüre zu diesem Thema herausgebracht. Und von der TWG gibt es einen
Abschnitt im gemeinsam mit der FAZ herausgegebenen Wirtschaftshandbuch Polen,
das die Sache aus einer etwas anderen Perspektive beleuchtet. Ich empfehle allen,
darin einmal zu blättern. Sicherlich wird es dann besser gelingen, die meisten
Fettnäpfchen zu umgehen.

Aufgabe der Deutsch-Polnischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Natürlich ist es nicht die Hauptaufgabe der TWG, Mentalitätsunterschiede zwischen
Deutschen und Polen zu untersuchen.
Kurz gesagt, wir unterstützen deutsche Unternehmen auf dem polnischen Markt und
polnische Unternehmen auf dem deutschen Markt bei all ihren Schritten zur
Realisierung eines wirtschaftlichen Vorhabens. Das beginnt bei Auskünften und endet
mit der komplexen Betreuung eines Investments und allem, was damit verbunden ist
bzw. dazwischen liegt.
Wir unterhalten dieses Wirtschaftsportal, publizieren, führen Seminare, Schulungen,
Fachverträge, Unternehmerreisen, Produktpräsentationen etc. durch und sind bei der
Partnersuche behilflich. Dies erledigt ein branchen- und marketingerfahrenes Team
von Mitarbeitern.
Unsere Leistungen sind in zunehmendem Maße kostenpflichtig.

Fortbestand der Deutsch-Polnischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft in 2005

Unsere Gesellschaft wird es mit Sicherheit auch noch im Jahre 2005 geben. Allerdings
ziehen    sich    auf   Initiative  des    Landes    Brandenburg       die   deutschen
Aktionärsbundesländer Brandenburg, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern
und damit auch der Bund aus der Mitfinanzierung zurück. Die Art und Weise, wie dies
geschehen kann, wird z.Zt. noch zwischen den Aktionären diskutiert.
Gegenwärtig sind wir dabei, uns auf eine kommerzielle Tätigkeit umzustellen. Künftig
werden wir nur noch einen kleinen Teil unserer Kunden, sprich die „größeren“ und in
der Regel zahlungskräftigeren, bedienen können.
Der öffentliche und non-Profit-Charakter unserer Gesellschaft wird verloren gehen.

                                            87
    Regional Innovation Strategy
    Project in the West Pomeranian
    Region
    Report on research
    within 1st Working Group
    „Needs of regional enterprises”*




    Zbigniew Pluta
    ZARR - Westpommersche Agentur
    für Regionale Entwicklung



*
 Im Rahmen des Projektes der Regionalen Innovationsstrategie für Westpommern wurden von Herrn
Pluta auf der Integrationskonferenz die Ergebnisse der ersten Arbeitsgruppe präsentiert, die wir
auszugsweise veröffentlichen. Das gesamte Dokument kann unter www.msp.neo.pl heruntergeladen
werden.
                                              88
Zbigniew Pluta, ZARR - Westpommersche Agentur für Regionale Entwicklung

Regional Innovation Strategy Project in the West Pomeranian Region
Report on research within 1st Working Group „Needs of regional enterprises”



Inhalt

1.   The basis of conducting research_____________________________________ 90
7.   Boundary data _____________________________________________________ 90
8.   Age of company ___________________________________________________ 91
9.   Turnover _________________________________________________________ 92
10. Source of capital ___________________________________________________ 94
11. Market range ______________________________________________________ 95
12. Independence of enterprises _________________________________________ 96
13. Education of employees_____________________________________________ 97
19. Strategic planning__________________________________________________ 97
21. European activity factors ____________________________________________ 98




                                       89
  1.    The basis of conducting research

  The researches presented in this work were carried out with the co-financial support
  of the European Commission within the project “Analysis, elaboration, and improvement
  of the Innovation Regional Strategy in the West Pomeranian Voivodship with the cooperation
  of RITTS Neubrandenburg/Greifswald region in Germany and national and international
  experts”, work out according to the contract no IPS-2000-01045 by The West Pomeranian
  Regional Development Agency S.A in Szczecin and with the co-operation of international
  partners:” titan e.V.” in Neubrandenburg and “ATI Küste GmbH” in Greifswald. The project
  has been developed and financed within the EU Fifth Framework Programme, activity:
  “Innovation, promotion and encouragement in participation of the SME sector”.


  7.    Boundary data

  This chapter contains results referred to these characteristics, which quantitive structure was
  determined by methodology of research sample selection (see chapter 4). Therefore, these
  results are not subjected to further interpretation:
  -    Division of enterprises with regard to source database (REGON or business leaders); as
  well as to area group and to branch.

   Table 2.Number of enterprises broken down by source of data, areas and branches


                                                                   AREA GROUPS
       Enterprises                               Szczecin         Medium
                                                 Koszalin        localities    Small localities   Total

                           Manufacturing           17               12               13            42

                           Agriculture              9                6               48            63
                Branches




REGON                      Construction            17                9                7            33
    255
                           Services                39               12               20            71

                           Trade                   18               15               13            46

                                         Total     100              54               101          255

   Business leaders                                                           47

Source: ZARR S.A. research

       - employment




                                                            90
Table 3. Enterprises broken down by number of employees

                                                                                                                                 REGON




                                      Business leaders
                                                                       Area group                                                                      Branch




                                                                                            Small localities
                           REGON




                                                                           Medium towns




                                                                                                                 Manufacturing




                                                                                                                                                         Construction
           Employment




No.




                                                                                                                                         Agriculture
                                                          + Koszalin
                                                          Szczecin




                                                                                                                                                                          Services




                                                                                                                                                                                       Trade
1      1 do 9             31,70%     13,00%               34,70%          12,00%           38,80%               12,20%                38,70%            20,00%           39,10%       38,60%
2      10 - 49            41,90%     28,30%               40,80%          42,00%           42,90%               39,00%                46,80%            42,90%           34,40%       47,70%
3      50 - 249           24,80%     54,30%               23,50%          42,00%           17,30%               41,50%                14,50%            37,10%           25,00%       13,60%
4      od 250              1,60%      4,30%                1,00%           4,00%            1,00%                7,30%                 0,00%             0,00%            1,60%        0,00%
5      Total             100,00%    100,00%              100,00%         100,00%          100,00%              100,00%               100,00%           100,00%          100,00%      100,00%
6              n=             246         46                   98              50               98                   41                    62                35               64           44

Source: ZARR S.A. research



                8.      Age of company

                In surveyed group, enterprises with market standing of 4-10 years and above 11 years are
                dominating, regardless divisions applied. Undoubtedly, such result was grossly influenced by
                elimination of one-person companies from sampling.
                However, following diversities can be observed:
                -    Enterprises from Szczecin and Koszalin are older than remaining ones,
                -    The business leaders are older than companies from REGON database. We can then
                conclude that becoming successful must take time.
                -    As far as branches are concerned, higher percentage of older companies can be noticed
                particularly in construction and services, thus in the latter category separate group
                of new-born companies is existing.

Table 4. Enterprises broken down by age of company

                                                                                                                                 REGON
                                      Business leaders




                                                                       Area group                                                                      Branch
                                                                                            Small localities
                           REGON




                                                                           Medium towns




                                                                                                                 Manufacturing




                                                                                                                                                         Construction




No.
                                                                                                                                         Agriculture
                                                          + Koszalin
                                                          Szczecin




                                                                                                                                                                          Services




                                                                                                                                                                                       Trade




1      < 1 year            2,00%      0,00%                4,10%           1,90%            0,00%                2,40%                 0,00%             2,90%            4,50%        0,00%
2      2 – 3 yrs           6,40%      4,20%                3,10%           7,70%            9,00%                4,80%                 6,50%            11,40%            3,00%        9,30%
3      4 – 10             44,60%     27,10%               35,10%          48,10%           52,00%               52,40%                46,80%            25,70%           38,80%       58,10%
4      > 11 yrs           47,00%     68,80%               57,70%          42,30%           39,00%               40,50%                46,80%            60,00%           53,70%       32,60%
5      Total             100,00%    100,00%              100,00%         100,00%          100,00%              100,00%               100,00%           100,00%          100,00%      100,00%
6               n=            249         48                   97              52              100                   42                    62                35               67           43

Source: ZARR S.A. – question M4




                                                                                          91
                                  Age of company

                REGON

        Business leader



     Szczecin+ Koszalin

         Medium towns

         Small localities



         Manufacturing

             Agriculture

           Construction

               Services

                   Trade

                           0%   10%       20%     30%      40%       50%    60%        70%

             less than 1 year         2-3 years         4-10 years         more than 11 years




9.   Turnover

The most of business leaders has annual turnover in excess of 5 million PLN. In general,
this group has higher turnover than average SMEs drawn from REGON database.
The fact worth reflecting is that the group of medium localities (the middle one in the division
with regard to the size of the living area) has the highest turnover.
It has to be noticed, that irregular (most often bimodal) running of diagrams is likely to be
caused by scaling error, adopted from to previous PARP‟s (Polish Agency for Enterprise
Development) researches.




                                                  92
Table 5. Enterprises broken down by turnover

                                                                                                                                                              REGON




                                                    Business leaders
                                                                                        Area group                                                                                  Branch
             Turnover (PLN)




                                    REGON




                                                                                                                    Small localities
                                                                                              Medium towns




                                                                                                                                              Manufacturing




                                                                                                                                                                                     Construction
 No.




                                                                                                                                                                      Agriculture
                                                                           + Koszalin
                                                                           Szczecin




                                                                                                                                                                                                     Services




                                                                                                                                                                                                                 Trade
1      < 1 million                  30,70%         12,80%                  31,10%          17,00%                   37,20%                    15,40%                35,00%           17,60%          39,00%      38,50%
2      1-3 million                  25,50%          8,50%                  26,70%          21,30%                   26,60%                    28,20%                26,70%           23,50%          20,30%      30,80%
3      3-5 milllon                  10,80%         17,00%                   6,70%          17,00%                   11,70%                    20,50%                13,30%           11,80%           6,80%       2,60%
4      > 5 million                  32,90%         61,70%                  35,60%          44,70%                   24,50%                    35,90%                25,00%           47,10%          33,90%      28,20%
5      Total                       100,00%        100,00%                 100,00%         100,00%                  100,00%                   100,00%               100,00%          100,00%         100,00%     100,00%
6                             n=        231             47                      90              47                       94                        39                    60               34              59          39

Source: ZARR S.A. – question M6




                                                                                                             Turnover



                                                    REGON


                                            Business leader




                                     Szczecin+ Koszalin


                                             Medium towns


                                             Small localities




                                             Manufacturing


                                                 Agriculture


                                               Construction


                                                   Services


                                                                 Trade

                                                                         0%             10%                  20%                       30%            40%              50%          60%             70%


                                                                   < 1 million          1-3 million                 3-5 milllon                               > 5 million


                                                                                                                   93
                     10. Source of capital

                     Regardless of applied divisions, prevailing are (on average level of 85%) companies owned
                     in 100% by domestic capital. The highest diversification is visible between branches, where
                     in manufacturing even 40% of companies are partly or totally possessed by foreign capital,
                     while in services this percentage is only 1.5%. It is also noticeable, that the penetration of
                     foreign capital is higher in smaller localities.
Table 6. Enterprises broken down by source of capital

                                                                                                                                                               REGON
                                               Business leaders




                                                                                             Area group                                                                                   Branch
           Source of capital




                               REGON




                                                                                                                      Small localities
                                                                                                Medium towns




                                                                                                                                               Manufacturing




                                                                                                                                                                                           Construction
 No.




                                                                                                                                                                       Agriculture
                                                                           + Koszalin
                                                                           Szczecin




                                                                                                                                                                                                               Services




                                                                                                                                                                                                                               Trade
1      100%
                               84,50%         87,20%                       87,40%               89,80%                78,90%                   59,00%                 82,50%               84,80%              98,50%          88,60%
       domestic
2      mixed                   6,30%            2,10%                        4,20%               2,00%                10,50%                   10,30%                 12,30%                6,10%              0,00%           4,50%
3      100%
                               9,20%          10,60%                         8,40%               8,20%                10,50%                   30,80%                  5,30%                9,10%              1,50%           6,80%
       foreign
4              n=                      239                        47                    95                     49                        95                    39                    57                   33              66           44

Source: ZARR S.A. – question M7


                                                                                                          Source of capital


                                                                        REGON


                                                  Business leader


                                             Szczecin+ Koszalin


                                                           Medium tow ns


                                                            Small localities


                                                            Manufacturing


                                                                   Agriculture


                                                                  Construction


                                                                       Services


                                                                         Trade



                                                                                0%             20%                  40%                  60%          80%            100%
                                                                                100 % domestic                                mixed                            100 % foreign




                                                                                                                     94
    11. Market range

    Most of the companies from REGON database operate on local market and only 13 % of
    them on international market. This proportion is completely reversed in the business leaders‟
    group, where 44% of them act on international markets and only 10% - on local one.

    Another distinct line of division runs between manufacturing branch (over 50 % acting on
    international market) and remaining branches dominated by local market. The most local
    type of market can be observed in services. It has to be also noticed, that similar distinction
    between industry and services is seen in terms of capital source- see chapter 10.
    Bimodal structure of market range can be easily seen in agriculture sector. Apart from modal
    value on the local market, separate group with national extent is also visible.


Table 7. Enterprises broken down by market range

                                                                                                                                         REGON
                                                Business leaders




                                                                                     Area group                                                                              Branch
              Source of capital




                                       REGON




                                                                                                            Small localities
                                                                                       Medium towns




                                                                                                                                     Manufacturing




                                                                                                                                                                              Construction
 No.




                                                                                                                                                          Agriculture
                                                                        + Koszalin
                                                                        Szczecin




                                                                                                                                                                                                  Services



                                                                                                                                                                                                                  Trade
1       local                          43%        10%                      36%          30%                           38%              7%                  38%                 51%                 61%            55%
2       supralocal                     21%        17%                      29%          16%                           19%             14%                  23%                 23%                 19%            30%
3       domestic                       23%        29%                      22%          30%                           22%             26%                  35%                 20%                 15%            20%
4       international                  13%        44%                      13%          24%                           22%             52%                   3%                  6%                  4%             5%
                                  n=      248                      48        118                      70                       111                   42                 60                   35              67           40

Source: ZARR S.A. – question M8



Respondents submitted percentage shares of market range of their companies. On this basis, Synthesized Index of Market Range
(WZR) was estimated for each company, being weighted sum of given responses.
Following weights were applied: local market=1, regional=10, supra- regional= 25, national=50, international =100
On basis of value of WZR synthesized classification of market range for each company was made:
Foreign Market : WZR >=60
National Market 60>WZR>=30
Supra-local Market 30>WZR>=10
Local Market: WZR <10




                                                                                                       95
                                                                                   Market range

                              REGON

                               Gazele



            Szczecin+ Koszalin

                   Medium towns
                                                                                                                                                                                                 local
                  Small localities                                                                                                                                                               supralocal
                                                                                                                                                                                                 domestic
                                                                                                                                                                                                 foreign
                   Manufacturing

                         Agriculture

                      Construction

                           Services

                                   Trade

                                                 0%           10%               20%               30%   40%                     50%               60%      70%




            12. Independence of enterprises

            Over 90% of the enterprises acting in the West Pomeranian Voivodship are self-governed
            entities.

Table 8. Enterprises broken down by their independence

                                                                                                                                            REGON
                                      Business leaders




                                                                                Area group                                                                                 Branch
                           REGON




                                                                                                        Small localities
                                                                                   Medium towns




                                                                                                                                  Manufacturing




                                                                                                                                                                             Construction




 No.   Independence
                                                                                                                                                        Agriculture
                                                              + Koszalin
                                                              Szczecin




                                                                                                                                                                                                   Services




                                                                                                                                                                                                                   Trade




1      independent        95.5%       93.8%                     92.6%               94.2%                99.0%                    95.1%                 98.4%                 94.1%                 95.5%          93.0%
2      foreign branch      0.8%        0.0%                      1.1%                1.9%                 0.0%                     2.4%                  0.0%                  2.9%                  0.0%           0.0%
3      domestic
                           3.7%        6.2%                        6.3%                  3.8%                   1.0%                    2.4%                 1.6%                  2.9%                4.5%        7.0%
       branch
4                   n=        239                        47                95                     49                       95                     39                  57                    33                66           44

Source: ZARR S.A. research – question M9




                                                                                                        96
                 13. Education of employees

                 The prevailing educational background of employees of surveyed enterprises is secondary
                 education. The exception is an agricultural sector, where prevails vocational background.
                 In construction and services there is relatively high rate (9%) of enterprises, where
                 dominates higher degree. There is clear distinction in educational level between companies
                 from REGON database and business leaders group.


Table 9. Enterprises broken down by education of employees

                                                                                                                                          REGON
                                                    Business leaders




                                                                                    Area group                                                                   Branch
                                     REGON




                                                                                                       Small localities
                                                                                       Medium towns




                                                                                                                          Manufacturing
       Education of




                                                                                                                                                                  Construction
 No.
       employees




                                                                                                                                                  Agriculture
                                                                       + Koszalin
                                                                       Szczecin




                                                                                                                                                                                     Services




                                                                                                                                                                                                         Trade
1      primary                         6%                 4%                  8%                 4%                 5%             12%                     7%               3%                   3%        8%
2      craft                          27%                11%                 13%                24%                43%             28%                    52%              21%                  15%       13%
3      secondary                      62%                70%                 70%                73%                49%             60%                    38%              68%                  73%       78%
4      university                      5%                15%                  9%                 0%                 3%              0%                     3%               9%                   9%        3%
                        n=             241                 46                  96                 51                 94              42                     58               34                   67        40

Source: ZARR S.A. research – question M10

         Respondents submitted percentage breakdown of employees’ education in their companies. On this basis, Synthesized Index of
         Employees’ Education (WWP), being weighed sum of given responses, was estimated. Applied weights: Primary =10, Vocational
         =25, Secondary=50, Higher = 100
         Given value of WWP, synthesized classification of prevailing employees’ education for each company was made:
         Primary: WWP<=15
         Vocational: 15<WWP<=35
         Secondary: 35<WWP<=75
         Higher: WWP>75



                 19. Strategic planning

                 Only about 35% of enterprises drawn from REGON database make strategic plans with two
                 years‟ (or further) time horizon. Within business leaders this percentage is almost 70%.
                 The share of enterprises applying strategic planning is positively correlated with the size of
                 living area. In smaller towns and in villages it accounts for only 14%.
                 Only in manufacturing branch the majority of SMEs (55%) make strategic plans.

Table 15. Enterprises broken down by the fact of making strategic plans

                                                                                                                                          REGON
                                             Business leaders




                                                                                    Area group                                                                   Branch
             Barriers



                             REGON




                                                                                                       Small localities
                                                                                       Medium towns




                                                                                                                          Manufacturing




                                                                                                                                                                  Construction




 No.
                                                                                                                                                  Agriculture
                                                                       + Koszalin
                                                                       Szczecin




                                                                                                                                                                                  Services




                                                                                                                                                                                                       Trade




1      Yes               34,50%              68,10%                    50,00%          44,20%          14,10%             54,80%              18,00%              37,10%          40,30%               27,30%
2      No                65,50%              31,90%                    50,00%          55,80%          85,90%             45,20%              82,00%              62,90%          59,70%               72,70%

                                                                                                       97
Source: ZARR S.A. research – question 13




                                             Enterprises making strategic plans

                                                   0%   20%        40%   60%      80%   100%


                                      REGON

                         Business leaders

                      Szczecin+ Koszalin

                             Medium towns

                             Small localities

                             Manufacturing

                                  Agriculture

                               Construction

                                     Services

                                           Trade




            21. European activity factors

            European activity was rated on the basis of questions regarded with making international
            contacts, gaining knowledge on EU markets, applying UE supporting programmes as well as
            operating on international markets.
            Only two significant factors connected with European activity were identified:
            -   Market range, which seems to be obvious, especially, that the question regarding market
            range was included into activity index.
            -   Branch. Companies acting in manufacturing branch show higher European activity than
            others. This conclusion is not surprising either, if we recall the results presented in the
            chapter 11.
            An obvious relationship between European activity and source of capital is also clearly visible
            here, thus the result of calculation could be influenced by extremely unequal distribution of
            companies within division in his factor (see chapter 10).




                                                              98
Table 17. Enterprises broken down by European activity factors

                                                                                            European activity
                                                                                                                    Significance of
                                                                            Index              Diversity
                                      Group              Sample size                                                differentiation
      FACTORS
                                                                                               Standard
                                                                           GWAE                                      │Z│          Z
                                                                                               deviation
                           Entire database                       302                3,90                0,74           -              -
                           Szczecin + Koszalin                   118                3,87                 0,71              0,43
SIZE OF LIVING             Medium towns                           70                3,83                 0,80              0,69   0,70
AREA                       Small localities                      114                3,98                 0,73              0,98
                           Manufacturing                          66                4,33                 0,68              4,56
                           Agriculture                            69                3,82                 0,77              0,86
                           Construction                           42                3,75                 0,79              1,18   1,94
                           Services                               75                3,81                 0,73              0,99
BRANCH                     Trade                                  50                3,71                 0,58              2,06
                           from 1 to 9                            84                3,83                 0,77              0,74
                           from 10 to 49                         116                3,87                 0,68              0,39   0,73
EMPLOYMENT                 from 50 to 249                         86                4,01                 0,76              1,19
                           less than 1 million                    79                3,91                 0,81              0,03
                           from 1 to 3 million                    65                3,95                 0,66              0,51
                                                                                                                                  0,20
                           from 3 to 5 million                    33                3,81                 0,83              0,63
TURNOVER                   more than 5 million                   105                3,90                 0,72              0,01
                           less than 1 year                        6                4,00                 0,53              0,44
                           from 2 to 3                            18                4,17                 0,50              2,10
                                                                                                                                  0,42
                           from 4 to 10                          124                3,91                 0,71              0,05
AGE OF COMAPNY             more than 11 years                    153                3,86                 0,79              0,52
                           100% domestic                         247                3,83                 0,72              1,18
SOURCE OF                  100% foreign                           27                4,44                 0,73              3,70   1,44
CAPITAL                    mixed                                  16                4,13                 0,50              1,75
                           local                                 106                3,71                 0,73              2,37
                           supralocal                             66                3,71                 0,77              1,82
                                                                                                                                  2,56
                           domestic                               71                3,93                 0,51              0,37
MARKET RANGE               international                          56                4,52                 0,63              6,55
                           primary                                17                4,18                 0,62              1,76
                           craft                                  69                3,94                 0,84              0,36
                                                                                                                                  0,51
EDUCATION OF               secondary                             182                3,87                 0,71              0,42
EMPLOYEES                  university                             19                3,79                 0,70              0,68
                           lack                                   21                3,87                 0,55              0,28
                           modem connection                       88                3,88                 0,76              0,29
                                                                                                                                  0,34
                           constant access                       106                3,94                 0,72              0,42
INTERNET ACCESS            network server                         26                3,94                 0,86              0,24
                           none                                  248                3,86                 0,75              0,62
                           1                                      36                4,14                 0,63              2,09   0,81
CERTIFICATES               more than 1                             3                4,33                 0,58              1,28

Source: ZARR S.A. research


      Individual Measure of European Activity (IMAE), was estimated as a weighted sum for every company according to weighting
      pattern:
      Item 15.4=6
      Item 19.6=6
      Item 21.6=4
      Item M8=1 for every initiated 10%
      and weights for replies 2,6 and 2,8-directly from questionnaire
      values for replies 15.4 and 21.6 – definitely yes=1, rather yes=1, hard to say=0,5, rather no=0, definitely no=0
      values for replies on own researches- question 19.6, regularly =1, occasionally=0,5, never=0
      Remaining explanations (including estimation of Individual Activity Indices) - see chapter 6.




                                                                   99
Forum II
Innovationsförderung, Potenziale
und Synergien in Forschung
und Wissenschaft




               100
Innovationsförderung,
Potenziale und Synergien in
Forschung und
Wissenschaft


Prof. Dr. Hermann Ribhegge
Europa-Universität Viadrina
Frankfurt/Oder




                    101
Innovationsförderung, Potenziale und Synergien in Forschung und
Wissenschaft

Prof. Dr. Hermann Ribhegge, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder



   1. Die neuen Bundesländer und die Grenzregionen sind extrem bei Forschung
      und Entwicklung im Vergleich zu Westdeutschland von der staatlichen
      Förderung abhängig.

   2. Unter den ostdeutschen Ländern existieren sowohl bei der privaten als auch bei
      der öffentlichen Forschungsintensität erhebliche Unterschiede.


   3. Der ostdeutschen Industrie fehlt ein ausreichender forschungsintensiver Anteil
      und eine ausreichende Einbindung in grenzüberschreitende
      Unternehmensnetzwerke.

   4. Gemessen an den Patentanmeldungen ergeben sich erhebliche Disparitäten
      zwischen Ost und West sowie zwischen den ostdeutschen Regionen, wobei
      sich auch für die Grenzregion kein einheitliches Muster ergibt.


   5. Schlagworte wie „Stärken stärken“ oder „Konzentration auf die Förderung von
      Leuchttürmen“ werden der Komplexität der Problematik einer nachhaltigen
      Entwicklung nicht gerecht.

   6. Unter dem Aspekt der regionalen Nachhaltigkeit sind Unternehmensbeihilfen im
      Vergleich zu öffentlichen Infrastrukturmaßnahmen und insbesondere zu
      personenbezogenen Humankapitalinvestitionen kritisch zu bewerten.




                                         102
103
104
105
106
107
Wissenschaftliches Potenzial
und Innovation - ein Problem
der deutsch-polnischen
Zusammenarbeit


Prof. Dr hab. Józef Hozer
Institut für wirtschaftliche Analyse,
Diagnose und Prognose in Stettin
Dr. Christian Lis
Stettiner Universität




                       108
Prof. Dr hab. Józef Hozer
Institut für wirtschaftliche Analyse, Diagnose und Prognose in Stettin
Dr. Christian Lis
Stettiner Universität

Wissenschaftliches Potenzial und Innovation - ein Problem der deutsch-
polnischen Zusammenarbeit.


1.Unterstützung der Innovationen in Szczecin

Szczeciński Park Technologiczny
/Technologischer Park Szczecin/

Die Gesellschaft der Stadt Szczecin. Unter Leitung von Hochschullehrern der Stettiner
Universität.
Arbeitsbereich:
Consulting für Kleinunternehmen und Mittelunternehmen; Einführungsprojekte

System „Zachodniopomorskie Noble”
/ Westpommersche Nobelpreise/

Unterstützung und Auszeichnung exzellenter Forschungsleistungen. Mitglieder der
Kapitel sind die renommierte Wissenschaftler der Stettiner Hochschulen und der
Technischen Hochschule Koszalin:

Prof. zw. dr hab. Jan Lubiński – Medizinische Akademie in Szczecin
Prof. zw. dr hab. Marian Kołakowski – Hochschule für Landwirtschaft in Szczecin
Prof. dr hab. inż. W. Morawski – TU Szczecin
Prof. zw. dr hab. Józef Hozer – Stettiner Universität
Prof. dr hab. inż. Michał Białko – TU Koszalin.

Westpommerische Nobelpreisträger 2004:

Prof. dr hab. Jerzy Błaszkowski,
dr n. med. Jacek Gronwald,
prof. dr hab. Tadeusz Jagodziński,
dr inż. Mirosław Maliński,
prof. dr hab. inż. Jerzy Nowacki.

Polska Fundacja Przedsiębiorczości (PFP) w Szczecinie
/ Polnische Stiftung für Wirtschaftsförderung /

Beratung von Existenzgründern und bestehenden Klein- und Mittelunternehmen.
Besondere Beachtung finden die Regionalunternehmen.

Zachodniopomorskie Stowarzyszenie Rozwoju Gospodarczego – Szczecińskie
Centrum Przedsiębiorczości
/    Westpommersche       Verein     für   Wirtschaftsentwicklung     -    Stettiner
Unternehmenszentrum /
Polnisch-französisches Programm der Wirtschaftsförderung - Consulting und Beratung
für Existenzgründer und Gewerbetreibende.


                                          109
   2. Das wissenschaftliche Potenzial der Stadt Szczecin

   Tabelle 1
   Studenten der Hochschulen in Szczecin.                          Stand: 30.11.2002

     Aufgliederung            Insgesamt                           Studien
                                              Tagesstudium     Abendstudium       Fernstudium

Stettiner Universität          34 292                13 195        2 849            18 247
TU Szczecin                    12 296                 8 976          40             3 208
TU Koszalin                    16 783                 8 208         362             8 213
Hochschule für                 10 223                 5 307           -             4 864
Landwirtschaft in
Szczecin
Westpommersche                  4 293                 506           57               3 730
Business Schule

Fachchochschule                 3 546                2 142           -               1 404
(maritim)
Hochschule für                  1 170                 329            -               841
Staatsverwaltung

Quelle: Szkoły wyższe i ich finanse w 2002 r., /Hochschulen und ihre Finanzen/ GUS,
Warszawa 2003 r.

   Tabelle 2.
   Akademische Grade. Verleihung 2002. Westpommersche Woiewodschaft.

              Aufgliederung             habilitierter Doktor             Doktor


         Universität                             4                         61
         Technische                              2                         29
         Hochschulen
         Hochschulen für                         3                         39
         Landwirtschaft
         Medizinische                            5                         73
         Universitäten
         Fachhochschulen                         -                         3
         /maritim/
Quelle: Szkoły wyższe i ich finanse w 2002 r., /Hochschulen und ihre Finanzen/ GUS,
Warszawa 2003 r.




                                                 110
  Tabelle 3. Beschäftigten in Hochschulen nach Stellen und Hochschulen
  (Stand: 31.12.2001)
      Aufgliederung            Insgesamt                       davon


                                              Hochschullehrer     Mitarbeiter, die nicht
                                                                  Hochschullehrer sind

                              a          b        a          b        a           b
  Stettiner Universität     1 868       44      1 086       18       782         26
  TU Szczecin               1 447       61       724        14       723         47
  TU Koszalin                840        17       525         8       315          9
  Hochschule für             793        37       374         3       419         34
  Landwirtschaft
  Medizinische               908        27       522         6       386         21
  Akademie
  Fachhochschule             513        25       248         3       265         22
  /maritim/
Quelle: Szkolnictwo wyższe. Informator. Dane podstawowe, /Hochschulen. Auskunftgeber.
       Grunddaten/ Ministerstwo Edukacji Narodowej i Sportu, Warszawa 2002 r.
  a) vollbeschäftigt;
  b) nicht vollbeschäftigt;

  Tabelle 4. Hochschullehrer nach Stellen und Hochschulen
  (Stand: 31.12.2001)
    Aufgliederung     Insgesa davon
                         mt     Frauen Professoren, Adjunk-     Lehrer        Instruk-
                                         Dozenten     ten und                 toren,
                                                      Assisten-               Lektoren
                                                      ten

 Stettiner Universität  1 086     562         211         671        189          15
 TU Szczecin             724      218         119         460        121          16
 TU Koszalin             525      156         100         315        89           21
 Hochschule für          374      168         102         211        57            4
 Landwirtschaft
 Medizinische            522      273          48         435        35            4
 Akademie
 Fachhochschule          248       51          45         122        66           15
 /maritim/
Quelle: Szkolnictwo wyższe. Informator. Dane podstawowe, /Hochschulen. Auskunftgeber.
       Grunddaten/ Ministerstwo Edukacji Narodowej i Sportu, Warszawa 2002 r.




                                           111
 3. Wirtschaftstätigkeit, Arbeitsmarkt und Bildung

 Tabelle 5. Das Verhältnis zwischen der Zahl der Haushalten und der Firmenzahl in
 ausgewählten Ländern

     Land         Bevöl-         Haushalte       Bevölkerung    Firmen-      Firmenzahl
                  kerung                          Haushalte.      zahl      Haushaltszahl
                      (mln)                                                       .
Schweden 1986         8,30          2,90             2,86         609           4,76
Italien 1987         56,60         18,60             3,04        2 847          6,53
Japan 1986          121,60         34,70             3,50        6 512          5,32
Frankreich 1983      54,70         15,60             3,51        2 746          5,68
USA 1987            243,90         86,80             2,81       17 000          5,10
Polen 1986           37,50         11,50             3,26         540           21,20
Ungarn 1986          10,60          3,92             2,70         195           20,10
NRD 1987             17,70          5,60             2,98         270           20,60
CSRR 1987           281,70         93,90             3,00        1 000          93,90

 Tabelle 6. Das Verhältnis zwischen der Zahl der Haushalten und der Firmenzahl in
 Polen in den Jahren 1986-2001
                   Bevölkerun    Haushalten    Firmenzahl        Firmenzahl
                       g                          (tys.)        Haushaltszahl
        1986         35 735        11 500          540              21,20
        1992         38 365        12 800         1 600              8,00
        1993         38 459        12 900         1 750              7,37
        1994         38 544        12 900         2 200              5,86
        2001         38 600        12 900         2 800              4,61

 Tabelle 7. Ausgewählte Informationen über Nachbarregionen

                                    Westpommern             Mecklenburg-
                                                            Vorpommern

            Bevölkerung                1 733 000             1 775 000
            Firmen                      179 915                50 000
            Farmen                       38 000                 5 000
            Arbeitslose                 150 000               162 000
            arbeitslose Frauen            56%                   50%




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Das wissenschaftliche Institut für Analyse, Diagnose und wirtschaftliche Prognose
(polnische Abkürzung IADiPG) wurde im Mai 1999 gegründet. Das Institut versammelt
Wissenschaftler wie Praktiker, die sich in polnischen Wirtschaftsrealien leicht
zurechtfinden. Das Ziel des Instituts ist Verbreitung der wissenschaftlicher Ergebnisse
in der Wirtschaftspraxis.


Das Institut gliedert sich in zehn Sektionen:

Sektion der Seewirtschaft
Sektion der Immobilienwirtschaft
Sektion des Wirtschaftsrechts
Sektion der Landwirtschaft
Sektion der Kapital- und Versicherungsmärkte
Sektion der Kleinunternehmen
Sektion der Europäischen Integration
Sektion der Demographie
Sektion der Regionalanalysen



Die Grundlage jeder Sektion ist die langjährige Erfahrung, Forschungsarbeit und
zahlreiche Publikationen der Wissenschaftler. Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt,
auf Grund der Kooperation von Spezialisten aus verschiedener Hochschulen,
Unternehmen und Institutionen und von verschiedener politischen Orientierung,
Regionalideen zu bilden, die für Regionalpolitik von Bedeutung werden können. Das
Institut bildet eine Plattform, die sowohl den Austausch von Konzepten, Erfahrungen
und Forschungsergebnissen ermöglicht als auch neue Publikationen und Analysen im
Wirtschaftsbereich schafft. Die Praxis braucht immer mehr Wissenschaft und immer
mehr neue Formen der Zusammenarbeit. Das Institut eröffnet diese Möglichkeit durch
die Verbreitung von Erfolgen der Stettiner Hochschulen und die Anwendung der
Forschungsresultaten in der Praxis. Derzeitiger Stand lässt weder Wissenschaftler
noch Praktiker zufrieden.
Besondere Erfolge hat das Institut auf dem Gebiet der weitverzweigten
Immobilienwirtschaft. Das Institut versammelt mehrere Immobiliengutachter, lizenzierte
Immobilienmakler und Immobilienverwalter. Das Institut bietet Speziallehrgänge und
Berufspraktika für Immobiliengutachter und Immobilienverwalter. Das Institut hat auch
einige Themenkonferenzen veranstaltet. Die in der Sektion Immobilienwirtschaft
versammelten Personen spielen eine bedeutende Rolle in der Gestaltung der
Immobilienwirtschaft       –   einige   davon   sind   Mitglieder   der    staatlichen
Prüfungsausschusses. Der Leiter des Instituts ist das Mitglied des Staatlichen
Immobilienrats. Eine Ausarbeitung und dreifache, praktische Anwendung des
Algorithmus der Massenbewertung der Grundimmobilien ist die Sondererrungenschaft
der Expertengruppe. Auf Auftrag der Stadt und Gemeinde Szczecin wurden anhand
des Algorithmus mehrere zehntausend Immobilien mit sehr gutem Resultat bewertet.
Mitglieder der Sektion Immobilienwirtschaft sind auch Autoren von einigen
Monographien aus diesem Themengebiet. Nennenswert ist hier die zweibändige
Monographie „Nieruchomości, przedsiębiorstwa – wyceny, analizy” (Immobilien,
Unternehmen – Abschätzung, Analyse) und über hundert Artikel noch insgesamt. Die
Fachgruppe hat auch viele Spezialexpertisen und Wissenschafts- und
Einführungsprojekte durchgeführt.



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Wie gestaltet sich eine Neigung zu deutsch - polnischer Zusammenarbeit im
Wirtschaftsbereich?

Die Neigung zu Zusammenarbeit lässt sich u.a. auf die Größe der Investitionen
zurückzuführen. Eine Aufstellung der kumulierten Investitionen zeigt deutlich, dass
der erste Platz, mit einem Anteil von 20% allen Investitionen in Polen, durch die
Frankreich besetzt wird. Auf dem zweiten Platz sind die holländischen Firmen mit
einem Anteil von 14%. Mit 13% rangieren die Firmen aus den USA auf dem dritten
Platz. Deutschland nimmt mit 14% den vierten Platz ein.

In der ersten Jahreshälfte 2003 gehörten deutsche Firmen unter 993 der größten
Auslandsinvestoren zu der größten Investorengruppe (227 Unternehmen). Auf dem
zweiten Platz sind die Investoren aus den USA (124 Unternehmen). Holland nimmt
den dritten Platz ein (106 Unternehmen). Hinter Holland platziert sich Frankreich
und Italien (entsprechend 92 und 65 Unternehmen).

Mecklenburgs wichtigster Handelspartner ist Dänemark. Zu den anderen wichtigen
Handelspartner gehören Russland, Holland und Großbritannien. Polen nimmt den
fünften Platz ein. Die Waren werden nach Mecklenburg-Vorpommern vor allem aus
Russland eingeführt und nach Dänemark, Holland und Großbritannien ausgeführt.
Mecklenburg-Vorpommerns Handelaustausch liegt um die 40% im Ostseeraum,
darunter auch mit Polen.

Schlussfolgerung:
Es gibt keine Neigung zu deutsch - polnischer Zusammenarbeit.

Da liegt der Hund begraben.




                                        114
Polnische Schulen angesichts
der europäischen Integration


Artur Gałęski,
Direktor der Privaten Fachberufsschule in
Nowogard




                    115
Artur Gałęski, Direktor der Privaten Fachberufsschule in Nowogard

Polnische Schulen angesichts der europäischen Integration

Der EU-Beitritt Polens am 1. Mai 2004 hat die polnische Bildung nicht überrascht. Der seit
Mitte 90-er Jahre andauernde Transformationsprozess der Bildung in Polen hat die EU-
Standards berücksichtigt.
Die polnische Bildung bedurfte nach der totalitären Zeit zahlreicher grundlegender
Änderungen auf vielen Ebenen. Erstens mussten in das Bildungssystem der Pluralismus
eingeführt werden, der Gründungen nicht-staatlicher Schulen ermöglichte und richtige
Parameter im Bildungsniveau in den Schulen garantierte.

Zweitens musste man anfangen, an den Strukturänderungen im polnischen
Bildungssystem zu arbeiten, d.h. an der Anpassung bestimmter Schultypen an die
natürlichen Phasen der psychophysiologischen Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen: Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, weiterbildende Schulen.

Drittens mussten Aufgaben neu definiert werden, die ein Lehrer in einem demokratischen,
meinungsfreien Staat zu erfüllen hat. Die Freiheit musste in die Schulen eingeführt
werden, insbesondere die Meinungs- und Kreativitätsfreiheit.
Der Lehrer sollte vom Staats-Partei-Aktivisten zu einem Meister, einem Leiter des
Bildungsprozesses, einem Erzieher sowie einem Betreuer werden. Leider wurde der
Prozess durch den Widerstand des postkommunistischen Milieus verlangsamt, was auch
die Reform der archaischen Einschreibung der Lehrerkarte - ein Relikt des Sozialismus -
verzögerte. Die Schulen mussten Autonomie bekommen in Form von eigenen
Lehrerprogrammen und schulinternen Benotungssystemen.

Viertens mussten zwei Funktionen voneinander getrennt werden: die Leitung der Schule,
also die Eigentümerfunktion, von der pädagogischen Aufsichtsfunktion und es musste
eine dritte Funktion geschaffen werden - nämlich eine unabhängige, objektive und
externe Benotung.
Die Aufgaben wurden realisiert, indem die Leitung den Schulen, Gemeinden,
Landeskreisen und Wojewodschaften überlassen wurde. Die pädagogische
Aufsichtsfunktion und das Überwachen bestimmter Bildungsstandards hat das
Bildungskuratorium übernommen.
Die schwierigste Aufgabe war, wie sich herausstellte, eine Institution für die unabhängige
Benotung in Form einer Zentralen Prüfungskommission und derer Filialen in Form von
Bezirkskommissionen zu schaffen.
Alle genannten Aufgaben, die das Ziel hatten, die polnische Schule komplex zu
modernisieren, wurden am 1. September 1999 umgesetzt, was zur Entstehung von
Gymnasien und Strukturänderungen führte.

    Der 1. Mai 2004 hat die polnische Schule frei und gleichzeitig auf halbem Weg zur
Modernisierung angetroffen. Die von mir erwähnten großen Veränderungen haben sich
nur als ein Teil der noch notwendigen Änderungen erwiesen.
Die Zugehörigkeit Polens zu einem gemeinsamen Markt zwingt die polnische Bildung,
sowohl die Schulen als auch Einrichtungen für die Berufs-, Fach-, und Weiterbildung zu
grundlegenden Veränderungen und Umorientierungen. Dafür bedarf es zwingend der
Zusammenarbeit von polnischen Einrichtungen und dem nahen EU-Partner
Bundesrepublik Deutschland, der eine hohe Wirtschaftsentwicklungsrate und eine aktive
Bürgergesellschaft hat.




                                         116
Die größten Kooperationsfelder können meiner Meinung nach im Rahmen von Bildungs-
und Fachweiterbildungseinrichtungen, hauptsächlich mit Kurscharakter, entstehen.
Aufgrund der Größe des Problems werde ich mich auf die Möglichkeit der
Zusammenarbeit auf der regionalen Ebene konzentrieren.
Auf beiden Seiten der Grenze gibt es Landkreise, die aufgrund des Einzugsbereiches und
der Humanressourcen ähnlich zu sein scheinen. Auf der polnischen Seite steigt das
Interesse an Sprachkursen in folgenden Bereichen: sanitärer Bereich, Arbeitssicherheit
und –hygiene sowie Immobilien etc.

Auf dem polnischen Markt gibt es seit längerer Zeit Bildungsunternehmen, die jedoch mit
einigen Ausnahmen keine europäischen Standards erfüllen, wenn es um das
Vermittlungsniveau von Informationen, die Arbeitsmethoden und multimedialen Hilfsmittel
geht, die so hilfsreich bei der Bildung sind. Der an solchen Bildungsformen wachsende
Bedarf verursachte Ende der 90-er Jahre massenhafte Gründungen solcher
Einrichtungen. Die nächsten Jahre 2001-2003 waren durch massenhafte Schließungen
der Einrichtungen gekennzeichnet, die mit starken Teilnehmerrückgängen zu kämpfen
hatten, was hauptsächlich die Folge der wirtschaftlichen Rezession und Verarmung der
Gesellschaft, also der potenziellen Interessenten war.
Heute scheint es ein günstiges Klima für die Gründungen professioneller
Bildungseinrichtungen in Kursform zu geben, sowohl auf der regionalen als auch
überregionalen Ebene z.B. in den Landkreisen oder Kreisverbänden.

Diese Einrichtung könnte laut dem polnischen Bildungsrecht den Charakter eines
Regionalen Kurszentrums haben, wo die Eigentümer einen Berufsaktivierungsverband
bilden würden. Sie würde aus Einrichtungen bestehen, die eine weitgehend funktionale
Autonomie besitzen.   Auf der Zentrumsebene würde der Programmrat eine bedeutende
Rolle spielen, der die Aufgabe hätte, anhand zyklischer Marktanalysen und der
Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern die Bildungsrichtlinien festzulegen.
Das Regionale Kurszentrum sollte heute am Anfang des Weges Polens in der
Europäischen Union aus folgenden Einrichtungen bestehen:

a) Das Zentrum für Bildung des Lehrpersonals – mit dem Schwerpunkt Steigerung des
Bildungsniveaus unter Lehrern, Dozenten in Kurseinrichtungen, Betreuern praktischer
Berufslehre, Betreuern der Klassenreisen, unter besonderer Berücksichtigung der
Weiterbildung von Bildungsmanagern – Schul- und Einrichtungsdirektoren.
Eine wichtige Rolle würde in diesem Segment die Möglichkeit spielen, eine finanzielle
Unterstützung in Form von Zuwendungen des Marschalls und des Bildungskurators in
Anspruch zu nehmen.
Sowohl die Selbstverwaltungen als auch die Schulleitung könnten ihre Mitarbeiter zu
solchen Schulungen schicken und diese Kurse laut dem Weiterbildungsgesetz von der
Steuer abschreiben. Diese Kurse müssen in der Haushaltskasse berücksichtigt und
garantiert werden.

b) Das Weiterbildungszentrum – mit breitem Spektrum von Kursen, Seminaren,
Konferenzen und Verlagstätigkeit.
Der besondere Charakter der Einrichtung bezüglich ihrer Rolle und ihres Einflusses auf
den Arbeitsmarkt setzt auch eine Offenheit gegenüber den behinderten Personen voraus,
insbesondere denen, die in Kleinstädten und ländlichen Gegenden leben.
Das Spektrum der durch die Einrichtung angebotenen Kurse kann sehr breit sein, z.B.
Computer- Arbeitshygiene-, Sanitär-, Immobilien-, Volontariatskurse, etc.




                                        117
c) Das Linguistikstudium – eine besondere und notwendige Form von Kursbildung mit
dem Schwerpunkt Verbesserung der Fremdsprachenfertigkeiten, insbesondere der
deutschen und englischen Sprache auf verschiedenen Lernniveaus, inkl.
Fachsprachkurse. Besonders hier sehe ich uneingeschränkte Möglichkeiten für die
deutsch-polnische Zusammenarbeit.

d) Das Diagnosen- und Analysenlabor - das Gehirn und Zentrum, ausgestattet mit
modernen Computeranlagen und Datenbanken zur Marktlage. Obwohl das Labor teuer
ist, scheint es heute zwingend notwendig zu sein. Hier könnte es auch besondere
Kooperations- und Unterstützungsfelder von deutscher Seite geben.


Zusammenfassend kann man feststellen, dass eine Zusammenarbeit auf der
Bildungsebene zwischen den polnischen und deutschen Einrichtungen notwendig für die
polnische Bildung wäre, damit diese modernisiert und die Reform zu Ende geführt wird,
was der Gesellschaft dienen kann.




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Teilnehmerliste
Abraham Dr., Wolfgang, selbst. Beratungsunternehmen für deutsch-
polnische Kooperation
Antosiewicz, Andrzej, NSZZ Solidarnosc
Beile, Judith, wmp consult
Bergstreser, Michael , NGG
Bernstorf, Anna, DGB Bezirk Sachsen
Bloempott,Jan, IG Metall
Czarnetta, Ingrid, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Delecka, Aleksandra, NSZZ Solidarnosc
Deutschland, Peter, DGB Bezirk Nord, Vorsitzender
Falck-Steffens, Christiane, Amt für Raumordnung und Landesplanung
Vorpommern
Fritze, Bernd, ver.di
Gadomski, Jerzy, NSZZ Solidarnosc
Geisler, Monika, KOWA Neubrandenburg
Gerlach Dr. , Frank, Hans-Böckler-Stiftung
Giecewicz Bartosz, Universität Greifswald
Glawe, Heiko, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Grundheber-Pilgram, Alfons, DGB Bezirk Nord
Grundmann Dr., Martin, schiff gmbH
Hamann Simone, Ostsee Zeitung
Hasselmann, Jörg, Landkreis Ostvorpommern
Haufe Martin, NDR Hörfunk Greifswald
Heilmann, Ernst, ver.di Nord
Herschelmann Dr., Bodo, Titan e.V. Neubrandenburg
Himmel, Olaf, DGB Region Uckermark/Barnim
Hirschel Dr., Dierk, DGB Bundesvorstand
Höhner, Dirk, KOWA Frankfurt/Oder
Holter, Helmut, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung M-V
Hozer Prof., Josef, Universität Stettin
Jakubik Piotr, GSA Ostseeagentur
Janssen, Ronald, EGB
Jurek, Mieczyslaw, NSZZ Solidarnosc
Kathmann, Maria, DGB Bundesvorstand
Klein, Bernhard, IG Metall
Knauf, Dieter, Profile Unternehmensberatung
Köhler, Peter, DGB Region Schleswig-Holstein Nord
Köhn, Holger, Deutsch-polnische Wirtschaftsförderungsgesellschaft
Komolowski, Longin, NSZZ Solidarnosc
Kopel, Mechthild, ISA Consult GmbH
Król Dr. Wojciech, Dolmetscher
Kruse, Henning, schiff gmbH
Kühl Renate, Hansestadt Greifswald
Lemke, Klaus, DGB Lauenburg, Regionsvorsitzender
Lewandowska, Aleksandra, wmp consult
Lis Dr. Christian, Institut für wirtschaftliche Analyse, Diagnose und
Prognose in Stettin
Maack, Klaus, wmp consult
Maciaszek, Anna, schiff gmbH
Maertzke, Manfred, ACE AutoClubEuropa


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Methling Prof. Dr., Wolfgang, Umweltminister M-V
stellv. Ministerpräsident M-V
Meyer, Petra, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Meyer, Zygmunt, Marszalek Woj. Zachodniopomorskiego
Meyn Beate, Stadtverwaltung Greifswald Wirtschaftsbehörde
Michaelis, Heidi, Stadt Ueckermünde
Murawski, Dieter, Arbeitslosenverband Deutschland
Musa-Uder, Elisabeth
Okon, Waldemar, Amt für Raumordnung und Landesplanung
Vorpommern
Patecka, Anna, KOWA Neubrandenburg
Pauly Uta, Ministerium Arbeit und Bau M-V
Plewig, Anja, DGB Bezirk Nord
Pluta, Zbigniew, Projekt RISP-WPR
Ribhegge Prof., Hermann, Europa-Universität Viadrina
Rygiel, Zdzislaw, NSZZ Solidarnosc
Sachtler, Bianka, Stadt Ueckermünde
Scholz, Dieter, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Schulz, Volker, DGB Region Vorpommern, Regionsvorsitzender
Schwelgengräber, Renate, Ministerium für Arbeit, Bau und
Landesentwicklung M-V
Schwerin,Heiko, DGB Bezirk Nord
Selke, Karsten, IHK zu Neubrandenburg
Seveda, Tomasz, Dolmetscher
Sobieski, Ornel, Marschallamt Westpommern
Steffen, Heidrun, Förder- und Entwicklungsgesellschaft Uecker Region
mbH
Thurow Frank, Wolgast TW
Trietz, Katarzyna, KOWA Frankfurt/Oder
Tyskiewicz, Rajmunda, NSZZ Solidarnosc
Tyszkiewicz-Janik, Dorota, Arbeitsamt Stettin
Uder Helmut, DGB Bezirk Nord
Ulatowski Jan, GSA Ostseeagentur
Wack, Siegfried, Landrat Landkreis Uecker-Randow
Wieczorek, Darius, Grupa Energetyczna Enea S.A.
Wien, Alexa, PDS Landtagsfraktion M-V
Wind, Peter, IG BCE
Włodarczyk, Wiola, KOWA Frankfurt/Oder
Zileinski, Krzysztof, NSZZ Solidarnosc
Zurawski, Krzysztof, NSZZ Solidarnosc




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