.KINOSTART 19. FEBRUAR 2009 by yaoyufang

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									                 Constantin Film
                    präsentiert
        in Zusammenarbeit mit Axon Films
eine Produktion von Groundswell Production und
       Jinks/Cohen Company Production




                   Darsteller
                  Sean Penn
                 Emile Hirsch
                  Josh Brolin
                  Diego Luna
                James Franco
                   Alison Pill
                Victor Garber
                 Denis O’Hare
               Jeff Koons u.v.a.

                    Regie
               Gus Van Sant
                  Drehbuch
             Dustin Lance Black

                Produzenten
         Dan Jinks und Bruce Cohen


...KINOSTART: 19. FEBRUAR 2009..
“The only thing they have to look forward to is hope. And you have to
give them hope. Hope for a better world, hope for a better tomorrow,
hope for a better place to come to if the pressures at home are too great.
Hope that all will be all right. Without hope, not only gays, but the blacks,
the seniors, the handicapped, the us'es, the us'es will give up.You gotta
give 'em hope.”

„Alles, was sie haben, ist Hoffnung. Hoffnung ist das, was wir ihnen geben
müssen. Die Hoffnung auf eine bessere Welt. Die Hoffnung auf eine bessere
Zukunft. Die Hoffnung darauf, dass es irgendwo eine neue Heimat gibt, wenn
der Druck zuhause zu groß wird. Die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird.
Ohne Hoffnung werden sie aufgeben: nicht nur die Schwulen, auch die
Schwarzen, die Alten, die Behinderten; „unsere“ Leute werden aufgeben. Und
deshalb müssen wir ihnen Hoffnung geben.“

                                                    Harvey Milk, März 1978




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INHALT

                                                        Seite

Kurzinhalt und Pressenotiz                                4

Inhalt                                                    5

Über die Produktion
Ein Leben in zwei Stunden: Der lange Weg zum Drehbuch     7
Ein Projekt wird Wirklichkeit: Die Crew kommt an Bord     8
Eine Reise mit der Zeitmaschine: Milks Weggefährten      10
Ein Regenbogen über San Francisco: Die Dreharbeiten      13

Harvey Milk – Eckdaten eines Lebens                      16

Harvey Milk – Das Psychogramm eines Kämpfers             18


Die Besetzung
Sean Penn                  (Harvey Milk)                 20
Emile Hirsch               (Cleve Jones)                 22
Josh Brolin                (Dan White)                   23
Diego Luna                 (Jack Lira)                   25
Alison Pill                (Anne Kronenberg)             26
Victor Garber              (George Moscone)              26
Denis O’Hare               (John Briggs)                 28
Joseph Cross               (Dick Pabich)                 29
Lucas Gabreel              (Danny Nicoletta)             29
Brandon Boyce              (Jim Rivaldo)                 30
James Franco               (Scott Smith)                 31



Der Stab
Gus Van Sant               (Regisseur)                   32
Dustin Lance Black         (Drehbuchautor)               33
Dan Jinks u. Bruce Cohen   (Produzenten)                 33
Michael London             (ausführender Produzent)      34
Bruna Papandrea            (ausführende Produzentin)     35
Barbara A. Hall            (ausführende Produzentin)     35
William Horberg            (ausführender Produzent)      36
Harris Savides             (Kamera)                      36
Bill Groom                 (Produktionsdesign)           36
Elliot Graham              (Schnitt)                     37
Danny Glicker              (Kostüme)                     37
Danny Elfman               (Musik)                       38

Besetzung und Stab                                       39



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Kurzinhalt
San Francisco, 1972. Harvey Milk (Sean Penn) und sein Partner Scott Smith (James
Franco) haben vom Leben in New York die Nase voll und suchen ihr Glück an der
Westküste. Sie eröffnen im Arbeiterviertel Castro einen kleinen Fotoladen: „Castro
Camera“. Bald wird das Geschäft als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum
Mittelpunkt des Viertels, vor allem dank Harvey Milks herzlichen, überschäumenden
Temperaments. Es dauert nicht lange, bis Milk seinen Hang zur Politik entdeckt: Sein
Anliegen sind die Interessen der kleinen Leute seines Viertels – und die der
schwulen Community. Milk organisiert Straßenfeste im Castro District und er steht
stets an der Spitze, wenn es gegen Diskriminierung zu protestieren gilt.
Während dreier Wahlkampagnen für den Stadtrat von San Francisco gewinnt Milk
unzählige Helfer und Freunde dazu; vor allem sein Berater Cleve Jones (Emile
Hirsch) steht ihm unermüdlich zur Seite. Doch in dieser Zeit zerbricht die Beziehung
zu seinem langjährigen Geliebten Scott. An der Seite seines neuen Partners Jack
Lira (Diego Luna) schafft Milk bei der Wahl 1977 schließlich den Einzug in den
Stadtrat. Kaum im Amt, stößt Milk eine Vielzahl von politischen Initiativen an, womit
er sich nicht nur Freunde macht. Und einer seiner Gegner, Milks Stadtrats-Kollege
Dan White (Josh Brolin) entpuppt sich schließlich als Todfeind...

Pressenotiz
Harvey Milk: Politiker und Volkstribun. Ikone, Vorbild und Held. Freund und
Liebhaber. Sein Leben schrieb Geschichte, und sein Mut rettete Leben – nur nicht
sein eigenes. Ein Mann, weit mehr als ein Schwulen-Aktivist, der quer durch alle
Bevölkerungsschichten und das gesamte politische Spektrum zum Inbegriff für einen
mutigen Kampf für Bürgerrechte und Gerechtigkeit in der Welt wurde. Seine Vision
von einer besseren Welt wurde zur Inspiration für viele und ist bis heute
unvergessen.

Der für seine Vorliebe für außergewöhnliche Filmstoffe bekannte Regisseur Gus Van
Sant – OSCAR®-nominiert für „Good Will Hunting“, Cannes-Gewinner mit „Elephant“
– macht aus den letzten acht Jahren im Leben des Harvey Milk ein mitreißendes
Zeitpanorama, das die 70er Jahre aus einer Perspektive zeigt, die man so kaum
kennt. 30 Jahre nach Harvey Milks tragischem Tod kommt die einzigartige
Geschichte zum ersten Mal als Spielfilm ins Kino. OSCAR®-Preisträger Sean Penn
(„Dead Man Walking“, „Mystic River“) in der Titelrolle steht an der Spitze eines
großartigen Ensembles, das neben vielen anderen Emile Hirsch („Into The Wild“),
Josh Brolin („No Country For Old Men“) und Diego Luna („Y tu Mamá también“)
umfasst.




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Inhalt

Am Vorabend seines 40. Geburtstags begegnet Harvey Milk, damals noch
Versicherungsangestellter, zufällig Scott Smith (James Franco) in der New Yorker U-
Bahn. Für Milk ist es Liebe auf den ersten Blick. Smith weist den wesentlich älteren
Milk zunächst ab. Doch mit seinem Charme gelingt es ihm, Scott dazu zu überreden
mit ihm in seinen Geburtstag reinzufeiern: Der Beginn einer lebenslangen, intensiven
Liebe.
Milk und Smith beschließen ein neues gemeinsames Leben zu beginnen und ziehen
um nach San Francisco. Im Arbeiterviertel Castro eröffnen sie den Fotoladen „Castro
Camera“. Die beiden langhaarigen, bärtigen Hippies sehen sich zu Beginn noch
Anfeindungen der Umgebung ausgesetzt. Doch Milks übersprudelnde Persönlichkeit
und sein Humor machen ihn im ganzen Viertel beliebt; und in seiner Eigenschaft als
umtriebiger Kleinunternehmer bringt er den dortigen Gewerbeverein auf Vordermann.
Es dauert nicht lange und er nennt sich selbstironisch „Bürgermeister der Castro
Street“. Ihr Laden entwickelt sich zu einem lebendigen Stadtteil-Treff und wird zu
einer Keimzelle der Schwulenszene im Castro-Viertel.

Doch noch immer gehören brutale Polizeieinsätze und alltägliche Übergriffe gegen
Schwule zum Alltag. Milk beschließt sich zur Wehr zu setzen und sich politisch zu
engagieren. Er sucht Verbündete für seine Anliegen und sichert sich Unterstützer –
wie den Gewerkschaftsführer Allan Baird, der sich an Milk mit der Bitte um die
Unterstützung der schwulen Community wendet beim Boykott der Coors-Brauerei,
der er untragbare Arbeitsbedingungen vorwirft. Milk fordert im Gegenzug die
Unterstützung der Gewerkschaft für seine Kandidatur. Man wird sich einig, und
schon am nächsten Tag verschwindet das Bier von Coors aus allen Kneipen im
Castro und auch in anderen Teilen der Stadt. Diese Aktion verschafft Milk auch
außerhalb seines Viertels große Bekanntheit – und ist der erste Schritt zu einer
einzigartigen politischen Karriere.
Seine erste Kandidatur für den Stadtrat von San Francisco scheitert 1973 nur knapp.
Doch er lernt dazu. Für seinen zweiten Wahlkampf lässt sich Milk die Haare
schneiden und legt sich eine Reihe Anzüge zu: Er meint es ernst mit der Politik. Um
ihn herum, mit „Castro Camera“ als Hauptquartier, versammelt sich nach und nach
eine ganze Truppe von Freunden und Unterstützern: Den harten Kern von Milks
Bundesgenossen bilden, neben Smith, der junge Ex-Herumtreiber Cleve Jones
(Emile Hirsch), der Fotograf Danny Nicoletta (Lucas Gabreel), der auch in Milks
Laden arbeitet, Milks Wahlkampfmanager Jim Rivaldo (Brandon Boyce) und Dick
Pabich (Joseph Cross).
Sie planen nicht nur Milks zweite Kandidatur für den Stadtrat und eine weitere
Kandidatur für einen Sitz in der kalifornischen State Assembly (die beide erfolglos
bleiben), sie unterstützen Milk auch bei den Protesten gegen eine Kampagne
konservativ-religiöser Kreise, die im ganzen Land Volksabstimmungen gegen örtliche
Antidiskriminierungsverordnungen erzwingen und meist auch gewinnen. Die
zunehmend       schwulenfeindliche     Stimmung    gipfelt   schließlich   in   einer
Gesetzesinitiative („Proposition 6“), die die Entlassung homosexueller Lehrer aus
dem Staatsdienst in ganz Kalifornien bedeuten würde. Auch hier organisiert Milk den
Widerstand. Und er entschließt sich, ein drittes Mal für den Stadtrat zu kandidieren.
Doch er bezahlt einen hohen Preis. Sein Freund und Lebenspartner Scott verlässt
ihn. Milk hatte ihm versprochen, dass ihre Beziehung nicht länger unter Milks
politischen Ambitionen leiden werde und es keinen dritten Wahlkampf geben werde.
Scott zieht die Konsequenz und geht.

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Ein neuer Mann tritt in Milks Leben: der junge, extrovertierte – und wie sich
herausstellt, psychisch labile – Mexikaner Jack Lira (Diego Luna). Während Milk mit
seiner neuen leidenschaftlichen Liebe beschäftigt ist, sorgt seine neue
Wahlkampfmanagerin Anne Kronenberg (Alison Pill) dafür, dass Milks
Wahlkampagne auf Touren kommt: Sie schafft es, dass die großen Tageszeitungen
Wahlempfehlungen zugunsten Milks aussprechen – und ihre Strategie hat Erfolg:
Ende 1977 wird er, als erster bekennender Schwuler überhaupt, in den Stadtrat
gewählt, was Milk mit einer rauschenden Party feiert. Für die schwule Community ein
gigantischer Erfolg.

Ins Amt eingeführt, verliert Milk keine Zeit, seine Anliegen voranzutreiben. Unterstützt
von Bürgermeister George Moscone (Victor Garber), setzt er im Stadtrat eine
Antidiskriminierungsverordnung durch. Dabei schafft sich Milk auch Feinde – wie
seinen Stadtratskollegen Dan White (Josh Brolin). Nachdem Milk seine
Unterstützung für einen Antrag Whites in letzter Sekunde zurückzieht, wendet sich
der konservative und religiöse White endgültig von Milk ab.
Sich über das zunehmend seltsame Verhalten von Dan White Gedanken zu machen
– der bei der Feier von Milks 48. Geburtstag im Mai 1978 im Rathaus völlig
betrunken aufkreuzt –, fehlt Milk die Zeit. Er organisiert Protestmärsche und tritt trotz
Morddrohungen als Hauptredner auf der Gay Freedom Day Parade auf, um gegen
die „Proposition 6“ zu trommeln. Und während seine politische Karriere erfolgreich
verläuft, muss er mit einem weiteren privaten Schicksalsschlag fertig werden: Jack
Lira begeht in der gemeinsamen Wohnung Selbstmord, weil er sich von Milk
vernachlässigt fühlte.
Milks zunehmend düstere Stimmung hellt sich noch einmal auf, als die „Proposition
6“ mehrheitlich abgelehnt wird. Milks letzter Triumph. Stadtrat Dan White ist von
seinem Amt zurückgetreten. Überlegt es sich aber wieder anders und bittet
Bürgermeister Moscone um seine Wiedereinsetzung. Moscone lehnt ab. White, der
hinter der Ablehnung Milk vermutet, dringt ins Rathaus ein und erschießt erst
Bürgermeister Moscone und dann Milk. Es ist der 27. November 1978.

Noch in derselben Nacht versammeln sich 30.000 Menschen zu einem
Schweigemarsch durch die Stadt. Sein Vermächtnis bleibt: „Wir müssen ihnen
Hoffnung geben!“




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Über die Produktion
Ein Leben in zwei Stunden: Der lange Weg zum Drehbuch

Dustin Lance Black, der Drehbuchautor von MILK, schrieb über einen Zeitraum von
vier Jahren hinweg eine ganze Reihe von Drehbuchentwürfen, um das Leben des
Harvey Milk zu einem Filmstoff zu verarbeiten. Von Milk gehört hatte Black erstmals
Anfang der 90er Jahre, als er am Theater arbeitete. Wenige Jahre später sah er den
OSCAR®-prämierten Dokumentarfilm „The Times of Harvey Milk“. Er erinnert sich:
„Am Ende des Films sieht man Milk eine Rede halten, und er sagt: ’Irgendwo in Des
Moines oder San Antonio’ – wo ich herkomme – gibt es einen jungen Schwulen, der
die Zeitung öffnet und liest: ,Homosexueller in San Francisco gewählt’ – und er weiß,
dass es Hoffnung auf eine bessere Welt, auf eine bessere Zukunft gibt!’ Ich bin in
Tränen ausgebrochen, weil ich dieser Junge war und weil er mir Hoffnung gab.“
Black fügt hinzu: „Für mich ist Milk ein charismatischer Anführer, geradezu eine
Vaterfigur für seine Leute. Sein Erbe ist, den Leuten zu sagen: Wenn ihr schwul seid,
versteckt euch nicht. Ihr seid anders, aber ihr seid auf eure Weise großartig, und ihr
solltet versuchen, es zu etwas zu bringen. Junge Schwule wissen heute vielleicht gar
nicht mehr, woher ihre Freiheit stammt, aber sie streben ganz selbstverständlich an,
Ärzte, Rechtsanwälte oder Schauspieler zu werden. Wir haben im Lauf der letzten
Jahre politisches Terrain eingebüßt, aber Harveys Botschaft ist nach wie vor in der
Lage, Leben zu retten.“
Obwohl die Ereignisse schon 25 Jahre zurücklagen, stellte Black zu seiner Freude
fest, dass viele von Milks Weggefährten sich noch sehr gut daran erinnern konnten.
Black: „Es war von Beginn an mein Plan, mich auf Zeitzeugen zu stützen. Ich wollte
auf jeden Fall die Einzelheiten selber herausfinden – das sind eben oft Dinge, die
man nicht in den Büchern findet. Dass ich so viele Leute aus Harveys unmittelbarer
Umgebung auftun konnte, hat mich endgültig davon überzeugt, dass es machbar ist.“

Blacks erster Gesprächspartner war Cleve Jones, Milks Zögling und einer seiner
engsten Vertrauten. Als Aktivist stand er mit Milk zusammen an vorderster Front:
Jones hat viele Demonstrationen und Protestmärsche angeführt. „Ein gemeinsamer
Freund hat mir Dustin vorgestellt“, sagt Jones: „Er hat mich beeindruckt, weil er
authentisch, freundlich und schlau ist – und weil er wusste, wer Harvey Milk war“.
Jones sagte sofort zu, dabei zu sein, und war schließlich bis zum letzten Drehtag am
Projekt beteiligt, als Berater, der jeden Tag am Set war. Black sagt: „Cleve ist ein
Geschenk des Himmels für jeden Autoren. Ich habe ihn zunächst an zwei Tagen
interviewt und über acht Stunden Gespräch auf Kassette aufgenommen.“

Ein Jahr lang fuhr Black, der in dieser Zeit als Drehbuchautor an der ersten Staffel
der TV-Serie „Big Love“ arbeitete, an den Wochenenden von seinem Arbeitsplatz in
Santa Clarita nach San Francisco. Dort stellte Jones ihn unter anderem Danny
Nicoletta, Anne Kronenberg, Allan Baird, Carol Ruth Silver, Frank Robinson, Tom
Ammiano, Jim Rivaldo, Art Agnos und Michael Wong vor, die alle Harvey Milk gut
gekannt hatten, als politische Gefährten oder persönliche Bekanntschaften.
Allerdings waren einige von ihnen anfangs sehr skeptisch; es waren schließlich vor
Black schon andere da gewesen, die versprochen hatten, Milks Geschichte ins Kino
zu bringen und trotzdem war in den 20 Jahren seit dem OSCAR®-prämierten
Dokumentarfilm nichts Konkretes passiert – mit Ausnahme des TV-Dramas
„Execution of Justice“ von 1999, das sich aber nicht auf Milks Leben und seine


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politischen Erfolge, sondern auf Dan White (Tim Daly) und den Mord an Milk (Peter
Coyote) und Bürgermeister George Moscone (Stephen Young) konzentriert hatte.

Black gibt zu: „Es war ein hartes Stück Arbeit, bevor ich Harveys Zeitgenossen
davon überzeugen konnte, dass ich die Sache wirklich zum Laufen bringen könnte
und nicht ein weiteres Mal ihre Zeit verschwenden würde. Ich habe alles Mögliche
zugesichert, aber hundertprozentig sicher konnte ich natürlich nicht sein. Zu
manchen von ihnen entwickelte sich ein so enges Verhältnis wie zu engsten
Verwandten, und meine größte Angst war, sie zu enttäuschen.“

Von Michael Wong, früher einer von Harveys engsten Beratern, wusste Black, dass
er in der gemeinsamen Zeit Tagebuch geführt hatte. Black sagt: „Mir war klar, dass
es für mich von unschätzbarem Wert sein würde, und so fragte ich ihn immer wieder
danach. Eines Abends nach einem Essen in einem Lokal in der Nähe des Rathauses
drückte er mir einen Riesenstapel Fotokopien in die Hand und sagte: Da hast du das
Tagebuch! Es war fantastisch!“ Wongs Tagebuch ermöglichte es Black, die
bedeutsame persönliche Geschichte parallel zur politischen Geschichte zu erzählen,
so wie er es immer vorgehabt hatte. Zu den persönlichen Interviews kamen weitere
Recherchen und Quellenstudium in zahlreichen Bibliotheken und Archiven hinzu,
darunter das umfangreiche Material in der San Francisco Public Library.

Wenn es ein Problem mit dem vorhandenen Material gab, dann das, dass es einfach
zuviel gab. Black sagt: „Ich entschied mich dafür, mich auf die Zeit von 1972, als Milk
wieder nach San Francisco zieht, bis zu seiner Ermordung 1978 zu beschränken. Es
gibt eine Rahmenhandlung, mit der Ermordung darin, weil ich dem Zuschauer von
Anfang an klar machen möchte, dass etwas Schreckliches geschehen wird. So fängt
die Uhr an zu ticken – und so war es wohl auch in Harveys Gedanken: In seinem
Testament spricht er von seiner Ahnung, dass er ermordet werden würde. Und bei
verschiedenen Gelegenheiten sagte er zu Freunden, dass er seinen 50. Geburtstag
wohl nicht erleben würde.“

Nachdem klar war, dass man nicht Milks 48 Lebensjahre komplett unterbringen
würde, konzentrierte sich Black darauf zu sortieren, welches Milks wichtigste
persönliche und politische Verbindungen waren; und wie so oft bei Milk gehörte
beides meist untrennbar zusammen, wie Black sagt: „Für Harvey gab es immer eine
persönliche Verbindung zu dem, was er tat. Es ging nie einfach nur um Bürgerrechte
oder um Wahlen, es ging darum, dass er in Scott oder in Jack Lira verliebt war und
er für sein Recht kämpfte, er selbst zu sein. In seiner Jugend war es noch illegal,
eine homosexuelle Beziehung einzugehen oder als Mann mit einem anderen Mann
auch nur zu tanzen. So ist dies eine sehr persönliche Geschichte, auch wenn es ein
Politdrama ist. Für mich als Drehbuchschreiber war dies die seltene Gelegenheit,
eine Story zu schreiben, wo beides untrennbar miteinander verbunden ist: Politik um
der Liebe willen.“

Ein Projekt wird Wirklichkeit: Die Crew kommt an Bord

Cleve Jones, dem Black das Skript zu lesen gab, fand es „wundervoll“: „Es hatte eine
einfache, klare Struktur, aus der Harveys Stimme deutlich hervortrat; ich konnte ihn
in den Worten, die Lance geschrieben hatte, ganz klar hören.“ Jones weiter: „Ich
sagte zu ihm: Wenn du fertig bist, dann habe ich auch einen Regisseur für dich, ich
sagte ihm aber noch nicht, wen ich meinte. Mir war aber klar: Wenn mein Freund

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Gus [Van Sant] die Regie übernimmt, dann wird der Film auch tatsächlich von
Harvey handeln – und nicht vom Regisseur.“ Jones hielt Wort, und Blacks letzter
Drehbuch-Entwurf wurde zu Van Sant nach Portland geschickt. Nach zehn Tagen
erhielt Black einen Anruf: Es war Van Sant, der zu ihm sagte: Lass’ uns diesen Film
machen!“

Van Sant erzählt: „The Times Of Harvey Milk“ hatte eine sehr hohe Messlatte
gesetzt, aber ich fand, eine Dramatisierung des Stoffes würde die Geschichte
angemessen fortführen. Ich kannte die Geschichte schon ziemlich gut und sah die
Schwierigkeiten, sie nachzuerzählen: die vielen Aspekte von Harveys Leben und die
vielen Geschichten, die sich bei ’Castro Camera’ begegnen. Aber als ich Lances
Drehbuch bekam, sah ich, dass er es geschafft hatte, einen roten Faden hinein zu
bringen; ein straffes Drehbuch, das viel von den politischen Auseinandersetzungen
und weniger über das alltägliche Leben der Hauptfiguren erzählte.“

Black war schon länger mit den Produzenten Dan Jinks und Bruce Cohen
befreundet, die für „American Beauty“ mit einem OSCAR® ausgezeichnet worden
waren. Beide hatten in ihrer Jugend die Ereignisse verfolgt; Jinks’ Vater war damals
Chefredakteur der „San Jose Mercury-News“, die intensiv über Milks
Wahlkampagnen und seine politischen Erfolge berichtete. Jinks sagt: „Ich hatte
irgendwo gelesen, dass Lance ein Drehbuch über Harvey Milk geschrieben hatte und
dass Gus Van Sant als Regisseur an Bord war. Ich rief ihn also an, um ihm zu
gratulieren, und er sagte: ’Übrigens, wir haben noch keinen Produzenten – hättest du
Lust?’ Und ich sagte: ’Machst du Witze? Und wie ich Lust hätte!’“

Cohen fügt hinzu: „Wir wurden immer aufgeregter, als wir das Drehbuch lasen, weil
wir merkten: Endlich wird es diese Heldengeschichte ins Kino schaffen, mit einem
tollen Skript und dem perfekten Regisseur. Und es wäre einfach großartig, wenn wir
helfen könnten, dass die Geschichte erzählt wird. Die Geschichte ist intim, aber sie
hat gleichzeitig auch epische Breite.“

In dieser Phase des Projekts stieß die neugebildete Produktions- und
Finanzierungsgesellschaft Groundswell Productions dazu. Michael London, der
Gründer und Leiter von Groundswell (OSCAR®-nominiert für „Sideways“), ließ sich
von der Fülle historischer und biographischer Details im Drehbuch überzeugen.
London sagt: „Das Drehbuch von Lance sprach mich auch auf ganz persönlicher
Ebene an. Ich bin in der Bay Area aufs College gegangen und habe dort viele
weitere Jahre verbracht. Mir war bewusst, wie sehr Harvey Milk und seine
Community zum damaligen Bild der Stadt gehörten. Er war ein außergewöhnlicher
amerikanischer Held.“

Je weiter das Projekt fortschritt, desto mehr dachten die Beteiligten an Sean Penn
als Darsteller der Titelrolle. Van Sant kannte den Oscargewinner Penn persönlich
und schickte ihm das Drehbuch zu. Penn, der selbst seit einigen Jahren in der
Gegend von San Francisco lebt, meldete sich sogar noch schneller als Van Sant
zurück: Schon eine Woche später trafen sich Black und Van Sant mit ihm. Penn
wollte sicher gehen, dass die Filmemacher mit Milks persönlicher Geschichte so
faktentreu umgingen wie mit seinem politischen Engagement.

Black gibt zu: „Wir konnten vorher nicht einschätzen, wie risikobereit ein solcher
Darsteller sein würde. Aber Sean strengte sich mächtig an, damit alles so echt wie

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nur möglich erschien. Er besteht auf Genauigkeit, und im Lauf der Arbeiten hat er
sich Harvey Milks Charakter und seine Denkweise vollkommen angeeignet.“ Van
Sant beschreibt es so: „Sean ist noch von der alten Schule, was die Intensität betrifft,
mit der er eine Figur auf die Leinwand bringt.“ Penn selber merkt dazu an: „Ich hatte
hier ja nicht nur ein außerordentlich gutes Drehbuch als Richtschnur, es gab ja auch
jede Menge Archivmaterial. Ich habe mich in Harvey Milks Persönlichkeit verliebt,
von dessen Geist ich auch einiges in meinem eigenen Rollenverständnis als
Schauspieler wieder finde. Und Gus Van Sant ist ein Regisseur, der einfach keine
schlechten Filme macht, und so hat man als Schauspieler großes Vertrauen.“
Endgültig stand die Produktion, als Focus Features einstieg und den weltweiten
Vertrieb übernahm.

Eine Reise mit der Zeitmaschine für Milks Weggefährten

Wie Dustin Lance Black herausgefunden hatte, waren viele von Milks Zeitgenossen
noch am Leben. So konnten die Schauspieler die Person, die sie darstellen sollten,
kennen lernen – und es spricht für Milks dauerhaftes Vermächtnis, aber auch für den
Enthusiasmus der Filmemacher, dass Milks Freunde und Kameraden so viel Zeit
opferten. Black sagt: „Nachdem ich so viel Zeit mit ihnen in der Vorbereitungsphase
verbracht hatte, war es eines meiner wichtigsten Ziele während der Produktion, dass
sie sich mit allen Beteiligten bekannt machten, ob nun in der Schneiderwerkstatt oder
einfach, indem sie sich am Set aufhielten.“

Manche fanden sich schließlich sogar vor der Kamera wieder und spielten sich selbst
– der Lehrer Tom Ammiano, Milks Redenschreiber Frank Robinson und der
Gewerkschafter Allan Baird. Weitere schlüpften in die Rollen anderer Personen aus
Milks Umfeld. Der echte Cleve Jones hat einen Cameo-Auftritt als Don Amador,
Aktivist und Unterstützer Milks. und Carol Ruth Silver, heute Mitarbeiterin der
Stadtverwaltung von San Francisco, die damals als Stadtratsmitglied eine von Milks
engsten Verbündeten war, spielt Thelma, eine langjährige freiwillige
Wahlkampfhelferin Milks.

Im Lauf seiner Karriere hat Gus Van Sant mit allen Arten von Schauspielern – Profis
und Laien – gearbeitet. Seine Einschätzung: „Ob es nun gestandene
Berufsschauspieler oder Newcomer sind, als Regisseur spreche ich mit ihnen allen
auf ähnliche Weise: Wir diskutieren den Ablauf der Szene, die Emotionen, andere
Charaktere und die Story als Ganzes. Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich
Autodidakt bin und auch immer Laien in meinen Filmen eingesetzt habe.“

Für alle von Milks Weggefährten, die ihre Geschichten Black anvertraut hatten und
das Projekt unterstützten, war es wie die Reise mit einer Zeitmaschine, zu den
Anfängen der Bewegung zurückzukehren. Einige von ihnen hatten ihre damalige
Wirkungsstätte für immer verlassen oder sich anderen Dingen zugewandt. Milks
Unterstützer Gilbert Baker, der Schöpfer der Regenbogenflagge, lebt heute in New
York, Cleve James ist nach Palm Springs gezogen. Anne Kronenberg, die in San
Francisco blieb, arbeitet dort heute als stellvertretende Leiterin der städtischen
Gesundheitsbehörde.

Einen wahren Zirkelschluss hat Tom Ammiano vollzogen. Seinerzeit einer der
Lehrer, die durch die „Proposition 6“ in ihrer Existenz bedroht waren und denen Milk
mit seiner Gegenkampagne entscheidend half, ist heute Stadtrat von San Francisco

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– wie damals Milk. Ammiano erzählt: „Jedes Mal, wenn ich Sean wieder am Set
begegnete, sah er Milk ähnlicher und klang auch immer mehr wie er, mit seinem
charakteristischen New Yorker Akzent.“

Anne Kronenberg erzählt: „Ich wusste anfangs nicht, ob ich es überhaupt ertragen
könnte, ans Filmset zu kommen, ob es nicht zu schmerzhaft sein würde. Aber das
Gegenteil war der Fall: Drei Jahrzehnte lang hatte ich diesen Schmerz, einen Freund
zu verlieren, abgeschottet, und jetzt konnte ich mich ihm endlich stellen.“ Wobei Van
Sant ein wenig nachhalf: „Als die große Wahlparty gedreht wurde, sagte Gus zu mir:
’Na los, Anne, in dieser Szene musst du dabei sein!’ Und so habe ich ein zweites Mal
Harveys Wahlsieg von 1977 gefeiert. Wie viele Leute haben schon die Gelegenheit,
ihr Leben von vor 30 Jahren noch einmal zu besuchen?“

An einem anderen Tag wurde die aufwendige Geburtstagsfeier für Milk – die seine
letzte werden sollte – nachgestellt. Eigentlich war Milk Opernliebhaber, damals aber
war der 70er-Jahre-Discostar Sylvester der Stargast der Party, der für seinen Freund
Harvey seinen Hit „You Make Me Feel (Mighty Real)“ sang. Die damals Anwesenden
erinnern sich, wie Ehrengast Milk, der es liebte, Leute mit Kuchen zu bewerfen, bei
der folgenden Tortenschlacht das bevorzugte Angriffsziel war. Nicoletta weiß noch:
„Harvey kriegte fünf Torten ins Gesicht, darunter eine von mir. Am Set saß ich bei
dieser Szene weinend in einer Ecke; es hat mich einfach völlig überwältigt,
Sylvesters Musik wieder zu hören und das ganze Partygeschehen wieder
mitzuerleben.“
Jinks ging es in manchen Momenten ähnlich: „Als Josh Brolin als Dan White an mir
vorbei ging, war das wirklich furchteinflößend. Er sagte mir: ’Dein Gesicht sagt mir
alles, was ich wissen muss.’“

Brolin erinnert sich, wie er zu seiner Rolle fand: „Mir hat es viel gebracht, mit
Angehörigen Whites zu sprechen, und auch mit seinem Freund Frank Falzone, vor
dem er in dessen Eigenschaft als Kriminalbeamter sein Geständnis abgelegt hat. Mir
scheint, Dan stellte sich kurzsichtig, so dass er nur sehen konnte, was direkt vor
seiner Nase geschah. Es ist traurig, das er einfach nie den Blick auf das große
Ganze richtete und so verstanden hätte, dass es in der Politik immer mal vorkommen
kann, dass der Trend gegen einen läuft. Es standen einfach andere Dinge auf der
Tagesordnung: Gleichberechtigung, Schwulenrechte... Hätte er abgewartet und die
Dinge einfach auf sich zukommen lassen, hätte er möglicherweise noch viel Gutes
für seine Wähler bewirken können. Er hat sich von seinen tiefgehenden
Unsicherheiten bestimmen lassen.“

Der leitende Maskenbildner Steven E. Anderson merkt dazu an: „Ich hatte Koteletten
gestaltet, die genau zu Joshs Haarfarbe und Gesichtsform passten, und die ihn doch
in Dan White verwandelten. Josh kam immer zunächst zu uns, um sich diesen
wundervollen Seitenscheitel machen zu lassen. Ich habe sein Stirn breiter gemacht,
seine Augenbrauen hervorgehoben und sobald die Koteletten dran saßen, stand er
wirklich vor uns: Josh wurde zu Dan!“
London merkt an: „Dan White ist ein Rätsel, aber Josh hat es geschafft, ihm
nahezukommen. Für ihn lag der Schlüssel in Dans übermächtigem Wunsch,
gemocht zu werden.“ Und Cohen sagt: „Josh verleiht Dan eine tiefe Menschlichkeit.
Wir wollten niemanden als eindimensionale Figur darstellen; sie alle waren echte
Menschen, und das wollten wir herüberbringen.“


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Auch Diego Luna ging es bei der Darstellung von Milks letztem Partner Jack Lira
darum, der Person Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. „Ich wollte ihn in aller
Fairness darstellen“, sagt Luna: „Ich wusste viel über ihn, aber ich kannte ihn nicht
wirklich. Als Mexikaner kann ich seinen persönlichen Kampf gut nachvollziehen; ich
konnte mir bildhaft vorstellen, was es bedeutet haben muss, zu dieser zeit schwul
und Mexikaner zu sein. Ich denke, er fühlte sich einsam und verlassen und er suchte
jemanden, der sich um ihn kümmern würde. Ich entschied mich dagegen, mit seiner
Familie Kontakt aufzunehmen, aber ich sprach ausführlich mit Danny Nicoletta und
Cleve Jones über ihn und kam so zu meinem eigenen Ansatz, wie ich Jack spielen
wollte.“

Emile Hirsch hatte mit dem Regisseur Sean Penn gerade erst bei „Into The Wild“ zu
tun gehabt; diesmal arbeiteten sie als Schauspielkollegen zusammen. Hirsch sagt:
„Es war eine unglaubliche Erfahrung, mit Sean zu arbeiten. Nach unserer intensiven
Beziehung bei ‚Into The Wild’ stellte ich mir natürlich schon die Frage, wie es wohl
sein würde, an seiner Seite zu spielen; bis dahin war er mir schließlich bloß als
Regisseur gegenübergetreten. Aber alles das, was ihn als Regisseur auszeichnet –
sein Instinkt und seine Auffassungsgabe –‚brachte er auch in alle unsere Szenen ein.
Für mich war es sehr angenehm, tatsächlich mit jemandem zu spielen, nachdem ich
in „Into The Wild“ so oft allein vor der Kamera gestanden hatte.“ MILK unterschied
sich für Hirsch von allen seinen vorigen Filmen: „Hier hatte ich zum ersten Mal die
Gelegenheit, jemanden darzustellen, der selber täglich am Set war. Egal, welche
Frage ich hatte – ich wusste, ich könnte eine Antwort darauf bekommen. Cleve
Jones ist ein Spaßvogel und gleichzeitig jemand, dem das Wohlergehen aller Leute
in seinem Umfeld sehr am Herzen liegt. Der Mann hat einfach Charisma. Er schafft
es, noch mit dem verstocktesten Reaktionär innerhalb von fünf Minuten der beste
Freund zu sein.“

Die einzige herausgehobene Frauenrolle im Film ging an Alison Pill. Jinks sagt: „Ich
habe ihre Karriere schon einige Jahre lang verfolgt, gerade wenn sie in New York
Theater gespielt hat. Sie hat so viel Talent! Es gibt immer noch Leute, die sie nicht
kennen, aber das wird sich ändern. Sie ist einfach großartig als Anne Kronenberg.“
Pill hatte Gelegenheit, mit der von ihr Porträtierten einige Zeit zu verbringen. Sie
sagt: „Anne besitzt eine unerschöpfliche Energie. Als es um die Szene ging, in der
sie sich vorstellt, um bei der Wahlkampagne mitzuarbeiten, riet sie mir: „Du musst da
reingehen, als ob dir der ganze Laden gehören würde!’ Am Anfang musste sie sich
noch durchmogeln, aber dann hatte sie den Dreh raus und war perfekt organisiert.“
Auch die Gefühle Kronenbergs als einzige Frau in einer Männergruppe kamen
zwischen den beiden zur Sprache: „Wir sprachen darüber, wie es sind anfühlt, in
eine so fest gefügte Gruppe zu kommen. Bei mir war es so, dass ich einige der
Schauspieler schon von früheren Gelegenheiten kannte, als ich zu den Proben dazu
stieß, aber in den ersten paar Wochen drehte ich noch nicht. Insofern ging es mir
genauso: als die einzige Frau hinzuzukommen, ohne wirklich zu wissen, was einen
erwartet.“

Auch Lucas Gabreel hatte die Aufgabe, eine reale Person darzustellen. Der Star aus
dem „High School Musical“-Filmen beeinduckte die Filmemacher gleich bei seinem
ersten Vorsprechen für die Rolle des Danny Nicoletta und verstärkte den Eindruck
bis zum Ende der Dreharbeiten noch. Black berichtet: „An einem Wochenende
machten wir eine Leseprobe. Ich las die Regieanweisungen, und Lucas las,
zusätzlich zu seiner eigenen, alle Rollen, deren Darsteller noch nicht anwesend

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waren. Beim Dreh war er dann noch viel besser, und das, obwohl er unter ständiger
Beobachtung des echten Danny stand...“ Gabreel sagt: „Bei diesem Projekt habe ich
zum ersten Mal von Harvey Milk gehört. Mich hat bei der Geschichte angezogen, wie
er dafür kämpfte, dass jeder die gleichen Rechte erhielt. Sobald ich die Rolle hatte,
habe ich viel recherchiert. Auf seinen Fotos hat Danny auf ganz einzigartige Weise
das eingefangen, was die Leute und die Ereignisse von damals ausmacht. Ich hatte
großes Glück: Seine Fotos zu sehen und mit ihm zu sprechen, half mir zu verstehen,
wie es im Castro-Viertel in den 70ern zuging.“

Ein weiterer Blockbuster-Star, der aus den „Spider-Man“-Filmen bekannte James
Franco, spielt Scott Smith, Milks langjährigen Partner und treuen Unterstützer.
Franco sagt: „Einige haben Scott „die Witwe Milk“ genannt. Nach Harveys
Ermordung widmete sich Scott hauptsächlich der Wahrung seines Andenkens. Rob
Epstein [der Regisseur des Dokumentarfilms „The Times of Harvey Milk“] zeigte mir
Interviewaufnahmen mit Scott, die es nicht in den fertigen Film geschafft hatten, und
ich bekam ein Gefühl dafür, was für ein Mensch er gewesen ist. Als Harvey gewählt
wurde, hatten sie sich zwar schon getrennt, aber sie hingen noch aneinander und
Harvey dankte Scott auch in seiner Dankesrede am Wahlabend.“ Jinks merkt an: „Ich
denke, James wird das Publikum in seiner Rolle überraschen – er spielt so
einfühlsam. Ein wesentlicher Teil dessen, was MILK ausmacht, ist die Beziehung
zwischen Scott und Harvey, und wie sie durch Harveys politisches Engagement
beeinflusst wurde.“ Franco gibt das Kompliment zurück: „Für mich war es eine
unglaubliche Erfahrung, diesen Film zu machen. Gus und Sean gehören schon seit
Jahren zu meinen Helden; als Schauspieler konnte ich nicht mehr verlangen.“

Ein Regenbogen über San Francisco: Die Dreharbeiten

Dustin Lance Black erzählt: „Am ersten Drehtag konnte ich mich endlich entspannen.
Endlich wurde das wahr, wofür ich jahrelang gearbeitet hatte. Ich fing an zu weinen,
als ich an diesem Tag einen Regenbogen sah – und auch Cleve Jones standen
Tränen in den Augen.“ Jones fügt hinzu: „Das Wetter war so schlimm wie nur irgend
möglich, es war kalt und regnete in Strömen. Wir waren im Excelsior-Viertel, um die
erste Szene zu drehen. Zwei Minuten, bevor wir mit dem ersten Take starten wollten,
kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und ein riesiger Regenbogen spannte
sich über den Himmel. Das ist ein Zeichen, dachte ich.“

Gus Van Sant und sein Kameramann Harris Savides ließen sich vom Wetter nicht
beeindrucken, und von den Konventionen einer Kino-Großproduktion ebenso wenig.
Beim fünften Film, den sie gemeinsam drehten, merkt Van Sant an: „Bislang war
noch jeder Film, den Harris und ich unternommen haben, eine Reise ins
Unbekannte, insofern, als wir uns immer wieder von neuem überlegt haben, wie wir
die Geschichte filmen.“ Und trotz der Größe der Produktion verzichteten Regisseur
und Kameramann auch hier auf Storyboards, sondern verließen sich auf ihre
gemeinschaftliche und forschende Herangehensweise. Van Sant fügt hinzu: „Zu
Beginn gibt es jedes Mal unendlich viele Möglichkeiten; der nächste Schritt ist dann,
dass wir uns die Möglichkeiten näher anschauen, die uns interessierten. Manchmal
sind es auch Filme oder Fotos, die uns als Fixpunkte dienen. Wir gucken uns alles
an, und landen zuletzt bei einer Handvoll von Ideen, die uns gefallen.“

Bruce Cohen berichtet: „Ganz klar, MILK war für uns auch deshalb so spannend, weil
es darum ging, den Look der 70er Jahre nachzustellen. Gus schlug Harris Savides

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vor, und wir sagten nur: ja, bitte! Er hatte ja nicht nur zusammen mit Gus großartige
Arbeiten abgeliefert, sondern auch vorher schon in ‚American Gangster’ und ‚Zodiac’
die 70er ins Bild gesetzt. Dass Harris diese Filme drehte, war uns Garantie dafür,
dass man sich als Zuschauer mitten ins Geschehen hinein versetzt fühlt und nicht
etwa denkt: ‚Ach, ist das schon lange her!’“

Black berichtet vom Set über Van Sant: „Sein Regiestil ist so anders als alle, die ich
bis dahin kennen gelernt hatte. Er weiß genau, wenn er in den Hintergrund treten
und einfach zuschauen kann, wie sich die Dinge entwickeln. Und er stößt immer
wieder auf Unerwartetes, weil er es den Schauspielern und der Crew erlaubt, Sachen
zu entdecken.“ Und Dan Jinks merkt an: „Hier haben wir es mit einem Regisseur zu
tun, der niemals etwas sagt, nur um klarzustellen, dass er das Sagen hat. Er meldet
sich nur, wenn es nötig ist, und dann hört auch jeder zu. Auch wenn es nur wenige
Worte sind: man versteht sofort, worauf er hinaus will.“ Auch Emile Hirsch war, wie
alle Darsteller, sehr von Van Sants Arbeitsweise angetan: „Gus zwingt einen dazu,
selbständig zu arbeiten. Und deswegen werden Schauspieler bei ihm auch immer
dazu gebracht, sich etwas zu trauen und sich auf ihren Instinkt zu verlassen. Es ist
wirklich etwas besonderes, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

MILK wurde komplett an Originalschauplätzen in San Francisco gedreht. Den
Filmemachern war klar, dass der Dreh nirgendwo anders stattfinden konnte. „Der
Film verströmt die Energie dieser Stadt“, sagt Dustin Lance Black: „Er musste so
gemacht werden, und er musste dort gemacht werden.“

Bürgermeister Gavin Newsom und die Filmkommission der Stadt sorgten dafür, dass
die Produktion überall in San Francisco drehen konnte, eine Drehgenehmigung für
das Rathaus eingeschlossen. MILK profitierte vom Filmförderungsprogramm der
Stadt, „Scene In San Francisco“, das seit 2001 existiert. Newsom nennt Harvey Milks
Geschichte „eine, die erzählt werden muss. Seine Vision und sein Erbe bewirken
heute echten gesellschaftlichen Wandel.“

Bruce Cohen erzählt von der Jagd nach den am besten geeigneten Drehorten: „Wir
suchten nach einem Ort, um ‚Castro Camera’ aufzubauen – und schließlich landeten
wir genau an jenem Ort: 575 Castro Street. Wir gingen rein und sagten: Dürften wir
sie wohl für ein paar Wochen rausschmeißen – wir würden hier gern drehen?’ Das
Haus in Harveys Laden zurückzuverwandeln, so wie er in den 70er Jahren aussah,
war wie eine Zeitreise; so als ob alles heute noch mal geschähe.“
Die Besitzer des Hauses Nr. 575, das heute einen Laden für Geschenkartikel
namens „Give“ beherbergt, spielten mit, und so konnten Produktionsdesigner Bill
Groom und sein Team loslegen. „Wir haben alle Innenwände neu verkleidet, um
nichts zu beschädigen“, verrät Dan Jinks: „Aber das Aussehen ist ganz genau so,
wie ‚Castro Camera’ damals ausgesehen hat.“

Die Ausstatter leisteten ganze Arbeit, wie sich Art Director Charlie Beal erinnert:
„Eines Tages kamen drei Touristinnen zur Tür hinein, die eine Batterie für ihre
Kamera kaufen wollten“, sagt er: „In dem Moment fühlte ich mich wirklich, als ob
Harvey da wäre und ihnen gleich Formulare zur Registrierung als Wähler
rüberreichen würde.“ Michael London bestätigt: „Die ganze Crew hat perfekte Arbeit
abgeliefert – nicht, um damit anzugeben, sondern damit sich jeder tatsächlich in
diese Welt hineinversetzen konnte. Im Fotoladen zu stehen, war für mich ein
Höhepunkt am Set; das hat wirklich das alte San Francisco von 1978

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heraufbeschworen.“ Was ganz im Sinne des Regisseurs war, wie Jinks anmerkt: „Für
Gus musste alles genau stimmen. Wenn wir ein Ladenschild aufgehängt haben,
dann deshalb, weil es in dem Jahr, in dem die Szene spielt, da auch wirklich hing –
alles richtete sich streng nach dem, was die Recherche ergeben hatte.“

Auch Kostümbildner Danny Glicker und sein Team nutzten die vielen vorhandenen
Fotos. Glicker sagt: „Ich habe, wo immer es ging, Kleidungsstücke verwendet, die
wirklich von damals stammten. Hautenge Jeans aus den 70ern für alle zu besorgen,
war eine ziemliche Aufgabe. Manchmal wussten wir ganz anständige Summen für
Levi’s aus den 70ern bezahlen.“ Und auch er profitierte von Cleve Jones’
Erinnerungsvermögen: „Eine der ersten Sachen, die Cleve Jones mir erzählt hat,
zieht sich durch den ganzen Film: Harvey trug immer dieselben paar Klamotten. Als
er neue Sachen brauchte, um seine Karriere als Politiker zu verfolgen, kaufte er
einige Anzüge in einem Secondand-Laden, die er von da an immer trug. Seine
Schuhe hatten immer löchrige Sohlen – und als er nach den tödlichen Schüssen aus
seinem Büro herausgetragen wurde, sah Cleve nur die Löcher in den Sohlen und
wusste, dass der Tote Harvey war... Wir hatten ein ganzes Dossier über Harvey, und
für jede Szene das entsprechende Outfit zusammengestellt.“

Auch einige der anderen Schauspieler ließen sich von der Recherche inspirieren.
Glicker sagt: „Manche trugen einzelne Stücke, die ihre realen Vorbilder besessen
hatten. Alison Pill trug in vielen ihrer Szenen einen Ohrring, den Anne Kronenberg
damals oft getragen hatte, Lucas Gabreel trug eine alte Weste von Danny Nicoletta
und – was mich besonders berührt hat – Jonathan, der Sohn von George Moscone,
brachte uns eine Krawatte seines Vaters mit, damit Victor Garber sie in der Szene, in
der er Harvey auf sein Amt einschwört, tragen konnte.“

Am 8. Februar 2008 wurde eine der wichtigsten Szenen des Films gedreht: der von
Kerzenschein beleuchtete Gedenkmarsch zu Ehren von Harvey Milk, für den
seinerzeit zehntausende Menschen zusammenkamen, um so ihre Trauer und ihre
Wut über die Ermordung von Milk und Bürgermeister Moscone zum Ausdruck zu
bringen. Es wurden mehrere tausend Statisten engagiert; und es nahmen, wie Cleve
Jones, auch manche derjenigen teil, die auch in der Nacht des 27. November 1978
dabei gewesen waren. London sagt: „Es war wie vor 30 Jahren. Leute strömten
regelrecht zusammen. Die Leute waren nicht da, weil sie unbedingt in einem Film
mitspielen wollten, sondern weil sie immer noch diesen Verlust empfanden.“

Auch an den anderen Drehtagen war es für die heutigen Bewohner von San
Francisco eine besondere Erfahrung, Teile ihrer Stadt in die Vergangenheit zurück
katapultiert zu sehen. Passanten erlebten immer wieder Überraschungsmomente,
wenn sie plötzlich vor längst vergangenen legendären Brennpunkten wie dem
Plattenladen Aquarius Records standen. Passanten blieben stehen, erzählten
Geschichten tauschten Erinnerungen aus – wie zu Lebzeiten führte Harvey Milk
Menschen zusammen.

Gus Van Sant sagt abschließend: „So viele Bewohner der Stadt haben uns geholfen
– es war wundervoll. Sie sind richtig mitgegangen und haben uns toll unterstützt.
Danke, San Francisco!“




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Harvey Milk – Eckdaten eines Lebens
1930   Harvey Bernard Milk wird am 22. Mai in Woodmere im US-Bundesstaat
       New York geboren.

1947   High-School-Abschluss.

1951   Abschluss an der New York State University in Mathematik; geht zur
       Marine.

1955   Ehrenhafte Entlassung aus der Marine; Arbeit als High-School-Lehrer.

1963   Neuer Job bei einer Investmentgesellschaft an der Wall Street.

1968   Umzug nach San Francisco zusammen mit seinem Partner, dem
       Schauspieler Jack McKinley; neuer Job in San Francisco im Finanzwesen.

1970   Milk wird entlassen und geht zurück nach New York.

1972   Rückkehr nach San Francisco mit seinem neuen Partner Scott Smith.

1973   Milk und Smith eröffnen „Castro Camera“.
       Milk organisiert einen Boykott gegen die Brauerei Coors, zusammen mit
       Gewerkschaftler Allan Baird.
       Dick Pabich und Jim Rivaldo stoßen als politische Strategieberater dazu;
       Frank Robinson als Milks Redenschreiber.
       Milks erste, erfolglose Kandidatur für den Stadtrat.

1974   Milk wird zu einer leitenden Figur des Gewerbevereins des Castro-
       Viertels; erstmalig organisiert er das jährliche Straßenfest.
       Michael Wong fängt bei Milk als Berater an.

1975   Danny Nicoletta, schon länger Kunde bei „Castro Camera“, fängt als
       Angestellter im Laden an.
       Milks zweite, ebenfalls erfolglose Kandidatur für den Stadtrat.
       George Moscone, ehemaliger kalifornischer Senator, wird zum
       Bürgermeister von San Francisco gewählt.

1976   Cleve Jones stößt zu Milks Team dazu.
       Vergebliche Kandidatur Milks um einen Sitz in der kalifornischen State
       Assembly.

1977   Milk trennt sich von Smith; sein neuer Partner ist Jack Lira.
       Anne Kronenberg verstärkt Milks Team als Wahlkampfmanagerin.
       Auch begünstigt durch ein neues Wahlsystem mit einzelnen Wahlkreisen
       wird Milk als Abgeordneter für den „District 5“ in den Stadtrat von San
       Francisco gewählt – als erster bekennender Homosexueller landesweit.

1978   Amtseinführung, zusammen mit dem ebenfalls neu gewählten Dan White,
       einem früheren Feuerwehrmann, und der Frauenrechtlerin Carol Ruth
       Silver.

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       Veranlasst durch den Fall des schwulen Lehrers Tom Ammiano, bewirkt
       Milk mit der Unterstützung von Silver und Moscone eine städtische
       Antidiskriminierungsverordnung.
       Milk nimmt an der Gay Freedom Day Parade teil, bei der zum ersten Mal
       die Regenbogenflagge der Bewegung enthüllt wird.
       Kampagne Milks und seiner Unterstützer gegen die Gesetzesinitiative
       „Proposition 6“ des kalifornischen Senators John Briggs, die zum Ziel
       hatte, Homosexuelle aus dem Schuldienst zu entfernen – im November
       wird die „Proposition 6“ abgelehnt.
       Am 10. November tritt Dan White von seinem Amt zurück, überlegt es sich
       nur wenige Tage später anders und beantragt, seinen Rücktritt zu
       annullieren – was abgelehnt wird.
       Am 27. November erschießt White Milk und Moscone im Rathaus von San
       Francisco. In der Nacht ziehen 30.000 Menschen in einem
       Schweigemarsch durch die Stadt.
       Am 2. Dezember streuen Milks Freunde seien Asche in den Pazifik.
       Am 4. Dezember tritt Dianne Feinstein als Moscones Nachfolgerin das
       Amt des Bürgermeisters an.

1979   Im Mai wird White, der sich auf mangelnde Zurechnungsfähigkeit berufen
       hatte, wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die als zu mild
       empfundene Strafe löst schwere Krawalle in der Stadt aus, die sog. „White
       Night Riots“.

1984   White wird auf Bewährung entlassen; im Oktober 1985 begeht er in der
       Garage seines Hauses Selbstmord.




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Harvey Milk – Das Psychogramm eines Kämpfers
Cleve Jones: „Harvey war ein ganz gewöhnlicher Mensch, er war kein Heiliger und er
war auch kein Genie. Sein Privatleben war oft ein heilloses Durcheinander, und als
er starb, besaß er keinen Cent. Trotzdem hat er die Welt verändert, durch sein
Vorbild, durch seine Handlungen. Die Geschichte ist voll von gewöhnlichen
Menschen, die die Welt verändert haben, weil sie den Mut hatten, die Wahrheit zu
sagen.“

Anne Kronenberg: „Das erste, was Harvey zu mir sagte, als ich anfing, für ihn zu
arbeiten, war: Ich schrei’ viel rum, ist nun mal meine Art, und du musst lernen zurück
zu schreien.’ Ich war eher ein ziemlich stiller Typ. Er sagte: Gib’s mir zurück, und
nimm’s nicht persönlich, wenn ich dich anschreie.’ Im Lauf der Zeit hatten wir einige
ziemlich laute Auseinandersetzungen. Harvey hat nie geflucht; für Kraftausdrücke
war ich zuständig. Jeder bei Castro Camera’ wusste, dass ich zurückschlagen
konnte, wenn mir einer krumm kam. Wir wurden eine richtige Familie, und meine
Aufgabe war es, die Jungs zu organisieren – es war eine wundervolle Zeit.“

Michael Wong: „Harvey war sehr humorvoll, und ich denke, dadurch hat er viel von
seiner Traurigkeit verborgen. Als Jack Lira starb, rief ich ihn an – es war das erste
Mal, dass wir über persönliche Dinge sprachen, und mir wurde plötzlich klar, dass er
kein besonders glücklicher Mensch war. Deshalb bedeutete ihm die Politik so viel:
Auf diesem Feld fühlte er sich wohl, weil es ihm die Möglichkeit bot, anderen zu
helfen.“

Frank Robinson: „Harvey beherrschte zwei völlig unterschiedliche Arten von Reden.
Ein formale und eher steife, etwa wenn er vor den Gewerbetreibenden sprach. Die
zweite, wenn er es mit einer großen Menschenmenge zu tun hatte. Dafür hatte er
sich viel bei Predigern abgeschaut: kurze Sätze, viele Wiederholungen, große
Gesten, und er ließ sie Schlachtrufe und Gesänge anstimmen. Vor einer Menge gab
es keinen besseren Redner.“

Tom Ammiano: „Wenn man erst einmal genug Selbstbewusstsein erlangt hat, wird es
einfacher. Die Menge lässt sich von dir mitreißen, und du dich von der Menge. Alle
unterstützten ihn: die Chinesen, die schwule Community, alle. Wenn man mit ihm die
Castro Street hinunterging, kam man nie weit, weil er immer wieder anhielt, um mit
Leuten zu sprechen. Man spürte, dass er sich dabei wohl in seiner Haut fühlte. Und
er hatte diesen speziellen New Yorker Elan, immer ein bisschen spöttisch und
verwundert, aber dabei immer äußerst mitfühlend.“

Frank Robinson: „Er war der letzte seiner Art: ein Politiker, der seine Kampagne aus
einem kleinen Laden heraus steuerte, und das, ohne einen Pfennig zu besitzen. Er
liebte es, auf Wahlkampftour zu gehen. Er hatte seine depressiven Phasen, aber nie,
wenn er Wahlkampf machte. Ein typischer Moment war, als er reinplatzte, während
wir verzweifelt versuchten, Geld für sein Kampagne aufzutreiben, und
freudestrahlend erzählte, er habe gerade zwei reizende alte Damen getroffen, die
versprochen hätten, ihn zu wählen.“

Danny Nicoletta: „Harvey hatte einen guten Draht zur Jugendkultur und es kam ihm
sehr drauf an, dass sich junge Leute politisch engagierten, anstatt apathisch
rumzuhängen. Und sei es nur, dass sie wählen gingen. Es kam ihm nicht darauf an,

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auf welcher Seite jemand stand, er sagte vielmehr: Reißt die Mauern ein, wir leben
alle in derselben Welt!’“

Cleve Jones: „Ich habe in meinem Leben für viele Politiker gearbeitet, aber jemanden
wie Harvey, der so viel natürliches Mitgefühl besaß, habe ich nie wieder getroffen. Er
fand zu wirklich jedem einen Draht: zu Obdachlosen, zu Reichen, zu
Feuerwehrleuten, zu Linksextremen... Wenn man mit Harvey sprach, wusste man,
dass da jemand steht, der nicht einfach nur die passenden Gesichtausdrücke macht,
sondern der sich wirklich dafür interessiert, was man sagt – das macht seine Stärke
aus, und es verlieh ihm auch Macht.“




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Die Besetzung
Sean Penn (Harvey Milk)

Oscar®-Gewinner Sean Penn, geboren 1960 in Santa Monica, Kalifornien, ist einer
der profiliertesten Charakterdarsteller der Gegenwart. Neben seinem Oscar®-
Gewinn 2004 für seine Hauptrolle in Clint Eastwoods MYSTIC RIVER („Mystic River,
2003) war er drei weitere Male als bester Schauspieler nominiert: für Tim Robbins’
DEAD MAN WALKING („Dead Man Walking“, 1995), für Woody Allens SWEET AND
LOWDOWN („Sweet And Lowdown“, 1999) und für Jessie Nelsons ICH BIN SAM („I
Am Sam“, 2001).
In den knapp 30 Jahren seit seinem Kinodebüt in Harold Beckers DIE KADETTEN
VON BUNKER HILL („Taps“, 1981) war er in annähernd 30 weiteren Filmen zu
sehen, darunter in Amy Heckerlings ICH GLAUB’ ICH STEH’ IM WALD („Fast Times
At Ridgemont High“, 1982), John Schlesingers DER FALKE UND DER
SCHNEEMANN („The Falcon And The Snowman“, 1985), Brian De Palmas DIE
VERDAMMTEN DES KRIEGES („Casualties Of War“, 1989) und CARLITO’S WAY
(„Carlito’s Way“, 1993), Oliver Stones U-TURN – KEIN WEG ZURÜCK („U-Turn“,
1997), Sydney Pollacks DIE DOLMETSCHERIN („The Interpreter“, 2005), Steven
Zaillians DAS SPIEL DER MACHT („All The King’s Men“, 2006) und Terrence
Malicks THE THIN RED LINE („The Thin Red Line“, 1998); gerade hat Penn Malicks
neuen Film THE TREE OF LIFE („The Tree Of Life“, 2009) abgedreht, in dem er an
der Seite von Brad Pitt zu sehen sein wird.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Sean Penn auch als Regisseur hervorgetreten: Sein
Regiedebüt, für das er auch das Drehbuch geschrieben und den er produziert hatte,
war INDIAN RUNNER („The Indian Runner“, 1991). 1995 folgte CROSSING GUARD
– ES GESCHAH AUF OFFENER STRASSE („Crossing Guard“) mit Jack Nicholson.
Nicholson spielte auch in DAS VERSPRECHEN („The Pledge“, 2001) die Hauptrolle,
Penns Remake des Klassikers ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG von 1958
nach einem Drehbuch des Schweizer Dramatikers Friedrich Dürrenmatt. Penn trug
auch zu dem internationalen Episodenfilm 11’09“01 – SEPTEMBER 11 („11’09“01 –
SEPTEMBER 11“, 2002) das Segment „USA“ bei. Penns jüngste Regiearbeit war
INTO THE WILD („Into The Wild“, 2007) mit Emile Hirsch, Penns Co-Star in MILK, in
der Hauptrolle des Abenteurers Christopher McCandless. INTO THE WILD, für den
Penn wieder als Drehbuchautor und Produzent fungierte, wurde mit zahlreichen
Preisen bedacht, u. a. bei den Festival von Palm Springs und Rom; er war außerdem
für zwei Oscar®s nominiert.
Zu Sean Penns wichtigsten Theaterrollen zählen Produktionen von Kevin Heelans
„Heartland“ und John Byrnes „Slab Boys“ am Broadway und von David Rabes
Stücken „Hurlyburly“ und „Goose And Tom-Tom“, ebenfalls in New York. Zuletzt war
Sean Penn an der Seite von Woody Harrelson und Nick Nolte in Sam Shepards „The
Late Henry Moss“ zu sehen, das Ende 2000 in San Francisco Weltpremiere hatte.
Penn ist für seine Arbeit neben den Academy Awards mit einigen der
renommiertesten Preise weltweit ausgezeichnet worden: als bester Schauspieler auf
der Berlinale 1996 für DEAD MAN WALKING, als bester Schauspieler in Cannes
1997 für ALLES AUS LIEBE – SHE’S SO LOVELY („She’s So Lovely“, 1997), als
bester Schauspieler auf dem Filmfestival von Venedig 1998 für HURLYBURLY
(„Hurlyburly“, 1998) und 2003 für 21 GRAMM („21 Grams“, 2003). 2002 erhielt er den
„Modern Master Award“ auf dem Filmfestival von Santa Barbara. 2003 wurde er auf
dem Filmfestival von San Sebastian mit dem Donostia Award für sein Lebenswerk
ausgezeichnet – als bislang jüngster Preisträger. 2004 wurde er mit dem John

                                                                                20
Steinbeck Award geehrt, der an herausragende künstlerische Persönlichkeiten
vergeben wird. 2008 hatte Penn das Amt des Jurypräsidenten bei den
Filmfestspielen von Cannes inne.
Nicht nur in den USA ist Sean Penn auch als Journalist und als scharfzüngiger
Kritiker der Bush-Regierung bekannt. Er hat Reportagen und andere Texte u. a. für
„Time“, „Interview“ und die US-Ausgabe des „Rolling Stone“ geschrieben. 2004
berichtete er für den „San Francisco Chronicle“ in einer Artikelserie über eine Reise
durch den Irak; 2005 verfasste er für dieselbe Zeitung eine Artikelserie über den Iran,
der er zur Zeit des dortigen Präsidentschaftswahlkampfs besucht hatte.


Filmographie – Sean Penn (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                      Regie

2009      THE TREE OF LIFE                               Terrence Malick
          („The Tree of Life“)
          CROSSING OVER                                  Wayne Kramer
          („Crossing Over“)
2008      MILK                                           Gus Van Sant
          („Milk“)
2007      INTO THE WILD                                  Sean Penn
          („Into The Wild“)
2006      DAS SPIEL DER MACHT                            Stephen Zaillian
          („All The King’s Men“)
2005      DIE DOLMETSCHERIN                              Sydney Pollack
          („The Interpreter“)
2004      ATTENTAT AUF RICHARD NIXON                     Niels Mueller
          („The Assassination Of Richard Nixon“)
2003      21 GRAMM                                       Alejandro González Iñárritu
          („21 Grams“)
          MYSTIC RIVER                                   Clint Eastwood
          („Mystic River“)
          IT’S ALL ABOUT LOVE                            Thomas Vinterberg
          („It’s All About Love“)
2001      ICH BIN SAM                                    Jessie Nelson
          („I Am Sam“)
          DAS VERSPRECHEN                                Sean Penn
          („The Pledge“)
2000      DAS GEWICHT DES WASSERS                        Kathryn Bigelow
          („The Weight Of Water“)
          BEVOR ES NACHT WIRD                            Julian Schnabel
          („Before Night Falls“)
          DIE VILLA                                      Philip Haas
          („Up At The Villa“)
1999      SWEET AND LOWDOWN                              Woody Allen
          („Sweet And Lowdown“)
1998      DER SCHMALE GRAT                               Terrence Malick
          („The Thin Red Line“)
          HURLYBURLY                                     Anthony Drazan
          („Hurlyburly“)
1997      THE GAME – DAS GESCHENK SEINES LEBENS          David Fincher
          („The Game“)
          U-TURN – KEIN WEG ZURÜCK                       Oliver Stone
          („U-Turn“)
          ALLES AUS LIEBE – SHE’S SO LOVELY              Nick Cassavetes
          („She’s So Lovely“)
1995      DEAD MAN WALKING                               Tim Robbins
          („Dead Man Walking“)

                                                                                       21
          CROSSING GUARD –
          ES GESCHAH AUF OFFENER STRASSE              Sean Penn
          („Crossing Guard“)
1993      CARLITO’S WAY                               Brian De Palma
          („Carlito’s Way“)
1991      INDIAN RUNNER                               Sean Penn
          („The Indian Runner“)
1990      IM VORHOF DER HÖLLE                         Phil Joanou
          („State Of Grace“)
1989      DIE VERDAMMTEN DES KRIEGES                  Brian De Palma
          („Casualties Of War“)
1988      COLORS – FARBEN DER GEWALT                  Dennis Hopper
          („Colors“)
1986      SHANGHAI SURPRISE                           Jim Goddard
          („Shanghai Surprise“)
          AUF KURZE DISTANZ                           Jim Foley
          („At Close Range“)
1985      DER FALKE UND DER SCHNEEMANN                John Schlesinger
          („The Falcon And The Snowman“)
1982      ICH GLAUB’ ICH STEH’ IM WALD                Amy Heckerling
          („Fast Times At Ridgemont High“)
1981      DIE KADETTEN VON BUNKER HILL                Harold Becker
          („Taps“)



Emile Hirsch (Cleve Jones)

Emile Hirsch, geboren 1985 in Palms in Kalifornien, hat vor seinem Part in MILK im
Lauf seiner Karriere bereits einige herausragende Rollen gespielt, die auf real
existierenden Personen beruhen: in Nick Cassavetes’ ALPHA DOG –TÖDLICHE
FREUNDSCHAFT („Alpa Dog“, 2006) mit Bruce Willis und in Catherine Hardwickes
DOGTOWN BOYS („Lords Of Dogtown“, 2005) an der Seite von Heath Ledger.
Mit seiner Darstellung des Abenteurers Christopher McCandless in Sean Penns
INTO THE WILD („Into The Wild“) gelang ihm 2007 der bislang größte Erfolg seiner
Karriere: Zu den Auszeichnungen, die Hirsch für INTO THE WILD erhielt, gehören
ein Preis des National Board of Review und der „Rising Star Award“ beim
Internationalen Filmfestival von Palm Springs. Außerdem war Hirsch für einen
Gotham Award, einen Critics’ Choice Award und einen Screen Actors Guild Award
nominiert.
Hirsch spielte bereits seit dem Alter von elf Jahren erste Rollen im Fernsehen,
darunter waren auch Gastauftritte in Serien wie „New York Cops – NYPD Blue“
(„NYPD Blue“) und „Emergency Room – Die Notaufnahme“ („ER“); bekannt wurde er
mit seinem Spielfilmdebüt THE DANGEROUS LIVES OF ALTAR BOYS („The
Dangerous Lives Of Altar Boys“, 2002), das ein großer Erfolg auf dem Sundance-
Festival war. Seine große Bandbreite als Schauspieler hat Emile Hirsch unter
anderem in der Titelrolle des neuesten Actionfilms der Wachowski-Brüder SPEED
RACER („Speed Racer“, 2008), und in Dan Harris’ einfühlsamen Familiendrama
IMAGINARY HEROES („Imaginary Heroes“, 2004) mit Sigourney Weaver und Jeff
Daniels gezeigt. Zu seinen weiteren Filmen gehören THE GIRL NEXT DOOR („The
Girl Next Door“, 2004), Michael Burkes THE MUDGE BOY („The Mudge Boy“, 2003)
und Michael Hoffmans CLUB DER CÄSAREN („The Emperor’s Club“, 2002).
Hirschs jüngstes Projekt ist Ang Lees gerade abgedrehte Komödie TAKING
WOODSTOCK („Taking Woodstock“), die 2009 ins Kino kommen soll.



                                                                                22
Filmographie – Emile Hirsch (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2009      TAKING WOODSTOCK                             Ang Lee
          („Taking Woodstock“)
2008      MILK                                         Gus Van Sant
          („Milk“)
          SPEED RACER                                  Larry u. Andy Wachowski
          („Speed Racer“)
2007      INTO THE WILD                                Sean Penn
          („Into The Wild“)
          THE AIR I BREATHE                            Jieho Lee
          („The Air I Breathe“)
2006      ALPHA DOG – TÖDLICHE FREUNDSCHAFT            Nick Cassavetes
          („Alpha Dog“)
2005      DOGTOWN BOYS                                 Catherine Hardwicke
          („Lords Of Dogtown“)
2004      IMAGINARY HEROES                             Dan Harris
          („Imaginary Heroes“)
          THE GIRL NEXT DOOR                           Luke Greenfield
          („The Girl Next Door“)
2003      THE MUDGE BOY                                Michael Burke
          („The Mudge Boy“)
2002      CLUB DER CÄSAREN                             Michael Hoffman
          („The Emperor’s Club“)
          THE DANGEROUS LIVES OF ALTAR BOYS            Peter Care
          („The Dangerous Lives Of Altar Boys“)



Josh Brolin (Dan White)

Josh Brolin, geboren 1968 in Los Angeles, hat sich jüngst durch eine Reihe
aufsehenerregender Rollen in die allererste Reihe von Hollywoods
Charakterdarstellern gespielt: durch seine Parts in Ridley Scotts AMERICAN
GANGSTER („American Gangster“, 2007), im mehrfach Oscar®-gekrönten NO
COUNTRY FOR OLD MEN („No Country For Old Men“, 2007) und in Oliver Stones
Politdrama W. („W.“, 2008), in dem er die Hauptrolle des George W. Bush spielt.
Brolins aktuelles Projekt ist Tony Saccos Dokumentarfilm THE PEOPLE SPEAK
(„The People Speak“, 2009), den Brolin mitproduziert. Der Fim beruht auf Howard
Zinns „A People’s History of The United States“. In der Doku, die sich mit Amerikas
Kriegen und seiner gesellschaftlichen Entwicklung befasst, treten neben Brolin u. a.
Matt Damon, Viggo Mortensen, David Strathairn und Sean Penn auf.
Anfang 2008 hatte Brolins Regiedebüt Premiere: Der von ihm geschriebene und
produzierte Kurzfilm „X“ wurde auf dem Filmfestival von Santa Barbara gezeigt;
anschließend lief der Film beim „South By Southwest“-Festival und beim Filmfestival
von Dallas. Brolin führte auch bei der „Behind The Scenes“-Doku, die auf der DVD
von NO COUNTRY FOR OLD MEN zu sehen ist, Regie.
Zu Brolins weiteren Filmen als Darsteller zählen David O. Russells FLIRTING WITH
DISASTER – EIN UNHEIL KOMMT SELTEN ALLEIN („Flirting With Disaster“, 1996),
Mike Barkers BEST LAID PLANS („Best Laid Plans“, 1999), Paul Verhoevens
HOLLOW MAN – UNSICHTBARE GEFAHR („Hollow Man“, 2000), John Stockwells
INTO THE BLUE („Into The Blue“, 2005), Robert Rodriguez’ PLANET TERROR
(„Planet Terror“, 2007) und Paul Haggis’ IM TAL VON ELAH („In The Valley Of Elah“,
2007).

                                                                                  23
Brolins herausragende Fernsehrollen waren Parts im Western-Mehrteiler „Into The
West“ (2005) und der Westernserie „The Young Riders“ (1989-1992). Weitere
Hauptrollen spielte er in den Serien „Private Eye“ (1987-1988) und „Mister Sterling“
(2003) sowie in den Fernsehfilmen „Prison For Children“ (1987), „Gang In Blue“
(1996) und in „Picnic“ (2000).
Fünf Jahre lang gehörte Brolin zum Ensemble des GeVa Theater in Rochester im
US-Bundesstaat New York. In dieser Zeit war Brolin in einer Vielzahl von
Produktionen des Theaters als Schauspieler und Regisseur tätig, darunter in
Aufführungen von „Pitz And Joe“, „Life In The Trees“, „Forgiving Typhoid Mary“, „Oh“,
„The Innocents“, „Peep Hole“, „Ellen Universe Joins The Band“, „Lincoln Park Zoo“
und „Hard Hearts“. Zu Brolins weiteren Theaterarbeiten gehören Auftritte in Sam
Shepards „True West“ am Broadway und an diversen Off-Broadway-Bühnen, wo er
u.a. in Arthur Millers „Hexenjagd“, Tennesse Williams’ „Endstation Sehnsucht“ und
Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ zu sehen war.

Filmographie – Josh Brolin (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2008      MILK                                          Gus Van Sant
          („Milk“)
          W.                                            Oliver Stone
          („W.“)
2007      AMERICAN GANGSTER                             Ridley Scott
          („American Gangster“)
          IM TAL VON ELAH                               Paul Haggis
          („In The Valley Of Elah“)
          PLANET TERROR                                 Robert Rodriguez
          („Planet Terror“)
          NO COUNTRY FOR OLD MEN                        Ethan u. Joel Coen
          („No Country For Old Men“)
2005      INTO THE BLUE                                 John Stockwell
          („Into The Blue“)
2004      MELINDA UND MELINDA                           Woody Allen
          („Melinda And Melinda“)
2002      COASTLINES                                    Victor Nunez
          („Coastlines“)
2000      HOLLOW MAN – UNSICHTBARE GEFAHR               Paul Verhoeven
          („Hollow Man“)
1999      BEST LAID PLANS                               Mike Barker
          („Best Laid Plans“)
1997      FREEZE – ALBTRAUM NACHTWACHE                  Ole Bornedal
          („Nightwatch“)
          MIMIC – ANGRIFF DER KILLERINSEKTEN            Guillermo Del Toro
          („Mimic“)
1996      FLIRTING WITH DISASTER –
          EIN UNHEIL KOMMT SELTEN ALLEIN                David O. Russell
          („Flirting With Disaster“)
          DAS ROSENBETT                                 Michael Goldenberg
          („Bed Of Roses“)
1994      ROADFLOWER                                    Deran Sarafian
          („The Road Killers“)
1986      THRASHIN’ – KRIEG DER KIDS                    David Winters
          („Thrashin’“)
1985      DIE GOONIES                                   Richard Donner
          („The Goonies“)



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Diego Luna (Jack Lira)

Diego Luna, geboren 1979 in Mexiko-Stadt, wurde durch sein Hauptrolle in Alfonso
Cuaróns Y TU MAMÁ TAMBIÉN („Y tu Mamá también“, 2001) einem weltweiten
Publikum bekannt. Luna hatte seine Schauspielerkarriere bereits im Alter von sieben
Jahren mit ersten Theaterauftritten begonnen. Mit zwölf debütierte Luna im
mexikanischen Fernsehen in der Serie „El abuelo y yo“ [„Mein Opa und ich“]; in den
folgenden Jahren wirkte Luna bei zahlreichen weiteren TV-Serien mit und war auch
weiterhin regelmäßig im Theater zu sehen. Zu seinen jüngsten Bühnenarbeiten
gehört die Produktion „The Complete Works Of William Shakespeare“ in Mexiko-
Stadt, für die Luna eine Auszeichnung als bester Komödiendarsteller von der
mexikanischen Theaterkritik erhielt.
Seit Mitte der 90er spielte Luna in einer Vielzahl mexikanischer Kino-Produktionen;
durch seine Rolle in Julian Schnabels BEVOR ES NACHT WIRD („Before Night
Falls“, 2000) und seinen anschließenden Part in Y TU MAMÁ TAMBIÉN an der Seite
seines langjährigen Freundes Gael García Bernal wurde er auch über die Grenzen
seines Heimatlandes hinaus bekannt – was zu international beachteten Rollen in
Julie Taymors FRIDA („Frida“, 2002), Kevin Costners OPEN RANGE – WEITES
LAND („Open Range“, 2003), Guy Ferlands DIRTY DANCING 2 („Dirty Dancing:
Havana Nights“, 2004) und Steven Spielbergs TERMINAL („The Terminal“, 2004)
führte.
Zusammen mit Bernal hat Luna die Filmproduktionsgesellschaft Canana Films
gegründet. Canana Films produzierte Lunas Regiedebüt J. C. CHÁVEZ (J. C.
Chávez“, 2007), eine Doku über das Leben der mexikanischen Boxlegende Julio
César Chávez, die 2007 auf dem Tribeca-Filmfestival Premiere hatte. Luna spielte
tragende Rollen in Calos Bolados SÓLO DIOS SABE („Sólo Dios sabe“, 2006) und in
Jorge Hernandez Aldanas EL BUFALO DE LA NOCHE („El bufalo de la noche“,
2007); beides ebenfalls Filme, die von Canana produziert wurden. Für das nächste
Projekt der Firma, Carlos Cuaróns RUDO Y CURSI („Rudo y cursi“ [„Krass und
kitschig“], 2008), steht Luna erstmals wieder gemeinsam mit Bernal vor der Kamera.

Filmographie – Diego Luna (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                   Regie

2008      MILK                                        Gus Van Sant
          („Milk“)
          RUDO Y CURSI                                Carlos Cuarón
          („Rudo y cursi“)
          SÓLO QUIERO CAMINAR                         Agustín Díaz Yanez
          („Sólo quiero caminar“)
2007      MISTER LONELY                               Harmony Korine
          („Mister Lonely“)
          EL BUFALO DE LA NOCHE                       Jorge Hernandez Aldana
          („El bufalo de la noche“)
2006      FADE TO BLACK                               Oliver Parker
          („Fade To Black“)
          SÓLO DIOS SABE                              Carlos Bolado
          („Sólo Dios sabe“)
2004      TERMINAL                                    Steven Spielberg
          („The Terminal“)
          DIRTY DANCING 2                             Guy Ferland
          („Dirty Dancing: Havana Nights“)
2003      OPEN RANGE – WEITES LAND                    Kevin Costner
          („Open Range“)

                                                                                 25
2002      FRIDA                                         Julie Taymor
          („Frida“)
2001      Y TU MAMÁ TAMBIÉN                             Alfonso Cuarón
          („Y tu mamá también“)
2000      BEVOR ES NACHT WIRD                           Julian Schnabel
          („Before Night Falls“)
1999      DER SÜSSE DUFT DES TODES                      Gabriel Retes
          („Un dulce olor a muerte“)
1994      ÁMBAR                                         Luis Estrada
          („Ámbar“)


Alison Pill (Anne Kronenberg)

Alison Pill, geboren 1985 in Toronto, hat sich vor allem als Bühnenschauspielerin
einen Namen gemacht. Gleich ihr Broadwaydebüt in „The Lieutenant Of Inishmore“
brachte ihr 2006 eine Nominierung für einen Tony Award ein, und auch ihre weiteren
Rollen, wie etwa in der US-Uraufführung von Neil LaButes „The Distance From Here“
und in der (Off-Broadway-)Weltpremiere von LaButes „Reasons To Be Pretty“ waren
Kritker- und Publikumserfolge; ebenso wie Pills jüngster Auftritt am Broadway in
Theresa Rebecks „Mauritius“.
Zu Pills wichtigsten Fernsehrollen gehören „Life With Judy Garland: Me And My
Shadows“ (2001), „Plain Truth“ (2004) und die Serie „The Book Of Daniel“ (2006).
Auch im Kino war Alison Pill in einer Vielzahl von Rollen zu sehen, u. a. in Peter
Hedges’ PIECES OF APRIL – EIN TAG MIT APRIL BURNS („Pieces Of April“, 2003),
Sara Sugarmans BEKENNTNISSE EINER HIGH SCHOOL DIVA („Confessions Of A
Teenage Drama Queen“, 2004) und DAN – MITTEN IM LEBEN! („Dan In Real Life“,
2007) an der Seite von Starkomiker Steve Carell.

Filmographie – Alison Pill (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                     Regie

2008      MILK                                          Gus Van Sant
          („Milk“)
2007      DAN – MITTEN IM LEBEN!                        Peter Hedges
          („Dan In Real Life“)
2005      DEAR WENDY                                    Thomas Vinterberg
          („Dear Wendy“)
2004      BEKENNTNISSE EINER HIGH SCHOOL DIVA           Sara Sugarman
          („Confessions Of A Teenage Drama Queen“)
2003      PIECES OF APRIL – EIN TAG MIT APRIL BURNS     Peter Hedges
          („Pieces Of April“)
2000      MITTENDRIN UND VOLL DABEI                     Tamra Davis
          („Skipped Parts“)


Victor Garber (George Moscone)

Dem amerikanischen Publikum ist Victor Garber, geboren 1949 in London in der
kanadischen Provinz Ontario, vor allem durch die TV-Serie „Alias – Die Agentin“
(„Alias“, 2001-2006) bekannt, wo er an der Seite von Jennifer Garner eine der
Hauptrollen spielte. Seine starke TV-Präsenz hat Garber in jüngster Zeit durch Rollen
in den Serien „Justice – Nicht schuldig“ („Justice“, 2006-2007) und „Eli Stone“ (2008)
noch bekräftigt.

                                                                                    26
In seiner Heimatstadt stand er schon mit zehn Jahren auf der Bühne; mit 16 ging er
nach Toronto, wo er Mitglied der Gesangsgruppe „The Sugar Shoppe“ wurde, die
regelmäßig in großen Fernsehshows auftrat. Seinen Durchbruch erzielte Garber mit
der Hauptrolle in der Torontoer Produktion des Bibel-Musicals „Godspell“: Er spielte
die Rolle des Jesus auch in der Kinofassung von 1973, und er erhielt erste
Engagements am Broadway.
Im Lauf seiner Karriere war Garber vier Mal für einen Tony Award nominiert: für
seine Rollen in „Damn Yankees“, „Deathtrap“, „Little Me“ und „Lend Me A Tenor“. Zu
Garbers weiteren Erfolgen gehören Auftritte in Yasmina Rezas „Kunst“ an der Seite
von Alan Alda und Alfred Molina und in Sam Mendes’ Inszenierung von Stephen
Sondheims „Wiseguys“ zusammen mit Nathan Lane sowie Parts in der Broadway-
Uraufführung von Tom Stoppards Drama „Arcadia“, Michael Frayns Farce „Der
nackte Wahnsinn“ sowie dem Musical „Sweeney Todd“. Garbers jüngste
Bühnenerfolge waren Sondheims „A Little Night Music“ in Los Angeles und Noel
Cowards „Present Laughter“ in New York.
Auch Garbers Fernsehrollen haben ihm zahlreiche Auszeichnungen eingebracht:
allein für „Alias – Die Agentin“ war er drei Mal für einen Emmy nominiert.
Erwähnenswert sind ebenfalls sein Part im Mehrteiler „Life With Judy Garland: Me
And My Shadows“ (2001) und seine Gastauftritte in den Erfolgsserien „Frasier“ und
„Will & Grace“.
Zu Garbers wichtigsten Filmen gehören Nora Ephrons SCHALFLOS IN SEATTLE
(„Sleepless in Seattle“, 1993), Atom Egoyans EXOTICA („Exotica“, 1994), Hugh
Wilsons DER CLUB DER TEUFELINNEN („The First Wives’ Club“, 1996) und Robert
Luketics NATÜRLICH BLOND! („Legally Blonde“, 2001) – nicht zu vergessen sein
Auftritt in James Camerons TITANIC („Titanic“, 1997) als Thomas Andrews, der
Erbauer des Schiffes.

Filmographie – Victor Garber (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2008      MILK                                         Gus Van Sant
          („Milk“)
2002      BIS IN ALLE EWIGKEIT                         Jay Russell
          („Tuck Everlasting“)
2001      NATÜRLICH BLOND!                             Robert Luketic
          („Legally Blonde“)
1999      EXTERNAL AFFAIRS                             Peter Moss
          („External Affairs“)
1997      TITANIC                                      James Cameron
          („Titanic“)
1996      DER CLUB DER TEUFELINNEN                     Hugh Wilson
          („The First Wives’ Club“)
1994      EXOTICA                                      Atom Egoyan
          („Exotica“)
1993      SCHLAFLOS IN SEATTLE                         Nora Ephron
          („Sleepless In Seattle“)
1992      LIGHT SLEEPER                                Paul Schrader
          („Light Sleeper“)
1973      GODSPELL – FOLGT DEM HERRN!                  David Greene
          („Godspell“)




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Denis O’Hare (John Briggs)

Denis O’Hare, geboren 1962 in Kansas City, Missouri, konzentrierte sich nach
seinem Abschluss an der Northwestern University in Chicago zunächst auf das
Theater. Den Durchbruch brachte ihm die Hauptrolle in Richard Greenbergs „Take
Me Out“, die er sowohl in den USA als auch im Londoner West End spielte – O’Hare
gewann eine Vielzahl von Preisen, darunter einen Tony Award, einen Drama Desk
Award und einen Outer Critics Circle Award, um nur die wichtigsten zu nennen. Für
einen weiteren Tony Award war er für seine Rolle in Stephen Sondheims Musical
„Assassins“ nominiert. O’Hare war am Broadway u. a. in „Sweet Charity“, Shaws
„Major Barbara“ und „Cabaret“ zu sehen. Demnächst spielt O’Hare off-Broadway für
die „Classic Stage Company“ die Titelrolle in Tschechows „Onkel Wanja“.
Dem Fernsehpublikum bekannt ist O’Hare durch seine Rolle in der Serie „Brothers &
Sisters“ (2007-2008), mehrere Gastauftritte bei „Law & Order“ und Parts in diversen
Fernsehfilmen, darunter „Saint Maybe“ (1998) und „Alexander Hamilton“ (2007), und
dem Musical „Once Upon A Mattress“ (2005) mit Carol Burnett und Tracey Ullmann.
Denis O’Hare hat eine beeindruckende Liste von Kinofilmen vorzuweisen; zu seinen
wichtigsten gehören Alejandro Gonzálaz Iñárritus 21 GRAMM („21 Grams“, 2003),
Michael Winterbottoms EIN MUTIGER WEG („A Mighty Heart“, 2007) mit Angelina
Jolie, Tony Gilroys MICHAEL CLAYTON („Michael Clayton“, 2007) mit George
Clooney, Mike Nichols’ DER KRIEG DES CHARLIE WILSON („Charlie Wilson’s
War“, 2007) mit Julia Roberts und Tom Hanks; und Clint Eastwoods CHANGELING
(„Changeling“, 2008).

Filmographie – Denis O’Hare (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                   Regie

2009      THE PROPOSAL                                Anne Fletcher
          („The Proposal“)
          BRIEF INTERVIEWS WITH HIDEOUS MEN           John Krasinski
          („Brief Interviews With Hideous Men“)
2008      MILK                                        Gus Van Sant
          („Milk“)
          QUARANTÄNE                                  John Erick Dowdle
          („Quarantine“)
          CHANGELING                                  Clint Eastwood
          („Changeling“)
2007      DER KRIEG DES CHARLIE WILSON                Mike Nichols
          („Charlie Wilson’s War“)
          MICHAEL CLAYTON                             Tony Gilroy
          („Michael Clayton“)
          EIN MUTIGER WEG                             Michael Winterbottom
          („A Mighty Heart“)
2006      HALF NELSON                                 Ryan Fleck
          („Half Nelson“)
2004      GARDEN STATE                                Zach Braff
          („Garden State“)
2003      21 GRAMM                                    Alejandro González Iñárritu
          („21 Grams“)
2001      BEZIEHUNGEN UND ANDERE KATASTROPHEN         Alan Cumming
          („The Anniversary Party“)                   Jennifer Jason Leigh
1999      SWEET AND LOWDOWN                           Woody Allen
          („Sweet And Lowdown“)
1997      ST. PATRICK’S DAY                           Hope Perello
          („St. Patrick’s Day“)

                                                                                    28
Joseph Cross (Dick Pabich)

Joseph Cross, geboren 1986 in New Brunswick, New Jersey, hat neben einigen
Theaterrollen bereits im Kindesalter einige viel beachtete Kinorollen gespielt,
darunter in Troy Millers JACK FROST – DER COOLSTE DAD DER WELT! („Jack
Frost“, 1998) an der Seite von Michael Keaton. Zu seinen neuesten Filmen zählen
Clint Eastwoods FLAGS OF OUR FATHERS („Flags Of Our Fathers“, 2006), und
Ryan Murphys KRASS! („Running With Scissors“, 2006) nach Augusten Burroughs’
vielbeachteter Autobiographie, in dem er die Hauptrolle spielt.
Joseph Cross’ nächtes Projekt ist Yaniv Raz’ SON OF MOURNING („Son Of
Mourning“, 2009), in dem er an der Seite von Heather Graham zu sehen sein wird.

Filmographie – Joseph Cross (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2009      SON OF MOURNING                               Yaniv Raz
          („Son of Mourning“)
2008      MILK                                          Gus Van Sant
          („Milk“)
          UNTRACEABLE                                   Gregory Hoblit
          („Untraceable“)
2006      KRASS!                                        Ryan Murphy
          („Running With Scissors“)
          FLAGS OF OUR FATHERS                          Clint Eastwood
          („Flags Of Our Fathers“)
2005      STRANGERS WITH CANDY                          Paul Dinello
          („Strangers With Candy“)
1998      JACK FROST – DER COOLSTE DAD DER WELT!        Troy Miller
          („Jack Frost“)
          WIDE AWAKE                                    M. Night Shyamalan
          („Wide Awake“)
          DESPERATE MEASURES                            Babette Schroeder
          („Desperate Measures“)



Lucas Gabreel (Danny Nicoletta)

Lucas Gabreel, geboren 1984 in Springfield, Missouri, stand erstmals in der High
School auf der Bühne: in einer Schulproduktion von „The Secret Garden“. Am
örtlichen Theater in Springfield war er in einer Vielzahl von Sprech- und
Gesangsrollen zu sehen – in Aufführungen von „Oliver!“ bis „Romeo und Julia“. 2003
ging Gabreel, der außerdem auch mehrere Instrumente spielt, nach Los Angeles, um
sich dort als Schauspieler zu etablieren. Nach einigen Jobs für Werbefilme ergatterte
er eine Rolle für die TV-Produktion „Halloweentown High“ (2004), die er auch im
Sequel „Return To Halloweentown“ (2006) spielte. Es folgten Gastauftritte in diversen
renommierten Serien wie „Boston Legal“, „Smallville“ und „Veronica Mars“.
2006 besetzte ihn Regisseur Kenny Ortega in der Rolle des Ryan Evans für den
Disney-Fernsehfilm „High School Musical“, was nicht nur zu zwei höchst
erfolgreichen Fortsetzungen („High School Musical 2“, 2007, und HIGH SCHOOL
MUSICAL 3: SENIOR YEAR, 2008) führte, sondern Gabreel auch zum Star machte,
in den USA noch zusätzlich begünstigt durch die ausgiebigen Tourneen, die das
Ensemble kreuz und quer durch das Land führten. Durch die ungebrochene

                                                                                   29
Popularität der „High School Musical“-Filme ist Gabreel zum weltweiten Teen-Idol
geworden.
Inzwischen ist Gabreel auch in weiteren Kinofilmen zu sehen gewesen, darunter in
Sandy Tungs ALICE UPSIDE DOWN („Alice Upside Down“, 2007), in Roger
Kumbles COLLEGE ROAD TRIP („College Road Trip“, 2008) mit Martin Lawrence
und in Dane Cannons THE ADVENTURES OF FOOD BOY („The Adventures Of
Food Boy“, 2008).

Filmographie – Lucas Gabreel (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2008      MILK                                         Gus Van Sant
          („Milk“)
          HIGH SCHOOL MUSICAL 3: SENIOR YEAR           Kenny Ortega
          („High School Musical 3: Senior Year“)
          THE ADVENTURES OF FOOD BOY                   Dane Cannon
          („The Adventures Of Food Boy“)
          COLLEGE ROAD TRIP                            Roger Kumble
          („College Road Trip“)
2007      ALICE UPSIDE DOWN                            Sandy Tung
          („Alice Upside Down“)
          HIGH SCHOOL MUSICAL 2 (TV)                   Kenny Ortega
          („High School Musical 2“)
2006      HIGH SCHOOL MUSICAL (TV)                     Kenny Ortega
          („High School Musical“)


Brandon Boyce (Jim Rivaldo)

Brandon Boyce kehrt mit MILK nach zehnjähriger Pause als Schauspieler auf die
große Leinwand zurück. Boyce begann schon mit zehn Jahren mit der
Schauspielerei und verlegte sich nach Anfängen im Theater auf TV- und
Kinoproduktionen, u. a. war er in Bryan Singers PUBLIC ACCESS („Public Access“,
1993) zu sehen, der in Sundance den Großen Preis der Jury gewann.
In den letzten Jahren ist Boyce vor allem als Drehbuchautor in Erscheinung getreten.
Zu seine Original- bzw. von ihm adaptierten Drehbüchern gehören Singers DER
MUSTERSCHÜLER („Apt Pupil“, 1998) nach Stephen King, Paul McGuigans
SEHNSÜCHTIG („Wicker Park“, 2004) und Jim Gillespies VENOM („Venom“, 2005).
Gegenwärtig bereitet Boyce sein Regiedebüt JONAH vor – nach einem eigenen
Drehbuch –, das 2009 ins Kino kommen soll.

Filmographie – Brandon Boyce (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                    Regie

2008      MILK                                         Gus Van Sant
          („Milk“)
2005      VENOM (Drehbuch)                             Jim Gillespie
          („Venom“)
2004      SEHNSÜCHTIG (Drehbuch)                       Paul McGuigan
          („Wicker Park“)
1998      DER MUSTERSCHÜLER (Drehbuch)                 Bryan Singer
          („Apt Pupil“)
1993      PUBLIC ACCESS                                Bryan Singer
          („Public Access“)

                                                                                  30
James Franco (Scott Smith)
Ein weltweites Kinopublikum kennt James Franco, geboren 1978 in Palo Alto,
Kalifornien, als Harry Osborn in Sam Raimis SPIDER-MAN-Filmen. Daneben hat
Franco an einer Vielzahl weiterer Filme mitgewirkt, u. a. an DEUCE WILD – WILD IN
DEN STRASSEN („Deuces Wild“, 2002), Robert Altmans THE COMPANY – DAS
ENSEMBLE („The Company“, 2003), FLYBOYS – HELDEN DER LÜFTE („Flyboys“,
2006) und Paul Haggis’ IM TAL VON ELAH („In The Valley Of Elah“, 2007).
Im Theater verbindet Franco eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Autor
Merriwether Williams. Franco und Williams schrieben gemeinsam die Bühnenstücke
„Fool’s Gold“ und „The Ape“, die Franco auch beide fürs Kino adaptierte, Regie
führte und jeweils die Hauptrolle übernahm. Die jüngste Zusammenarbeit von Franco
und Williams ist das Drehbuch zu GOOD TIME MAX („Good Time Max“, 2007), bei
dem Franco ein weiteres Mal gleichzeitig als Regisseur und als Darsteller fungiert.
Im Fernsehen war Franco in der Emmy-prämierten Serie „Voll daneben voll im
Leben“ („Freaks And Geeks“, 1999-2000) sowie in der Hauptrolle von Mark Rydells
TV-Drama „James Dean“ (2001) zu sehen, wofür er mit diversen Auszeichnungen
bedacht wurde, darunter mit einem Golden Globe und einem Critics’ Choice Award.

Filmographie – James Franco (Auswahl)

Jahr      Filmtitel                                   Regie

2008      MILK                                        Gus Van Sant
          („Milk“)
          PINEAPPLE EXPRESS                           David Gordon Green
          („Pineapple Express“)
2007      IM TAL VON ELAH                             Paul Haggis
          („In The Valley Of Elah“)
          SPIDER-MAN 3                                Sam Raimi
          („Spider-Man 3“)
          GOOD TIME MAX                               James Franco
          („Good Time Max“)
2006      FLYBOYS – HELDEN DER LÜFTE                  Tony Bill
          („Flyboys“)
          ANNAPOLIS                                   Justin Lin
          („Annapolis“)
2005      THE APE                                     James Franco
          („The Ape“)
          FOOL’S GOLD                                 James Franco
          („Fool’s Gold“)
2004      SPIDER-MAN 2                                Sam Raimi
          („Spider-Man 2“)
2003      THE COMPANY – DAS ENSEMBLE                  Robert Altman
          („The Company“)
2002      CITY BY THE SEA                             Michael Caton-Jones
          („City By The Sea“)
          DEUCES WILD – WILD IN DEN STRASSEN          Scott Kalvert
          („Deuces Wild“)
          SPIDER-MAN                                  Sam Raimi
          („Spider-Man“)
1999      HOFFNUNGSLOS VERLIEBT                       David Raynr
          („Whatever It Takes“)
          UNGEKÜSST                                   Raja Gosnell
          („Never Been Kissed“)


                                                                                 31
DER STAB
Gus Van Sant (Regie)
Seit seinem Regiedebüt mit MALA NOCHE („Mala Noche“, 1985) hat sich Gus Van
Sant, geboren 1952 in Louisville, Kentucky, viel Kritikerlob und eine große
Fangemeinde erworben: mit Filmen wie DRUGSTORE COWBOY („Drugstore
Cowboy“, 1989) mit Matt Dillon und Kelly Lynch, MY PRIVATE IDAHO – DAS ENDE
DER UNSCHULD („My Own Private Idaho“, 1991) mit River Phoenix und Keanu
Reeves, EVEN COWGIRLS GET THE BLUES („Even Cowgirls Get The Blues“,
1993) mit Uma Thurman und TO DIE FOR („To Die For“, 1995) mit Nicole Kidman,
die für ihre Rolle einen Golden Globe erhielt.
Van Sants darauf folgender Film GOOD WILL HUNTING („Good Will Hunting“, 1997)
brachte ihm eine Oscar-Nominierung als bester Regisseur; der Film war für acht
weitere Oscars nominiert, wovon er zwei gewann: Robin Williams wurde als bester
Nebendarsteller und Ben Affleck und Matt Damon für das beste Originaldrehbuch
ausgezeichnet.
Anschließend drehte Van Sant sein viel diskutiertes Remake von Alfred Hitchcocks
PSYCHO („Psycho“, 1998) – die erste Neufassung eine Films, in der jede Einstellung
originalgetreu nachgedreht wurde – und FORRESTER: GEFUNDEN („Finding
Forrester“, 2000) mit Sean Connery in der Titelrolle. GERRY („Gerry“, 2002), Van
Sants nächstes Projekt, entstand schon in der Vorbereitungsphase in enger
Zusammenarbeit mit den Hauptdarstellern Matt Damon und Casey Affleck; eine
Arbeitsweise, die Van Sant für ELEPHANT („Elephant“, 2003) beibehielt: Der vom
High-School-Massaker von Littleton inspirierte Film wurde (in Van Sants Heimatstadt
Portland) fast ausschließlich mit Laiendarstellern gedreht und enthielt viele
improvisierte Szenen. 2003 gewann ELEPHANT in Cannes sowohl die Goldene
Palme als auch den Regiepreis.
In Cannes liefen ebenfalls Van Sants folgende Filme: LAST DAYS („Last Days“,
2005) mit Michael Pitt und Lukas Haas und PARANOID PARK („Paranoid Park“,
2007) nach Blake Nelsons gleichnamigem Roman. PARANOID PARK gewann 2007
den Jubiläumspreis beim 60. Filmfestival von Cannes.
Im Lauf seiner Karriere hat Van Sant auch immer wieder Kurzfilme gedreht, darunter
Zusammenarbeiten mit den Schriftstellern William S. Burroughs und Allen Ginsberg,
sowie einige Musikvideos für so namhafte Künstler wie David Bowie, Elton John und
die Red Hot Chili Peppers.
Vor seiner Karriere als Filmregisseur hatte Gus Van Sant an der Rhode Island
School of Design studiert und eine Zeit lang in New York Werbespots gedreht. Seit
vielen Jahren lebt er in Portland, Oregon, wo er neben seiner Hauptbeschäftigung als
Regisseur und Produzent seinen weiteren Interessen Malerei, Fotografie und
Literatur nachgeht. 1995 erschien ein Band mit Fotografien unter dem Titel „108
Portraits“, 1997 veröffentlichte Van Sant seinen ersten Roman „Pink“, eine Satire auf
das Filmbusiness.

Filmographie – Gus Van Sant (Auswahl)

Jahr      Filmtitel

2008      MILK
          („Milk“)
2007      PARANOID PARK
          („Paranoid Park“)

                                                                                   32
2005      LAST DAYS
          („Last Days“)
2003      ELEPHANT
          („Elephant“)
2002      GERRY
          („Gerry“)
2000      FORRESTER: GEFUNDEN!
          („Finding Forrester“)
1998      PSYCHO
          („Psycho“)
1997      GOOD WILL HUNTING
          („Good Will Hunting“)
1995      TO DIE FOR
          („To Die For“)
1993      EVEN COWGIRLS GET THE BLUES
          („Even Cowgirls Get The Blues“)
1991      MY PRIVATE IDAHO – DAS ENDE DER UNSCHULD
          („My Own Private Idaho“)
1989      DRUGSTORE COWBOY
          („Drugstore Cowboy“)
1985      MALA NOCHE
          („Mala Noche“)

Dustin Lance Black (Drehbuch, ausführender Produzent)
Dustin Lance Black wuchs als Kind strenggläubiger Mormonen in San Antonio,
Texas, auf und zog als Teenager mit seiner Familie nach Salinas, Kalifornien, wo er
bis zum High-School-Abschluss lebte. An der Westküste entdeckte er seine
Leidenschaft für das Theater, arbeitete als Crewmitglied und Schauspieler und nahm
schließlich ein Studium an der School of Theater, Film and Television an der UCLA
auf, das er mit Auszeichnung abschloss.
Anschließend war Black anfangs als Art Director tätig, begann aber bald, als
Regisseur von Dokumentarfilmen, Werbespots und Musikvideos zu arbeiten. Seine
beiden vielbeachteten Dokus „On The Bus“ (2001) und „My Life With Count Dracula“
(2003) über Science-Fiction-Legende Donald A. Reed führten zu einem Zwei-Jahres-
Job als Produzent der BBC-Serie „Faking It“ (2003). Zurück in den USA, drehte Black
den Kurzfilm „Something Close To Heaven“ nach einem eigenen Drehbuch, bevor er
2004 für drei Staffeln als Autor und Produzent der TV-Serie „Big Love“ anfing – im
Produktionsteam der Serie um einen Polygamisten (gespielt von Bill Paxton) und
seine Ehefrauen war Black der einzige, der tatsächlich einen familiären Hintergrund
als Mormone hatte.
Black schrieb außerdem die Drehbücher zu Nick Oceanos Drama PEDRO („Pedro“),
der 2008 seine Weltpremiere in Toronto hatte, zu Paris Barclays Regie-Projekt „A
Life Like Mine“ und zur Verfilmung von Tom Wolfes „The Electric Kool-Aid Acid Test“
(in Vorbereitung). Blakes nächstes Projekt ist WHAT’S WRONG WITH VIRGINIA,
sein Debüt als Spielfilmregisseur, nach einem eigenen Drehbuch; in der Hauptrolle
wird Jennifer Connelly zu sehen sein.

Dan Jinks und Bruce Cohen (Produzenten)
Dan Jinks und Bruce Cohen gewannen einen Oscar für den besten Film als
Produzenten von AMERICAN BEAUTY („American Beauty“, 1999) – die erste
Produktion ihrer Firma The Jinks/Cohen Company, die sie im Januar 1998 gegründet
hatten. AMERICAN BEAUTY gewann vier weitere Oscars, darunter den für die beste
Regie (Sam Mendes) und den besten Hauptdarsteller (Kevin Spacey) sowie, neben
                                                                                 33
vielen anderen Preisen, einen BAFTA, einen Golden Globe und einen Producers
Guild of America Award.
Im Folgenden produzierten Jinks und Cohen Peyton Reeds DOWN WITH LOVE –
ZUM TEUFEL MIT DER LIEBE! („Down With Love“, 2003) mit Ewan McGregor und
Renée Zellweger und Tim Burtons BIG FISH („Big Fish“, 2003), zu dem MILK-
Komponist Danny Elfman die Filmmusik schrieb (und für einen Oscar nominiert
wurde).
Außerdem produzierte die Jinks/Cohen Company Joseph Rubens DIE
VERGESSENEN („The Forgotten“, 2004) mit Julianne Moore und John Augusts THE
NINES („The Nines“, 2007) mit Ryan Reynolds und Hope Davis.
Zu Jinks und Cohens Fernsehproduktionen gehören die Serien „Travels“ (2007) und
„Side Order Of Life“ (2007) sowie jüngst die Emmy-nominierte Serie „Pushing
Daisies“ (2007/2008), deren zweite Staffel zur Zeit zu sehen ist.
Dan Jinks, Absolvent der New Yorker Tisch School Of The Arts, hatte vor Beginn
seiner Zusammenarbeit bereits Steve Oudekerks NIX ZU VERLIEREN („Nothing To
Lose“, 1997) mit Martin Lawrence und Tim Robbins sowie Philip Noyces DER
KNOCHENJÄGER („The Bone Collector“, 1999) mit Denzel Washington und
Angelina Jolie.
Bruce Cohen arbeitete nach seinem Abschluss in Yale für Steven Spielberg: im
Produktionsbereich von DIE FARBE LILA („The Color Purple“, 1985) und HOOK
(„Hook“,1991). Als Produzent bzw. Koproduzent war Cohen für folgende Filme tätig:
Frank Marshalls ÜBERLEBEN! („Alive“,1993), Brian Levants FAMILIE FEUERSTEIN
(„The Flintstones“,1994) und DIE FLINTSTONES IN VIVA ROCK VEGAS („The
Flintstones In Viva Rock Vegas“,2000), Beeban Kidrons TO WONG FOO („To Wong
Foo, Thanks For Everything, Julie Newmar“ (1995) und Gore Verbinskis
MÄUSEJAGD („Mousehunt“,1997).

Michael London (ausführender Produzent)
Michael London ist Gründer von Groundswell Productions, die er 2006 als
unabhängige Produktions- und Finanzierungsgesellschaft ins Leben rief, um
herausragenden Filmemachern eine Plattform für ihre Projekte zu geben. Seit 2006
hat Groundswell ein breites Spektrum an Filmen von etablierten Regisseuren wie von
Newcomern produziert, darunter Tom McCarthys THE VISITOR („The Visitor“), der
2009 ins Kino kommen soll, Rawson Marshall Thurbers Verfilmung von Michael
Chabons Roman DIE GEHIMNISSE VON PITTSBURGH („The Mysteries Of
Pittsburgh“, 2008), Andrew Jareckis ALL GOOD THINGS („All Good Things“, 2007)
mit Ryan Gosling und Kirsten Dunst und Steven Soderberghs THE INFORMANT
(„The Informant“, 2009) mit Matt Damon.
London arbeitete nach seinem Universitätsabschluss in Stanford zunächst als
Redakteur bei der „Los Angeles Times“ und stieg später ins Management des
Studios Twentieth Century Fox ein, wo er es bis zum stellvertretenden Leiter der
Produktionsabteilung brachte. Unter seiner Leitung entstanden u. a. Renny Harlins
STIRB LANGSAM 2 - DIE HARDER („Die Hard 2“, 1990), Joseph Rubens DER
FEIND IN MEINEM BETT („Sleeping With The Enemy“, 1991) und David Finchers
ALIEN 3 („Alien 3“, 1992).
Als unabhängiger Produzent war London für Alexander Paynes SIDEWAYS
(„Sideways“, 2004) verantwortlich, der 2005 einen Golden Globe und einen
Independent Spirit Award als bester Film sowie einen Oscar für das beste Drehbuch
gewann. Zu den weiteren von London produzierten Filmen gehören Vadim
Perelmans HAUS AUS SAND UND NEBEL („The House Of Sand And Fog“, 2003)

                                                                                34
mit Ben Kingsley, Catherine Hardwicks DREIZEHN („Thirteen“, 2003) mit Evan
Rachel Wood und Holly Hunter, Thomas Bezuchas DIE FAMILIE STONE („The
Family Stone“, 2005) mit Diane Keaton, Neil Burgers THE ILLUSIONIST („The
Illusionist“, 2006) mit Edward Norton und Paul Giamatti und Mike Cahills KING OF
CALIFORNIA („King Of California“, 2007) mit Michael Douglas.

Bruna Papandrea (ausführende Produzentin)
Bruna Papandrea ist seit Gründung der Firma Anfang 2006 Leiterin von Michael
Londons Groundswell Productions. Dort produzierte sie u. a. Andrew Jareckis ALL
GOOD THINGS („All Good Things“, 2007) und Rawson Marshall Thurbers DIE
GEHEIMNISSE VON PITTSBURGH („The Mysteries Of Pittsburgh“, 2008).
Die gebürtige Australierin begann ihre Karriere in ihrem Heimatland als Produzentin
von Filmen und Werbespots, bevor sie Mitte der 90er nach New York ging, wo sie die
Independent-Produktion EIN LEBEN AM ABGRUND („Lifebreath“, 1997)
koproduzierte. Zurück in Australien, produzierte sie Jonathan Teplitzkys BESSER
ALS SEX („Better Than Sex“, 2000), der für acht Australian Film Institute Awards,
darunter auch als bester Film, nominiert war.
2001 ging Papandrea nach London, um als Produktionsleiterin für Anthony
Minghellas und Sydney Pollacks Firma Mirage Enterprises zu arbeiten. Dort
verantwortete sie Produktionen wie Philip Noyces DER STILLE AMERIKANER („The
Quiet American“, 2002) und ließ eine Reihe von Projekten entwickeln, zu denen u. a.
Minghellas letzter Film THE NO. 1 LADIES DETECTIVE AGENCY („The No. 1
Ladies’ Detective Agency“, 2008) und Danis Tanovics TRIAGE („Triage“, 2009) mit
Colin Farrell gehören.
Papandreas nächste Station war New York, wo sie bei GreeneStreet Films neben
vielen weiteren Projekten z. B. als ausführende Produzentin für Michael Ian Blacks
BLIND WEDDING – HILFE, SIE HAT JA GESAGT! („Wedding Daze“, 2006) mit
Jason Biggs und Isla Fisher fungierte, bevor sie nach Los Angeles ging, um ihre
Arbeit bei Groundswell aufzunehmen.

Barbara A. Hall (ausführende Produzentin)
Barbara A. Hall begann ihre Laufbahn im Fernsehbereich bei den Sendern PBS und
HBO, bevor sie zu Kinoproduktionen wechselte, für die sie in verschiedenen
Positionen im Produktionsbereich tätig war, u. a. für Robert Altmans COOKIE’S
FORTUNE – AUFRUHR IN HOLLY SPRINGS („Cookie’s Fortune“, 1999), Lasse
Hallströms GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG („The Cider House Rules“,
1999) und Dan Roos’ BOUNCE („Bounce“, 2000).
Als Line Producer arbeitet sie u. a. an Terry Zwigoffs GHOST WORLD („Ghost
World“, 2001) und Taylor Hackfords Oscar-prämiertem Drama RAY („Ray“, 2004)
mit; als Koproduzentin an Jessie Nelsons ICH BIN SAM („I Am Sam“, 2001), George
Clooneys GOOD NIGHT AND GOOD LUCK („Good Night, And Good Luck“, 2005)
und Zack Helms MR. MAGORIUMS WUNDERLADEN („Mr. Magorium’s Wonder
Emporium“, 2007).
Vor MILK war Hall bereits bei Zwigoffs ART SCHOOL CONFIDENTIAL („Art School
Confidential“, 2006) und Clooneys EIN VERLOCKENDES SPIEL („Leatherheads“,
2008) tätig; ihre jüngste Produktion ist Andrew Jareckis ALL GOOD THINGS („All
Good Things“, 2009).



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William Horberg (ausführender Produzent)
Bevor William Horberg kürzlich einen „First Look“-Deal als Produzent mit Sidney
Kimmel Entertainment (SKE) abschloss, war er bei SKE drei Jahre lang als Leiter der
Produktionsabteilung tätig und verantwortete u. a. Paul Greengrass’ FLUG 93
(„United 93“, 2006) und Nick Cassavetes’ ALPHA DOG („Alpha Dog“, 2006)
Als stellvertretender Leiter der Produktionsabteilung bei Paramount Pictures war
Horberg von 1987 an zuständig für die Entwicklung und Produktion u. a. von Francis
Ford Coppolas DER PATE - TEIL III („The Godfather Part III“, 1990), Jerry Zuckers
GHOST – NACHRICHT VON SAM („Ghost“, 1990), David Zuckers DIE NACKTE
KANONE 2 1/2 („The Naked Gun 2 1/2“, 1991) und Barry Sonnenfelds DIE ADDAMS
FAMILY („The Addams Family“, 1991).
Im Anschluss war Horberg elf Jahre lang Partner von Anthony Minghella und Sydney
Pollack bei ihrer gemeinsamen Produktionsfirma Mirage Enterprises. Dort
produzierte Horberg u. a. Minghellas DER TALENTIERTE MR. RIPLEY („The
Talented Mr. Ripley“, 1999) und UNTERWEGS NACH COLD MOUNTAIN („Cold
Mountain“, 2003), Philip Noyces DER STILLE AMERIKANER („The Quiet
American“,2002) mit Michael Caine und Tom Tykwers HEAVEN („Heaven“, 2002) mit
Cate Blanchett.


Harris Savides (Kamera)
MILK ist bereits die fünfte Zusammenarbeit von Harris Savides mit Gus Van Sant –
nach FORRESTER: GEFUNDEN („Finding Forrester“, 2000), GERRY („Gerry“,
2002), ELEPHANT („Elephant“, 2003) und LAST DAYS („Last Days“, 2005).
Savides, geboren 1957 in New York, studierte Film und Fotografie an der dortigen
School of Visual Arts und arbeitete im Filmbereich zunächst als Standfotograf, bevor
er erste Filme als Kameramann übernahm, darunter David Finchers THE GAME
(„The Game“, 1997), James Grays THE YARDS – IM HINTERHOF DER MACHT
(„The Yards“, 2000) und Jonathan Glazers BIRTH („Birth“, 2004) mit Nicole Kidman
und Danny Huston. Zu seinen weiteren Filmen gehören Finchers ZODIAC – DIE
SPUR DES KILLERS („Zodiac“, 2007), Ridley Scotts AMERICAN GANGSTER
(„American Gangster“, 2007) Noah Baumbachs MARGOT UND DIE HOCHZEIT
„Margot At The Wedding“, 2007) und Martin Scorseses Kurzfilm „The Key To
Reserva“. Bereits abgedreht ist Woody Allens WHATEVER WORKS („Whatever
Works“), der 2009 ins Kino kommen soll.
Für seine Arbeit ist Savides mehrfach ausgezeichnet worden; so erhielt er für
GERRY und für ELEPHANT Preise des New York Fim Critics Circle. Darüber hinaus
war er mehrere Male für einen Independent Spirit Award und für einen BAFTA Award
nominiert.

Bill Groom (Produktionsdesign)
Bill Groom begann seine Filmkarriere in New York, wo er als Art Director an
Kinofilmen wie James Tobacks JACK, DER AUFREISSER („The Pick-Up Artist“,
1987), Susan Seidelmans COOKIE („Cookie“, 1989) und Penny Marshalls ZEIT DES
ERWACHSENS („Awakenings“, 1990) arbeitete.
Bald verlegte er sich auf das Produktionsdesign von Fernseh- und Kinofilmen. Als
Produktionsdesigner hat Groom mehrfach mit den Regisseuren Penny Marshall – in
EINE KLASSE FÜR SICH („A League Of Their Own“, 1992), RENDEZVOUS MIT
                                                                                  36
EINEM ENGEL („The Preacher’s Wife“, 1996) und UNTERWEGS MIT JUNGS
(„Riding In Cars With Boys“, 2001) – und mit Joseph Ruben zusammengearbeitet:
bei DAS ZWEITE GESICHT („The Good Son“, 1993), MONEY TRAIN („Money
Train“, 1995), FÜR DAS LEBEN EINES FREUNDES („Return To Paradise“, 1998)
und DIE VERGESSENEN („The Forgotten“, 2004).
Zu seinen weiteren Arbeiten zählen David Petries ROCKET GIBRALTAR („Rocket
Gibraltar“, 1988) mit Burt Lancaster, Stephen Hereks LEBEN ODER SO ÄHNLICH
(„Life Or Something Like It“, 2002) mit Angelina Jolie, Michael Hoffmans GAME 6 –
DAS LEBEN IST EIN SPIEL („Game 6“, 2005) und James Foleys VERFÜHRUNG
EINES FREMDEN („Perfect Stranger“, 2007) mit Halle Berry und Bruce Willis. Für
MILK-Hauptdarsteller Sean Penn führte Groom bei dessen Film DAS
VERSPRECHEN („The Pledge“, 2001) die Kamera; Groom war bereits an Penns
Regiedebüt INDIAN RUNNER („The Indian Runner“, 1991) als Art Director beteiligt
gewesen.

Elliot Graham (Schnitt)
Elliot Graham, Absolvent der New Yorker Tisch School of The Arts, ist vor allem
durch seine Zusammenarbeit mit Regisseur Bryan Singer bekannt: Graham war für
den Schnitt von X-MEN 2 („X2 – X-Men United“, 2003) und von SUPERMAN
RETURNS („Superman Returns“, 2006) verantwortlich, außerdem für Singers
Pilotfilm zur internationalen Erfolgsserie DR. HOUSE („House M. D.“) mit Hugh
Laurie.
Zu den weiteren von Graham geschnittenen Filmen zählen Stephen Norringtons
Thriller THE LAST MINUTE („The Last Minute“, 2001), Bill Paxtons DAS GRÖSSTE
SPIEL SEINES LEBENS („The Greatest Game Ever Played“, 2005) mit Shia Le
Beouf und Robert Luketics 21 („21“, 2008) mit Kevin Spacey. 2007 stellte das
Fachblatt „The Hollywood Reporter“ Graham als einen von drei Cuttern in seiner
„Future of Craft“-Sonderausgabe vor.

Danny Glicker (Kostüme)
Danny Glicker ist als Kostümbildner sowohl für Kinofilme als auch für
Fernsehproduktionen tätig. Zu seinen Filmen gehören Emanuele Criasleses ONCE
WE WERE STRANGERS („Once We Were Strangers“, 1997) Michael Cuestas
preisgekröntes Drama L.I.E. – LONG ISLAND EXPRESSWAY („L. I. E.“, 2001),
Michael Polishs NORTHFORK („Northfork“, 2003) und ASTRONAUT FARMER („The
Astronaut Farmer“, 2006), Craig Lucas’ THE DYING GAUL („The Dying Gaul“, 2005),
Jason Reitmans THANK YOU FOR SMOKING („Thank You For Smoking“, 2005),
Alexandre Ajas THE HILLS HAVE EYES („The Hills Have Eyes“, 2006) und McGs
SIE WAREN HELDEN („We Are Marshall“, 2006).
Für Regisseur und Autor Alan Ball hat Glicker jüngst die Kostüme für den Kinofilm
NOTHING IS PRIVATE („Nothing Is Private“, 2007) mit Aaron Eckhart, Toni Collette
und Maria Bello sowie für den Pilotfilm der Fernsehserie „True Blood“ mit Anna
Paquin gestaltet.
Für seine Arbeit an Duncan Tuckers TRANSAMERICA („Transamerica“, 2005) mit
Felicity Huffman wurde er von der Costume Designers Guild mit ihrem „Excellence in
Costume Design for Contemporary Film Award“ ausgezeichnet.




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Danny Elfman (Musik)
Danny Elfman, geboren 1953 in Los Angeles, gilt seit langem als einer der
herausragendsten Filmkomponisten weltweit. In seiner über 25 Jahre umfassenden
Karriere hat er über 70 Scores für Kinofilme und Fernsehproduktionen geschrieben,
die vielfach mit Preisen und Nominierungen geehrt wurden. Elfman war allein drei
Mal für einen Oscar nominiert, 2004 für Tim Burtons BIG FISH („Big Fish“, 2003) und
1998 gleich doppelt, und zwar für Gus Van Sants GOOD WILL HUNTING („Good
Will Hunting“, 1997) und für Barry Sonnenfelds MEN IN BLACK („Men In Black“,
1997). BIG FISH, Elfmans erste Zusammenarbeit mit den MILK-Produzenten Dan
Jinks und Bruce Cohen, war außerdem für einen Golden Globe nominiert.
Zu Elfmans bekanntesten Arbeiten gehören die Erkennungsmelodien für die
Fernsehserien „The Simpsons“ und „Desperate Housewives“ – für die „theme music“
zu „Desperate Housewives“ gewann Elfman 2005 einen Emmy Award; darüber
hinaus war Elfman bislang nicht weniger als acht Mal bei den Grammy Awards
nominiert.
Elfmans erster Kompositionsauftrag kam von der französischen Theatergruppe „Le
Grand Magic Circus“, als er 18 war und in Paris lebte. In den folgenden Jahren
arbeitete er zusammen mit seinem Bruder Richard, dort und in Kalifornien mit der
Gruppe „Mystic Knights Of Oingo-Boingo“, die ihren Namen zu „Oingo Boingo“
verkürzte und mit den Songs „Weird Science“ und „Dead Man’s Party“ Hits erzielen
konnte. Ein früher Fan von „Oingo Boingo“ war der junge Regisseur Tim Burton – für
Burton hat Elfman (mit zwei Ausnahmen) seitdem alle Filmscores geschrieben – von
PEE-WEES IRRE ABENTEUER („Pee-Wee’s Big Adventure“ (1985) bis CORPSE
BRIDE – HOCHZEIT MIT EINER LEICHE („Tim Burton’s Corpse Bride“, 2005).
Darunter sind BATMAN („Batman“, 1989), EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN
(„Edward Scissorhands“, 1990), MARS ATTACKS! („Mars Attacks!”, 1996), SLEEPY
HOLLOW („Sleepy Hollow“, 1999), PLANET DER AFFEN („Planet Of The Apes“,
2001) und CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK („Charlie And The
Chocolate Factory“, 2005).
Zu Elfmans weiteren Arbeiten gehören, um nur die allerwichtigsten zu nennen, die
Filmmusiken zu Jon Amiels SOMMERSBY („Sommersby“, 1993), Brian De Palmas
MISSION: IMPOSSIBLE („Mission: Impossible“ (1996), Sam Raimis EIN
EINFACHER PLAN („A Simple Plan“, 1998) SPIDER-MAN („Spider-Man“, 2002) und
SPIDER-MAN 2 („Spider-Man 2“, 2004), Robert Rodriguez’ SPY KIDS („Spy Kids“,
2001), Rob Marshalls CHICAGO („Chicago“, 2002) und Stephen J. Andersons
Animationsfilm TRIFF DIE ROBINSONS („Meet The Robinsons“, 2007).
Zu Elfmans jüngsten Kino-Soundtracks gehören Errol Morris’ Irak-Doku STANDARD
OPERATING PROCEDURE („Standard Operating Procedure“, 2008), der
Actionthriller WANTED („Wanted“, 2008) mit Angelina Jolie und James McAvoy
sowie Guillermo Del Toros HELLBOY 2: DIE GOLDENE ARMEE („Hellboy II: The
Golden Army“, 2008).




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                     BESETZUNG

                  Harvey Milk Sean Penn
                 Cleve Jones Emile Hirsch
                   Dan White Josh Brolin
                    Jack Lira Diego Luna
                 Scott Smith James Franco
                Anne Kronenberg Alison Pill
               Mayor Moscone Victor Garber
                 John Briggs Denis O'Hare
                 Dick Pabich Joseph Cross
               Rick Stokes Stephen Spinella
              Danny Nicoletta Lucas Grabeel
                Jim Rivaldo Brandon Boyce
          David Goodstein Zvi Howard Rosenman
                  Michael Wong Kelvin Yu
                   Art Agnos Jeff Koons
              Dennis Peron Ted Jan Roberts
           Denton Smith Robert Boyd Holbrook
                  Frank Robinson Himself
                     Allan Baird Himself
                   Tom Ammiano Himself
                 Thelma Carol Ruth Silver
             Mary Ann White Hope Goblirsch
                  McConnelly Steven Wiig
             Dianne Feinstein Ashlee Temple
               Carol Ruth Silver Wendy King


                         STAB

                    Regie Gus Van Sant
               Drehbuch Dustin Lance Black
          Produzenten Dan Jinks und Bruce Cohen
Ausführende Produzenten Michael London,Dustin Lance Black
     Bruna Papandrea, Barbara A. Hall, William Horberg
               Kamera Harris Savides, A.S.C.
                   Ausstattung Bill Groom
                    Schnitt Elliot Graham
                  Kostüme Danny Glicker
                    Musik Danny Elfman
              Casting Francine Maisler, C.S.A.


     Ein Produktion von Groundswell Production und
           Jinks/Cohen Company Production
         in Verbindung mit Twins Financing LLC




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                                    VERLEIH


                            Constantin Film Verleih GmbH
                                 Feilitzschstraße 6
                                  80802 München
                                 Tel: 089-44 44 600
                                Fax: 089-44 44 -167

                               www.constantinfilm.de




                            PRESSEBETREUUNG

                             SCHMIDT SCHUMACHER
                        Marten Schumacher, Barbara Schmidt
                              Telefon: 030-26 39 13 - 0
                               Fax: 030-26 39 13 - 15
                        E-Mail: info@schmidtschumacher.de



       Pressematerial ausschließlich online abrufbar!

Fotomaterial (TIFF / JPEG in verschiedenen Auflösungen) sowie Textmaterial sind online
                    abrufbar und stehen zum Download bereit unter:

                         www.constantinfilm.medianetworx.de




                                                                                     40

								
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