Europa in Bewegung - Forschungsraum Europa

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Europa in Bewegung - Forschungsraum Europa
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7/21/2008
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Forschungsraum Europa



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Inhalt



Geteilte Werte, Mehrwert Die Revolution des Lebendigen Besser Leben Das Informationszeitalter Für einen blaueren Planeten Energien für Europa Luft, Straße, See: die Herausforderungen der Mobilität Von der Entdeckung zur Innovation Ausbildung in der Forschung, Ausbildung durch Forschung Weltoffenes Europa Bedeutung der Humanwissenschaften Den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden



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Geteilte Werte, Mehrwert



Europa, die Geburtsstätte der modernen Wissenschaft, verfügt mit seinem umfangreichen Netz aus Universitäten, Forschungszentren, Industrielabors und innovativen KMU über eines der größten Forschungspotentiale der Welt. Jedes Land trägt seine Wissenschaftskultur, Stärken und Besonderheiten bei. Wenn die Forscher auch nicht auf die Europäische Union gewartet haben, um sich auf gemeinsame Projekte einzulassen oder ihren Platz in internationalen Netzwerken einzunehmen, so haben die seit Anfang der achtziger Jahre bestehenden Rahmenprogramme der Europäischen Union doch zweifelsohne eine Katalysatorwirkung auf einen neuen kooperativen Ansatz und die Schaffung eines europäischen Forschungsraums. Die Schwerpunkte dieser Rahmenprogramme wurden nach umfassenden Beratungen der zuständigen politischen Instanzen, der Wissenschaftler- und Unternehmerkreise sowie der Vertreter der Nutzer festgelegt und sind auf Projekte ausgerichtet, die den Erfordernissen einer im Wandel begriffenen Gesellschaft gerecht werden. Die Haushaltsmittel wurden in Abhängigkeit von Aufgaben und Zielsetzungen angehoben. Ziel dieser Forschungsprogramme ist es, über die Finanzierung grenzüberschreitender Arbeiten und durch Fördern

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der Koordination zwischen wissenschaftlichen und technologischen Infrastrukturen die Zusammenarbeit von Partnern aus verschiedenen Ländern zu verstärken. Diese Politik ermöglicht es, Daten gemeinsam zu nutzen, Ergebnisse zu vergleichen, multidisziplinäre und komparative Untersuchungen durchzuführen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Know-how zu transferieren und zu schützen, Netzwerke zu gründen oder zu verstärken, ganz spezielle Probleme zu lösen und auf Spitzenforschungszentren und fortschrittlichste Ausrüstungen zuzugreifen. Ein derartiger, auf Kooperation basierender Ansatz stärkt das Potential und die Dimension der Forschung, und diese europäische Zusammenarbeit verschafft ihnen zweifellos einen hohen Mehrwert. Doch die Rahmenprogramme der Union setzen sich allmählich auch als weitreichendere Instrumente durch. Dank der Abkommen mit vielen Drittländern können deren Forscher auf Wissen und Spitzenforschungszentren in Europa zugreifen – und umgekehrt. Die Europäische Union unterstützt auch die der Forschung vorund nachgelagerten Aspekte und Probleme, denn erst die im Vorfeld stattfindende Ausbildung und Information verleiht der Wissenschaftskultur ihren Glanz und erst die spätere Innovation ermöglicht, daß sich die Fortschritte der Forschung in greifbare Vorteile für die Gesellschaft umsetzen lassen. Dabei sind diese Faktoren keineswegs als Randerscheinung der Forschungsproblematik zu sehen. Sie spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, einen Ansatz für eine wissensbasierte Gesellschaft zu schaffen, in der die Union eine führende Position einnimmt. So zeichnen sich die ersten Konturen eines echten „europäischen Forschungsraums“ ab, und das wertvollste Vermögen dieses Forschungsraums ist das Denken.



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Die Revolution des Lebendigen

Beseitigung und Verwertung von Abfällen, mit denen die Umweltverschmutzung eingedämmt werden könnte. Und die Beherrschung des Lebendigen dringt auch dorthin, wo man es nicht erwarten würde, nämlich bis in den Kern der Materie. Die unaufhörliche Entwicklung der Rechnerkapazitäten wird durch die Leistungen von Biochips ermöglicht, die kleinste Strukturen von Mikroorganismen in den Dienst der künstlichen Intelligenz stellen. Die Forschungspolitik der Europäischen Union ist darauf ausgerichtet, das Potential und die Kapazität der europäischen Wissenschaft umfassend zu mobilisieren. Sie zielt auch darauf ab, angesichts der Ethikdebatten, die durch die beginnende Revolution – einige sagen, das Goldene Zeitalter – des Lebendigen aufgeworfen werden, die Grundlagen für einen gemeinsamen Ansatz zu schaffen.



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An der Schwelle zum dritten Jahrtausend steht die Zukunft der Menschheit im Zeichen eines neuen Wissens – der Kenntnis von den Mechanismen des Lebens. Die außerordentlichen Fortschritte der Biowissenschaften und der Biotechnologien entwickeln sich vor unser aller Augen mit atemberaubender Geschwindigkeit. Die Wunder, zu denen die Wissenschaftler nach und nach in der Lage sind, betreffen in erster Linie die Gesundheit. Die immer umfassendere Beherrschung der Zellfabriken und der Gentechnik, die für das Funktionieren des menschlichen Organismus verantwortlich sind, ebnet den Weg für therapeutische und pharmakologische Revolutionen, die Krankheiten wie Krebs oder Aids zurückdrängen oder gar den Alterungsprozeß beeinflussen könnten. Doch gerade aufgrund der phantastischen Einzigartigkeit der Zellmechanismen in allen lebenden Organismen gehen die wissenschaftlichen Fortschritte auf diesem Gebiet weit über das Feld der Medizin hinaus. Sie betreffen alle Beziehungen des Menschen mit der Biovielfalt der Natur. Die Biotechnologien eröffnen auf allen Ebenen der tierischen und pflanzlichen Nahrungsketten neue Möglichkeiten. Angesichts der ökologischen Bedrohung zu Land und zu Wasser bieten sie Instrumente zur



„Für die Wissenschaft ist das Gen vor allem ein Schlüsselelement der Zellmaschine, und bei der Gentechnik geht es darum, grundlegende natürliche Mechanismen zu nutzen, um bisher unvorstellbare Fortschritte zu erzielen. Wenn dieser Gesichtspunkt richtig verstanden wird, kann man auch der weitverbreiteten Auffassung entgegenwirken, daß das Gen als Instrument zur Kontrolle oder Aneignung des Menschen mißbraucht wird.“

Alain Pompidou, Professor an der Universität René Descartes (Paris), Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des STOA (Europäisches Parlamentarisches Amt für die Bewertung der wissenschaftlichen und technologischen Entscheidungen).



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Besser Leben



Gesundheit

Auf diesem facettenreichen Kontinent, dessen Bürger in ganz unterschiedlichen Umwelt- und Klimaverhältnissen leben, spezielle soziokulturelle Gewohnheiten haben und einen diversifizierten Genbestand vorweisen, stellt die Intensivierung der europäischen Dimension der Medizinforschung einen großen Vorteil dar. Sie ermöglicht den Wissenschaftlern, die Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten zu untersuchen, um dadurch Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, Erfahrungen und klinische Ansätze auszutauschen, sich auf breitangelegte epidemiologische Untersuchungen zu stützen und den Gesundheitszustand der Bevölkerungsgruppen zu vergleichen – und dabei eben diejenige kritische Masse zu erreichen, die für den Fortschritt in Wissenschaft und Praxis unabdingbar ist. Die von der Europäischen Union unterstützten Forschungsprojekte gehen strategische Gebiete an: „Volkskrankheiten“ (kardiovaskuläre Erkrankungen oder Krebs), Kinderkrankheiten (plötzlicher Kindstod, Leukämie, infantile Diabetes, Neugeborenengelbsucht usw.), Erbkrankheiten, sich ausbreitende oder wiederkehrende Epidemien (Viruserkrankungen wie Aids oder Ebola, Prioneninfektionen, Tuberkulose, Malaria) und altersbedingte Gesundheitsprobleme in einer Welt, in der die Lebenserwartung ständig steigt (Alzheimer). Andere Arbeiten, denen

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Europäische Biologen entwickelten das weltweit erste Verfahren zur Impfung durch Nahrungsaufnahme. Mit Hilfe der Gentechnik gelang es ihnen, einer Futterpflanze einen veränderten Virus zu injizieren, der sich in ihr fortpflanzt. Diese Technik könnte die Pharmakologie revolutionieren und leicht zu verabreichende und kostengünstige Impfstoffe bereitstellen.



internationale und multidisziplinäre Ansätze zugrunde liegen, befassen sich mit Fragen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Ethik (Berufskrankheiten, soziale Kosten oder Qualität der Gesundheitspflege).



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Europa im Kampf gegen den Krebs • Die EORTC (European Organisation for

Research and Treatment of Cancer) umfaßt 2 500 Onkologen, die in mehr als 350 Krankenhäusern in 31 Ländern tätig sind. Die Organisation koordiniert die in großem Stil durchgeführten multidisziplinären klinischen Untersuchungen zur Entwicklung wirksamerer Behandlungsverfahren. Bislang wurden Beobachtungen von mehr als 100 000 Patienten in der Datenbank gespeichert. Die Ergebnisse werden von rund 100 Forschern des EORTC Data Center ausgewertet und verglichen. Im Vorfeld dieser klinischen Forschungen koordiniert die EORTC vorklinische Untersuchungen an neuen Arzneimitteln. Im Anschluß verbreitet sie die Ergebnisse ihrer Arbeiten über Seminare, Lehrgänge zur Methodologie der klinischen Forschung, Konferenzen, Veröffentlichungen usw. Weiterhin initiiert sie Untersuchungen über die Lebensqualität der Patienten oder wirtschaftliche Bewertungen der Behandlungsverfahren. Die EORTC arbeitet aktiv und eng mit dem National Cancer Institute in den Vereinigten Staaten zusammen.



Warum verursachen als wirksam geltende Medikamente bei einigen Personen schwere Nebenwirkungen? Weil sich bestimmte Enzyme, die für ihre Verstoffwechselung zuständig sind, von Mensch zu Mensch unterscheiden. Wichtige europäische Entdekkungen zu diesen abweichenden Enzymsystemen ermöglichen es der Pharmaindustrie heute, sicherere Arzneimittel zu entwickeln.



• Vier Gruppen mit jeweils zehn Patienten aus fünf Mitgliedstaaten, die

an einem schweren Gehirntumor erkrankt sind und bereits operiert wurden, werden mit einer neuen Form der Strahlentherapie behandelt (BorNeutronen-Einfangtherapie), die in der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Union in Petten (Niederlande) eingesetzt wird.



• Weitere Spitzenforschungen bezüglich der Behandlung von Blut- und

Knochenmarkkrebs mit Hilfe einer Alpha-Radio-Immuntherapie werden am Institut für Transurane der GFS in Karlsruhe (Deutschland) durchgeführt.



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„Diese gemeinsamen Projekte ermöglichen den Laboratorien die Zusammenlegung ihrer Ressourcen. Die Qualität der Ergebnisse ist deshalb höher, und die Forscher haben Gelegenheit, neue Techniken zu erlernen.“

Harvey Holmes, Koordinator des Projekts EVA, in dem Forscher aus 12 Mitgliedstaaten an einem Anti-AidsVirus arbeiten. 7



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technologische Fortschritte, wie beispielsweise das Vordringen gentechnisch veränderter Organismen, dringende Fragen hinsichtlich Sicherheit und Verbraucherschutz aufwerfen, und eine Chance, weil dieser Wirtschaftszweig von jeher den Schwerpunkt der europäischen Exporte auf dem Weltmarkt darstellt. Immer mehr Forschungsarbeiten befassen sich mit den Beziehungen zwischen Ernährung und Gesundheit oder der Kontrolle von Qualität und Frische der Produkte bei den neuen Konservierungsverfahren. Die Forschungsprogramme der Europäischen Union fördern auch den Brückenschlag zwischen den Spitzenforschungen der Biotechnologie und den industriellen Anwendungen. Die Ergebnisse der Forschungsprojekte werden außerdem systematisch über Netzwerke wie FLAIR-FLOW, das Kontaktstellen in ganz Europa unterhält, verbreitet.



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Ernährung

Die Bürger messen der Qualität ihrer Ernährung und ihrem Einfluß auf die Gesundheit zunehmende Bedeutung bei. Für die Agrar- und Ernährungsindustrie – die in Europa eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hat – ist diese Besorgnis Herausforderung und Chance zugleich. Eine Herausforderung, weil wissenschaftliche und



Funktionelle Lebensmittel, die Lebensmittel der Zukunft

Ziel der konzertierten Aktion „Functional Foods Science in Europe“ ist es, den Kenntnisstand auf dem Gebiet der sogenannten „funktionellen“ Lebensmittel zu ermitteln, d. h. derjenigen Lebensmittel, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. 54 Forscher aus zehn Ländern untersuchen den Einfluß verschiedener Nahrungsmittel auf bestimmte physiologische oder biologische Funktionen (Wirkung der Antioxidantien bei der Bekämpfung bestimmter Krebsformen, Vorteile der Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren im Kindesalter usw.). Ziel ist es, bestimmte Eigenschaften von Lebensmitteln zu erkennen und zu verbessern. Dabei geht es nicht so sehr um die Vorbeugung, sondern vielmehr um die Verringerung der Gefahren.



Chicorée enthält besonders viel Inulin, einen Lebensmittelbestandteil, dessen Vorteile für die Ernährung von den Forschern untersucht wurden.



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Genverändert oder nicht?

Welchen Behandlungen werden Lebensmittel unterzogen? Die europäische Gesetzgebung geht davon aus, daß auf dem sensiblen Gebiet der gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nur durch eine wissenschaftliche Bewertung nachgewiesen werden kann, ob ein neues Lebensmittel oder ein neuer Inhaltsstoff zu einem bestehenden Lebensmittel gleichwertig ist oder nicht. Zwei Institute der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) – das Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz (ISPC) in Ispra (Italien) und das Institut für Referenzmaterialien und -messungen (IRMM) in Geel (Belgien) – arbeiten eng zusammen, um dieser Forderung Rechnung zu tragen. Ihre Arbeiten ermöglichen es, ganz präzise über die Art der in Verkehr gebrachten Erzeugnisse zu informieren. Sie betreffen genveränderten Mais und Soja – die beiden ersten GVO, die in Europa in Verkehr gebracht werden dürfen. So hat das ISPC beispielsweise das einzige – in Amerika hergestellte – Gerät getestet, das in der Lage ist, RoundupReady (Sojabohnen, die gentechnisch verändert wurden, um Herbiziden zu widerstehen) in Spuren festzustellen. Das IMMR bereitete im Anschluß daran Sojamehlproben (mit und ohne RoundupReady) vor, die an 38 europäische Laboratorien verteilt wurden. Sie konnten das Vorhandensein von RoundupReady bis zu einer Konzentration von 2 % nachweisen. Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Schritte auf dem Weg zur Entwicklung zuverlässiger Kontrollinstrumente, die die Übereinstimmung der Erzeugnisse mit den Deklarationen garantieren und es ermöglichen, eventuell gesetzlich vorgeschriebene GVOGrenzwerte zu bewerten.

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Biologisch abbaubare und kostengünstige Bioverpackungen mit neuen Eigenschaften werden aus Polymeren pflanzlichen Ursprungs hergestellt. Sieben Forschungszentren und zwei Unternehmen der Agrarund Ernährungsindustrie gehen sogar soweit, eßbare Bioverpackungen zu entwickeln, die gleichzeitig ein Nahrungsergänzungsmittel zu ihrem Inhalt darstellen.



„Die Wissenschaftsgemeinschaft, die sich für den Ernährungsbereich interessiert, ist per se recht inhomogen. Dieses Projekt ermöglichte uns, eine sehr fruchtbare Synergie zwischen den verschiedenen Denkrichtungen zu schaffen. Die Kommunikation zwischen der nordisch-germanischen und der lateinischen Sphäre mit ihren ganz unterschiedlichen Traditionen wurde stark ausgeweitet.“

Einar Risvik vom Norwegian Food Research Institute, Koordinator des multidisziplinären Netzwerks SENS, das zwölf wissenschaftliche Organisationen umfaßt, die sich mit der Untersuchung der europäischen Ernährungsgewohnheiten befassen.



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Das Informationszeitalter



Information und Kommunikation – diese Doppelrevolution führt die Gesellschaft der ganzen Welt in ein neues Zeitalter der Zivilisation. Informatikbasierte Technologien und Anwendungen verändern die menschlichen Aktivitäten unaufhörlich – angefangen bei der Forschung, der neue Instrumente mit künstlicher Intelligenz eine enorme Triebkraft geben. Die digitale Telekommunikation und die Beherrschung des Weltraums lassen die Grenzen von Raum und Zeit schwinden und schaffen gleichzeitig eine neue Wirtschaftsform, den virtuellen Handel.



Pionier Esprit

Seit den achtziger Jahren bemüht sich die Europäische Union intensiv, die Kapazitäten der europäischen Industrie im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu vereinen. Pionier dabei war das berühmte Programm Esprit, das erheblich dazu beigetragen hat, daß Europa mit den neuesten Entwicklungen in der Mikroelektronik und dem Know-how im Softwarebereich seinen Platz behaupten konnte. In der Kommunikationstechnik hat die europäische Forschung bei den Fortschritten des Fernsehens und seinem Eintritt in das digitale Zeitalter sowie beim Boom der Telekommunikation – vor allem der Mobiltelefonie – eine wesentliche Rolle gespielt.



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Elektronische Sicherheit

Mit E-Commerce wird weltweit ein Umsatz von rund 200 Mrd. EUR erzielt. In fünf Jahren dürfte ein Drittel aller Bankgeschäfte online erfolgen. Betrugsvorbeugung, Sicherheit der Datenübertragung und Schutz der Privatsphäre und der Rechte auf geistiges Eigentum erfordern daher geeignete elektronische Sicherheitsverfahren. Eine leistungsstarke, operationelle und für den Handel über das Internet geeignete Architektur wurde von den Partnern des europäischen Forschungsprojekts Semper entwickelt. Jeder Verbraucher, der über das Internet kaufen möchte, erhält Zugriff auf Kataloge in Form von Datenbanken, kann Bestellformulare ausfüllen und seine Einkäufe mit Hilfe des Sicherheitsprotokolls SET oder über eine E-Cash-Chipkarte elektronisch bezahlen. Bei jedem Vorgang werden Verbraucher, Lieferant und Kreditinstitut in einer einzigen Nachricht zusammengeschaltet. Das Protokoll SET gewährleistet die Sicherheit der Transaktionen völlig transparent und benutzerfreundlich.



GSM made in Europe

Europa unterstützt nicht nur Forschungs- und technologische Entwicklungsprojekte, sondern sorgt auch für die Erarbeitung von Normen, die die Nutzung und Verbreitung der Forschungsergebnisse ermöglichen. Häufig sind diese Normen und ihre technischen Spezifikationen das Ergebnis von Spitzenforschungsprojekten. Beispiel: GSM. Eigentlich ging es im Rahmen der Initiative Eureka um die Entwicklung verschiedener Architekturen für ultraminiaturisierte Schaltkreise. Später wurde daraus der einzigartige GSM-Standard erarbeitet, der heute von mehr als 230 Telekommunikationsnetzbetreibern in mehr als 110 Ländern, darunter auch die Vereinigten Staaten, eingesetzt wird. „Um zu vermeiden, daß proprietäre Modelle den Markt beherrschen, wie dies in der Vergangenheit bei PCs häufig der Fall war, könnte man ähnliche Vereinbarungen wie beim GSM-Standard treffen, der es Europa ermöglichte, den Spitzenplatz in der Mobiltelefonie einzunehmen“, so Ken Ducatel, Experte am Institut für technologische Zukunftsforschung (IPTS) der Gemeinsamen Forschungsstelle in Sevilla (Spanien).



Auf welchem Parkplatz sind noch Plätze frei? Welchen Weg nimmt man zur Hauptverkehrszeit am besten? Wo ist die nächste Bushaltestelle? All diese Fragen lassen sich mit einem tragbaren Gerät beantworten. Das System Promise, das Mobiltelefonie und den PDA (Personal Digital Assistant) vereint, hat sich bei Tests in sechs Mitgliedstaaten (Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Vereinigtes Königreich) bewährt.



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„Wir müssen unsere Kinder auf ein Leben in einer technologischen Umgebung vorbereiten, aber dies ist nicht das eigentliche Ziel. Die Zielsetzung unserer interaktiven Programme ist das Erlernen der Achtung vor den anderen und der Selbstachtung. Technologie oder nicht, hier geht es um Pädagogik“.

Walter Van de Velde, Koordinator von Today’s Stories, einem europäischen Forschungsprojekt, dessen Anwendungen für Kinder bestimmt sind und mit Kindern erarbeitet werden.



Die Gemeinschaftspolitik wird auch durch den unaufhaltsamen Vormarsch des Internets, der Informatik und der digitalen Richtfunk- und Satellitenübertragungstechnik, die erste Vorboten der Informationsgesellschaft sind, geprägt.



Das Leben verändern

Die Union verfolgt mit den von ihr unterstützten Programmen einen globalen Ansatz. Sie regt die Industrie an, zusammenzuarbeiten, um Spitzenforschung zu betreiben und an den technischen Fortschritten von morgen zu arbeiten. Sie unterstützt die Entwicklung von Anwendungen – von denen viele noch erfunden werden müssen –, die das Leben der Europäer, die sich auf dieses neue Zeitalter einlassen, verbessern werden. Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung dieser Entwicklung ist in der Tat enorm. Die Telearbeit, die in Europa heute mehr als vier Millionen Menschen betrifft, dürfte sich bis 2007 verzehnfachen. Die Ausweitung dieses Systems bietet ganz unterschiedliche Vorteile: Produktivitätsgewinn, Rückgang des Verkehrsaufkommens, neue berufliche Möglichkeiten für diejenigen, die in abgelegeneren Regionen leben. Obwohl diese Veränderung auf der Entwicklung neuer Instrumente beruht, befassen sich zahlreiche europäische Forschungsprojekte auch mit der Neuorganisation der Arbeit, zu der sie auf Ebene der Produktion und des Personals führt. Weitere Projekte betreffen die technologische Entwicklung innovativer Produktionsverfahren, die Erfindung von Multimedia-Instrumenten für Lern- und Bildungszwecke (interak12



tive Lehrmittel, Zugriff auf Wissensträger), die Verbreitung des E-Commerce und die Schaffung neuer Dienste. Zahlreiche Anwendungsbeispiele für die Technologien der Informationsgesellschaft gibt es auch im Gesundheitswesen (Telemedizin, Systeme zur Unterstützung alter Menschen, Führen elektronischer Krankenakten usw.) und im Bildungswesen. Im Umweltbereich werden intelligente Überwachungsund Unterstützungssysteme für das Risiko- und Ernstfallmanagement entwickelt. Schließlich zielen zahlreiche Forschungsvorhaben auf die Intensivierung der Kommunikation zwischen Einzelpersonen, Gruppen, Bürgern und Behörden ab und – darüber hinaus – darauf, den Weg zu neuen gesellschaftlichen und demokratischen Beziehungen zu ebnen.



Gegen die Waffe der Feiglinge

Anti-Personen-Minen (APM) fordern jährlich rund 26 000 Opfer. Die Europäische Union widmet diesem Mißstand umfassende Forschungsbemühungen, damit die 120 Millionen APM, die noch in rund sechzig Ländern vergraben sind und bis zu fünfzig Jahren scharf bleiben können, bis zum Jahr 2010 vernichtet sind. Zwar ermöglichen es verschiedene Technologien (Metall- oder InfrarotWärmestrahlungsdetektoren, Radar, Biosensoren, Gammastrahlendetektoren u. a.), bestimmte Minen zu orten, aber eine umfassende Lösung kann keiner dieser Ansätze bieten. Verschiedene europäische Forschungsprojekte untersuchen derzeit die Kombination aus mehreren Technologien.



Dabei werden insbesondere Multi-Sensoren entwickelt, die Metalldetektoren, Infrarot-Radar und Bodeneindring-Radar vereinen. Andere Forscher bauen eine Datenbank mit „Minensignaturen“ auf, die von den Multi-Sensoren genutzt werden könnte. Die Leistungen dieser neuen Verfahren und Geräte werden in den Labor- und Testanlagen der Gemeinsamen Forschungsstelle in Ispra (Italien) untersucht. Die GFS sorgt im übrigen auch für die Leitung und Ausrichtung der Forschungen auf dem Gebiet der zivilen Entminung und ist für die Verbindungen und den Informationsaustausch mit den Vereinigten Staaten und der UNO zuständig.



Software und Neuronen

Sieben Millionen Europäer leiden an Gehirnverletzungen, die sie in unterschiedlichem Maße und in ganz unterschiedlicher Ausprägung – von Sehstörungen bis hin zur Lähmung – dazu verdammen, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Ein Netzwerk aus Experten und Praktikern aus 53 Spezialeinrichtungen in der Europäischen Union, der Schweiz und der Türkei hat eine Reihe geeigneter Computerprogramme für die speziellen Erfordernisse von Rehabilitationszentren entwickelt. Besonders leistungsfähig sind diese Programme auf den Gebieten Sprache, Erinnern, Aufmerksamkeit und Sehstörungen, die die häufigsten Symptome darstellen. Diese umfassende Zusammenarbeit, in die Erkenntnisse der Forscher und der Rehabilitationszentren einfließen, ermöglichte es, Testverfahren (von denen einige den Status einer offiziellen Norm erworben haben) und Rehabilitationsmethoden zu standardisieren.



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Für einen blaueren Planeten



und Ozonloch – müssen die europäischen Staaten auf den Foren in aller Welt geschlossen auftreten. Ihre Forscher tragen dazu bei, das komplexe Gleichgewicht der Natur, die Beeinträchtigungen durch die menschlichen Aktivitäten und auch die Abhilfemöglichkeiten besser zu verstehen. Mit Unterstützung der Europäischen Union untersuchen Netzwerke aus Spezialisten die Chemie der Polarwolken in der Stratosphäre, während andere Forschergruppen Beobachtungssatelliten einsetzen, um den tropischen Regenwaldbestand zu überwachen und zu versuchen, ihn zu erhalten. Ozeanologen erforschen die Tiefen der Meere, um deren wesentliche Rolle für das Gleichgewicht der Erde zu verstehen und den unersetzlichen Reichtum der Biovielfalt zu erhalten. Wissenschaftler modellieren Szenarien der klimatischen Veränderungen und ihrer Folgen für die großen Regionen der Erde.



„Angesichts der Entwicklung immer neuer chemischer Stoffe wird uns klar – und das ist ziemlich enttäuschend –, daß wir fast gar nichts über ihre mittel- oder langfristigen Risiken wissen. Daher besteht ein immer dringenderer Bedarf an Umweltforschungen und -technologien.“

Damia Barceló, Koordinator des Netzwerks Waste Water Cluster, das zahlreiche Forschungszentren, Universitäts- und Industrielabors aus sieben Mitgliedstaaten umfaßt. Dieses Netzwerk betreut fünf Projekte, die sich mit der Erhaltung der Qualität der Wasserressourcen befassen.



Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen, und so ist der Umweltschutz ganz „natürlich“ zu einer der stärksten Kompetenzen der Europäischen Union geworden, die für alle Mitgliedstaaten Qualitätsvorschriften für Luft, Wasser und Lebensmittel festlegt. Die Ausübung dieses gemeinschaftlichen Reglementierungsrechts stützt sich dabei auf intensive Forschungsbemühungen, die über die Bekämpfung der Umweltverschmutzung hinaus darauf abzielen, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.



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Lebensqualität und Know-how

Die europäische Umweltforschung umfaßt in einem tiefgreifenden Ansatz auch die regionalen und lokalen Ökosysteme. Zahlreiche Projekte untersuchen die Möglichkeiten der Erhaltung, Wiederherstellung und umsichtigen Bewirtschaftung von Gebirgsmassiven, Seen und Flüssen, Feuchtgebieten, Anbauflächen, Küstengegenden und Grundwasserressourcen. Das Streben nach Umweltqualität beschränkt sich jedoch nicht



Europa und die Erde

Die Verantwortung der Europäischen Union im Bereich der Umwelt geht weit über ihre eigenen Grenzen hinaus. In Anbetracht der Bedrohung des gesamten Ökosystems der Erde – Klimaerwärmung, Entwaldung, Wüstenausbreitung, Wasserknappheit

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Die Geheimnisse des Mittelmeers

1993-1996. Die Pilotphase eines breitangelegten gezielten Forschungsprogramms umfaßte zehn wissenschaftliche Projekte, an denen sich 70 Einrichtungen aus 14 Ländern, darunter auch die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Union, beteiligten, um die komplizierten Abläufe, die den großen geschlossenen Raum des Mittelmeers regeln und so einzigartig machen, zu verstehen. Diese gemeinsam durchgeführte Arbeit ermöglichte es, eine echte europäische Gemeinschaft der Wissenschaftler, die sich mit dem Mare Nostrum befassen, zu gründen. Eine zweite Forschungsphase (1996-1999) umfaßte 53 Partner aus 13 Mitgliedstaaten sowie aus Marokko und Tunesien. Fast 300 Forscher werteten die Ergebnisse der Meßkampagnen von Forschungsschiffen aus, die fast tausend Tage auf See verbrachten. Sie untersuchten die Entwicklung der Temperatur des Tiefenwassers und des Salzgehalts, die zunehmende Einleitung von Nährstoffen durch die Verdichtung der menschlichen Aktivität an den Küsten, die Dichte des Planktons und der Meeresfauna und den Grad der Belastung durch Schwermetalle wie Blei. Darüber hinaus wurden Modelle für Klimaprognosen erarbeitet.



Die Vorteile der Fernerkundung

Vom Himmel aus sieht man die Erde besser, und die Fortschritte der Fernerkundung bieten denjenigen, die sie bewirtschaften, neue Instrumente. Dem breitangelegten Programm MARS (Monitoring Agriculture with Remote Sensing) gelang es in der Zeit von 1988 bis 1998 beispielsweise, ein System zu entwickeln, das in der Lage ist, ein objektives Bild der Anbauflächen zu liefern. Verschiedene Modelle, die nach dem Bereinigen und Dekodieren der von den Satellitenbildern bereitgestellten Rohdaten erarbeitet wurden, ermöglichen es, die Anbauarten zu identifizieren, die Höhe des Ertrags zu schätzen oder aber komplexe Daten zu berücksichtigen (Bodenart, Regenmenge, Temperatur usw.) – Faktoren, die zur Verwirklichung einer gemeinschaftlichen Landwirtschaftspolitik allesamt unabdingbar sind. Das vom Institut für Raumfahrtanwendungen (SAI) der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) in Ispra (Italien) koordinierte und rund 750 Personen umfassende Projekt MARS war Ausgangspunkt zahlreicher Entwicklungen wie Instrumente zur Überwachung und Vorbeugung auf den Gebieten Wüstenausbreitung, Hungersnöte, Entwaldung (insbesondere in tropischen Regionen) und Entdeckung von Wandbränden, Bodendegradation usw. Als letzter Sproß dieser Familie wurde 1998 das Instrument Vegetation an Bord des Satelliten SPOT 4 eingebaut. Dabei handelt es sich um das erste System, das speziell dazu entwickelt wurde, die Pflanzendecke der Erde zu beobachten. Die täglich gesendeten Aufnahmen werden von Forschern (Funktionsweise der Ökosysteme, Klimaveränderung ...), Einsatzleitern bei Umweltkatastrophen (Ausbreitung eines Waldbrands, Lokalisierung einer Naturkatastrophe) und politischen Entscheidungsträgern (Agrarumstrukturierung, regionale Entwicklung, Beschluß über eine internationale Nahrungsmittelnothilfemaßnahme ...) genutzt.



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auf die Natur und die Vermeidung der Naturgefahren, sondern betrifft auch die Städte, in denen 80 % der Europäer leben. Dies geschieht über Forschungsprojekte, die sich mit der Luft, dem Lärm, dem Verkehr und der Erhaltung des Kulturerbes befassen. Parallel zu diesen Ansätzen hat Europa ein erstklassiges Know-how in den Bereichen Technologien und



saubere Produktions- und Wirtschaftssysteme erworben. Für eine nachhaltige Entwicklung stellt der Umweltschutz eine technologische und wirtschaftliche Herausforderung dar, der sich Europa umfassend stellt.



Die genaue Größe des Ozonlochs • 1991: 250 Wissenschaftler aus 18 Ländern führen eine erste Meßkampagne über der Arktis durch.

Eintausend Ballons mit Sonden und drei Laborflugzeuge sammeln eine Vielzahl von chemisch-physikalischen Daten und übertragen sie zu Bodenstationen. Ziel ist es, die Entwicklung und die Entstehungsursachen des „Lochs“ zu analysieren, das sich im Winter in der stratosphärischen Ozonschicht über Europa bildet. Bei der zweiten Meßkampagne (1993-1995) führt ein zu einem Labor umgebautes ehemaliges russisches Spionageflugzeug eine Reihe von Flügen in 21 km Höhe durch. An Bord befinden sich 1 500 kg wissenschaftliche Instrumente, die für den Betrieb bei Temperaturen bis zu – 80°C geeignet sind. Eine dritte, noch umfangreichere Meßkampagne wurde 1999 beendet. In extrem kalten Wintern haben die Forscher herausgefunden, daß die Ozonschicht, die die lebenden Organismen in der Biosphäre der Erde vor der aggressiven direkten UV-Strahlung der Sonne schützt, um bis zu 50 % schwindet. Diese von der Arktis bis zum Indischen Ozean durchgeführten Forschungen ermöglichen es, die chemischen Wechselwirkungen und die Zirkulationsmechanismen der verschiedenen gasförmigen Stoffe, die durch die menschlichen Aktivitäten erzeugt werden und zu diesem Abbau führen, besser zu verstehen und die weitere Entwicklung abzuschätzen (insbesondere in Abhängigkeit von Vorbeugungsmaßnahmen wie dem Verbot der berüchtigten FCKW im Jahr 1987). Bei diesen Forschungen wurde auch die Beziehung zwischen dem Ozonloch und den für die Klimaveränderung verantwortlichen Treibhausgasen entdeckt.



• Je weiter man in den Süden Europas kommt, desto höher ist die Konzentration von Benzol (ein

krebserregender Stoff, der auf den Autoverkehr zurückzuführen ist). Dies ist das Ergebnis einer Pilotstudie, die vom europäischen Referenzlabor für Luftverschmutzung (ERLAP) der GFS in sechs europäischen Städten durchgeführt wurde. Das mit High-Tech-Instrumenten und mobilen Laboratorien ausgerüstete ERLAP unterstützt die Europäische Kommission bei der Ausarbeitung von Richtlinien über die Luftqualität.



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Die Vorteile der Biovielfalt wurden vermutet, jedoch nicht bewiesen. Ihre wesentliche Bedeutung wurde gleichzeitig und systematisch von Forschern aus acht Mitgliedstaaten untersucht. Die Auswertung von 480 Versuchsfeldern in allen Klimaregionen Europas ermöglichten es ihnen, die positiven Auswirkungen der Biovielfalt sowohl auf quantitativer Ebene (Produktivität) als auch auf qualitativer Ebene (Widerstandsfähigkeit der Pflanzen, Vielfalt der Insektenpopulationen, Qualität der Böden usw.) zu verifizieren.



„Die Biovielfalt ist ein weltweites Problem. Die Beteiligung an einem europäischen Projekt ermöglicht uns, unseren Aktionsradius zu erweitern und dieses grundlegende Problem geeignet anzugehen.“

Angela Karp, Professorin an der Universität Bristol und Koordinatorin der fünf Projekte Molecular Tools for Biodiversity, die die gesamte Biovielfalt der Flora und Fauna abdecken und rund vierzig staatliche und private Laboratorien umfassen.



Forscher verschiedener Fachrichtungen (Klimatologen, Mikrobiologen, Chemiker usw.) untersuchen gemeinsam das Kulturerbe und schlagen innovative Lösungen zur Erhaltung und Sanierung vor. Beispiel: neue erdbebenbeständige Werkstoffe und Systeme, die insbesondere auf Legierungen mit Formgedächtnis beruhen. Sie werden bei der Restaurierung der Basilika von Assisi (Italien) eingesetzt, die bei den Erdbeben im Jahre 1997 einstürzte.



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Ifremer — A. Massol



Ein wirksames und kostengünstiges Spektrometer zur Überwachung der Qualität der Abwasserbehandlung wurde vom Projekt Water Quality Monitor entwickelt. Ein ideales Instrument für kleinere Aufbereitungsanlagen, die bald in ganz Europa entstehen werden (jede Gemeinde mit mehr als 2 000 Einwohnern muß im Jahr 2005 eine eigene Anlage besitzen).



Eine ferngesteuerte gelbe Maschine setzt Forschungslaboratorien ganz präzise in 4 500 m Tiefe auf dem Boden ab. Die technologischen Höchstleistungen dieses Prototyps namens Sirene (dem Namen des vom französischen Forschungsinstitut für Meereskunde koordinierten Projekts) sind nicht nur für Forscher, sondern auch für die Suche und Förderung von Erdöl auf hoher See interessant.



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Energien für Europa



Die neuen Möglichkeiten der „thermischen Sonnenenergie“ (für die sich der gesamte Mittelmeerraum und der Mittlere Osten interessieren) werden auf der Plataforma Solar d’Almeria (Spanien), der größten Test- und Demonstrationsanlage, erforscht.



Europa deckt bereits jetzt 50 % des Energiebedarfs durch Importe, und der Verbrauch könnte bis 2020 um fast 20 % zunehmen. Dennoch hat sich die Europäische Union auf der Konferenz von Kyoto (1998) dafür eingesetzt, die durch fossile Brennstoffe verursachten Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Daher konzentrieren sich die verschiedenen, von ihr unterstützten Forschungsrichtungen immer entschlossener auf eine nachhaltige Perspektive und das Streben nach Unabhängigkeit. Der Einsatz erneuerbarer Energien aus Wind, Sonne und Biomasse, ein Gebiet, auf dem verschiedene Mitgliedstaaten bereits ein beachtliches Know-how erworben haben, dürfte sich kurzfristig verdoppeln. Europa entwickelt mehr als die Hälfte der weltweiten Kapazität zur Erzeugung von Windenergie und stellt mehr als

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90 % der mittelgroßen und großen Turbinen her. Verschiedene von der Europäischen Union unterstützte Forschungsprojekte befassen sich mit der Aerodynamik und dem Gewicht der Maschinen, der Verringerung der Lärmbelästigung und ihrer Integration in Stromverteilungsnetze. Im Bereich der Sonnenenergie betreffen die fortschrittlichsten Technologien die Sonnenenergie aus Photovoltaikanlagen (PV), die um fast 20 % pro Jahr zunimmt. Hier stellt Europa ein Viertel der Weltproduktion dar. Die europäischen Forscher haben insbesondere dazu beigetragen, den Wirkungsgrad und die Zuverlässigkeit der Solarzellen zu verbessern und die Kosten der Kollektorflächen zu senken. Forschungen auf dem Gebiet der sauberen Verwertung der in Europa verfügbaren fossilen Brennstoffe – Kohle oder Kohlenwasserstoffe – werden intensiviert. Was die Forschungen bezüglich der Verwendung von Biomasse angeht, so verfolgen sie das zweifache Ziel, die Landwirtschaft zu unterstützen und die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Weitere Arbeiten, deren Auswirkungen die Entscheider und Verwender direkter betreffen, befassen sich mit Energieeinsparungen und der rationellen Nutzung der Energie (Güterverkehr, Gebäude, industrielle Prozesse usw.). Auf dem Gebiet der Kernenergie (neben den Forschungen zur Sicherheit) ist die Europäische Union Eckpfeiler sehr langfristiger internationaler Arbeiten an der – revolutionären – Kernfusion, einem Gebiet, auf dem Europa ein weltweit anerkanntes Know-how erworben hat.



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Die Fusion der Zukunft

Die weltweit erste Kernfusionsforschungsanlage, der Joint European Torus (Vereinigtes Königreich), erreichte 1997 mit einer Fusionsenergie von 16 MW einen neuen Rekord. Im Vergleich zur Kernspaltung bietet die Kernfusion den Vorteil, daß diese Energie unerschöpflich ist, daß keine gefährlichen Abfälle anfallen und daß keine Gefahr einer unkontrollierten Reaktion besteht. Ihre Entwicklung erfordert eine komplizierte Technik und einen erheblichen Forschungsaufwand, der künftig in Verbindung mit der Russischen Föderation, Japan und den Vereinigten Staaten geleistet wird.

Die mit Unterstützung der Europäischen Union entwickelte gigantische Windkraftanlage in Tjaereborg (Dänemark) schlägt mit rund 3 500 MWh erzeugter Energie pro Jahr alle Rekorde.



Sauberere Energien • Ein neuer schadstofffreier und wirtschaftlicher Brennstoff ist das

vielversprechende Ergebnis eines Forschungsprojekts (30 Partner, 13 Länder), das die kombinierte Verbrennung von Kohle und Biomasseabfällen untersuchte.

„Der Erfolg eines solchen Projekts beruht sowohl auf der technischen Kompetenz der betroffenen Firmen als auch auf der Qualität der menschlichen Beziehungen zwischen den Beteiligten. Das Vertrauen in die Partner ist unerläßlich, von den ersten Beratungen bis hin zu den abschließenden Tests – die bisweilen durchaus noch Überraschungen bergen“.

Dominique Gilson, Koordinator des Projekts HOFIM, an dem sich Industrieunternehmen aus vier Ländern mit dem Ziel beteiligten, einen Motorkompressor zur Lagerung von Erdgas zu entwickeln.



• Acht europäische Laboratorien synthetisierten neue Moleküle, die in

der Lage sind, bestimmte Radioelemente – darunter Cäsium und Actinide – zu fangen, die in den bei der Aufbereitung von Nuklearbrennstoffen anfallenden Abfällen vorkommen. Diese patentierten Moleküle finden vor allem in den Vereinigten Staaten starken Absatz.



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Luft, Straße, See: die Hausforderungen der Mobilität

Sicherheit rundum

Zahlreiche europäische Forschungsprojekte, die alle Arten der Mobilität betreffen, befassen sich mit dem wesentlichen Aspekt der Verkehrssicherheit. Neues bringen Forschungsprojekte zu Pkw-Rückhaltesystemen für Kinder. Im Bereich der Sicherheit im Flugverkehr wurde vom ISIS (Institut für Systeme, Informatik und Sicherheit) der Gemeinsamen Forschungsstelle die Rolle der Besatzungen untersucht (70 % der Flugzeugunglücke sollen auf menschliches Versagen zurückzuführen sein). Im Projekt Traincol entwickeln Unternehmen, Forschungszentren und Eisenbahngesellschaften aus vier Mitgliedstaaten der EU einen neuen Waggontyp, der insbesondere bei Frontalzusammenstößen einen deutlich höheren Kollisionsschutz bietet. An Herausforderungen mangelt es Forschern und Unternehmen demnach nicht. Aufgrund ihrer hohen technologischen und wettbewerbsmäßigen Bedeutung erfordern die Fahrzeuge von morgen – Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen oder Schiffe – Untersuchungen und Synergien. Über ihre Konstruktion und Sicherheit hinaus befassen sich zahlreiche von der Union unterstützte Forschungsprojekte mit dem Energieverbrauch und der Kontrolle der Schadstoffemissionen. Weitere Forschungen befassen sich mit den Verkehrsinfrastrukturen, der Verkehrslenkung und der Intermodalität, d. h. dem problemlosen Übergang von einer Verkehrsart auf eine andere.



Ein von einer Brennstoffzelle angetriebenes Fahrzeug, das nur Wasserstoff und Sauerstoff verbraucht. Ein Prototyp eines solchen Fahrzeugs mit „Null-Emission“ (Spitzengeschwindigkeit 120 km/h) ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von fünf Partnern aus drei Ländern, die vom französischen Automobilhersteller Renault koordiniert wird (Projekt FEVER).



Rund 10 % des europäischen BIP und der Arbeitsplätze entstehen im Verkehrssektor. Der Straßengüterverkehr stellt mehr als drei Viertel des europäischen Marktes für Frachtgeschäfte dar und ist seit 1970 um 150 % gestiegen. Der Marktanteil der Schiene sank dagegen im gleichen Zeitraum von 32 auf 12 %. Der Luftverkehr könnte sich bis zum Jahr 2010 verdreifachen. Der Güterverkehr boomt, jedoch nicht ohne nachteilige Folgen. Er ist Umweltverschmutzer und Energiefresser, verursacht tödliche Unfälle und verstopft Städte, die dadurch an Lebensqualität einbüßen. Die Gesamtkosten der „Kollateralschäden“ des Personen- und Güterverkehrs für die Umwelt werden auf 250 Mrd. EUR pro Jahr geschätzt.

Renault



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Ruhe bitte, wir fliegen

Neun Universitäten und Forschungszentren und sieben Flugzeughersteller haben neue mathematische Modelle entwickelt, mit denen die Schalldämmung der Kabinen bereits im Entwurfsstadium der Flugzeuge verbessert werden soll. Mit diesem Ansatz soll bereits in einer sehr frühen Phase ein Problem gelöst werden, das weit über den einfachen Komfort der Passagiere hinausgeht und erhebliche Zeiteinsparungen bei der Entwicklung und Herstellung der Flugzeuge ermöglichen soll.



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Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Von der Automobilindustrie wird erwartet, daß sie zuverlässige Fahrzeuge baut, die alle Sicherheits- und Umweltvorschriften erfüllen, weniger Energie verbrauchen und zu konkurrenzfähigen Preisen erhältlich sind. Diese komplexe Herausforderung zwingt sie, immer leichtere und gleichzeitig bei Unfällen immer widerstandsfähigere Fahrzeuge zu konstruieren. Diese Entwicklungen bedingen vor allem neue Materialien und neue Konstruktionen im Bereich der passiven Sicherheit (Längsträger, Schutzstangen, Überrollbügel usw.). Das Institut für Systeme, Informatik und Sicherheit (ISIS) der Gemeinsamen Forschungsstelle in Ispra (Italien) besitzt eine weltweit einmalige Testanlage, die Large Dynamic Testing Facility (LDTF), deren Besonderheit darin besteht, daß sie präzise Messungen von Stoßwellen durchführen kann. Die 200 Meter lange LDTF ermöglicht es unter anderem, die Schlagfestigkeit von Werkstoffen (Stahloder Aluminiumblech, Verbundwerkstoffe, Polymere usw.) zu prüfen, die Energieaufnahme der verschiedenen konstruktiven Karosseriebestandteile bei Kollisionen zu messen und bestimmte Sicherheitsteile, wie beispielsweise Leitplanken an Straßen und Autobahnen, zu testen.



Insgesamt 75 % des Güterverkehrs werden über die Straße abgewickelt, weil die Schiene bei Kurzstrecken (die in Europa den Löwenanteil ausmachen) als ineffizient gilt. Drei Unternehmen, zwei Partner aus Forschung und Lehre und die italienische Eisenbahngesellschaft, schlossen sich zusammen, um gemeinsam ein neues, effizientes und rentables Verfahren für den automatisierten horizontalen Güterumschlag zu entwickeln, das für Frachtführer sehr attraktiv sein dürfte (Projekt Flihtt).



Das futuristische Konzept für den maritimen Highway, ein Hybrid aus Flugzeug und Schiff (Projekt Seabus-Hydear), wird dem Fährverkehr im wahrsten Sinn des Wortes Flügel verleihen. Es erreicht Spitzengeschwindigkeiten von rund 120 Knoten (220 km/h) und verbraucht 20 % weniger Kraftstoff als die heutigen Passagierschiffe.



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Von der Entdeckung zur Innovation



Der Weg einer guten Idee

Der 1996 angenommene Europäische Aktionsplan zur Förderung von Innovationen fördert ein Umfeld, in dem die europäische Forschung ihre Ergebnisse durch neue Produkte und Dienste umsetzen kann. So stehen Forschern aus Universitäten und Unternehmen, die „gute“ Ideen haben, zahlreiche Verbindungsstellen für Forschung und Technologie zur Seite. Sie unterstützen sie dabei, ihre Entdeckung durch Patentanmeldungen oder Lizenzerteilungen zu schützen, finanzielle Beihilfen für die Realisierung zu erhalten und die Geschäftspraktiken, die es ermöglichen, dieser Innovation zu einem geschäftlichen Erfolg zu verhelfen, besser zu verstehen.



Ahnen, entdecken, analysieren, verifizieren ... Der Weg der Wissenschaft ist der Weg der Erkenntnis. Dieses Wissen kann anschließend zu greifbaren und der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Innovationen führen. Die Informationstechnologien, die Biotechnologien und die neuen Werkstoffe zeigen die enorme Bedeutung dieser Fortschrittsdynamik auf. Die Arbeiten der Forscher führen, dank der Innovation, insbesondere zu neuen Diensten, Produkten und „sauberen“ Technologien sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen und führen uns damit hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und Gesellschaft.



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Small is efficient

Wenn auch oft europäische Großunternehmen die Quelle für solche wichtigen Veränderungen sind, stützen sie sich doch zunehmend auf Netzwerke aus leistungsfähigen KMU, an die sie Spitzentechnologieaktivitäten untervergeben. Die KMU – die in Europa 98 % der Unternehmen und 60 % der Arbeitsplätze ausmachen – bilden im übrigen das kapillare System, das auf flexible Weise die Verbreitung der Innovationen in allen Schichten der Gesellschaft erst ermöglicht. Sie schaffen die meisten Spezialan-



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Digitale Orthopädie

Vier KMU, die orthopädisches Schuhwerk herstellen, und eine Firma mit einschlägigem technologischem Know-how haben die Perspektiven eines Handwerks – die Anfertigung von Maßschuhen – durch die Integration neuer Elemente der Spitzentechnologie verbessert. Ein CAD-CAM-System modelliert die von einem Lasersensor erfaßten Daten und baut die Form des Fußes dreidimensional exakt nach. Diese Informationen werden zur Maschine übertragen und ermöglichen die Herstellung perfekt angepaßter Schuhe. Dieses ursprünglich für den orthopädischen Bereich gedachte System kann auch den klassischen Herstellern von „Bequemschuhen“, die nicht in den medizinischen Bereich fallen, einen hohen Mehrwert bringen. Allein die Kosten für die Entwicklung des Prototypen – 1 Mio. EUR – wären für die Handwerksbetriebe ohne Unterstützung der Union nicht tragbar gewesen. Das Projekt hat auch zur Gründung einer neuen Firma geführt, die sich mit der Industrialisierung und Vermarktung dieses neuen Systems befaßt.



Zwei Forschungszentren und sechs europäische Unternehmen weisen in einem Pilotprojekt die Realisierbarkeit der Textilbearbeitung mit Plasma unter Normaldruck nach. Diese Innovation dürfte es ermöglichen, den neuen und extrem hohen Anforderungen (biokompatible Textilien für medizinische Anwendungen, wasserabweisende Stoffe usw.), die an diese Branche gestellt werden, gerecht zu werden.



wendungen für Nischen und besondere Umgebungen. Die Europäische Union hat ihre Bedeutung sehr wohl erkannt und spezielle Maßnahmen für KMU entwickelt. Sie bietet ihnen insbesondere die Möglichkeit, Forschungsarbeiten zu vergeben und unterzuvergeben, die von der Union mitfinanziert werden.



„Die Beteiligung an europäischen Forschungsprojekten ermöglicht es einem KMU, sein Netzwerk aus Partnern über ein gemeinsames Ziel, die Innovation, zu stärken.“

Eric Chanie, Direktor von Alpha MOS, einem französischen Unternehmen, das Geruchssensoren entwickelt, das Projekt Odour Sensors in Food Industry koordiniert und Partner des Projekts Fregmegs ist.



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Die Brücken des Lebendigen

Seit mehreren Jahren fördert die Europäische Union auf dem High-techGebiet der Biotechnologie den Brückenschlag zwischen Forschung und Industrie. So wurden verschiedene industrielle Plattformen eingerichtet, die Laboratorien und Unternehmen vereinen und sich auf ganz spezielle Bereiche wie die Genomforschung konzentrieren. Sie schaffen den notwendigen Raum für Dialog, vor allem in der Biochemie, der Pharmazeutik und der Agrar- und Ernährungsindustrie, und helfen den Unternehmen damit, enge Kontakte zu Wissenschaftlern zu knüpfen und Zugang zu den Ergebnissen ihrer Arbeiten zu erhalten. Solche Synergien beschleunigen den Innovationsprozeß der Ergebnisse der Forscher.



Leadd (Niederlande) entwickelt einen AntiKrebs-Wirkstoff, der in der Lage ist, den genetisch programmierten Tod von Tumorzellen zu bewirken. Genopoietic (Frankreich) arbeitet an der Herstellung eines Plasmavirus, der in der Lage ist, Tumorzellen durch die Expression eines fremden Gens zu infizieren. Die von der Kommission gewährte Unterstützung ermöglichte diesen beiden Unternehmen, ihre Komplementaritäten zu untersuchen. Das überzeugende Ergebnis führte zum Start eines Demonstrationsprojekts, dem sich ein drittes KMU anschloß: Biotecnol (Portugal). Ihr Ziel ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuen Krebstherapie nachzuweisen, bevor die ersten klinischen Versuche gestartet werden.



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Geglückter Start

Das auf Industrietechnologien für den schnellen Bau von Prototypen spezialisierte Unternehmen Materialise beteiligte sich an der Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung dreidimensionaler Organmodelle (Projekt Phidias). Seit 1996 hat dieses belgische KMU rund zwanzig Lizenzen in aller Welt verkauft und ein Handelsbüro in den Vereinigten Staaten eröffnet. Das 1990 von zwei Forschern der Universität Leuven gegründete Unternehmen beschäftigt heute rund hundert Mitarbeiter. „Dieses Wachstum verdanken wir im wesentlichen der Unterstützung durch Europa“, so Kris Wouters, Ingenieur für medizinische Anwendungen. Materialise koordiniert heute mit der Unterstützung der Kommission ein breites Themennetz, das vierzig technologische und medizinische Einrichtungen umfaßt und an einem weiteren Forschungsprojekt zur Entwicklung und Herstellung von Implantaten beteiligt ist.



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Ausbildung in der Forschung, Ausbildung durch Forschung

Junge Forscher sind ein wertvolles Kapital und die wissenschaftliche Zukunft Europas. Um sie dabei zu unterstützen, ihre Arbeiten in einem möglichst förderlichen Kontext fortzuführen und ihrer Berufung zu folgen, bietet die Europäische Union ihnen an, „sich durch Forschung in der Forschung auszubilden“, indem sie auf Mobilität setzt. Verschiedene maßgeschneiderte Stipendien sollen es jungen Wissenschaftlern ermöglichen, einen Teil ihrer Dissertation oder die Zeit nach ihrer Promotion im Ausland zu verbringen. Dabei werden sie in den Mitgliedstaaten der Union von Universitäten, Spitzenforschungszentren und Instituten, die über besonders leistungsfähige Einrichtungen verfügen, in Teams aufgenommen, die auf ihrem Forschungsgebiet tätig sind und mit deren Hilfe sie persönlich vorankommen. Dieses Eintauchen in eine andere Welt ermöglicht es ihnen, ein Forschungsprojekt voranzubringen oder zu vervollkommnen, ihre Vorgehensweise mit der anderer Forscher zu vergleichen, in eine andere Kultur einzutauchen, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern, sich an neuen Netzwerken zu beteiligen. Es gibt zwei Arten dieser sogenannten „Marie-Curie-Stipendien“. Zum einen können sich junge Forscher selbst bei der Kommission bewerben und ihr Forschungsprojekt vorstellen. Zum anderen können die Gastorganisationen (Forschungsinstitute oder Unternehmen) ausgewählten jungen europäischen Forschern Ausbildungsaufenthalte von hohem Niveau anbieten. Neue Möglichkeiten bieten sich auch Forschern und Einrichtungen aus benachteiligten europäischen Regionen. Sogenannte „Rückkehr-Stipendien“ sind dazu gedacht, den Marie-CurieStipendiaten nach einem Auslandsaufenthalt weitere Unterstützung zu gewähren, damit sie ihre Arbeiten in ihrem Heimatland fortführen können. Außerdem können von Einrichtungen aus benachteiligten Regionen, die ihr Personal um promovierte Wissenschaftler aus dem Ausland verstärken wollen, Regionalstipendien beantragt werden. 50 % der Marie-Curie-Stipendiaten erklären, daß ihnen diese Erfahrungen bei der Stellensuche geholfen haben. Sowohl bei Bewerbungen von Einzelpersonen als auch bei denen von Institutionen erfolgt die Auswahl nach sehr strengen Qualitätskriterien.



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„Im Ausland zu leben und zu arbeiten, ist der beste Weg, ein fremdes Volk, das sich von der Geschichte, der Kultur und der Identität her vom eigenen unterscheidet und von dem Sie viel lernen können, zu verstehen.“

Michaela Dietsch, eine deutsche Biochemikerin, die am Hellenic Pasteur Institute von Athen an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Hepatitis C arbeitet.



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Weltoffenes Europa



Was das Schwarze Dreieck ist? Eine Region an der Grenze zwischen Deutschland, der Tschechischen Republik und Polen, die stark unter der Schwefelverschmutzung leidet, für die besonders die Waldgebiete anfällig sind. Das Projekt EASE griff auf das Fachwissen aus ost- und westeuropäischen Ländern zurück, um ein Programm zur Überwachung und Prognose der Luftverschmutzung zu untersuchen. Diese Arbeit führte zur Entwicklung integrierter Bewertungsmodelle, mit denen kostengünstige Strategien zur Reduzierung der Verschmutzung erarbeitet werden können.



Überall auf der Welt entstehen neue Forschungszentren. Die Kooperationsmöglichkeiten haben sich durch die neuen Informationstechnologien vervielfacht. Vitale Probleme wie Gesundheit oder Umweltschutz erfordern weltweite Lösungen. Deshalb unterstützt die Europäische Union den Aufbau dauerhafter und wechselseitig vorteilhafter Beziehungen zwischen Europa und wissenschaftlichen und technologischen Partnern in der ganzen Welt. Und deshalb fördert sie auch die Einbeziehung der europäischen Forscher in die wichtigsten Herausforderungen, die sich heute vor allem den Entwicklungsländern stellen. Die Europäische Union bemüht sich, ihre Forschungspolitik mit der anderer internationaler Organisationen für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit sowie mit den großen Fachvereinigungen zu koordinieren. Mit vielen Industrie- und Schwellenländern wurden bilaterale Verträge geschlossen. Spezielle Beziehungen wurden nach dem Fall der Berliner Mauer zu den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geknüpft. Dabei geht es darum, sie dabei zu unterstützen, ihr Forschungspotential nicht brach liegen zu lassen, und ihnen zu helfen, durch wissenschaftliche und technische Entwicklung den Übergang zur Marktwirtschaft zu bewältigen.



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Ein wichtiger Kooperationsbereich betrifft auch die Prioritäten der südlichen Länder. Dabei werden zahlreiche Projekte, die in Partnerschaft mit deren Forschern durchgeführt werden, unterstützt, vorwiegend in den vitalen Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt.



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Kooperation ohne Grenzen • Die Entwicklung eines völlig neuen Impfstoffs gegen Tuberkulose, der

die Immunschwächekrankheit Aids berücksichtigt, wird von einem multidisziplinären Team aus europäischen und äthiopischen Forschern entwickelt. Dieser Ansatz dürfte einen wichtigen Fortschritt im Kampf gegen eine wiederaufkommende Krankheit, an der jedes Jahr drei Millionen Menschen sterben, ermöglichen.



„Die Unterstützung der Europäischen Union hat uns aufgeholfen. Jetzt müssen wir wieder lernen zu gehen und dann, zu laufen.“

Zoltán Kolozsváry, Direktor des Forschungslabors Plasmaterm – Bukarest –, das sich auf Oberflächenbehandlungen spezialisiert hat. Plasmaterm ist an verschiedenen europäischen Projekten beteiligt und hat zur Entwicklung innovativer Lösungen für die Behandlung von Metalloberflächen beigetragen.



• Insgesamt 20 000 Wissenschaftler und Ingenieure für Militärtechnologien satteln heute im neuen Internationalen Wissenschaftsund Technologiezentrum von Moskau auf den zivilen Bereich um. Mehr als 400 Forschungsprojekte, die vor allem von der Europäischen Union gefördert werden, werden auf den Gebieten der zivilen Anwendung der Nukleartechnik, der Luftfahrt, der neuen Werkstoffe u. a. durchgeführt.



• 1990 haben die Europäische Union und die Vereinigten Staaten gemeinsam eine „Task-force Biotechnologie“ eingesetzt, um dadurch in einem so sensiblen wie strategischen Bereich einen Rahmen für Beratungen über die großen wissenschaftlichen und technischen Orientierungen diesseits und jenseits des Atlantiks bereitzustellen.



Südostasien: Ökosysteme und Landwirtschaft

Die landwirtschaftliche Entwicklung und das Wirtschaftswachstum haben die Ökosysteme der drei großen Deltas Asiens (Roter Fluß und Mekong in Vietnam, Chao Phraya in Thailand) in den letzten Jahren erheblich beeinträchtigt. Wie findet man die geeignetsten Bewässerungsmethoden für den diversifizierten Anbau in dieser Region? Sieben multidisziplinäre Forscherteams aus Europa (Deutschland, Belgien und Frankreich) und Asien (Vietnam und Thailand) arbeiten gemeinsam an der Lösung dieses Problems. Sie analysieren insbesondere die Technik des sogenannten „chinesischen Beets“, die darin besteht, in bewässerten Systemen erhöhte Pflanzbetten anzulegen. Der Einsatz dieser Technik könnte es ermöglichen, das ökologische Gleichgewicht der Flußdeltas wiederherzustellen und, auf wirtschaftlicher Ebene, verschiedene Anbauarten – insbesondere Obst- und Gemüsebau –, die für den Export interessant sind, fortzuführen.

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Bedeutung der Humanwissenschaften



Entwicklungsgesellschaft Duisburg



Die in Duisburg (Deutschland) gegründete Initiative „Go!“ zur Förderung von Unternehmensneugründungen wurde im Rahmen des Projekts ELSES bewertet. Die Untersuchung der Arbeit der lokalen Vereinigungen in benachteiligten Regionen wurde unter Einbeziehung von Forschern der Sozialwissenschaften und Akteuren vor Ort in sechs europäischen Städten durchgeführt. Diese Arbeiten förderten mehrere „gute Vorgehensweisen“ zutage, die zwar nicht unbedingt nachgeahmt, aber an unterschiedliche sozioökonomische Gegebenheiten angepaßt werden können. Sie zeigten auch methodische und strategische Faktoren auf, die ebenfalls eine Entscheidungshilfe für die Akteure, die für die lokale Entwicklung verantwortlich sind, darstellen.



Die Humanwissenschaften – das Stiefkind der europäischen Forschung? Lange Zeit war dies zweifelsohne der Fall. Seit 1994 hat die Union ihren Forschungsansatz ausgeweitet und damit einem Wunsch des Europäischen Parlaments entsprochen. Ihre Unterstützungspolitik berücksichtigt künftig auch die zunehmenden Auswirkungen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung auf das Alltagsleben der Bürger. Diese äußern sich in Veränderungen in der Arbeitswelt, im Entstehen neuer Berufe und Ausbildungsarten und im Aufkommen anderer Lebensumstände, die nicht auf allen Ebenen zwangsläufig mit Verbesserungen einhergehen. Aus diesem Blickwinkel heraus werden interdisziplinäre Forschungsprojekte gefördert, an denen insbesondere Forscherteams der Humanwissenschaften beteiligt sind; sie arbeiten an Projekten, die Krankheiten wie Alzheimer oder Aids betreffen, deren soziale und psychologische Folgen sowohl für die Erkrankten als auch für deren Umfeld ganz erheblich sind. Andere von der Union geförderte Projekte konzentrieren sich auf die sozioökonomische Forschung. Mehrere dieser Projekte untersuchen die Probleme der sozialen Ausgrenzung und der Arbeitslosigkeit und die Lösungsansätze in den verschiedenen Mitgliedstaaten. Die Analyse ihrer Erfolge und Niederlagen in vergleichbaren und gleichzeitig ganz unterschiedlichen Kontexten bietet sehr oft neue Wege, soziale Brüche

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zu „kitten“ und den Arbeitsmarkt zu beleben. Diese Forschungen liefern Entscheidungshilfen für diejenigen, die regional und national mit Sozialpolitik befaßt sind. Und auch sie tragen einen Stein zum Bau eines sozialen Europas bei.



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Den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden

Seit 1984 schreibt die Union den Umfang und die Ausrichtung ihrer Forschungsbemühungen in jeweils fünfjährigen sogenannten „Rahmenprogrammen“ fest. Das fünfte Rahmenprogramm (1998-2002) wurde von der Europäischen Kommission nach umfassenden Beratungen der Beteiligten (Wissenschaftler, Unternehmen, Verbraucherverbände usw.) vorgeschlagen und im Dezember 1998 vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament verabschiedet. Dieses Programm wurde mit Haushaltsmitteln von 14,96 Mrd. EUR ausgestattet.



Ein innovativer Ansatz

Das fünfte Rahmenprogramm beruht auf einer ganz einfachen Doppelfrage: Wozu dient die Forschung, und wer profitiert davon? Sicher ist es Aufgabe der Forschung und technologischen Entwicklung, Wissen zu vertiefen und Neues zu schaffen. Vor allem aber geht es darum, konkrete Probleme zu lösen und den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Diese Orientierung zeigt sich in zwei wesentlichen Zielen. Zunächst geht es darum, Forschungsthemen zu bevorzugen, die sich mit den heutigen starken wissenschaftlichen und technologischen Veränderungen und den dadurch bedingten gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Problemen befassen. Unter



diesem Gesichtspunkt müssen multidisziplinäre Forschungsansätze gefördert werden. Um diesem Ansatz bestmöglich gerecht zu werden, wurde das Rahmenprogramm in sieben Programme mit 23 Leitaktionen gegliedert.



Die europäische Spitzenforschung unterstützen

Neben den Leitaktionen werden rund 30 % der Haushaltsmittel des fünften Rahmenprogramms für Aktivitäten im Bereich der Grundlagenforschung, die auf Forschungen über die Wissensgrundlage oder die Basistechnologien in zukunftsträchtigen oder rasch aufstrebenden Sektoren abzielen, sowie zur Unterstützung von Forschungsinfrastrukturen bereitgestellt. Letztgenannter Bereich



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zielt auf die optimale Nutzung der europäischen oder nationalen wissenschaftlichen und technischen Anlagen ab. Ein weiterer Schwerpunkt des fünften Rahmenprogramms sind die KMU als die wichtigste Triebkraft zur Verbreitung der Innovationen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Ihnen werden gewisse Erleichterungen zuteil, damit sie sich an länderübergreifenden Forschungsprojekten beteiligen können. Mit ihrer Forschungspolitik arbeitet die Europäische Union an der Schaffung eines europäischen Raums für Forschung und Technologie, der mit den besten Kompetenzen ausgestat-



tet ist, indem sie Forschung auf höchstem Niveau, die Einrichtung von Spitzenforschungsnetzwerken und die grenzüberschreitende Kooperation fördert, die Mobilität der Akteure und Ideen anregt, die Zusammenarbeit von Unternehmen und Universitäten ankurbelt, dazu beiträgt, ein innovationsfreundliches Umfeld zu schaffen, und den Technologietransfer fördert. Die Programme unterstützen – unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips – Projekte, die aus der europäischen Dimension Vorteile und Nutzen ziehen, die sie mit einer einzelstaatlichen Entwicklung nie hätten erreichen können. Die Forschung ist auch Vorkämpfer der Gemeinschaftspolitik, da sie sich den Beitrittskandidaten als erste geöffnet hat.



Teilnehmen an einem von der Union unterstützten Projekt

Das fünfte Rahmenprogramm steht Forschungszentren, Unternehmen, natürlichen Personen usw. offen, die in der Forschung tätig sind und in einem der fünfzehn Mitgliedstaaten oder – unter bestimmten Bedingungen – in einem Drittland niedergelassen sind. Die bewilligten Fördermittel werden nach Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen oder besonderen Ausschreibungen, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden, zugeteilt. Die Forschungsprojekte müssen mindestens zwei Partner, die in zwei verschiedenen Ländern niedergelassen sind, einbeziehen. Das einzige Kriterium für die Auswahl der Projekte ist, sofern die rechtlichen und administrativen Kriterien für die Förderungswürdigkeit erfüllt sind, die Qualität der Vorschläge.



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Die Gemeinsame Forschungsstelle

Die vorwiegend von der Europäischen Union finanzierte GFS ist eine Dienststelle der Europäischen Kommission und beschäftigt rund 2 500 Mitarbeiter. Ihre Aufgabe besteht darin, unter Berücksichtigung der Anwender wissenschaftliche und technische Unterstützung bei der Planung, Entwicklung, Durchführung und Überwachung der europäischen Politik zu leisten. Als Dienststelle der Kommission hat die GFS die Funktion eines wissenschaftlichen und technischen Referenzzentrums für die Union. Sie wird in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen und steht im Dienst des gemeinsamen Interesses der Mitgliedstaaten, wobei sie unabhängig von privaten oder einzelstaatlichen Interessen ist. Die von der GFS im Dienst der Bürger durchgeführten Forschungen betreffen insbesondere die Gesundheit, die Umwelt, den Verbraucherschutz und die Sicherheit (Bereich Ernährung, Naturgefahren, Abfallwirtschaft, Sicherheit in der Informationstechnik usw.). Die acht spezialisierten Institute der GFS, die über wissenschaftliches High-tech-Gerät verfügen, befinden sich in fünf Mitgliedstaaten. Das Institut für fortgeschrittene Werkstoffe sitzt in Petten (Niederlande), das Institut für Referenzmaterialien und -messungen in Geel (Belgien), das Institut für technologische Zukunftsforschung in Sevilla (Spanien) und das Institut für Transurane in Karlsruhe (Deutschland). Vier weitere Institute befinden sich in Ispra (Italien): das Institut für Systeme, Informatik und Sicherheit, das Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz, das Institut für Raumfahrtanwendungen und das Institut für Umwelt. Bei der Durchführung ihrer Missionen arbeitet die GFS mit zahlreichen nationalen Wissenschaftlerteams zusammen. Die GFS sieht sich auch als Raum zur Aufnahme und Ausbildung junger europäischer Forscher.



Weitere Informationen über die europäische Forschung: http://europa.eu.int/comm/research Neues über die jüngsten wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen, die Debatten der Gesellschaft zur Forschung, zu europäischen Projekten usw. RDT Info, das Magazin für die europäische Forschung: http://europa.eu.int/comm/research/rtdinfo_de.html Bedingungen für die Teilnahme an europäischen Forschungsprojekten: www.cordis.lu/ Weitere Informationen über die europäische Forschungspolitik: Referat „Kommunikation“ der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel – Tel. (32-2) 295 99 71 – Fax (32-2) 295 82 20 E-Mail: research@cec.eu.int



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Europäische Kommission Forschungsraum Europa Reihe: Europa in Bewegung Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften 2000 – 31 S. – 16,2 x 22,9 cm ISBN 92-828-8247-0



Europa, die Geburtsstätte der modernen Wissenschaft, verfügt mit seinem umfangreichen Netz aus Universitäten, Forschungszentren, Industrielabors und innovativen KMU über eines der größten Forschungspotentiale der Welt. Jedes Land trägt seine Wissenschaftskultur, Stärken und Besonderheiten bei. Seit Anfang der achtziger Jahre lösen die Rahmenprogramme der Europäischen Union eine neue Dynamik aus, die sich auf länderübergreifende Kooperation gründet. Die Forschungsprogramme, die mit einem immer größeren Haushalt ausgestattet werden und deren Schwerpunkte nach Beratungen mit den zuständigen politischen Instanzen, Wissenschaftler- und Unternehmerkreisen und Vertretern der Nutzer gesetzt werden, zeichnen die Konturen eines echten europäischen Forschungsraums. Ein Raum im Dienste der Bürger, wie die angestrebten Ziele, die den vielfältigen Erfordernissen einer im Wandel begriffenen Gesellschaft gerecht werden sollen, zeigen.




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