DEUTSCH–INDISCHE

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					DEUTSCH–INDISCHE
  GESELLSCHAFT
      E.V.




MITTEILUNGSBLATT
     2/2003
Ausgabe Nr. 2/2003                                                             Inhaltsverzeichnis



Inhaltsverzeichnis


I. Einladung en zu den Feiern anlässlich des 50jährigen Bestehens                           4
der Deutsch-Indischen Gesellschaft




II. Indien aus deutscher Sicht – Berichte und Analysen
Indien und andere Schwellen-Länder am Tisch der G8 – Industriestaaten – ein Schritt in      7
die richtige Richtung
Dr. Hans-Georg Wieck
Mehr Macht den Banken. Wem hilft Indiens neue Kreditverordnung?                             9
Dr. Hans Christoph Rieger
Bollywood-Trend in deutschen Kinos? Indische Mega-Produktion „Sometimes Happy, 10
sometimes sad“ in Deutschland ein Erfolg
Tobias Grothe-Beverborg



III. Deutsch-Indische Gesellschaft – Berichte und Programme
Grußwort zum 40jährigen Bestehen der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Essen                12
Grußwort zum 40jährigen Bestehen der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Freiburg             13
Neuubesetzung des Direktoren-Amtes im Tagore-Kultur-Zentrum Berlin                          13

Hohe indische Auszeichnung für DIG Ehrenmitglied Herbert Fischer                            14

Eine Indo-Deutsche in Pakistan                                                              14
Dr. Urmila Goel

LSD für´s Auge – Die Erfolgsgeschichte eines indischen Filmspektakels in Deutschland        16
Sabine Herder

„Wilhelm-Conrad-Röntgen-Stipendium“                                                         18
Helma Ritscher

Indisches Forum der Mahatma-Gandhi-Oberschule                                               19

Vaanil e.V. – Schhulbildung für die Kindser in Anaiyeri/Südindien                           20

„EU-India Economic Cross Cultural Programme“                                                21

Eingegangene Vortrags – und Künstlerangebote                                                22


Mitteilungsblatt der DIG                          2
Ausgabe Nr. 2/2003                                                       Inhaltsverzeichnis


Petra Starzmann
Veranstaltungen der Zweiggesellschaften                                               25
Sonstige Veranstaltungen                                                              31


IV. Dialog der Mitglieder der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. und ihrer           39
Freunde

V. Literatur                                                                          40


Impressum                                                                             41




Mitteilungsblatt der DIG                      3
Ausgabe Nr. 2/2003                               Einladung zu den Feiern anlässlich des 50jährigen Bestehens
                                                                          der Deutsch-Indischen Gesellschaft



                                           Einladung

                           50 Jahre Deutsch-Indische Gesellschaft e.V.
                           Jubiläumsveranstaltungen in Berlin und Stuttgart
                             Am 27. September und am 25. Oktober 2003


Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Mitglieder,
Liebe Freunde Indiens,                                                                        Juli 2003


Die Deutsch-Indische Gesellschaft wurde am 5. Juni 1953 in Stuttgart gegründet. Die Gesellschaft strebte
von allem Anfang an die Bildung zahlreicher Zweiggesellschaften in allen Teilen Deutschlands an. Heute
gibt es rund 30 solcher Zweiggesellschaften mit rund 3.500 Mitgliedern.

Die Deutsch-Indische Gesellschaft begeht ihr 50jähriges Bestehen auf zwei Festveranstaltungen in Berlin
und Stuttgart.

Zu diesen beiden festlichen Ereignissen lade ich Sie namens der Deutsch-Indischen Gesellschaft sehr
herzlich ein.

Am Samstag, den 27. September 2003, 14 bis 18 Uhr findet anlässlich des 50-jährigen Bestehens der
Deutsch-Indischen Gesellschaft eine Festveranstaltung in den Räumlichkeiten der indischen Botschaft in
BERLIN statt:
                                   Botschaft der Republik Indien
                                          Tiergartenstr. 17,
                                            10785 Berlin

Schirmherren der Veranstaltung in Berlin sind der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Jürgen
Chrobog, und der Botschafter der Republik Indien in Deutschland, Exzellenz T.C. Rangachari.

Die von künstlerischen Darbietungen und einem Empfang eingerahmte Veranstaltung sieht u.a. vor:

    -   die Festrede der im Kabinettrang stehenden Leiterin des Indischen Kulturrates (Indian Council on
        Cultural Relations), der Parlaments-Abgeordneten Nadjma Hebtullah,
    -   eine Podiumsdiskussion zum Thema „Europa und Indien“ und
    -   die Verleihung des Gisela-Bonn-Preises 2003




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Ausgabe Nr. 2/2003                                  Einladung zu den Feiern anlässlich des 50jährigen Bestehens
                                                                             der Deutsch-Indischen Gesellschaft

Am Samstag, den 25. Oktober 2003, findet die Festveranstaltung anlässlich des 50jährigen Bestehens
der Gesellschaft in STUTTGART von 14 bis 18 Uhr im Linden-Museum statt:

                                        Linden-Museum Stuttgart
                                              Wannersaal
                                              Hegelplatz 1
                                             70174 Stuttgart


Schirmherren der Stuttgarter Festveranstaltung sind der Ministerpräsident des Landes Baden-
Württemberg, Erwin Teufel, und der Botschafter der Republik Indien in Deutschland, Exzellenz T.C.A.
Rangachari.
Das von künstlerischen Darbietungen und einem Empfang eingerahmte Programm sieht u.a. vor:
    -   die Festrede des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-
        Württemberg, Professor Dr. Peter Frankenberg zum Thema „Partnerschaft Deutschland-Indien“
    -   die Verleihung des in dreijährigen Abständen vergebenen „Rabindranath-Tagore-Kultur-Preises“
        der Deutsch-Indischen Gesellschaft,
    -   Ferner wird in den Räumen des Linden-Museums aus Anlass der Festveranstaltung eine
        Fotoausstellung über das Wirken der Indologin Betty Heimann aus Hamburg (1888-1961) gezeigt,
        die 1993 von der NS-Regierung aus ihren wissenschaftlichen Ämtern verwiesen wurde und
        auswandern musste.

Die Jahreshauptversammlung der Deutsch-Indischen Gesellschaft findet am Samstag, den 25.Oktober
2003 von 9.00 bis 12.30 Uhr im Linden-Museum Stuttgart statt. Zu dieser, den Delegationen der
Zweiggesellschaften vorbehaltenen Konferenz und deren Rahmen-Termine ergeht ein gesondertes
Schreiben.
Für Sonntag, den 26. Oktober 2003 ist eine Sonderführung durch die Südasienausstellung des
Lindenmuseums vorgesehen.

Ich würde mich sehr über Ihre Teilnahme an den Festveranstaltungen oder an einem dieser Ereignisse
freuen.

Unterrichten Sie bitte der Bundesgeschäftsstelle der Deutsch-Indischen Gesellschaft mit dem beigefügten
Antwortschreiben, an welcher Festveranstaltung Sie teilnehmen wollen.


Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Hans-Georg Wieck
Vorsitzender
Botschafter a.D.


Weitere Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie über die Bundesgeschäftsstelle der Deutsch-Indischen
Gesellschaft, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel.: 0711-2991450, info@dig-ev.de, www.dig-ev.de




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Ausgabe Nr. 2/2003                              Einladung zu den Feiern anlässlich des 50jährigen Bestehens
                                                                         der Deutsch-Indischen Gesellschaft

Rückantwort                50 Jahre Deutsch-Indische Gesellschaft e.V.
                           Jubiläumsveranstaltungen in Berlin und Stuttgart
                           Am 27. September und am 25. Oktober 2003

Deutsch-Indische Gesellschaft e.V.
Charlottenplatz 17

70173 Stuttgart
Fax:     0711-2 99 14 50
E-Brief: info@dig-ev.de
Tel:     0711 – 29 70 78


                                        ABSENDER
Name _________________________________________

Organisation/Beruf________________________________

Titel:___________________________________________

Anschrift:       ___________________________________
                 ___________________________________

Tel:
      _________________________________Fax:__________________________________
________

E-Mail:          ___________________________________

An folgenden Veranstaltungen zum 50-jährigen Jubiläum der Deutsch-Indischen Gesellschaft
e.V. nehme ich gerne mit teil:
□             Berlin, 27. September 2003 (14.00 Uhr – 18.00 Uhr)
              Botschaft der Republik Indien
              Tiergartenstr. 17
              10785 Berlin
              Anzahl der Personen           ___________________
□             Stuttgart, 25. Oktober 2003 (14.00 Uhr – 18.00 Uhr)
              Linden-Museum Stuttgart
              Wannersaal
              Hegelplatz 1
              70174 Stuttgart
              Anzahl der Personen           ___________________
(Bitte senden Sie uns Ihre Rückantwort bis spätestens 10 September 2003 zu)



Datum/Unterschrift:_____________________________________________




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Ausgabe Nr. 2/2003                                       I. Indien und Deutschland – Berichte und Analysen




I. Indien und Deutschland – Berichte und Analysen

Indien und andere Schwellen-Länder am Tisch der G 8 – Industriestaaten –
ein Schritt in die richtige Richtung
Hans-Georg Wieck

Internationale Anerkennung für Gewicht und Rolle Indiens in der Weltpolitik und in der
Weltwirtschaft
Der französische Staatspräsident hat anlässlich des diesjährigen Gipfeltreffens der acht
Industriestaaten (Deutschland, Frankreich Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russische
Föderation, USA) und der Europäische Kommission in Evian am Genfer See eine Konsultationsrunde
der Industriestaaten mit Brasilien, China, Indien und anderen Schwellenländern aus Afrika,
Lateinamerika und Asien organisiert. Vordergründig mag es dem französischen Präsidenten darum
gegangen sein, gegenüber der US-amerikanischen Neigung, in weltpolitischen Angelegenheiten
unilateral und im Wege von ad hoc Bündnissen mit gefolgschaftsbereiten Staaten zu agieren, ein
Gegengewicht der strukturierten Multipolarität zu schaffen, das Kompetenz in weltpolitischen
Angelegenheiten und auf dem Felde der umstrittenen wirtschafts- und finanzpolitischen
Globalisierungstendenzen besitzt.
Gipfeltreffen – ob am runden Tisch mit acht Industriestaaten oder auch zusammen mit weiteren welt-
wirtschafts- und finanzpolitisch wichtigsten Staaten - sind keine Entscheidungsgremien Es sollen aber
von solchen Treffen wichtige Impulse ausgehen. Die Umsetzung solcher Signale entspricht meist
kurzfristig    nicht den Erwartungen der Konferenzteilnehmer. Gleichwohl – ohne solche
Kurskorrekturen sind Änderungen der weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklung allenfalls
durch das einseitige, das unilaterale Vorgehen einzelner starker Mächte zu erwarten.. Deshalb sollten
die G 8 Gipfel and damit in Verbindung stehende Konferenzen in ihrer Bedeutung nicht unterschätz6t
werden. Der diesjährige G 8-Gipfel diente vor allem der Herstellung eines neuen weltpolitischen
Einvernehmens nach dem umstrittenen Irak-Krieg der USA und einiger Verbündeter. In den für die
Schwellenländer und die Weltwirtschaft wichtigen Fragen gab es deutliche Signale:
      Förderung der Wiederbelebung der Weltwirtschaft;
      Öffnung der Märkte der Industriestaaten für die landwirtschaftlichen Produkte der
         Entwicklungsländer;
      Impulse für die Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WHO – WTO).
Insbesondere die Teilnahme der bevölkerungsstarken Schwellenländer Brasilien, China und Indien –
war weltpolitisch und weltwirtschaftlich betrachtet bedeutungsvoll. Die Ergebnisse der Beratungen in
diesem Kreis besitzen letzten Endes einen höheren Grad der Legitimation als das im Falle der
Begrenzung der Beratungen auf die Industriestaaten und auf die Europäische Union der Fall sein
kann.. Angesichts der US-amerikanischen Neigung, auch in weltwirtschafts- und Umweltfragen
unilateral vorzugehen, ist die Einbindung des US-Präsidenten in diese strukturell sinnvoll
zusammengesetzte Runde wichtig und gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich Amerika der Nachteile der
ausschließlich auf nationale Beweggründe abgestellten wirtschafts- und Umwelt bezogenen
Entscheidungen bewusst wird und partnerschaftlich Einvernehmen sucht.
Die Teilnahme Brasiliens, Chinas und Indiens deutet an, dass sich die Industriestaaten des
weltpolitischen Gewichts dieser beiden Schwellenländer mit ihren großen Bevölkerungen und ihrer
territorialen Ausdehnung bewusst geworden sind, und die in den Entscheidungsprozess für die
Steuerungsmechanismen ein beziehen wollen. Kein Gastgeber der G 8-Runde kann hinter die von
Frankreich geschaffenen Strukturen – Einbeziehung von China, Indien und Brasilien und einiger
anderer Staaten in den G 8 Prozess - wieder zurückfallen. Partnerschaft schafft Mitverantwortung und
reduziert die Gefahr, große Teile der Welt bei den Entscheidungen der Finanz- und Wirtschaftszentren
der Welt auszugrenzen und sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die „New York Times“ plädierte

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in einem von der „International Herald Tribune“ am 4. Juni nachgedruckten Artikel „It‟s time to bring
China into a Group of Nine“. In dem Artikel heißt es: “Man darf China nicht in der Kälte stehen
lassen. Beim Kampf der führenden Mächte gegen SARS, AIDS, Iran und Nordkorea braucht man
China als einen Partner, also innerhalb der Gruppe G ) – statt G 8“. Das gleiche Argument ist für
Indien und für Brasilien als unverzichtbare Partner in Angelegenheit der Weltpolitik, der
Weltwirtschaft und der Weltgesundheit ins Feld zu führen.
Indien und Brasilien sind auch neben Japan und Deutschland aus dem Kreis der Industriestaaten die
„geborenen“ Kandidateten für einen eigenen Ständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat.
Die Schwellenländer werden ihre Hausarbeiten machen müssen:
     Fortsetzung der Wirtschaftsreformen;
     Entwicklung glaubwürdiger Modelle und Strukturen für die im wesentlichen auf
        Selbstversorgung beruhenden riesigen ländlichen Regionen der drei Staaten, in denen Armut
        und Analphabetentum, aber auch Hunger, Durst und Infektionskrankheiten zu Hause sind und
        nicht nur regionale, sondern globale Gefahrenherde darstellen. Die Infektionskrankheit SARS
        und schon seit langem AIDS vermitteln durchaus realistische Zukunftsvisionen für globale
        Infektionskrankheiten unter der auf 10 Milliarden Menschen anwachsenden Weltbevölkerung
        , die in einigen Jahrzehnten auf der Erde leben und hausen wird.
     Soziale Integration der unteren Klasse in die politischen Strukturen, z.B. durch Quoten für
        diese Gruppierungen und für Frauen in allen politischen parlamentarischen Gremien. Indien
        hat hier Vorbildfunktion mit einer Million Frauen in den Gemeinde- und Kreisräten dieses
        Milliardenvolks.

Vajpaee bei der Geburtstagsfeier an der Newa in St. Petersburg und bei den traditionellen
Freunden in Deutschland
Bei der jüngsten Feier des dreihundertjährigen Bestehens der Stadt St. Petersburg waren auch die
Länder der Entwicklungszone unter den Staatsgästen des russischen Staatspräsidenten Putin –als
Partner, nicht als Satelliten, nicht als Vertreter unterdrückter Völker wie es im Sowjetreich der Fall
war.
Nach seinem viertägigen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland (27. bis 30. Mai 2003) machte
sich auch der indische Premierminister Vajpayee auf den Weg nach St. Petersburg. In Deutschland
hatte sich der indische Ministerpräsident unter Freunden befunden, mit denen er Sorgen und Nöte der
internationalen Entwicklungen teilen konnte, gemeinsame Interessen bekräftigen und Defizite in den
bilateralen Beziehungen deutlich ansprechen konnte. Die Konjunkturschwäche in Deutschland, der
Reformstau in Deutschland und die Neuorientierung der deutschen Wirtschaft nach Mittel- und
Osteuropa, sowie das vorrangige Interesse der Wirtschaft für China haben den deutschen Anteil an den
Außenwirtschaftsbeziehungen Indiens gegenüber anderen Ländern zurückfallen lassen. Gewiss tragen
dazu erheblich auch Engpässe der indischen Infrastruktur bei (Häfen, Strasse, Energie, Bürokratie in
der Zentralen und in den Unionsstaaten.). Aber eigentlich ist dies ein falsches Argument, da ja andere
Länder unter diesen Hemmnissen auch leiden. Relevant ist der Hinweis darauf, dass die seit
Jahrzehnten im Lande operierenden deutschen Unternehmen in großer Zahl Re-Investitionen
vornehmen, die nicht als internationale Investitionen registriert werden können.

Partnerschaft Deutschland – Indien auf dem Prüfstand – ein Konferenz-Vorschlag der Deutsch-
Indischen Gesellschaft
So drängt sich der Gedanke, ja der Plan auf, das Wissen um den Partner Deutschland in Indien und um
den Partner Indien in Deutsachland substantiell zu verbessern:
Vergleichbar zu den öffentlich sehr wirksam bilateralen, nicht regierungsseitig getragenen und
gestalteten Konferenzen der Bundesrepublik Deutschland mit den USA (Sicherheitskonferenz in
München), mit Russland (Petersburger Gespräche mit dem Schwerpunkt auf der Zivilgesellschaft),



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Königswinterer Gespräche (mit Großbritannien) und Frankreich (Jugendwerk) sollte in etwa
zweijährigen Abständen im Wechsel zwischen Indien und Deutschland eine große Indien-
Deutschland-Konferenz stattfinden, in deren Verlauf in Arbeitsgruppen und im Plenum die
Grundfragen der Partnerschaft öffentlich zu diskutieren wären. Mit der Zeit wird das auch einen
kritischen Rückblick auf die verschiedenen Anwendungsfelder dieser Partnerschaft möglich machen,
die ja auch bedeutende multilaterale Komponenten hat.




MEHR MACHT DEN BANKEN
Wem hilft Indiens neue Kreditverordnung?

Hans Christoph Rieger

Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit hat der indische Präsident Ende Oktober
2002 eine neue Verordnung unterschrieben, die voraussichtlich einschneidende und langfristig
wirkende Veränderungen der indischen Wirtschaft nach sich ziehen werden. Die Banken freuen sich,
denn sie bekommen neue Instrumente zur Eintreibung ausstehender Kredite in die Hand. Die
Unternehmer und Manager der privaten Firmen sind entsetzt und fordern Änderungen am Gesetz.
Worum geht es?
Die Verordnung ist ein Wortungetüm, was vielleicht zu seiner geringen Beachtung in unserer
Fachpresse beigetragen hat: es ist die „Securitisation and Reconstruction of Financial Assets and
Enforcement of Security Interest (Second) Ordinance, 2002“. „Securitisation“ bezieht sich auf die
Zusammenfassung und Bewertung von allen Gegenständen, die für die Absicherung von Krediten
dienen können („Financial Assets“), und ihre „Verpackung“ („Reconstruction“) als neues markt-
fähiges Produkt. Wenn also der Gläubiger einer Bank oder anderen Finanzinstitution nicht mehr
zahlen kann, dann soll die Bank in die Lage versetzt werden, auf die Sicherheiten zuzugreifen und
diese auch zu versilbern. Dazu kann sich die Bank besonderer Unternehmen bedienen, die als
„Securitisation Company“ bzw. „Reconstruction Company“ bezeichnet werden und die sich auf das
besondere Geschäft der Bewertung, Klassifizierung und Aufbereitung von Sicherheiten spezialisiert
haben.
Weiterhin gibt die Verordnung dem Gläubiger, das heißt in der Regel der Bank, Mittel in die Hand,
falls der Schuldner mit seinen vereinbarten Ratenzahlungen in Verzug gerät. In diesem Fall kann der
Gläubiger das Darlehen zur „non performing asset (NPA)“ sprich zum faulen Kredit erklären, und
kann sofort den Kredit kündigen, womit der gesamte noch ausstehende Betrag fällig wird. Zahlt der
Schuldner nicht innerhalb von 60 Tagen, kann der Gläubiger auf die Sicherheiten ohne Anrufung einer
Gerichtsinstanz zugreifen. Er kann sie sich aneignen, sie verwalten, oder Dritte als Manager einsetzen,
und kann jeden, der vom Schuldner Sicherheitsanteile erworben hat, zur Zahlung bis zur Abgeltung
der noch ausstehenden Schuld heranziehen.
Die Brisanz dieser Verordnung für die indische Wirtschaft und Gesellschaft, die in den zuweilen
aufgeregten Diskussionen zum Ausdruck kommen, ist zunächst für uns überraschend, denn
hierzulande ist der Zugriff des Gläubigers auf die Sicherheiten im Falle des Zahlungsverzuges nichts
Neues. Somit wirft die Diskussion ein interessantes Licht auf die Verhältnisse, die bislang im
Kreditgeschäft in Indien geherrscht haben.
Das Bankensystem in Indien hat eine lange Geschichte. In der Kolonialzeit gab es eine Reihe von
britischen Privatbanken, die durch einheimische Geldinstitute ergänzt wurden. Alle großen Banken
wurden in den 70er Jahren durch die Regierung unter Indira Gandhi verstaatlicht, und damit hatte der
Staat die Möglichkeit, auch die Kreditvergabe direkt zu beeinflussen. Diese Möglichkeit nutze er aus,
indem er Wirtschaftsbereiche vorgab, die im Interesse seiner Strukturpolitik mit Priorität und zu
Vorzugskonditionen zu bedienen waren. Alle Banken mussten 40 Prozent ihres Kreditvolumens den
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so genannten Prioritätssektoren vorbehalten, und davon sollten wiederum 40 Prozent für die Landwirt-
schaft reserviert sein. Weiter wurde verfügt, dass die Hälfte des für die Landwirtschaft vergebenen
Kreditvolumens den Bauern der so genannten schwächeren Bevölkerungsgruppe zur Verfügung
gestellt werden sollte. Schließlich bestand noch die Bestimmung, dass 12,5 des für die Kleinindustrie
bestimmten Darlehensvolumens an ländliche bzw. dörfliche Handwerker und „cottage industries“
fließen musste.
Dabei waren diese Bestimmungen nicht die einzigen, die das Bankensystem in seinen Entscheidungen
stark einengte. Der Staat selbst hatte für seine Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte einen großen
Kapitalbedarf, der nur zum Teil durch Steuereinnahmen gedeckt werden konnte. Andererseits zögerte
man klugerweise, einfach die Notenpresse zu bedienen und die Inflation zu schüren. Als Lösung blieb,
Darlehen bei den Banken aufzunehmen und die Konditionen (Zinshöhe, Laufzeit usw.) zu diktieren,
was wegen der Verstaatlichung der Banken nun problemlos möglich war. Das Resultat dieser
verschiedenen Eingriffe in die Entscheidungsbefugnisse der Geldinstitute war, dass die Mittel für die
Privatwirtschaft – selbst für gute und sichere Projektideen – äußerst knapp waren. Der Wettbewerb um
diese verbleibenden Mittel führte dazu, dass hohe Zinsen gefordert werden konnten, und dass selbst
dann, wenn man auf diese Konditionen einging, eventuell Nebenzahlungen erforderlich waren, um die
Entscheidungen der betreffenden Bank positiv zu beeinflussen.
Andererseits war die Zahlungsmoral unter den glücklichen Darlehensempfängern oft mangelhaft. Um
säumige Schuldner zur Rechenschaft zu ziehen, musste oft lange prozessiert werden. Zuweilen wurden
die versprochenen Sicherheiten anderweitig veräußert und so dem Zugriff der Bank entzogen. Das
Bankensystem litt insgesamt darunter, dass die Bilanzen durch faule Kredite aufgebläht waren –
übrigens ein Grund, weshalb die angestrebte Privatisierung der Banken nur sehr schleppend vor sich
gehen konnte.
Nun soll alles anders werden. Durch eine kritischere Beurteilung von Projekten und den von der neuen
Gesetzgebung ermöglichten schnelleren Zugriff auf die in schief gelaufenen Projekten gebundenen
Sicherheiten werden die verfügbaren Ressourcen in die Sektoren und in die Vorhaben geleitet, die bei
gegebenem Risiko die besten Renditen versprechen und damit am ehesten zum Wachstum der
Wirtschaft beitragen. Sicher ist auch, dass der Konsumentenkredit für die Banken interessant wird,
wenn entsprechende Sicherheiten (z.B. bei langlebigen Wirtschaftsgütern) bereitgestellt werden
können. Zumindest für die heranwachsende Mittelschicht bedeutet dies eine erfreuliche Alternative
gegenüber den mit Wucherzinsen arbeitenden Geldverleihern. Übrigens müssen letztere ihre
Kreditbedingungen nun auch den neuen Gegebenheiten anpassen, um weiterhin existieren zu können.
Außen vor bleiben selbstverständlich wieder diejenigen, die das Geld am nötigsten bräuchten: die
Armen, die neben ihrer Arbeitskraft nichts besitzen und daher für das Bankensystem nicht
kreditwürdig sind.




Bollywood-Trend in deutschen Kinos ?
Indische Mega-Produktion "Sometimes Happy, sometimes sad" in Deutschland ein
Erfolg.

Tobias Grothe-Beverborg

Wer in diesen Tagen Zeitschriften liest, in die Werbung schaut oder einfach nur durch die
Einkaufspassage läuft, stellt fest: Indien ist in! Eroberten zunächst Pop-Hits mit indischen Einflüssen
die deutsche Hitparade, macht die indische Welle nun auch vor deutschen Kinos nicht Halt. Zuerst
wurden Filme wie der Oscar-nominierte „Lagaan“ als Geheimtipp gehandelt - und Kopien aus
Großbritannien für das Heimkino besorgt - dann kamen mit Filmen wie „Monsoon Wedding“ oder
„Kick It Like Beckham“ auch indische Produktionen für ein größeres Kinopublikum heraus. Mit
„Sometimes Happy, Sometimes Sad (Kabhi Khushi Kabhi Gam)“ ist nun eine der erfolgreichsten und
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Ausgabe Nr. 2/2003                                    I. Indien und Deutschland – Berichte und Analysen



teuersten Produktionen der indischen Filmstadt Bombay - im Volksmund „Bollywood“ genannt – im
regulären Verleih in deutschen Kinos zu sehen. Fakten und Hintergründe über indisches Kino in
Deutschland - und über die Krise der größten Filmindustrie der Welt.
 „Sometimes Happy, Sometimes Sad (Kabhi Khushi Kabhi Gam) “ bietet als Film alles, was für ein
typisches Bollywood-Kinoerlebnis benötigt wird: Dreieinhalb Stunden mitreißende Musik,
atemberaubende Tanzeinlagen und ergreifende Dramatik vor malerischen Kulissen. Und kommt damit
beim deutschen Publikum bestens an.
Woher aber kommt das plötzliche Interesse an indischen Filmen? Die indische Filmindustrie selbst
war lange Zeit nicht an Europa als Absatzmarkt interessiert. Auch von europäischer Seite war das
Interesse eher gering. Doch in den letzten zwei Jahren drängen vermehrt indische Filme auf
internationale Filmfestivals und verzeichnen dabei große Erfolge: Darunter „Monsoon Wedding“ oder
„Kick It Like Beckham“. Filme, die auch das deutsche Publikum begeisterten.
Der Kölner Filmverleih REM (Rapid Eye Movies) wagte es nun als erster, mit „Sometimes Happy,
Sometimes Sad (Kabhi Khushi Kabhi Gam) “ einen waschechten Bollywood-Film auf den deutschen
Markt zu werfen.
Stephan Holl, Geschäftsführer von REM, meint: „Es zeigt sich ja schon in der Mode und in der Musik,
dass Indien gerade hip ist. Und da passt der Film einfach wunderbar in die Zeit. Unser Anliegen war
es, ein Statement zu machen und zu sagen, das, wovon alle reden - Bollywood-Kino - das einfach mal
in seiner ursprünglichen Form zu zeigen.“
Doch funktioniert Bollywood-Kino auch in Deutschland? Kann es mit seinen prächtigen Kulissen und
farbenfrohen Kostümen, seinen fremdartigen Liedern und den langatmigen Tanzeinlagen mehr als nur
ein Bedürfnis nach Exotik befriedigen? Davon ist Stephan Holl überzeugt, auch wenn er vom
Zuschauer erwartet, sich ganz auf das Fremde einzulassen. Man dürfe den indischen Film nicht mit
den selben Kriterien messen, mit denen europäisches Autorenkino oder Hollywood-Kino beurteilt
würde. Es sei eine ganz andere, eigene Filmsprache. Dabei gehe es auch nicht darum, jedes Mal eine
neue Geschichte zu erfinden, sondern ein bestimmtes Thema, das man schon tausend Mal gesehen hat,
zu variieren.
Stephan Holls Analyse trifft ins Schwarze aber beschreibt damit auch den Schwachpunkt: Trotz des
gestiegenen Interesses im Ausland steckt das indische Kino in seiner größten finanziellen Krise. Vor
allem die bislang ergebnislose Suche nach einem neuen Sujet ist nach Auffassung von Filmkennern
verantwortlich für die Misere, denn das Publikum bleibt weg.
Hinzu kommen die immensen Produktionskosten - beispielsweise betrug das Budget von „Sometimes
Happy, Sometimes Sad" runde zehn Millionen Euro. Der indische Filmkritiker und Herausgeber des
Magazins „Film Information", Komal Nahta, wirft deshalb den Produzenten vor, in ihrer Eile das
schnelle Geld machen zu wollen, würden sie dem Inhalt zu wenig Bedeutung beimessen. Aber gute
Filme seien nicht erfolgreich, weil sie eine Starbesetzung haben, sondern weil ihre Themen, ihre
Geschichten gut wären.
Auch der indische Filmemacher Mahesh Bhatt stellt fest: Das Publikum sei anspruchsvoller geworden.
Und es wende sich gelangweilt von der endlosen Wiederholung früherer Erfolgsmodelle ab.
Außerdem habe auch das Fernsehen die Sehgewohnheiten nachhaltig verändert.
Das in Indien weitverbreitete Satelliten- und Kabelfernsehen hat aber nicht nur das Publikum
anspruchsvoller werden lassen. Innerhalb kürzester Zeit werden Raubkopien aktueller Kinohits im
regulären Kabelfernsehen gezeigt - und sorgen dadurch für weniger Einnahmen in den Kinos. Einige
Produzenten zahlen sogar Prämien an Kabelfernsehnetzbetreiber, um diese Praxis zu unterbinden.
Illegales Kopieren ist auch verantwortlich für den Rückgang des bisher einträglichen Geschäfts mit
der Vermarktung populärer Filmmusik: Im letzten Jahr sanken die Umsätze um sechzig Prozent.
Angesichts leerer Kassen haben sich viele Bollywood-Studios mit dem organisierten Verbrechen
eingelassen. Es gilt als ausgemacht, dass gut die Hälfte aller indischen Filme mit Geldern aus der
Unterwelt finanziert wird.
Voller Hoffnung richtet sich nun die Aufmerksamkeit auf das westliche Publikum.


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Ausgabe Nr. 2/2003                                    I. Indien und Deutschland – Berichte und Analysen



Aber ob das derzeitige Interesse am indischen Kino hier zu Lande nur eine flüchtige Modeerscheinung
ist oder sich dauerhaft ein neuer Markt erobern lässt, bleibt abzuwarten.




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III. Berichte und Programme


Grußwort zum 40jährigen Bestehen
der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Essen

Im Namen des Vorstandes des Dachverbandes der Deutsch-Indischen Gesellschaft und in meinem
eigenen Namen gratuliere ich dem Vorsitzenden der Deutsch-Indischen Gesellschaft, in Essen, Herrn
D.N. Gupta und Ihren Mitgliedern zum vierzigjährigen Bestehen der Gesellschaft in dieser wichtigen
Ruhr-Metropole. Seit 1969 leitet Herr D.N. Gupta, der auch Ehrenmitglied der Deutsch-Indischen
Gesellschaft ist, mit Erfolg die Essener Gesellschaft. Er genießt das Vertrauen der Mitglieder und
Förderer der Gesellschaft und der Stadtväter. Mit reichhaltigen kulturellen Programmen und
thematisch orientierten Vortragsveranstaltungen trägt die Gesellschaft zum Verständnis zwischen
Deutschen und Indern in unserem Lande und gerade im Ruhrgebiet bei. Die Medien berichten in der
Regel ausführlich über solche Ereignisse in der Stadt. Das ist gut so. Zahlreiche Unternehmen an
Rhein und Ruhr unterhalten intensive Geschäftsbeziehungen zu dem aufstrebenden indischen Markt.
Viele Unternehmen entsenden deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Indien. Den Anfang
bildete das nach damaligen Maßstäben hochmoderne Stahlwerk in Rourkela, Orissa, das vor allem von
deutschen Firmen aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen
Jahrhunderts errichtet wurde. Heute ist die indische Informationstechnologie (IT) in der
Programmentwicklung („software“) internationaler Marktführer. Die indische Wirtschaft schickt sich
an, auch bei der Herstellung von Auto-Bauteilen auf dem internationalen Markt einen bedeutenden
Platz zu erringen.
Indien hat heute bereits eine Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen, darunter eine
Einkommensschicht, die wir nach unseren Maßstäben zum Mittelstand rechnen können. Indessen hat
das Land, das weltweit als funktionierende pluralistische Demokratie anerkannt wird und einen
erheblichen Teil der in der Vergangenheit diskriminierten sozialen Schichten integriert hat, noch große
soziale Probleme zu bewältigen: Analphabeten machen noch immer fast 50 Prozent der Bevölkerung
aus. Mehr als 300 Millionen Menschen leben unterhalb des Existenzminimums. Armut ist das
dringlichste Problem. Umweltprobleme beeinträchtigen die Lebensqualität vor allem in den großen
urbanen Bevölkerungszentren.
Vor diesem Hintergrund ermutige ich die Deutsch-Indische Gesellschaft in Essen, die Bemühungen
zum kulturellen und sozialen Brückenschlag zwischen Deutschen und Indern entschlossen
fortzusetzen. Die Deutsch-Indische Gesellschaft gehört schon seit langem zu den aktiven Förderern
des interkulturellen Dialogs in der Stadt. Interkulturelles Verständnis und Toleranz bedürfen auch in
unserem Land intensiver Förderung. Die Deutsch-Indische Gesellschaft hat eine Vorbild-Funktion.
Mit guten Wünschen begleiten der Dachverband und der Vorstand der Deutsch-Indischen Gesellschaft
den Weg der Gesellschaft Essen in die Zukunft.
(Stuttgart/Berlin, Juni 2003)

gez. Dr. Hans-Georg Wieck
Vorsitzender
Botschafter a.D.




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Grußwort zum 40jährigen Bestehen
der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Freiburg

Im Namen des Vorstandes des Dachverbandes der Deutsch-Indischen Gesellschaft übermittle ich dem
Vorsitzenden der Deutsch-Indischen Gesellschaft, in Freiburg, Herrn Prodosh Kumar Brahma , dem
Vorstand und allen Mitgliedern herzliche Glückwünsche zum vierzigjährigen Bestehen der
Gesellschaft. Für das in den vergangenen Jahrzehnten entwickelte Engagement gilt allen Mitgliedern
der Gesellschaft der Dank des Gesamtverbandes. Damit sind die besten Wünsche für eine weiterhin
gedeihliche Entwicklung der Gesellschaft verbunden.
In den zurückliegenden vierzig Jahren hat die Gesellschaft sehr viel zu Vertiefung und Verbreitung
des Dialogs mit Indien und zur Entwicklung der Zusammenarbeit in politischer, wirtschaftlicher,
kultureller sowie wissenschaftlicher und sozialer Hinsicht beigetragen. Die Zweiggesellschaft kann
mit Befriedigung auf ihr Wirken in den zurückliegenden vier Jahrzehnten zurückblicken.
Unsere Gesellschaft setzt mit der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Indern für das
interkulturelle Kooperieren in Deutschland Maßstäbe. In der heutigen Epoche des
grenzüberschreitenden globalen Handelns auf fast allen Kontinenten kommt dem Verständnis für
andere lebende Zivilisationen große Bedeutung zu, zumal das Bild Indiens in Deutschland und das
Bild Deutschlands in Indien im allgemeinen – ausgenommen bei kleinen Minderheiten – von
Klischees der Vergangenheit geprägt wird. Zur Vermittlung eines komplexen, wirklichkeitsnahen
Bildes des anderen Landes können die 30 Zweiggesellschaften der Deutsch-Indischen Gesellschaft
erhebliches beitragen. Auch die Deutsch-Indische Gesellschaft in Freiburg hat große Aufgaben vor
sich, die nur in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und mit staatlichen und akademischen
Einrichtungen erfüllt werden können.
Der weiteren Zusammenarbeit mit der Zweigstelle Freiburg sehen der Vorstand und die anderen
Einrichtungen der Gesellschaft mit Zuversicht und Vertrauen entgegen.

(Stuttgart/Berlin, Juni 2003)

gez. Dr. Hans-Georg Wieck
Vorsitzender
Botschafter a.D.




Neubesetzung des Direktoren-Amtes im Tagore Center Berlin

Das Tagore-Kultur-Zentrum an der indischen Botschaft in Berlin (Tagore Cultural Centre) hat einen
neuen Direktor: Es handelt sich um SUDHANSHU PANDEY. Er hat seine Tätigkeit Mitte Juli 2003
aufgenommen.




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Hohe indische Auszeichnung für DIG Ehrenmitglied Herbert Fischer
Joachim Oesterheld

Eine jahrzehntelange und sehr persönliche Beziehung zu Indien, die 1938 begann und bis heute
andauert, hat einen würdevollen Höhepunkt erfahren. Der Präsident der Republik Indien, A.P.J. Kalam
hat Herbert Fischer, den einstigen Mitstreiter Mahatma Gandhis und späteren Botschafter der DDR in
Indien in Würdigung seiner persönlichen Verdienste mit dem Padma Bhushan geehrt. Der
Ausgezeichnete erhielt den Orden aus der Hand von Ministerpräsident Vajpayee anlässlich dessen
offiziellen Besuches in der Bundesrepublik in Berlin Ende Mai überreicht. Padma Bhushan ist der
nach Bharat Ratna und Padma Vibushan dritthöchste zivile Orden, den die Republik Indien an
verdienstvolle Bürger des Landes zu vergeben hat. Es ist eine Auszeichnung, die Ausländern nur sehr
selten zuteil wird und mit der bisher kaum Deutsche bedacht worden sind.
Herbert Fischer ist seit langem und in vielfältiger Weise mit Erfolg bemüht, Indien und seine
Bewohner im Rahmen der DIG und darüber hinaus einer interessierten Öffentlichkeit in Deutschland
nahe zu bringen. Es ist die unmittelbare persönliche Begegnung und Zusammenarbeit mit Gandhi, die
ihn wie keinen anderen seiner Generation befähigt, über diese große Persönlichkeit aus eigener
Kenntnis zu berichten und sie vor allem jungen Menschen in lebendiger Weise vorzustellen. Er hat
dies in der Vergangenheit als Buchautor, in zahlreichen Artikeln und unzähligen Vorträgen getan, und
er fühlt sich diesem Anliegen trotz seines fortgeschrittenen Lebensalters auch weiterhin verpflichtet.
So erfreut sich die Mahatma-Gandhi-Oberschule in Berlin seiner besonderen Zuwendung und
Unterstützung. Es ist indirekt auch eine Anerkennung der Arbeit der DIG und ihrer Bemühungen um
die Entwicklung und Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu Indien, wenn sie in ihren Reihen
Mitglieder weiß, die für ihren besonderen Beitrag auf diesem Gebiet von indischer Seite hohe
Anerkennung gefunden haben.




Eine Indo-Deutsche in Pakistan
- Eine Reise mit und gegen Vorurteile -

Urmila Goel

Als Indo-Deutsche fährt frau mit vielen Vorurteilen nach Pakistan. Erstens ist es gefährlich in
Pakistan. Zweitens werden Frauen dort unterdrückt. Und drittens wird man da als Inderin nicht gerne
gesehen. Soweit einmal die wesentlichen Warnungen. Ob frau will oder nicht, sie brennen sich ein und
lassen ihre Spuren. Ein bisschen unwohl wird es mir schon vor der Abreise. Werde ich auch wieder
heil zurückkommen? Lieber noch eine dupata mehr einstecken, damit ich mich auch bedecken kann.
Und wie wird das mit meinem Namen sein, der weist mich schließlich eindeutig als Inderin aus? Mit
diesen Gedanken bepackt, richtet sich meine ganze Aufmerksamkeit in Pakistan dann auch darauf, ob
denn wohl die Vorurteile alle stimmen.
Kaum in Islamabad angekommen, versuche ich die Lage einzuschätzen. Kann man sich hier auf die
Strasse trauen? Lauern an den Straßenecken bärtige turbantragende Männer mit Maschinengewehren?
Auf dem Flughafen sind vielleicht ein paar mehr bewaffnete Sicherheitsleute als an anderen. Sie
tragen Waffen aber keine Bärte. Im Hotel dann ein Sicherheitscheck wie am Flughafen. Dass heißt alle
müssen durch einen Metalldetektor gehen. Ob es piepst oder nicht, interessiert eigentlich keinen,
keiner wird angehalten. Auf dem Dach steht wieder schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal. Das
gleiche im Hotel in Peshawar. Da suche ich aber vergeblich nach dem im Reiseführer angepriesenen
Schild „Personal guards or gunmen are required to deposit their weapons with the Hotel Security.“.
Ich sehe auch keine finster wirkenden Paschtunen, die das Recht in die eigene Hand nehmen. Und bald
schon schaue ich mich nicht mehr nach Sicherheitsrisiken um. Die Pakistanis wirken auch so gar nicht
verängstigt. Sowohl das Spazierengehen wie Überlandfahren werden ohne weitere Bedenken



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unternommen. Nein, das stimmt nicht ganz. Spazieren gehen die Pakistanis genauso wenig wie die
Inder. Da falle ich mit meinen absonderlichen Gewohnheiten schon auf.
Mein Blick bleibt auf die Frauen gerichtet. Sind weniger von ihnen auf der Strasse zu sehen als im
Nachbarland? Sind alle verschleiert? Diese Fragen bestimmen meine Wahrnehmung. Und tatsächlich
auf der Fahrt von Islamabad nach Peshawar scheinen es immer weniger Frauen zu sein, die ich am
Straßenrand sehe. Je weiter wir in den Nordwesten kommen desto mehr sind voll verschleiert. So wie
ich es eigentlich nur von Bildern aus Afghanistan kenne. Gänzlich unbedeckte Frauen sind in der
Öffentlichkeit eigentlich nicht zu sehen. Die Studentinnen, die an der Universität von Peshawar, die
Interviews für das Campusradio führen, richten immer wieder die runterrutschende dupata. Manchmal
dauert es eine Weile, weil sie gerade mit den Mikrofonen zu tun haben. In den teuren Hotels, im
privaten Bereich, bei Besprechungen sind die Frauen eigentlich alle unbedeckt. Die Vertreterin einer
NGO kommt sogar ganz indisch im Sari. In Islamabad und Lahore gibt es kaum Vollverschleierte,
auch auf der Strasse sehe ich Frauen ohne jegliche Kopfbedeckung. Bei einer Hochzeit in Lahore
fehlen sogar weitere Bedeckungen. Die Ärmel könnten gar nicht weniger existent sein, die Kleidung
ist sehr eng anliegend. Rauchen, trinken, flirten scheint absolut normal. Da bin ich als gute Indo-
Deutsche zu prüde für. Das ich meinen Kopf zu keiner Gelegenheit bedecke, stößt keinem
unangenehm auf. Zumindest bekomme ich keine solche Rückmeldung. Als Gesprächspartnerin werde
ich mindestens so ernst genommen, wie ich das auch in Deutschland als junge Frau werde. Im
Parlament zeigen junge Abgeordnete der islamistischen MMA, dass sie sich auch vollverschleiert
selbstbewusst zu Wort melden können. Und über den Nordwesten wird mir erzählt, dass ich da nur
Männer am Straßenrand sehen würde, weil die Frauen schließlich auf dem Feld arbeiten müssten,
während die Männer faulenzen. - Na, wenigstens das Vorurteil ist nicht ganz widerlegt. Die Frauen in
Pakistan sind schon weniger in der Öffentlichkeit präsent als in Indien. Die Ausnahmen bestätigen
selbstverständlich die Regel. Je mehr, desto mehr Bestätigung.
Nun aber zum dritten Vorurteil. Wie reagieren die Pakistanis denn auf meinen Namen? Sind sie mir
gegenüber verhalten, weil sie den indischen Feind wittern? Na ja, mit dem Namen ist das so eine
Sache. Der Professor, der lange in Deutschland gelebt hat, germanisiert ihn erst mal und nennt mich
Göhl, wahrlich kein indischer Name. Andere wollen Gül, die Rose daraus machen. Ach, ungebildet
sind diese Pakistani, erkennen meinen guten bhaniya-Namen nicht auf Anhieb. Überhaupt finden sie
mich recht pakistanisch. Vom Aussehen her könnte ich Pathanin sein. Und das salwar kamiz trage ich
auch wie eine echte Pakistanerin. Also muss ich sie aufklären, dass ich mich gar nicht an die
pakistanische Kultur anpasse, sondern selbstbewusst die indische ins Land bringe. Das finden sie
interessant und fragen, ob ich denn auch Hindi kann. Die Feindschaft zwischen Pakistan und Indien
sei ja auch nur von den Regierungen gemacht. Die Pakistanis mögen die Inder sehr, wird mir immer
wieder versichert. Die Bemerkung eines Gesprächspartners, dass man von mir als Inderin natürlich
keinen objektiven Vergleich von Indien und Pakistan erwarten kann, zeigt, dass vielleicht doch nicht
alles so freundschaftlich ist. Aber er ist ja auch ein früheres Regierungsmitglied und damit – siehe
oben- angeblich alleine für die Konfrontation zuständig. Die Schülerinnen der 6. Klasse einer
Privatschule erwarten mich aufgeregt und freudig. Ihre Frage über Deutschland und Indien stürzen nur
so über mich herein. Sie wollen alles wissen, freuen sich, dass ich da bin. In der 7. Klasse geht es da
schon provokanter zu. Da schafft es die Lehrerin auch, dass die Schüler und Schülerinnen ihre
Abneigung gegen Indien offen zugeben. Endlich eine offene, ehrliche und produktive Diskussion. Viel
offener als ich das bisher in Indien geschafft habe. Und da habe ich, weil ich dazu gehöre, schon viel
anti-pakistanisches gehört. Friede, Freude, Eierkuchen herrscht wohl auf beiden Seiten der Grenze
nicht. Aber meine indische Herkunft hat mir in Pakistan sicher nicht geschadet. Sie hat mich eher
näher zu den Menschen gebracht.
So ist das mit den Vorurteilen, irgendwoher kommen sie schon. Und wenn frau genug sucht, kann frau
sie je nach Wunsch bestätigen oder widerlegen. Tatsache ist auf jeden Fall, dass ich gesund und
munter aus Pakistan zurück gekommen bin. Ich hatte eine schöne Zeit. Und der größte Unterschied zu
Indien waren die wunderbar bemalten und seltsam geformten LKWs und Busse. Da kann Indien
wahrlich nicht mithalten.




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LSD für's Auge
Die Erfolgsgeschichte eines indischen Filmspektakels in Deutschland
Das Glamourpaar des indischen Films: Kajol und Shah Rukh Khan in Sometimes Happy
Sometimes Sad

Sabine Herder

München, Lilienstraße. Auf dem Gehweg vor den Museum-Lichtspielen drängen sich die Menschen.
Mancher tupft sich noch verstohlen eine Träne aus den Augen. Jetzt sofort nach Hause gehen mag
keiner von ihnen. Sie alle haben bis zu 10 Tage im voraus ihre Karten bestellt, um Sometimes Happy
Sometimes Sad zu sehen, den Bollywood-Film, der zur Zeit mit fünf Vorführkopien in chronisch
ausverkauften Häusern durch die Republik tourt. Auch der Blick von Ira Sarma wirkt noch ein
bisschen glasig. Die Indologin hat schon „Erfahrung“ mit Bollywood-Filmen, hat sie doch „ungefähr
30 Filme im Kino und noch einmal unzählige auf Video“ gesehen. „Gut?“, fragt sie, „dieser Film war
umwerfend! Es gibt so viele unerträglich schlecht gemachte Hindi-Masalas, aber hier stimmte einfach
alles!“
In Lübeck gibt es Tränen schon vor dem Film: Im Kommunalen Kino lädt, wie in jedem Jahr, die
Deutsch-Indische Gesellschaft (DIG) zur Filmvorführung. Im Programm, mit nur 2 Aufführungen:
Sometimes Happy Sometimes Sad. „Es war herzzerreißend. Wir hatten hier einige Fans, die völlig
verzweifelt waren, weil der Film längst ausverkauft war. Wir haben schließlich auf unsere Tickets
verzichtet“, sagt Petra Krause von der DIG. „Seit sieben Jahren zeigen wir hier Filme, aber solch einen
Andrang gab es noch nie“, berichtet sie, nachdem sie den Film dann doch noch im Gang stehend
gesehen hat. „Dann war es wie in Indien! Die sonst so steifen Lübecker waren außer Rand und Band.
Das Publikum sang und klatschte, einige tanzten sogar mit.“
Indien ist IN! Das zeigt nicht nur die aktuelle Mode, sondern auch das Auftauchen indischer Themen
und Einflüsse in der Kulturwelt. Aus Großbritannien schwappte die Welle auf den europäischen
Kontinent. Nun tanzen Twentysomethings auch in deutschen Großstädten auf Bollywood-Parties zu
Rhythmen, die aus dem Soundtrack indischer Blockbuster stammen. Auf den Leinwänden waren es im
vergangenen Jahr Filme wie Der Superguru, Moulin Rouge oder auch Kick it like Beckham, die diesen
Trend bedienten, Monsoon Wedding lief mittlerweile sogar im Fernsehen und in Kürze steht uns die
kanadische Produktion Hollywood Bollywood ins Haus. Dass auch Andrew Lloyd Webber den Geist
der Zeit erkannte und in London mit Bombay Dreams ein Musical auf die Bühne stellte, das die
bonbonbunte Welt der indischen Spielfilme nachempfindet, macht deutlich, dass diesem Trend eine
längere Lebensdauer zugetraut wird.
Doch, was ist „Bollywood“? Mit diesem Begriff bezeichnete die internationale Filmwelt von je her die
kommerziell ausgerichtete Filmindustrie der indischen Metropole Bombay. Die ursprünglich abfällig
gemeinte Bezeichnung ist doch inzwischen einer gewissen Achtung vor der größten Filmindustrie der
Welt gewichen. Die dort alljährlich produzierten etwa 800 Streifen, in Hindi als Masala-Movies
bezeichnet, unterscheiden sich in ihrer Dramaturgie, Weltsicht und Länge wesentlich von westlichen
Produkten der Filmindustrie und stellen Sehgewohnheiten wie Sitzfleisch ihrer hiesigen Betrachter auf
eine harte Probe. Ein Masala, eigentlich der Begriff für die (Gewürz-)mischung eines Currys, bedeutet
für das Bollywood-Kino, möglichst viele verschiedene Stimmungen anzusprechen. Aus den wenigen,
immer gleichen Grundmustern, werden daher immer neue, raffinierte Mischungen komponiert. Die
Handlung eines Masala-Movies entzündet sich gewöhnlich am Konflikt zwischen der romantischen
Liebe eines jungen Paares und einem Nebenbuhler oder der Verheiratungspolitik der Eltern.
So auch hier: Der Adoptivsohn eines reichen Industriellen wird von seiner Familie verstoßen,
nachdem er heimlich die Ehe mit einer nicht standesgemäßen jungen Frau geschlossen hat. Er verlässt
Indien, um in London ein neues Leben zu beginnen. Jahre später findet sein jüngerer Bruder heraus,
was geschehen ist und setzt alles daran, die Familie wieder zu versöhnen. Nachdem zahlreiche
Nebenhandlungen umschifft sind, gibt es – obligatorisch für ein Masala-Movie - ein Happy-End.
Die Handlung erscheint auf den ersten Blick banal, doch das indische Publikum legt ohnehin weniger
Wert auf eine gute Geschichte als auf gute Unterhaltung. Eine besondere Rolle spielen dabei die



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Tanzszenen und die Songs, die auch außerhalb des Kinos große Popularität genießen. In Deutschland
wird angesichts der dargestellten Glamourwelt und der fehlenden Stringenz in der filmischen
Erzählung immer wieder Kitschverdacht geäußert. Wer jedoch die Berichterstattung verfolgt hat, stellt
schnell fest, dass selbst der kritischste Kritiker an diesem Film kaum etwas auszusetzen hat:
Großartige Ausstattung, furiose Tanzszenen, Action, viel Herz und Schmerz und nicht zuletzt die
mitreißende Musik machen den Besuch dieses - immerhin 3 1/2 Stunden dauernden – Masala-Movies
zu einem Kurzurlaub in die Traumwelt des Films.
Dass Sometimes Happy Sometimes Sad außer seiner hinreißenden Musik und der opulenten
Ausstattung ein Staraufgebot zu bieten hat, wie es auch im indischen Kino seinesgleichen sucht, war
wohl Kalkül. Mit Macht drängt die indische Filmindustrie, deren Einspielergebnisse auf dem
Subkontinent in den letzten Jahren rückläufig waren, inzwischen auf den Weltmarkt. Die in die
gesamte Welt verstreute asiatische Diaspora erweist sich dabei als funktionstüchtiger Katalysator.
Bisher waren Bürger indischer, pakistanischer, indonesischer, aber auch türkischer Herkunft auf
Videos und DVDs von oft fragwürdiger Qualität angewiesen, wenn sie ihre Helden auf den
Bildschirm holen wollten. Jetzt können sie Shah Rukh Khan & Co. endlich auch auf der großen
Leinwand sehen! Dass besonders die jüngere Generation, Zielgruppe der poppig bunten Bollywood-
Produkte jüngerer Provenienz, inzwischen ihre deutschen Freunde mit ins Kino schleppt, macht den
Erfolg von Sometimes Happy Sometimes Sad zu einem Phänomen, das immer weitere Kreise zieht.
Veranstalter wie Petra Krause bestätigen diesen Trend: „Früher hatten wir oft nicht mehr als 40
Besucher pro Film. Unser Publikum war meist älter, das typische Arthouse-Publikum halt. Heute sind
es zum größten Teil jüngere Leute; meist im Alter zwischen 20 und 30.“
Zu verdanken ist dies der kleinen Kölner Filmverleihfirma Rapid Eye Movies (rem), die seit 1996 ein
Spartenpublikum mit Filmen aus dem ostasiatischen Raum bedient. Im April dieses Jahres wagten die
langjährigen Fans des indischen Kinos als erste, was bisher noch niemand im deutschen Filmgeschäft
gewagt hatte: mit Sometimes Happy Sometimes Sad einen echten Bollywood-Kracher in die Kinos zu
bringen. Um die Schwellenangst herabzusetzen, investierten sie darüber hinaus in eine deutsche
Untertitelung; eine Ehre, die bisher noch keinem kommerziellen Produkt der indischen Filmindustrie
zuteil geworden ist.
„Wir warteten vor allem auf den richtigen Moment, der uns mit der momentanen Indien-Welle
gekommen zu sein schien,“ sagt Nina Loebinger, die Pressesprecherin von rem. „Außerdem war es
bisher immer schwierig, mit indischen Produktionsfirmen Kontakt zu treten und jetzt kam aus Indien
das Angebot, den Verleih für Sometimes Happy Sometimes Sad zu übernehmen. Aber, bei aller Liebe,
mit diesem Erfolg hatten wir nicht gerechnet.“ Sie blättert in einem dicken Ordner. „Allein das
Presseecho war überwältigend, es hat alles übertroffen, was wir hier bisher erlebt haben. Das hier ist
nur ein kleiner Teil der Kritiken, wir wissen selbst nicht, wer sonst noch alles berichtet hat.“ Auf die
Frage, welche Kritik sie besonders gefreut habe, entgegnet sie: „Die im Spiegel! Es ist schon
großartig, von denen besprochen zu werden; die höheren Weihen, sozusagen. Außerdem hat die
Fachpresse euphorisch berichtet.“ Spontan kommt Nina Lobingers nächste Antwort: „Etwas ganz
anderes? Nein, wir alle finden, dass Sometimes Happy Sometimes Sad sehr gut in unser Programm
passt. Zwar sind wir vor allem bekannt für japanisches, koreanisches und chinesisches Kino, doch
legen wir immer Wert darauf, Filme zu zeigen, die in irgendeiner Weise extrem sind. Und das ist
dieser Film in jedem Fall.“
Extrem ist dieser Film, gemessen an den Sehgewohnheiten eines durchschnittlichen deutschen
Zuschauers sicher. Aus diesem Grund ist sind die für Anfang Juni ermittelten Besucherzahlen auch
eine Überraschung für den Verleiher: Über 20.000 Menschen wollten den Film bisher sehen und es
werden immer mehr. Noch sind alle fünf Kopien unterwegs und es kommen ständig Buchungen von
weiteren Kinos dazu. Das Branchenblatt Blickpunkt Film ermittelte für das Startwochenende im April
das fünftbeste Einspielergebnis je Kopie. Ein Grund zur Zufriedenheit? „Ja natürlich“, sagt Nina
Lobinger, „diesen Erfolg hatten wir uns zwar erhofft, aber wirklich berechenbar ist so etwas ja nicht.“
Ob sich das Phänomen Bollywood auf Dauer in Deutschland etablieren werde, möchte ich von meinen
Gesprächspartnerinnen wissen. „Bollywood-Filme lassen keinen kalt. Man kann sie nur lieben oder
hassen,“ verrät Sandra Köhler. Die Kölner Studentin der Filmwissenschaft war über Mira Nairs
Monsoon Wedding auf den indischen Film gekommen und hat die Musik im Bollywood-Film
inzwischen zum Thema ihrer Magisterarbeit gemacht. Für sie ist ganz klar, dass die Filme bei aller



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„Missionsarbeit“, die sie im Kreis ihrer Komillitonen leistet, hierzulande immer nur ein Nischen-
publikum finden werden. „Vielen Leuten ist einfach die Bilderflut zuviel. Ich sage immer: LSD für's
Auge.“
„Es wäre schön,“ ist die Antwort von Petra Krause, „indisches Kino ist immer ein Erlebnis und der
überwältigende Erfolg Ende Mai hat uns stark motiviert, weiterzumachen. Wir überlegen schon, ob
wir im Herbst eine zusätzlichen Filmtermin anbieten sollen.“
„Ich hoffe ja“, sagt Ira Sarma, „es ist schon schöner, diese Filme auf der großen Leinwand zu sehen
als auf DVD oder Video. Das einzige, was mich wirklich störte, waren die drei jungen Frauen in der
Reihe hinter mir, die selbst die bewegendsten Szenen lächerlich fanden und die ganze Zeit nur albern
kicherten.“ Sie spricht damit an, was sich als grundlegendes Problem des indischen Kinos auf dem
deutschen Markt erweisen könnte: ein fundamentales Missverständnis einer ganzen Kinokultur. Der
Regisseur Karan Johar machte den Film für „People who love a good cry“ und spricht damit aus, was
ein asiatisches Publikum von einem Masala-Movie erwartet: Große Gefühle und einen geradezu
kathartischen Effekt auf den Betrachter. Mit der in der deutschen Jugendkultur so populären
,Coolness„ und europäischer Abgeklärtheit, die Tränen in der Öffentlichkeit nicht zulässt, ist dieses
Kino sicherlich nur schwer zu vereinbaren.
Rapid Eye Movies hat jedenfalls bereits den Förderantrag für eine sechste Kopie von Sometimes
Happy Sometimes Sad gestellt. Auf die Frage, ob rem denn auch in Zukunft Bollywood-Filme
vermarkten werde, entgegnet Nina Lobinger: „Wir hoffen es sehr. Zwar sind wir alle großen Fans
dieses Kinos, aber noch können wir nicht beurteilen, ob es sich hier um eine Eintagsfliege handelt oder
ob das Genre Zukunft hat. Jetzt steht erst einmal anderes Projekt an, damit wir wieder Abstand
bekommen. Wir beobachten den Markt, dann sehen wir weiter.“




” Wilhelm-Conrad-Röntgen-Stipendium”

Helma Ritscher

In Anlehnung an den berühmtesten Bürger unserer Stadt Remscheid und Nobelpreisträger Wilhelm
Conrad Röntgen, dem Entdecker der Röntgen Strahlen, wurde am 06. Mai. 2003 in Zusammenarbeit
des Deutschen Röntgen Museums mit der Deutsch-Indischen Gesellschaft Remscheid, unter der
Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Remscheid, Herrn Fred Schulz, im Rahmen der
Röntgen-Festwoche ( 30.04.-10.05.2003 ), das “Wilhelm-Conrad-Röntgen-Stipendium” ins Leben
gerufen.
Das Stipendium sichert besonders sozialschwachen, aber begabten SchülerInnen der Vivekananda
Schule bei Dehra Dun in Indien, die am Schuljahresende die Bestnoten im Fach Physik erzielt haben,
den kostenlosen Besuch der Jahrgänge 11.und 12, die zum Hochschulstudium berechtigen.
Aus diesem Anlass waren der Oberbürgermeister Herr Fred Schulz selbst, der indische Konsul, Herr
P.S. Ramarathnam, der Direktor des Museums, Herr Ulrich Hennig, Dr. S.K. Sharma der Gründer der
Vivekananda-Schule, die Presse und andere Persönlichkeiten der Stadt aus Kultur und Politik, im
Deutschen Röntgen-Museum anwesend, um die Idee zu diesem Stipendium zu würdigen.
Der würdige Rahmen dazu war das Museum selbst und die Röntgen-Festwoche. In der Fest-Woche
wird seit 1951 einem namhaften Wissenschaftler, weltweit, der sich um die Verbreitung der Röntgen
zu verdankenden Entdeckung in Wissenschaft und Praxis verdient gemacht hat, die in Fachkreisen
hoch angesehene Röntgenplakette, durch den Oberbürgermeister verliehen.
Im Museumsempfangsraum wird die Vivekananda-Schule bis Ende Juni 2003 auf drei großen Tafeln
mit Bildern und Texten den Gästen und Besuchern des Museums vorgestellt. So kann sich der
Betrachter vorstellen, wo der erste Schüler oder die erste Schülerin dieses Stipendium zum ersten Mal
in diesem Sommer 2003 empfangen wird.
Wir sind sehr erfreut darüber und dankbar, dass der Direktor des Museums, Herr Ulrich Hennig, der
sich Indien sehr verbunden fühlt, das erste Stipendium übernehmen wird. Für das zweite Stipendium


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hat sich schon der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen-Röntgen-
Museums in Remscheid-Lennep e.V., Herr Professor Dr.rer.nat.Dr.h.c.Christian Streffer, gerne
vormerken lassen.
Denn Herr Professor Streffer bereist die großen Städte Indiens fast jährlich auf Einladung aus
Fachkreisen zu wissenschaftlichen Vorträgen.
Das Stipendium ist für unsere Stadt Remscheid, das Deutsche Röntgen-Museum und unsere
Deutsch-Indischen Gesellschaft Remscheid nicht nur ein ehrenvolles Dokument, sondern auch ein
Zeichen nachträglicher Ehrung für den Menschen Wilhelm-Conrad-Röntgen, der sich sozial im
Umgang mit seinen Studenten gezeigt hat und dort, wo ein Student in einkommensschwachen
Verhältnissen lebte und er dessen Studium gefährdet sah, er diesem jungen Menschen half.
Am 06. Mai 2003, erfuhr das Stipendium zum ersten Mal seine Wertschätzung durch die lobenswerten
Worte des Herrn Oberbürgermeisters Fred Schulz und Direktor des Deutschen Röntgen-Museums,
aber durch die Anwesenheit des Konsuls der Republik Indiens Mister P.S. Ramarathnam, der zu
diesem Anlass extra aus Frankfurt zu uns gekommen war, wurde seine Bedeutung als Beitrag zur
Völkerverständigung zwischen Indien und Deutschland, zwischen Dehra Dun und Remscheid,
zusätzlich geehrt.
Inzwischen haben sich aus dieser begonnenen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Röntgen-Museum
schon weitere Perspektiven entwickelt, die in der Zukunft zum Wohle beider Seiten auch realisiert
werden.
Der Direktor des Museums, Herr Hennig, denkt darüber nach, wie und was er z.B. zum Ausbau der
Labore an der Vivekananda-Schule mit wissenschaftlichen Geräten und Bereitstellung von
Lehrmaterial für den Physikunterricht, beitragen kann. Er freut sich ebenso darüber, dass er über
diesen Weg jungen StudentenInnen und Lehrern in Indien Wilhelm Conrad Röntgen, den Entdecker
der “ X-Rays” und ihre Bedeutung für die ganze Welt, näher bringen kann.




Indisches Forum der Mahatma-Gandhi-Oberschule
Am 14.03.2003 gründeten fünf Schüler und eine Lehrerin der Mahatma-Gandhi-Oberschule das
Indische Forum.

Ziele:
Dem Gedanken der Toleranz und Gewaltlosigkeit mit Hilfe geeigneter Aktionen und Projekte
Ausdruck zu verleihen, den Schülern das Wirken und Lebenswerk Gandhis sowie die indische Kultur
näher zu bringen. Auch der Schüleraustausch mit Chaibasa und Delhi soll kontinuierlich fortgesetzt
werden. So ist für Oktober eine neue Fahrt vorgesehen. Dabei soll nicht nur ein einfacher Austausch
stattfinden . Ziel ist diesmal, eine Partnerschaft zwischen der Springdale School Delhi und der
Lutheran
Highschool Chaibasa anzuregen um damit ein Partnerschafts-Dreieck zu schaffen.
Diese trilaterale Partnerschaft soll nicht nur in Deutschland und besonders an der Mahatma-Gandhi-
Schule die Schüler für die Probleme in den ärmeren Regionen Indiens sensibilisieren, sondern vor
allem die Inder selbst dazu veranlassen sich mit ihrem eigenen Land auseinander zu setzen
.Gleichzeitig sollen die Schüler der Springdale-Schule dazu angeregt werden, auch einmal die Kultur
der immer noch diskriminierten ethnischen Minderheit der Adivasi für sich zu entdecken.
Geplant sind außerdem einige entwicklungspolitische Projekte in Chaibasa, die von Schülern der
Mahatma-Gandhi-Oberschule durchgeführt werden. Z.B. wäre es erstrebenswert für das bereits
eingerichtete Computerkabinett eine kontinuierliche Stromversorgung per Solartechnik zu schaffen.
Für diese Pläne sind finanzielle Mittel nötig, die den vorhandenen Rahmen der Schule und des Forums
bei weitem übersteigen. Die Schüler hoffen auf Hilfe von außen.
Das Forum ist Mitglied der Berliner Gesellschaft. Spenden könnten von uns (mit
Spendenbescheinigung) an das Forum weitergeleitet werden.
Kontakt:


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ZG Berlin
Frau Regina Kuckertz
Tel/Fax: 030 - 7116959
Regina.Kuckertz@snafu.de




Vaanavil e.V. – Schulbildung für die Kinder in Anaiyeri/Südindien

Ziele
Bildung ist ein wichtiges und dringendes Bedürfnisse der Menschen in Indien. Erziehung kann den
Heranwachsenden ein Bewusstsein für ihre Situation vermitteln und sie aus dem Teufelskreis der
Armut, des Kastensystems und der Unterdrückung herausführen. Deshalb haben wir uns zum Ziel
gesetzt, die Renovierung und den Ausbau der Schule in Anaiyeri –einem Dorf in Südindien –
finanziell zu unterstützen.
Entstehung des Vereins
Wir sind eine Gruppe von zehn Studenten, die im September 1999 an einem Workcamp in Südindien
teilgenommen hat. Ziel eines Workcamps ist es, dass junge Erwachsene aus verschiedenen
Kulturkreisen eine Zeit lang zusammen leben, arbeiten und die gegenseitige Kultur kennen lernen. In
den vier Wochen, die wir in dem Dorf Anaiyeri verbrachten, haben wir nicht nur einen Einblick in das
dörfliche Alltagsleben bekommen, sondern es haben sich auch persönliche Freundschaften entwickelt.
Besonders viel Kontakt hatten wir zu den Kindern im Dorf. Dabei ist uns der erschreckende Zustand
des Schulgebäudes ins Auge gefallen. Da die Schule von der Schließung bedroht war, haben wir in
Deutschland den Verein Vaanavil e.V. gegründet, um den Verbleib der Schule zu sichern und einen
Ausbau zu realisieren. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich, so dass sämtliche
gesammelten Gelder den Kindern in Anaiyeri zu Gute kommen und keine Verwaltungskosten
anfallen.
Das Dorf Anaiyeri
70 km westlich von Pondicherry und 200 km südlich von Madras, der Hauptstadt Tamil Nadus, liegt
die Gemeinde Anaiyeri. Das Dorf selbst hat 1200 Einwohner, von denen 700 Christen, 485 Hindus
und 15 Moslems sind.
Während alle Christen des Dorfes zu der Kaste der Unberührbaren gehören, sind unter den Moslems
und Teilen der Hindus auch Angehörige höherer Kasten zu finden.
Die meisten Familien in Anaiyeri sind landlose Bauern, die ihren Lebensunterhalt durch Feldarbeit
verdienen. Einige wenige besitzen kleine Felder. Da die Landwirtschaft jedoch sehr stark vom
Monsun abhängig ist, kam es bereits des Öfteren zu Dürreperioden, denen viele Familien hilflos
ausgeliefert waren. Um dem Hunger zu entfliehen, wanderten immer wieder Bewohner in Richtung
der hoffnungslos überfüllten Städte ab, wo sie mangels Ausbildung oftmals in Slums enden.
Die Schule
Die Schule in Anaiyeri wurde 1929 als Grundschule gegründet und. 1996 zu einer „High School“
erweitert. Durch diese Erweiterung können Schüler aus Anaiyeri und den neun umliegenden Dörfern
nach Beendigung der acht Pflichtschuljahre noch weitere zwei Jahre die Schule besuchen. Der
Abschluss bietet Zugang zum Abitur und zu besser bezahlten Berufen in der Stadt, so dass die Schüler
aus der Abhängigkeit von der unbeständigen Landwirtschaft befreit werden.
Derzeit besuchen ca. 500 Schüler die „St. Antony`s High School“ in Anaiyeri. Ein besonderes
Problem stellt jedoch die räumliche Situation dar. Oft müssen aufgrund von Platzmangel Schüler
abgewiesen werden. Weiterhin stehen zum Unterricht lediglich zwei Klassenräume und zwei große
Hallen zur Verfügung, die mit Stellwänden aus Holz abgeteilt werden. Es ist auf Dauer unzumutbar,
zehn Klassen unter diesen Umständen zu unterrichten. Hinzu kommt, dass die Dächer der Schule in
besorgniserregend marodem Zustand sind und dem Monsunregen nicht Stand halten, so dass der
Unterricht in dieser Zeit ausfallen muss.




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Um die Schule vor der Schließung zu retten, muss das Dach des einen Gebäudes erneuert werden. Die
anderen beiden Hallen sollen abgerissen und durch ein neues Gebäude mit einzelnen Zimmern ersetzt
werden.
Bisherige Fortschritte
Durch Spendengelder ist es gelungen, eine Halle abzureißen und ein neues Gebäude mit mehreren
Klassenräumen zu errichten. Es wurde im August 2002 bezogen, so dass nun die jüngeren Schüler
wieder ein Dach über dem Kopf haben. Ein Teil der Kosten wurde durch einen zinslosen Kredit
gedeckt, der jetzt zurückgezahlt werden muss.
Bei einem Besuch des indischen Projektpartners in Deutschland im Februar 2002 versuchten wir
größere Organisationen zur Unterstützung zu werben. Alle Versuche dieser Art blieben jedoch leider
erfolglos. Daher sind wir weiterhin auf Einzelspender angewiesen.

Kontakt und weitere Information
www.vaanavil.de
Sabine Schübert                              Claudia Wehr
Am Schwarzenberg 29                          Albstrasse 59c
97078 Würzburg                               70597 Stuttgart
Tel.: 0931/4044667                           Tel: 0162-6178239
e-mail: bineli@gmx.de                        e-mail: claudia.wehr@web.de




"EU-India Economic Cross Cultural Programme"
Artemis-Institut für Hörkunst in Chemnitz befindet sich derzeit in den Vorbereitungen zu einer völlig
neuartigen, künstlerischen Umsetzung des indischen Epos "Ramayana" in Koproduktion mit den
Theatern Chemnitz und dem Daetz-Centrum Internationale Skulpturen Lichtenstein (Sachsen) sowie
in enger Zusammenarbeit mit asiatischen Künstlern. Derzeit suchen wir noch nach Institutionen, die
im Rahmen des von der EU ausgeschriebenen "EU-India Economic Cross Cultural Programme"
Projekte geplant haben und an Partnerschaften bzw. Kooperationen (in unserem Fall vornehmlich im
künstlerischen Bereich) interessiert sind, um vorhandene Ressourcen zu bündeln und gemeinsame
Kräfte zu potenzieren.

Wir bitten um Kontaktaufnahme:

Artemis-Institut für Hörkunst
Zeißstr. 20,
09131 Chemnitz

Tel.: 0371/425530
Fax: 0371/425521
post@ifh-online.de




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Eingegangene Vortrags- und Künstlerangebote
(Für weitere Informationen können Sie sich gerne an die Bundesgeschäftsstelle wenden. Wir senden
Ihnen vorhandenes Material in Kopie zu)

Der Direktor des ICCR-Berlin bittet darum zur Kenntnis zu nehmen, dass sich im Rahmen der
Asien-Pazifik Wochen folgende herausragenden Künstler in Deutschland aufhalten. Die
Gruppen können – insofern es deren Terminplan zulässt kurzfristig für Veranstaltungen
gebucht werden!



Sudhanshu Pandey
Counsellor Cultural Affairs



No.BERL/APW/2003                                                                 July 10,2003



Dear Sir/Madam,


        In connection with the forthcoming Asia-Pacific Weeks in which, as you are aware, India has
been identified as the focus country , we are likely to receive a number of cultural troupes from India.
The current list of such troupes is as follows:

        1. Ms. Joya Biswas (Sitar)                                       3 members
        2. Mr. Kumaresh (Violin)                                         5 members
        3. Mr. T.A.R. Nadi Rao (Dummy Horse)                             10 members
        4. Mr .Brahm Dutta Sharma
           Lok Nartak Dal Kokog (Himachal Pradesh)                       12 members
        5. Mr. T.R. Dandapani (Drums of Heaven)                          12 members
        6. Manginar Folk Music Group                                     5 members
        7. Vedic Chanting Group                                          5 members
        8. Fusion Music (Medieval Pandits or Euphoria)
        9. Mr. K.J. Yesudas (Carnatic Vocal)                             4 members

        You may like to let me know at your earliest convenience whether you would be interested in
organizing a performance of these troupes.




                                                                                           Yours truly,

                                                                                   (Sudhanshu Pandey)



To all branches of Deutsch-Indische Gesellschaft and to registered Indian Associations in Germany.




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Name/Organisation                    Beschreibung/Material                         Zeitraum


Kalasri                              Tanz
                                                                                   Nach Absprache
Schule für Indischen Tanz und Yoga
Freiestr. 3                          “Bhava – Raga – Tabla”
4001 Basel                           Eine indische Tanzproduktion der Gruppe
Tel./Fax: 061-3010231                Kalasri,    Choreographie:   Vidwan     D.
keshava@kalasri.com                  Keshava. Weitere Informationen erhalten
                                     Sie über die Bundesgeschäftsstelle der DIG
                                     oder     direkt   über     Kalasri    unter
                                     nebenstehender Adresse oder über die
                                     Webside der Gruppe:
                                     www.kalasri.de


Kavitha Kannan                       Tanz

Lange Strasse 143                    Bharatanatyam                                 Nach Absprache
76199 Karlsruhe Rupur
Germany                              Weitere Informationen über die Künstlerin
+49 0721 989-2210                    erhalten Sie über die Bundesgeschäftsstelle
email: kavithaskannan@hotmail.com    der DIG oder direkt über die Künstlerin


Prof. Dr. Peter Thiele               Vorträge

Kontakt:                             Herr Prof. Peter Thiele war                   Nach Absprache
Tel.: 0711-2576878                   Kuratoriumsmitglied der DIG, bereiste
                                     Indien sehr häufig und beschäftigt sich
                                     intensiv mit der indischen Kultur.
                                     Folgende Dia-Vorträge (6x6 Bildmaterial)
                                     werden angeboten:
                                          Kaschmir-Juwel und Zankapfel im
                                          westlichen Himalaya
                                          Rajasthan – das Land der Könige
                                     Aber auch über Länder mit indischem
                                     Kultureinfluss wie Nepal, Bhutan, Sri Lanka
                                     uns Myanmar stehen Dia-Vorträge zur
                                     Verfügung

                                     Terminabsprachen unter:
                                     0711-256878


Anant Kumar                          Lesungen

Kontakt:                             Anant Kumar, ind. Schriftsteller aus Kassel   Nach
Tel.: 0561-573389                    (Mitglied des Verbandes deutscher             Absprache
E-Mail: anant_kumar@gmx.de           Schriftsteller VS und der Literatur
                                     Gesellschaft Hessen)
                                     Aktuelles Werk: „Die Inderin – Prosa“
                                     Weitere Informationen über den Autor
                                     finden Sie unter:
                                     www.anant-kumar.de.vu




Mitteilungsblatt der DIG                    25
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AHIMSA                                       Musik

Kontakt:                                     Ahimsha – klassische südindische Musik           Nach Absprache
Kultur-Kontakt – Kulturen der Welt           trifft auf westliche Klassik und furiosen Jazz
Fröbelstr. 3 –D-97074 Würzburg               Nayveli S. Raddhakrishna Geige) präsentiert
Tel./Fax.: 0931-284317                       sich mit seiner neuen Worldmusik-Fusion
E-Mail: musik@kultur-k.de/info@kultur-k.de   bestehend aus 2 deutschen Musikern (akk.
www.kultur-k.de                              Gitarre, Bass) und 2 indischen
                                             Perkussionisten (Tabla, Mrudangam,
                                             Ghatam etc.)
                                             Die Musikalische Begegnung ist gezeichnet
                                             durch Kreativität, Spontaneität und
                                             Innovation. Komplexe Rhythmus Strukturen
                                             und Raga-Improvisationen der südindischen
                                             karnatischen Musik begegnen Klängen, die
                                             in westlicher Klassik und furiosen
                                             Flamenco-Jazz-Kompositionen ihre Wurzeln
                                             haben.

                                             Hörproben und weitere Informationen unter:
                                             www.kultur-k.de

                                                                                              Keine Angabe
Christian Poske – Sitar                      Musik

Kontakt:                                     Informationen (Demoband) können bei der
Christian Poske                              Bundesgeschäftsstelle oder direkt beim
Friedelstr. 28                               Künstler angefragt werden
12047 Berlin
Tel: 030-627337990


Gabriele Aigner                              Film

Bruchstraße 7a                               Odissi - Tanz für die Götter                     Nach Absprache
60594 Frankfurt                              Kurzfilm, Dauer 15 Minuten
Tel: 0179-2943646
Fax: 069-61991367
E-mail: Info@orientaldance-online.de


Piano Sagen–Raga Piano & Indische Märchen    Musik

Kontakt:                                     Klaviermusik inspiriert von indischen            nach Absprache
Roland Darquoy                               Ragas, Kompositionen von Yann Jaffrennou
Am Bannweg 9                                 – eine Symbiose zwischen Orient und
77815 Bühl                                   Okzident.
Tel./Fax:0722 -3857/07223-8574               Die musikalischen Darbietungen werden
                                             durch indische Märchen , Sagen und
                                             Legenden ergänzt


Ruth Liebich                                 Literatur
                                                                                              keine Angabe
Holtstr. 61                                  Kurzgeschichten: Erlebnisse und
49074 Osnabrück                              Begebenheiten aus Indien - von der Autorin
Tel.: 0541/25324                             des im Universitätsverlag Rasch
                                             erschienenen Buches "Indische Miniaturen"




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The Musik of India                               Musik

Kontakt:                                         Bernd Pichelbauer, Sitar und Kailash          Keine Angabe
Karin Augustin                                   Nishad, Tabla
Bosenheimerstr. 2–4
55543 Bad Kreuznach                              ein Kurzportrait der Künstler kann bei der
Tel.: 0671-8962276/0171-6939676                  Bundesgeschäftsstelle angefragt werden
Fax: 0671 - 94723




Veranstaltungen der Zweiggesellschaften
 (Stand der Meldungen an die Bundesgeschäftsstelle bis 13.03.2003)

Aachen
13.07.03        10.00 Uhr        Kunstexkursion unter der Leitung von Iva Haenly-Dassen nach Düsseldorf
                                 (weitere Informationen über die DIG-Aachen, Tel. 0241-607271)
20.08.2003      10.00 Uhr        Kunstexkursion nach Düsseldorf unter der Leitung von Iva Haendly-Dassen
                                 (Infos unter: 0241-60 72 71)
03.08.03        Ab 11.30 Uhr     Grillfest im Aachener Wald
                                 (weitere Informationen über die DIG-Aachen, Tel. 0241-607271)
monatliches     jew. zw. 19.30   Philosophischer Gesprächskreis
Treffen         und 22.00 Uhr    Unter der Leitung von Dr. A. Ronald Sequeira. Interessenten sind eingeladen
                                 zu den monatlichen Treffen in Aachen, Roonstr. 12
                                 Termine: 08.01.03 / 12.02.02 / 12.03.03 / 9.04.03 / 14.05.03 / 11.06.03 /
                                 09.07.03 / 10.09.03 / 08.10.03
                                 Ab Februar wird ein Grundwerk der indischen Philosophie besprochen: die
                                 Chandogya-Upanischad . Neueinsteiger sind jederzeit willkommen, die
                                 Themenauswahl wird idR. Von den Mitgliedern des Gesprächskreises
                                 bestimmt.
                                 Weitere Informationen unter Tel/Fax: 0241-607271


Berlin
06.08.2003      19.00 Uhr        Klubabend im Restaurant Maharani, Fuggerstr. 28. Leiter des Abends: Herr
                                 S.K. Sarup
29.08.2003      18.00 Uhr        Vorstellung des Indien-Forums der Mahatma Gandhi-Oberschule. Film über
                                 die Partnerschule in Indien, Umrahmung mit live Musik anschließend indische
                                 Snacks
                                 Berlin-Dahlem, Takustr. 40
03.09.2003      19.00 Uhr        Klubabend im Restaurant Maharani, Fuggerstr. 28
26.09.2003      18.30 Uhr        Zoo Berlin (Budapesterstraße/Elefantentor) – Führung: „Tiere aus Indien im
                                 Berliner Zoo“




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17. bis         Sonderprogram „Literaturen des Indischen Subkontinents – eine Herausforderung?“
28.09.2003      m
                              Mittwoch, 17.09.2003, 20.00 Uhr, Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße: 'Ist
                              Indiens Literaturlandschaft mit ihren vielen Sprachen für uns immer
                              noch ein unbestelltes Feld?' (Colloquium),
                                Donnerstag, 18.09.2003 19.00 Uhr, Berliner Rathaus, Raum 219: 'Leben auf
                                der Brücke', Reflexionen indischer Autoren über die Wechselwirkung
                                zwischen indischer und europäischer Kultur, Freitag, 19.09.203 20.00 Uhr,
                                Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße
                                Uday Prakash: 'Der Gürtel aus Goldmünzen' ,Ausgewählte Erzählungen.
                                Erstmals aus dem Hindi übersetzt, Lesung und Gespräch in Anwesenheit der
                                beiden Übersetzer,
                                 Sonnabend, 20.09.2003 - 20.oo Uhr, Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße:
                                'Goethe und Tagore'(Alokeranjan Dasgupta),Eine vergleichende Studie des
                                bengalischen Dichters und Literaturwissenschaftlers Alokeranjan Dasgupta.
                                Lesung ausgewählter Textpassagen in engl. und deutscher Sprache;
                                 Dienstag, 23.09.2003 - 20.00 Uhr - BKA Zelt LUFTSCHLOSS/Großer
                                Kuppelsaal: 'Im Funkeln des Wortes leuchtet lebendiges Leben', Indische
                                Gegenwartserzählungen aus 6 Ländern der indischen Union -Lesung mit
                                indischer Instrumentalbegleitung;
                                Donnerstag, 25.09.2003 - 20 Uhr, Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße:
                                BUCHPREMIERE: Nirmal Verma 'Bedrohliche Meldungen. Vom
                                Ausnahmezustand in uns selbst', Roman, aus dem Hindi übersetzt von
                                H.Fischer-Tiné und H. Bauhaus-Lötzke, verlegt bei LOTO BERLIN 2003;
                                Lesung und Gespräch, in Anwesenheit des Autors Nirmal Verma,
                                Freitag, 26.09.2003 - 20.00 Uhr Literaturhaus Berlin, Fasanenstr.:
                                'Zeitgenössische indische Poesie', "Das Schweigen des Dichters ist immer so
                                falsch wie die Nacktheit einer Hure", Lesung mit indischer Instrumentalmusik,
                                Sonnabend, 27.09.2003 - 15.00 Uhr - Museum für Indische Kunst (Dahlem)
                                Medienraum: 'Weltliteratur aus Indien' Die indische und europäische
                                Rezeption des literarischen Werks von Nirmal Verma, Video-
                                Dokumentation und Kurzfilm über Leben und Schaffen des weltweit
                                anerkannten Hindi-Autors;
                                Sonntag, 28.09.2003 - 17.00 Uhr BKA Zelt LUFTSCHLOSS (Foyer): Der
                                preußische Inder, Poetische Erfahrungen eines Inders in Rheinsberg
                                Rajvinder Singh liest aus seinem während seiner Zeit als "Stadtschreiber von
                                Rheinsberg" entstandenem Gedichtbuch
                              Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe erhalten Sie über Herrn Roland
                              Beer Tel: 030-4764129
17. bis         Sonderprogram „Ausstrahlung und Faszination“ – Der Regisseur Satyait bei der Arbeit, ein
28.09.2003      m, täglich 10 Portrait in Fotographien von Nermai Gosh (digitale Installation)
                bis 18.00 Uhr Museum für Indische Kunst




Mitteilungsblatt der DIG                                28
Ausgabe Nr. 2/2003                                                              III. Berichte und Programme


Im Rahmen der    Sonderprogram Veranstaltungen der Deutsch-Indischen Tanzschule "Nataraj" e.V. im
Asien-Pazifik-   m             Ethnologischen Museum Dahlem, Vortragssaal Lansstr. 8
Wochen
                                 Sonntag, 14. September 2003, 19.00 Uhr: Staatliches Tanzensemble von Sri
                                 Lanka, 6-8 Tänzer und Live-Musik
                                 Montag, 15. September 2003, 19.00 Uhr: Film aus Sri Lanka,
                                 Dienstag, 16. September 2003, 19.00 Uhr: IMAGE OF FEMININITY:
                                 Deutsch-indisches Theaterprojekt
                                 Mittwoch, 17. September 2003 19.00 Uhr: Pilgerreise zum Berg Kailash in
                                 Tibet, Film von Vladimir Haensel - 60 Minuten, Der Filmemacher ist
                                 anwesend. Ehrengast: Ihre königliche Hoheit Prinzessin Jyoti Shah Singh von
                                 Nepal
                                 Donnerstag, 18. September 2003, 19.00 Uhr: RABINDRA NATH TAGORE:
                                 Tanz, Musik, Drama, Vortrag in englischer Sprache von Prof. Sudhendru
                                 Mandal, Visva Bharati, Shantiniketan; Ehrengast: Prof. Sujit Kumar Basu,
                                 Vice-chancellor, Visva Bharati, Shantiniketan
                                 Freitag 19. September 2003, 19.00 Uhr: TAGORE-LIEDER und ODISSI
                                 (indischer Tanz), Tagore-Song Group, Japan: Midori Ohiyama, Hirono Kato,
                                 Sayo Tsutsui, Hiroko Yamano, Kimiko Yanagida (Odissi), Prof. S.K. Tagore,
                                 in Zusammeenartbeit mit Asia 21 und Tagore-Einstein Council, Osaka
                                 Samstag, 20. September: Kuchipudi und Bharat Natyam (indischer Tanz),
                                 Bettina Breese und Gruppe Achtung!!! Veränderte Adresse!!!: Ethnologisches
                                 Museum Dahlem, Arnimallee 25, 14195 Berlin, U-Bahnhof Dahlerm Dorf
                                 Freitag, 26. September 2003, 19.00 Uhr: INDISCHES FLÖTENDUETT UND
                                 GESANG, Flöte: Robi Ray und Sipak Sharma, Gesang: Sudokshina Manna,
                                 Tabla: Subrata Manna, Tanpura und Surmandal: Indira Ray
                                 Samstag, 27. September 2003, 19.00 Uhr: KATHAK (indischer Tanz), Gitta,
                                 Durga und Gruppe der Deutsch-Indischen Tanzschule "Nataraj" e.V.
                                 Sonntag, 28. September 2003, 19.00 Uhr: BHARAT NATYAM


Bochum
26.07.2003       19.00 Uhr       Festveranstaltung 25 Jahre DIG-Bochum
                                 Zu Gast ist die Gruppe „AHIMSA“
                                 Ajoy K. Gosh präsentiert Lathi, (alte Hindu-Verteidigungskunst)
                                 indische Snacks
                                 Bahnhof Langendreer – Kulturinitiative, Wallbaumweg 108, Bochum
                                 Eintritt: 10.- Eur/erm. 8.- Eur




Bodensee
14.10.03         20.00 Uhr       Kinderkulturkaravane – nepalesische Tänze Maiti; indisches Buffet
                                 Singen, Kulturzentrum GEMS
20.11.2003 od. 20.00 Uhr         Nordindische Musik mit Shavid Parvez (Sitar) und Partha Mukherjee (Tabla)
27.11.2003                       Ort der Veranstaltung wird noch bekannt gegeben
30.11.03         20.00 Uhr       Dhrupad Konzert – Ashish Sakritayan; indisches Buffet
                                 Singen Kulturzentrum GEMS
Jeden letzten Mittwoch des Monats findet in Konstanz im indischen Restaurant Rambagh Palace, Brückengasse 1
ein "Jour Fix" statt. Das nächste Treffen ist am 27.03. um 19.30 Uhr




Mitteilungsblatt der DIG                                 29
Ausgabe Nr. 2/2003                                                                III. Berichte und Programme


Darmstadt-
Frankfurt
Mittwochstreff   19.00 Uhr      Der jeden Interessierten offen stehende Mittwochstreff wird jeweils durch eine
                                Einführung in die angegebene Thematik eröffnet. Es schließt sich eine
                                Diskussion an, während der nach Wunsch zu Abend gegessen werden kann.
                                Mitglieder, Interessierte, Freunde sind herzlich zu diesem jeweils um 19.00 Uhr
                                beginnenden Gesprächen eingeladen. Infos unter: 06103-79627 und 069-656903.
                                Ort: Restaurant Gandhi, Pützerstr. 25, Darmstadt
Arbeitskreis     Nach Anfrage Der Arbeitskreis Philosophie und Literatur bietet interessierten Mitgliedern der
Philosophie                   DIG die Möglichkeit, moderne und klassische Literatur Indiens kennen zu lernen
und Literatur                 und zu diskutieren, ebenso wie Lebenskonzepte und Philosophien. Nach
                              einführenden Kurzvorträgen sind Gesprächsabende vorgesehen, in denen
                              alltagsbezogen weltanschauliche und ethische Sichtweisen tolerant erörtert
                              werden.
                              Weitere Informationen erhalten Sie unter: 06103-79627


Freiburg
23.07.2003       19.30 Uhr      Prof. Dr. Klaus Mylius trägt vor zum Thema: „Wie man in alten Indien geliebt
                                hat – Was lehrt uns das Kamasutra“
                                VHS-Zentrum, Rotteckring 12, Vortragsraum,
                                Eintritt: 5.-€/erm 4.-€
„Jour fixe“ der 20.00 Uhr       Jeweils am ersten Donnerstag im Quartal, d.h. nächster Treff Donnerstag, 3.
DIG Freiburg                    April.
                                Fester Termin, an dem sich Vorstand, Mitglieder und alle Indien-Interessierten
                                treffen und austauschen.
                                Kaffee im Kommunalen Kino, Urachstr. 40, Freiburg
Projekt          Ein bis zwei mal monatlich treffen sich interessierte zum gemeinschaftlichen Singen indischer
„indische        Lieder. Hauptsächlich werden „Bhajans“ gesungen, religiöse Lieder, die meditativ oder auch
Lieder“          sehr rhythmisch gesungen werden. Die Bhajans stammen aus dem hinduistischen Kontext.
                 Gesungen werden aber auch buddhistische Lieder.
                 Beim singen der Lieder steht der musikalische Aspekt im Vordergrund, die entspannende und
                 gleichzeitig kraftvolle Energie der Lieder. Begleitet wird der Gesang von Harmonium, Sarod,
                 Tabla und Pkhavaj.
                 Bei Interesse erhalten Sie weitere Informationen unter: Tel: 34155, E-Mail:
                 petervonessen@web.de


Giessen
07.10.2003                      Bharat Natyam Tanz
                                Ort: JUKS, Schiffenbergerweg

29.10.2003                      Vokal-Konzert
                                Ort Sandipan Samajpati, Uni-Auls der LJU. Ludwigstr. 23
01.11.2003                      Divalifest
03.11.2003                      Indisch Kochen (VHS)
                                Leitung: Cornelia Kanse (% Abende)
21.11.2003                      Tibetvortrag von U+U Roesler




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Ausgabe Nr. 2/2003                                                                 III. Berichte und Programme




Hagen
Jeder        erste Ab 19.00 Uhr Stammtisch im Restaurant Maharaja, Eppenhauserstr. 99, 58095 Hagen
Freitag        im
Monat


Hannover
29.08.2003        19.00 Uhr      Sommer-Treffen der Mitglieder
                                 „Meyers Hof“ am Zoo, Adenauerallee 3
04.10.2003                       Tanzveranstaltung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Deutsch-Indischen
                                 Gesellschaft e.V.
22.11.2003                       Diwali
                                 Haus der Juge4nd



Kassel
13.09.2003                       Indisches Festmahl
25.10.2003                       Diwalifest
02.11.2003                       Dhrupad – Gesang mit Santoor Sandipan Samajpati
07.12.2003                       Adventfeier



Lübeck
02.08. bis        s. Programm    Fahrt zur IGA nach Rostock, weitere Informationen unter: 0451-8997628
03.08.2003
16.08.03          Ab 14.00 Uhr 50   Jahre   DIG      –   Sommerfest   im     Freizeitpark Trappenkamp,
                               Gemeinschaftsveranstaltung der Zweiggesellschaften Hamburg, Kiel Winsen
                               und Rostock
30.08.03          19.30 Uhr      Erster Klubabend nach den Sommerferien
                                 Marienwerkhaus, Schüsselbuden 13
20.09.2003        19.30 Uhr      Klubabend
                                 Marienwerkhaus, Schüsselbuden 13
31.10.2003        19.30 Uhr      Sitarkonzert von Dr. Angara V. Raja mit Shawpan Bhattacharja an Tabla
                                 Kulturforum Burgkloster, Hinter der Burg 2-4
01.11..2003       19.30 Uhr      Diwalifest mit Musik
                                 Marienwerkhaus, Schüsselbuden 13
14.11.2003        19.30 Uhr      Vortrag von Dr. J. Oesterheld – „500 Jahre Deutsch-Indische-Beziehungen“
                                 VHS-Lübeck, Hüxstr. 116-120
29.11.2003        19.00 Uhr      Jahresmitgliederversammlung mit Festessen
                                 Restaurant Dany`s Tandoory
02.12.2003        19.30 Uhr      Vortrag von Rita Panesar „Mehr als Curry und Computer – neue Indienbilder für
                                 deutsche Schulen“
                                 In der Gemeinnützigen, Königstr. 5
13.12.2003        19.30 Uhr      Weihnachtsfeier im Kerzenlicht
                                 Marienwerkhaus, Schüsselbuden 13
27.01.2004        19.30 Uhr      Vortrag von Friedemann von Engel       - „Kaschmir und Ladakh: Indien und
                                 Pakistan – der hohe Norden
                                 In der Gemeinnützigen, Königstr. 5



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Ausgabe Nr. 2/2003                                                            III. Berichte und Programme


31.01.2004      19.30 Uhr   Klubabend und Neujahrsempfang des Vorstandes
                            Marienwerkhaus, Schüsselbuden 13



Mainz
08.10.2003      19.30 Uhr   Bildungs- und Erziehungsarbeit des Johannesbundes in Indien (Vortrag von
                            Oberstudiendirektor A.D. Alois Nilles
                            Rathaus Mainz, Haifa-Zimmer
                            Eintritt frei
19.10.2003      11.00 Uhr   Matinee
                            Frankfurterhof, Augustinerstr. 55, Mainz
01.11.2003      16.00 Uhr   Diwali – Lichterfest
                            Basar und indische Speisen und Getränke
                            Bildrollen-Ausstellung von Rüdiger Steiner (Wiesbaden)
                            Frankfurter Hof, Augustinerstr. 55, Mainz
11.11.2003      18.30 Uhr   Diavortrag – „Auf den Suren von Jacob Haafner“; Referent Dr. phil. Thomas
                            Kohl
                            Anschließend: Mitgliedervollversammlung
                            Rathaus Mainz, Haifa-Zimmer
28.11.2003      19.30 Uhr   Doku-Filmvorführung zum Tibetanischen Totenbuch – Manfred Seegers,
                            Hamburg
                            Veranst. In Kooperation mit dem Landesfilmdienst Rheinland Pfanz e.V.
                            Peterstr. 3, Mainz (Eingang im Hof der Peterkirche)
11.12.2003      19.30 Uhr   „Genius im Schatten der Genies“ zum 200. Todestag von J.G. Herder – Referent:
                            Prof. Dr. h.c. Günther Böhme, Univ. FFM



Nürnberg
09.10.2003      19.00 Uhr   Indien _ Das Land der Religionen (mit einigen Lichtbildern). Einführung in die
                            neun Weltreligionen, die heute in Indien „leben“.
                            Frau Aban Bana, Mumbai/Indien
                            Caritas-Prickheimerhaus, Königstr. 64, 90402 Nürnberg



Wuppertal
10.10.03        20.00 Uhr   Indische Vokalmusik mit Sandipan Samajpati (Gesang/Begleitinstrument) und
                            Ashoke Mukherjee (Tabla)
                            Färberei, Wuppertal Oberbarmen
08.11.03        19.30 Uhr   Diwali – indisches Lichterfest
                            Färberei Wuppertal Oberbarmen
09.12.03        19.30 Uhr   Vortrag – Prof. Dr. Friedrich Huber (Thema wird noch bekannt gegeben)
                            Zentralbibliothek Wuppertal Oberbarmen




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Ausgabe Nr. 2/2003                                                       III. Berichte und Programme


Sonstige Veranstaltungen


Museum für indische Kunst – Berlin
Juli

Samstag                    05.07.2003
15.30                      Frauen in der indischen Kunst
                           (Kati Weise)

Sonntag                    06.07.2003
12.00                      Göttinnen des Hinduismus
                           (Kati Weise)

Samstag                    12.07.2003
15.30                      Gott Vishnu und seine Inkarnationen
                           (Kati Weise)

Sonntag                    13.07.2003
12.00                      Legenden und Mythen im Hinduismus
                           (Kati Weise)

Samstag                    19.07.2003
15.30                      Textile Kostbarkeiten
                           (Doris Gröpper)

Sonntag                    20.07.2003
12.00                      Vom Wesen buddhistischer Kunst
                           (Doris Gröpper)

Samstag                    26.07.2003
15.30                      Krishna – Der göttliche Liebhaber
                           (Doris Gröpper)


Sonntag                    27.07.2003
12.00                      Schätze des Museums für Indische Kunst
                           (Doris Gröpper)



August
Samstag                    02.08.2003
15.30                      Shiva, perfekter Liebhaber und großer Asket
                           (Kati Weise)

Sonntag                    03.08.2003
12.00                      Der shivaitische Götterkreis
                           (Kati Weise)

Samstag                    09.08.2003
15.30                      Bodhisattvas als Erlösungshelfer
                           (Doris Gröpper)

Sonntag                    10.08.2003
12.00                      Multi-Kulti an der Seidenstraße
                           (Doris Gröpper)



Mitteilungsblatt der DIG                                      33
Ausgabe Nr. 2/2003                                                                  III. Berichte und Programme


Samstag                    16.08.2003
15.30                      Das Leben des Buddha in der Kunst von Gandhara
                           (Kati Weise)

Sonntag                    17.08.2003
12.00                      Buddhistische Kunst in Indien
                           (Kati Weise)

Samstag                    23.08.2003
15.30                      Die hinduistischen Götter
                           (Doris Gröpper)

Sonntag                    24.08.2003
12.00                      Das heilige Bildnis im Buddhismus
                           (Doris Gröpper)

Samstag                    30.08.2003
15.30                      Von der Industal-Zivilisation bis nach Mathura – Entstehung der indischen Kunst
                           (Kati Weise)


Sonntag                    31.08.2003
12.00                      Von Sanchi bis Nalanda – Buddhistische Kunst in Indien
                           (Kati Weise)


September
Samstag                    06.09.2003
15.30                      Pflanzensymbolik in der indischen Kunst
                           (Ines Konczak)

Samstag                    13.09.2003
15.30                      Bronzen und Thangkas aus dem Himalaya
                           (Doris Gröpper)

Sonntag                    14.09.2003
12.00                      Indien – Ursprungsland dreier Religionen
                           (Doris Gröpper)

15.30                      Ordnung und Chaos im Hinduismus – Gott Vishnu und der vishnuitische Götterkreis
                           (Anja Winter)
                           Führung für Sehgeschädigte; Anmeldung erforderlich unter 8301-361

Samstag                    20.09.2003
15.30                      Die Seidenstraße – Schmelztiegel der Kulturen
                           (Kati Weise)

Sonntag                    21.09.2003
12.00                      Höhlentempel und Malereien der Seidenstraße
                           (Kati Weise)

Samstag                    27.09.2003
15.30                      Wassersymbolik in der indischen Kunst
                           (Doris Gröpper)


Sonntag                    28.09.2003
12.00                      Hinduistische Göttinnen
                           (Doris Gröpper)




Mitteilungsblatt der DIG                                   34
Ausgabe Nr. 2/2003                                                           III. Berichte und Programme




Museum Villa Rot                                 23.03.2003 – 10. 08. 2003
Schlossweg 2
88483 Burgrieden-Rot                             Ausstellung:
www.villa-rot.de                                 Tibet – Kunst und Religion II
info@villa-rot.de                                Gemalte Visionen: Kultbilder des Buddhismus
Tel.: 07392-8335



Linden-Museum Stuttgart                          30. Juli bis 3. September
Hegelplatz 1                                     Dauerausstellung: Südasien
70174 Stuttgart
Tel: 0711-2022-3                                 Sonderprogramm: „Das Leben Feiern Schritt um
sekretariat@lindenmuseum.de                      Schritt“ (weitere Informationen zum Programm
www.lindenmuseum.de                              erhalten Sie direkt beim Museum)




Hindu-Nationalismus - Eine Gefahr für Indiens säkulare Demokratie?
Donnerstag, 25. September ab 15.00 Uhr
in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Hiroshimastr. 17

Indien ist seit seiner Unabhängigkeit eine stabile Demokratie, die auf säkularen Grundsätzen
aufgebaut ist. Im letzten Jahrzehnt kam es aber vermehrt zu Ausschreitungen gegen Muslime. Hindu-
nationalistische Parteien sind an den Wahlurnen erfolgreich.

Im Rahmen der Veranstaltung „Hindu-Nationalismus - Eine Gefahr für Indiens säkulare Demokratie?“
am Donnerstag, den 25. September 2003 ab 15.00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin werden
diese Entwicklungen, ihre Hintergründe und ihre möglichen Folgen dargestellt und diskutiert.
Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob die indische Demokratie diesen Herausforderungen
gewachsen ist.

Die Veranstaltung beginnt mit einer Talkrunde von Gästen aus Indien. Anschließend kann die
Fragestellung in mehreren Workshops weiter analysiert werden. Zum Abschluss wird Aparna Sens
neuer Film „Mr. & Mrs. Iyer“ gezeigt.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung gibt es auf www.fes.de/indien oder von Monika
Schneider, monika.schneider@fes.de




Mitteilungsblatt der DIG                           35
Ausgabe Nr. 2/2003                                                        III. Berichte und Programme


body.city – Neue Perspektiven aus Indien
Berlin – Haus der Kulturen der Welt
19. September – 16. November 2003


Mit Mumbai, Delhi, Bangalore und Kolkata liegen in Indien nicht nur einige der größten Megalopolen
der Welt, sondern auch kulturelle Zentren von zunehmender Bedeutung. Hier entwickelt sich ein neuer
Kosmos an Bildern, Klängen und Gesten, der auch außerhalb Indiens an Präsenz gewinnt. Bollywood,
Bhangra Beat und Asian Dub bestimmen immer stärker die globale Popkultur, daneben ist in den
letzten Jahrzehnten in den "Stadtkörpern" Indiens eine neue Generation von herausragenden Künstlern
und Intellektuellen herangewachsen. Sie formulieren in Antwort auf die immensen sozialen Umbrüche
neue Perspektiven und übersetzen die klassischen Körperkünste und visuelle Kultur in zeitgenössische
Ausdrucksformen. Aus der Sicht prominenter indischer Kuratoren stellt das Haus der Kulturen der
Welt vom 19. September bis 1. November 2003 mit seinem Programm body.city. Neue Perspektiven
aus Indien in Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerten, Konferenzen, Filmen, Lesungen und
Kinderveranstaltungen Facetten dieses zukunftsorientierten, ebenso populären wie intellektuellen
Indien vor.
body.city nimmt die urbanen Räume als Ausgangspunkte für die Beschäftigung mit dem
zeitgenössischen Indien, denn sie sind Reflektionsfläche der komplexen Beziehungen zwischen
Globalisierung, lokalen Traditionen und neu gestalteten Lebensräumen. Hier finden zeitgenössische
Kunstproduktion, spirituelle Körpertechniken, Volkskunst und Handwerk, Kino und Pop ihren
gemeinsamen Platz. In den Städten lässt sich in besonderer Weise beobachten, wie sich traditionelle
Ansätze in zeitgenössische Ausdrucksformen übersetzen, und wie sie in die künstlerische Praxis im
“Westen” eingehen und virulent werden.
Zwei große Ausstellungen im Haus der Kulturen der Welt stehen im Zentrum von body.city: Zum
einen – von der renommierten Kunstkritikerin Geeta Kapur kuratiert – subTerrain: Artworks in the
cityfold; eine Ausstellung zeitgenössischer indischer Kunst. Die eher kulturhistorisch ausgerichtete
Schau Mutating Identities: Indian Popular Culture and Representation, ist dagegen der Entwicklung
der Ikonografie der indischen Alltagskultur gewidmet. Im Musikprogramm Rasalîla – Neue indische
Kunstmusik fallen westliche und indische, traditionelle und gegenwärtige Klänge zusammen. Premiere
haben hier Kompositionen, die aus der Zusammenarbeit des Ensemble Modern mit herausragenden
indischen Musikern und Komponisten entstanden sind. Im Spannungsraum zwischen indischen
Mythen und Alltagsrealitäten zeigt das Theater- und Tanzprogramm in der Betreuung durch die Regis-
seurin Anuradha Kapur Künstler, die einerseits die zum Teil Jahrtausende alten Techniken
beherrschen, andererseits aber an aktuellen Themen arbeiten und neue Bühnenkonzepte erproben. Drei
interdisziplinäre Konferenzen werden body.city in das Zentrum des aktuellen wissenschaftlichen
Diskurses rücken. Das Literaturprogramm Voices of Resistance stellt Autoren vor, die sich allgemei-
nen Globalisierungsfragen ebenso stellen wie dem erstarkenden indischen Nationalismus. Abgerundet
wird die Veranstaltungsreihe mit einem außergewöhnlichen Filmprogramm, das sowohl Bollywood-
Produktionen als auch Dokumentar- und Art-House-Filme zeigt.
Das Projekt body.city – Neue Perspektiven aus Indien, in seiner interdisziplinären Anlage und durch
die enge Zusammenarbeit zwischen indischen und deutschen Kuratoren und Künstlern für
Deutschland einzigartig, ist eingebettet in die Asien-Pazifik-Wochen des Berliner Senats, die Indien
zum Schwerpunkt gewählt haben.



Ausstellungen
Mutating Identities. Popular Culture and Representation
20.9. – 16.11.2003

subTERRAIN – Artworks in the C ityfold
20.9. – 16.11.2003




Mitteilungsblatt der DIG                                  36
Ausgabe Nr. 2/2003                                                              III. Berichte und Programme




Theater/Performance
Daksha Sheth Dance Company: Sarpagati. The Way of the Serpent
20.9.2003 + 21.9.2003

Adishkati’s Ganapati
26.9.2003 + 27.9.2003

Abhilash Pillai: The Island of Blood
24.9.2003 + 25.9.2003

Maya Rao: A Deep Fried Jam
20.9.2003 + 21.9.2003

Gopal Venu: Sakuntala
26.9.2003 + 27.9.2003

Ein Lall / Anuradha Kapur:
The Antigone Project
24.9.2003 + 25.9.2003

Padmini Chettur: 3 Soli
25. – 28.9.2003
in der Schaubühne


Musik
Indian Ocean
20.9.2003

Rasalîla – Spiel der Gefühle
31.10. – 2.11.2003


Konferenz
Politics as the Site of the Modern: From the Fifteenth Century to the Present
17./18.10.2003

Migrating Images
7./8.11.2003

Passages: On the Global Construction of Locality
14./15.11.2003

Literatur
Voices of Resistance:
Real Lives, Imagined Lives
16.10.2003 + 19.10.2003

Film
Film in the Contemporary City
10.10. – 16.11.2003

Jugendprogramm
Open Source India
15.9. – 26.10.2003

Katalog zu body.city



Mitteilungsblatt der DIG                                    37
Ausgabe Nr. 2/2003                                                                III. Berichte und Programme


Die Themen des indischen Kulturprogramms im Haus der Kulturen der Welt werden in einer
umfangreichen Publikation zusammengefasst, die sowohl ein Katalogbuch für die Ausstellungen ist
als auch Reader zu den literarischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen, den Musik- und Tanz-
produktionen. Zugleich werden kulturtheoretische Texte darin veröffentlicht. Die Publikation wird
Mitte September 2003 in englischer Sprache im Tulika Verlag erscheinen und etwa 20 € kosten.

Gern präsentiert Merle Kröger ihren Krimi CUT! als LESUNG oder im Rahmen eines indischen
(FILM-)ABENDs.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen:
Haus der Kulturen der Welt, Pressebüro, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin
Christine Regus Fon ++49 30 397 87-153, Fax ++49 30 3948679, regus@hkw.de




West meets East – Asien zum Anfassen an der FH Kempten
vom 10.- 16.11. 2003
25 Jahre Lehrbetrieb an der Fachhochschule Kempten
Das ist ein Grund zu feiern.
Mit nunmehr neun Studiengängen, 2.500 Studierenden und einem attraktiven Campus der kurzen
Wege ist in Kempten eine moderne und praxisorientierte Fachhochschule entstanden. Die FH hat sich
ihren Platz im Herzen des Allgäus geschaffen und trägt so mit ihren Impulsen zur wirtschaftlichen
Entwicklung dieser Region bei.
Vergleicht man jedoch die Auslandsbeziehungen der FH Kempten mit denen anderer führender
Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland so wird klar, dass der Kultur- und
Wirtschaftsraum Ostasien und Indien völlig unterrepräsentiert ist.
Dadurch entstand unter den Studenten die Idee im Rahmen der Feierlichkeiten des 25-jährigen
Jubiläums eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe im Kontext von Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik zu den Wachstumsmärkten Indien, der Volksrepublik China, Japan und Korea zu
konzipieren.
Das Ergebnis trägt den verheißungsvollen Namen:

„West meets East - Asien zum Anfassen“
Der Entschluss mit einem fremden Land bzw. Kontinent Beziehungen einzugehen, sich an
akademischen Austauschprogrammen zu beteiligen, setzt die vorhergehende fundierte Information,
das Gespräch und den Erfahrungsaustausch voraus. Erst durch die Darstellung und Anerkennung der
Besonderheiten nationaler Kultur kann man einen tragfähigen Boden für eine übernationale
Vereinigung schaffen. Der Prozess der Globalisierung berührt nämlich alle Lebensbereiche des
Menschen einschließlich seines religiösen und geistigen Lebens.
Die gegenwärtige Asien-Konjunktur in Deutschland beschränkt sich weitgehend auf Exportförderung
oder Tourismus. Das Angebot an Informationen und Austauschmöglichkeiten ist äußerst gering und
trägt nur sehr begrenzt der politischen, sozialen und kulturellen Realität der Gesellschaften Asiens
Rechnung. Der interkulturelle Dialog steckt erst in den Anfängen.
   „Wenn das subjektive Zeitalter der Menschheit seine besten Früchte hervorbringen soll, ist es notwendig,
   dass die Nationen nicht nur ihrer eigenen Seele, sondern auch der Seele der anderen bewusst werden und
   lernen, einander zu respektieren und zu helfen und voneinander zu profitieren, nicht nur ökonomisch und
   intellektuell, sondern auch subjektiv und spirituell.“
   Sri Aurobindo: "Zyklus der menschlichen Entwicklung", Mirapuri Verlag, 1983




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Ausgabe Nr. 2/2003                                                         III. Berichte und Programme


Wer nach Asien will, kommt nach Kempten!
Die FH Kempten bringt Asien ins Allgäu und versteht sich somit als ein Zentrum lebendigen
Kulturaustausches.
Die Veranstaltungsreihe wird in Kooperation mit Unternehmen und Fachkräften aus Wirtschaft,
Kultur und Sozialem einen Einblick in die Kulturen, Riten und Gebräuche der Länder im Fernen Osten
schaffen. Sie stellt die Länder aus verschiedenen Blickrichtungen vor. Das Programm ist so vielfältig
wie die asiatische Kultur und präsentiert in Konzerten, Tänzen, Symposien, Vorträgen, Lesungen und
Filmvorführungen kulturelle Traditionen und zeitgenössische Entwicklungen der Wachstumsmärkte
Asiens.
Im Mittelpunkt steht der Dialog mit den für uns Deutsche exotischen Kulturen des fernen Ostens.

Folgende Veranstaltungen sind u.a. für Indien geplant:
    -  cineastische Bollywood Reise mit indischem Fingerfood und Tanzeinlagen
    -  Indian Dreams Studentenparty mit authentisch angehauchte Dekoration, international
       bekannten Discjockeys und exquisiten kulinarischen Genüssen
    -  Workshops für Jugendliche und Kids zu Indischer Musik und Tanz sowie zu Märchen und
       Mythen Indiens
    -  Indientag an der Fachhochschule Kempten, d.h. kulinarische Vorstellung Indiens während der
       Asiatischen Woche in der Mensa der Fachhochschule und im Anschluss daran das „Erleben
       Indiens“ im Rahmen eines Vortrages.
    -  Symposium „Asien im 21.Jahrhundert“
    -  Konzerte
    -  Lesungen uvm.

Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen, die "Hochschule des Allgäus" von einer
„asiatischen Seite“ kennen zu lernen.
Mehr Infos unter: 0174 / 88 20 668




Mitteilungsblatt der DIG                             39
Ausgabe Nr. 2/2003                                                       III. Berichte und Programme




"Globalista - worldmusic meets clubculture"
heißt die neue Veranstaltungsreihe, die die Sounds des Radioprogramms „Funkhaus Europa“ nun auch
in Bremen auf die Tanzfläche bringt.
In der Auftaktveranstaltung am 16. August 2003 wird auf 3 Floors und im Garten des Bürgerhauses
Weserterrassen die „Bollywood Summer Night“ gefeiert.

DJ Ringo (WDR/Köln) präsentiert sein universelles DJ-Programm "worldmusic at it's best", Musik
zum Tanzen im großen Saal.
Die elektronische Variante der worldmusic, wie Oriental-House, Dub-Reggae, Latin-HipHop, Brazil-
Drum'nBass legt DJ Ralph „von“ Richthoven (Funkhaus Europa/Radio Bremen) im "Club" auf.
In der indisch dekorierten Lounge (Café) versetzen die Bollywood-Sounds von DJ Altaf Jamadar.
(London/Bremen) die Gäste in die facettenreiche Welt des Subkontinents.
In angenehmer Chill-Atmosphäre können sich die Besucher, begleitet von Bhangra Musik und Dia-
Shows, z.B. über Reiseerfahrungen und indische Kultur austauschen.
An diesem Abend präsentieren Studenten aus ihrer indischen Heimat Fingerfood für den kulinarischen
Genuss.
Visuell aufbereitet wird "Bollywood“ durch den Bremer Videokünstler BNC und die inspirierende
Lichtinstallationen von Manja und Fermin verwandeln die Weserterrassen in ungewohntes Ambiente.
Im Foyer finden Wissensdurstige Informationen zu Indien, die Fotoausstellung von Antje Bakker/HH
gibt Einblicke in die Hochzeitvorbereitungen einer indischen Braut.
Veranstalter der "Globalista-Parties" ist der gemeinnützige Verein "World Beat Bremen e.V." in
Kooperation mit Funkhaus Europa/Radio Bremen und dem Bürgerhaus Weserterrassen.

Sa. 16. August 2003 ab 22.00 Uhr
im Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70b, Bremen
Eintritt: 7,--/erm.5,-- Euro inkl. Begrüßungsgetränk

Konzeptioneller Hintergrund des Vereins World Beat Bremen e.V.:
Mit der Club-Veranstaltung „Globalista“ wird ein Ort interkultureller Begegnung geschaffen, an dem
sich Menschen in Bremen mit unterschiedlichen sozio- kulturellen Hintergründen verbunden durch
den gemeinsamen Nenner Musik freud- und respektvoll begegnen können.

Die „Globalista“- Veranstaltung verfolgt drei Ziele:
    1. Forum zu sein für noch weitgehend unbekannte, modernen Musiktrends aus der ganzen Welt.
    2. Förderung von Kommunikation zwischen Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften und
       zwischen einzelnen ethnischen communities durch die Koppelung einer Tanzveranstaltung mit
       einem kommunikativeren Loungebereich mit Infostände, Kontaktbörsen und einem
       Internetforum.
    3. Verbreitung von ExpertInnenwissen über die Musik/Kultur ethnischer Minderheiten in
       Deutschland u.a. durch die Auftritte junger internationaler KünstlerInnen.

Zielgruppen der Veranstaltung sind zum einen kulturell aufgeschlossene Menschen verschiedenen
Alters und Nationalität, zum anderen Menschen mit direktem Bezug zu dem jeweiligen Land, welches
in „specials“ präsentiert werden soll. Angesprochen sind auch normale DiscogängerInnen, die ihren
Horizont erweitern möchten.
Kontakt:
World Beat Bremen e.V. - c/o - Sonja Wohllaib - Vor dem Steintor 200 - 28203 Bremen
 fon 0421-2776516 - mobil 0174-6314992 - email wohllaib@yahoo.de




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IV. Dialog der Mitglieder der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.
und ihrer Freunde

An dieser Stelle wurde Platz geschaffen für kritische und konstruktive Beiträge der Mitglieder und
Freunde der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.
Bitte senden Sie uns Ihre Beiträge per E-Mail an info@dig-ev.de oder auf Diskette an die Deutsch-
Indische Gesellschaft e.V., Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

Einsendeschluss Ihrer Beiträge für die Ausgabe 3/3003 ist der 15.September 2003.




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V. Literatur

Merle Kröger: Cut!
Ariadne Krimi 1146, 3-88619-876-6
208 Seiten – 9,90 Euro
Deutsche Originalausgabe

Madita Junghans‟ heißgeliebtes Kinoprojekt wird geschlossen. Da sie nicht weiß, wie es weitergehen
soll, macht sich die Hamburgerin mit dem indischen Gesicht auf die Suche nach ihrem biologischen
Vater. Als Madita die Mauer des Schweigens um ihr persönliches Familiendrama durchbricht, steht sie
plötzlich im Zentrum tödlicher Wirren, die ihren Ursprung im dunkelsten Kapitel deutsch-indischer
Geschichte haben ... Ihre Reise in die Vergangenheit führt sie in die indische Community Londons und
schließlich auch ins Zentrum des Geschehens: nach Bombay……


 „ ... eine neue Hoffnungsträgerin des deutschen Kriminalromans ... Krögers Sprache ist einfach und
                 bilderstark, ihr Sinn für Dramaturgie und Spannung überzeugt.“ WDR


Merle Kröger, geb. 1967 in Plön/Schleswig-Holstein, studierte Filmwissenschaft und Publizistik an
der FU Berlin, macht seit 1987 eigene Videos und Filme, konzipiert und realisiert Film- und
Videoscreenings, Seminare, Ausstellungen, Konzerte und arbeitet frei für ZDF, ARTE, 3Sat, Deutsche
Welle u.v.a. Sie erhielt Auszeichnungen auf Film- und Videofestivals im In- und Ausland.

Argument Verlag mit Ariadne – Hamburg
Kontakt: Sabine Günther T. 040-401 800 14 s.guenther@argument.de
Oder: Vera Seehausen T. 030-78 70 25 50 - seehausen@vertriebsbuero.de




Wilfried Huchzermeyer
“Die heiligen Schriften Indiens
Geschichte der Sanskrit-Literatur“
ISBN 3-931172-22-8
130 S., Eur 10,80

Diese Literaturgeschichte des promovierten Indologen Wilfried Huchzermeyer verbindet fachliches
Wissen mit tiefer Einfühlung in die zeitlosen spirituellen Themen der altindischen Literatur, die
umfassend erörtert werde,.

Das Buch führt lebendig durch die indische Geisteswelt und enthält wertvolles Material für alle Leser,
die sich für die inspirierten Texte der Rishis, Yogis und Dichter interessieren.

Bestellung über: www.edition-sawitri.de




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Impressum

Herausgeber:

Deutsch–Indische Gesellschaft e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Tel.: 0711– 29 70 78
Fax.: 0711–299 14 50
E–mail: info@dig-ev.de
http:\\www.dig–ev.de

Redaktion:

Deutsch–Indische Beziehungen                           Dr. Hans–Georg Wieck
Wirtschaft                                             Dr. Hans Christoph Rieger
Forschung und Lehre, Schulen                           Dr. Michael Mann/
                                                       Dr. Joachim Oesterheld
Umwelt, NGOs, Menschenrechtsfragen                     Dr. David Hawkes
Aus den Zweiggesellschaften                            Dr. Lydia Icke-Schwalbe
                                                       Regina Kuckertz
Jugendarbeit                                           Tobias Grote-Beverborg
Programmvorschau/ Veranstaltungen                      Petra Starzmann
Mitteilungen der Bundesgeschäftsstelle                 Petra Starzmann/Christian Winkle
Deutsch–Indisches Vereinsleben                         Josè Punnamparambil
Pressespiegel                                          Christian Winkle
Leserbriefe                                            Petra Starzmann
Neue Bücher                                            Petra Starzmann
Kunst & Kultur                                         Dr Prabuddha Banerjee


Auflage: 4.000

Erscheinungsweise: Vierteljährlich




Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht zwingend die Meinung der Deutsch–Indischen
Gesellschaft e.V. wieder.




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