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Unterlagen zum Selbststudium.ppt

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Unterlagen zum Selbststudium.ppt Powered By Docstoc
					  Schulungsunterlagen zum
Erwerb von Grundwissen als
  Basis für die notwendige
Sachkenntnis zur Abgabe von
   besonders gefährlichen
        Chemikalien
                Version 11.5.06




         Eidgenössisches Departement des Innern EDI
         Bundesamt für Gesundheit BAG
         Federal Department of Home Affairs DHA
                                                      1
         Federal Office of Public Health FOPH
Inhaltsverzeichnis

Ziel der Schulung                                            5
Was ist Sachkenntnis?                                        6
Was ist Grundwissen?                                         8
Was ist produktespezifisches Wissen?                         10
Wer muss Sachkenntnis haben?                                 11
Woher nehme ich die Information, um den Kunden zu beraten?   12
Was sind Chemikalien?                                        15
Wo kommen Chemikalien vor?                                   17
Was sind Pflanzenschutzmittel und Biozide?                   18
Welche Gefahren gehen von Chemikalien aus?                   19
              R-Sätze                                        21
Wie können Unfälle mit Chemikalien vermieden werden?         22
              S-Sätze                                        22
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften          24
              Explosionsgefährlich                           25
              Brandfördernd                                  26
              Hochentzündlich                                27
              Leichtentzündlich                              28
              Entzündlich                                    29
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften                         30
              Begriffe: Toxizität, MAK-Wert                  31
              Aufnahmewege                                   34
              Sehr giftig                                    38
              Giftig                                         39
              Ätzend                                         40
              Gesundheitsschädlich                           41


                                                                  2
Inhaltsverzeichnis
              Reizend                                                                            42
              Sensibilisierend                                                                   43
              Krebserzeugend                                                                     44
              Erbgutverändernd                                                                   45
              Fortpflanzungsgefährdend                                                           46
Umweltgefährliche Eigenschaften                                                                  47
Einstufung                                                                                       49
Für welche Produkte besteht die Beratungspflicht?                                                52
Was ist beim Verkauf von besonders gefährlichen Produkten zu beachten?                           55
Kennzeichnung                                                                                    56
              Beispiel-Etikette                                                                  57
Kontrollfragen 1-11                                                                              62
Sicherheitsdatenblatt (SDB): Warum SDB„s, Woher kriegt man sie, Was steht drin? Die 16 Kapitel   73
Kontrollfragen 12-14                                                                             112
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt                                                   115
Kontrollfragen 15-20                                                                             130
Chemikalien-Ansprechperson                                                                       136
Welche Gesetze sind wichtig?                                                                     137
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?                                                           138
Welche EU-Gesetze sind wichtig?                                                                  145
Kontrollfragen 21-25                                                                             147
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher Chemikalien geschützt werden?         152
              Produkt                                                                            153
              Anwendung – Verpackung                                                             154
              Anwendung – Lagerung                                                               155
              Anwendung – Umgang                                                                 158
              Entsorgung                                                                         161

                                                                                                       3
Inhaltsverzeichnis

Kontrollfragen 26-30                                                                              162
Was muss ein Verkäufer beachten?                                                                  167
              Welche Chemikalien dürfen im Detailhandel verkauft werden?                          167
              Allgemeine Informationspflicht                                                      168
              Rückgabe- und Rücknahmepflicht, Entsorgungspflicht                                  169
              Besondere Pflichten beim Verkauf – Hinweise auf Schutzmassnahmen                    172
              Besondere Pflichten beim Verkauf – Aufnahme von Kundendaten                         173
              Besondere Pflichten beim Verkauf – Mündigkeit und SDB - Abgabe                      175
              Übersicht über Pflichten eines Verkäufers beim Verkauf besonders
              gefährlicher Chemikalien an Privatpersonen                                          177
              Wie gehe ich konkret vor (Abläufe im Geschäft)?                                     178
Kontrollfragen 31-37                                                                              180
Grundlagen des produktespezifischen Wissens                                                       187
              Welches sind die wichtigsten Informationsquellen für produktespezifisches Wissen?   187
              Biozide                                                                             190
              Pflanzenschutzmittel                                                                195
              Weitere Produktegruppen                                                             196
Produktespezifisches Wissen: Beispiel
              Wespenspray:                                                                        197
              Beratungsthemen, Informationsauswertung (Etikette, SDB, Gebrauchsanweisung),
              Verkaufs/Beratungsgespräch                                                          211
ANHANG                                                                                            215
              Liste der R-Sätze                                                                   216
              Liste der S-Sätze                                                                   225
              Glossar                                                                             231
              Lösungen zu den Kontrollfragen                                                      240


                                                                                                        4
Ziel der Schulung

Chemische Produkte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Geschirrspülmittel, Entkalker, Farben, Lacke, Mückenspray,
Unkrautvertilger, Imprägniermittel, WC-Reiniger – alle diese
Haushaltsprodukte enthalten mehr oder minder gefährliche Chemikalien.
Ziel der Schulung ist, Unfälle mit solchen Chemikalien zu vermeiden.
Ein Verkäufer von gefährlichen Chemikalien muss in der Lage sein,
insbesondere Privatkunden kompetent über den sicheren Umgang mit
diesen gefährlichen Stoffen und Produkten zu informieren. Er muss
über die sichere Verwendung und Handhabung, die richtige Lagerung und
korrekte Entsorgung, sowie über die Erste-Hilfe-Massnahmen und
Notrufnummern Auskunft geben können. Dafür ist ein Grundwissen über
Chemikalien notwendig. Die Vermittlung dieses Grundwissens ist
Gegenstand dieser Schulung.




                                                                        5
Was ist Sachkenntnis?

Damit ein Verkäufer den Kunden beim Kauf von chemischen Produkten
kompetent beraten kann, muss er über besondere Sachkenntnis verfügen.
Die Notwendigkeit von besonderer Sachkenntnis ist in der
Chemikalienverordnung aus dem Jahre 2005 verankert. Dort steht in Artikel 81:
„Wer einen besonders gefährlichen Stoff oder eine besonders gefährliche
Zubereitung gewerblich abgibt … muss über besondere Sachkenntnis
verfügen“.

Dies bedeutet: Wer besonders gefährliche
Chemikalien (Definition: siehe ab S. 50) an
Privatpersonen verkauft, muss die Gefahren dieser
Produkte kennen und seine Kunden entsprechend
informieren können.

Mindestens eine Person in einem Verkaufsbetrieb
muss über besondere Sachkenntnis verfügen.

                                                                            6
Was ist Sachkenntnis?
Die Sachkenntnis ist in der „Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern
(EDI) über die erforderliche Sachkenntnis zur Abgabe besonders gefährlicher Stoffe und
Zubereitungen“ vom Juni 2005 definiert.

Über Sachkenntnis verfügt, wer Grundwissen nachweisen kann und über das notwendige
produktespezifische Wissen verfügt.

Grundwissen kann durch das Bestehen
einer Prüfung nachgewiesen werden. Auf     Abgabe von gefährlichen
diese Prüfung soll diese Schulung               Chemikalien
vorbereiten.
Als Nachweis von Grundwissen
gilt unter bestimmten                                     Sachkenntnis
Voraussetzungen auch eine




                                                                         Produktespezifi-
unter dem alten Giftgesetz                  Grundwissen




                                                                         sches Wissen
erteilte Giftbewilligung.
Berufserfahrung kann ebenfalls
geltend gemacht werden.
Weitere Informationen siehe:
www.bagchem.ch
                                                                                            7
Was ist Grundwissen?


In der Schweiz gibt es ca. 15„000 gefährliche chemische Produkte
(Definition S. 17). Darunter fallen fast 1000 besonders gefährliche
chemische Produkte (Definition ab S. 50), über die Verkäufer
produktespezifisches Wissen haben müssen. Diese Anzahl ist zu
gross, um sie in einer Schulung für Verkäufer besprechen zu können.
Deshalb ist das so genannte Grundwissen wichtig.
Grundwissen ist dasjenige Wissen, welches dem Verkäufer
ermöglicht, sich das produktespezifische Wissen selbständig zu
erarbeiten.
Das Grundwissen ist unabhängig von der Produktepalette und bildet
die Basis der Sachkenntnis.
Das Grundwissen wird durch diese Schulung vermittelt.


                                                                      8
Was ist Grundwissen?


Das Grundwissen beinhaltet die Kenntnis der Pflichten eines
Verkäufers von Chemikalien nach dem Gesetz. Ausserdem muss ein
Verkäufer die Elemente der Kennzeichnung (Etikette, siehe ab S. 56)
von Chemikalien kennen und verstehen. Er muss fähig sein, die
Information auf der Etikette dem Kunden zu erklären.
Des weiteren muss er die Informationen in Sicherheitsdatenblätten,
(siehe ab S.73) verstehen und dem Kunden, der die Chemikalie
verwenden will kundengerecht weitergeben können. Auch muss er über
Grundlagen des produktespezifischen Wissens verfügen. Das heisst
er muss einschlägige Informationsquellen über Chemikalien kennen
und benutzen können, damit er sich das produktespezifische Wissen,
welches für das Warensortiment in seinem Geschäft erforderlich ist,
selbst erarbeiten kann.


                                                                  9
Was ist produktespezifisches Wissen?

Produktespezifisches Wissen hat, wer beim Verkauf von Chemikalien den Kunden
ausreichend über den sachgemässen Umgang mit dem Produkt informieren kann.

Der Verkäufer muss informieren können über:

•   den Verwendungszweck der Chemikalie
•   die sachgemässe Verwendung der Chemikalie (Dosierung, Schutzmassnahmen)
•   die besonderen Gefahren, die von den Eigenschaften der Chemikalie ausgehen können
•   die besonderen Gefahren, die bei der Verwendung von der Chemikalie ausgehen können
•   die richtige Lagerung der Chemikalie
•   die richtige Entsorgung der Chemikalie
•   Erste-Hilfe-Massnahmen
•   Notrufnummern im Falle eines Unfalles.

Das produktespezifische Wissen ist abhängig von der Produktepalette, die im betreffenden
Geschäft im Angebot ist. Das produktespezifische Wissen wird kurz anhand von Beispielen im
letzten Kapitel behandelt. Weitergehende Kenntnisse über Sortimentschemikalien müssen
selbst erarbeitet werden.


                                                                                    10
Wer muss Sachkenntnis haben?


Wenn in einem Geschäft mehrere Verkäufer besonders gefährliche
Chemikalien verkaufen, muss mindestens eine Person im Geschäft
Sachkenntnis haben („Sachkenntnisträger“).
Die anderen Verkäufer müssen aber genug produktespezifisches Wissen
haben, um die Kunden beim Verkauf auf die besonderen Gefahren, die von
den Chemikalien ausgehen, hinzuweisen. Der Sachkenntnisträger ist dafür
verantwortlich, dass die Qualität der Weitergabe der Informationen an den
Kunden gewährleistet ist, auch wenn er nicht persönlich den Kunden berät.
Der Sachkenntnisträger ist verantwortlich für die Ausbildung der anderen
Verkäufer, z. B. durch betriebsinterne Schulungen oder Unterlagen zum
Selbststudium.
Der Sachkenntnisträger sollte beim Verkauf anwesend sein.




                                                                            11
Woher nehme ich die Informationen für die Kundenberatung?


Die wichtigsten Informationsquellen sind:

Etikette                                                                                   Gebrauchsanweisung          Sicherheitsdatenblatt
Auf der Etikette finden                                                                    In der Gebrauchsanweisung   Im Sicherheitsdatenblatt
sich die wichtigsten                                                                       wird der Kunde über die     finden sich detaillierte
Informationen über das                                                                     sachgerechte und            Informationen über
Produkt in Kurzform.                                                                       gefahrlose Anwendung des    Gefahren, Verwendung und
                                                                                           Produktes aufgeklärt.       Schutzmassnahmen.
       c
                     WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml

                     Gefahrenhinweise (R-Sätze)
                     R35          Verursacht schwere Verätzungen.
                                  Provoque des graves brûlures.

                     Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                     S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
                                    Conserver hors de portée des enfants.
                     S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
                                    Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                    En cas de contact avec les yeux, laver immédiatement
                                    et abondamment avec de l'eau et consulter un
 ätzend corrosif                    spécialiste.
                     S30            Niemals Wasser dazugiessen.
    enthält:                        Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.
 Schwefelsäure
acide sulfurique

    Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00




                                                                                                                                            12
Woher nehme ich die Informationen für die Kundenberatung?

Sicherheitsdatenblätter müssen kritisch gelesen und mit der eigenen
Erfahrung und eventuell anderen Datenquellen verglichen werden. Finden
sich gegensätzliche Angaben über ein Produkt, kann der Hersteller
(Lieferant) des Produktes Auskunft geben.
Alternative Informationsquellen werden im Abschnitt „Grundlagen des
produktespezifischen Wissens“ (S. 187) genauer beschrieben. Diese
können beispielsweise sein:
• Internet
• Bücher
• Hersteller des Produktes (Die Telefonnummer und Adresse des Herstellers
  sind jeweils auf der Etikette sowie im Sicherheitsdatenblatt angegeben).

Alle Informationsquellen werden im Laufe dieser Schulung genauer
beschrieben. Es wird erklärt, wo die zur Weitergabe an den Kunden
wichtige Information zu finden ist.


                                                                             13
Grundlagen

Bevor die Details von Etikette und Sicherheitsdatenblatt behandelt
werden können, muss einiges an grundlegendem Wissen erarbeitet
werden. Dabei werden Fragen beantwortet wie:

• Was sind Chemikalien?
• Wo kommen Chemikalien vor?
• Welche Gefahren gehen von Chemikalien / chemischen Produkten
aus?
• Welche Gefahren ergeben sich z.B aus den physikalisch-
chemischen Eigenschaften von Chemikalien?
• Welche Gesundheitsgefahren gibt es?
• Wie können Chemikalien die Umwelt gefährden?
• Wie sind Chemikalien gekennzeichnet?




                                                                     14
Was sind Chemikalien?
Die Bezeichnung „Chemikalie“ wird in diesen Schulungsunterlagen synonym
zur Bezeichnung „chemische Produkte“ verwendet. Im Schweizer Gesetz
werden Chemikalien als Stoffe und Zubereitungen bezeichnet.

Stoffe sind natürliche oder durch ein Produktionsverfahren hergestellte
chemische Verbindungen (als chemische Verbindung bezeichnet man eine Substanz, die aus
zwei oder mehr verschiedenen chemischen Elementen (z. B. Wasserstoff, Sauerstoff) besteht).


Zubereitungen sind Mischungen von zwei oder mehr Stoffen.

Zum Beispiel ist Natronlauge (Natriumhydroxid) ein Stoff, wenn sie aber in
einem WC-Reiniger zusammen mit anderen Stoffen enthalten ist, ist der WC-
Reiniger eine Zubereitung.




                                                                                      15
Was sind Chemikalien?

Im Schweizer Gesetz gibt es auch so genannte Gegenstände. Gegenstände bestehen
aus einem oder mehreren Stoffen oder Gemischen von Stoffen. Bei Gegenständen ist
die Form für die Funktion des Gegenstandes wichtiger als die chemische Beschaffenheit.
Gegenstände, die Chemikalien enthalten, sind z. B. Batterien oder auch ein Tisch, aus
dem Chemikalien abdampfen, die für die Behandlung des Holzes eingesetzt wurden. Alle
Dinge, deren Zweck es ist, Chemikalien an die Umgebung abzugeben, werden nicht als
Gegenstände bezeichnet, sondern sind chemische Produkte.


Z. B: Es ist nicht der Zweck des Tisches Chemikalien
zu verdampfen, sondern ein Tisch zu sein. Daher ist
der Tisch ein Gegenstand. Der Zweck einer
Mottenkugel hingegen ist es, Mottengift freizusetzen.
Die Mottenkugel ist daher nach dem Gesetz kein
Gegenstand, sondern ein chemisches Produkt. Oder:
Der Zweck eines Lufterfrischers ist es, Duftstoffe
freizusetzen, daher ist der Lufterfrischer ein
chemisches Produkt.


                                                                                    16
Wo kommen Chemikalien vor?

Chemikalien sind in vielen Produkten des täglichen Lebens enthalten. Dazu
gehören: Geschirrspülmittel, Klebstoffe, Farben, Lacke, Batterien, WC-Reiniger,
Reinigungsmittel, Waschmittel, Raumspray, Rasierschaum und so weiter.

Eine spezielle Gruppe von Chemikalien sind die Pflanzenschutzmittel. Sie
werden z. B. vom Landwirt auf dem Feld einsetzt, um die Ernte vor Schädlingen
zu schützen. Sie werden auch zum Schutz von Zimmerpflanzen oder im Garten
z.B gegen Blattläuse eingesetzt. Eine weitere Gruppe von Chemikalien sind die
Biozide wie z. B. Mottenkugeln, Mücken- oder Ameisenspray.




                                                                            17
Was sind Pflanzenschutzmittel und Biozide?

Pflanzenschutzmittel sind spezielle chemische Produkte. Der Zweck von
Pflanzenschutzmitteln ist es, wie der Name sagt, Pflanzen oder
Pflanzenerzeugnisse (z. B. Früchte, abgeerntetes Getreide etc.) z. B. vor Frass
durch Raupen, vor Blattläusen oder vor Pilzkrankheiten zu schützen.
Pflanzenschutzmittel dienen auch dazu, andere Pflanzen („Unkraut“), die
z. B. Getreide beim Wachsen hindern können, zu vernichten. Ein
Unkrautvernichtungsmittel, welches auf dem Acker angewendet wird, ist daher
z. B. ein Pflanzenschutzmittel.

Biozide sind chemische Produkte, die nicht unter die Definition der
Pflanzenschutzmittel fallen. Sie sind dazu bestimmt, schädliche Organismen
abschrecken, unschädlich zu machen oder zu zerstören. Rattengift, welches zum
Schutz der Speisekammer gestreut werden muss, ist beispielsweise ein Biozid.
Ameisenköderdosen, die ins Haus gestellt werden, um Ameisen zu vernichten,
sind ebenfalls Biozide.



                                                                             18
Welche Gefahren gehen von Chemikalien aus?


                           Gefährliche Eigenschaften

                                  Es gibt drei Kategorien von
                                  gefährlichen Eigenschaften:
                Gefährliche       -gefährliche physikalisch-chemische
Gesundheits-    physikalisch-     Eigenschaften (z. B.
gefährdende     chemische         hochentzündlich),
Eigenschaften   Eigenschaften     -gesundheitsgefährdende
                                  Eigenschaften (z. B. giftig) und
                                  - umweltgefährliche Eigenschaften.

     Umweltgefährliche            Chemikalien, die einer
      Eigenschaften               gefährlichen Eigenschaft
                                  zugeordnet werden können
                                  heißen „gefährliche Chemikalien“.


                                                                    19
Welche Gefahren gehen von Chemikalien aus?

Gefährliche Chemikalien müssen als solche gekennzeichnet werden.

Zur Kennzeichnung gehören u.a. folgende Elemente:



  Gefahrensymbol
                                     E


 Gefahrenbezeichnung.
 in diesem Fall:             Explosionsgefährlich.



Einige gefährliche Eigenschaften von Chemikalien werden nicht durch
ein Symbol dargestellt, z. B.: Entzündlich.

                                                                      20
Welche Gefahren gehen von Chemikalien aus?
Gefährliche Chemikalien werden neben den Gefahrensymbolen mit Hinweisen
auf die besonderen Gefahren, den R-Sätzen gekennzeichnet :

R-Sätze (R für Risiko) sind Hinweise auf die besonderen Gefahren, die von
Chemikalien ausgehen. Es gibt insgesamt 66 R-Sätze, nummeriert von R1
bis R 68 (Es gibt kein R13 und R47)
Beispielsweise bedeutet R1: „In trockenem Zustand explosionsgefährlich“.
Form: Zwischen den Ziffern steht:
     – ein Bindestrich (-) zur getrennten Angabe der besonderen Gefahren
        z.B. R12-36, das heißt R12 und R36 gilt. (nicht R12 bis R36)
        oder
     – ein Schrägstrich (/) zur kombinierten Angabe der besonderen
        Gefahren z.B. R36/37, das heißt aus R36 „Reizt die Augen“ und R37
        „Reizt die Atmungsorgane“ wird R36/37 „Reizt die Augen und die
        Atmungsorgane“.

Eine Liste aller R-Sätze befindet sich im Anhang (ab S.216)
                                                                        21
Wie können Unfälle mit Chemikalien vermieden werden?


Chemikalien werden mit „Ratschlägen für die sichere Verwendung“ den
S-Sätzen gekennzeichnet.

S-Sätze (S für Sicherheit) sind Ratschläge für die sichere Verwendung von
Chemikalien. Sie liefern dem Kunden wichtige Hinweise für die richtige
Verwendung und helfen somit Unfälle mit Chemikalien zu vermeiden.
Es gibt insgesamt 54 S-Sätze, nummeriert von S1 bis S 64, z. B. S1: „Unter
Verschluss aufbewahren“.
Wie bei den R-Sätzen gibt es auch für die S-Sätze die getrennte Angabe mit
dem Bindestrich (z. B. S1-13) und kombinierte S-Sätze zur kombinierten
Angabe von Sicherheitsratschlägen mit dem Schrägstrich (z. B. S29/56).


Eine Liste aller S-Sätze befindet sich im Anhang (ab S.225) .


                                                                             22
Wie können Unfälle mit Chemikalien vermieden werden?

Der Kunde ist darauf hinzuweisen, dass bei der Verwendung aller
gefährlichen Produkte grundsätzlich folgendes zu beachten ist:
• Kontakt (Einatmen, Berühren, Verschlucken) mit dem Produkt ist in
  jedem Fall zu vermeiden.
• Während der Verwendung nicht essen, trinken oder rauchen.
• Nach jeder Verwendung Hände gründlich waschen.




                                                                      23
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften




Explosionsgefährlich        Brandfördernd


                       E                             O


Hochentzündlich             Leichtentzündlich


                       F+                            F

                            Entzündlich         (kein Symbol)


                                                                24
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften



Explosionsgefährlich (E)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R2: Durch Schlag,
Reibung, Feuer oder andere Zündquellen explosionsgefährlich.



Explosionsgefährlich sind Chemikalien, wenn sie bei Erhitzen,
Erschütterung, Reibung, Feuer oder anderen Zündquellen
explodieren.
Beispiel: Feuerwerkskörper
Information für den Verwender: Bedingungen vermeiden, bei denen
Explosionsgefahr besteht (z. B. nicht in die Nähe von Feuer bringen etc.)


                                                                       25
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften



Brandfördernd (O)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 8: Feuergefahr bei
Berührung mit brennbaren Stoffen.


Brandfördernd sind Chemikalien, die in der Regel selbst nicht brennbar
sind. In Kontakt mit anderen brennbaren Chemikalien entwickeln sie aber
Hitze. Daher erhöhen sie die Brandgefahr und die Heftigkeit eines Brandes
beträchtlich.

Beispiel: Unkrautvertilgungsmittel, welches Natrium- oder Kaliumchlorat enthält
(„Unkraut-Ex“), Feuerwerkskörper
Information für den Verwender: Nicht in die Nähe von Feuer bringen.


                                                                             26
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften



Hochentzündlich (F+)
Zugehöriger R-Satz: R 12 Hoch entzündlich.


Hochentzündlich sind Chemikalien, wenn sie flüssig sind und schon bei einer
niedrigen Temperatur (z. B. Raumtemperatur) sieden. Außerdem brennen sie,
wenn der Dampf mit einer Zündquelle in Kontakt kommt. Hochentzündlich sind
Chemikalien auch, wenn sie gasförmig sind und bei gewöhnlicher Temperatur
und Normaldruck mit Luft gemischt explodieren können.

Beispiel: Spraydosen mit hochentzündlichen Treibgasen (Propan / Butan), z. B.
Haarspray und Haarschaum.
Information für den Verwender: Nicht in die Nähe von Feuer bringen, nicht in
Flammen sprühen.

                                                                           27
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften


     Leichtentzündlich (F)
     Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 15: Reagiert mit
     Wasser unter Bildung hochentzündlicher Gase.

Leichtentzündlich sind Chemikalien, wenn sie
  • sich bei Raumtemperatur an der Luft von selbst erhitzen
      und schließlich entzünden können,
  • in festem Zustand sich an Zündquellen entzünden und nach deren Entfernen
      weiterbrennen oder weiterglimmen,
  • sich in flüssigem Zustand an einer Zündquelle bei niedriger Temperatur (<21°C)
      entzünden können,
  • bei Berührung mit Wasser oder mit feuchter Luft hochentzündliche Gase in
      gefährlicher Menge bilden,
  • als Gas bei normalem Druck nach dem Anzünden an der Luft brennen.
 Beispiel: Brennspiritus, Frostschutzmittel, Benzin
 Information für den Verwender: Nicht in die Nähe von Feuer bringen, nicht in Flammen
 sprühen.

                                                                                     28
Gefahren durch physikalisch-chemische Eigenschaften


  Entzündlich
  Zugehöriger R-Satz: R 10: Entzündlich.        Kein Gefahrensymbol)


 Entzündlich sind Chemikalien, wenn sie sich in flüssigem Zustand bei
 niedriger Temperatur an einer Zündquelle entzünden können.

  Dieser gefährlichen Eigenschaft ist kein Symbol zugeordnet. Sie wird nur
  durch R10 „Entzündlich“ gekennzeichnet.

  Beispiel: manche Anstrichfarben
  Information für den Verwender: Nicht in die Nähe von Feuer
  bringen, nicht in Flammen sprühen.



                                                                             29
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften: Begriffe


Exposition = Ausgesetztsein des Körpers gegenüber Chemikalien. Ein
Bergarbeiter ist z.B gegenüber Steinstaub exponiert, ein Passivraucher
gegenüber Zigarettenrauch, ein Maler gegenüber Lösungsmitteldämpfen. Eine
Exposition muss nicht unbedingt sofort krank machen. Sie ist aber eine
mögliche Ursache für eine spätere Krankheit.




                                                                        30
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften: Begriffe




 Toxizität = Giftigkeit = Fähigkeit
 einer Chemikalie, eine
 Schädigung der Gesundheit von
 Mensch und Tier zu bewirken.
 Dies äußert sich z. B. in
 Kopfschmerzen, Atemnot,
 Benommenheit, Erbrechen…




                                                 31
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften: Begriffe



 MAK-Werte: Maximale
 Arbeitsplatzkonzentration (MAK) ist
 die Konzentration einer Chemikalie
 in der Luft am Arbeitsplatz, bei der
 im Allgemeinen die Gesundheit der
 Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt
 wird.
 Bestimmung: in der Regel durch
 Messungen am Arbeitsplatz.
 Angabe: in der Regel in mg / m3 Luft




                                                 32
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften: Begriffe




Wirkungen von Chemikalien beinhalten:


akute Wirkungen          =        sofort auftretende Wirkungen
chronische Wirkungen     =        verzögert auftretende Wirkungen




                                                                 33
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften
 Aufnahmewege

 Chemikalien können in den Körper gelangen durch

• Einatmen über die Lunge • Eindringen in die Haut • Verschlucken in den Mund,
                                                     dann in Speiseröhre,
                                                     Magen und Darm.




 Ebenfalls können Chemikalien über die Placenta der Mutter in das
 ungeborene Kind aufgenommen werden.
 Chemikalien können Gesundheitsschädigungen z. B. von Haut, Lunge,
 Darm, Nieren, Magen, Leber, Nervensystem hervorrufen.
                                                                         34
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften

Im Folgenden sind alle gesundheitsgefährdenden
Eigenschaften mit ihren Gefahrensymbolen aufgeführt, mit
denen eine Chemikalie gekennzeichnet sein muss, die eine
solche Eigenschaft besitzt.




                                                           35
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften



     Sehr giftig                     Giftig


                       T+                          T



Gesundheitsschädlich                     Reizend


                            Xn                         Xi


                            Ätzend


                                         C
                                                            36
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Sensibilisierend
                           oder

                     Xn           Xi

Krebserzeugend                         Das gleiche
                                       Gefahrensymbol kann
                                       hier mehrere
                                       gesundheits-
                                       gefährdende
Erbgutverändernd                       Eigenschaften
                           oder
                                       bezeichnen. Zur
                                       Unterscheidung der
                      T           Xn   Eigenschaften dienen
                                       die
Fortpflanzungs                         R-Sätze
gefährdend                             (siehe ab S. 41)

                                                      37
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Sehr giftig (T+)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 26:
Sehr giftig beim Einatmen.


Sehr giftig sind Chemikalien, wenn sie in sehr geringer Menge beim
Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen
oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

Sehr giftige Produkte dürfen nicht an Privatpersonen verkauft werden.

Beispiel: manche Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren, Brom, weisser Phosphor,
Cyankali
Information für den Verwender: Jeglichen Kontakt mit dem menschlichen Körper
vermeiden und bei Unwohlsein sofort den Arzt aufsuchen.

                                                                         38
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Giftig (T)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 24
Giftig bei Berührung mit der Haut.




Giftig sind Chemikalien, wenn sie in geringer Menge beim Einatmen,
Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder
akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

Beispiel: einige Biozide, Phenol, Methanol
Information für den Verwender: Jeglichen Kontakt mit dem menschlichen
Körper vermeiden und bei Unwohlsein sofort den Arzt aufsuchen.


                                                                        39
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Ätzend (C)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 35
Verursacht schwere Verätzungen.



Ätzend sind Chemikalien, wenn sie lebendes Gewebe bei Berührung
zerstören, d.h. Haut und Augen verätzen.

Beispiel: Abflussreiniger, viele Entkalker
Information für den Verwender: Dämpfe nicht einatmen und Berührung mit
Haut, Augen und Kleidung vermeiden (z. B. Handschuhe anlegen, Brille tragen,
Schutzkleidung tragen. Bei Kontakt sofort mit viel Wasser abwaschen).



                                                                          40
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Gesundheitsschädlich (Xn)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 22
Gesundheitsschädlich beim Verschlucken.


Gesundheitsschädlich sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen,
Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute
oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

Beispiel: Abbeizmittel, Entfettungsmittel
Information für den Verwender: Kontakt mit dem menschlichen Körper, auch
einatmen der Dämpfe, vermeiden und bei Unwohlsein den Arzt aufsuchen.




                                                                       41
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Reizend (Xi)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 36
Reizt die Augen.


Reizend sind Chemikalien, wenn sie ohne ätzend zu sein bei
kurzzeitigem, länger andauerndem oder wiederholtem Kontakt
mit Haut oder Schleimhaut eine Entzündung hervorrufen können.


Beispiel: Maschinen-Geschirrspülmittel
Information für den Verwender: Dämpfe nicht einatmen und
Berührung mit der Haut und den Augen vermeiden.



                                                                42
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Sensibilisierend (Xn oder Xi)
Bei Einatmen:                           Über die Haut:
R42:                                    R43:
Sensibilisierung durch                  Sensibilisierung durch
Einatmen möglich                        Hautkontakt möglich

                      Xn                               Xi
Sensibilisierend sind Chemikalien, wenn sie bei Einatmen oder Aufnahme
über die Haut Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können (z. B.
Asthma, Hautausschläge), so dass bei späterem Kontakt mit der
Chemikalie charakteristische Störungen („Allergien“) auftreten.
Beispiel: Gewisse isocyanathaltige Leime, Isothiazolinonsalze (z.B Farbkonservierungsmittel)
Information für den Verwender: Wenn sensibilisierend durch Einatmen: Jeglichen Kontakt
durch Einatmen von Gas/Dampf/Rauch/Aerosol vermeiden. Wenn sensibilisierend über die
Haut: Jeglichen Kontakt durch Berührung mit der Haut vermeiden.


                                                                                     43
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften

Krebserzeugend (kanzerogen)
Kategorie (kat) 1 und 2                       Kategorie (kat) 3
(Chemikalie ist erwiesenermassen              (Chemikalie steht im
krebserzeugend: R45: Kann Krebs               Verdacht, Krebs zu
erzeugen; R49: Kann Krebs                     erzeugen: R40: Verdacht auf
erzeugen beim Einatmen)                       krebserzeugende Wirkung)
                                    T                                       Xn
Krebserzeugend sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken
oder Aufnahme über die Haut Krebs erregen oder die Krebshäufigkeit
erhöhen.
Krebserzeugende Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an
Privatpersonen verkauft werden.
Beispiele: Kat 1: Manche Erdölprodukte (Benzol), Asbest, Kat 2: Acrylnitril, Bromethan
Information für den Verwender: Jeglichen Kontakt mit dem menschlichen Körper vermeiden.


                                                                                 44
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften


Erbgutverändernd (teratogen)
Kategorie 1 und 2                       Kategorie 3
(Chemikalie ist erwiesenermassen        (Chemikalie steht im Verdacht,
erbgutverändernd: R46: Kann             das Erbgut zu verändern: R68:
vererbbare Schäden verursachen)         Irreversibler Schaden möglich)

                                   T                                     Xn
Erbgutverändernd sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen,
Verschlucken oder Aufnahme über die Haut vererbbare genetische
Schäden zur Folge haben oder deren Häufigkeit erhöhen.
Erbgutverändernde Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an
Privatpersonen verkauft werden.
Beispiel: Diethylsulfat, 2-Nitrotoluol
Information für den Verwender: Jeglichen Kontakt mit dem Körper vermeiden
und bei Kontakt umgehend den Arzt aufsuchen.

                                                                              45
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften

Fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)
Kategorie 1 und 2                              Kategorie 3
                                               (Chemikalie steht im Verdacht, die
(Chemikalie ist erwiesenermassen
                                               Fortpflanzung zu gefährden:
fortpflanzungsgefährdend:
                                               R62: Kann möglicherweise die
R60: Kann die Fortpflanzungsfähigkeit
                                               Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen;
beeinträchtigen; R61: Kann das Kind im
                                               R63: Kann das Kind im Mutterleib
Mutterleib schädigen)                    T     möglicherweise schädigen)                  Xn

Fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch) sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen,
Verschlucken oder Aufnahme über die Haut nicht vererbbare Schäden der Nachkommenschaft
hervorrufen oder deren Häufigkeit erhöhen (fruchtschädigend) oder eine Beeinträchtigung der
männlichen oder weiblichen Fortpflanzungsfunktionen oder -fähigkeiten zur Folge haben.
Fortpflanzungsgefährdende Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an
Privatpersonen verkauft werden.

Beispiel: Blei und Bleiverbindungen (z.B „Bleimeninge“)
Information für den Verwender: Jeglichen Kontakt mit dem Körper vermeiden.

                                                                                          46
Umweltgefährliche Eigenschaften


Umweltgefährlich (N)
Beispiel für einen zugehörigen R-Satz: R 50/53
Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern
längerfristig schädliche Wirkung haben.
                                                       N

Umweltgefährlich sind Chemikalien, wenn sie die Gesundheit von
Lebewesen, d. h. Tieren oder Pflanzen, gefährden.

Beispiel: viele Insektizide, Schädlingsbekämpfungsmittel, Biozide
Information für den Verwender: Je nach Gefährdungspotential nicht in
Kanalisation, Boden oder Umwelt gelangen lassen. Besondere
Entsorgungsvorschriften beachten!




                                                                       47
  Übersicht über alle gefährlichen Eigenschaften

Gesundheitsgefährdende Eigenschaften
Sehr giftig                              T+   Gefährliche physikalisch-
Giftig (einschliesslich                       chemische Eigenschaften
krebserzeugend, fruchtschädigend und     T
erbgutschädigend Kategorien 1 und 2)

Ätzend                                        Explosionsgefährlich     E
                                         C
Gesundheitsschädlich                          Brandfördernd            O
(einschliesslich krebserzeugend,
                                         Xn
fruchtschädigend und erbgutschädigend         Hochentzündlich          F+
Kategorie 3, und sensibilisierend beim
Einatmen)                                     Leichtentzündlich        F
Reizend (einschliesslich
sensibilisierend über die Haut)          Xi   Entzündlich     (Kein Symbol)



                 Umweltgefährliche Eigenschaften
                    Umweltgefährlich        N
                                                                      48
Einstufung


Als Einstufung bezeichnet man die Zuordnung von


• Gefahrensymbolen
• und Hinweisen auf die besonderen Gefahren (R-Sätze)
  zu Chemikalien.




                      Die Einstufung wird vom Hersteller oder Importeur
                      vorgenommen.


                                                                          49
  Einstufung
  Die Einstufung von Chemikalien beruht auf:

chemisch-physikalischen
   Daten (physikalisch-
                              Daten aus Tierversuchen
chemische Eigenschaften)
                                    (z. B. Ratten)
                              (gesundheitsgefährdende
                                   Eigenschaften)




          Versuchen mit
        Wasserorganismen
           (z. B. Fische,
        Wasserflöhe, Algen)
        (umweltgefährliche
          Eigenschaften)

                                                        50
      Einstufung

      Die Einstufung von chemischen Produkten, wenn sie Gemische verschiedener
      Stoffe sind (Definition Stoff siehe S. 13), wird nach genau definierten Regeln
      vorgenommen. Die Einstufung des Produktes ergibt sich dabei rechnerisch aus
      der Einstufung der Stoffe.
      Beispiel:

                Stoff 1                                    Stoff 2                                     Stoff 3
Physikalisch   Gesundheits-   Umweltge-     Physikalisch   Gesundheits-   Umweltge-     Physikalisch    Gesundheits-   Umweltge-
-chemische     gefährdende    fährliche     -chemische     gefährdende    fährliche     -chemische      gefährdende    fährliche
Eigenschaf-    Eigenschaf-    Eigenschaf-   Eigenschaf-    Eigenschaf-    Eigenschaf-   Eigenschaf-     Eigenschaf-    Eigenschaf-
ten 1          ten 1          ten 1         ten 2          ten 2          ten 2         ten 3           ten 3          ten 3




                                            Physikalisch   Gesundheits-   Umweltge-
                                            -chemische     gefährdende    fährliche
                                            Eigenschaf-    Eigenschaf-    Eigenschaf-
                                            ten Produkt    ten Produkt    ten Produkt

                                                           Produkt
                                                                                                                         51
Für welche Produkte besteht die Beratungspflicht?

Die Beratungspflicht besteht nach Artikel 81 der Chemikalienverordnung für
besonders gefährliche Produkte.
Besonders gefährliche Produkte sind gekennzeichnet mit:


       T+   • Sehr giftig (Produkte, die mit „Sehr giftig“ gekennzeichnet
              sind, dürfen nicht an Privatpersonen verkauft werden.)

       T    • Giftig (Biozide, die mit „giftig gekennzeichnet sind, dürfen
              nicht an Privatpersonen verkauft werden.

       C    • Ätzend


       E    • Explosionsgefährlich


                                                                             52
Für welche Produkte besteht die Beratungspflicht?
Besonders gefährliche Produkte sind gekennzeichnet mit (Fortsetzung):


       F   • Leicht entzündlich mit den R-Sätzen
               • R15         Reagiert mit Wasser unter Bildung
                             hochentzündlicher Gase, oder
               • R17         Selbstentzündlich an der Luft


       N • Umweltgefährlich mit dem R-Satz
               • R50/53      Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in
                             Gewässern längerfristig schädliche Wirkung
                             haben

• Chemikalien, die der Selbstverteidigung dienen (z.B Pfeffersprays)


                                                                          53
Für welche Produkte besteht die Beratungspflicht?

Besonders gefährliche Produkte sind gekennzeichnet mit (Fortsetzung):


  • Mit einem der folgenden R-Sätze, die auf weitere physikalisch-
    chemische Gefahren hinweisen:
      • R1     In trockenem Zustand explosionsgefährlich
      • R4     Bildet hoch empfindliche explosionsgefährliche
               Metallverbindungen
      • R5     Beim Erwärmen explosionsfähig
      • R6     Mit und ohne Luft explosionsfähig
      • R16    Explosionsgefährlich in Mischung mit brandfördernden
               Stoffen
      • R19    Kann explosionsfähige Peroxide bilden, oder
      • R44    Explosionsgefahr bei Erhitzen unter Einschluss.

                                                                        54
Was ist beim Verkauf von besonders gefährlichen Produkten zu beachten?




     Besonders gefährliche Produkte dürfen nicht in Selbstbedienung
     verkauft werden (Artikel 78 Chemikalienverordnung). Sie müssen im
     Geschäft für Unbefugte unzugänglich aufbewahrt werden. z.B. in
     einem speziellen, abgeschlossenen Schrank.




                                                                         55
Kennzeichnung

Als Kennzeichnung bezeichnet man die Angaben auf der Verpackung von
Chemikalien (Etikette), welche die Gefahren näher beschreiben, die von den
Chemikalien ausgehen.

Etikette
Auf der Etikette finden sich die wichtigsten Informationen über das Produkt
in Kurzform.

Eine Reihe von Fragen lassen sich daher bereits anhand der Etikette klären:
- Wo finde ich Angaben über die Inhaltsstoffe des Produktes?
- Wo finde ich Angaben über die möglichen Gefahren, die von dem Produkt
  ausgehen?
- Wo finde ich Hinweise darauf, wie der Kunde das Produkt in sicherer Weise
  verwenden kann?
- Wo finde ich Adresse und Telefonnummer des Herstellers?


                                                                             56
Beispiel-Etikette

Inhaltsstoffe:
Auf der Etikette sind die gefährlichen Chemikalien, die im Produkt oberhalb einer
festgelegten Konzentration enthalten sind, angegeben. Diese Information ist z. B. wichtig
für den Arzt bei einem Unfall.


                                             WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml

                                             Gefahrenhinweise (R-Sätze)
Wo finde ich                                 R35          Verursacht schwere Verätzungen.
                                                          Provoque des graves brûlures.
Angaben


   ?
                                             Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
über die                                     S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Inhaltsstoffe                                S26
                                                            Conserver hors de portée des enfants.
                                                            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
des                                                         Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                                            En cas de contact avec les yeux, laver immédiatement
Produktes?                                                  et abondamment avec de l'eau et consulter un
                       ätzend corrosif (C)                  spécialiste.
                                             S30            Niemals Wasser dazugiessen.
                            enthält:                        Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.
                         Schwefelsäure
                        acide sulfurique

                            Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00



                                                                                                               57
Beispiel-Etikette

Mögliche
Gefahren:
Auf der Etikette sind
die möglichen
Gefahren durch das
                         Wo finde ich Angaben über die
                         möglichen Gefahren, die vom
                         Produkt ausgehen?

                               c
                                           ?
                                            WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml
Gefahrensymbol
                                            Gefahrenhinweise (R-Sätze)
die Gefahren-                               R35          Verursacht schwere Verätzungen.
bezeichnung sowie                                        Provoque des graves brûlures.

durch die R-Sätze                           Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                                                                           R-Sätze
angegeben. In                               S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
                                                           Conserver hors de portée des enfants.
diesem Beispiel ist                         S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
der Kunde darauf
                               Gefahrensymbol              Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                                           En cas de contact avec les yeux, laver immédiatement
hinzuweisen, dass                                          et abondamment avec de l'eau et consulter un
                        ätzend corrosif                    spécialiste.
es sich um ein                              S30            Niemals Wasser dazugiessen.
ätzendes Produkt            enthält:                       Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.

handelt, d.h. es         Schwefelsäure
                        acide sulfurique   Gefahrenbezeichnung
kann Haut und
Augen verätzen.            Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00



                                                                                                            58
  Beispiel-Etikette
                                                                                     Wo finde ich Hinweise

Sicherer Umgang:
Auf der Etikette sind
Hinweise für den
sicheren Umgang mit
                                                   c
                                                                                     darauf, wie der Kunde das
                                                                                     Produkt in sicherer Weise
                                                                                     verwenden kann?  ?
                                                                     WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml
dem Produkt durch
S-Sätze angegeben.                                                   Gefahrenhinweise (R-Sätze)
                                                                     R35          Verursacht schwere Verätzungen.
In diesem Beispiel ist                                                            Provoque des graves brûlures.
der Kunde darauf
                                                                     Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                                                                                                                  S-Sätze
hinzuweisen, dass das                                                S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Produkt von Kindern                                                                 Conserver hors de portée des enfants.
                                                                     S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
fernzuhalten ist, was                                                               Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
bei Kontakt mit den                                                                 En cas de contact avec les yeux, laver immédiatement
                                                                                    et abondamment avec de l'eau et consulter un
Augen zu tun ist und                       ätzend corrosif                          spécialiste.
dass man kein Wasser                                                 S30            Niemals Wasser dazugiessen.
                                                                                    Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.
zum Produkt dazu                               enthält:
                                            Schwefelsäure
giessen(*) darf.                           acide sulfurique

                                               Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00

(*) Anmerkung: In diesem Fall erscheinen S26 und S30 widersprüchlich zu sein: einmal soll Wasser verwendet werden (S26) und einmal soll
kein Wasser dazugegossen werden (S30). Dabei kommt es auf das Verhältnis von Wasser zu Produkt an. Wird wenig Wasser zum Produkt
gegeben, kann es zur Erhitzung des Produktes und evtl. zum Verspritzen kommen (Säure). Bei Berührungen mit den Augen handelt es sich aber   59
wahrscheinlich nur um sehr geringe Mengen des Produktes, so dass keine Gefahr besteht, wenn Wasser hinzugegeben wird.
Beispiel-Etikette

Adresse und Telefonnummer:
Auf der Etikette sind Adresse und Telefonnummer des Herstellers angegeben. Diese Information
ist wichtig, wenn der Hersteller z. B. wegen fehlender Information kontaktiert werden muss.


          c
                        WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml

                        Gefahrenhinweise (R-Sätze)
                        R35          Verursacht schwere Verätzungen.
                                     Provoque des graves brûlures.

                        Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                        S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
                                       Conserver hors de portée des enfants.
                                                                                              Wo finde ich


    ätzend corrosif

       enthält:
                        S26




                        S30
                                       Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
                                       Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                       En cas de contact avec les yeux, laver immédiatement
                                       et abondamment avec de l'eau et consulter un
                                       spécialiste.
                                       Niemals Wasser dazugiessen.
                                       Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.
                                                                                                  ?
                                                                                              Adresse und
                                                                                              Telefonnummer
                                                                                              des Herstellers?

    Schwefelsäure
   acide sulfurique

       Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00


                                                                                                            60
 Beispiel-Etikette: Zusammenfassung


Wo finde ich             c
                                     WC-Reiniger - Nettoyant WC, 500 ml                               Wo finde
Angaben über                                                                                          ich


   ?
                                     Gefahrenhinweise (R-Sätze)
die möglichen                        R35          Verursacht schwere Verätzungen.                     Hinweise


                                                                                                       ?
                                                  Provoque des graves brûlures.
Gefahren, die                                                                                         darauf, wie
vom Produkt                          Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                     S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.     der Kunde
ausgehen?                                           Conserver hors de portée des enfants.
                                                                                                      das Produkt
                                     S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich
                                     mit            Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                                    En cas de contact avec les yeux, laver
                                                                                                      in sicherer
                  ätzend corrosif
                                     immédiatement
                                     consulter un spécialiste.
                                                                    et abondamment avec de l'eau et   Weise
Wo finde ich                         S30            Niemals Wasser dazugiessen.                       verwenden
                                                    Ne jamais verser de l'eau dans ce produit.
                      enthält:
Angaben            Schwefelsäure
                                                                                                      kann?


  ?
                  acide sulfurique
über die
Inhaltsstoffe      Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00

des
Produktes?

                                                   ?
                Wo finde ich Adresse und Telefonnummer des Herstellers?

                                                                                                           61
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




 1. Wie werden leichtentzündliche Chemikalien gekennzeichnet?

 • a mit folgendem Symbol:

 • b mit folgendem Symbol:

 • c mit der Bezeichnung "leichtentzündlich„

 • d mit dem Kennbuchstaben "F+"




                                                                62
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




   2. Das Gefahrensymbol       kann bedeuten:

   • a gesundheitsschädlich

   • b giftig

   • c explosionsgefährlich

   • d reizend



                                                63
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




 3. Wie lautet die Gefahrenbezeichnung einer Chemikalie mit
 folgendem Gefahrensymbol?
                                     T
 • a giftig

 • b reizend

 • c umweltgefährlich

 • d gesundheitsschädlich


                                                              64
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




  4. Was sind R-Sätze?

  a Hinweise auf besondere Gefahren

  b Sicherheitsratschläge für den Umgang mit einem Produkt

  c vom Hersteller freiwillig anzugebende Standardsätze

  d Sätze für Erste-Hilfe-Massnahmen in Punkt 4 des Sicherheitsdatenblatts



                                                                         65
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




  5. Welche Wirkungen sind laut Definition gesundheitsgefährdend?

  a entzündlich

  b reizend

  c erbgutverändernd

  d ätzend



                                                                    66
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




      6. Welche Angaben finden sich auf einer Etikette?

      a S-Sätze

      b Adresse des Herstellers

      c Erste-Hilfe-Massnahmen

      d MAK-Werte



                                                          67
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




   7. Welche physikalisch-chemischen Eigenschaften sind laut
      Definition gefährlich?

   a gasförmig

   b entzündlich

   c staubförmig

   d brandfördernd



                                                               68
Kontrollfragen


Einstufung und Kennzeichnung




  8. Wo finde ich die Gefahreninformationen über ein Produkt?

  a in Fachbüchern

  b in der Gebrauchsanweisung

  c auf der Etikette

  d im Sicherheitsdatenblatt




                                                                69
Kontrollfragen


Beratungspflicht




 9. Für den Verkauf welcher Produkte muss ich den Kunden beraten?

 a giftig

 b Leicht entzündlich mit dem R-Satz R17: Selbstentzündlich an der Luft

 c sensibilisierend mit R42 oder 43

 d reizend



                                                                          70
Kontrollfragen


Beratungspflicht




  10. Für den Verkauf welcher Produkte muss ich den Kunden beraten?

  a gesundheitsschädlich

  b umweltgefährlich mit R 50/53

  c brandfördernd mit R7

  d gekennzeichnet mit R16: Explosionsgefährlich in Mischung mit
    brandfördernden Stoffen



                                                                      71
Kontrollfragen


Beratungspflicht



11. Muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt ausschliesslich            F
mit folgendem Gefahrensymbol gekennzeichnet ist?

a Das Produkt ist leicht entzündlich. Wenn es auch noch mit R15
  „Reagiert mit Wasser unter Bildung hochentzündlicher Gase“, oder
  R17 „Selbstentzündlich an der Luft“ gekennzeichnet ist, muss ich
  den Kunden beraten.

b Das Produkt ist hochentzündlich. Es besteht keine Beratungspflicht.

c Das Produkt ist entzündlich. Es besteht keine Beratungspflicht.

d Das Produkt ist brandfördernd. Es besteht keine Beratungspflicht.
                                                                        72
Sicherheitsdatenblatt (SDB)



 Warum braucht es Sicherheitsdatenblätter?
    o Um den Schutz der Gesundheit, die Sicherheit am Arbeitsplatz,
       sowie den Schutz der Umwelt zu gewährleisten.
 Woher bekomme ich Sicherheitsdatenblätter?
    o Für alle gefährlichen Chemikalien muss der Lieferant (Hersteller)
       SDB„s bereitstellen. Er ist verpflichtet, diese bei der ersten Lieferung
       z.B an das Detailhandelsgeschäft abzugeben.
    o Jedes Geschäft muss dafür sorgen, dass SDB„s an einem zentralen
       Ort aufbewahrt werden.
 Wie lange müssen Sicherheitsdatenblätter aufbewahrt werden?
    o Ein Geschäft muss SDB„s solange aufbewahren, wie die betreffende
       Chemikalie sich im Sortiment befindet.



                                                                                  73
Inhalte eines Sicherheitsdatenblattes
16 Punkte (Kapitel):
1. Bezeichnung der Chemikalie / des Produktes (Stoff / Zubereitung) und
    Firmenbezeichnung
2. Zusammensetzung / Angaben zu Inhaltsstoffen
3. Mögliche Gefahren
4. Erste-Hilfe-Massnahmen
5. Massnahmen zur Brandbekämpfung
6. Massnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
7. Handhabung und Lagerung
8. Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung
9. Physikalisch-chemische Eigenschaften
10. Stabilität und Reaktivität
11. Angaben zur Toxikologie      Viele Fragen über die gefahrlose
12. Angaben zur Ökologie         Benutzung der Chemikalie und die
13. Hinweise zur Entsorgung      Vermeidung von Unfällen lassen sich
14. Angaben zum Transport        anhand des Sicherheitsdatenblattes
15. Vorschriften                 klären. Anhand eines Beispiels werden
16. Sonstige Angaben             im Folgenden die einzelnen Punkte des
                                 Sicherheitsdatenblattes erläutert.
                                                                          74
 Sicherheitsdatenblatt




             ?
  Wo finde ich Angaben über             Im Punkt 1 des
  den Verwendungszweck des              Sicherheitsdatenblattes ist der
  Produktes?                            Verwendungszweck angegeben.


                 SICHERHEITSDATENBLATT
                       Raumspray Zitronenduft
1. STOFF- / ZUBEREITUNGS- UND FIRMENBEZEICHNUNG

Chemische Charakterisierung     Raumspray mit Butan/Propan, Ethanol und
                       Parfümen (Aerosolpackung).
Hersteller/Lieferant   Firma Mustermann
                       Musterstrasse 2
                       CH-0000 Musterdorf
                       Schweiz
                       Tel. +41-11-111-1111
Notrufnummer +41-00-000-0000
                                                                          75
 Sicherheitsdatenblatt

                                  Adresse und Telefonnummer:
                                  In Punkt 1 des Sicherheitsdatenblatts sind


             ?
  Wo finde ich die Adresse und
                                  Adresse und Telefonnummer des Herstellers
  Telefonnummer der               angegeben. Diese Information ist wichtig, wenn
  Herstellerfirma?                der Hersteller z. B. wegen fehlender oder
                                  zusätzlicher Information kontaktiert werden muss.

                 SICHERHEITSDATENBLATT
                       Raumspray Zitronenduft
1. STOFF- / ZUBEREITUNGS- UND FIRMENBEZEICHNUNG

Chemische Charakterisierung      Raumspray mit Butan/Propan, Ethanol und
                       Parfümen (Aerosolpackung).
Hersteller/Lieferant   Firma Mustermann
                       Musterstrasse 2
                       CH-0000 Musterdorf
                       Schweiz
                       Tel. +41-11-111-1111
Notrufnummer +41-00-000-0000
                                                                               76
 Sicherheitsdatenblatt

                                      Notrufnummer:
                                      In Punkt 1 des Sicherheitsdatenblatts ist die


              ?
  Welche Nummer gibt Auskunft
                                      Notrufnummer des Herstellers angegeben, die im
  ist im Notfall / bei einem Unfall   Falle eines Unfalls mit dem Produkt kontaktiert
  mit dem Produkt?                    werden kann. In jedem Fall sollte bei einem Unfall
                                      aber ein Arzt kontaktiert werden.

                 SICHERHEITSDATENBLATT
                       Raumspray Zitronenduft
1. STOFF- / ZUBEREITUNGS- UND FIRMENBEZEICHNUNG

Chemische Charakterisierung      Raumspray mit Butan/Propan, Ethanol und
                       Parfümen (Aerosolpackung).
Hersteller/Lieferant   Firma Mustermann
                       Musterstrasse 2
                       CH-0000 Musterdorf
                       Schweiz
                       Tel. +41-11-111-1111
Notrufnummer +41-00-000-0000
                                                                                   77
 Sicherheitsdatenblatt
Aus welchen Inhaltsstoffen        Inhaltsstoffe:


           ?
besteht das Produkt und wie
hoch ist der prozentuale Anteil
der Inhaltsstoffe im Produkt?
                                  In Punkt 2 des Sicherheitsdatenblatts sind die Inhaltsstoffe,
                                  die oberhalb bestimmter Konzentrationsgrenzen im Produkt
                                  enthalten sind, und der prozentuale Anteil
                                  (Konzentrationsbereich) aufgelistet. Diese Information ist z.
                                  B. wichtig für den Arzt bei einem Unfall.


    2. ZUSAMMENSETZUNG / ANGABEN ZU INHALTSSTOFFEN
    Gefährliche Inhaltsstoffe    Enthält:
        ca. 45-55% Propan/Butan. CAS-Nr. 74-98-6 / 106-97-8;
        EINECS-Nr. 200-827-9 / 203-448-7 Symbole: F+; R-Sätze: R12
         ca. 15-20% Ethanol. CAS-Nr. 64-17-5 ; EINECS-Nr. 200-578-6
         Symbole: F; R-Sätze: R11
         ca. 10-20% Parfümöle.
         Symbole: Xn, N; R-Sätze: R10-38-50/53-65
         ca. 3-4% Aldehyde.
         Symbole: Xi; R-Sätze: R38-52/53
         ca. 1-5% ätherisches Öl.
         Symbole: Xi; R-Sätze: R38-43                                                      78
 Sicherheitsdatenblatt
                               Mögliche Gefahren


            ?
  Wie gefährlich sind die      In Punkt 2. Sie werden durch das Gefahrensymbol
                               (Buchstaben- und/oder Bild-Kennzeichnung) sowie
  Inhaltsstoffe?
                               durch die R-Sätze angegeben. Die R-Sätze für die
                               Inhaltsstoffe sind im Kapitel 16 des
                               Sicherheitsdatenblatts im Wortlaut aufgeführt.


        2. ZUSAMMENSETZUNG / ANGABEN ZU INHALTSSTOFFEN
        Gefährliche Inhaltsstoffe    Enthält:
            ca. 45-55% Propan/Butan. CAS-Nr. 74-98-6 / 106-97-8;
            EINECS-Nr. 200-827-9 / 203-448-7 Symbole: F+; R-Sätze: R12
            ca. 15-20% Ethanol. CAS-Nr. 64-17-5 ; EINECS-Nr. 200-578-6
Gefahren-   Symbole: F; R-Sätze: R11
symbol      ca. 10-20% Parfümöle.
            Symbole: Xn, N; R-Sätze: R10-38-50/53-65
            ca. 3-4% Aldehyde.                 R-Sätze
            Symbole: Xi; R-Sätze: R38-52/53
            ca. 1-5% ätherisches Öl.
            Symbole: Xi; R-Sätze: R38-43                                      79
Sicherheitsdatenblatt
Identifikationsnummern:
Auf den meisten Sicherheitsdatenblättern sind in Punkt 2 Nummern für die eindeutige
Identifizierung der Inhaltsstoffe angegeben. Die wichtigsten Identifikationsnummern sind die
CAS-Nummer (Chemical Abstract Service, internationale Identifikationsnummer) und die
EINECS-Nummer (European Inventory of Existing Commercial Substances).



    2. ZUSAMMENSETZUNG / ANGABEN ZU INHALTSSTOFFEN
    Gefährliche Inhaltsstoffe    Enthält:
        ca. 45-55% Propan/Butan. CAS-Nr. 74-98-6 / 106-97-8;
        EINECS-Nr. 200-827-9 / 203-448-7 Symbole: F+; R-Sätze: R12
          ca. 15-20% Ethanol. CAS-Nr. 64-17-5 ; EINECS-Nr. 200-578-6
          Symbole: F; R-Sätze: R11
          ca. 10-20% Parfümöle.
          Symbole: Xn, N; R-Sätze: R10-38-50/53-65
          ca. 3-4% Aldehyde.
          Symbole: Xi; R-Sätze: R38-52/53
          ca. 1-5% ätherisches Öl.
          Symbole: Xi; R-Sätze: R38-43
                                                                                               80
 Sicherheitsdatenblatt
                               Mögliche Gefahren
                               In Punkt 3: Sie werden durch das Gefahrensymbol und R-
                               Sätze angegeben. In diesem Beispiel ist der Kunde darauf
                               hinzuweisen, dass es sich um ein hochentzündliches, reizendes


          ?
Wie gefährlich ist das
Produkt?
                               und umweltgefährliches Produkt handelt. D.h es darf nicht in
                               Flammen gesprüht werden (F+), es kann Entzündungen
                               hervorrufen (Xi) und es darf nicht in die Kanalisation oder in
                               offene Gewässer gelangen (N).


                  3. MÖGLICHE GEFAHREN
                                                 Gefahrensymbole
                 Gefahrenbezeichnung           F+ - Hochentzündlich
                                               Xi - Reizend
                                               N - Umweltgefährlich
                 Besondere Gefahrenhinweise
                     R12    Hochentzündlich.
                     R38    Reizt die Haut.
         R-Sätze     R 36   Kann Augenreizungen hervorrufen.
                     R43    Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
                     R51/53 Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern
                            längerfristig schädliche Wirkungen haben     81
  Sicherheitsdatenblatt

                            Mögliche Gefahren
                            In Punkt 3. Sie werden durch R-Sätze weiter beschrieben.
                            Aus den hier aufgeführten R-Sätzen ist beispielsweise zu



       ?
Was muss der Kunde bei      entnehmen, dass das Produkt auf keinen Fall mit der Haut
der Verwendung              und den Augen in Kontakt gebracht werden darf, und es
allgemein beachten?         nicht in Gewässer gelangen darf.


           3. MÖGLICHE GEFAHREN

           Gefahrenbezeichnung          F+ - Hochentzündlich
                                        Xi – Reizend (Sensibilisierend)
                                        N - Umweltgefährlich
          Besondere Gefahrenhinweise
             R12     Hochentzündlich.
             R38     Reizt die Haut.
  R-Sätze
             R 36    Kann Augenreizungen hervorrufen.
             R43     Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
             R51/53 Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern
                     längerfristig schädliche Wirkungen haben                      82
 Sicherheitsdatenblatt

                              Massnahmen bei einem Unfall:
                              In Punkt 4. Hier sind die Massnahmen zur Ersten Hilfe für
                              verschiedene Expositionswege aufgelistet. Bei diesem



      ?
Welche Massnahmen müssen      Produkt ist der Kunde z. B. zu informieren, dass bei Kontakt
bei einem Unfall mit dem      mit dem Produkt sofort mit Wasser gespült werden muss
Produkt ergriffen werden?     und unter gewissen Umständen ein Arzt aufzusuchen ist.




       4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
       Nach Einatmen        Sofort an die frische Luft.
       Nach Hautkontakt     Sofort mit viel Wasser abwaschen. Bei
                            allergischer Reaktion einen Arzt konsultieren.
       Nach Augenkontakt Gründlich mit Wasser ausspülen und Arzt
                         konsultieren.
       Nach Verschlucken Sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung
                         oder Etikett vorzeigen.
                                                                                   83
Sicherheitsdatenblatt

                          In Punkt 4 ist beschrieben, in welchen Fällen ein Arzt
                          aufzusuchen ist. Bei diesem Produkt ist der Kunde z.B.
 In welchen Fällen        zu informieren, dass bei allergischer Reaktion,


      ?
 muss ein Arzt
 aufgesucht
 werden?
                          Augenkontakt oder bei Verschlucken ein Arzt aufzusuchen
                          ist und diesem die Verpackung oder das Etikett des
                          Produktes gezeigt werden soll.




      4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
      Nach Einatmen       Sofort an die frische Luft.
      Nach Hautkontakt    Sofort mit viel Wasser abwaschen. Bei
                          allergischer Reaktion einen Arzt konsultieren.
      Nach Augenkontakt Gründlich mit Wasser ausspülen und Arzt
                        konsultieren.
      Nach Verschlucken Sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung
                        oder Etikett vorzeigen.
                                                                             84
  Sicherheitsdatenblatt

                                     Besonderes Mittel (Antidot):
                                     In Punkt 4 mancher Sicherheitsdatenblätter ist ein



       ?
Ist ein besonderes Mittel            Gegenmittel (Antidot, hier: Calciumgluconat) genannt,
erforderlich, das bei einem Unfall   welches im Vergiftungsfall zu verabreichen ist. Der
verabreicht werden muss?             Kunde muss darauf hingewiesen werden, dass Dieses
                                     bei Verwendung des Produktes verfügbar sein muss.



          4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
          Nach Hautkontakt: Sofort mit viel Wasser abwaschen, dann
          Calciumgluconatgel auftragen und vom Arzt Calciumgluconat-
          Lösung spritzen lassen. Siehe gesondertes Hinweisblatt!
          Nach Augenkontakt: Sofort mindestens 15 Minuten bei
          geöffnetem Lidspalt mit Wasser spülen. Augenarzt!
          Nach Kleidungskontakt: Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort
          ausziehen.


                                                                                      85
 Sicherheitsdatenblatt
                                    Löschmittel:
                                    In Punkt 5 des Sicherheitsdatenblatts wird


           ?
Im Falle eines Brandes: Welche      darauf verwiesen, was im Falle eines Brandes
Löschmittel dürfen / dürfen nicht   des Produktes zu tun ist. In diesem Beispiel
      verwendet werden?             sind geeignete Löschmittel Kohlendioxid (CO2),
                                    Löschpulver oder Wassersprühstrahl.
                                    Wichtig: Auch ungeeignete Löschmittel sind
                                    aufgeführt


  5. MASSNAHMEN ZUR BRANDBEKÄMPFUNG
  Geeignete Löschmittel: CO2, Löschpulver oder Wassersprühstrahl.
  Grösseren Brand mit Wassersprühstrahl oder Schaum bekämpfen.
  Aus Sicherheitsgründen ungeeignete Löschmittel: Wasser im
  Vollstrahl.
  Nach Kleidungskontakt: Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort
  ausziehen.
  Weitere Angaben: Kontaminiertes Löschwasser getrennt sammeln, darf
  nicht in die Kanalisation gelangen. Gefährdete Behälter mit
  Wassersprühstrahl kühlen.
                                                                                86
 Sicherheitsdatenblatt

                       Im Brandfall:
                       In Punkt 5 des Sicherheitsdatenblatts finden sich weitere
                       Hinweise. z. B. Schutzausrüstung und Entsorgung des



     ?
Was ist sonst im       Löschwassers. Oft gelten sie wie hier jedoch für grössere
Brandfall zu           Mengen des Produktes, beispielsweise in einer Lagerhalle,
beachten?              und sind für den Kunden nicht mehr relevant.



   5. MASSNAHMEN ZUR BRANDBEKÄMPFUNG
   Geeignete Löschmittel: CO2, Löschpulver oder Wassersprühstrahl.
   Grösseren Brand mit Wassersprühstrahl oder Schaum bekämpfen.
   Aus Sicherheitsgründen ungeeignete Löschmittel: Wasser im
   Vollstrahl.
   Nach Kleidungskontakt: Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort
   ausziehen.
   Weitere Angaben: Kontaminiertes Löschwasser getrennt sammeln, darf
   nicht in die Kanalisation gelangen. Gefährdete Behälter mit
   Wassersprühstrahl kühlen.
                                                                                   87
 Sicherheitsdatenblatt

                                     In Punkt 6 des Sicherheitsdatenblatts ist
Was ist zum Schutz von
                                     festgehalten, was bei unbeabsichtigter Freisetzung



           ?
Personen zu tun, wenn das            des Produktes, sei es als Gas, als Staub, oder als
Produkt unbeabsichtigt verschüttet   Pulver, zum Schutz von Personen zu tun ist. In
/ verstreut wird oder in die Luft    diesem Fall muss der Raum gut gelüftet werden, da
gelangt?                             es sich um einen Spray handelt.



   6. MASSNAHMEN BEI UNBEABSICHTIGTER FREISETZUNG
   Schutz von Personen Schutzausrüstung tragen. Ungeschützte
                       Personen fernhalten. Für ausreichende
                       Lüftung sorgen.
   Schutz der Umwelt   Nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen
                       lassen.
   Aufräumarbeiten     Mechanisch aufnehmen. Reste mit Wasser
                       abspülen.

                                                                                   88
  Sicherheitsdatenblatt

                                  In Punkt 6 des Sicherheitsdatenblatts ist
Was ist zum Schutz der Umwelt     festgehalten, was bei unbeabsichtigter Freisetzung
                                  des Produktes zum Schutz der Umwelt zu tun ist. In


          ?
zu tun, wenn das Produkt
                                  diesem Fall müssen Vorkehrungen getroffen
unbeabsichtigt verschüttet /      werden, dass das Produkt nicht in die Kanalisation
verstreut wird oder in die Luft   oder in Gewässer kommt, d.h. flüssige Abfälle dürfen
gelangt?                          nicht in grösseren Mengen ins Waschbecken oder in
                                  das WC gespült werden.


      6. MASSNAHMEN BEI UNBEABSICHTIGTER FREISETZUNG
      Schutz von Personen Schutzausrüstung tragen. Ungeschützte
                          Personen fernhalten. Für ausreichende
                          Lüftung sorgen.
      Schutz der Umwelt   Nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen
                          lassen.
      Aufräumarbeiten     Mechanisch aufnehmen. Reste mit Wasser
                          abspülen.
                                                                                 89
 Sicherheitsdatenblatt

                                    Gefahrlose Beseitigung:
                                    In Punkt 6 des Sicherheitsdatenblatts ist


         ?
Wie kann der Verwender das
                                    beschrieben, wie bei Verschütten des
Produkt bei unbeabsichtigter        Produktes vorzugehen ist. In diesem Fall soll
Freisetzung gefahrlos beseitigen?   das Produkt mit einem geeigneten Tuch
                                    aufgenommen und entsorgt werden
                                    (Hausmüll).


    6. MASSNAHMEN BEI UNBEABSICHTIGTER FREISETZUNG
    Schutz von Personen Schutzausrüstung tragen. Ungeschützte
                        Personen fernhalten. Für ausreichende
                        Lüftung sorgen.
    Schutz der Umwelt   Nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen
                        lassen.
    Aufräumarbeiten     Mechanisch aufnehmen. Reste mit Wasser
                        abspülen.

                                                                                90
 Sicherheitsdatenblatt

                                 Gefahrloser Umgang:
                                 In Punkt 7.1 des Sicherheitsdatenblatts ist



          ?
Was muss der Kunde beachten,     beschrieben, wie sich der Verwender vor Gefahren,
um gefahrlos mit dem Produkt     die von dem Produkt ausgehen, schützen kann. In
umzugehen?                       diesem Beispiel ist bei der Verwendung für
                                 ausreichende Lüftung zu sorgen. Das Produkt ist
                                 vorsichtig zu handhaben (wie alle Sprays).


      7. HANDHABUNG UND LAGERUNG
      7.1. Handhabung
           Behälter steht unter Druck.
           Vor Sonnenbestrahlung und Temperaturen über 50 °C schützen.
           Für ausreichende Lüftung sorgen.
           Mit Vorsicht öffnen und Handhaben.
           Nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen.
           Von Zündquellen und Elektrogeräten fernhalten.
           Nicht rauchen.
           Schutz vor elektrostatischen Aufladungen.
                                                                             91
  Sicherheitsdatenblatt

                                Brände oder Explosionen:
                                Wenn Spraydosen wie in diesem Beispiel zu heiss
                                werden oder in Flammen gesprüht werden, kann die



         ?
Wie kann sich der Kunde vor     Dose explodieren. Daher sind insbesondere
Bränden oder Explosionen        Flammen oder hohe Temperaturen zu meiden.
schützen?                       Elektrostatische Aufladungen können zu
                                Funkenbildung führen und sind daher ebenfalls zu
                                vermeiden.

        7. HANDHABUNG UND LAGERUNG
        7.1. Handhabung
             Behälter steht unter Druck.
             Vor Sonnenbestrahlung und Temperaturen über 50 °C schützen.
             Für ausreichende Lüftung sorgen.
             Mit Vorsicht öffnen und Handhaben.
             Nicht gegen Flammen oder auf glühende Gegenstände sprühen.
             Von Zündquellen und Elektrogeräten fernhalten.
             Nicht rauchen.
             Schutz vor elektrostatischen Aufladungen
                                                                              92
   Sicherheitsdatenblatt

                           Aufbewahrung
                           In Punkt 7.2. Es muss selbstverständlich sein, dass alle
                           chemischen Produkte ausserhalb der Reichweite von
Was muss bei der           Kindern aufbewahrt werden. Auch wird in diesem Punkt


        ?
Aufbewahrung beachtet      die Frage beantwortet, ob es Chemikalien gibt, neben
werden? Wo darf das        denen das Produkt nicht gelagert werden darf, weil bei
Produkt gelagert werden,   gegenseitigem Kontakt gefährliche Reaktionen auftreten
wo nicht?                  könnten. (Zusammenlagerverbote)
                           Selbstverständlich und daher nicht erwähnt ist, dass
                           chemische Produkte nicht neben Lebensmitteln
                           gelagert werden dürfen, da möglicherweise
                           entweichende Chemikaliendämpfe Lebensmittel
                           vergiften können.



         7. HANDHABUNG UND LAGERUNG
         7.2. Lagerung Behälter dicht geschlossen halten.
                       Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

                                                                              93
Sicherheitsdatenblatt




               ?
      Wenn der Kunde das Produkt
      umfüllen will, woraus muss
      die Verpackung bestehen?




 Verpackung:
 Im Punkt 7.2 des Sicherheitsdatenblatts
 werden oft spezielle Angaben zu geeignetem
 Verpackungsmaterial gemacht.




                                              94
  Sicherheitsdatenblatt

                        MAK-Werte:
Gibt es                 Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) ist die Konzentration einer
                        Chemikalie in der Luft am Arbeitsplatz, bei der im Allgemeinen die
arbeitsplatzbezogene


         ?
                        Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird. Eine Überwachung
Grenzwerte (MAK-        dieser Grenzwerte kann nur in Betrieben geschehen, wo die Chemikalien in
Werte)? Was bedeutet    grösserem Massstab verwendet werden. Ein Privatbenutzer kann diese
                        Werte nicht überwachen. Sind MAK-Werte angegeben so muss der
das für den
                        Privatkunde nochmals ausdrücklich auf gute Belüftung bei der Verwendung
Privatkunden?           des Produktes hingewiesen werden.


   8. EXPOSITIONSBEGRENZUNG UND PERSÖNLICHE
   SCHUTZAUSRÜSTUNG
   Bestandteile mit arbeitsplatzbezogenen, zu überwachenden Grenzwerten:
   106-97-8 Butan: MAK 2400 mg/m3; 1000 ml/m3
   7498-6 Propan: MAK 1800 mg/m3, 1000 ml/m3
   64-17-5 Ethanol: MAK 960 mg/m3, 500 ml/m3
   Zusätzliche Hinweise: Als Grundlage dienten die bei der Erstellung gültigen
   Listen
                                                                                          95
 Sicherheitsdatenblatt

Gibt es eine spezielle         Ausrüstung:



         ?
Ausrüstung, die der Kunde      In Punkt 8 des Sicherheitsdatenblatts wird
bei der Verwendung tragen      ebenfalls beschrieben, ob bei der Verwendung
sollte, um sich vor            des Produktes eine Schutzausrüstung, wie
schädlichen Einwirkungen zu    Schutzbrille, Handschuhe oder Atemschutz zu
schützen?                      tragen sind.


8. EXPOSITIONSBEGRENZUNG UND PERSÖNLICHE
SCHUTZAUSRÜSTUNG
Persönliche Schutzausrüstung
                           Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen (bei
                           vorgesehener Verwendung keine
                           Schutzausrüstung erforderlich)

Atemschutz                    bei vorgesehener Verwendung kein Atemschutz
                              erforderlich.

                                                                          96
 Sicherheitsdatenblatt

                             Form, Farbe, Geruch:
                             In Punkt 9. Der Geruch ist wichtig als
                             Frühwarnung. z. B. wenn das Produkt schädlich
Wie sieht das Produkt aus,


       ?
                             für die Atemwege oder giftig ist. Dieses Produkt
wie riecht es? Was ist zu    ist zwar ein Lufterfrischer, aber als reizend
beachten bezüglich dieser    eingestuft. Es sollte daher vermieden werden
Eigenschaften?               den Spray direkt einzuatmen.

        9. PHYSIKALISCHE UND CHEMISCHE EIGENSCHAFTEN
        Form         Aerosol.
        Farbe        Farblos.
        Geruch       Parfümöle.
        Physikalische und chemische Eigenschaften
            pH (25°C): ---
            Flammpunkt: -97°C
            Zündtemperatur: 365°C
            Dampfdruck: ca. 8000 hPa
            Dichte: 0.8 g/cm3
            Löslichkeit: nicht mischbar                                    97
Sicherheitsdatenblatt

                           Physikalische und chemische Eigenschaften:
                           In Punkt 9. Aus einem Teil dieser Eigenschaften werden die




       ?
Wofür sind physikalisch-   Gefahrensymbole für physikalisch-chemische Eigenschaften und
                           sonstigen Gefahrenhinweise ermittelt. Für den Verwender sind die
chemische Eigenschaften    physikalisch-chemischen Eigenschaften daher eher von
wichtig?                   zweitrangiger Bedeutung. Wichtig sind die gefährlichen
                           Eigenschaften des Produktes, die sich hieraus ergeben.



         9. PHYSIKALISCHE UND CHEMISCHE EIGENSCHAFTEN
         Form         Aerosol.
         Farbe        Farblos.
         Geruch       Parfümöle.
         Physikalische und chemische Eigenschaften
             pH (25°C): ---
             Flammpunkt: - 97°C
             Zündtemperatur: 365°C
             Dampfdruck: ca. 8000 hPa
             Dichte: 0.8 g/cm3
             Löslichkeit: nicht mischbar
                                                                                      98
Sicherheitsdatenblatt

Welche Gefahren können
auftreten, wenn das Produkt       Kontakt mit anderen Chemikalien:
in Kontakt mit bestimmten         In Punkt 10. Es finden sich Angaben, ob es




        ?
anderen Chemikalien               andere Chemikalien gibt, mit denen das
                                  Produkt nicht in Kontakt kommen darf, da es
kommt? Welche Regeln
                                  zu gefährlichen chemischen Reaktionen
müssen eingehalten werden,        kommen könnte.
damit es nicht zur Explosion      Das Produkt in diesem Beispiel ist stabil,
oder anderen gefährlichen         sofern es nach Vorschrift gelagert und
Reaktionen kommt?                 gehandhabt wird (Punkt 7 SDB)




                  10. STABILITÄT UND REAKTIVITÄT
                  Stabilität   Stabil unter Einhaltung der
                               Lagerbedingungen aus Pkt. 7.

                                                                                99
Sicherheitsdatenblatt
Toxizität:
In Punkt 11 des Sicherheitsdatenblatts finden sich Angaben über die Giftigkeit (Toxizität) des Produktes oder, wie
hier, Angaben zu einzelnen Inhaltsstoffe des Produktes (Ethanol). Oft sind Ergebnisse aus Tierversuchen, wie hier
z. B. mit Ratten oder Kaninchen angegeben.
Ein LD50-Wert ist die Menge eines Produktes (in mg pro kg Körpergewicht), bei der bei einmaligem Verzehr die
Hälfte (50%) aller Versuchstiere sterben. LD steht für letale, d.h. tödliche, Dosis, LC für letale Konzentration (z. B.
Konzentration in der Luft). Diese Werte lassen sich nur bedingt auf die Giftigkeit des Produktes für Menschen
übertragen, geben jedoch ein relatives Mass für die Giftigkeit.
Auf diesen und ähnlichen Werten basieren die Gefahrensymbole und sonstige Gefahrenhinweise bezüglich
Gesundheitsgefährdung. Daher sind die hier angegebenen Toxizitätswerte im Einzelnen für den Verwender nicht
von Bedeutung. Wichtig sind die gefährlichen Eigenschaften des Produktes, die sich daraus ergeben.
Oral = Aufnahmeweg durch den Mund
Dermal = Aufnahmeweg durch die Haut
Inhalativ = Aufnahmeweg durch Einatmen


                                             11. ANGABEN ZUR TOXIKOLOGIE



        ?
   Wie giftig                                Ethanol
   (toxisch) ist                             LD50 Oral Ratte : 7060 mg/kg
   das Produkt?                              LD50 Dermal Ratte : N.B. mg/kg
                                             LD50 Dermal Kaninchen : > 16000 mg/kg
                                             LC50 Inhalation Ratte : > 20 mg/l/4 Stdn
                                             LC50 Inhalation Ratte : N.B. ppm/4 Stdn
                                                                                                                 100
  Sicherheitsdatenblatt

                                 Hautkontakt etc.:
                                 In Punkt 11. Es finden sich Angaben über die Wirkungen
                                 des Produktes, wenn es in Kontakt mit der Haut, oder
Was passiert bei Hautkontakt,


         ?
                                 den Augen kommt. Aufgeführt werden auch Wirkungen,
bei Augenkontakt, beim           wenn das Produkt eingeatmet oder verschluckt wird, oder
Einatmen, oder beim              ob es zu sensibilisierenden Wirkungen (z. B. allergischen
Verschlucken?                    Reaktionen, Hautausschlägen) führen kann. Wenn das
                                 Produkt reizend für die Atemwege ist, ist bei
                                 empfindlichen Personen, z. B. mit Asthma, ganz
                                 besondere Vorsicht geboten.



         11. ANGABEN ZUR TOXIKOLOGIE
         Akute Toxizität        Keine akute Toxizität bekannt.
         Lokale Effekte         Haut:    Reizend.
                                Augen: Kann Augenreizungen hervorrufen.
         Sensibilisierung       Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
                                                                                   101
Sicherheitsdatenblatt
                              Biologische Abbaubarkeit und Toxizität
                              In Punkt 12 des Sicherheitsdatenblattes finden sich Angaben über die
                              Abbaubarkeit des Produktes bzw. seiner Inhaltsstoffe.
                              Falls das Produkt schwer biologisch abbaubar ist, kann es in der
                              Abwasserreinigungsanlage schlecht abgebaut werden und Reste des
                              Produktes können in die Umwelt (Fluss, Bach) gelangen, wo sie
                              Wasserorganismen schädigen können.
                              Für den Kunden ist wichtig, dass, falls die Inhaltsstoffe wie hier nicht leicht
Was passiert, wenn das        biologisch abbaubar sind, das Produkt nicht in die Kanalisation oder in
Produkt in die Umwelt         Gewässer kommt, d.h. es darf nicht in grösseren Mengen ins Waschbecken



         ?
                              oder in das WC gespült werden.
gelangt? Ist das Produkt
                              Falls ein Produkt schädlich ist für Tiere und Pflanzen, ist die Freisetzung
biologisch abbaubar?          in die Umwelt unbedingt zu vermeiden, d.h. das Produkt darf nicht ins
Wie giftig ist es für Tiere   Waschbecken oder in das WC gespült werden. Reste des Produktes sind bei
und Pflanzen?                 einer Sammelstelle oder in der Verkaufsstelle abzugeben.



             12. ANGABEN ZUR ÖKOLOGIE
             Persistenz / Abbaubarkeit              Aufgrund der Inhaltsstoffe nicht
                                                    leicht biologisch abbaubar.
             Ökotoxische Wirkungen                  Giftig für Wasserorganismen.
                                                                                                    102
Sicherheitsdatenblatt

                                Anreicherung in der Nahrungskette
                                In Punkt 12. Es finden sich manchmal Angaben über das
                                Bioakkumulations-potential eines Produktes. Diese Angabe
                                gibt Auskunft, ob sich eine Chemikalie aus der Umwelt sich
                                über die Nahrungskette in Lebewesen anreichert.
                                Beispielsweise frisst ein Kleinkrebs Algen, ein Fisch frisst den
                                Kleinkrebs, und eine Möwe frisst den Fisch.
                                Der Prozess der Bioakkumulation ist dann darauf zurückzuführen, dass
                                die Biomasse jeweils einer Stufe der Nahrungskette (z. B. die Möwe)
                                aus sehr viel mehr Biomasse der nächst unteren Stufe (z.B Fisch)
                                aufgebaut ist. Wenn nun eine Möwe doppelt so viel Fischmasse
                                gefressen hat, wie ihr Körpergewicht beträgt, dann ist auch die
                                Konzentration des Giftes pro Kilogramm Körpergewicht grob geschätzt
                                doppelt so hoch wie im Fisch. Wenn nun eine Chemikalie über sehr viel
                                mehr Stufen der Nahrungskette transportiert wird, dann ist sein
                                Anreicherungsfaktor sehr groß.
                                Falls sich eine Chemikalie in der Nahrungskette anreichert, ist
                                die Freisetzung in die Umwelt unbedingt zu vermeiden. Die
 Reichert sich das Produkt      Chemikalie darf nicht ins Waschbecken oder ins WC gespült



         ?
                                werden. Reste des Produktes sind bei einer Sammelstelle
 oder einer der Inhaltsstoffe   oder in der Verkaufsstelle abzugeben.
 in der Nahrungskette an?

                                                                                                103
Sicherheitsdatenblatt

Ökotoxizität
In Punkt 12 finden sich Angaben über die Ökotoxizität. D.h. wie giftig das Produkt und / oder
seine Inhaltsstoffe für Tiere und Pflanzen sind.
Analog zu Punkt 11 (Toxizität) werden LC50-Werte für Fische aufgeführt (z. B. hier: Regenbogenforelle und
anderer Fisch), sowie so genannte EC50-Werte für Algen und Wasserflöhe (Daphnia magna). EC50
bedeutet die Konzentration im Wasser, bei der entweder das Algenwachstum zu 50% reduziert ist, oder bei
der Wasserflöhe zu 50% schwimmunfähig werden (EC = effektive Konzentration, d.h. die Konzentration, bei
der ein Effekt gesehen wird).
Auf diesen Werten basiert die Zuteilung des Gefahrensymbols „N“ und sonstiger
Gefahrenhinweise bezüglich Umweltgefährdung. Daher sind die hier angegebenen
Ökotoxizitätswerte im Einzelnen für den Verwender von zweitrangiger Bedeutung. Wichtig sind
die umweltgefährlichen Eigenschaften des Produktes, die sich hieraus ergeben.

Wie giftig ist das                12. ANGABEN ZUR ÖKOLOGIE
Produkt und /                 Ethanol


     ?
oder seine
Inhaltsstoffe für
Tiere und
Pflanzen?
                              Daphnia magna (EC50) 48 Stunden: 2 mg/l
                              Pimephales promelas (Fisch) (LC50) 96 Stunden: >100 mg/l
                              Oncorhynchus mykiss (Regenbogenforelle) (LC50) 96
                              Stunden: 13000 mg/l
                                                                                                   104
Sicherheitsdatenblatt

                          Entsorgung
 Was ist bei der


      ?
 Entsorgung von
 Produktresten zu
 beachten?
                          In Punkt 13 finden sich Angaben über die Entsorgung des
                          Produktes bzw. von Produktresten. Diese Anweisungen
                          ergeben sich aus den physikalisch-chemischen Daten, aus
                          den gesundheitsgefährlichen und vor allem aus den
                          umweltgefährdenden Eigenschaften.
                          Insbesondere wenn das Produkt umweltgefährdende
                          Eigenschaften aufweist, darf es nicht ins Abwasser
                          gelangen (d.h. später über die Abwasserreinigungsanlage
                          in den Fluss). Reste müssen der Verkaufsstelle oder einer
                          Sammelstelle zurückgegeben werden.


    13. HINWEISE ZUR ENTSORGUNG
    Produkt     Darf nicht zusammen mit Hausmüll entsorgt werden.
                Darf nicht in die Kanalisation gelangen.
    Ungereinigte Verpackungen Entsorgung gemäss den behördlichen
                                   Vorschriften.
                                                                             105
Sicherheitsdatenblatt



    ?
Wie ist die leere             Entsorgung
Verpackung zu
entsorgen?                    In Punkt 13 finden sich Angaben über die
                              Entsorgung der Verpackung des Produktes.
                              „Gemäss den behördlichen Vorschriften“
                              bedeutet, dass die Verpackung der
                              Verkaufsstelle oder einer Sammelstelle
                              zurückgegeben werden muss.




      13. HINWEISE ZUR ENTSORGUNG
      Produkt     Darf nicht zusammen mit Hausmüll entsorgt werden.
                  Darf nicht in die Kanalisation gelangen.
      Ungereinigte Verpackungen Entsorgung gemäss den behördlichen
                                     Vorschriften.

                                                                      106
Sicherheitsdatenblatt

Transport

In Punkt 14 finden sich Angaben über den
Transport des Produktes. Diese Angaben sind
normalerweise für den Privatkunden nicht
wichtig. Sie sind für den kommerziellen Transport
von grösseren Mengen des Produktes wichtig.


          14. ANGABEN ZUM TRANSPORT
          ADR/RID Klasse      2
          Ziffer              5F
          UN Nummer           1950
          Bezeichnung         Aerosole

                                                    107
Sicherheitsdatenblatt
 Wo finde ich Angaben                     Mögliche Gefahren


          ?
 über die möglichen
 Gefahren, die von dem
 Produkt ausgehen?
                                          In Punkt 15 sind wie in Punkt 3 (ausführliche Erläuterung: siehe
                                          dort) alle Gefahrensymbole mit ihren Bezeichnungen sowie die R-
                                          Sätze im Wortlaut für das Produkt angegeben. Zusätzlich sind die
                                          S-Sätze für das Produkt im Wortlaut angegeben.


 15. VORSCHRIFTEN
 Symbole            F+ - Hochentzündlich.
                    Xi - Reizend              Gefahrensymbole
                    N - Umweltgefährlich
 R-Sätze
       R12:         Hochentzündlich.
       R38:         Reizt die Haut.                               R-Sätze
       R43:         Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
       R51/53:      Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
 S-Sätze
       S2:          Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
       S16:         Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen.
       S23:         Aerosol nicht einatmen.
       S24:         Berührung mit der Haut vermeiden.
       S26:         Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
       S29:         Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
       S47:         Nicht bei Temperaturen über 50°C aufbewahren.
       S51:         Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden.
 Nationale Vorschriften
       WGK 3 (Selbsteinstufung), stark wassergefährdend gemäss § 19g Abs. 5 (WHG), VwVwS vom 17. Mai 1999.
                                                                                                          108
 Sicherheitsdatenblatt
                                             Sicherer Umgang:
 Wo finde ich Hinweise                       In Punkt 15 des Sicherheitsdatenblatts sind Hinweise für den



               ?
 darauf, wie der Kunde das
 Produkt in sicherer Weise
 verwenden kann?
                                             sicheren Umgang mit dem Produkt in den S-Sätzen angegeben.
                                             Diese Hinweise finden sich auch auf der Etikette des Produktes.
                                             Die S-Sätze fassen zusammen, welche Vorsichtsmassnahmen
                                             der Verwender bei der Verwendung und Lagerung des Produktes
                                             treffen muss.

15. VORSCHRIFTEN
Symbole            F+ - Hochentzündlich.
                   Xi - Reizend
                   N - Umweltgefährlich
R-Sätze
      R12:         Hochentzündlich.
      R38:         Reizt die Haut.
      R43:         Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
      R51/53:      Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
S-Sätze
      S2:          Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
      S16:         Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen.
      S23:         Aerosol nicht einatmen.                       S-Sätze
      S24:         Berührung mit der Haut vermeiden.
      S26:         Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
      S29:         Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
      S47:         Nicht bei Temperaturen über 50°C aufbewahren.
      S51:         Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden.
Nationale Vorschriften
      WGK 3 (Selbsteinstufung), stark wassergefährdend gemäss § 19g Abs. 5 (WHG), VwVwS vom 17. Mai 1999.
                                                                                                             109
Sicherheitsdatenblatt
 Gibt es weitere, nationale                   Nationale Vorschriften:


               ?
 (Schweiz-bezogene)
 Vorschriften (Verbote und
 sonstige Klassifizierungen)?

 15. VORSCHRIFTEN
                                              In Punkt 15 sind zusätzlich Informationen über nationale,
                                              d.h. für Sicherheitsdatenblätter aus der Schweiz,
                                              Schweiz-bezogene Vorschriften angegeben.



 Symbole            F+ - Hochentzündlich.
                    Xi - Reizend
                    N - Umweltgefährlich
 R-Sätze
       R12:         Hochentzündlich.
       R38:         Reizt die Haut.
       R43:         Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
       R51/53:      Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
 S-Sätze
       S2:          Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
       S16:         Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen.
       S23:         Aerosol nicht einatmen.
       S24:         Berührung mit der Haut vermeiden.
       S26:         Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
       S29:         Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
       S47:         Nicht bei Temperaturen über 50°C aufbewahren.
       S51:         Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden.
 Nationale Vorschriften
       WGK 3 (Selbsteinstufung), stark wassergefährdend gemäss § 19g Abs. 5 (WHG), VwVwS vom 17. Mai 1999.
                                                                                                          110
Sicherheitsdatenblatt


                            Sonstige Angaben
Wo finde ich weitere


      ?
Informationen? Wen          In Punkt 16 des Sicherheitsdatenblatts finden sich
kann ich bei Fragen zum     weitere Informationen zum Produkt sowie die
Sicherheitsdatenblatt       Telefonnummer einer Ansprechperson in der
kontaktieren?               Herstellerfirma, die bei Fragen zum
                            Sicherheitsdatenblatt kontaktiert werden kann.



     16. SONSTIGE ANGABEN
     Überarbeitet am 6. November 2005
     Datenblatt ausstellender Bereich: Sicherheitsmanagement
     Ansprechpartner: M. Mustermann, Tel. ++41 22 222 2222




                                                                         111
Kontrollfragen


 Sicherheitsdatenblatt




 12. Woher kann man Sicherheitsdatenblätter beziehen, falls nicht vorhanden?

 a beim Bundesamt für Gesundheit

 b beim Hersteller des Produktes

 c bei der Anmeldestelle für Chemikalien

 d bei der EU




                                                                         112
Kontrollfragen



   Sicherheitsdatenblatt



  13. Welche Angaben finden sich im Sicherheitsdatenblatt?

  a Hinweise zur Entsorgung

  b Gebrauchsanweisung

  c Angaben zu den Inhaltsstoffen des Produktes

  d Mögliche Gefahren des Produktes




                                                             113
Kontrollfragen



   Sicherheitsdatenblatt


  14. Welche Angaben finden sich im Sicherheitsdatenblatt?

  a Massnahmen zur Ersten Hilfe

  b Angaben über das Umweltverhalten des Produktes und seiner
    Inhaltsstoffe

  c Eine Zusammenfassung zur Beratung von Kunden

  d Massnahmen zur Brandbekämpfung



                                                                114
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt
Anhand eines weiteren Beispiels wird ein Kurzleitfaden vorgestellt, nach dem
vorgegangen werden kann, um aus der Etikette und dem Sicherheitsdatenblatt
die für den Kunden wichtige Information zu erarbeiten.
Als Beispiel dienen Etikette und Sicherheitsdatenblatt eines Klarwaschmittels XY,
welches unter die Beratungspflicht fällt, da es sich um ein ätzendes Produkt
handelt.
                                                                                                           SICHERHEITSDATENBLATT

                                                                                                                          Klarwaschmittel XY

                                                                                            1. STOFF- / ZUBEREITUNGS- UND FIRMENBEZEICHNUNG
          c
                                                                                              Chemische Charakterisierung   Klarwaschmittel

                        Klarwaschmittel, 500 ml                                               Hersteller/Lieferant          Firma ABC
                                                                                                                            ABC-Weg 1
                                                                                                                            CH-0000 ABC-Stadt
                                                                                                                            Schweiz
                        Gefahrenhinweise (R-Sätze)
                                                                                              Notrufnummer                  +41-11-111-1111
                        R34          Verursacht Verätzungen.
                        R37          Reizt die Atmungsorgane.                               2. ZUSAMMENSETZUNG / ANGABEN ZU BESTANDTEILEN
                                                                                              Gefährliche Inhaltsstoffe     Enthält:
                        Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                                                                                                            ca. 10-20% Carbonate
                        S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.                                        Symbole: Xi; R-Sätze: R36

                        S24/25         Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.                                      ca. 20-80% Silikate
                                                                                                                            Symbole: C; R-Sätze: R34-37
                        S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
                                                                                                                            ca. 2-6% Wasserenthärter (NTA)
                                       Wasser abspülen und Arzt konsultieren.                                               Symbole: Xn; R-Sätze: R22-36
                        S39            Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.                                                  ca. 1-5% sulfatierte Fettsäure
                                                                                                                            Symbole: Xi; R-Sätze: R36/38

    ätzend corrosif                                                                         3. MÖGLICHE GEFAHREN
                                                                                              Gefahrenbezeichnung           C - Ätzend

       enthält:                                                                               Besondere Gefahrenhinweise    R34        Verursacht Verätzungen.
                                                                                                                            R37        Reizt die Atmungsorgane.
       Silikate
                                                                                            4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
                                                                                              Nach Einatmen                 Sofort an die frische Luft, bei Beschwerden Arzt aufsuchen.

       Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00                     Nach Hautkontakt              Sofort mit viel Wasser abwaschen.

                                                                                              Nach Augenkontakt             Sofort mit viel Wasser abspülen und bei Beschwerden Arzt
                                                                                                                            konsultieren.

                                                                                              Nach Verschlucken             Mund sofort mit viel Wasser ausspülen und ärztlichen Rat
                                                                                                                            einholen. (Verpackung oder Etikett vorzeigen).
                                                                                                                                                                                          115
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt


Bei der Beratung kann nach folgender Gliederung vorgegangen werden (die
Reihenfolge ist nicht zwingend). Alle Punkte müssen angesprochen werden:




     1. Gefahren für Mensch und Umwelt
     2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
     3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte Freisetzung)
     4. Erste Hilfe
     5. Sachgerechte Entsorgung




                                                                       116
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

      Diese Tabelle gibt einen Überblick,
      wo die genannten Informationen zu finden sind.

Gliederungspunkt       Etikette              Punkt des                     Gebrauchsanweisung
                                             Sicherheitsdatenblatts
Gefahren für Mensch    Gefahrensymbole, R-   Gefahrensymbole, R-Sätze:     -
und Umwelt             Sätze                 3, 15;
                                             Weitere Hinweise: 11 und 12
Schutzmassnahmen       S-Sätze               S-Sätze: 15;                  Die genaue Verwendung
und Verhaltensregeln                         Weitere Hinweise: 7 und 8     mit Schutzhinweisen ist
                                                                           beschrieben.
Verhalten im           -                     5, 6 und 8                    -
Gefahrfall (Brand,
unbeabsichtigte
Freisetzung)
Erste Hilfe            -                     4                             -
Sachgerechte           Zum Teil sind         13                            Zum Teil sind
Entsorgung             Entsorgungshinweise                                 Entsorgungshinweise
                       angegeben                                           angegeben

                                                                                           117
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt
1. Gefahren für Mensch und Umwelt

 Gefahren für Mensch und Umwelt lassen sich aus den Gefahrensymbolen sowie
 den R-Sätzen ableiten. Diese sind in Punkt 3 des Sicherheitsdatenblattes
 sowie auf der Etikette angegeben.

                                  Etikette:
Sicherheitsdatenblatt
Punkt 3:                                           Klarwaschmittel XY, 500 ml

3. MÖGLICHE GEFAHREN                               Gefahrenhinweise (R-Sätze)
Gefahrenbezeichnung                                R34          Verursacht Verätzungen.
                                                   R37          Reizt die Atmungsorgane.
   C - Ätzend
                                                   Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
Besondere Gefahrenhinweise                         S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
   R34 Verursacht Verätzungen.                     S24/25         Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.
   R37Reizt die Atmungsorgane.   ätzend corrosif   S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
                                                                  Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                                    enthält:       S39            Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
                                    Silikate

                                    Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00


                                                                                                            118
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt
1. Gefahren für Mensch und Umwelt

 Weitere Gefahren für Mensch und Umwelt lassen sich aus den Punkten 11 und
 12 des Sicherheitsdatenblattes ableiten:

    11. ANGABEN ZUR TOXIKOLOGIE
    Akute Toxizität        Nicht akut toxisch.
    Lokale Effekte         Haut:              ätzend
                           Augen:             ätzend
                           Atemwege:          reizend
    Sensibilisierung       Keine Sensibilisierung bekannt.

    12. ANGABEN ZUR ÖKOLOGIE
    Ökotoxische Wirkungen     Keine aquatische Toxizität bekannt.
    Persistenz / Abbaubarkeit Aufgrund der eingesetzten Rohstoffe
                              biologisch gut abbaubar.

                                                                        119
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

1. Gefahren für Mensch und Umwelt

Im Beratungsgespräch kann dieser Punkt folgendermassen abgehandelt werden:


                „Bei diesem Produkt muss ich Sie darauf hinweisen, dass
                es sich um ein ätzendes Waschmittel handelt. Es verätzt
                Haut und Augen. Es kann beim Einatmen der Dämpfe die
                Lunge reizen. Für die Umwelt besteht keine Gefahr, es ist
                biologisch gut abbaubar.“




                                                                            120
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt
2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
                          15. VORSCHRIFTEN
                          Symbole        C - Ätzend.
                          R-Sätze        R34              Verursacht Verätzungen.
                                         R37              Reizt die Atmungsorgane.
                          S-Sätze        S2:              Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Schutzmassnahmen und                     S24/25:          Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.
Verhaltensregeln lassen                  S26:             Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich
                                                          mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
sich aus den S-Sätzen                        S39:         Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
ableiten. Diese sind in
                                              Klarwaschmittel XY, 500 ml
Punkt 15 des
Sicherheitsdatenblattes
                                              Gefahrenhinweise (R-Sätze)
sowie auf der Etikette                        R34          Verursacht Verätzungen.
                                              R37          Reizt die Atmungsorgane.
angegeben.
                                              Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                              S2             Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
                                              S24/25         Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.
                           ätzend corrosif    S26            Bei Berührungen mit den Augen sofort gründlich mit
                                                             Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
                              enthält:        S39            Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
                              Silikate


                              Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00

                                                                                                      121
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
Weitere Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln lassen sich aus den Punkten 7
und 8 des Sicherheitsdatenblattes ableiten:


7. HANDHABUNG UND LAGERUNG
Handhabung        Berührung mit der Haut und den Augen vermeiden.
                  Vermeiden von Staubentwicklung.
Lagerung          Behälter dicht geschlossen halten. Nicht an der Sonne
                  lagern.

8. EXPOSITIONSBEGRENZUNG UND PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG
Expositionsgrenzwert(e)      Keine arbeitshygienischen Grenzwerte.
Persönliche Schutzausrüstung Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen.
Atemschutz                   Beim Auftreten von Stäuben: Aktivkohlemaske oder
                             Atemschutzgerät tragen.


                                                                       122
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
Im Beratungsgespräch kann dieser Punkt folgendermassen abgehandelt werden:

   „Bei der Verwendung des Produktes müssen Sie diese Sicherheitsratschläge auf
   der Etikette beachten. Es muss kindersicher aufbewahrt werden und es darf nicht
   auf die Haut oder in die Augen kommen. Zu Ihrem Schutz sollten Sie
   Handschuhe und eine Brille tragen, wenn Sie das Produkt verwenden. Auch
   sollten Sie darauf achten, dass kein Staub aufgewirbelt wird, weil das Produkt
   sonst eingeatmet werden kann. Der Behälter sollte immer dicht verschlossen
   gelagert werden und nie in der Sonne stehen.“




                                                                                     123
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt
3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte Freisetzung)
Das Verhalten im Gefahrfall, also bei Brand und unbeabsichtigter Freisetzung,
lässt sich zum Teil aus Punkt 8 (siehe oben) sowie aus den Punkten 5 und 6
des Sicherheitsdatenblattes ableiten.

5. MASSNAHMEN ZUR BRANDBEKÄMPFUNG
Geeignete Löschmittel CO2, Löschpulver oder Wassersprühstrahl.
Aus Sicherheitsgründen ungeeignete Löschmittel Wasser im Vollstrahl.
Besondere Gefährdungen         Keine.
Besondere Schutzausrüstung     Übliche Massnahmen bei Bränden mit Chemikalien.
Besondere Löschhinweise        Keine besonderen Massnahmen erforderlich.

6. MASSNAHMEN BEI UNBEABSICHTIGTER FREISETZUNG
Schutz von Personen Schutzausrüstung tragen. Für ausreichende Lüftung sorgen.
Schutz der Umwelt   Nicht unverdünnt in die Kanalisation oder Gewässer gelangen
                    lassen.
Aufräumarbeiten     Mechanisch aufnehmen. Reste mit Wasser abspülen.



                                                                             124
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte Freisetzung)

Im Beratungsgespräch kann dieser Punkt folgendermassen abgehandelt werden:


      „Wenn dennoch Staub auftritt, sollten Sie diesen nicht einatmen, d.h.
      gut lüften, den Raum verlassen und an die frische Luft gehen. Sollten
      Sie etwas von dem Produkt verschütten, können Sie es normal
      aufwischen und in den Abfall geben. Reste können Sie mit Wasser
      nachspülen. Wenn das Pulver ins Waschbecken oder WC gelangt, mit
      viel Wasser nachspülen. Im Falle eines Brandes kann mit dem
      Hausfeuerlöscher oder mit Wasser (feuchte Decke) gelöscht werden.“




                                                                          125
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

4. Erste Hilfe
Erste Hilfe-Massnahmen lassen sich aus Punkt 4 des Sicherheitsdatenblattes
ableiten.


  4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
  Nach Einatmen        Sofort an die frische Luft, bei Beschwerden Arzt
                       aufsuchen.
  Nach Hautkontakt     Sofort mit viel Wasser abwaschen.
  Nach Augenkontakt Sofort mit viel Wasser abspülen und bei
                    Beschwerden Arzt konsultieren.
  Nach Verschlucken Mund sofort mit viel Wasser ausspülen und
                    ärztlichen Rat einholen. (Verpackung oder Etikett
                    vorzeigen).


                                                                          126
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

4. Erste Hilfe
Im Beratungsgespräch kann dieser Punkt folgendermassen abgehandelt werden:
„Falls Sie das Pulver trotz aller Vorsichtsmassnahmen einatmen, müssen Sie sofort an
die frische Luft gehen. Wenn Sie Beschwerden haben, den Arzt aufsuchen. Wenn das
Produkt an die Haut oder in die Augen kommt, sofort mit viel Wasser abwaschen und
bei Beschwerden ebenfalls sofort den Arzt aufsuchen. Falls jemand das Produkt
verschluckt, den Mund sofort mit viel Wasser ausspülen und auf jeden Fall zum
Arzt gehen. Wenn Sie wegen einem Unfall mit dem Produkt zum Arzt müssen, sollten
Sie immer entweder das Etikett oder gleich die ganze Verpackung mitnehmen und
dem Arzt zeigen.“




                                                                                  127
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

5. Sachgerechte Entsorgung


Hinweise auf die sachgerechte Entsorgung lassen sich aus
Punkt 13 des Sicherheitsdatenblattes ableiten.



 13. HINWEISE ZUR ENTSORGUNG
 Produkt      Müllverbrennung mit Genehmigung der örtlichen Behörde.
 Ungereinigte Verpackungen Müllverbrennung mit Genehmigung der
                           örtlichen Behörde.




                                                                       128
Kurzleitfaden Etikette / Sicherheitsdatenblatt

5. Sachgerechte Entsorgung
Im Beratungsgespräch kann dieser Punkt folgendermassen abgehandelt werden:

                  „Falls Sie Reste vom Produkt nicht mehr brauchen,
                  müssen Sie diese uns zurückbringen oder in der
                  Sammelstelle Ihrer Gemeinde abgeben. Die
                  Verpackung bringen Sie am besten auch zu uns zur
                  Entsorgung zurück.“



                             Vielen Dank.




                                                                      129
Kontrollfragen


 Beratung



 15. Was sollte der Kunde bei der Verwendung von umweltgefährlichen
     Produkten beachten?

 a nicht ins WC schütten

 b nicht im Freien verwenden

 c nicht in die Kanalisation gelangen lassen

 d das Produkt darf nicht in den Hausmüll gegeben werden.



                                                                      130
Kontrollfragen


Beratung


16. Wie muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt
ausschliesslich mit folgendem Gefahrensymbol gekennzeichnet ist?
                                                                       C
a Das Produkt ist umweltgefährlich. Es sollte nicht in die
Kanalisation gelangen.

b Das Produkt ist ätzend. Sie sollten bei der Verwendung eine Brille
/ Schutzbrille tragen.

c Das Produkt ist ätzend. Sie sollten bei der Verwendung eine
Atemschutzmaske tragen.

d Das Produkt ist ätzend. Sie sollten bei der Verwendung
Handschuhe tragen.
                                                                           131
Kontrollfragen


Beratung


17. Wie muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt
ausschliesslich mit folgendem Gefahrensymbol gekennzeichnet ist?
                                                                       N
a Das Produkt ist umweltgefährlich. Es sollte nicht in die
Kanalisation gelangen.

b Das Produkt ist ätzend. Sie sollten bei der Verwendung eine Brille
/ Schutzbrille tragen.

c Das Produkt ist gesundheitsschädlich. Sie sollten bei der
Verwendung einen Schutzanzug tragen.

d Das Produkt ist umweltgefährlich. Die leere Verpackung müssen
Sie hier oder bei einer Sammelstelle abgeben.
                                                                           132
Kontrollfragen


Beratung


18. Wie muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt
ausschliesslich mit folgendem Gefahrensymbol gekennzeichnet ist?
                                                                       T
a Das Produkt ist giftig. Es darf in die Hände von Kindern gelangen.

b Das Produkt ist gesundheitsschädlich. Für die Verwendung gibt es
keine speziellen Anweisungen.

c Das Produkt ist sehr giftig. Sie sollten bei der Verwendung einen
Schutzanzug tragen.

d Das Produkt ist giftig. Sie sollten jeglichen Kontakt mit dem
menschlichen Körper vermeiden und bei Unwohlsein sofort den Arzt
aufsuchen.
                                                                       133
Kontrollfragen

Beratung



19. Wie muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt
ausschliesslich mit folgendem Gefahrensymbol gekennzeichnet ist?
a Das Produkt ist gesundheitsschädlich. Jeglicher Kontakt mit dem    Xn
menschlichen Körper sollte vermieden und bei Unwohlsein sofort der
Arzt aufgesucht werden.
b Das Produkt ist gesundheitsschädlich. Es besteht keine
Beratungspflicht.
c Das Produkt ist gesundheitsschädlich. Es sollte nicht in die
Kanalisation gelangen.
d Das Produkt ist reizend. Es besteht keine Beratungspflicht.


                                                                          134
Kontrollfragen

Beratung


20. Wie muss ich den Kunden beraten, wenn das Produkt mit
folgendem R-Satz gekennzeichnet ist: R6: „Mit und ohne Luft
explosionsfähig“?

a Das Produkt kann explodieren. Es sollte nicht in die Nähe von
Zündquellen kommen.

b Das Produkt ist nicht mit einem Gefahrensymbol gekennzeichnet. Es
besteht keine Beratungspflicht.

c Das Produkt kann explodieren. Bei der Verwendung nicht rauchen.

d Nur wenn das Produkt auch noch mit dem Symbol            E
gekennzeichnet ist, besteht eine Beratungspflicht.


                                                                      135
Chemikalien-Ansprechperson

Jeder Betrieb und jedes Geschäft, das gefährliche Chemikalien benutzt
oder verkauft, muss eine Chemikalien-Ansprechperson bezeichnen.
Sie dient den kantonalen Vollzugsbehörden als Kontaktperson und
muss in bestimmten Fällen unaufgefordert mitgeteilt werden (siehe Art.
3 der Verordnung über die Chemikalien- Ansprechperson SR
813.113.11). Z.B muss jeder Betrieb der eine Person mit Sachkenntnis
beschäftigt den kantonalen Vollzugsbehörden unaufgefordert eine
Chemikalien- Ansprechperson mitteilen. Die Chemikalien-
Ansprechperson muss in erster Linie diejenigen Personen bezeichnen
können, die die Pflichten gegenüber den Behörden, die sich aus dem
Umgang des Betriebs mit gefährlichen Chemikalien ergeben,
wahrnehmen.

Weitere Auskünfte bei den
kantonalen Vollzugsbehörden:
www.gsg-ssit.ch

                                                                    136
Welche Gesetze sind wichtig?
Am 1.8.2005 wurde ein neues Chemikalienrecht in der Schweiz in Kraft
gesetzt. Die wichtigste Neuerung besteht in der weitgehenden Anpassung an
das Chemikaliengesetz der Europäischen Union. Vielfach bezieht sich das
Schweizer Chemikalienrecht auf die Gesetze der Europäischen Union (EU).
Grundkenntnisse der EU-Chemikaliengesetzgebung sind deshalb wichtig.
Ziel dieser Gesetze ist, das Leben und die Gesundheit des Menschen sowie
die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen durch Chemikalien zu schützen.




§
    §   §                                                 §§         §

                                                                       137
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Chemikaliengesetz (ChemG)
= Bundesgesetz über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und
Zubereitungen (bereits im Jahr 2000 in Kraft getreten)


 Das Schweizer Chemikaliengesetz ist
 das übergreifende Gesetz für den
 Bereich Chemikalien und regelt den
 Umgang mit allen Chemikalien, d.h. das
 Herstellen, Im- oder Exportieren,
 Verkaufen, Lagern, Verwenden oder
 Entsorgen.




                                                              138
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Chemikalienverordnung (ChemV)
= Verordnung über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und
Zubereitungen (am 1.8.2005 in Kraft getreten)

Die Chemikalienverordnung regelt
  • die Beurteilung der Gefahren und Risiken für das Leben und die Gesundheit des
     Menschen und der Umwelt, die von Chemikalien ausgehen können,
  • die Voraussetzungen für das Inverkehrbringen (d.h. Verkauf, Abgabe, Import) von
     Chemikalien,
  • die Pflichten des Herstellers und der Betriebe, die Chemikalien verkaufen, nach dem
     Inverkehrbringen,
  • die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Chemikalien,
  • den Umgang mit Chemikalien, die den Menschen oder die Umwelt gefährden
     können,
  • die Bearbeitung von Daten über Chemikalien durch die Vollzugsbehörden, d.h.
     Bundesbehörden oder kantonale Behörden.




                                                                                   139
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung (ChemRRV)
= Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten
besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (in
Kraft getreten am 1.8.2005)
Die ChemRRV verbietet oder schränkt den Umgang mit bestimmten besonders
gefährlichen Stoffen (Definition von Stoff siehe S. 13), Gemischen von Stoffen
(Zubereitungen) und Gegenständen, die Chemikalien enthalten, ein.
Die ChemRRV regelt, wer mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen,
Zubereitungen und Gegenständen umgehen darf und was er dabei wissen und
beachten muss. In den Anhängen dieser Verordnung befindet sich eine Liste
von Chemikalien, die in der Schweiz verboten sind bzw. deren Verwendung
eingeschränkt ist.




                                                                           140
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Biozidprodukteverordnung (VBP)
= Verordnung über das Inverkehrbringen von und den Umgang mit
Biozidprodukten (am 1.8.2005 in Kraft getreten)

Die VBP regelt das Inverkehrbringen (d.h. Verkauf, Abgabe, Import) von
Biozidprodukten und ihren Wirkstoffen (Ein Wirkstoff ist ein chemischer Stoff,
der als Biozid (Def: S. 231) oder Pflanzenschutzmittel (Def: S. 237) wirkt. Ein
Biozidprodukt ist ein Gemisch aus einem oder mehreren Wirkstoffen und
Hilfsstoffen.). Ausserdem regelt sie den Umgang mit Biozidprodukten.
Beispielsweise wird die Zulassung von Biozidprodukten und ihre
Kennzeichnung in der VBP geregelt.




                                                                              141
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV)
(am 1.8.2005 in Kraft getreten)


   Die PSMV soll sicherstellen, dass
   Pflanzenschutzmittel (Def: S. 237) für den
   Zweck, für den sie hergestellt sind, auch
   funktionieren und dass Nebenwirkungen auf
   Mensch, Tier und Umwelt so klein wie
   möglich sind.

   Ausserdem regelt die PSMV das
   Inverkehrbringen von und den Umgang mit
   Pflanzenschutzmitteln, z. B. die Zulassung
   solcher Produkte und ihre Kennzeichnung.



                                                142
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern über
die erforderliche Sachkenntnis zur Abgabe besonders
gefährlicher Stoffe und Zubereitungen
(am 1.8.2005 in Kraft getreten)
  Diese Verordnung definiert die Sachkenntnis und legt fest, wer über
  Sachkenntnis verfügen muss.

Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern über
die Chemikalien-Ansprechperson (VAP), in Kraft getreten am
1.8.2005
  Diese Verordnung legt fest, dass Betriebe, die mit Chemikalien umgehen,
  eine Chemikalien-Ansprechperson bezeichnen müssen und welches die
  Aufgaben und Anforderungen an diese Person sind. (Siehe S. 136)


                                                                            143
Welche Schweizer Gesetze sind wichtig?

Umweltschutzgesetz (USG)
= Bundesgesetz über den Schutz der Umwelt von 1983

 Das Ziel dieses Gesetzes ist, Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre
 Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder
 lästige Einwirkungen zu schützen sowie die natürlichen
 Lebensgrundlagen, insbesondere die biologische Vielfalt und die
 Fruchtbarkeit des Bodens dauerhaft erhalten. Auch Ziel ist die Vorsorge
 gegen schädliche Einwirkungen.




                                                                           144
Welche EU-Gesetze sind wichtig?

Für chemische Stoffe:
Richtlinie 67/548/EWG (1967)


Diese Richtlinie trat 1967 in der EU in Kraft, um die
nationalen Bestimmungen der Mitgliedsländer zu
vereinheitlichen. Bisher ist sie siebenmal geändert
worden, das letzte Mal 1992. Sie regelt die Einstufung,
Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher
Chemikalien. Diese Richtlinie enthält eine Vielzahl
technischer Anhänge, z. B. in Anhang I die Liste
gefährlicher Stoffe (ca. 7000 Stoffe; Definition Stoff siehe
S. 13) mit ihren Einstufungen und in Anhang II die
Gefahrensymbole und –bezeichnungen für gefährliche
Stoffe und Zubereitungen (Gemischen von Stoffen).


                                                               145
Welche EU-Gesetze sind wichtig?

Für Zubereitungen:
Richtlinie 1999/45/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
Diese Richtlinie regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung
gefährlicher Gemische von Stoffen (Zubereitungen). Sie ist 2002
definitiv in Kraft getreten.

Sicherheitsdatenblätter:
Richtlinie 91/155/EWG (1991)
Diese Richtlinie legt die einzelnen Punkte des Sicherheitsdatenblatts für
gefährliche Chemikalien fest.

Verbotsrichtlinie:
Richtlinie 76/769/EWG (1976)
Diese Richtlinie legt Beschränkungen und Verbote für gewisse gefährliche
Chemikalien fest.


                                                                            146
Kontrollfragen


Gesetze


21. Der Zweck des Schweizer Chemikaliengesetzes ist es, den Menschen und
die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen gefährlicher Chemikalien zu schützen.
Zu diesem Zweck beinhaltet das Chemikaliengesetz

a Gebrauchsanweisungen für Pflanzenschutzmittel.

b konkrete Anweisungen für Verkaufsgespräche von Verkäufer zu Kunde
(basierend auf Sicherheitsdatenblatt, Etikette und Gebrauchsanweisung).

c Bestimmungen über den Umgang mit allen Chemikalien.

d Bestimmungen über die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von
Chemikalien.

                                                                          147
Kontrollfragen


 Gesetze




 22. Das übergreifende Schweizer Gesetz für Chemikalien heisst:

 a Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung.

 b Chemikaliengesetz.

 c Chemikalienverordnung.

 d Richtlinie 1999/45/CH.




                                                                  148
Kontrollfragen


 Gesetze



23. In welchem Gesetz finde ich eine Liste von in der Schweiz verbotenen
Chemikalien?

a Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung.

b Chemikaliengesetz.

c Chemikalienverordnung.

d Richtlinie 1999/45/CH.



                                                                           149
Kontrollfragen



Gesetze


24. In welchem Gesetz kann ich die offizielle Einstufung und Kennzeichnung
von ca. 7000 Stoffen nachlesen?

a Anhänge der Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung.

b Chemikaliengesetz.

c Chemikalienverordnung.

d Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG.



                                                                         150
Kontrollfragen


Gesetze



25. Die Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern über die
erforderliche Sachkenntnis zur Abgabe besonders gefährlicher Stoffe und
Zubereitungen legt fest:

a was Sachkenntnis ist.

b wie ein Verkaufsgespräch für bestimmte besonders gefährliche Chemikalien
  konkret auszusehen hat.

c wer über Sachkenntnis verfügen muss.

d das Aufgabenfeld der Chemikalien-Ansprechperson.

                                                                          151
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?



Auf der Seite des Produktes:
Gefährliche Produkte können durch ungefährliche
Chemikalien ersetzt werden, die den gleichen Zweck
erfüllen. Gefährliche Inhaltsstoffe in Produkten können
durch weniger gefährliche Inhaltsstoffe ersetzt werden.

Auf der Seite der Anwendung:
Zum Schutz von Mensch und Umwelt ist auf die
sachgemässe Verpackung, Lagerung und den
sachgemässen Umgang zu achten.

Auf der Entsorgungsseite:
Zum Schutz von Mensch und Umwelt ist auf eine
sachgerechte Entsorgung gefährlicher Produkte und ihrer
Behälter zu achten.


                                                             152
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Produkteseite:

Gefährliche Chemikalien sollen wenn möglich durch
ungefährliche Chemikalien ersetzt werden, die den gleichen
Zweck erfüllen.

Beispiel: Statt des gefährlichen Naphthalins, welches früher in
Mottenkugeln verwendet wurde, sind heute Mottenfallen erhältlich,
die die Motten mit sogenannten Pheromonen anlocken. Dies sind
von Motten selbst produzierte, ungefährliche Lockstoffe.

Überlegen Sie, ob Sie im Sortiment in Ihrem Geschäft gefährliche
Chemikalien nicht durch harmlosere ersetzen und verkaufen
können.




                                                                    153
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Anwendung – Verpackung:

Die Verpackungen gefährlicher Produkte müssen so beschaffen sein, dass
vom Inhalt nichts ungewollt nach außen gelangen kann. D.h. sie müssen
genügend dicht sein.
Gefährliche Produkte dürfen nicht in solche Behälter verpackt oder bei der
Abgabe abgefüllt werden, durch deren Form oder Bezeichnung der Inhalt mit
Lebensmitteln verwechselt werden kann. Das heißt zum Beispiel, das ein
ätzender, flüssiger WC-Reiniger niemals in eine Cola-Flasche umgefüllt
werden darf, da es zu Verwechslungen kommen kann.




                                                                             154
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Anwendung - Lagerung
Räume, in denen gefährliche Produkte gelagert werden, sollen kühl und gut belüftet sein.
Gefährliche Produkte sind so aufzubewahren, dass Missbrauch und Fehlgebrauch nach
Möglichkeit verhindert werden. Alle besonders gefährlichen Chemikalien müssen
unzugänglich für unbefugte Personen aufbewahrt werden (z. B. geschlossener „(Gift)schrank“
im Geschäft, keine Selbstbedienung).
Auch ist das Verfallsdatum der Produkte zu beachten. Wenn Verpackungen, z. B. Spraydosen,
nach zu langer Lagerung durchrosten, können gefährliche Inhaltsstoffe austreten und
Menschen in Gefahr bringen.
Chemische Produkte sollten grundsätzlich nicht in der Nähe von Lebensmitteln (auch
verpackten) gelagert werden, da Dämpfe auch aus verschlossenen Verpackungen austreten
und die Lebensmittel vergiften können.




                                                                                       155
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?



Anwendung - Lagerung

Bei der Lagerung muss ebenfalls darauf geachtet werden,
ob es Chemikalien gibt, neben denen das Produkt nicht
gelagert werden darf (Sicherheitsdatenblatt Punkt 7), weil es
zu gefährlichen chemischen Reaktionen kommen könnte.
(Zusammenlagerverbote)
Beispielsweise sollten Säuren (z. B. Essigreiniger) nicht
neben Laugen (z. B. Abflussreiniger, WC-Reiniger) gelagert
werden, da sie miteinander heftig, d.h. unter Verspritzen und
Wärmeentwicklung, reagieren können.
Eine (unvollständige) Übersicht gibt die folgende Tabelle. Es
sind aber zusätzlich die spezifischen Anweisungen im
Sicherheitsdatenblatt zu beachten.



                                                                156
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Anwendung - Lagerung

Chemisches Produkt                       Nicht lagern neben…
Säuren, z. B. Essigreiniger              Laugen, z. B. Abflussreiniger, WC-Reiniger
Starke Oxidationsmittel
(brandfördernde Produkte),
                                         Organischen Säuren, z. B. Essig, Essigreiniger
z. B. gewisse Unkrautvertilgungsmittel
(“Unkraut-Ex”), Feuerwerkskörper
Laugen (s.o.)                            Säuren (s.o.)
Hochentzündliche, leicht-
                                         Oxidationsmitteln, z. B. brandfördernden
entzündliche und entzündliche
                                         Produkten
Flüssigkeiten
Oxidationsmittel, z. B.                  hochentzündlichen, leichtentzündlichen und
brandfördernde Produkte                  entzündlichen Produkten, Zündquellen
Hochreaktive Produkte
                                         anderen Chemikalien und nebeneinander
(Sicherheitsdatenblatt beachten)


                                                                                          157
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?


Anwendung - Umgang



Unter dem Ausdruck „Umgang“ mit
Chemikalien“ versteht man nicht nur
das Arbeiten in Laboratorien, wie
vielleicht nahe liegt, sondern jede
Tätigkeit im Zusammenhang mit
Chemikalien. Insbesondere ist das
Herstellen, Einführen, Ausführen,
Verkaufen, Lagern, Aufbewahren,
Transportieren, Verwenden, Entsorgen
damit gemeint.




                                                             158
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Anwendung - Umgang

Für jeden, der mit Chemikalien umgeht, besteht die so genannte
Sorgfaltspflicht: Er muss die gefährlichen Eigenschaften beachten und die
zum Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt erforderlichen Maßnahmen
treffen. Insbesondere sind die Informationen des Herstellers zu beachten,
also Etikette, Gebrauchsanweisung und Sicherheitsdatenblatt.



Der „Umgang“ mit Bioziden und Pflanzenschutzmitteln (in der Schweiz in
der Biozidprodukteverordnung und in der Pflanzenschutzmittelverordnung
geregelt) ist an besondere Anforderungen geknüpft. So dürfen giftige
(mit T:       gekennzeichnete) Biozide nicht an Privatpersonen verkauft
werden.



                                                                            159
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Anwendung - Umgang

Insbesondere der direkte Kontakt mit Chemikalien, wie z. B. beim Umfüllen
oder Verwenden, kann eine persönliche Schutzausrüstung erfordern.
Hinweise darauf sind den S-Sätzen (Etikette, Sicherheitsdatenblatt) sowie
aus Punkt 8 des Sicherheitsdatenblattes zu entnehmen.

Eine persönliche Schutzausrüstung besteht beispielsweise aus:

Atemschutz: Gasfilter, Partikelfilter, Isoliergeräte

Augenschutz: Schutzbrille, Gesichtsschirm

Handschutz: Handcreme, Handschuhe

Körperschutz: Schürze, Schutzkleidung

                                                                            160
Wie können Mensch und Umwelt vor dem Einfluss gefährlicher
Chemikalien geschützt werden?

Entsorgung

Zum Schutz von Mensch und Umwelt ist auf eine sachgerechte Entsorgung von
chemischen Produkten bzw. Produktresten und leeren Behältern zu achten.
Angaben über die Entsorgung finden sich auf der Etikette (z. B. S-Sätze) sowie in Punkt 13
des Sicherheitsdatenblatts.
Insbesondere wenn das Produkt umweltgefährdende Eigenschaften aufweist, darf es
nicht in die Kanalisation gelangen (d.h. später über die Abwasserreinigungsanlage in den
Fluss). Grundsätzlich sollten überhaupt keine chemischen Produkte über das Abwasser
entsorgt werden. Chemikalien können biologische Reingungsstufen in Kläranlagen
zerstören ( Kosten!) und gelangen danach unverändert in die Umwelt.

Reste von chemischen Produkten müssen der Verkaufsstelle oder einer
Sammelstelle zurückgegeben werden. Verkaufsstellen sind zur
Rücknahme aller gefährlichen Chemikalien von Privatkunden verpflichtet.
Weitere Informationen zum Thema Entsorgung und Rücknahme finden sich
im Kapitel „Was muss ein Verkäufer beachten?“



                                                                                      161
Kontrollfragen

Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen
Chemikalien


26. Wie kann ein Geschäft dazu beitragen, dass Mensch und Umwelt vor
gefährlichen Chemikalien geschützt werden?

a Anstatt gefährlicher Produkte weniger gefährliche, die den gleichen Zweck
erfüllen, verkaufen.

b Für eine sachgerechte Entsorgung zurückgegebener gefährlicher Produkte
sorgen.

c Bei der Lagerung darauf achten, dass chemische Produkte nicht neben
Lebensmitteln gelagert werden.

d Beim Verkauf immer die persönliche Schutzausrüstung tragen.
                                                                          162
Kontrollfragen

Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen
Chemikalien



27. Wie kann ein Geschäft dazu beitragen, dass Mensch und Umwelt vor
gefährlichen Chemikalien geschützt werden?

a die Kunden beim Kauf von gefährlichen Produkten umfassend beraten.

b besonders gefährliche Chemikalien in Selbstbedienung verkaufen.

c besonders gefährliche Chemikalien unzugänglich für unbefugte Personen
aufbewahren.

d die Informationen des Herstellers (Etikette, Sicherheitsdatenblatt,
Gebrauchsanweisung) in jedem Fall beachten.


                                                                        163
Kontrollfragen


Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen
Chemikalien




28. Bei der Lagerung von chemischen Produkten ist darauf zu achten, dass

a nur giftige Produkte nicht neben Lebensmitteln gelagert werden dürfen, weil
Chemikaliendämpfe die Lebensmittel vergiften könnten.

b hochentzündliche nicht neben brandfördernden Produkten gelagert werden
dürfen.

c gefährliche Produkte zugänglich für unbefugte Personen gelagert werden.

d sie grundsätzlich nicht neben Lebensmitteln gelagert werden dürfen.

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Kontrollfragen

Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen
Chemikalien




29. Die Verpackungen gefährlicher Produkte müssen folgendermaßen
beschaffen sein:

a vom Inhalt darf nichts ungewollt nach außen gelangen.

b sie müssen genug dicht sein.

c sie dürfen nicht mit Lebensmitteln verwechselt werden können.

d ätzende Produkte dürfen nicht in Flaschen verkauft werden.


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Kontrollfragen

Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen
Chemikalien




30. Bei der Entsorgung gefährlicher Produkte muss ein Kunde wissen, dass

a sie in die Kanalisation entsorgt werden dürfen, weil sie in der
Abwasserreinigungsanlage abgebaut werden.

b Produktreste bei der Verkaufsstelle oder einer Sammelstelle abgegeben
werden müssen.

c die Verkaufsstelle nicht zur Rücknahme des Produktes verpflichtet ist.

d insbesondere umweltgefährdende Chemikalien nicht in die Kanalisation
gelangen dürfen.
                                                                           166
 Was muss ein Verkäufer beachten?

Welche Chemikalien dürfen im Detailhandel an Privatpersonen
verkauft resp. nicht verkauft werden?

• Nur zugelassene, registrierte oder anerkannte (und dementsprechend
  gekennzeichnete) Produkte dürfen im Detailhandel verkauft werden.
• Sehr giftige Produkte   (T+) dürfen nicht an Privatpersonen verkauft
  werden (Ausnahme: Motorentreibstoffe wie Benzin, Diesel)
• Biozide, die giftig   (T) sind, dürfen nicht an Privatpersonen verkauft
  werden.
• Besonders gefährliche Chemikalien (Definition S. 52) dürfen nicht in
  Selbstbedienung abgegeben werden (Ausnahmen: Motorentreibstoffe wie
  Benzin, Diesel)
• Für den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln muss bei der Zulassungsstelle
  (Bundesamt für Landwirtschaft, www.blw.admin.ch) eine Verkaufserlaubnis
  eingeholt werden.

                                                                            167
Was muss ein Verkäufer beachten?

Allgemeine Informationspflicht
Laut Chemikaliengesetz (Artikel 7) besteht eine allgemeine
Informationspflicht gegenüber dem Kunden. Der Verkäufer von
Chemikalien muss den Kunden sowohl über die gesundheits- und
umweltrelevanten Eigenschaften und Gefahren, sowie über die erforderlichen
Vorsichts- und Schutzmassnahmen informieren. Im Einzelhandel braucht es
dafür besondere Sachkenntnis.
Die Informationen müssen verständlich und richtig an den Kunden
weitergegeben werden. Dies bedingt, dass Sicherheitsdatenblätter,
Gebrauchsanweisungen und Etiketten richtig interpretiert und verstanden
werden.




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Was muss ein Verkäufer beachten?

Rückgabe- und Rücknahmepflicht, Entsorgungspflicht


Rückgabepflicht: Der Kunde muss Reste gefährlicher
Chemikalien der Verkaufsstelle oder zu einer Sammelstelle
zurückbringen.
Rücknahmepflicht: Der Verkäufer ist zur Rücknahme aller
gefährlicher Chemikalien (betrifft auch Biozide) von
Privatkunden verpflichtet (Artikel 22, Chemikaliengesetz).
Kleinere Mengen müssen kostenlos entgegengenommen
werden.
Entsorgungspflicht: zurückgenommene gefährliche
Chemikalien müssen vom Betrieb fachgerecht entsorgt
werden. Im Allgemeinen nehmen die Hersteller
Chemikalienreste zur Entsorgung zurück.


                                                             169
Was muss ein Verkäufer beachten?

Rückgabe- und Rücknahmepflicht, Entsorgungspflicht

Batterien und Akkumulatoren
Für Batterien und Akkumulatoren gelten besondere Bestimmungen beim Verkauf
und bei der Rücknahme (Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung, Anhang 2.15).


Verkaufsstellen müssen an gut sichtbarer Stelle deutlich
darauf hinweisen, dass
• gebrauchte Batterien und Akkumulatoren einer Verkaufs-
  oder Sammelstelle übergeben werden müssen,
• gebrauchte Batterien und Akkumulatoren in der
  Verkaufsstelle zurückgenommen werden
• Batterien und Akkumulatoren zur Finanzierung der
  Entsorgung mit einer Gebühr belastet sind.

                                                                       170
Was muss ein Verkäufer beachten?


Rückgabe- und Rücknahmepflicht, Entsorgungspflicht


Batterien und Akkumulatoren
Kunden müssen gebrauchte Batterien und
Akkumulatoren einer Verkaufs- oder Sammelstelle
zurückbringen. Batterien und Akkumulatoren bis zu
einem Gewicht von 5 kg müssen unentgeltlich
zurückgenommen werden. Batterien und
Akkumulatoren mit einem Gewicht von über 5 kg,
die im Sortiment geführt werden, müssen ebenfalls
zurückgenommen werden.



                                                     171
Was muss ein Verkäufer beachten?
Besondere Pflichten beim Verkauf
Wenn im Detailhandel besonders gefährliche Chemikalien verkauft werden,
muss der Verkäufer den Kunden über erforderliche Schutzmassnahmen und die
vorschriftsmäßige Entsorgung angemessen informieren.


Ausdrücklich auf Schutzmassnahmen und Entsorgung
hinzuweisen ist bei Chemikalien, die
• sehr giftig (T+)
                                                                 Verkauf an
• giftig (T)     mit den R-Sätzen                                Privatperso-
    •   R45: Kann Krebs erzeugen,                                nen nicht
    •   R46: Kann vererbbare Schäden verursachen,                erlaubt.
    •   R49: Kann Krebs erzeugen beim Einatmen,                  Abgabe
    •   R60: Kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen,   nur an
    •   oder R61: Kann das Kind im Mutterleib schädigen,         Berufsleute
• oder explosionsgefährlich (E)       sind.

                                                                        172
Was muss ein Verkäufer beachten?
Besondere Pflichten beim Verkauf – Aufnahme von Kundendaten
Bei der Abgabe im Detailhandel von Chemikalien, die
                                                        oder ätzend (C) (mit R35:
    giftig (T),         explosionsgefährlich (E),
                                                        Verursacht schwere Verätzungen)



sind und Produkten zur Selbstverteidigung (Pfeffersprays) muss der Verkäufer folgende
Daten aufzeichnen:
•    Identität des Käufers (Identitätskarte, Name, Adresse),
•    Name und Menge der Chemikalie,
•    Verwendungszweck,
•    Verkaufsdatum.
•    Ausserdem ist eine schriftliche Bestätigung des Käufers einzuholen, dass er das Produkt
     unter der Berücksichtigung der sicherheitsrelevanten Hinweise des Herstellers
     sachgerecht verwendet.

Diese Aufzeichnungen müssen 3 Jahre aufbewahrt werden. Eine Vorlage für die
Datenaufzeichnung (Abgabebuch) kann bestellt (siehe nächste Seite) oder auf
den Websites der kantonalen Vollzugsbehörden heruntergeladen werden.
                                                                                        173
Was muss ein Verkäufer beachten?
Besondere Pflichten beim Verkauf – Aufnahme von Kundendaten
Vorlage für die Datenaufzeichnung (Abgabebuch)
Zu Beziehen unter www.bbl.admin.ch/internet/produkte_und_dienstleistungen/online_shop/alle/index.html?lang=de unter der Nummer 311.589




                                                                                                                                   174
Was muss ein Verkäufer beachten?

Besondere Pflichten beim Verkauf



Alle besonders gefährlichen Chemikalien dürfen nur an mündige,
urteilsfähige Personen (d.h. z. B. nicht an Kinder) abgegeben werden.



Dies bedeutet, dass der Kunde imstande sein muss, die gefährlichen
Eigenschaften zu beachten und die zum Schutz von Leben, Gesundheit
und Umwelt erforderlichen Maßnahmen zu treffen. (Ausnahme: unmündige
Personen, die beruflich oder gewerblich mit diesen Stoffen umzugehen
haben. Z.B Lehrlinge)


                                                                        175
Was muss ein Verkäufer beachten?


Besondere Pflichten beim Verkauf


Abgabepflicht für Sicherheitsdatenblätter:
Ein Sicherheitsdatenblatt muss im Detailhandel kostenlos in der vom Kunden
gewünschten Amtssprache abgegeben werden, wenn ein beruflicher oder
gewerblicher Verwender dieses verlangt.

Wenn z. B. ein Maler für berufliche Zwecke einen besonders gefährlichen Lack
kauft und ein Sicherheitsdatenblatt verlangt, muss der Verkäufer ihm eines
abgeben.




                                                                         176
Übersicht über die Pflichten eines Verkäufers von
besonders gefährlicher Chemikalien an Privatpersonen

           Gefahren-   Sehr giftig        Giftig           Ätzend      Explo- Umweltge-        Leichtent-     Produkte mit Selbst-
            merkmal                                                  sionsge- fährlich mit   zündlich mit R   R1, R4, R5, verteidi-
Verkaufs-                                                             fährlich  R 50/53       15 oder R17      R6, R16,    gungs-
Vorschriften                                                                                                   R19, R44    sprays
                               T+                  T             C         E            N               F

Verkauf an Private     Verboten      Erlaubt (ausser
                                     Biozidprodukte mit
                                     T sowie Produkte
                                     mit R45, R46,                                      Erlaubt
                                     R49, R60, R61)

Mindestalter Käufer    Nicht
(ausser Lehrlinge)     anwendbar                                                18 Jahre
Verkauf in
Selbstbedienung                                                         Verboten
Aufzeichnung des       Nicht     Erforderlich             Erforder- Erforder-                                             Erforder-
Kaufes durch den       anwendbar                          lich wenn lich                                                  lich
Verkäufer                                                 R 35
(Personalien des                                          („stark                  Nicht erforderlich
Käufers)                                                  ätzend“)

Information des        Nicht
Käufers durch den
Verkäufer
                       anwendbar
                                                                            Erforderlich
Sachkenntnis des       Nicht
Verkäufers             anwendbar                                            Erforderlich
                                                                                                                           177
Wie gehe ich konkret vor (Abläufe im Geschäft)?

(Ein Vorschlag: je nach Betrieb können Anpassungen erforderlich sein.)


1. Von allen Produkten, für die eine Kunden-Beratungspflicht besteht (alle besonders
   gefährlichen Chemikalien) eine Liste machen.
2. Dafür sorgen, dass diese Produkte für die Kunden unzugänglich aufbewahrt werden
   („Giftschrank“).
3. Anhand der verfügbaren Daten (Sicherheitsdatenblatt, Etikette, Gebrauchsanweisung
   etc.) für jedes Produkt eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten
   schreiben, über die der Kunde beraten werden muss.
4. Eine Liste aller Produkte erstellen, die giftig (T), explosionsgefährlich (E) oder ätzend
   (C) (mit R35) sind. Beim Verkauf dieser Produkte muss der Verkäufer die Identität des
   Käufers etc. aufschreiben (S. 173). Ein Formular erstellen/bestellen, in welches diese
   Daten beim Verkauf eingetragen werden können.
5. Eine Liste aller Produkte erstellen, die als giftig mit R45, R46, R49, R60 oder R61
   oder als explosionsgefährlich gekennzeichnet sind. Für diese Produkte besteht eine
   besonders ausdrückliche Beratungspflicht resp ein Verkaufsverbot an Privatkunden.


                                                                                        178
Wie gehe ich konkret vor (Abläufe im Geschäft)?



6. Schulung aller Verkäufer im Geschäft, die besonders gefährliche Produkte
   verkaufen: Inhalte der Zusammenfassungen aus Punkt 3
   (produktespezifisches Wissen) und die Pflicht, beim Verkauf der Produkte aus
   Punkt 4 gewisse Daten über den Kunden aufzunehmen.
7. Die Listen der besonders gefährlichen Produkte an einem zentralen Ort
   aufbewahren und alle Verkäufer über diesen Ort informieren: Listen aus Punkt
   1, 4 und 5 sowie das Formular aus Punkt 4.
8. Die Zusammenfassungen aus Punkt 3 ebenfalls zentral aufbewahren und alle
   anderen Verkäufer entsprechend informieren.
9. Kunden-Beratungsgespräche üben (siehe Kurzleitfaden).




                                                                                  179
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?



31. Ich muss Name und Adresse des Kunden aufschreiben, wenn er ein
folgendermaßen gekennzeichnetes Produkt kauft:

a Selbstverteidigungsspray.

b Umweltgefährlich „N“ mit R50/53.

c Gesundheitsschädlich „Xn“.

d. Ätzend mit R35



                                                                     180
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?



32. Ich muss Name und Adresse des Kunden aufschreiben, wenn er ein
folgendermaßen gekennzeichnetes Produkt kauft:

a Brandfördernd „O“.

b Explosionsgefährlich „E“.

c Giftig „T“.

d Hochentzündlich „F+“ mit R12.




                                                                     181
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?



33. Ich muss dem Kunden beim Verkauf ein Sicherheitsdatenblatt abgeben,
    wenn:

a   er dies verlangt.

b   er das Produkt für berufliche Zwecke verwenden will.

c   das Produkt mit sehr giftig (T+)        gekennzeichnet ist.

d   er ein besonders gefährliches Produkt kauft.



                                                                      182
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?



34. Beim Verkauf von besonders gefährlichen Chemikalien ist zu beachten:

a   sie dürfen nur an mündige, urteilsfähige Privatpersonen und an berufliche
    Verwender abgegeben werden.

b   sie dürfen an Minderjährige verkauft werden, wenn sie diese für ihre Eltern
    kaufen.

c   sehr giftige (T+)      Produkte dürfen nicht an Privatpersonen verkauft
    werden.

d   in jedem Fall ist Name und Adresse des Kunden aufzuschreiben.

                                                                            183
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?




35. Folgende Produkte dürfen nicht an Privatpersonen verkauft werden:

a sehr giftige Produkte.

b giftige Produkte mit R45, R46, R49, R60, oder R61.

c giftige Biozide.

d besonders gefährliche Produkte.



                                                                        184
Kontrollfragen


Was muss ein Verkäufer beachten?




36. Folgende Produkte dürfen nicht an Privatpersonen verkauft werden:

a Pflanzenschutzmittel.

b umweltgefährliche Produkte.

c nicht zugelassene, registrierte, oder anerkannte Produkte.

d brandfördernde Produkte mit R8.




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Kontrollfragen



Was muss ein Verkäufer beachten?



37. Folgende Produkte dürfen nicht in Selbstbedienung verkauft werden:

a Motorentreibstoffe, z. B. Benzin, Diesel.

b giftige Produkte mit R45, R46, R49, R60, oder R61.

c Biozide.

d besonders gefährliche Produkte.




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Grundlagen des produktespezifischen Wissens
Die vorliegende Schulung vermittelt nur die Grundlagen von
produktespezifischem Wissen. Sachkenntnis hat erst, wer die gefährlichen
Eigenschaften von allen gefährlichen Produkten in seinem Sortiment kennt.
Welches sind die wichtigsten Informationsquellen zur selbständigen
Aneignung von produktespezifischem Wissen?

-Hauptinformationsquellen:
Etikette, Sicherheitsdatenblatt und Gebrauchsanweisung.
Sicherheitsdatenblätter sind kritisch zu lesen und mit der eigenen Erfahrung und eventuell
anderen Datenquellen zu vergleichen. Finden sich in verschiedenen Datenquellen
gegensätzliche Angaben, ist am besten vom schlimmsten Fall auszugehen.
Weitere Informationsquellen sind:
Informationen und Angaben des Herstellers
Die Telefonnummer und Adresse des Herstellers ist jeweils auf der Etikette sowie dem
Sicherheitsdatenblatt angegeben.
Anhänge der Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung
(ChemRRV) für besonders gefährliche Klassen von Chemikalien, z. B. Auftaumittel,
Anstrichfarben- und Lacke, Batterien und Akkumulatoren, etc.
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Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Informationsquellen zur Erarbeitung von produktespezifischem Wissen
(Fortsetzung):
 Vorsicht: Alle Informationen müssen kritisch hinterfragt werden!!
   •   http://ecb.jrc.it/classification-labelling/  search classlab  Anhang I der Richtlinie
       67/548/EWG: Liste von ca 7000 offiziell eingestufter gefährlicher Stoffe. Offizielle und
       verlässliche Informationsquelle.
   •   http://ecb.jrc.it/esis Weitere Stofflisten der EU (Esis: European chemical substance
       information system) Es kann nach Substanznamen, CAS-Nummern, R-Sätzen etc. gesucht
       werden. Oft keine Gefahrstoffinfo.
   •   http://www.hvbg.de/d/bia/fac/stoffdb/index.html Gestis-Stoffdatenbank des
       berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitsschutz: Gefahrstoffinfo, Handhabung,
       Lagerung, Entsorgung, MAK-Werte etc.
   •   Sicherheitsdatenblätter bei Merck:
       http://chemdat.merck.de/mda/ch/de/msds/index.html
   •   Sicherheitsdatenblätter bei Sigma-Aldrich:
       http://www.sigmaaldrich.com/catalog/search/AdvancedSearchPage
   •   Betrieblicher Umweltschutz Baden-Württemberg (nach Branchen):
       http://www.umweltschutz-bw.de/index.php?lvl=252
   •   Informationen über gefährliche Chemikalien nach Branchen:
       http://www.gefahrstoffe-im-griff.de/
                                                                                             188
Grundlagen des produktespezifischen Wissens
Chemische Produkte, für deren Verkauf ein Verkäufer Sachkenntnis
besitzen muss, lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen:
• Biozide (Definition S. 232)


• Pflanzenschutzmittel (Definition S. 237)


• Reinigungsmittel


• Klebstoffe


• Farben und Lacke, Lasuren….


Diese Liste ist nicht vollständig, es gibt eine Reihe von weiteren Produkten, die nicht
unter diese Kategorien fallen. Über die genannten Gruppen von Produkten und ihre
Untergruppen soll im Folgenden ein Überblick gegeben werden.                              189
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Biozide:

Biozide lassen sich laut der Verordnung für Biozidprodukte in der Schweiz in
folgende vier Hauptgruppen unterteilen:
Hauptgruppe 1: Desinfektionsmittel und allgemeine Biozidprodukte
Hauptgruppe 2: Schutzmittel
Hauptgruppe 3: Schädlingsbekämpfungsmittel
Hauptgruppe 4: Sonstige Biozidprodukte



Diese Hauptgruppen wiederum enthalten 23
Untergruppen (Produktarten).



                                                                               190
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Biozide:

Produktarten Biozide:
Hauptgruppe 1: Desinfektionsmittel und allgemeine Biozidprodukte
Produktart 1: Biozidprodukte für die menschliche Hygiene
Produktart 2: Desinfektionsmittel für den Privatbereich und den Bereich des
öffentlichen Gesundheitswesens sowie andere Biozidprodukte im Bereich des
öffentlichen Gesundheitswesens
Produktart 3: Biozidprodukte für die Hygiene im Veterinärbereich (Tierarzt)
Produktart 4: Desinfektionsmittel für den Lebens- und Futtermittelbereich
Produktart 5: Trinkwasserdesinfektionsmittel




                                                                              191
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Biozide:

Produktarten von Bioziden:
Hauptgruppe 2: Schutzmittel
Produktart 6: Topf-Konservierungsmittel
(Produkte zum Schutz von Fertigerzeugnissen (ausser Lebens- und Futtermitteln) in Behältern
gegen mikrobielle Schädigung zwecks Verlängerung ihrer Haltbarkeit.)
Produktart 7: Beschichtungsschutzmittel
Produktart 8: Holzschutzmittel
Produktart 9: Schutzmittel für Fasern, Leder, Gummi und polymerisierte
              Materialien
Produktart 10: Schutzmittel für Mauerwerk
Produktart 11: Schutzmittel für Flüssigkeiten in Kühl- und
               Verfahrenssystemen
Produktart 12: Schleimbekämpfungsmittel
Produktart 13: Schutzmittel für Metallbearbeitungsflüssigkeiten
                                                                                              192
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Biozide:

Produktarten von Bioziden:
Hauptgruppe 3: Schädlingsbekämpfungsmittel
Produktart 14: Rodentizide (Bekämpfungsmittel gegen Mäuse, Ratten und andere Nagetiere.)
Produktart 15: Avizide (Bekämpfungsmittel gegen Vögel.)
Produktart 16: Molluskizide (Bekämpfungsmittel gegen Mollusken, z. B. Schnecken)
Produktart 17: Fischbekämpfungsmittel
Produktart 18: Insektizide, Akarizide und Produkte gegen andere Arthropoden
(Bekämpfungsmittel gegen Arthropoden (z.B. Insekten, Spinnentiere und Schalentiere)).
Produktart 19: Repellentien und Lockmittel
(Produkte zur Fernhaltung oder Köderung von Schadorganismen (wirbellose Tiere wie z.B. Flöhe, Wirbeltiere
wie z.B. Vögel): hierzu gehören Produkte, die entweder unmittelbar oder mittelbar für die menschliche
Hygiene oder die Hygiene im Veterinärbereich verwendet werden.)


                                                                                               193
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Biozide:


Produktarten von Bioziden:
Hauptgruppe 4: Sonstige Biozidprodukte
Produktart 20: Schutzmittel für Lebens- und Futtermittel
(Produkte zum Schutz von Lebens- und Futtermitteln gegen Schadorganismen.)
Produktart 21: Antifouling-Produkte
(Produkte zur Bekämpfung des Wachstums und der Ansiedlung von bewuchsbildenden Organismen
(Mikroben und höhere Pflanzen- und Tierarten) an Wasserfahrzeugen, an Ausrüstung für die Aquakultur
und an anderen im Wasser eingesetzten Bauten.)
Produktart 22: Flüssigkeiten für Einbalsamierung und Taxidermie
(Produkte zur Desinfektion und Konservierung von Leichen oder Tierkadavern oder Teilen davon.)
Produktart 23: Produkte gegen sonstige Wirbeltiere
(Bekämpfungsmittel gegen Schädlinge.)



                                                                                                 194
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Pflanzenschutzmittel:

Klassen von Pflanzenschutzmitteln:

      • Akarizide (Bekämpfung von Milben und Zecken)
      • Bakterizide (Bekämpfung von Mikroorganismen, Bakterien)
      • Fungizide (Bekämpfung von Pilzen)
      • Herbizide (Bekämpfung von Pflanzen)
      • Insektizide (Bekämpfung von Insekten)
      • Molluskizide (Bekämpfung von Schnecken)
      • Nematizide (Bekämpfung von Fadenwürmern)
      • Biochemikalien (z. B. Pheromone = Lockstoffe)
      • Phytoregulatoren (z. B. Wachstumsförderer)
      • Repellentien ((Insekten)abwehrstoffe)
      • Rodentizide (Bekämpfung von Nagetieren, z. B. Ratten)
      • Talpizide (Bekämpfung von Maulwürfen)
      • Virizide (Bekämpfung von Viren)
      • Sonstige
                                                                  195
Grundlagen des produktespezifischen Wissens

Weitere Produktgruppen, die oft gefährliche Eigenschaften haben :


Reinigungsmittel/ Lösungsmittel

Klebstoffe

Farben und Lacke, Lasuren

Entkalker

Treibstoffe

u.s.w
                                                                    196
Produktespezifisches Wissen - Beispiel



Im Folgenden wird ein Beispiel aus der Produktkategorie Biozide
besprochen. Allenfalls werden später weitere Beispiele aus anderen
Produktkategorien (z. B. Pflanzenschutzmittel, WC-Reiniger, Entkalker
Klebstoffe etc.) und Gefahrenklassen (z. B. umweltgefährlich,
explosionsgefährlich, ätzend, giftig) folgen.
Aus Sicherheitsdatenblatt, Gebrauchsanweisung und Etikette sind die
wichtigsten Punkte zusammengestellt und für eine Kundenberatung
aufgearbeitet. In etwa dieser Art muss der Kunde beraten werden.




                                                                        197
Produktespezifisches Wissen - Beispiel

Beispiel 1: Wespenspray. Er ist umweltgefährlich, gesundheitsschädlich und
hochentzündlich. Eine Kundenberatung muss erfolgen, weil das Produkt als
umweltgefährlich mit R50/53 eingestuft ist. Über die anderen gefährlichen
Eigenschaften „gesundheitsschädlich“ (Xn) oder „hochentzündlich“ (F+) muss
nicht zwingend informiert werden.
Als Wespenspray ist dieses Produkt ein Biozid (Produktart 18: Insektizide).
Wie bereits im Kurzleitfaden besprochen, muss über folgende Punkte
informiert werden:


1. Gefahren für Mensch und Umwelt
2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte
   Freisetzung)
4. Erste Hilfe
5. Sachgerechte Entsorgung


                                                                         198
   Produktespezifisches Wissen - Beispiel

   Folgende Tabelle gibt einen Überblick, wo die vorgenannten
   Informationen zu finden sind.

Gliederungspunkt       Etikette              Punkt des                     Gebrauchsanweisung
                                             Sicherheitsdatenblatts
Gefahren für Mensch    Gefahrensymbole, R-   Gefahrensymbole, R-Sätze:     -
und Umwelt             Sätze                 3, 15;
                                             Weitere Hinweise: 11 und 12
Schutzmassnahmen       S-Sätze               S-Sätze: 15;                  Die genaue Verwendung
und Verhaltensregeln                         Weitere Hinweise: 7 und 8     mit Schutzhinweisen ist
                                                                           beschrieben.
Verhalten im           -                     5, 6 und 8                    -
Gefahrfall (Brand,
unbeabsichtigte
Freisetzung)
Erste Hilfe            -                     4                             -
Sachgerechte           Zum Teil sind         13                            Zum Teil sind
Entsorgung             Entsorgungshinweise                                 Entsorgungshinweise
                       angegeben                                           angegeben

                                                                                           199
Produktespezifisches Wissen – Beispieletikette Wespenspray
                                                                       Wespenspray 500 ml, Insektizid
                                                                       Gefahrenhinweise (R-Sätze)
                                                                       (R12                 Hochentzündlich)
                                                                       R20/21/22            Gesundheitsschädlich beim
                                                                                            Einatmen, Verschlucken und
                                                                                            Berührung mit der Haut.
                                                                       R36                  Reizend für die Augen.
                                                                       R43                  Sensibilisierung durch Hautkontakt
                                                                                            möglich.
                                                                       R50/53               Sehr giftig für Wasserorganismen,
                   Gesundheitsschädlich (Xn)                                                kann in
                     Umweltgefährlich (N)                                                   Gewässern längerfristig schädliche
                     Hochentzündlich (F+)                                                   Wirkungen haben
                                                                       R65                  Gesundheitsschädlich: kann beim
Wirkstoffe:                                                                                 Verschlucken Lungenschäden
- 50g/kg Permethrin                                                                         verursachen.
- 50g/kg Tetramethrin                                                  R66                  Wiederholter Kontakt kann zu
- 150g/kg Piperonylbutoxid (2-(2-Butoxyethoxy)ethyl-6-                                      spröder oder rissiger Haut führen.
  propylpiperonylether)                                                Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
                                                                       S2:                   Darf nicht in die Hände von Kindern
(enthält ausserdem:
                                                                                             gelangen.
Organische Lösungsmittel >30%                                          S13:                  Von Nahrungsmitteln, Getränken
Treibmittel: Propan / Butan 40-50%)                                                          und Futtermitteln fernhalten.
Aerosol. Behälter steht unter Druck. Vor Sonnenbestrahlung und         S16:                  Von Zündquellen fernhalten.
Temperaturen über 50°C schützen. Auch nach Gebrauch nicht              S23:                  Dämpfe nicht einatmen.
gewaltsam öffnen oder verbrennen. Nicht in Augen, gegen Flamme         S24:                  Berührung mit der Haut vermeiden.
oder auf glühenden Gegenstand sprühen. Von Zündquellen fernhalten      S29/35:               Nicht in die Kanalisation gelangen
– Nicht rauchen. Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und                         lassen; Abfälle und Behälter müssen
Verpackung oder Etikett vorzeigen (S46). Vor Gebrauch beiliegendes                           in gesicherter Weise beseitigt
Merkblatt (Gebrauchsanweisung) lesen.                                                        werden.
Chargennr: Muster 1500, Zulassungsnummer : CHZB XXXX,                  S36/37                Bei der Arbeit geeignete
Zu verbrauchen bis: siehe Dosenboden                                                         Schutzkleidung tragen
Weitere Angaben: siehe Verpackung.
Hinweis: Zu Übungszwecken einsprachige Kennzeichnung
                                                                                                                         200
                          Fa. Mustermann AG, Bundesplatz 4, 3000 Bern, Tel. +41 31-000 00 00
      Produktespezifisches Wissen - Beispiel
      Produktbeispiel Wespenspray, Sicherheitsdatenblatt Punkte 1 - 5
               SICHERHEITSDATENBLATT                                                     3. MÖGLICHE GEFAHREN
                                                                                          Gefahrenbezeichnung          F+ - hochentzündlich
                                                                                                                       Xn – gesundheitsschädlich
                              WESPENSPRAY XY                                                                           N - umweltgefährlich

                                                                                          Besondere Gefahrenhinweise   R12       Hochentzündlich

1. STOFF- / ZUBEREITUNGS- UND FIRMENBEZEICHNUNG                                                                        R20/21/22        Gesundheitsschädlich beim Einatmen,
                                                                                                                                        Verschlucken und Berührung mit der Haut.
  Chemische Charakterisierung   Wespenspray mit Pyrethroiden und Lösemittel; Treibgas:
                                Propan / Butan.                                                                        R36              Reizend für die Augen.

                                                                                                                       R43       Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
  Hersteller/Lieferant          Firma Mustermann
                                Musterstrasse 1                                                                        R50/53    Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in
                                CH-0000 Musterdorf                                                                               Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen
                                Schweiz                                                                                          haben
                                Tel.: 000 0000000
                                Fax: 111 111 1111                                                                      R65       Gesundheitsschädlich: kann beim Verschlucken
                                                                                                                                 Lungenschäden verursachen.
  Notrufnummer                  Toxikologisches Institut Zürich /
                                044 251 51 51 (Giftzentrale)                                                           R66       Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger
                                                                                                                                 Haut führen.


2. ZUSAMMENSETZUNG / ANGABEN ZU BESTANDTEILEN
                                                                                         4. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN
  Gefährliche Inhaltsstoffe     Enthält:
                                                                                          Nach Einatmen                Sofort an die frische Luft.
                                ca. 40-50% Propan / Butan                                 Nach Hautkontakt             Sofort mit viel Wasser abwaschen. Bei allergischer Reaktion
                                Symbole: F+; R-Sätze: 12                                                               einen Arzt konsultieren.

                                ca. 2-5% Piperonylbutoxid.                                Nach Augenkontakt            Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser
                                Symbole: N; R-Sätze: R50/53                                                            abspülen und Arzt konsultieren.

                                ca. 20-30% Ethanol.                                       Nach Verschlucken            Sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett
                                Symbole: F; R-Sätze: R11                                                               vorzeigen.

                                ca. 30-40% Aliphatische Kohlenwasserstoffe.
                                Symbole: Xn; R-Sätze: R65-66-53                          5. MASSNAHMEN ZUR BRANDBEKÄMPFUNG

                                ca. 1-2% Aceton                                           Geeignete Löschmittel        Wassersprühstrahl, Löschpulver, CO2, Schaum.
                                Symbole: F, Xi; R-Sätze: 11-36-66-67
                                                                                          Besondere Schutzausrüstung   Umgebungsluftunabhängiges Atemschutzgerät und
                                                                                                                       Schutzanzug tragen. Vorsicht vor berstenden Behältnissen.
                                ca. 1-2% Tetramethrin                                                                  Ansonsten übliche Massnahmen bei Bränden mit
                                Symbole: N; R-Sätze: 50/53                                                             Chemikalien.

                                ca. 1-2% Permethrin                                       Besondere Löschhinweise      Löschwasser nicht in die Kanalisation oder Gewässer
                                Symbole: Xn, N; R-Sätze: 20/22-43-50/53                                                gelangen lassen. Gefährdete Behältnisse mit
                                                                                                                       Wassersprühstrahl kühlen.                       201
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Produktbeispiel Wespenspray, Sicherheitsdatenblatt Punkt 6 - 13
6. MASSNAHMEN BEI UNBEABSICHTIGTER FREISETZUNG                                                   9. PHYSIKALISCHE UND CHEMISCHE EIGENSCHAFTEN

 Schutz von Personen            Schutzausrüstung tragen. Ungeschützte Personen fernhalten.         Form                            Aerosol.
                                Für ausreichende Lüftung sorgen. Zündquellen fernhalten,
                                Funkenbildung vermeiden.                                           Farbe                           farblos.

 Schutz der Umwelt              Nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen lassen.           Geruch                          nach Petroleum.

                                                                                                   Physikalische und chemische Eigenschaften
 Aufräumarbeiten                Kleine Mengen ausgasen lassen. Grössere Mengen mit Sand
                                                                                                                                   Zündtemperatur:         > 250°C
                                oder geeignetem Absorptionsmittel (Sand, Universalbinder,                                          Explosionsgrenze:       0.6 Vol.-%
                                Sägemehl) aufnehmen und nach Punkt 13 entsorgen.                                                   Doseninnendruck:        3.5 bar (20°C)
                                                                                                                                                           6.5 bar (50°C)

7. HANDHABUNG UND LAGERUNG
                                                                                                 10. STABILITÄT UND REAKTIVITÄT
 Handhabung                     Kontakt mit Haut, Augen und Kleidern vermeiden. Für gute
                                Belüftung am Arbeitsplatz sorgen.                                  Stabilität                      Stabil unter Einhaltung der Lagerbedingungen aus Pkt. 7

 Lagerung                       Behälter dicht verschlossen halten.
                                Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
                                Getrennt von Nahrungs-, Genuss- und Futtermitteln lagern.
                                An einem kühlen, trockenen, gut gelüfteten Ort lagern. Vor       11. ANGABEN ZUR TOXIKOLOGIE
                                Hitze und Sonnenbestrahlung schützen. Von Zündquellen
                                fernhalten, Rauchverbot anordnen. Empfohlene                       Akute Toxizität                 Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und
                                Lagertemperatur: ca. 20°C. Über 50°C: Berstgefahr. Nicht im                                        Berührung mit der Haut. Kann beim Verschlucken
                                PKW-Innenraum mitführen.                                                                           Lungenschäden verursachen

 Zusammenlagerungshinweise      Von brandfördernden und explosionsfähigen Stoffen und              Lokale Effekte                  Haut:   Kann Hautreizungen hervorrufen. Wiederholter
                                Gegenständen fernhalten.                                                                                   Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen
                                                                                                                                   Augen: Kann Augenreizungen hervorrufen.
                                                                                                                                   Einatmen: Gesundheitsschädlich beim Einatmen.

8. EXPOSITIONSBEGRENZUNG UND PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG                                          Sensibilisierung                Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
                                                                                     3
 Expositionsgrenzwert(e)        Ethanol:      MAK-Wert (Schweiz):         500 ml / m
                                                                                           3
                                                                          bzw. 960 mg / m        12. ANGABEN ZUR ÖKOLOGIE
                                                                                         3
                                               Kurzzeitgrenzwert (Schweiz): 1920 mg / m
                                Propan / Butan:                                                    Ökotoxische Wirkungen           Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern
                                                                                       3
                                               MAK-Wert (Schweiz):        1000 ml / m                                              längerfristig schädliche Wirkungen haben.
                                                                                             3
                                                                          bzw. 1800 mg / m
                                                                                         3
                                               Kurzzeitgrenzwert (Schweiz): 7200 mg / m            Persistenz / Abbaubarkeit       Aufgrund der Inhaltsstoffe nicht leicht biologisch abbaubar.
                                                                                     3
                                Aceton:        MAK-Wert (Schweiz):        500 ml / m                                               Produkt nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
                                                                                             3
                                                                          bzw. 1200 mg / m
                                                                                         3
                                               Kurzzeitgrenzwert (Schweiz): 2400 mg / m
                                Zusätzliche Hinweise: Als Grundlage dienten die bei der          13. HINWEISE ZUR ENTSORGUNG
                                Erstellung gültigen Listen.
                                                                                                   Produkt                         Darf nicht zusammen mit Hausmüll entsorgt werden.
 Persönliche Schutzausrüstung   Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzanzug tragen.                                             Darf nicht in die Kanalisation gelangen. Entsorgung gemäss
                                                                                                                                   den behördlichen Vorschriften.
 Atemschutz                     Beim Auftreten von Dämpfen oder Aerosolen (z. B. in                                                                                                               202
                                unzureichend belüfteten Räumen): Atemschutzgerät tragen.           Ungereinigte Verpackungen       Entsorgung gemäss den behördlichen Vorschriften.
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Produktbeispiel Wespenspray, Sicherheitsdatenblatt
      14. ANGABEN ZUM TRANSPORT
       ADR/RID-Klasse:             2

       Ziffer                      5F

       UN-Nummer                   UN 1950

       Bezeichnung                 Druckgaspackungen, Propan / Butan-Mischung


      15. VORSCHRIFTEN
       Symbole                     F+ - hochentzündlich
                                   Xn – gesundheitsschädlich
                                   N - umweltgefährlich

       R-Sätze                     R12       Hochentzündlich
                                   R20/21/22       Gesundheitsschädlich beim Einatmen,
                                                   Verschlucken und Berührung mit der Haut.
                                   R36             Reizend für die Augen.
                                   R43       Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
                                   R50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in
                                             Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen
                                             haben
                                   R65       Gesundheitsschädlich: kann beim Verschlucken
                                             Lungenschäden verursachen.
                                   R66       Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger
                                             Haut führen.
       S-Sätze                     S2:       Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
                                   S13:      Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln
                                             fernhalten.
                                   S16:      Von Zündquellen fernhalten.
                                   S23:      Dämpfe nicht einatmen.
                                   S24:      Berührung mit der Haut vermeiden.
                                   S29/35: Nicht in die Kanalisation gelangen lassen; Abfälle
                                             und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt
                                             werden.
                                   S36/37: Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und
                                             Schutzkleidung tragen.
                                   S46:      Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und
                                             Verpackung oder Etikett vorzeigen.
       Besondere Kennzeichnungen   Nach Richtlinie 94/1/EEC zur Anpassung der Aerosolrichtlinie
                                   75/324/EEC: „Behälter steht unter Druck. Vor
                                   Sonnenbestrahlung und Temperaturen über 50°C schützen.
                                   Auch nach Gebrauch nicht gewaltsam öffnen oder
                                   verbrennen. Nicht in Augen, gegen Flamme oder auf
                                   glühenden Gegenstand sprühen. Von Zündquellen fernhalten
                                   – Nicht rauchen. Darf nicht in die Hände von Kindern
                                   gelangen.“

       Nationale Vorschriften      WGK 2 (Selbsteinstufung), wassergefährdend gemäss § 19g
                                   Abs. 5 (WHG), VwVwS vom 17. Mai 1999.
                                   Zulassung BLW: CHZB XXXX
                                                                                                   203
      16. SONSTIGE ANGABEN
       Überarbeitet am             19. Januar 2006
  Produktespezifisches Wissen - Beispiel

 Produktbeispiel Wespenspray, Gebrauchsanweisung:
 (Die Gebrauchsanweisung ist meistens auf der Verpackung zu finden.)



Anwendungsgebiet: Im Freien oder in Nebenräumen wie Speicher oder Garage.
Nicht in Wohnräumen anwenden.
Gebrauchsanweisung: Die Insekten besprühen, wo sie in grosser Zahl
vorkommen, wie z. B. in der Nähe von Wespennestern. Aus sicherer Entfernung
von ca. 1-2 m direkt während ein paar Sekunden besprühen. Nicht gegen den
Wind sprühen. Bester Erfolg frühmorgens und spätabends, wenn die meisten
Wespen im Nest sind. Brille und Schutzkleidung tragen.
Vor Gebrauch beachten: Nie direkt auf Menschen oder Tiere sprühen. Offene
Lebensmittel oder Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sowie
Aquarien und Tierkäfige abdecken oder entfernen. Kann Flecken hinterlassen.
Nicht einnehmen, Aerosol nicht einatmen. Vorsicht bei Asthma!


                                                                         204
Produktespezifisches Wissen - Beispiel




 Wespenspray: Zusammenfassung der
 Information und Kundenberatung

 Im Folgenden ist aufgezeichnet, wie eine Zusammenfassung der
 wichtigsten Punkte, über die der Kunde beraten werden muss, für das
 Beispiel „Wespenspray“ aussehen kann (Punkt 3 der Liste: „Wie gehe ich
 konkret vor (Abläufe im Geschäft; S. 178)?“)
 Im Anschluss daran wird aufgezeigt, wie ein Beratungsgespräch für
 dieses Produkt konkret ablaufen könnte.




                                                                          205
Produktespezifisches Wissen - Beispiel

Beispiel: Zusammenfassung der gefährlichen Eigenschaften des
Wespensprays für Verkaufsgespräche:


1. Gefahren für Mensch und Umwelt

 Aus Gefahrensymbolen / R-Sätzen (Etikette) / Sicherheitsdatenblatt:

Umweltgefährlich => Beratungspflicht
•   Sehr giftig für Wassertiere, z. B. Fische. Wird schlecht biologisch abgebaut und
    kann daher längerfristig zu Schäden im Gewässer führen (N, R50/53,
    Sicherheitsdatenblatt Punkt 12).
• Die gesundheitsschädlichen und physikalisch-chemischen Eigenschaften müssen
  im Beratungsgespräch nicht erwähnt werden. Die Beratungspflicht für dieses
  Produkt besteht aufgrund der umweltgefährlichen Eigenschaften.



                                                                                       206
Produktespezifisches Wissen - Beispiel


2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln

Aus S-Sätzen, Sicherheitsdatenblatt und Gebrauchsanweisung:

Lagerung:
•   Von Kindern fernhalten und nicht in der Nähe von Nahrungsmitteln, Getränken und
    Futtermitteln lagern oder verwenden (S2, S13)
•   Kühl, trocken und gut gelüftet lagern, nicht in die Sonne stellen oder zu heiss werden lassen;
    nicht im PKW-Innenraum mitnehmen (Sicherheitsdatenblatt)

Verwendung:
•   Produkt darf nicht in die Kanalisation, d.h. ins Abwasser gelangen (S29/35)
•   Nicht in Wohnräumen verwenden. Unter Umständen Aquarien und Tierkäfige abdecken oder
    entfernen ( Gebrauchsanweisung). Gut Lüften
•   Gebrauchsanweisung beachten



                                                                                                     207
Produktespezifisches Wissen - Beispiel

3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte Freisetzung)


Aus Sicherheitsdatenblatt:

Brandfall:
•   Löschen mit Hausfeuerlöscher möglich
•   Spraydose kann explodieren! Spraydosen aus der Gefahrenzone bringen oder mit
    Wassersprühstrahl kühlen



Unbeabsichtigte Freisetzung:
•   Falls das Produkt unbeabsichtigt aus der Spraydose austritt: Für ausreichende Lüftung
    sorgen, Dämpfe nicht einatmen, Zündquellen und Feuer fernhalten. Kleine Mengen ausgasen
    lassen.
•   Flüssiges Produkt darf nicht in die Kanalisation oder Gewässer kommen



                                                                                              208
Produktespezifisches Wissen - Beispiel


4. Erste Hilfe



 Aus Sicherheitsdatenblatt:
 • Punkt 4 muss für dieses Produkt nicht zwingend behandelt werden, da
   die Beratungspflicht in diesem Fall nur aufgrund der umweltgefährlichen
   Eigenschaften besteht.




                                                                         209
Produktespezifisches Wissen - Beispiel



5. Sachgerechte Entsorgung

Aus Sicherheitsdatenblatt:
• Reste vom Produkt: zur Verkaufsstelle zurückbringen oder in der
  Gemeindesammelstelle abgeben
• Verpackung zur Entsorgung zurück zur Verkaufsstelle
• Leere Verpackung oder Reste des Produktes nicht in den Hausmüll
  geben
• Produkt oder Verpackung nicht in die Kanalisation gelangen lassen




                                                                      210
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Beispiel für ein Verkaufsgespräch
1. Gefahren für Mensch und Umwelt


Dieses Wespenspray ist umweltgefährlich. Daher muss ich Sie über
den Umgang damit genauer informieren. Das Produkt ist sehr giftig für
Wassertiere, z. B. Fische. Es wird schlecht biologisch abgebaut und
kann daher längerfristig zu Schäden in Flüssen oder Seen führen. Es
darf nicht in die Kanalisation gelangen. Sie dürfen es z.B nicht ins WC
oder ins Lavabo sprühen.




                                                                     211
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Verkaufsgespräch
2. Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln
Der Spray muss von Kindern ferngehalten werden und darf nicht in der Nähe
von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln gelagert oder verwendet
werden. Das Produkt muss kühl, trocken und gut gelüftet gelagert werden. Es
sollte nicht in der Sonne stehen oder zu heiss werden. Die Spraydose kann
sonst explodieren. Sie sollten das Produkt z.B nicht im PKW-Innenraum
mitnehmen.
Weil es umweltgefährlich ist, darf das Produkt nicht in die Kanalisation, d.h.
ins Abwasser, oder in Gewässer kommen. Bei der Verwendung sollten Sie
Aquarien und Tierkäfige abdecken oder entfernen.
Des Weiteren beachten Sie bitte die Gebrauchsanweisung hier auf der
Verpackung. Schliesslich beachten Sie bitte das Verfallsdatum am
Dosenboden des Produktes. Nach Ablauf dieses Datums sollte es nicht mehr
weiter gelagert bzw. verwendet werden. Bringen Sie es uns zurück




                                                                                 212
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Verkaufsgespräch
3. Verhalten im Gefahrfall (Brand, unbeabsichtigte Freisetzung)
 Im Brandfall können Sie mit dem Hausfeuerlöscher löschen. Bei Hitze,
 wie sie im Brandfall auftritt, kann die Spraydose explodieren, also
 Vorsicht! Spraydosen müssen aus der Gefahrenzone gebracht werden.
 Falls dies nicht möglich ist: Vorsichtige Kühlung mit einem
 Wassersprühstrahl.
 Falls das Produkt unbeabsichtigt aus der Spraydose austritt, sollten Sie
 für ausreichende Lüftung sorgen und die Dämpfe nicht einatmen. Auch
 Zündquellen und Feuer sollten ferngehalten werden. Kleinere Mengen
 können Sie ausgasen lassen. Das Produkt darf nicht in die Kanalisation
 oder Gewässer kommen.




                                                                            213
Produktespezifisches Wissen - Beispiel
Verkaufsgespräch
5. Sachgerechte Entsorgung

Da das Produkt schädlich für die Umwelt ist, ist die Entsorgung ein
wichtiger Punkt. Falls Sie Reste des Produktes entsorgen müssen,
bringen Sie diese zu uns zurück. Sie können Reste auch in der
Gemeindesammelstelle abgeben. Die Verpackung muss auch bei uns
wieder abgegeben werden. Wir kümmern uns dann um eine fachgerechte
Entsorgung. Die leere Verpackung oder Reste des Produktes dürfen Sie
nicht mit dem Hausmüll entsorgen. Wie gesagt: das Produkt oder seine
Verpackung dürfen auch nicht in die Kanalisation gelangen.




                                                                       214
ANHANG
- Liste der R- und S-Sätze
- Glossar
- Lösungen der Kontrollfragen




                                215
Liste der R-Sätze

R 1 In trockenem Zustand explosionsgefährlich.
R 2 Durch Schlag, Reibung, Feuer oder andere Zündquellen explosionsgefährlich.
R 3 Durch Schlag, Reibung, Feuer oder andere Zündquellen besonders explosionsgefährlich.
R 4 Bildet hoch empfindliche explosionsgefährliche Metallverbindungen.
R 5 Beim Erwärmen explosionsfähig.
R 6 Mit und ohne Luft explosionsfähig.
R 7 Kann Brand verursachen.
R 8 Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren Stoffen.
R 9 Explosionsgefahr bei Mischung mit brennbaren Stoffen.
R 10 Entzündlich.
R 11 Leicht entzündlich.
R 12 Hoch entzündlich.
R 14 Reagiert heftig mit Wasser.
R 15 Reagiert mit Wasser unter Bildung hochentzündlicher Gase.
R 16 Explosionsgefährlich in Mischung mit brandfördernden Stoffen.



                                                                                       216
Liste der R-Sätze

R 17 Selbstentzündlich an der Luft.
R 18 Bei Gebrauch Bildung explosionsfähiger/leicht entzündlicher Dampf/Luft-Gemische möglich.
R 19 Kann explosionsfähige Peroxide bilden.
R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
R 21 Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut.
R 22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken.
R 23 Giftig beim Einatmen.
R 24 Giftig bei Berührung mit der Haut.
R 25 Giftig beim Verschlucken.
R 26 Sehr giftig beim Einatmen.
R 27 Sehr giftig bei Berührung mit der Haut.
R 28 Sehr giftig beim Verschlucken.
R 29 Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase.
R 30 Kann bei Gebrauch leicht entzündlich werden.
R 31 Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase.
R 32 Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase.


                                                                                        217
Liste der R-Sätze

R 33 Gefahr kumulativer Wirkung.
R 34 Verursacht Verätzungen.
R 35 Verursacht schwere Verätzungen.
R 36 Reizt die Augen.
R 37 Reizt die Atmungsorgane.
R 38 Reizt die Haut.
R 39 Ernste Gefahr irreversiblen Schadens.
R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
R 41 Gefahr ernster Augenschäden.
R 42 Sensibilisierung durch Einatmen möglich.
R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
R 44 Explosionsgefahr bei Erhitzen unter Einschluss.
R 45 Kann Krebs erzeugen.
R 46 Kann vererbbare Schäden verursachen.
R 48 Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition.
R 49 Kann Krebs erzeugen beim Einatmen.
R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.


                                                                  218
Liste der R-Sätze
R 51 Giftig für Wasserorganismen.
R 52 Schädlich für Wasserorganismen.
R 53 Kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung haben.
R 54 Giftig für Pflanzen.
R 55 Giftig für Tiere.
R 56 Giftig für Bodenorganismen.
R 57 Giftig für Bienen.
R 58 Kann längerfristig schädliche Wirkungen auf die Umwelt haben.
R 59 Gefährlich für die Ozonschicht.
R 60 Kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
R 61 Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
R 62 Kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
R 63 Kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen.
R 64 Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.
R 65 Gesundheitsschädlich: kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen.
R 66 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.
R 67 Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
R 68 Irreversibler Schaden möglich.

                                                                               219
Liste der R-Sätze

Kombinierte R-Sätze
R 14/15 Reagiert heftig mit Wasser unter Bildung hochentzündlicher Gase.
R 15/29 Reagiert mit Wasser unter Bildung giftiger und hochentzündlicher Gase.
R 20/21 Gesundheitsschädlich beim Einatmen und bei Berührung mit der Haut.
R 20/22 Gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.
R 20/21/22 Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut.
R 21/22 Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken.
R 23/24 Giftig beim Einatmen und bei Berührung mit der Haut.
R 23/25 Giftig beim Einatmen und Verschlucken.
R 23/24/25 Giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut.
R 24/25 Giftig bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken.
R 26/27 Sehr giftig beim Einatmen und bei Berührung mit der Haut.
R 26/28 Sehr giftig beim Einatmen und Verschlucken.
R 26/27/28 Sehr giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut.
R 27/28 Sehr giftig bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken.
R 36/37 Reizt die Augen und die Atmungsorgane.



                                                                                      220
Liste der R-Sätze

R 36/38 Reizt die Augen und die Haut.
R 36/37/38 Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut.
R 37/38 Reizt die Atmungsorgane und die Haut.
R 39/23 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen.
R 39/24 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens bei Berührung mit der Haut.
R 39/25 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Verschlucken.
R 39/23/24 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen und bei Berührung mit der
Haut.
R 39/23/25 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen und durch Verschlucken.
R 39/24/25 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens bei Berührung mit der Haut und durch
Verschlucken.
R 39/23/24/25 Giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen, Berührung mit der
Haut und durch Verschlucken.
R 39/26 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen.
R 39/27 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens bei Berührung mit der Haut.




                                                                                          221
Liste der R-Sätze

R 39/28 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Verschlucken.
R 39/26/27 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen und bei Berührung
mit der Haut.
R 39/26/28 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen und durch
Verschlucken.
R 39/27/28 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens bei Berührung mit der Haut und
durch Verschlucken.
R 39/26/27/28 Sehr giftig: ernste Gefahr irreversiblen Schadens durch Einatmen, Berührung mit
der Haut und durch Verschlucken.
R 42/43 Sensibilisierung durch Einatmen und Hautkontakt möglich.
R 48/20 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch
Einatmen.
R 48/21 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch
Berührung mit der Haut.
R 48/22 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch
Verschlucken.
R 48/20/21 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition
durch Einatmen und durch Berührung mit der Haut.


                                                                                        222
Liste der R-Sätze

R 48/20/22 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition
durch Einatmen und durch Verschlucken.
R 48/21/22 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition
durch Berührung mit der Haut und durch Verschlucken.
R 48/20/21/22 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer
Exposition durch Einatmen, Berührung mit der Haut und durch Verschlucken.
R 48/23 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen.
R 48/24 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Berührung mit
der Haut.
R 48/25 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Verschlucken.
R 48/23/24 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen
und durch Berührung mit der Haut.
R 48/23/25 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen
und durch Verschlucken.
R 48/24/25 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Berührung
mit der Haut und durch Verschlucken.




                                                                                         223
Liste der R-Sätze
R 48/23/24/25 Giftig: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch
Einatmen, Berührung mit der Haut und durch Verschlucken.
R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung
haben.
R 51/53 Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung
haben.
R 52/53 Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung
haben.
R 68/20 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens durch Einatmen.
R 68/21 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens bei Berührung mit der Haut.
R 68/22 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens durch Verschlucken.
R 68/20/21 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens durch Einatmen und bei
Berührung mit der Haut.
R 68/20/22 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens durch Einatmen und durch
Verschlucken.
R 68/21/22 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens bei Berührung mit der
Haut und durch Verschlucken.
R 68/20/21/22 Gesundheitsschädlich: Möglichkeit irreversiblen Schadens durch Einatmen,
Berührung mit der Haut und durch Verschlucken.

                                                                                        224
Liste der S-Sätze

S 1 Unter Verschluss aufbewahren.
S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
S 3 Kühl aufbewahren.
S 4 Von Wohnplätzen fernhalten.
S 5 Unter … aufbewahren (geeignete Flüssigkeit vom Hersteller anzugeben).
S 6 Unter … aufbewahren (inertes Gas vom Hersteller anzugeben).
S 7 Behälter dicht geschlossen halten.
S 8 Behälter trocken halten.
S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren.
S 12 Behälter nicht gasdicht verschliessen.
S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
S 14 Von … fernhalten (inkompatible Substanzen sind vom Hersteller anzugeben).
S 15 Vor Hitze schützen.
S 16 Von Zündquellen fernhalten – Nicht rauchen.
S 17 Von brennbaren Stoffen fernhalten.
S 18 Behälter mit Vorsicht öffnen und handhaben.



                                                                                 225
Liste der S-Sätze

S 20 Bei der Arbeit nicht essen und trinken.
S 21 Bei der Arbeit nicht rauchen.
S 22 Staub nicht einatmen.
S 23 Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen (geeignete Bezeichnung(en) vom Hersteller
anzugeben).
S 24 Berührung mit der Haut vermeiden.
S 25 Berührung mit den Augen vermeiden.
S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
S 27 Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort ausziehen.
S 28 Bei Berührung mit der Haut sofort abwaschen mit viel … (vom Hersteller anzugeben).
S 29 Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
S 30 Niemals Wasser hinzugiessen.
S 33 Massnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen.
S 35 Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden.
S 36 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung tragen.
S 37 Geeignete Schutzhandschuhe tragen.



                                                                                          226
Liste der S-Sätze

S 38 Bei unzureichender Belüftung Atemschutzgerät anlegen.
S 39 Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
S 40 Fussboden und verunreinigte Gegenstände mit … reinigen (Material vom Hersteller
anzugeben).
S 41 Explosions- und Brandgase nicht einatmen.
S 42 Beim Räuchern/Versprühen geeignetes Atemschutzgerät anlegen (geeignete
Bezeichnung(en) vom Hersteller anzugeben).
S 43 Zum Löschen … (vom Hersteller anzugeben) verwenden (wenn Wasser die Gefahr erhöht,
anfügen: «Kein Wasser verwenden»).
S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).
S 46 Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen.
S 47 Nicht bei Temperaturen über … °C aufbewahren (vom Hersteller anzugeben).
S 48 Feucht halten mit … (geeignetes Mittel vom Hersteller anzugeben).
S 49 Nur im Originalbehälter aufbewahren.
S 50 Nicht mischen mit … (vom Hersteller anzugeben).
S 51 Nur in gut gelüfteten Bereichen verwenden.
S 52 Nicht grossflächig für Wohn- und Aufenthaltsräume zu verwenden.


                                                                                           227
Liste der S-Sätze

S 53 Exposition vermeiden – vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
S 56 Diesen Stoff und seinen Behälter auf entsprechend genehmigter Sondermülldeponie
entsorgen.
S 57 Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt geeigneten Behälter verwenden.
S 59 Informationen zu Wiederverwendung/Wiederverwertung beim Hersteller / Lieferanten
erfragen.
S 60 Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen
einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.
S 62 Bei Verschlucken kein Erbrechen herbeiführen. Sofort ärztlichen Rat einholen und
Verpackung oder dieses Etikett vorzeigen.
S 63 Bei Unfall durch Einatmen: Verunfallten an die frische Luft bringen und ruhig stellen.
S 64 Bei Verschlucken Mund mit Wasser ausspülen (nur wenn Verunfallter bei Bewusstsein
ist).




                                                                                              228
Kombinierte S-Sätze
S 1/2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren.
S 3/7 Behälter dicht geschlossen halten und an einem kühlen Ort aufbewahren.
S 3/9/14 An einem kühlen, gut gelüfteten Ort, entfernt von … aufbewahren (die Stoffe, mit denen
Kontakt vermieden werden muss, sind vom Hersteller anzugeben).
S 3/9/14/49 Nur im Originalbehälter an einem kühlen, gut gelüfteten Ort, entfernt von …
aufbewahren (die Stoffe, mit denen Kontakt vermieden werden muss, sind vom Hersteller
anzugeben).
S 3/9/49 Nur im Originalbehälter an einem kühlen, gut gelüfteten Ort aufbewahren.
S 3/14 An einem kühlen, von … entfernten Ort aufbewahren (die Stoffe, mit denen Kontakt
vermieden werden muss, sind vom Hersteller anzugeben).
S 7/8 Behälter trocken und dicht geschlossen halten.
S 7/9 Behälter dicht geschlossen an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren.
S 7/47 Behälter dicht geschlossen und nicht bei Temperaturen über … °C aufbewahren (vom
Hersteller anzugeben).




                                                                                           229
Liste der S-Sätze

S 20/21 Bei der Arbeit nicht essen, trinken, rauchen.
S 24/25 Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.
S 27/28 Bei Berührung mit der Haut beschmutzte Kleidung sofort ausziehen und sofort
auswaschen mit … (vom Hersteller anzugeben).
S 29/35 Nicht in die Kanalisation gelangen lassen; Abfälle und Behälter müssen in gesicherter
Weise beseitigt werden.
S 29/56 Nicht in die Kanalisation gelangen lassen; dieses Produkt und seinen Behälter der
Problemabfallentsorgung zuführen.
S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
S 36/37/39 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und
Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
S 36/39 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
S 37/39 Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille/ Gesichtsschutz tragen.
S 47/49 Nur im Originalbehälter bei einer Temperatur von nicht über … °C (vom Hersteller
anzugeben) aufbewahren.




                                                                                            230
Glossar
akute Wirkungen = sofort auftretende Wirkungen
Antidot: Ein Antidot ist ein Gegenmittel, welches im Vergiftungsfall zu verabreichen ist. Dieses muss bei
Verwendung des Produktes bereitstehen.
Ätzend (Symbol: C) sind Chemikalien, wenn sie Haut und Augen bei Berührung zerstören können
Aufnahmewege: Chemikalien können in den Körper gelangen durch Einatmen über die Lunge,
Eindringen in die Haut, Verschlucken in den Mund, dann in Speiseröhre, Magen und Darm, sowie über
die Placenta der Mutter in das ungeborene Kind.
Bioakkumulationspotential bezeichnet den Grad der Anreicherung einer Chemikalie in Lebewesen
beziehungsweise Ökosystemen über die Nahrung oder Aufnahme über die Haut (z. B. bei Fischen).
Biologische Abbaubarkeit: Wenn ein Produkt schwer biologisch abbaubar ist, kann es in der
Abwasserreinigungsanlage schlecht abgebaut werden und Reste des Produktes können in die Umwelt
(Fluss, Bach) gelangen, wo sie Schäden anrichten können.
Biozide sind Chemikalien, die nicht unter die Definition von Pflanzenschutzmittel fallen und die
schädliche Organismen abschrecken, unschädlich machen oder zerstören sollen. (Vollständige Def:
Siehe Biozidprodukteverordnung Art. 2)
Brandfördernd sind Chemikalien, wenn sie in der Regel selbst nicht brennbar sind, aber bei Berührung
mit brennbaren Chemikalien Hitze entwickeln und somit die Brandgefahr und die Heftigkeit eines
Brandes beträchtlich erhöhen.


                                                                                                     231
Glossar
CAS-Nummer: internationale Identifikationsnummer, um die Identifizierung von Chemikalien zu
erleichtern (Chemical Abstract Service)
Chemikalien (Synonym: Chemische Produkte) sind Stoffe und Zubereitungen.
Chemikalien-Ansprechperson ist verantwortlich für die Pflichten eines Betriebes gegenüber den
Behörden, die sich aus dem Umgang des Betriebs mit gefährlichen Chemikalien ergeben. Jeder Betrieb
und jedes Geschäft, das gefährliche Chemikalien benutzt oder verkauft, muss eine Chemikalien-
Ansprechperson melden
Chemikaliengesetz (ChemG) in der Schweiz ist das Bundesgesetz über den Schutz vor gefährlichen
Stoffen und Zubereitungen und ist im Jahr 2000 in Kraft getreten.
Chemikalien-Risiko-Reduktionsverordnung (ChemRRV) ist in der Schweiz die Verordnung zur
Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen
und Gegenständen (in Kraft getreten am 1.8.2005).
Chemikalienverordnung (ChemV) in der Schweiz ist die Verordnung über den Schutz vor gefährlichen
Stoffen und Zubereitungen (am 1.8.2005 in Kraft getreten).
Chemische Produkte (Synonym: Chemikalien) sind Stoffe und Zubereitungen.
Chemische Verbindungen sind Substanzen (z. B. Wasser), die aus zwei oder mehr verschiedenen
chemischen Elementen (z. B. Wasserstoff, Sauerstoff) bestehen.
chronische Wirkungen = verzögert auftretende Wirkungen


                                                                                              232
Glossar
Daphnie: Wasserfloh, in Süsswasser lebende Kleinkrebse, mit denen Standardexperimente für die
Beurteilung der Umweltgefährlichkeit von Chemikalien durchgeführt werden.
Dermal = Aufnahmeweg durch die Haut
EC50 bedeutet die Konzentration einer Chemikalie im Wasser, bei der entweder das Algenwachstum
zu 50% reduziert ist, oder bei der Wasserflöhe zu 50% schwimmunfähig werden (EC = effektive
Konzentration, d.h. die Konzentration, bei der ein Effekt gesehen wird).
EINECS-Nummer: europäische Identifikationsnummer, um die Identifizierung von Chemikalien zu
erleichtern (European Inventory of Existing Commercial Chemical Substances).
Einstufung: Als Einstufung bezeichnet man die Zuordnung von Gefahrensymbolen und Hinweisen auf
die besonderen Gefahren (R-Sätze) zu Chemikalien.
Entzündlich sind Chemikalien, wenn sie sich in flüssigem Zustand bei niedriger Temperatur
entzünden können.
Erbgutverändernd (Symbol: T oder Xn) sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken
oder Aufnahme über die Haut vererbbare genetische Schäden zur Folge haben oder deren Häufigkeit
erhöhen. Erbgutverändernde Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an Privatpersonen verkauft
werden.
Etikette: auf der Etikette finden sich die wichtigsten Informationen über ein chemisches Produkt in
Kurzform, u. a. das Gefahrensymbol, Gefahrenbezeichnung, R- und S-Sätze.
Explosionsgefährlich sind Chemikalien, wenn sie bei Erhitzen, Erschütterung, Reibung, Feuer oder
anderen Zündquellen explodieren.
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Glossar

Exposition = Ausgesetzt sein des Körpers gegenüber Chemikalien. Ein Bergarbeiter z.B. ist
gegenüber Steinstaub exponiert, ein Passivraucher gegenüber Zigarettenrauch, ein Maler gegenüber
Lösungsmitteldämpfen. Eine Exposition muss nicht unbedingt sofort krank machen, es ist aber eine
mögliche Ursache für eine spätere Krankheit.
Fortpflanzungsgefährdend (Symbol: T oder Xn) (reproduktionstoxisch) sind Chemikalien, wenn sie
beim Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut nicht vererbbare Schäden der
Nachkommenschaft hervorrufen oder deren Häufigkeit erhöhen (fruchtschädigend) oder eine
Beeinträchtigung der männlichen oder weiblichen Fortpflanzungsfunktionen oder -fähigkeiten zur Folge
haben. Fortpflanzungsgefährdende Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an Privatpersonen
verkauft werden.
Gebrauchsanweisung: In der Gebrauchsanweisung wird der Kunde über die sachgerechte und
gefahrlose Anwendung des Produktes aufgeklärt. Die Gebrauchsanweisung ist normalerweise auf der
Verpackung zu finden oder liegt dem Produkt bei.
Gefahrensymbol: Gefahrensymbole dienen zur Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien. Es gibt
Gefahrensymbole für gefährliche physikalisch-chemische Eigenschaften (z. B. explosionsgefährlich),
für gesundheitsgefährdende Eigenschaften (z. B. giftig) und für umweltgefährliche Eigenschaften
(umweltgefährlich).
Gefährliche Eigenschaften von Chemikalien beinhalten gefährliche physikalisch-chemische
Eigenschaften, gesundheitsgefährdende Eigenschaften und umweltgefährliche Eigenschaften.


                                                                                                 234
Glossar

Gefährliche physikalisch-chemische Eigenschaften: gefährliche physikalisch-chemische
Eigenschaften von Chemikalien sind die Eigenschaften, die aufgrund der chemischen
Zusammensetzung und der physikalischen Eigenschaften die Chemikalie oder das Produkt
gefährlich machen. Gefährliche physikalisch-chemische Eigenschaften sind zum Beispiel
brandfördernd, leichtentzündlich, explosionsgefährlich.
Gegenstände bestehen aus einer oder mehreren Stoffen oder Gemischen von Stoffen. Bei
Gegenständen ist die Form für die Funktion des Gegenstandes wichtiger als die chemische
Beschaffenheit.
Gesundheitsgefährdende Eigenschaften: gesundheitsgefährliche Eigenschaften von
Chemikalien sind die Eigenschaften, die aufgrund der Toxizität die Chemikalie oder das Produkt
für die menschliche Gesundheit gefährlich machen. Gesundheitsgefährliche Eigenschaften sind
zum Beispiel giftig, sensibilisierend und krebserzeugend.
Gesundheitsschädlich (Symbol: Xn) sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken
oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden
verursachen können.
Giftig (Symbol: T) sind Chemikalien, wenn sie in geringer Menge beim Einatmen, Verschlucken
oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden
verursachen können.



                                                                                                 235
Glossar
Grundwissen: Grundwissen ist dasjenige Wissen, welches dem Verkäufer ermöglicht, sich das
produktespezifische Wissen selbständig zu erarbeiten.
Hochentzündlich sind Chemikalien, wenn sie als Flüssigkeit schon bei einer niedrigen Temperatur (z. B.
Körpertemperatur) sieden, und brennen, wenn der Dampf mit einer Zündquelle in Kontakt kommt.
Hochentzündlich sind Chemikalien auch, wenn sie als Gase bei gewöhnlicher Temperatur und
Normaldruck in Mischung mit Luft explodieren können.
Inhalativ = Aufnahmeweg durch Einatmen
Inverkehrbringen: die Bereitstellung für Dritte und die Abgabe an Dritte sowie die Einfuhr zu beruflichen
oder gewerblichen Zwecken.
Krebserzeugend (Symbol: T oder Xn) sind Chemikalien, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken oder
Aufnahme über die Haut Krebs erregen oder die Krebshäufigkeit erhöhen können. Krebserzeugende
Produkte der Kategorien 1 und 2 dürfen nicht an Privatpersonen verkauft werden.
LC50-Wert ist die Konzentration eines Produktes (z. B. Konzentration in der Luft), bei der bei einmaligem
Verzehr die Hälfte (50%) aller Versuchstiere (z. B. Ratten) sterben. LC steht für letale, d.h. tödliche,
Konzentration.
LD50-Wert ist die Menge eines Produktes (in mg pro kg Körpergewicht), bei der bei einmaligem Verzehr
die Hälfte (50%) aller Versuchstiere (z. B. Ratten) sterben. LD steht für letale, d.h. tödliche, Dosis
Leichtentzündlich sind Chemikalien, wenn sie sich bei sehr niedriger Temperatur entzünden können.


                                                                                                    236
Glossar
Letal: Tödlich. Zum Beispiel in LC50: Letale Konzentration einer Chemikalie (z. B. in der Luft), bei der
50% aller Versuchstiere sterben.
MAK-Werte: Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) ist die Konzentration einer Chemikalie in der
Luft am Arbeitsplatz, bei der im Allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird.
Bestimmung: in der Regel durch Messungen am Arbeitsplatz.
Ökotoxizität bezeichnet, wie giftig ein Produkt für Tiere und Pflanzen ist.
Oral = Aufnahmeweg durch den Mund
Persönliche Schutzausrüstung: Die vollständige persönliche Schutzausrüstung besteht aus
Schutzbrille, Handschuhen, Atemschutz und Körperschutz.
Pflanzenschutzmittel sind spezielle chemische Produkte, die zum Schutz von Pflanzen oder
Pflanzenerzeugnissen vor Schaden zu schützen. Pflanzenschutzmittel dienen aber auch dazu, andere
Pflanzen („Unkraut“) zu vernichten. (Vollständige Def: Pflanzenschutzmittelverordnung Art. 3)
Produktespezifisches Wissen hat, wer beim Verkauf von Chemikalien den Kunden ausreichend über
den sachgemässen Umgang mit dem Produkt informieren kann.
Reizend (Symbol: Xi) sind Chemikalien, wenn sie ohne ätzend zu sein bei kurzzeitigem, länger
andauerndem oder wiederholtem Kontakt mit Haut oder Schleimhaut eine Entzündung hervorrufen
können.
R-Sätze: Die sogenannten R-Sätze (R für Risiko) sind Hinweise auf die besonderen Gefahren, die von
Chemikalien ausgehen. Es gibt insgesamt 66 R-Sätze, nummeriert von R1 bis R 68.

                                                                                                      237
Glossar

Rückgabepflicht: Der Kunde muss Reste gefährlicher Chemikalien an die Verkaufsstelle oder an eine
Sammelstelle bringen.
Rücknahmepflicht: Der Verkäufer ist zur Rücknahme aller gefährlicher Chemikalien (betrifft auch
Biozide) von Privatkunden verpflichtet (Artikel 22, Chemikaliengesetz). Kleinere Mengen müssen
kostenlos entgegengenommen werden.
Sachkenntnis: Wer besonders gefährliche chemische Produkte an Privatpersonen verkauft, muss ein
besonderes Wissen (Sachkenntnis) über diese Produkte haben. Die Sachkenntnis besteht aus dem
Grundwissen und dem produktespezifischen Wissen.
Sehr giftig (Symbol: T+) sind Chemikalien, wenn sie in sehr geringer Menge beim Einatmen,
Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische
Gesundheitsschäden verursachen können.
Sensibilisierend (Symbol: Xi oder Xn) sind Chemikalien, wenn sie bei Einatmen oder Aufnahme
über die Haut Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können (z. B. Asthma, Hautausschläge), so
dass bei späterem Kontakt mit der Chemikalie charakteristische Störungen auftreten.
Sicherheitsdatenblatt: Im Sicherheitsdatenblatt finden sich detaillierte Informationen über Gefahren,
Verwendung und Schutzmassnahmen. Grundlage des Sicherheitsdatenblatts ist die Einstufung des
Produktes.



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Glossar
Sorgfaltspflicht: Für jeden, der mit Chemikalien umgeht, besteht die sogenannte Sorgfaltspflicht: Er
muss die gefährlichen Eigenschaften beachten und die zum Schutz von Leben, Gesundheit und
Umwelt erforderlichen Massnahmen treffen.
S-Sätze: Die sogenannten S-Sätze (S für Sicherheit) sind Hinweise für die sichere Verwendung von
Chemikalien. Es gibt insgesamt 54 S-Sätze, nummeriert von S1 bis S 64.
Stoffe sind natürliche oder durch ein Produktionsverfahren hergestellte chemische Verbindungen.

Toxizität = Giftigkeit = Fähigkeit einer Chemikalie, in die normalen Funktionen eines bestimmten
biologischen Systems störend einzugreifen. Dies äußert sich z. B. in Kopfschmerzen, Atemnot,
Benommenheit, Erbrechen oder sonstiger Krankheit.
Umgang mit Chemikalien: jede Tätigkeit im Zusammenhang mit Stoffen und Zubereitungen,
insbesondere das Herstellen, Einführen, Ausführen, Inverkehrbringen, Lagern, Aufbewahren,
Transportieren, Verwenden oder Entsorgen
Umweltgefährlich (Symbol: N) sind Chemikalien, wenn sie selbst oder ihre Umwandlungsprodukte
die Beschaffenheit des Naturhaushalts von Wasser, Boden oder Luft, Klima, Tieren, Pflanzen oder
Mikroorganismen derart verändern können, dass dadurch sofort oder später Gefahren für die Umwelt
herbeigeführt werden können.
Wirkstoffe sind Chemikalien, die als Biozide oder als Pflanzenschutzmittel wirken.
Zubereitungen sind Mischungen von zwei oder mehr Stoffen.

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Lösungen zu den Kontrollfragen


    1. a, c            20. a, c
    2. a, d            21. c, d
    3. a               22. b
    4. a               23. a
    5. b, c, d         24. d
    6. a, b            25. a, c
    7. b, d            26. a, b, c
    8. c, d            27. a, c, d
    9. a, b            28. b, d
    10. b, d           29. a, b, c
    11. a              30. b, d
    12. b              31. a, d
    13. a, c, d        32. b, c
    14. a, b, d        33. b
    15. a, c, d        34. a, c
    16. b, d           35. a, b, c
    17. a, d           36. c
    18. d              37. b, d
    19. a, b



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