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Radio Tipps WDR de (DOC) by dandanhuanghuang

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									Radio-
Tipps
Pressetexte für die
Programmwoche
                                       13
vom 22. bis 28. März 2008




Westdeutscher Rundfunk
Pressestelle
Appellhofplatz
50667 Köln

Stefanie Schneck
Telefon 0221 220 2075
Fax 0221 220 4910
stefanie.schneck@wdr.de

Fotos abrufbar unter www.ard-
foto.de
Redaktionsschluss 11. Februar 2008


Diese Radio-Tipp-Woche finden Sie auch in der WDR-
Presselounge:
www.presse.wdr.de
WDR 3, Samstag, 22. März 2008, 15.05 - 18.00 Uhr


WDR 3.pm


Freiheit hinter Mauern
Erinnerung an das innere Kloster
Von Ute Welteroth


Aus den verschiedensten Motiven begeben sich Menschen in die
Einsamkeit oder in die eingeschlossene Gemeinschaft mit
Gleichgesinnten. Es ist ein Rückzug von den vermeintlich unendlichen
Möglichkeiten, alles zu tun, die Suche nach der Freiheit vom Tun hinter
dem Schutz der Mauern. Vom Top-Manager und Schriftsteller, die im
kargen Klosterleben Inspiration suchen, bis zum tibetischen Mönch im
Himalaja, der die Mauern seiner Zelle nie mehr verlassen wird, um das
„Nichts“ zu finden; sie begeben sich auf eine Reise zu sich selbst, auf die
Suche nach einer Freiheit, die unabhängig von allem Äußeren ist.

Blicke hinter die Mauern eines französischen Benediktinerklosters, in eine
amerikanische Zen-Gemeinde in den Bergen oder Einblicke in das
moderne Ashram Business in Indien führen zu der Erkenntnis von Mata
Amritanandamayi: „In Wirklichkeit ist das eigene Herz das Kloster, aber
das haben wir noch nicht erkannt. Deshalb brauchen wir ein äußeres
Kloster zur Erinnerung an das innere.“


Redaktion Gabriele Faust
WDR 3, Samstag, 22. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: Studio Akustische Kunst


Elegien
Von Werner Cee
Saxophon Peter Brötzmann
Realisation: der Autor
Produktion WDR 1997

„Die Beschwörung der Vergänglichkeit einerseits, festliche
Lebensfreude andererseits, machte einen so starken Eindruck auf mich,
dass ich danach immer wieder solche Prozessionen besuchte und
dabei Tonaufnahmen von der ganzen Vielfalt der Klangereignisse
machte.“
Das zunächst zufällige Aufeinandertreffen Werner Cees mit einer
spanischen Karwochenprozession trug weitreichend Früchte:
Klangmaterial der Prozessionen und expressive Improvisationen des
Saxophonisten Peter Brötzmann treffen auf Texte in acht Sprachen, die
persönliche Schicksale in Unruhezeiten schildern. Originalaufnahmen
verwandeln sich in abstrakte Klangbilder; aus elektroakustischen
Kosmen entstehen realistische Szenen – immer wieder durchbrochen
von Textzitaten, die, zunächst leicht verständlich, zunehmend mit dem
musikalischen und atmosphärischen O-Ton-Klanggewebe
verschmelzen. Ihre Vielsprachigkeit hebt dabei den eindeutigen Bezug
auf und öffnet assoziative Freiräume.

Werner Cee, geboren 1953 in Friedberg/ Hessen, ist Komponist und
Klangkünstler. Seine Werke wurden bei zahlreichen internationalen
Festivals aufgeführt und prämiert. Für das Studio Akustische Kunst
entstanden auch die Surroundproduktionen „Ton der Luft“ (2002) und
„Fire and Forget“ (2006).


Redaktion Angela Großmann
WDR 4, Samstag, 22. März 2008, 8.05 - 8.55 Uhr


In unserem Alter


Unterwegs zu heiligen Orten –
Geschichten von Pilgern
Autorin Gabi Rüth

Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela, aber auch Kevelaer,
Aachen und der Kölner Dom: Es gibt über 10 000 heilige Pilgerstätten, zu
denen sich weltweit jedes Jahr 40 Millionen Christen aufmachen.
Darunter gerne und regelmäßig auch ältere Menschen. „Pilgern
bedeutet, sich auf den Weg zu machen“, heißt es. Also reisen sie mit
Bahn und Bus, sind in der Gruppe oder allein unterwegs, sie gehen zu
Fuß, kommen mit dem Motorrad oder nehmen an einer Kutschen-
wallfahrt teil, die jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt in Telgte stattfindet.

Das Ziel ist immer ein heiliger Ort: ein Ort, von dem Kraft ausgeht, ein
Ort, der innere Einkehr verspricht und ein tiefes spirituelles Erlebnis. So
beschwerlich der Weg auch sein mag, wer ihn geht, kehrt erleichtert in
den ganz normalen Alltag zurück.


Redaktion Ulla Foemer
WDR 5, Samstag, 22. März 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Samstag, 22. März 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Todestag des amerikanischen Predigers und Philosophen Jonathan
Edwards
(22.03.1758)
Eine Sendung von Andrea Kath

„God's own country“ – so sehen die Amerikaner ihr Land. Und „In God
we trust“ ist ihr nationales Motto. Bis heute spricht der amerikanische
Patriotismus die Sprache der Bibel. In keinem anderen westlichen Land
hat die Religion eine so große Bedeutung. Das liegt auch an der
amerikanischen Geschichte. Eine davon ist die der puritanischen
Einwanderer, die im 17. Jahrhundert wegen ihres calvinistischen
Glaubens verfolgt wurden und aus England in die Neue Welt flohen. Sie
waren Gottes auserwähltes Volk, Amerika das gelobte Land. Einer ihrer
radikalsten Vertreter war Jonathan Edwards, Pfarrer, Missionar und
Philosoph, der heute, am 22. März 1758, im Alter von nur 54 Jahren
starb. In Deutschland nahezu unbekannt ist Jonathan Edwards für die
Amerikaner bis heute einer ihrer bedeutendsten Denker und Theologen.

Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Samstag, 22. März 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 05.03 - 06.00 Uhr


venus_fm – Das Frauenmagazin


„Vom Schrecken des Friedens“
Gedanken einer tschetschenischen Journalistin im deutschen Exil
Von Mainat Kourbanova

Mainat Kourbanova war Grosny-Korrespondentin des Radiosenders
„Liberty“ und der „Novaja Gazeta“, der Zeitung, für die auch Anna
Politkowskaja schrieb. Unter dem Namen Mainat Abdullajewa wurden
ihre kritischen Artikel aus der zerstörten Hauptstadt Tschetscheniens
auch in deutschen Zeitungen gedruckt. Nach Morddrohungen gegen
ihre kleine Tochter verließ die 1974 geborene Journalistin Grosny. 2004
kam sie nach Deutschland, derzeit lebt sie als Stipendiatin des PEN-
Zentrums in Darmstadt und verarbeitet ihr Nachdenken über
Tschetschenien zu einem Buch. Nebenbei arbeitet sie für das
tschetschenische Programm von „Radio Liberty“ und erklärt den
Menschen daheim in Grosny nun u.a. die Politik der Großen Koalition in
Berlin.
Für venus_fm schildert Mainat Kourbanova ihre Erfahrungen mit Krieg,
Flucht und Exil und ihre Sorgen um die Menschen, die sie in
Tschetschenien zurückgelassen hat.


Redaktion Ruth Dickhoven
WDR 5, Samstag, 22. März 2008, 22.05 - 24.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 03.03 - 05.00 Uhr


Jazzpoint


The Man with the Horns
Zum 20. Todestag des Arrangeurs und Komponisten Gil Evans
Mit Karsten Mützelfeldt

Miles Davis, machte ihn weltbekannt: Gil Evans, the man with the horns.
Vor allem french horns, Waldhörner, sorgten neben Tuben, Oboen,
Klarinetten und Flöten in den impressionistischen Texturen des
Arrangeurs für bis dato ungewöhnlich weiche Farben. Erfahrungen mit
dieser Instrumentierung hatte Evans bereits in den 40ern in der Band von
Claude Thornhill sammeln können. Die stilbildenden Birth of the Cool-
Aufnahmen und Alben wie Sketches of Spain, Miles Ahead und Porgy
and Bess sind Ausdruck einer musikalischen Seelenverwandtschaft von
Evans und Davis, der den Arrangeur und Pianisten als seinen „besten
Freund“ bezeichnete.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Ostersonntag, 23. März 2008, 8.30 - 9.00 Uhr
WDR 5, Ostersonntag, 23. März 2008, 22.35 - 23.05 Uhr


Lebenszeichen


Steine: Eine Ahnung von der Ewigkeit
Von Irene Dänzer-Vanotti

Der Stein war beiseite geschoben, das Grab war leer. Das erste Zeichen
der Auferstehung Jesu Christi. Steine gehören von Anfang an zur
Geschichte der Menschheit: Sie bieten ihnen Behausung und sie sind als
Gedenksteine Zeichen dafür, dass das Leben die Lebensspanne eines
Menschen überdauert. In der christlichen Tradition bezeugt ein
Grabstein als Denkmal die Existenz eines Menschen. Juden legen Steine
an Gräber als Zeichen der Erinnerung.
Steine wandeln immer wieder ihre Gestalt, sei es von Naturkräften
geformt oder von Menschen gebildet. Steine können als Felsen
gewaltig oder als Kiesel ganz unscheinbar sein. Immer tragen sie einen
Teil der Geschichte der Erde in sich. Zum Ostersonntag ein Streifzug
durch die Welt von Kieseln und Edelsteinen, von Marmorblöcken und
Granitplatten und ihre Rolle in religiösem Denken und weltlicher
Wahrnehmung.


Redaktion Christina-Maria Purkert
WDR 3, Sonntag, 23. März 2008, 18.15 - 19.00 Uhr


Ariadne – Ein Leitfaden durch die Musik


Neue Lieder (1) „… die Welt so tiefschön“
Alban Bergs Lieder op.2
Von Egbert Hiller

„… in dem Zustande, in dem er zu mir gekommen ist, war es seiner
Phantasie scheinbar versagt, was anderes als Lieder zu komponieren“,
bemerkte Arnold Schönberg 1910 über seinen Schüler Alban Berg.
Schönberg sah es als seine Aufgabe an, diesen „Mangel an Talent“ zu
beheben. So waren die Vier Lieder op.2, komponiert von 1908 bis 1910,
denn auch Bergs letzte Klavierlieder. Aber nicht nur in dieser Hinsicht
stehen sie für eine Zäsur in seinem Schaffen. Sie markieren zugleich den
Übergang zur „atonalen“ Musik, den Berg, im Unterschied zu
Schönberg, innerhalb des Zyklus vollzieht: Vom „spätromantischen“
ersten Lied auf ein Gedicht von Friedrich Hebbel über die schrittweise
Auflösung der Tonalität bis zum letzten Lied, das, in Korrespondenz zur
visionären Lyrik des Frühexpressionisten Alfred Mombert, in eine
entrückte, „atonale“ Klangwelt eintaucht.


Redaktion Hans Winking
WDR 3, Sonntag, 23. März 2008, 20.03 - 22.00 Uhr


WDR 3 Bühne: Radio


Ludwig van Beethoven
Fidelio

David Wilson-Johnson, Don Fernando
Franz-Josef Kapellmann, Don Pizarro
Anthony Rolfe-Johnson, Florestan
Gabriela Benacková, Leonore
Siegfried Vogel, Rocco
Ildikó Raimondi, Marzelline
John Mark Ainsley, Jacquino
Edinburgh Festival Chorus
Scottish Chamber Orchestra
Charles Mackerras, Leitung

„Fidelio“, Ludwig van Beethovens einzige Oper, thematisiert
Unterdrückung, Ungerechtigkeit und das Streben nach Freiheit. Auch
200 Jahrhunderte später sind dies noch immer aktuelle Probleme.

Der Dirigent Sir Charles Mackerras, ein ausgewiesener Opernkenner, hat
das Werk mit einem hervorragenden Sängerensemble eingespielt. Den
zu Unrecht eingekerkerten Edelmann Florestan interpretiert Anthony
Rolfe-Johnson, seine liebende Gemahlin Leonore verkörpert Gabriela
Benacková.


Redaktion Christoph Held
WDR 4, Sonntag, 23. März 2008, 17.25 - 19.00 Uhr


Flimmerkiste


Musik aus Film und Musical
Schwerpunkt: Geburtstag Lale Andersen
Mit Manfred Behrens

Vor zwei Jahren wurde groß an sie erinnert. Am 23. März 2005 wäre sie
hundert Jahre alt geworden und alle Medien beeilten sich, noch einmal
die Geschichte von „Lili Marleen“ zu erzählen.
Sie hatte ein buntes Leben, diese Liese-Lotte Berta Bunnenberg,
geboren in Bremerhavens Arbeiterstadtteil Lehe. Sie heiratet mit 17,
bekommt drei Kinder, dann verlässt sie die Familie und geht nach Berlin,
um Karriere machen. Das gelingt ihr, sie wird zwar kein Star, aber
immerhin.
1939 nimmt sie ihr Schicksalslied „Lili Marleen“ auf. Der Soldatensender
Belgrad verbreitet es, aber die Nazis mögen es nicht: zu „wehrkraft-
zersetzend“. Nach dem Krieg singt sie zumeist Chansons und
Seemannslieder und macht sich damit wieder in der jungen
Bundesrepublik bekannt. Auch Filme dreht sie: 1953 „Rote Rosen, rote
Lippen, roter Wein“, 1956 „… wie einst Lili Marleen“ und 1957 noch
„Gruß und Kuss vom Tegernsee“. Danach ist Lale Andersen zumeist nur
noch im Fernsehen als Sängerin zu sehen.
Sie ist eine deutsche Legende, und noch heute ist ihre Stimme im Radio
sofort zu erkennen: Sie hat etwas Sehnsüchtiges und zugleich
Mütterliches.

Anlässlich ihres Geburtstages erinnert die Flimmerkiste an Lale Andersen.



Redaktion Jochen Robertz
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 7.30 - 8.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 22.05 - 22.35 Uhr


Feature Serie


Schule neu denken! Die Fortsetzung
Serie in 4 Folgen
Folge 2: Lehrerausbildung
           Von Matthias Wurms und Martin Stümper

Politiker, Eltern, Schüler und die meisten Lehrer sind sich einig, dass die
Lehrerausbildung verbessert werden muss. „Wenn die zu uns kommen,
sind sie traumatisiert,“ sagt Winfried Kretschmer, Leiter der Robert-Bosch-
Gesamtschule in Hildesheim. Die hat im vergangenen Jahr den
Deutschen Schulpreis bekommen – wegen ihrer Lehrer und der Art, wie
sie dort arbeiten. So guten Unterricht habe er selten gesehen, sagt ein
Jurymitglied: „Die Schule ist anderen Schulen in ihrer Entwicklung um
zehn Jahre voraus.“ Jeder Dritte schafft hier einen höheren Abschluss,
als von der Grundschule prognostiziert. Keiner bleibt sitzen, und kaum
einer geht ohne Schulabschluss. Das gelingt unter anderem, weil die
Lehrer ihre Arbeit ständig überprüfen: Sie befragen ihre Schüler und
hospitieren gegenseitig im Unterricht. An anderen Schulen wäre das
undenkbar. Doch hier hat keiner Angst vor Offenheit – im Gegenteil, sie
motiviert. Der Krankenstand unter den Lehrern ist mit zwei Prozent
auffallend niedrig. Warum ist Hildesheim immer noch die Ausnahme?
Was muss sich an den Hochschulen ändern? Wer sollte eigentlich Lehrer
werden? Matthias Wurms hat die Lehrerausbildung in Deutschland
genauer untersucht. Er hat gelernt, dass der Weg zwar noch weit ist,
dass aber einige ihn schon gehen.


Redaktion Ulrich Horstmann



Die Themen der Feature-Serie im Überblick:
16.03.2008 Folge 1: Grundschule Kleine Kielstraße
23.03.2008 Folge 2: Lehrerausbildung
30.03.2008 Folge 3: Möhneseeschule
06.04.2008 Folge 4: Freie Schule Kapriole in Freiburg
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 14.05 - 15.00 Uhr – Teil 1
WDR 5, Montag, 24. März 2008, 14.05 - 15.00 Uhr – Teil 2


LILIPUZ - Radio für Kinder


Der Geologenwurm oder Der Wurm ist drin
Ein Musical von Wilhelm Nünnerich
Regie Frank-Erich Hübner
Produktion WDR 1980
Moderation Alexander Oehme

Im Gegensatz zur gültigen Lehrmeinung vieler Tiere, dass die Welt eine
Scheibe sei und auf dem Wasser schwimme, behauptet der Wurm
Rutherford eines Tages, die Welt sei kugelrund. Diese Behauptung löst im
Tierreich große Unruhe aus und der Wurm wird beauftragt, seine Theorie
zu beweisen. Also chartert Rutherford den Elefanten Karl und startet eine
Weltexpedition.

Wilhelm Nünnerich ist Autor und Komponist von Kindermusicals, Theater-
stücken, Fernseh- und Hörfunkproduktionen. LILIPUZ sendete u. a. seine
Faultier-Serie „Neues aus Miesdripülz“. Drei mal pro Woche erfreut er
große und kleine LILIPUZ-Hörer mit neuen Abenteuern der selten
dämlichen Teichpiraten „Die Unsinkbaren Drei“.


Redaktion Ulla Illerhaus
WDR 5, Sonntag, 23. März 2008, 17.03 - 18.00 Uhr – Teil 1
WDR 5, Montag, 24. März 2008, 17.03 - 18.00 Uhr – Teil 2
WDR 5, Sonntag, 30. März 2008, 17.05 - 18.00 Uhr – Teil 3


Hörspielserie


Königliche Hoheit
Von Thomas Mann
Bearbeitung Hartmann Goertz
Regie Ulrich Lauterbach
Produktion HR/SWF/DRS 1954

Der Deutsch-Amerikaner Mr. Spoelmann kommt zur Brunnenkur in die
Residenz Grimburg. Dem dortigen Großherzog kauft er ein verfallendes
Schloss ab. Nun regiert neben der alten Macht eine neue. Spoelmann
hat als Republikaner wenig für den Adel übrig. Der junge Prinz, Erbe
eines kleinen Landes und großer Schulden, ist für ihn ein Nichtstuer.
Andererseits hat Spoelmann aber nichts dagegen, dass seine Tochter
eben diesen Nichtstuer heiraten will. Über die Mitgift hinaus bewilligt er
dem notleidenden Fürstentum sogar einen beachtlichen Kredit und
belebt damit die gesamte Volkswirtschaft. „Ein Prinz, ein Milliardär, ein
Chauffeur, ein Rassehund, eine wahnsinnige Gräfin, ein romantischer
Hilfslehrer und eine Prinzessin besonderer Art treten auf – man sei also
neugierig. Mir selbst scheint das Ganze zuweilen so schön, dass ich in
mich hineinlache.“ – so urteilte Thomas Mann selbst über eines der
heitersten Werke seines Oeuvres.

Thomas Mann (1875-1955) wurde 1929 für seinen Roman
„Buddenbrooks“ (erschienen 1901) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Der Traditionalist und Apologet eines kaiserlichen Deutschlands wandte
sich in den 20er-Jahren der Weimarer Republik zu und wurde zum
entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus. Aus dem
amerikanischen Exil versuchte er, mit Rundfunkansprachen das
deutsche Propaganda-Monopol zu durchbrechen. Nach dem Krieg
stieß er mit seiner These von der Kollektivschuld der Deutschen auf
vehemente Ablehnung. Er ging mit seiner Familie in die Schweiz.

Mit Dietrich Haugh, Edith Heerdegen, Werner Siedhoff u.a.


Redaktion Georg Bühren
Das Hörspiel ist als CD-Edition auch im Buchhandel erhältlich.
WDR Funkhaus Europa, Sonntag, 23. März 2008, 11.05 - 12.00 Uhr


Die Matinee


Chansons d’amour, Lovesongs, Liebeslieder
Moderation Anna-Bianca Krause

Peppe Voltarellis Gedanken werden zu Seifenblasen, und er hebt ab,
wenn die Frau seiner Träume sich nähert, Magnifico aus Slowenien
säuselt ladykillerlike von „ amore“ und Fredda erklärt ihrem Ex, dass er
jetzt umarmen kann, wen er will. Lovesongs sind schnulzig, sinnlich,
zeitlos oder bittersüß – und in der Matinee gibt es die etwas andere
Seite der Liebe.


Redaktion Francis Gay
WDR 3, Ostermontag, 24. März 2008, 8.30 - 9.00 Uhr
WDR 5,Ostermontag, 24. März 2008, 13.30 - 14.00 Uhr


Lebenszeichen


Im Zweifel für den Zweifel
Über eine alltägliche Unbequemlichkeit
Von Ute Naumann

Zweifel sind unbequem, unangenehm, hinderlich, nagend, zermürbend
– und zuweilen sehr produktiv. Wenn dem Zweifel eine Entscheidung
folgt, hat er einen Sinn gehabt. Zweifeln heißt denken, hat Ludwig
Wittgenstein gesagt. Und Goethe behauptete, dass nur der Wissende
Zweifel hat. Das würde bedeuten, dass der Dumme keine hat – was
natürlich so nicht stimmt. Seit der Antike haben sich Philosophen mit
dem Denken über den Zweifel abgeplagt. Aber was ihnen durch den
Kopf gegangen ist, taugt in aller Regel nicht für den gewöhnlichen
Alltag. Im Alltag muss beispielsweise in dubio pro reo entschieden
werden, im Zweifel für den Angeklagten – was gar nicht so einfach ist.
Im Alltag können Zweifel, vor allem Selbstzweifel einen Menschen zur
Verzweiflung bringen. Glaubenszweifel sind für viele Christen eine
ständige Auseinandersetzung. Ich glaube – hilf mir bei meinem
Unglauben, beten sie. Der Zweifel gehört zur echten Fruchtbarkeit, hat
Martin Buber gesagt, man muss durch ihn hindurch, es geht kein
anderer Weg als dieser gefahrvolle in die große Gewissheit.


Redaktion Ingrid König
WDR 4, Ostermontag, 24. März 2008, 9.05-12.00 Uhr

Pavillon live aus Düren
Mit Andreas Martin, Schwesterherz, Olaf Berger u.v.a. Stars


Drei Stunden nonstop Live-Musik mit den beliebtesten Stars der
deutschen Schlager-Szene und ihren aktuellen Hits – das ist Pavillon live.
Am Ostermontag, 24. März 2008, ist die WDR 4-Veranstaltung in der
Arena Kreis Düren zu Gast. Von dort präsentiert das Moderatorenteam
Anne Suchalla und Jürgen Renfordt ein abwechslungsreiches
Programm, bei dem für garantiert jeden Schlagerfreund etwas dabei
ist. WDR 4 überträgt das Konzert live von 09.05-12.00 Uhr.

Mit Andreas Martin greift in Düren einer der ganz Großen am deutschen
Schlagerhimmel zum Mikrofon. Als Komponist und Studiomusiker war er
in der Branche bereits bekannt, bevor er 1980 als Interpret seinen ersten
deutschsprachigen Titel veröffentlichte. Mit „Amore Mio“ wurde sein
Name endgültig zum Begriff. Heute ist er mit Hits wie „Tausend gute
Gründe“, „Einmal zu oft“ und seiner aktuellen Single „Ich fang dir den
Mond“ so beliebt wie nie. Zwölf Jahre lang waren Carina, Maria und
Anja mit ihrer Mutter Margitta in volkstümlichen Gefilden erfolgreich.
Jetzt gehen die Schwestern unter dem Namen Schwesterherz eigene
und neue Wege mit Liedern wie „Der Richtige“ und „Papa wollte
Jungs“. Über ein ständig wachsendes Publikum in Ost und West freut
sich der Dresdner Olaf Berger. 1985 wurde sein erstes Album mit dem
gleichnamigen Hit „Es brennt wie Feuer“ veröffentlicht. Seitdem ist er
Dauergast im deutschen Fernsehen, wo er zur Zeit mit dem Hit „Wenn
ich dich berühr“ überzeugt.

Außerdem werden in Pavillon live Angelina, Isabel Varell, Jörg Bausch,
Bert Beel, Martin Jones, Peter Lorenz und die Gruppe Flirt ihre schönsten
Songs präsentieren.

Redaktion Andreas Herkendell
WDR 3, Ostermontag, 24. März 2008, 12.03 - 13.00 Uhr


Gutenbergs Welt


„Sing, Göttin, vom Groll des Achilleus“
Raoul Schrott über die die Ilias und seine Thesen zu „Homers Heimat“
Mit Adrian Winkler
Produktion WDR 2008

Die Ilias, Homers Epos vom großen Streit der Helden vor den Toren Trojas,
steht an den Ursprüngen unserer abendländischen Literatur. Seit
Heinrich Schliemanns spektakulären Ausgrabungen gilt die Westküste
der Türkei als ihr historischer Schauplatz.
Der Schriftsteller Raoul Schrott, der kurz davor steht, eine
Neuübersetzung der Ilias abzuschließen, hat im Zuge seiner
Spracharbeit eine aufsehenerregende These entwickelt: Das historische
Troja verortet er in Kilikien im Süden der Türkei und ordnet das Epos
zeitgeschichtlich einem orientalischen, assyrischen Kulturkreis zu. Dabei
setzt Raoul Schrott Homers Verse in einen faszinierenden Bezug zu
anderen großen Textdenkmälern der Frühgeschichten dem
babylonischen Gilgamesch-Epos und der Bibel.


Redaktion Gisela Corves
WDR 3, Ostermontag, 24. März 2008, 20.03 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


Third Eye und Ronnie Scott Quintett
Mit Karsten Mützelfeldt

Third Eye: Alan Skidmore – sax, Gerd Dudek - sax, - fl, Rob van de Broeck
- p, - synth, Ali Haurand – b, Frank Köllges – dr
Aufnahme vom 12. Januar 1978, Köln, Kauri.

Ronnie Scott Quintett: Ronnie Scott – ts, Louis Steward - g, Frank Roberts -
p, Ron Matthewson - b, Martin Drew - dr
Aufnahme vom 17. April 1978 aus dem Kölner Subway.

Vor 30 Jahren präsentierten sich zwei europäische Quintette in Köln. Zur
Gruppe Third Eye gehörten mit Ali Haurand, Rob van den Broeck, Gerd
Dudek und Alan Skidmore Musiker, die bis heute Kern des European
Jazz Ensemble sind. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Frank Köllges
pflegte das Kollektiv eine Mischung aus Hardbop und modalem Jazz,
Free und Jazzrock.

Der 1996 verstorbene Ronnie Scott hat zwar einen besonders
klangvollen Namen in der Jazzszene, ist aber als Tenorsaxofonist
zeitlebens unterschätzt worden. Als Namengeber eines der weltweit
bekanntesten Jazzclubs in aller Munde, wussten ihn als Solisten
außerhalb Englands nicht allzu viele zu schätzen, allenfalls als
jahreslanges Mitglied der Francy Boland Kenny Clarke Big Band. Mit
seinem eigenen Quintett demonstrierte Scott seine Vorliebe für Bop und
Cool – und seine Qualitäten als humorvoller Conferencier.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Ostermontag, 24. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr
WDR 3 open: pop drei

1live, Dienstag, 24. Juni 2008, 23.00 - 24.00 Uhr
Lauschangriff - soundstories


Amore mio infinito
Von Aldo Nove
Aus dem Italienischen von Steve J. Klimchak
Bearbeitung und Regie Fabian von Freier
Produktion WDR 2005

Matteo, geboren am 12. Juli 1972, ist Angestellter in einer Firma für
Kühltheken. Über sein Leben hat er vier Sachen zu sagen:
Erstens: Chiara, 1982. Ein Mädchen, „wie es jeder Hügel sich als Sonne
wünschte.“
Zweitens: Maria, 1985, die wortlos seine Hände hielt, als er von seiner
sterbenden Mutter erzählte.
Drittens: Silvia, 1987. Der erste Kuss, im Kino, während draußen alles
wartete, Menschen und Geschichten, Heimweg und Hausaufgaben
„und all die Worte, die noch zu sagen waren. Und die Jahre, die noch
fehlten.“
Viertens: die Frau hinter der Burger-Theke, am Tag seiner letzten
Examensprüfung. Die Liebe auf den ersten Blick, der er spontan sagte,
dass die Mayo bei Burghy „viel besser gewesen und dass sie sehr runde
Augen habe.“

In und zwischen diesen Liebesgeschichten ist das ganze Leben. Alles
davon.
Und „bevor etwas, das zum Bersten mit Zustimmung angefüllt war, ganz
leise zerplatzte, habe ich zu ihr gesagt, Amore mio infinito.“

Aldo Nove, geboren 1967 in Varese, gilt in Italien als Kultautor junger
zeitgenössischer Literatur. Er gehört zur italienischen Gruppe der
„Kannibalen“, so benannt nach der Anthologie „Gioventu Cannibale“
mit Texten einer „hyperrealistischen, ungesitteten Generation“.

Mit Wanja Mues, Woody Mues, Heidrun Grote, Vittorio Alfieri, Walter
Gontermann u.a.


Redaktion Martina Müller-Wallraf
WDR 4, Ostermontag, 24. März 2008, 20.05 - 21.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber – „Go, Götz, Go!“


Götz Alsmanns Radio-Show
Percussion in Hifi

Percussion? Klar: Bongos, Congas, Radkappen, Marmeladeneimer,
Rumbakugeln und alles was scheppert, dengelt und klappert. Aber in
Hifi? Beruhigen Sie sich, Freunde des Easy Listening. In den 50er und 60er
Jahren verwöhnten uns allergrößte Arrangeure und Orchesterchefs mit
Stereospielereien und großorchestralen Aufnahmen, in denen
perkussive Tontricks den Mittelpunkt bildeten. Enoch Light, Hugo
Montenegro, Werner Müller, David Carroll – das sind nur einige der
illustren Namen, mit denen Götz Alsmann heute aufwarten wird.


Redaktion Hans-Holger Knocke
WDR 4, Ostermontag, 24. März 2008, 21.05 - 22.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber – Schellack-Schätzchen


„Kann denn Liebe Sünde sein“
BRUNO BALZ – Zum 20. Todestag eines Textdichtergenies
Von Tomasz Dabrowski
Am Mikrofon: Dirk Schortemeier

Wer kennt seine Evergreens nicht; einfallsreiche zeitverbundene
Textzeilen, geradezu programmatisch für die Umstände, unter denen sie
entstanden. Und dennoch, losgelöst vom Zeitbezug leben sie nicht nur
im Originalgewand, sondern in zahlreichen Revivals, Zeilen, die zu
Spruchzitaten wurden, die nicht nur die 80-Jährigen kennen, sondern
auch manch 18-Jähriger.
Für über 200 Kinofilme steuerte er die Schlagertexte bei, und so
mancher Streifen wäre längst in Vergessenheit geraten, gäbe es nicht
eben diese Schlager. Sein Leben bedeutete nicht nur Fliegen auf den
Wolken des Erfolges, auch persönliche „Einbrüche “, ja politische
Verfolgung zeichnete das „gütige“ Gesicht einer außergewöhnlichen
Künstlerpersönlichkeit, die am 14. Mai 1988 starb.


Redaktion Winfried Fechner
WDR 5, Ostermontag, 24. März 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Ostermontag, 24. März 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Todestag des Hellsehers Erik Jan Hanussen
(24.3.1933)
Eine Sendung von Martina Meißner

Sein Name ging um die Welt. Seine Stimme betörte die Frauen und sein
Leben war bestimmt von Geld, Macht und Dämonie: Erik Jan Hanussen.
Zahllose Legenden ranken sich um den berühmt-berüchtigten
Hellseher. Geboren wurde er 1889 als Hermann Steinschneider in der
Nähe von Wien. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde er
durch öffentliche Vorführungen seiner Experimente nicht nur in Europa,
sondern auch in Asien und in den USA populär. Zu Beginn der 30er
Jahre avancierte Hanussen zu Hitlers „Hofmagier“ und betrieb bei
seinen Veranstaltungen begeisterte Werbung für das aufkommende
Dritte Reich. Dann wurde die jüdische Abstammung Hanussens
öffentlich. Wenige Wochen, nachdem der „Gott der Gaukler“, wie
Hanussen sich selbst bezeichnete, den Reichstagsbrand vorausgesagt
hatte, ließ Hitler ihn von einem SA-Kommando ermorden.


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Ostermontag, 24. März 2008, 15.03 - 16.55 Uhr


SpielArt


Suchen und Finden am Ostermontag
Moderation Ruth Schiffer

Vielleicht findet sich ja am Ostermontag noch das eine oder andere Ei –
am Sonntag nicht entdeckt und dann plötzlich doch wieder
aufgetaucht zwischen Sofa und Wohnzimmerwand. So hält es auch die
SpielArt. Bereits am Ostersonntag wurde gesucht und gefunden. Aber
schier unermesslich ist die Zahl der Dinge, die einem so im Laufe des
Lebens abhanden kommen können. Moderatorin Ruth Schiffer erweist
sich als wahre Detektivin. Sie begleitet die verzweifelte Suche von Kurt
Tucholsky nach seinen auf seltsamen Wegen verschwunden
Schuhleisten ebenso, wie das Geschick und das Unglück von Friedrich
Schillers Taucher. Aber nicht nur profane Dinge sind unauffindbar, wie
Heinrich von Kleist in seiner Geschichte von der Suche nach dem
irdischen Glück zu berichten weiß.


Redaktion Anja Iven
WDR 5, Ostermontag, 24. März 2008, 20.03 - 22.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 25. März 2008, 04.03 - 06.00 Uhr


Streng öffentlich!


WDR Poetry Slam meets lit.COLOGNE
Moderation Jörg Thadeusz
Mit Tilman Döring, Sarah Hakenberg, Lars Ruppel, Nadja Schlüter, Marc-
Oliver Schuster, Sebastian23, Andy Strauß, Volker Strübing und Johanna
Wack
Musik: Die Mariachis

Literatur-Lesungen mit Tisch und Wasserglas vor leise räusperndem
Publikum? Findet man noch in staubigen Buchhandlungen und Loriot-
Filmen. Aber nur Poetry-Slams sind so spannend, wie Literatur wirklich ist.
Es gilt das gesprochene Wort: Das Publikum kann applaudieren – oder
es bleiben lassen. Neun Szenegrößen und Gewinner des WDR-Poetry-
Slams versprechen aber eine hohe Applaus-Rate. Sie treten auf der
lit.Cologne zum Dichterwettstreit an. Zur Siegerehrung hat sich ein
Überraschungsgast angekündigt.

Aufzeichnung vom 5.3. aus der Halleluja-Halle in Köln


Redaktion David Rother
WDR 5, Ostermontag, 24. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 25. März 2008, 02.03 - 03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Swinging on 52nd Street
Der amerikanische Trompeter Frankie Newton
Mit Hans W. Ewert

Bewundert von Louis Armstrong und Dizzy Gillespie, brillanter
Swingtrompeter mit lupenreiner Technik, musikalischer Phantasie und
warmem Ton auf der einen, Pechvogel mit instabiler Gesundheit,
mangelndem Ehrgeiz, ausbleibenden Hits und zuviel
Freizeitbeschäftigung auf der anderen Seite – das war Frankie Newton
(1906-1954), dessen schönste Aufnahmen von Hans W. Ewert vorgestellt
werden.


Redaktion Bernd Hoffmann
1LIVE, Dienstag, 25. März 2008, 23.00 - 24.00 Uhr


1LIVE Plan B – Soundstories


Das Wiegenlied vom Recht
Von David Lindemann
Regie: der Autor
Produktion DKultur 2007

Auf den Spuren des flüchtigen Apachen-Häuptlings Ulzana war DeBuin
an seinem Wunsch, die indianische Kultur zu verstehen, verzweifelt.
Nach dem Massaker von Sand Creek 1864, wo DeBuin den Befehl gab,
alle indianischen Frauen und Kinder zu töten, ist aus dem Offizier ohne
Felderfahrung ein Anwalt der Rechte geworden.
DeBuin: „... Da bin ich eingegangen in die Geschichte der Vereinigten
Staaten von Amerika ... Bist Du mal durch die Straßen von Belgrad
gelaufen und warst ergriffen von der Präzision, mit der wir diese Konflikte
heute zu lösen in der Lage sind? Aber ich!“
Der Wilde Westen dauert an, auf unbestimmte Zeit.

David Lindemann, 1977 in Herford geboren, studierte Soziologie und
Philosophie in Bielefeld und Berlin. Er arbeitete als Dramaturg u. a. für
die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Mit „Wenn Pat Garrett aus
dem Fenster sieht ...“ hat Lindemann begonnen, seine eigenen Stücke
auch selbst zu inszenieren. Er lebt und arbeitet als freier Autor und
Dramaturg in Berlin.


Redaktion Isabel Platthaus
WDR 3, Dienstag, 25. März 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR 3 Kammerkonzert in NRW
Gitarren-Recital Aniello Desiderio
Aufnahme vom 26. Januar 2008, Marl, Theater

Von der Renaissance bis zur Romantik galt die Gitarre als eines der
beliebtesten Instrumente. Wie reichhaltig und vielfältig ihr heute etwas
in den Hintergrund geratenes Repertoire jedoch ist, stellte der Gitarrist
Aniello Desiderio im Marler Theater unter Beweis: In Werken aus England
und Spanien bringt er den ganzen Klangreichtum dieses intimen
Soloinstruments zu Gehör – für Liebhaber des Genres ein absolutes Muss.


Redaktion Bernhard Wallerius
WDR 3, Dienstag, 25. März 2008, 22.00 - 23.00 Uhr



WDR 3 DISKURS


Tödliches Erbe
Ein Gen spielt Schicksal
Ein Feature von Karla Krause
Produktion RBB/WDR 2007

Als Eva, Detlef und Lieschen Kinder bekamen, ahnten sie nichts von
ihrem genetischen Erbe: der tödlichen Erbkrankheit „Morbus
Huntington“, früher auch Veitstanz genannt. Eine genetische
Zeitbombe für alle Nachkommen. 1992 wurde das „Huntington-Gen“
entdeckt. Seitdem gibt es einen Test, der voraussagt, ob die heute
noch symptomfreie „Risikoperson“ mit 35 oder auch erst 45 Jahren
erkranken wird oder nicht.

Ihre Söhne und Töchter haben seitdem die Möglichkeit, einen Blick in
die Zukunft zu werfen. Ändern können sie ihr Schicksal nicht. Eines Tages
wird Chorea Huntington vielleicht heilbar sein. Heute aber kann man
von der Krankheit nur wissen. Zwei junge Frauen erzählen über ihr Leben
als „Risikoperson“. Über den Einfluss des Familienschicksals auf Liebe,
Freundschaft, Ausbildung, Versicherungsmöglichkeiten,
Familienplanung. Und über ihre Entscheidung auf die Frage „Hoffen
oder Wissen“.


Redaktion Annette Blaschke
WDR 3, Dienstag, 25. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: SoundWorld


„Andere, bessere und garstige Lieder”
Ein Burg Waldeck Review
Von Michael Kleff

Festival „Chanson Folklore International“ auf Burg Waldeck – dieses
Stichwort weckt bei Liedermachern und Folk-Freunden nostalgische
Gefühle. Bei Jüngeren, die die Ereignisse der bewegten 1960er Jahre
nicht miterlebt haben, macht sich Ratlosigkeit breit. Was bedeutet „die
Waldeck“?

Auf einer Burgruine im Hunsrück wurden zwischen 1964 und 1969 nicht
nur versunkene alte deutsche „Lieder von unten“ ans Licht geholt. Die
Festivals auf Burg Waldeck wurden auch zur Wiege eines Neuen
deutschen Liedes. Damals noch unbekannte Sänger wie Degenhardt,
Mey, Süverkrüp, Hüsch, Mossmann und Wader wurden auf der Waldeck
entdeckt. Mit Künstlern wie Shirley Hart, Colin Wilkie, Odetta, René
Zosso, Hedy West oder dem Schnuckenack Reinhardt Quintett gab es
auch Folk, Folklore und weltmusikalische Klänge zu hören. Während in
den ersten drei Festivaljahren das „Folkloristische“ überwog, zeigte sich
ab 1966 eine zunehmende Politisierung. Das „kritische Lied “ hielt Einzug
auf die Waldeck, und der Weg zum „Protestsong“ war nicht mehr weit.
Spätestens beim Festival 1969, das ganz unter dem Thema
„Gegenkultur“ stand, hatten die Ideen der APO der Burg Waldeck ihren
Stempel aufgedrückt.

Auf zehn CDs werden zum Waldeck-Festival 2008 jetzt erstmals
Mitschnitte aus den Jahren 1964 bis 1969 veröffentlicht.


Redaktion Werner Fuhr
WDR 5, dienstags, 25. März - 15. April 2008, 14.10 - 15.00 Uhr


LILIPUZ – Radio für Kinder – Hörspiel


Der Zauberpudding
Von Norman Lindsay
Bearbeitung: Klaus Seehafer
Komposition: Rudolf Schmücker
Regie Hans Helge Ott
Produktion Radio Bremen 1995

Der Zauberpudding Albert verlangt, dass alle von ihm essen bis sie
platzen. Seine Besitzer, der rauhbeinige Seemann Bill Barnacle, der
verwegene Pinguin Sam Sawnoff und der wanderlustige Koalabär
Bunyip Bluegum mit den guten Manieren langen auch tüchtig zu. Doch
so viel Glück bleibt nicht ohne Neider. Puddingdiebe versuchen in
allerlei Verkleidungen den Pudding an sich zu bringen, doch der
Puddingbesitzer-Verein jagt ihnen Albert wieder ab. So geht es hin und
her bis eine vollkommen überforderte Justiz schließlich den Fall klären
soll. Ein Beispiel von australisch-englischem Humor für Kinder und Eltern
mit ernsthaftem Sinn für Albernheiten.

Norman Lindsay wurde am 22. Februar 1879 in Creswick/Victoria
(Australien) geboren, er starb am 21. November 1969. Mit sechzehn
Jahren ging er nach Melbourne und arbeitete dort als Illustrator und
Cartoonist. Später zog er nach Sydney, wo er sich als Karikaturist der
Wochenzeitschrift Bulletin einen Namen machte. Lindsay schrieb elf
Romane, u. a. „A Curate in Bohemia” (1913) und „Rooms and Houses“
(1968). Seinen besonderen Platz aber sicherte sich Lindsay in der
Kinderliteratur. Das Buch „The Magic Pudding“ (1918) entwickelte sich
schon bald zu einem Klassiker.


Redaktion Ulla Illerhaus



Teil 1. - 25. März    Der Puddingbesitzer-Verein wird gegründet
Teil 2. - 1. April    Der Zauberpudding wird gestohlen
Teil 3. - 8. April    Neue Kämpfe mit alten Puddingdieben
Teil 4. - 15. April   Der Pudding in Gefahr
WDR 5, Dienstag, 25. März 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Alles Überflüssige muss raus!
Zeit für das Wesentliche finden

Was ist wichtig für mein Leben und was nicht? Oft weiß man dieses erst
in der Rückschau. Doch dann ist es meist zu spät. Also: Kampf den
Zeitfressern, um Zeit für das Wesentliche zu finden! Sind Fernsehen,
Internet, Handy, Werbung definitiv so wichtig, zumindest in diesem
Ausmaß? Muss man den „gesellschaftlichen Verpflichtungen“ immer
nachkommen? Oft sind diese nur Fluchten vor der Frage, was ist wirklich
wichtig im Leben ist.

Hörerinnen und Hörer können sich live von 15.05 - 16.00 Uhr an der
Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon
0800 5678 555.


Redaktion Jürgen Orthaus
WDR 5, Dienstag, 25. März 2008, 20.05 - 22.00 Uhr

Das Hörspiel am Dienstag

Hörspiel plus

Die Betelnuss im Kopf
Von Alfred Behrens
Komposition Heiner Goebbels
Regie: der Autor
Produktion HR/NDR/SDR 1984

„Das Gefühl, unentbehrliche und überlastete Arbeiter zu sein, haben
vor allem diejenigen, die die Arbeit anderer zu überwachen und zu
verwalten haben, also eigentlich nichts tun. Gehetzt von der Angst,
nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Mitarbeiter könnten ihre
Überflüssigkeit entdecken, stopfen sie ihre Terminkalender voll mit
Arbeitsessen, Sitzungen, Konferenzen und stehlen denjenigen, die
wirklich arbeiten, die Zeit. Ein Krankheitsbild, das seine Namen hat:
Managersyndrom, Arbeitssucht, Workaholism. Der Aufsatz eines Thera-
peuten für eine Fachzeitschrift, die Beschwerden eines von der
Arbeitssucht befallenen Schriftstellers, die Krankheitsgeschichte einer
Fernsehredakteurin, die Selbstanalyse eines Psychoanalytikers - aus
diesem Material wird mit den Mitteln des Essay-Hörspiels das
Phantombild einer Krankheit montiert, die in Zeiten extremer
Arbeitslosigkeit groteske und menschenfeindliche Züge annimmt.“ (der
Autor)

Alfred Behrens, geboren 1944 in Hamburg-Altona, lebt als Film- und
Hörspielmacher und als Hochschuldozent in Berlin. Als Autor und
Regisseur realisierte er etwa 50 Hörspiele und wurde für seine Stücke
mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden
und dem Frankfurter Hörspielpreis. 2007 erhielt er den erstmals
ausgeschriebenen Günter-Eich-Preis.

Mit Peter Fitz, Otto Sander, Jutta Lampe, Regine Mahler u.a.


Immer weniger Menschen haben immer mehr Arbeit. Zugleich werden
immer mehr Menschen arbeitslos. Welches Kalkül steckt hinter dem
Missverhältnis extremer Arbeitsüberlastung einerseits und
Unterbeschäftigung andererseits? Wann kollabiert unser
Beschäftigungs-System? Und wie sieht die Lebenswirklichkeit von
Workaholics aus? Ist Downshifting die Lösung? Für manch einen liegt
das Heilsversprechen im Motto „Tausche Karriere gegen erfülltes
Leben“.

Im Anschluss an das Hörspiel sind Hörerinnen und Hörer eingeladen, sich
über das kostenlose WDR 5-Aktionstelefon 0800-5678-555 an einer Live-
Diskussion mit Studiogästen zu beteiligen.


Redaktion Götz Schmedes
WDR 5, Dienstag, 25. März 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 02.30 - 03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Wurzeln verleihen Flügel!
Das Benjamin Schaefer Trio
Mit Thomas Loewner

2004 erschien vom Kölner Benjamin Schaefer Trio mit „Shapes &
Colours“ ein viel versprechendes Debüt im Rahmen der CD-Reihe „Next
Generation“. In der Zwischenzeit hat Benjamin Schaefer sein Piano-
Studium an der Kölner Musikhochschule fortgesetzt, wohl ein Grund
dafür, dass es seit „Shapes & Colours“ etwas ruhiger um sein Trio
geworden ist. Die jüngst erschienene CD „Roots and Wings“ macht
aber deutlich, dass Schaefer und seine beiden Partner Robert
Landfermann, Bass und der Schlagzeuger Markus Rieck nicht untätig
waren in der Zwischenzeit: Die neuen Kompositionen wirken noch
stringenter und rhythmisch pointierter als der Vorgänger. Dabei sind sich
die drei Musiker aber ihren Grundsätzen – und Wurzeln – treu geblieben.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Mittwoch, 26. März 2008, 15.05 - 17.00 Uhr


Musikpassagen


“No play, no pay!” – Von Spielleuten, Harfnern, Minnesängern und
anderen Ton- und Lebenskünstlern
Mit Richard Lorber

„... nachdem der Spielmann angekommen und sein Honorar festgesetzt
worden war und er die Leier aus ihrer Umhüllung herausgenommen
hatte, kamen die Menschen herangelaufen. Und der Spielmann
begann vorzutragen, wie die Schleuder eines Schäfers den großen
Goliath niederriss, wie ein schlauer Schwabe sein Eheweib betrog, wie
scharfsinnig Pythagoras die acht Liedtöne entdeckte und wie rein die
Stimme der Nachtigall ist.”
Die Musiker des Mittelalters waren Dichter, Komponisten,
Geschichtenerzähler und Nachrichtenerstatter, und sie waren Reisende,
stets auf dem Weg zu neuen Auftraggebern. Was ihnen nach getaner
Arbeit als Bezahlung zuteil wurde – ein fester Lohn, ein Honorar, ein
Ehrenlohn oder nur ein Almosen – lässt sowohl auf den Stand des
Gebenden, als auch den des Musikers schließen.
Die Musikpassagen folgen den Spuren reisender Spielleute, Harfner und
Minnesänger, bringen alte Geschichten und Mythen zum Klingen, und
beleuchten nicht zuletzt den Kampf dieser Musiker ums tägliche
Überleben.


Redaktion Werner Wittersheim
WDR 3, Mittwoch, 26. März 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 HOERSPIEL


Fahrerflucht
Von Alfred Andersch
Regie Marcel Wall-Ophüls
Produktion SWF/RB 1957/mono

Ein Manager, ein Mädchen und ein Tankwart werden in einen
Verkehrsunfall verwickelt. Der Manager, an Lungenkrebs erkrankt, hat
nur noch ein halbes Jahr zu leben. Er löst sich von allen Verpflichtungen,
um den Rest seines Lebens zu genießen. Auf der Flucht in diese Freiheit
überfährt er ein radfahrendes Mädchen. Für ihn ist das nichts mehr als
ein bedauerlicher, unangenehmer Zwischenfall. Das Mädchen, eine
junge Verkäuferin, die Pferde über alles liebt, begegnet im Laden
einem Jockey und sieht sich der Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches
nahe, als ihr Leben durch den Unfall brutal ausgelöscht wird. Der
Tankwart hat für 100 Mark und aus Angst dem flüchtigen Fahrer
geholfen und der fahndenden Polizeistreife gegenüber geschwiegen.
Doch das schlechte Gewissen macht ihm nun zu schaffen, obwohl er
zum Zeitpunkt seines Fehlverhaltens noch nicht wusste, was tatsächlich
geschehen war.

In drei parallelen Erzählsträngen wird offenbar, wie ein einzelner Unfall
die Schicksale dreier Menschen so miteinander verbindet, dass sich
dank der Meisterschaft Anderschs eine Tragödie abzeichnet.

Alfred Andersch (1914-1980) wurde 1933 als Jungkommunist im KZ
Dachau interniert, aber durch die Intervention seiner Mutter wieder
entlassen. 1944 lief er in Italien zur US-Armee über. Von 1948 bis 1958 war
er Redakteur beim NWDR und beim SWF. Der gebürtige Münchner lebte
von 1958 bis zu seinem Tod in der Schweiz. Zu seinem umfangreichen
Gesamtwerk zählen auch 15 Hörspiele.

Mit Hans Christian Blech, Martin Held, Gustl Halenke, Horst Frank u.a.


Redaktion Ursula Schregel
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Mittwoch, 26. März 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Die „Kritik der zynischen Vernunft“ von Peter Sloterdijk erscheint
(26.03.1983)
Eine Sendung von Jürgen Werth

„Schlage die Trommel und fürchte dich nicht.“ Dieses Motto von
Heinrich Heine steht am Anfang eines Buches, das ein Mann ohne
Furcht geschrieben haben muss: Peter Sloterdijk. „Kritik der zynischen
Vernunft“, so nannte er seine Revue des Denkens im 20. Jahrhundert,
die vor 25 Jahren erschienen ist. Ein philosophischer Bestseller von fast
tausend Seiten. Mit Hilfe von Fotos, Karikaturen und Gemälden aus der
Kunst- und Zeitgeschichte, aus Politik und Werbung untersucht Sloterdijk
die Weimarer Republik als Gründerzeit des modernen Zynismus – und
dessen Ausstrahlung in die Gegenwart. Als Jahreszahlen, die für eine
Wende stehen, galten dem brillanten Autor 1933 und 1983. Es gab
selten ein Buch, das so einhellig gefeiert wurde, aber dennoch auch
heftigen Streit auslöste. Die Schwellenangst auf dem Weg zur Muse der
Philosophie hat Sloterdijk mit Erfolg abzubauen versucht. Auch dabei
war ihm Heinrich Heine behilflich - mit seinem heißen Tipp: „Und küsse
die Marketenderin!“


Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 27. März 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Extreme Erlebnisse verarbeiten
Wege aus dem Trauma

Der Wagen kracht ungebremst in die Leitplanke. Blitzeis! Seine kleine
Tochter wird für immer ein Krüppel sein. Die Bilder und Geräusche des
Unfalles verfolgen ihn. Er leidet unter Ängsten und Depressionen.
Selbstvorwürfe quälen ihn. Er ist traumatisiert. Doch die aktive
Auseinandersetzung mit dem Trauma kann zu dessen Bewältigung
führen. Er wird zwar den Unfall nie vergessen, aber er kann lernen, damit
zu leben.


Hörerinnen und Hörer können sich live von 15.05 - 16.00 Uhr an der
Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800 5678
555.


Redaktion Jürgen Orthaus
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 16.05 - 17.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


Leonardo – Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt


Blaue Lust – Zehn Jahre Viagra
Von Volkart Wildermuth

Heute schon die E-Mails geprüft? Wahrscheinlich sind Viagra-Angebote
dabei. Vor zehn Jahren wurde noch diskutiert, ob man dem schlaffen
Liebesleben per Chemie auf die Sprünge helfen darf, heute vertrauen
auch gesunde Kerls auf längeres Stehvermögen aus der Blisterpackung.
Die blaue Raute ist damit zum Sinnbild für die Life-style Medikamente
überhaupt geworden. Doch Viagra stützt nicht nur die Potenz. Die
gefäßerweiternde Wirkung wird inzwischen auch in der Neugeborenen-
Medizin und zur Behandlung des Lungenhochdrucks eingesetzt. Hunde
bekommen den Wirkstoff gegen Bluthochdruck verschrieben und eine
aktuelle Studie berichtet, dass die Pille den Jetlag mildert – bei
Hamstern. Selbst Schnittblumen stehen länger, wenn Viagra im Wasser
ist. Viagra ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken –
medizinisch und auch kulturell.


Redaktion Christina Sartori
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 20.05 - 21.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 30. März 2008, 06.05 - 07.00 Uhr


Tischgespräch


Volker Schaeffer im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler und
Autor Karl Otto Conrady

Wer sich in Deutschland mit Lyrik beschäftigt, kommt an Karl Otto
Conrady nicht vorbei: In vielen deutschen Haushalten steht der Herr
Professor an exponierter Stelle im Bücherregal. „Der Conrady“ ist eine
maßgebliche Sammlung deutscher Gedichte von den Anfängen bis zur
Gegenwart und stellt auf gut 1.300 Seiten Gereimtes und Ungereimtes
vom „Wessobrunner Gebet“ bis zum „kanon“ des Zeitgenossen Albert
Ostermaier vor. Neben Gedichten sind Umbrüche eine Konstante im
Leben des über 80-Jährigen: Seine Erfahrung als Jungstammführer im
Dritten Reich führte zu einer kritischen Beschäftigung mit der Geschichte
der deutschen Germanistik im Nationalsozialismus; als Präsident der
Autorenvereinigung PEN vereinte Karl Otto Conrady Schriftsteller im
Osten und Westen Deutschlands.

Im WDR 5-Tischgespräch mit Volker Schaeffer erzählt Karl Otto Conrady
über seine frühe Liebe zur Literatur, seinen Blick auf Altersgenossen, die
sich erst spät auf ihre Verstrickungen in den Nationalsozialismus
besinnen, und wieso er als aktuelles Projekt über 1.000 Gedichte zum
Klingen gebracht hat.


Redaktion Florian Quecke
WDR 5, Mittwoch, 26. März 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 27. März 2008, 02.30 - 03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Das Duo John Abercrombie/ John Ruocco
Mit Lothar Jänichen

Die Konstellation ist selten: Gitarre und Klarinette im Duo.
Zusammengehalten wird dieses Duo durch die Spielerfahrung zweier
reifer Musiker, die für musikalische Konversation und Interaktion auf
höchstem Niveau bürgen. Der Gitarrist John Abercrombie und der
Klarinettist John Ruocco lassen Standards des Jazz sich mit freien
Dialogen abwechseln.


Redaktion Bernd Hoffmann
1LIVE, Donnerstag, 27. März 2008, 23.00 - 24.00 Uhr


1LIVE Plan B Krimi


1LIVE REAKTOR
Einmal im Monat im Radio
und immer im Netz
auf 1live.de

Die Testphase ist abgeschlossen: Der 1LIVE REAKTOR ist in Betrieb. Die
neue Themensendung in 1LIVE Plan B – interaktiv, multifunktional,
netzbasiert.
Jeden Monat wird auf 1live.de ein Thema in den REAKTOR gestellt und
eine diskursive Kettenreaktion in Gang gesetzt. Hörer und Internet-
Nutzer sind aufgerufen, den REAKTOR mit Material zu versorgen. Ob
Wort, Ton oder Bild – alles ist geeignet, um das Thema auf ein neues
Level zu heben. Und die interaktive Energieerzeugung zu steigern. Der
REAKTOR prozessiert Inhalte und Meinungen, Kreatives und
Kontroverses, Informationen und Aktionen.
Nach der vierwöchigen Reaktionsphase im Netz beginnt die Live-Fusion:
In der einstündigen Radiosendung in 1LIVE werden die verschiedenen
Zutaten miteinander verschmolzen – garantiert strahlenfrei, aber
keineswegs ungefährlich.

1LIVE Reaktor – immer im Netz auf 1live.de:
Jeden Monat mit einem neuen Thema


Redaktion Isabel Platthaus und Natalie Szallies
WDR 3, Donnerstag, 27. März 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


The Irish Spring Festival 2008
Autor Harald Jüngst
Aufnahmen vom 17. März aus der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn

mit
Eithne Ní Chatháin
Pure and True Gaelic Voice from Dublin
Nuala Kennedy Band
Celtic Colours on Flute, Whistle and Vocals
 Edel Fox & Ronan O'Flaherty
Traditional Virtuosos from County Clare
Nabac
Young, Fresh and Creative Irish Tradition from Galway

Mit den Attributen „jung“ und „reichlich weiblich“ locken die
Veranstalter des Irish Spring Festivals diesmal die Keltenfreunde aus dem
Musikwinterschlaf.

Im mittlerweile achten Durchgang dieser deutschlandweiten
Konzerttournee taucht die Sängerin Eithne Ní Chatháin tief in die Welt
des unbegleiteten und komplex verzierten Sean Nos ein. Nuala
Kennedy, die Meisterin der Holzquerflöte, baut mit ihrem Quartett
Brücken zwischen traditioneller Erdigkeit und jazzigen Horizonten.
Umspielt von Ronan O’Flahertys wirbelnder Fiddleornamentik beweist
Edel Fox größte Fingerfertigkeit auf einem sehr kleinen Folkinstrument:
der Concertina. Dudelsack, Flöte, Violine, Percussion, Gitarre und
Gesang: furiose, stark rhythmisch akzentuierte Tanzweisen und
Songballaden präsentiert die fünfköpfige Formation Nabac mit den
Frontdamen Noriana Kennedy und Liz Coleman.


Redaktion Werner Fuhr
WDR 3, Donnerstag, 27. März 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 ART


Nachbildbeschleunigung
Der Dichter Thomas Kling
Literaturfeature von Ulrike Janssen und Norbert Wehr
Produktion WDR 2006

Wir werden noch eine Weile brauchen, bis wir begreifen: Der Verlust
dieses Dichters ist nur mit jenem zu vergleichen, den der Tod Paul
Celans bedeutet hat ...“, schrieb Marcel Beyer in seinem Nachruf auf
den Freund und Kollegen Thomas Kling, der im Jahr 2005 an
Lungenkrebs gestorben war.

1957 in Bingen geboren, hatte Kling Mitte der achtziger Jahre, als
selbsternannter Nachfahre der Avantgardisten Artmann und Prießnitz,
mit seinen „Sprachinstallationen“ die literarische Bühne betreten – laut,
aggressiv und kompromisslos. Am Ende seines Lebens waren es die
Antimodernisten George und Borchardt, denen er luzide Essays
widmete.
Dazwischen entstanden in zwanzig Jahren zahlreiche Bände, in denen
Kling, der Spracharchäologe und Sprachekstatiker, die verschiedenen
Schichten von Tradition, Experiment und Moderne in bis dahin
unerhörter Form miteinander verband. Wie kaum ein zweiter Lyriker
seiner Generation öffnete er das Gedicht für die unterschiedlichsten
Sprach- und Sprechweisen und interessierte sich nicht nur für
zeitgenössische Lebens- und Medienwelten, sondern auch für
historische, geologische, biologische und naturgeschichtliche
Phänomene.

Zum dritten Todestag sendet WDR 3 ART ein Porträt des Dichters, in dem
vor allem Thomas Kling selbst zu Wort kommt: in zum Teil unbekannten
Tonaufnahmen, darunter auch seinem letzten im Todesjahr
entstandenen Gespräch.


Redaktion Imke Wallefeld
WDR 3, Donnerstag, 27. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: WortLaut



Annette Pehnt: Mobbing
WortLaut live
Moderation Ines Dettmann
Musik Ada
Live-Veranstaltung: Café Bar Westpol, Köln, 21.30 - 22.30 Uhr

WDR 3 open: WortLaut live präsentiert einmal monatlich aktuelle
Autoren in öffentlicher Lesung, begleitet durch Musik vom DJ-Pult; die
Veranstaltung aus Köln ist anschließend in WDR 3 zu hören.

Das Ferienressort Literatur hat Annette Pehnt lange verlassen. Ihr
schlichter Erzählton rückt unheimlich nah ans Normale heran.
„Mobbing“ zieht die Bilanz eines ganz geläufigen Kleinkriegs, ein Buch,
das einfach das Vertrauen verliert.

Annette Pehnt wurde 1967 in Köln geboren. Für einen Ausschnitt aus
ihrem zweiten Roman „Insel 34“ erhielt sie 2002 den Preis der Jury in
Klagenfurt. Außerdem veröffentlichte sie „Ich muss los“ (Roman, 2001),
„Das Haus der Schildkröte“ (Roman, 2006), „Mobbing“ (Roman, 2007)
sowie einen Band mit Kurzprosa und eine Biografie von John Steinbeck.


Redaktion Adrian Winkler
WDR 5, Donnerstag, 27. März 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Donnerstag, 27. März 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Todestag des deutschen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla
(27.03.1828)
Eine Sendung von Marko Rösseler

Wenn am Rhein und seinen Nebenflüssen die Pegelstände steigen,
dann werden Türen verbarrikadiert, Sandsäcke in Stellung gebracht,
Fenster vernagelt. Es beginnt ein Abwehrkampf gegen einen
übermächtigen Gegner. Dieses Problem ist uralt. Die Folgen heutiger
Überschwemmungen muten harmlos an im Vergleich zu dem, was der
Rhein vor seiner Regulierung anrichtete: Ganze Dörfer fielen dem Strom
zum Opfer, wurden von der Landkarte gespült. Nicht selten kam es vor,
dass ein Ort nach einem Hochwasser auf der vormals
gegenüberliegenden Rheinseite wieder auftauchte. Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts machte sich deshalb der Karlsruher Ingenieur Johann
Gottfried Tulla daran, den Rhein in seine Schranken zu weisen. Tulla hat
die Verwirklichung seiner Vision nie erlebt. Und seine Nachfolger hätten
gut daran getan, sich genauer an ihren Vorgänger zu halten. Denn
Wasserbau-Experten sind sich heute einig: Nach Tullas Plänen wäre der
Rhein heute zahmer und zugleich schöner als er es heute ist.

Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Donnerstag, 27. März 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


WDR 5 Klima-Marathon: Nachhaltige Energiespartipps für zuhause

Ob Heizöl, Benzin, Strom oder Gas: Energie wird immer teurer und ein
hoher Energieverbrauch heizt den Klimawandel an. Gute Gründe,
weniger Energie zu verbrauchen und damit weniger CO2 in die Luft zu
pusten. Seit vier Monaten nehmen WDR 5 Hörerinnen und Hörer am
großen WDR Klimamarathon teil. Sie reduzieren mit pfiffigen Ideen,
Veränderungen im Alltag oder auch mit einer neuen Wärmedämmung
zu Hause ihren persönlichen CO2 Verbrauch.
WDR 5 LebensArt zeigt, wie man zuhause Energie und bares Geld
sparen kann und fragt einen Energieberater, wie der Einsatz für den
Klimaschutz zu Hause aussehen kann.

Hörerinnen und Hörer können sich live von 15.05 - 16.00 Uhr an der
Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800 5678
555.


Redaktion Peter Ehmer
WDR 5, Donnerstag, 27. März 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 02.30 - 03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Szene NRW
Special: Jazz-Städte – Ein kulturpolitischer Report: Aachen
Mit Michael Rüsenberg

Jan Garbarek zieht in Aachen, wie in anderen Städten, gut und gerne
1.000 Zuhörer an, aber generell hatte Jazz in der alten Kaiserstadt, das
hört man allenthalben, schon mal bessere Zeiten. Zeiten, in denen zum
Beispiel der Malteserkeller auch von Besuchern aus Köln angesteuert
wurde. Den Rückgang erklärt Thomas Jurisch durch den Wandel der
RWTH, der Technischen Universität. Die technische Intelligenz, die dort
heute überwiegt, stehe dem Jazz ferner als die Geisteswissenschaftler,
die früher dort zahlreicher ausgebildet wurden.
Gesprächspartner diesmal sind Olaf Müller und Rick Takvorian
(Kulturbetriebe Aachen), Thomas Jurisch (Jakobshof) und Heribert
Leuchter (Musiker, Gesellschaft für Zeitgenössische Musik).


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Freitag, 28. März 2008, 15.05 - 17.00 Uhr


Musikpassagen

Im Land der Gauchos
Musik aus der Pampa
Mit Susanne Ockelmann

Im Süden Brasiliens ist die bei uns sprichwörtlich so gern zitierte Pampa
Zuhause: ein großer Landstrich, dessen weite Ebenen Südbrasilien,
Uruguay und den Norden Argentiniens miteinander verbindet, dünn
besiedelt und von Viehzucht geprägt. Wie langweilig sollte man
meinen, Pampa eben – aber die Gauchos, wie die Viehzüchter heißen,
haben eine interessante eigene Kultur entwickelt, auch musikalisch.
Gaucho ist zu einem Sammelbegriff geworden, nicht nur für regionale
Traditionen, sondern zum Beispiel auch für zeitgenössische Musik.
Gaucho-Komponist ist jeder in der Region lebende Tonsetzer, ob er
Lieder komponiert, Opern, Kammermusik oder elektronische Sounds. Mit
Porto Alegre, der Hauptstadt Südbrasiliens, als Zentrum ist hier ein
reiches Musikleben entstanden, das die vor allem deutschen,
italienischen und polnischen Ursprünge der heutigen Einwohner
aufgesogen hat.
Ohne Flug- und Hotelkosten laden die Musikpassagen zur
Entdeckungsreise: Auf ins Land der Gauchos!


Redaktion Werner Fuhr
WDR 3, Freitag, 28. März 2008, 20.05 - 22.30 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR 3 Konzert live: Bundesjugendorchester
Live-Übertragung aus der Kölner Philharmonie
Parallele Ausstrahlung in Stereo und 5.1 Surround-Sound

Sabine Meyer, Klarinette
Bundesjugendorchester
Michael Boder, Leitung

„Deutschlands jüngstes Spitzenorchester“ kommt auf Einladung des
WDR in die Kölner Philharmonie. „Das Bundesjugendorchester hat unser
Leben geprägt und geholfen, uns das zu ermöglichen, was wir heute
sein dürfen“, so Sabine Meyer, heute international gefragte
Klarinettistin. Gern hat sie ihre Mitwirkung zugesagt und verleiht dadurch
dem Abend einen besonderen solistischen Glanz.

Auf dem Programm steht das Klarinettenkonzert des jüdischen
Komponisten Berthold Goldschmidt, dessen Werke heute
wiederentdeckt werden. Außerdem spielen die jungen Musiker
Orchestervariationen des in Berlin lebenden Komponisten Hans-Jürgen
von Bose und die 3. Sinfonie von Johannes Brahms.
Das Kulturradio WDR 3 ist live dabei.


Redaktion Christoph Held
WDR 3, Freitag, 28. März 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: FreiRaum


Dis is Da Herbie: Herbie Hancock Takin’ Off
Von Wiggle & Waggle

Er gehört zu den experimentierfreudigsten Figuren des Jazz: Als Pianist,
Komponist und Bandleader hat Herbert Jeffrey „Herbie“ Hancock so
ziemlich alle musikalischen Genres und Stile der letzten 40 Jahre
durchlaufen – sei es Funk, Rock, R&B oder Hip Hop. Insbesondere in der
Fusion-Ära der 1970er Jahre, in der er verschiedenste elektronische
Instrumente und Technologien, wie Vocoder, Clavinet oder ARP- und
Moog-Synthesizer für sich entdeckte, setzte er Maßstäbe für Modernität
im Jazz und nicht nur dort.

Auch die Kölner Musikelektroniker Wiggle & Waggle zollen Hancock
Tribut. In ihrem aktuellen Mash up-Projekt „Dis is Da Herbie“ reflektieren
sie alle wichtigen stilistischen Stationen von Herbie Hancocks Karriere:
Herbies Hits von „Watermelon Man“ über Höhepunkte der Fusion-Phase
wie „The Headhunters“ bis zu seiner hochgelobten Joni Mitchel-
Hommage „River“ aus dem Jahr 2007, für die Hancock aktuell mit dem
Grammy 2008 ausgezeichnet wurde. Dabei entstehen mit neuesten
Syntheseverfahren groove-betonte Klangmosaiken aus akustischen und
elektrifizierten Sounds mit virtuellen Gastauftritten: Prominente Freunde
und Förderer Hancocks wie Wayne Shorter, Donald Byrd, Miles Davis
oder Jaco Pastorius steuern das eine oder andere Sample bei.


Redaktion Angela Großmann
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Freitag, 28. März 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Geburtstag des italienischen Malers Raffaelo Santi
(28.03.1483)
Eine Sendung von Jörg Biesler

„Wie großzügig und wohlwollend sich bisweilen der Himmel zeigt, wenn
er in einer einzigen Person die unermesslichen Reichtümer seiner
Schätze, alle Anmut und kostbarste Gaben vereint, die er sonst über
einen langen Zeitraum hinweg unter vielen aufzuteilen pflegt, ließ sich
an dem ebenso vortrefflichen wie anmutigen Raffael Sanzio aus Urbino
sehen.“ Schon sein erster Biograph, der Renaissance-
Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari, ließ an der Außerordentlichkeit
Raffaels keinen Zweifel. Neben Michelangelo und Leonardo ist er das
Genie der Renaissancekunst in einer an Kunstgenies keineswegs armen
Zeit. Jeder kennt heute die beiden kleinen Engelchen, die auf
Weihnachtstüten und Kalendern die Schreibwarenabteilungen
überschwemmen. Kaum jemand weiß, dass sie von Raffaels Sixtinischer
Madonna stammen, die heute in Dresden hängt, und nur eine niedliche
Randbemerkung sind auf einem ernsten Gemälde. Die Grazie von
Raffaels Madonnen ist legendär und auch die intellektuelle Dichte, mit
der er im Vatikan die Stanzen, die Repräsentationsräume des Papstes
ausmalte, für die heute Touristen aus aller Welt nach Rom reisen.
Höchstes malerisches Vermögen und völlig neuartige Bilderfindungen
vermitteln sich offenbar auch noch heute, ein halbes Jahrtausend nach
ihrer Entstehung.

Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 12.05 - 13.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Neue Heimat für verbrannte Dichter
Die Exilliteratur-Sammlung Serke kommt nach Solingen
Von Terry Albrecht

Mit seinem Buch „Die verbrannten Dichter“ hat Jürgen Serke zur
Wiederentdeckung der deutschen Exilliteratur maßgeblich
beigetragen. Von den Nationalsozialisten verfemte Autorinnen und
Autoren wie Else Lasker-Schüler, Irmgard Keun oder Ernst Toller hat der
Hamburger Publizist wieder ins Gespräch gebracht und dafür gesorgt,
dass ihre Bücher neu aufgelegt wurden. Seit Jahrzehnten gilt Jürgen
Serke als der bedeutendste Sammler von Erstausgaben, Handschriften,
Originalfotos und Nachlässen der deutschen Exil-Schriftsteller. Auf der
Suche nach ihrer Dichtung reiste er durch die Welt. Und trieb dabei
auch viele verschollene Werke wieder auf, die auf der Flucht der
Dichter verloren gegangen waren. Nun übergibt Jürgen Serke seine
Sammlung der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, die diese ab Ende März
in einer Dauerausstellung im Solinger Kunstmuseum/Museum Baden
präsentieren wird.
Scala stellt die Sammlung vor, die gemeinsam mit der in Solingen bereits
beheimateten Kunstsammlung Schneider, die Gemälde und Grafiken
verfolgter Künstler zeigt, ein einmaliges Ensemble der im
Nationalsozialismus verfemten Kunst bilden wird.


Redaktion Ruth Dickhoven
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Samstag, 29. März 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


Thema NRW – Studio Köln


Garantiert zubetoniert –
Flächenfraß in NRW

Das Problem ist nicht neu: Jeden Tag geht in Nordrhein-Westfalen ein
Stück Natur verloren. Freie Flächen verschwinden zugunsten von
Neubaugebieten, Straßen- und Gewerbeansiedlungen
unwiederbringlich unter Beton und Asphalt. Denn Bauunterunternehmer
wollen bauen, Bürgermeister träumen von neuen
Gewerbesteuerquellen und der Normalverdiener immer noch vom
Häuschen im Grünen. Derzeit beträgt der Landschwund in NRW etwa
15 Hektar pro Tag. Allein in Köln hat sich der Anteil an Wiesen und
Äckern an der Gesamtfläche der Stadt in den vergangenen 30 Jahren
um rund 15 Prozent verringert. Zwar schreibt der Gesetzgeber bei
großen Bauvorhaben Ausgleichsflächen vor, aber die sind müssen nicht
zwingend in der Nähe der verloren gegangenen Gebiete liegen.
Thema NRW beschreibt den aktuellen Stand des Flächenverbrauchs im
Land, untersucht die ökologischen und landschaftlichen Folgen und
fragt nach Alternativen.


Redaktion Fabian Elsässer
WDR 5, Freitag, 28. März 2008, 20.05 - 21.00 Uhr
WDR 5, Krimi am Samstag, 29. März 2008, 10.05 - 11.00 Uhr


Der Krimi


Melancholischer Abgang
Von Erhard Schmied
Regie Christoph Pragua
Produktion WDR 2008

Mord in Mehldorf. Ausgerechnet wenige Tage vor dem 40-jährigen
Eisenbahnjubiläum wird der kleine Ort von einer erschreckenden
Nachricht aufgerüttelt: Bürgermeister Antes ist ermordet worden. Er war
kein Kind von Traurigkeit, und Eifersucht als Motiv scheint nicht
ausgeschlossen. Zunächst gerät die Ehefrau ins Visier der jungen
Polizistin Annette Seefeldt, die schon bald Verstärkung durch den
überaus sympathischen Kommissar Wallner aus Berlin bekommt. Sie
startet eine geschickte Charmeoffensive – oder ist es vielleicht doch nur
eine raffinierte Ablenkungsstrategie? Die Ermittlungen führen immer
tiefer in den Provinzmief der Intrigen und kommunalpolitischen
Interessen, wo jeder jeden zu erpressen versucht, bis sich alles ganz
unerwartet auflöst.

Erhard Schmied, geboren 1957, studierte Psychologie und lebt als Autor
in Saarbrücken. Er schrieb zahlreiche Drehbücher, u. a. für die
Fernsehreihe „Tatort“, Bühnenstücke und Hörspiele für Kinder und
Erwachsene. Er wurde mit verschiedenen Schreibstipendien und
Literaturpreisen ausgezeichnet. Der WDR produzierte zuletzt „Kurbad
Kernau ­ und zurück“ (2006).

Mit Thomas Anzenhofer, Franziska Petri, Hans-Peter Korff, Marlon Kittel
u.a.


Redaktion Ursula Schregel
Funkhaus Europa, Freitag, 28. März 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


World Music Night


World Live: Watcha Clan
Moderation Babette Michel

Die Gruppe Watcha Clan beweist, dass die Welt der Musik keine
Grenzen kennt. Das aktuelle Album „Diaspora HiFi“ ist im wahrsten Sinne
ein stolzes Kind Marseilles, einer multikulturellen Hafenstadt, in der schon
immer Einwanderer und Flüchtlinge willkommen waren und über
Jahrhunderte das Stadtbild prägten. Watcha Clan nutzen die Musik als
universelle politische und spirituelle Sprache. Es ist kein kommerzielle
Gag, sondern selbstauferlegte Pflicht, denn Sista K, Sängerin und
Galionsfigur der Gruppe, versichert: „Auch wenn du dich nicht um die
Politik kümmerst, kümmert sich die Politik um dich.“ Watcha Clan erzählt
Geschichten, zum Beispiel von afrikanischen Flüchtlingsbooten an
touristenüberfluteten Stränden der Kanarischen Inseln. Ihre Lieder
erklingen in Französisch, Englisch, Spanisch, Arabisch und Hebräisch.

World Live sendet am 28. März 2008 Ausschnitte des Watcha Clan
Konzerts vom 14. Februar 2008 im Düsseldorfer Zakk.


Redaktion Barbara Gansauge

								
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