Illusory Correlation by jizhen1947

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									 Globalisierung und
 Erwerbseinkommen

  Martina Morris & Bruce Western
                (1999):
Inequality in Earnings at the Close of
        the twentieth Century
             Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
     a) Veränderung des Arbeitsangebotes
     b) Veränderung der Arbeitsnachfrage
     c) Institutionelle Faktoren
     d) Globalisierung
3. Fazit

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              Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
3. Fazit




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Basistrends




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Basistrends (nach Geschlecht)




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                 Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
a) Veränderung des Arbeitsangebotes
     b) Veränderung der Arbeitsnachfrage
     c) Institutionelle Faktoren
     d) Globalisierung
3. Fazit
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 Veränderung des Arbeitsangebots
1950 – 1980:
• 70 %-iger Zuwachs an Arbeitskräften (44 Mio)
• mehr als die Hälfte des Zuwachses in den 70ern
Gründe:
• Baby Boom
• Frauen
• Immigration
• Bildungsabschlüsse

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                          Immigration
Trend:
• 1970: 4,8% der Bevölkerung Ausländer
• 1996: 9,3% (+ 15 Mio. )
• Ausländer tendenziell schlechter ausgebildet
• Im Vergleich zu Inländern doppelt so viele Highschool-Abbrecher
Theorie:
• Immigranten vergrößern Gruppe weniger gebildeten Arbeitnehmer
    Lohnsenkung in niedrigeren Lohngruppen

Empirisch:
Studien auf lokalen Arbeitsmärkten (Altonji & Card,1991):
• Anteil der Immigranten und Höhe der Zuwanderungsströme hat wenig Einfluss auf
   die Löhne von Inländern
Studien zwischen Bildungsgruppen (Borjas et al. 1992):
• Geschätzter Einfluss der Immigration auf Anstieg der Einkommensunterschiede
   zwischen Highschool-Abbrechern und Highschool-Abgängern: 45% (1980 -1995)

 Ergebnisse hängen stark von Untersuchungsdesign ab


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                 Bildungsabschlüsse
Trend:
• 70er: Gruppe der College-Absolventen wächst relativ gesehen schneller
 Steigendes Angebot verkleinerte den Lohnabstand zwischen College- und
   Highschool-Absolventen
• 80ern: technischer Wandel erhöht Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitnehmern
 Wachsender Lohnabstand zwischen College- und Highschool-Absolventen

Empirisch:
• Gottschalk (1997): Ungleichheit hauptsächlich verursacht vom Einbruch der Gehälter
   der Highschool-Absolventen (- 20%)
• Lohnanstieg bei College-Absolventen (+5%) (1979-1994)

Mögliche Erklärung:
• Handel und Immigration senken die relative Nachfrage nach weniger gebildeten
   Arbeitnehmern

•   Insgesamt trägt die „College-Zulage“ viel zur Ungleichheit bei



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                 Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
     a) Veränderung des Arbeitsangebotes
b) Veränderung der Arbeitsnachfrage
     c) Institutionelle Faktoren
     d) Globalisierung
3. Fazit
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Deindustrialisierung




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          Deindustrialisierung
• Service Sektor zahlt geringere Löhne
Ungleichheit im Service Sektor:
• Am unteren Ende (Einzelhandel) Löhne 30 % unter
  Durchschnitt
• Am oberen Ende (Finanzen, Versicherung, Immobilien)
  8% über dem Durchschnitt
• Das 90:10 Einkommensverhältnis ist 7% höher als in
  andern Industriezweigen.

Generell:
• Korrelation zwischen Einkommen und
  Beschäftigungswachstum: Hochbezahlte Branchen
  wachsen weniger schnell und umgekehrt
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             Deindustrialisierung
Empirisch:
• Raffalovich (1990): kein signifikanter Effekt der Deindustialisierung
  auf Einkommensungleichheit
• Tilly et al. (1986): 20% mehr Streuung der Einkommensverteilung
• Bernhard & Jensen (1998): Auf Bundesstaatenebene wurden große
  Effekte der Deindustrialisierung auf die Ungleichheit gefunden.

• Unterschiedliche Ergebnisse aufgrund von Messmethoden,
  Stichprobenrestriktionen und Zeitpunkten

• Gut- und schlecht bezahlte Jobs existieren nicht nur zwischen
  Industrienzweigen sondern auch in denselben Firmen.




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             Arbeitsbeziehungen
Trends:
• Nachkriegsjahre: Innerbetrieblicher Arbeitsmarkt
• Ab Mitte der 70er Jahre: Kostenreduktion als wichtigste Grundlage
   des Wettbewerbs, erfordert Flexibilität
 Ausweichung auf externen Arbeitsmarkt
• In den 80ern:
• Zuwachs an Arbeitnehmern insgesamt: +14 %,
• Anzahl der vermittelten Zeitarbeiter: + 175%
• Teilzeitarbeit: + 21%,
Zwei Arten von Arbeitsplätzen:
• dauerhafte Arbeitsplätze in zentralen Positionen
• flexible Arbeitsplätze um schnell auf Druck des globalen
   Wettbewerbs reagieren zu können
• Empirische Belege dafür sind schwach


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                 Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
     a) Veränderung des Arbeitsangebotes
     b) Veränderung der Arbeitsnachfrage
 c) Institutionelle Faktoren
     d) Globalisierung
3. Fazit
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                      Mindestlohn
Trend:
• 1980-90: Bundesweiter Mindestlohn eingefroren (3.35 $/h),
   Dollarwert fiel um 30 %
• 10 % der Arbeitnehmer sind direkt vom Mindestlohn betroffen
• Indirekten Effekt: restlichen Löhne ändern sich, um die relativen
   Positionen in der Hierarchie beizubehalten

Empirisch:
• Blackburn (1990) schätzt, dass 17 % des Wachstums der
  Einkommenslücke zwischen Highschool-Abbrechern und College-
  Graduierten durch Einfrieren des Mindestlohns verursacht wurden.
• DiNardo et al. (1996): Anstieg und Abfall des Mindestlohns in den
  70ern und 80ern erklärte etwa 25 % der Veränderung der
  Lohnstreuung bei Männern und über 30 % bei den Frauen



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Mindestlohn




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             Gewerkschaften
Trend:
• 1970: 27% aller Lohnempfänger gewerkschaftlich
  organisiert
• 1993 noch 15%

Theorie:
• Gewerkschaften heben die Durchschnittslöhne und
  verringern die Lohnspreizung (Freeman & Medoff, 1984)
 fallende Gewerkschaftszahlen lösen eine Stagnation
  oder Abfall der Durchschnittslöhne aus, gekoppelt mit
  einer ansteigenden Lohnstreuung

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                Gewerkschaften
Empirisch:
• Kuhn & Sweetman (1998) schätzen, dass 75% der absoluten
  Einkommensverluste jene 13% Arbeitnehmer zu spüren bekamen,
  die durch Arbeitsplatzwechsel ihre gewerkschaftliche Deckung
  verloren.
• Freeman (1993): Beim Jobwechsel ist der Lohnverlust höher, wenn
  man eine nicht-gewerkschaftliche Stellung annimmt. Geschätzt:
  Niedergang der Gewerkschaften für 21 % des Anstiegs der
  Einkommensungleichheit verantwortlich.
• Bei Frauen kleine Effekte

• Das Sinken der Gewerkschaftsdichte könnte ca. 20 % des
  Gesamtanstiegs der Einkommensungleichheit bei männl.
  Arbeitnehmern insgesamt und 50 % unter den Arbeitern
  verursachen.


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                 Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
     a) Veränderung des Arbeitsangebotes
     b) Veränderung der Arbeitsnachfrage
     c) Institutionelle Faktoren
  d) Globalisierung
3. Fazit
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                          Handel
Trend:
• 1960 - 1990: Importe des Fertigungssektors stiegen mehr als
   dreifach als Anteil am GDP und ca. fünffach als Anteil am GDP des
   Fertigungssektors.
• 1978 - 1990: Importe des Fertigungssektors stiegen um 35 % (als
   Anteil am GDP), während LDC Importe um 75% anstiegen. Anteil
   der Importe aus Entwicklungsländern um 7 Prozentpunkte
   angewachsen zu einem Betrag von 36% von allen Importen.
 wachsende Rolle der LDC Produzenten

Theorie:
• Importe aus LDCs erhöhen implizit das Angebot von wenig
  ausgebildeten Arbeitnehmern und verringert somit die Löhne im
  nationalen Niedriglohnsektor.



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                       Handel
Empirisch:
• Mehrheit findet neutrale oder kleine Effekte
• Einige finden große Handelseffekte

• Wood (1990): LDC-Handel reduziert die Nachfrage nach
  ungelernten Arbeitnehmern in den OECD-Ländern um
  mehr als 20% (eher durch Theorie als durch Daten
  bestätigt).

• Krugman (1994): Handel trägt wenig zum US-Output bei
  und Effekte beziehen sich vorwiegend auf die
  Fertigungsindustrie, die nur einen kleinen Anteil der
  Arbeitnehmer ausmacht.

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                      Kapitalströme
Theorie:
• Werden Kapitalströme freigegeben ziehen Länder mit geringen Lohnkosten
   Investitionen an
  Schrumpfung des Niedriglohnsektors kapitalstarker Länder

Empirisch:
Zwei Kategorien von Kapitalströmen:
1. Direktinvestitionen von multinationalen US-Konzernen ins Ausland:
         - Trend seit 1980 rückläufig
         - Geschätzt: 0,15 % Einkommensverlust wegen Kapitalexporten
2. Def. Outsourcing: Alle Güter, die in der Produktion genutzt werden von oder
   verkauft werden unter dem Markennamen einer US-Firma
• Outsourcing wächst ab den 1970ern bis zu den 80ern
• Feenstra & Hanson (1996): Regressionsanalyse auf die Anteile von nicht-
   produzierenden Arbeitnehmern an den Lohnkosten: ein Drittel der jährlichen
   Veränderung dieser Lohnanteile durch Outsourcing zu erklären (1979-1987)


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                 Gliederung
1. Basistrends
2. Ursachen
3. Fazit




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                          Fazit
Einfluss auf Einkommensungleichheiten:

•   Immigration  Einfluss unklar
•   Bildungsabschlüsse  Einfluss
•   Deindustrialisierung  Einfluss unklar
•   Arbeitsbeziehungen  Einfluss unklar
•   Mindestlohn  Einfluss
•   Gewerkschaften  Einfluss
•   Handel  Einfluss unklar
•   Kapitalströme  Einfluss
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Vielen Dank für eure
 Aufmerksamkeit !




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