monster_aus_japan

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					    MECHAGODZILLA, ANGILAS, KÖNIG SHI-SAAR und GODZILLA bei ihrer Morgengymnastik
    in Gojira Tai Mekagojira
Häuserblocks explodieren, Wolkenkratzer stürzen um, Pan-
zer werden wie lästige Käfer zertreten: Seit über 30 Jahren
versorgt uns das Land der aufgehenden Sonne mit filmisch-
en Apokalypsen aller Arten. Neben den Weltkriegen,
Naturkatastrophen und All-Invasionen nahmen die riesi-
gen Urzeitmonster, die mit ihren unbekümmerten Zer-
störungsorgien       zwischen         Pappkulissen       und
Kriegsspielzeug die Herzen der Kinder eroberten (die bis
dahin nur "Wertvolles" wie Heidi und Lassie      vorgesetzt
bekamen) und die die seriöse Filmkritik zur Verzweiflung
trieben (das ist immer gut!), stets den vordersten Platz ein.

Eigentlich hat alles ganz harmlos angefangen: 1954 brachte die japanische Filmproduktions-
firma Toho einen Monsterfilm über ein prähistorisches Untier - einer Mischung aus Drache,
Saurier und Gorilla - heraus. Der Film sollte sich ein wenig an die Erfolge früherer - meist
amerikanischer - Filme ähnlicher Thematik, wie z. B. King Kong und The Beast From
20,000 Fathoms, "anhängen". Der Toho-Produzent Tomoyuki Tanaka hatte den Erfolg dieser
Monsterfilme in Amerika schon längere Zeit beobachtet und beauftragte den
Effektspezialisten Eiji Tsuburaya mit dem Entwurf eines schön-gruseligen Monsters. Eiji, seit


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seiner Kindheit ein King Kong-Fan, sah hier die Möglichkeit, einen alten Traum zu verwirk-
lichen (klar - wer hätte nicht gerne ein eigenes Monster?) und entwarf zunächst einen riesigen
Oktopus, ähnlich dem Star des Harryhausen-Films It Came from Beneath the Sea. Diese Idee
wurde dann zugunsten des Saurier-Drachen-Designs verworfen und der Rest ist Film-
geschichte:
Gojira (Godzilla) war ein ungeheurer Erfolg an den Kinokassen der ganzen Welt, speziell in
Japan und in Amerika. Erzählt wird die Geschichte des Urweltwesens Godzilla, das von
Atombombenversuchen im Pazifik nach jahrmillionenlanger Gefangenschaft aus einer unter-
seeischen Höhle befreit wird, an Land geht, alles verwüstet und erst durch eine neue
Geheimwaffe, den "Oxygen-Zerstörer", und den selbstlosen Einsatz eines Wissenschaftlers
vernichtet wird. Regie bei diesem
und vielen anderen Monster- und
SF-Filmen Tohos führte Inoshiro
Honda.
Obwohl sich der Streifen eher wis-
senschaftlich gibt (Atombomben-
versuche,      "Oxygen-Zerstörer",
usw.), erinnert Godzilla eher an
mystische Fabelwesen aus alten
Sagen und Märchen, speziell
durch seine Fähigkeit des Feuer-
speiens (im Film "wissen-
schaftlich" erklärt als eine Art
radioaktiver Energiestrahl, her-
vorgerufen durch die Atombom-
ben, die Godzilla "geweckt"
haben). Zum Leben erweckt wurde
Godzilla - wie fast alle Monster in
späteren japanischen Filmen -
durch einen Mann in einem
Kostüm. Der Kopf des Akteurs
steckte im Hals des Monsters,
Maul und Kiefer waren fern-
gesteuert, der lange Schwanz hing
an Drähten. Diese Methode war
nicht nur billiger und zeitsparen-
der als Harryhausens Stop-Mo-
tion-Verfahren, sie erlaubte auch
wesentlich aufwendigere Zer-
störungsszenen. Allerdings wog
das Kostüm über 50 Kilo und im
heißen Licht der Scheinwerfer
brachen die Akteure in der Regel
nach 3 Minuten zusammen, so daß                                       Gojira Tai Mekagojira
sich mehrere Leute (bei Gojira waren es nur 2) abwechselten.
Gekostet hatte der Film immerhin das 240-fache(!) eines japanischen Durchschnittsfilms,
aber der Erfolg war so unglaublich, daß Toho bereits ein Jahr später, noch bevor der Film in
Amerika angelaufen war (1956, mit ein paar zusätzlich gedrehten Szenen mit amerikanischen
Schauspielern), eine Fortsetzung gedreht wurde: In Gojira No Gyakushu (Godzilla kehrt
zurück, 1955, R.: Motoyoshi Oda) trifft Godzilla auf ein zweites Ungeheuer, den Igelsaurier
Angurus (Godzilla ist zwar im 1. Teil gestorben, aber hier verhält es sich eben genauso, wie
in der Nightmare- oder der Friday the 13.-Serie: You just can't keep a good man (or monster)
down... ganz besonders, wenn Geld in Sicht ist!).

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Die beiden Monster gehen sofort wutschnaubend aufeinander los (In späteren Filmen sind
sie die besten Freunde.) und trampeln bei ihrem Kampf ganz Osaka in Grund und Boden.
Angurus wird besiegt und stürzt ins Meer, Godzilla wird von den Japanern unter einer
Eislawine begraben (Damit er sich besser hält - die nächste Fortsetzung kommt erst in
sieben Jahren.).
In den ersten beiden Filmen waren bereits alle Elemente enthalten: Der Kampf eines
einzelnen Monsters gegen die Menschheit (vertreten durch die Japaner) und Kämpfe der
Monster gegeneinander. Wichtigstes Element: Zerstörung! Unter einer Hauptstadt (pro Film
natürlich) läuft gar nichts. Dazu (zum darüberstreuen) jede Menge Panzer, Schiffe, Düsen-
jäger, etc.
Nach dem grossen Erfolg dieser und einiger weiterer Filme kam es zu einer Fließband-
produktion, vergleichbar mit den Kung-Fu-Filmen, und ein neues Genre war geboren: der
Kaiju Eiga, der (Riesen-) Monster-Film.
Von nun an überboten sich die japanischen Produktionsfirmen darin, die gefährlichsten (und
absurdesten) Monster auf Japan und die Kinobesucher loszulassen. Toho lag in diesem
Wettstreit eindeutig an der Spitze: Diese Firma brachte über 40 SF-Filme in den Verleih,
davon 24 um Urzeitmonster und von diesen wiederum 16 Filme mit Godzilla. Toho
beschloß, Godzilla erst einmal auf Eis zu legen (im wahrsten Sinne des Wortes) und es
einmal mit anderen Monstern - alle entworfen von Eiji Tsuburaya - zu versuchen.
Sehr erfolgreich war Sorano Daikaiju Radon (Rodan / Die fliegenden Monster von
Osaka, 1956, R.: Inoshiro Honda), in dem zwei Flugreptilien Japan auseinandernehmen, bis
sie schließlich in der glühenden Lava verbrennen, die von einem durch Artilleriebeschuß
künstlich hervorgerufenen Vulkanausbruch freigegeben wurde.
Im deutschen Sprachraum waren die nächsten beiden Filme nicht zu sehen (bei allen diesen
Filmen stehen in den Klammern die amerikanischen Titel): In Daikaiju Baran (Varan the
Unbelievable, 1958, R.: Inoshiro Honda) tauchte ein stachelbewehrtes Monster aus einem
See auf und in dem (erfolreicheren) Mosura (Mothra, 1961, R.: Inoshiro Honda) rettet eine




                  TOHOs zweites Supermonster nach Godzilla:
                  RODAN in Sorano Daikaiju Radon


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Riesenmotte zwei zwergenhafte Priesterinnen aus den Händen von Kidnappern. Im Gegen-
satz zu den anderen bisherigen Monstern ist Mothra von Natur aus friedlich und das einzige,
das nicht von einem Mann-im-Kostüm dargestellt wird. Es taucht in diesem und in späteren
Filmen in zwei Erscheinungsformen
auf: Als Larve und als Schmetterling.
Jetzt war es an der Zeit, Godzilla wie-
der aufzutauen: In Kingu Kongu Tai
Gojira (Die Rückkehr des King
Kong, 1962, R.: Inoshiro Honda)
schickte man ihn gegen King Kong in
den Ring. Das Finale wurde zweimal
gedreht: In der japanischen Fassung
gewinnt Godzilla, in der amerikanisch-
en (=deutschen) durfte King Kong den
Sieg einheimsen. Es war der erste
Godzilla-Film in Farbe und der einzige
Monsterfilm überhaupt, in dem jemals
ein reales Tier tricktechnisch ver-

  Schmetterlinge müssen nicht immer
  harmlos sein wie Mosura hier beweist!




                      Ein Riesenfalter ist der Hauptdarsteller in Mosura.


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größert wurde: King Kong darf gegen einen echten Oktopus kämpfen! Der schleimige
Meeresbewohner sieht vergrößert ziemlich unappetitlich aus und erinnert, wenn er sich durch
ein Inseldorf wälzt, stellenweise sogar an The Blob! Ansonsten ist der Film eher enttäuschend:
Was "Der Kampf des Jahrhunderts" hätte werden sollen wirkt eher wie eine Rangelei zwisch-
en Schulbuben und die Kostüme für beide Monster sind diesmal extrem schlampig gemacht
worden.
In Gojira Tai Mosura (Godzilla und die Urweltraupen, 1964, R.: ... na, wer wohl? Richtig:
Inoshiro Honda) besiegt er Mothra, wird aber von zwei Riesenraupen aus ihrem Ei überwältigt
und eingesponnen.
In Sandai Kaiju Chikyu Saidai No Kessen (Gidrah, the Three-Headed Monster), dem
ersten der beiden Godzilla-Filme, die bei uns nicht zu sehen waren, wechselt unser Held die
Seiten und bekämpft an der Seite von Mothra und Rodan das böse Supermonster Ghidorah,
das aus jedem Maul seiner drei Köpfe Laserstrahlen (schon mal wellenförmige Strahlen
gesehen?) speit!
Von da an kämpfte Godzilla teils allein, teils mit Freunden - meist Rodan, Mothra oder
                                                                    Angurus (später umge-
                                                                    tauft in Angilas) - gegen
                                                                    verschiedene Monster aus
                                                                    dem Weltraum oder aus
                                                                    den Tiefen des Ozeans.
                                                                    Bedingt durch die Stereo-
                                                                    typie der Handlung, die
                                                                    ein erwachsenes Publi-
                                                                    kum zunehmend ab-
                                                                    schreckte, wurde die
                                                                    Serie immer mehr auf
                                                                    Kinder zugeschnitten: In
                                                                    Nakani No Daiketto
                                                                    (Frankenstein und die
                                                                    Ungeheuer aus dem
                                                                    Meer, 1966, R.: Jun Fu-
                                                                    kuda) spielen Godzilla
Ein Familienfoto: JET JAGUAR ( alias KING KONG), GODZILLA, und              der Riesenkrebs
GIGAN und MEGALON aus Gojira Tai Megaro                             Ebirah mit einem Fels-
                                                                    brocken Fussball, in Goji-
ra No Musuko (Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn - Gott, was für ein Titel! -,
1967, R.: Jun Fukuda) bringt er seinem kleinen Sohn Minya das Feuerspucken bei, und in
Gojira Tai Megaro (King Kong -Dämonen aus dem All, 1973, R.: Jun Fukuda) schüttelt er
seinem Verbündeten, dem Riesenroboter Jet Jaguar (in der deutschen Fassung: King Kong),
nach dem Sieg über das Insektenmonster Megalon und dem Cyborg Gigan doch tatsächlich
die Hand! Der Höhepunkt der Anbiederung an den kindlichen Geschmack dürfte im zweiten
Film, der nicht im deutschen Sprachraum gelaufen ist, erreicht worden sein: In Oru Kaiju
Daishingeki (Godzilla's Revenge, 1969, R.: Inoshiro Honda) träumt sich ein frustrierter
Dreikäsehoch auf die Monsterinsel, auf der alle "guten" Ungeheuer wohnen, und schließt dort
Freundschaft mit Godzillas Sohn Minya, der (oh, welch ein Zufall) auf "kindergerechte"
Größe schrumpfen kann. Minya führt seinem Gast vor, wie Monster ihre Probleme lösen (auf
die altbewährte Wumm!-Zack!-Peng!-Methode), und als der Kleine wieder aufwacht, hat er
soo viel Selbstvertrauen gewonnen, daß er im Handumdrehen zwei böse Gangster fängt!
Abgesehen von der tödlichen Rahmenhandlung besteht das Hauptärgernis dieses Films darin,
daß fast alle Monsterkampfszenen aus früheren Godzilla-Filmen entnommen wurden, z.B. aus
Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer und Frankensteins Monster jagen Godzil-
las Sohn. Die einzigen neugedrehten Sequenzen sind die mit Minya und dem Jungen und eine


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5-Minuten-Keilerei
zwischen Godzilla
und            einem
(plumpen)       Vieh
namens Gaborah,
das mit seinen Hän-
den       elektrische
Schläge austeilen
kann. Der Film, der
in Amerika unter
dem Titel Minya,
Son of Godzilla
laufen sollte, wurde
von den Verleihern
wieder zurückge-
zogen und mit dem
grimmigen        Titel
Godzilla's        Re-
venge und einem
Plakat voller neuer
Monster (die im
Film       natürlich    Schwaches Monster, noch schwächerer Film:
nicht vorkommen)        Godzilla gegen Gaborah in Oru kaiju Daishingeki
ausgerüstet - ver-
geblich. Der Film war ein Flop.
Toho behalf sich mit Masseneinsätzen von Filmmonstern wie z.B. in Kaiju Soshingeki
(Frankenstein und die Monster aus dem All), in dem nicht weniger als 11 (!) Monster auftraten,
alle aus früheren Toho-Filmen: Godzilla, Minya, Mothra, Rodan, Angilas, Gorosaurus, Manda,
Barugon, Karan, Spiga (in der deutschen Fassung umgetauft in Kumonga!) und Ghidorah.
Eine zweite Taktik und eventuell ein Versuch, wieder ein erwachsenes Publikum für die Filme zu
interessieren, war der Einsatz von zeitgemäßen Themen wie z.B. Umweltverschmutzung als
Rahmenhandlung. In Gojira Tai Hedora (Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster, 1971,
R.: Yoshimitsu Banno) bekämpft unser Held ein Ungeheuer, das ein Produkt der Umweltver-
schmutzung ist, und das sich von Abgasen, Abfällen und dergleichen ernährt. Eigentlich ein
praktisches Vieh - leider scheidet es Gase aus, die noch giftiger sind, als das Zeug, das es zu sich
nimmt. Nur Godzilla kann das Wesen stoppen.
Tatsächlich bescheinigten einige Kritiker, z.B. in der Science Fiction Times, dem Film, "mehr" zu
sein, als nur die übliche Monsterprügelei. Zitat: "Dies ist ein .... einfallsreicher Film, der beweist,
daß Unterhaltung .... auch aktuelle, politisch relevante Inhalte haben kann." Allerdings ist Gojira
Tai Hedora auch in dem "Fifty Worst Films of All Times"-Buch der Medved-Brüder zu finden,
und meiner persönlichen Ansicht nach ist er der zweitschlechteste Film der Serie nach Oru Kaiju
Daishingeki! Daß Godzilla nämlich diesmal sogar fliegen kann, indem er sich selbst durch seinen
Feueratem per Rückstoßprinzip als "lebende Düse" mit dem Rücken voran durch die Luft "bläst",
ist doch des Schlechten etwas zuviel!
Die Umweltthematik wurde noch einmal in dem nicht ganz so "engagierten", dafür aber unterhalt-
sameren Gojira Tal Gigan (Frankensteins Höllenbrut, 1971, R.: Jun Fukuda) gestreift.
1974 fand die Serie mit Mekagojira No Gyakushu (Die Brut des Teufels: Konga, Godzilla, King
Kong - Dieser "Konga" heißt im Film "Titanosaurier" -, R.: Inoshiro Honda), in dem Godzilla zum
zweiten Mal gegen sein Roboterebenbild Mechagodzilla (in seinem ersten Film noch in der
deutschen Fassung "King Kong" genannt) und den Titanosaurier kämpft, ein vorläufiges Ende.


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Dieser letzte Film, nach längerer Pause wieder von Altmeister Inoshiro Honda inszeniert, ist
zwar einer der Besseren, aber die Serie hatte sich in den 20 Jahren seit dem ersten Film einfach
nicht nur inhaltlich totgelaufen: Toho (und die anderen Firmen genauso!) hatte es einfach
versäumt, mit der Zeit Schritt zu halten. Die Filme, die damals noch als Gruselfilme von
Publikum und Kritikern ernst genommen wurden (na ja, einigermaßen), waren nun überholt
und galten jetzt als Kinderfilme.
Auch war durch das enorme Angebot bereits ein "Übersättigungseffekt" eingetreten, denn die
Godzilla-Serie war, trotz einer beachtlichen Zahl von (damals) 15 Filmen (Star Wars, Night-
mare, Rocky, Death Wish und alle anderen Serien werden sich gewaltig anstrengen müssen,
um so weit zu kommen. Am ehesten eine Chance hätten Friday the 13. und Eis am Stiel - und
die beiden sind erst bei Folge 8! ... ), nur ein kleiner Teil auf dem Angebotsteller.
Toho selbst inszenierte ja noch: Furankenshutain Tai Baragon (Frankenstein - Der Schreck-
en mit dem Affengesicht, 1964, R.: Inoshiro Honda): Ein junger Mann findet das Herz des
                                                          Frankensteinmonsters (!), isst es auf
                                                          (!!), wächst zu einem 50 Meter hohen
                                                          Frankensteinmonster heran (!!!) und
                                                          bekämpft das Urweltmonster Baragon.
                                                          Während ihres Kampfes werden beide
                                                          von einem plötzlich ausbrechenden
                                                          Vulkan getötet.
                                                          Eine Semi-Fortsetzung gab es dann
                                                          1966 mit Furankenshutain No Kaiju -
                                                          Sanda Tai Gaila (Frankenstein -
                                                          Zweikampf der Giganten, R.: wieder
                                                          Inoshiro Honda). Hier prügeln sich ein
                                                          gelbes-gutes und ein grünes-böses Ries-
                                                          en-Frankenstein-Monster, bis beide bei
                                                          ihrem Schlußkampf von einem Vulkan
                                                          getötet werden - wie gehabt.
                                                          Einfallsreicher war da schon Uchudai
                                                          Kaiju Dogora (X 3000 - Phantome
                                                          gegen Gangster, 1964, R.: Inoshiro
                                                          Honda). Aus exterrestrischen Keimzel-
                                                          len wächst Dogora heran; ein riesiges,
                                                          quallenartiges Lebewesen, das über
                                                          Tokio schwebt und mit seinen langen
                                                          Tentakeln alle Kohlenstoffe absorbiert.
                                                          Kohle frißt es genausogern wie Dia-
                                                          manten - sehr zum Leidwesen einer
                                                          Bande von Einbrechern....
                                                          In Kingu Kongu No Gyakushu (King
                                                           Kong - Frankensteins Sohn, 1967, R.:
                                                           Inoshiro Honda - Hatte der Mann eigen-
Die Superstars des Wrestling in                            tlich auch andere Hobbys?) zerstört
Furankenshutain Tai Baragon                                King Kong (der Affe) sein mechanisch-
                                                           es Ebenbild, und in Kessen Nankai No
Daikaiju (Monster des Grauens greifen an, 1970, R.: Inoshiro Honda) lässt eine ausserirdis-
che Intelligenz einen Krebs, eine Qualle und eine Schildkröte auf gigantische Ausmaße
wuchern - bis sich die Monster gegenseitig zerfleischen. Auch in eher SF-orientierten Filmen
brachte Toho seine Monster unter: Die ausserirdischen Invasoren in Chikyu Boeigun (Phantom
7000 / Weltraumbestien, 1957, R.: I.H. - ab jetzt nehme ich diese Abkürzung!) benützten einen
riesigen, panzerartigen Roboter für ihre Angriffe, in Katei Gunkan (U2000 - Tauchfahrt des
Grauens, 1963, R.: I.H.) bewacht die riesige Unterseeschlange Manda den Zugang zum

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             Kaitei Gunkan / Atoragon, the Flying Supersub / Atragon / Ataragon

versunkenen Reich von Mu, und ein wahnsinniger Wissenschaftler transplantiert in Ido Zero
Daisakusen (U4000 - Panik unter dem Ozean, 1969, R.: I.H.) einem Löwen ein menschliches
Gehirn in den Kopf und zwei Adlerflügel an die Schultern. Die so entstandene Kreatur erweist sich
allerdings als eher undankbar....
Das gigantische Walroß namens "Magma" fehlt
leider in der deutschen (und auch in der
amerikanischen) Fassung von Yosei Gorasu
(Gorath - UFOs zerstören die Erde, 1962,
R.:I.H.). Es war zwar nur ein 3 Minuten langer
Auftritt, aber trotzdem: schneiden gehört sich
einfach nicht!
In dem knallbunten Weltraum-Western (nach
Star Wars-Art) Nakusei Daisenso (Der große
Krieg der Planeten, 1977, R.: Jun Fukuda)
brachten die Toho-Leute auch noch ein Monster
unter: Einen Wookie-ähnlichen Riesenaffen mit
zwei gelben Bananenhörnern!
Nun war aber Toho keineswegs die einzige
Filmfirma in Japan. Viele andere warteten nur
darauf, sich ein Stück von dem Monsterkuchen
abzuschneiden:
Die Firma Nikhatsu kopierte mit ihrem Beitrag
zum Kaiju Eiga-Genre - Daikyoju Gappa
(Invasion der fliegenden Bestien / Gappa -
Frankensteins fliegende Monster, 1967, R.:
Haruysan Noguchi) - schamlos den englischen
Film Gorgo: In Gappa finden Forscher auf einer
Südseeinsel ein Jungtier, das sie mit nach Japan
nehmen. Auf der Suche nach ihrer Brut zer-


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stören die beiden Eltern alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Am Schluß fliegen alle drei
Monster (?) in den Sonnenaufgang hinein, heim zu ihrer Insel.
                                             Diese rührende Familiengeschichte war immer-
                                             hin so erfolgreich, daß die Toho-Studios prompt
                                             den Godzilla-Sohn Minya entwarfen, um wieder
                                             "auf dem letzten Stand" zu sein!
                                             Shochiku brachte Uchu Daikaiju Guilala (Guila
                                             - Frankensteins Teufelsei) heraus, was dem
                                             Genre außer einem grünen Riesenküken (!) wenig
                                             hinzuzufügen hatte.
                                             Toei allerdings lieferte mit Legend of Dinosaurs
                                             and Monster Birds (Giganten der Vorzeit, 1977,
                                             R.: Junji Kurata) eine kleine Besonderheit: Die
                                             Szenen, in denen ein Plesiosaurus sich unter Was-
                                             ser an Boote und Schwimmer heranpirscht, erin-
                                             nern verdächtig an Jaws und wie zur Bestätigung
                                             bringt der Film eine ganze Reihe harter Splatter-
                                             Szenen auf die Leinwand: Ein Taucher stößt
Zwei Monster und ein Baby:                   unter Wasser auf einen abgerissenen Menschen-
Daikayoju Gappa                              kopf, blutige Leichen werden aufgefunden, und
                                                    ein Mädchen, das seine Freundin aus dem
                                                    Wasser in ein Boot ziehen will, hat nur
                                                    einen Arm mit einer halben Schulter und
                                                    dem Kopf in der Hand! Damit ist Legend
                                                    nicht nur der einzige Film, der sich in
                                                    punkto Vorbild an einem echten Hor-
                                                    rorfilm orientiert, es ist auch der einzige
                                                    Gore-Film des Kaiju Eiga-Genres, und es
                                                    war auch einer der letzten Monsterfilme,
                                                    die nach dem Abklang des großen Mon-
                                                    sterbooms herausgebracht wurden.
                                                    Als letzten Nachzügler brachte King Kong
                                                    dann noch The Mighty Peking Man (Der
                                                    Koloß von Konga, 1977, R.: Ho Meng-
                                                    Hua) heraus, in dem man neben einem
Blieb den Japanern vorbehalten:
                                                    King-Kong-Verschnitt noch die kurvenre-
Walroß “Magma” aus Yosei Gorasu
                                                    iche Evelyn Kraft als weiblichen Tarzan
                                                            bestaunen kann. Harmloser, aber
                                                            nicht minder obskur, sind die bish-
                                                            er einzigen beiden Plagiate, die
                                                            ausgerechnet von einem Land her-
                                                            ausgebracht wurden, von dem man
                                                            filmisch bisher so gut wie nichts
                                                            gesehen hat: Korea!




                                                               Star Wars läßt grüßen:
                                                               Nakusei Daisenso




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Dai Koesu Yongkari
(Godzillas Todespranke /
Godzilla -    Monster des
Schreckens, 1967, R.: Ki-
duck Kim) ist zwar ein bil-
liges    und       plumpes
Godzilla-Ripoff, aber in
anbetracht der Produk-
tionsverhältnisse,      die
wahrscheinlich in Korea
herrschen, ist es überra-
schend, daß ein solcher
Film überhaupt gemacht
werden konnte.
Das Monster Yongkari
wird durch Atombomben
zum Leben erweckt, säuft     Das grüne Riesenküken in Aktion:
Öl und Benzin (!), zerstört  Uchu Daikaiju Guilala
Seoul und wird schließlich
durch das geheime Element X2 unschädlich gemacht. Im selben Jahr folgte ein zweiter Film:
Wang Ma Gwi (Monster Wangmawi, 1967, R.: Hyukjin Kwon) über ein Ungeheuer, das von
fliegenden Untertassen über Seoul abgeladen wird, worauf dieses dann in bester Godzilla-
                                                                 Manier die Stadt in
                                                                 Schutt und Asche legt.
                                                                 Diese beiden Filme sind
                                                                 die einzigen bekannten
                                                                 ihrer Art, es existieren
                                                                 aber     möglicherweise
                                                                 Fortsetzungen        von
                                                                 Yongkari. Nach diesem
                                                                 Ausflug in das Obskure
                                                                 wieder zurück nach Ja-
                                                                 pan (von der Traufe
                                                                 zurück in den Regen):
                                                                 Die einzige Firma, die es
                                                                 je schaffte, mit einem
                                                                 Monster             eine
                                                                 Konkurrenzserie        zu
                                                                 Godzilla auf die Beine
                                                                 zu stellen, war Tohos
                                                                 größter     Rivale Daiei
                                                                 mit ihrem feuerspeien-
                                                                 den Monster Gamera.
                                                                 Das Design Gameras ist,
                                                                 nun ja, ungewöhnlich
                                                                 (milde     ausgedrückt!):
                                                                 Gamera ist eine Schild-
                                                                 kröte, die, wenn sie sich
                                                                 in ihren Panzer zurück-
                                                                 gezogen hat, imstande ist,
                                                                 Arm- und Beinöffnungen
                                                                 im Panzer in Düsen



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     Ist es KING KONG? LINK, der Butler? URVIECH HIAS?
     Nein; nur (?) der Mighty Peking Man!

umzufunktionieren. Das sieht im Film dann so aus: Aus den Panzeröffnungen schießen
blauweiße Feuerstrahlen heraus (ähnlich dem Abgasstrahl von Feuerwerksraketen), der
Panzer hebt vom Boden ab und dreht sich zuerst langsam, dann immer schneller, bis Gamera
schließlich wie eine Mischung aus Feuerwerksrad und fliegender Untertasse durch die Luft
wirbelt. Nicht lachen - Gamera hat es immerhin auf sieben Filme gebracht!
Nur drei davon waren im deutschen Sprachraum zu sehen: Daikaiju Gamera (Gamera the
Invincible, 1966, R.: Noriaki Yuasa), der erste Film, blieb den Japanern und den
Amerikanern vorbehalten: Gamera wird von Atombomben aus seinem Eissarg in der Arktis
befreit und greift Japan an. Um ihn wieder loszuwerden schließen ihn die Japaner in einer
riesigen Raumkapsel ein (!) und schießen
das Monster ins All.
In der Fortsetzung Gamera Tai Barugon
(letzterer hat nichts mit dem Saurier Bara-
gon aus der Godzilla-Serie zu tun) (Panik -
Dinosaurier bedrohen die Welt / Godzilla
- Der Drache aus dem Dschungel , 1966,
R.: Shigeo Tanaka) muß Gamera, der von
einem Meteoriten aus seinem Gefängnis
befreit wird, gegen die Echse Barugon ant-
reten, die mit ihrer Zunge einen Eisstrahl
versprühen kann (!) und die außerdem noch
die Fähigkeit hat, mit den Hornstacheln,
die ihren Rücken zieren, einen tödlichen       Yongkari, Koreas Antwort auf Godzilla in Dai
Regenbogen (!!) abzustrahlen. Und um das       Koesu Yongkari
Ihrige zum allgemeinen Chaos beizutragen,
hat sich die deutsche Synchronisation erlaubt,
die beiden Saurier umzubenennen: Aus Gam-


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era wurde Baragon (!!!) und aus Barugon wurde Godzilla (!!!!). Danke sehr! Es half aber alles
nichts, Gamera ertränkte den bösen Baragon in einem See und drehte anschließend noch fünf
weitere Filme. Im Gegensatz zu Godzilla kämpfte Gamera immer allein und immer gegen einen
einzelnen Gegner, der eventuell noch von Ausserirdischen unterstützt wurde. Die übrigen Filme
mit der Riesendüsenschildkröte (siehe Filmographie) liefen daher nach altbewährtem Kaiju Eiga-
Muster ab.
Daiei hatte außerdem noch eine zweite Serie auf Lager, wenn auch nicht direkt mit einem Monster:




                    Riesenschildkröte als Kinderfreund: Gamera Tai Viras
In den drei Filmen um das gewaltige Steinidol Daimajin (Majin, 1966, R.: Kimiyoshi Yasuda)
erhob sich das Rächende Steinidol jedesmal, wenn ein Herrscher Unrecht tat, und strafte ihn und
seine Schergen, um anschließend wieder zur Statue zu werden. Alle drei Filme waren im deutschen
Sprachraum nie zu sehen und sollen effekt- und ausstattungsmäßig den Monsterfilmen überlegen
sein.
Außer diesen Filmen hatte Daiei nur einen Kaiju Eiga-Film produziert - noch vor der Gamera-
Serie: In Uchujin Tokyo Ni Arawaru (The Mysterious Satellite, 1956, R.: Koji Shima) sind die
Ausserirdischen zwar riesig (sie sehen aus wie gigantische Seesterne mit einem Auge in der Mitte),
aber sie haben keine feindlichen Absichten - im Gegenteil: Sie nehmen die Gestalt von Menschen
an und warnen uns vor den Gefahren der Atomkraft - und zerstören anschließend noch einen
Planeten, der auf Kollisionskurs mit der Erde ist. Das ist einer der wenigen Filme, in denen
Außerirdische nicht Aggressoren sind!
Abseits von den Riesenmonstern gab es noch eine Reihe "ernsthafter" Monster-Horrorfilme wie
z.B. Toeis Gamma Sango Uchu Daisakusen (The Green Slime, 1968, R.: Kinji Fukasaku), in dem



                                              56
ein Astronaut eine fremdartige
Substanz auf eine Raumstation
einschleppt. An Bord wächst
das Zeug zu tentakeligen Mon-
stern heran, die sich verdop-
peln, wenn man auf sie schießt!
Von der Thematik her ist das
ein Vorläufer von Alien, aber
der Film wirkt dank seiner
Monster eher komisch als
gruselig. Immerhin war dieses
Werk die erste amerikanisch-
japanische Co-Produktion.
Von Toei kommt auch Kaitei
Daiseno (UX Bluthund -
Tauchfahrt des Schreckens ,
1966, R.: Hajime Sato); eine
Mischung aus U4000 und Insel
des Dr. Moreau: Ein verrück-         Die Rache der riesigen Stein-Statue
ter Wissenschaftler verwandelt       ist schrecklich in Daimajin
in seinem Unterwasserreich
Menschen in Amphibienwesen.
In    Shochikus     Kyuketsuki
Gokemidoro (Goke - Vampir
aus dem Weltall,     1968, R.:
Kajime Sato) werden die über-
lebenden eines Flugzeugab-
sturzes       mit        einem
Weltraumvampir konfrontiert.
Ein Pärchen kann entkommen,
aber die Vampire sind bereits
überall ... Das ist ein un-
gewöhnlicher Film, dessen
Ende das Finale des Remakes
von Invasion of the Body
Snatchers vorwegnimmt.
Weiters wären noch drei Filme
von Inoshiro Honda zu erwäh-
nen: In Bijo To Ekitai-Ningen
(Das Grauen schleicht durch
Tokyo, 1958) verleiht Radio-
aktivität einem Mann die            Angriff der Schleimbatzen in
Fähigkeit, sich in einen amor-      Gamma Sango Uchu Daisakusen
phen Schleimklumpen zu ver-
wandeln, der, ähnlich wie The Blob, Menschen angreift und sie auflöst, bis er von
Flammenwerfern vernichtet wird.
In Gasu Ningen Dai Ichi-Go (The Human Vapor, 1960) verfügt ein anderer Mann über eine
ähnliche Fähigkeit: Er kann sich in ein Gas verwandeln. Er nutzt diese Fähigkeit, um Verbrech-
en zu begehen, aber auch er bekommt seine gerechte Strafe (ha!).
Eine Variation dieser Thematik gab es noch in Denso Ningen (The Secret of the Telegian,
1960). Hier geht es um eine Erfindung - einen Materietransporter -, die (ähnlich wie in Star Trek)



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                                                                Menschen an entfernte Orte
                                                                teleportieren kann. Zuletzt
                                                                wäre da noch Matango
                                                                (Attack of the Mushroom
                                                                People, 1963), in dem
                                                                Gestrandete auf einer Pazi-
                                                                fikinsel von wandelnden Ri-
                                                                esenpilzen       heimgesucht
                                                                werden. Die Pilze beißen
                                                                zwar nicht, aber jeder, der
                                                                von ihnen ißt, verwandelt
                                                                sich selbst in einen solchen!
                                                                Das ist der schwächste
                                                                Honda-Film!
Amphibienwesen im Disput mit einem Film-Kritiker                Nachdem der Kung-Fu-
 in Kaitei Daisenso (UX- Bluthund)                              Film neben den Monster-
                                                                filmen der bedeutendste
cineastische Export (in Bezug auf Quantität) war, was lag näher, als beide Genres zu ver-
binden? Hong Kong lieferte uns:
Zhongguo Chaoren (Invasion aus dem Inneren der Erde, 1975, R.: Hua-Shan) bietet uns
einen Angriff von Muppet-Monstern, der von einer Karate-Eliteeinheit abgewehrt wird, und in
V3 Super Riders (Frankensteins Kung Fu Monster, 1975, R.: Cheong Kwong Ling) und
Superrider Against the Devils (Krieg der Infras, 1977, R.: Lin Chong Kuang) sorgen die
Super-Rider für Recht und Ordnung. Nicht einmal der Anblick feindlicher Aliens hoch zu Pferd
(!!!) kann sie erschüttern. In The Iron Man (Roboter der Sterne, 1976) prügeln es zur
Abwechslung mal Riesenroboter untereinander aus und bei Kotetsu No Kyojin (Der unbesieg-
bare Supermann, 1957, R.: Teruo Ishii) begegnet uns der Zusammenschnitt einer japanischen
Fernsehserie, in dem ein unverwundbares Superwesen mit exterrestrischen Bösewichten
aufräumt.
Zwei weitere Zusammenschnitte japanis-
cher Fernsehserien, die allerdings nur im
englischen Sprachraum zu sehen waren,
wären Gekko Kamen (The Man in the
Moonlight Mask, 1958, R.: Tsuneo Ko-
bayashi) und Yusei Oji (The Prince from
Space, 1959, R.: Eijiro Wakabayashi).
Die Zahl diverser Serien, in denen Mon-
ster gegen Superhelden kämpfen, ist Le-
gion. Auf Video erhältlich sind einige
Folgen der Serie Spectreman, in denen der
Titelheld die unmöglichsten Kreaturen aus
dem Weltall bekämpft.
Ob jemals wieder japanische Monster über
unsere Leinwände stapfen werden, ist un-
gewiß. Das Remake des ersten Godzilla-
Films - Gojira (Godzilla - Die Rückkehr
des Monsters,           1984, R.: Koji Hasn-
imoto) - war zwar in Japan ein Riesener-
folg, ist aber in der restlichen Welt - auch
in Amerika - nicht so gut angekommen.        Ein Seestern mit Auge hilft der Menschheit in
                                             Uchujin Tokyo Ni Arawaru



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                 “Iß mich, ich bin gut!” Wandelnde Riesenpilze in Matango

Vom Publikum bestenfalls milde belächelt, von seriösen Kritikern wegen der naiv-
unbeschwerten Machart oder der "Brutalität" (?) verdammt, hat der japanische SF-Film -
zumindest in unseren Breiten - schon immer ein Schattendasein geführt.
Erst die amerikanischen Großproduktionen unserer Tage ernteten eine Anerkennung für etwas,
das doch bereits seit 30 Jahren aus dem fernen Osten geliefert wurde: Märchenhafte Unter-
haltung im farbenprächtigen SF-Gewand, einfache gut-böse Charaktere (bei Menschen und
Monstern), und filmtrickreiches Actionspektakel. Die WELTRAUM-BESTIEN hatten mit
ihrem panzerartigen Riesenroboter schon seit langem ihre Angriffe gestartet, bevor die Imperi-
alen Truppen in Star Wars II und III ihre
zwei- und vierbeinigen "Geher" einsetz-
ten. Und ist denn wirklich niemandem
die Ähnlichkeit des vielgepriesenen E.T.
mit dem Godzilla-Sprößling Minya auf-
gefallen?
O.K., technisch und dramaturgisch sind
die fernöstlichen Werke nicht gerade auf
dem neuesten Stand (milde ausge-
drückt), aber verglichen mit dem, was
bei uns derzeit auf Video als Horror und
SF herauskommt (man scheint sich wie-
der zurück auf das Niveau der 50er Jahre
zu bewegen!), wirken diese Filme schon
wie KLASSIKER!
Außerdem bieten die japanischen Mons-
terfilme doch immerhin jede Menge zeit-     Solange sie klein sind, sind sie ja recht lieb, aber
gemäßer Action (sogar Schwarzenegger        später..... Siehe nächste Seite
muß noch üben, bevor er auch nur an-        Sanda Tai Gaila



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nähernd so gut mit Wolkenkratzern schmeißen kann wie Godzilla & Co.), Effekte und Unterh-
altung - und glückliche Kindheitserinnerungen, als das Anlaufen eines neuen
Monsterschinkens in der Sonntag-Nachmittagsvorstellung einfach DAS Ereignis der Woche
war...!

                                 FILMOGRAPHIE

GODZILLAGRAPHIE:
1954 Gojira / Godzilla
1955 Gojira No Gyakushu / Godzilla kehrt zurück
1962 Kingu Kongu Tai Gojira / Die Rückkehr des King Kong
1964 Mosura Tai Gojira / Godzilla und die Urweltraupen
1964 Sandai Kaiju Chikyu Saidai No Kessen / (Gidrah, the Three-Headed Monster)
1965 Kaiju Daisenso / Befehl aus dem Dunkel
1966 Nankai No Daiketto / Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer
1967 Gojira No Musuko / Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn
1968 Kaiju Soshingeki / Frankenstein und die Monster aus dem All
1969 Oru Kaiju Daishingeki / (Godzilla's Revenge)
1971 Gojira Tai Hedora / Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster
1971 Gojira Tai Gigan / Franken-
     steins Höllenbrut
1973 Gojira Tai Megaro / King
     Kong - Dämonen aus dem All
1974 Gojira Tai Mekagojira /
     King Kong gegen Godzilla
1974 Mekagojira No Gyakushu /
     Die Brut des Teufels: Konga,
     Godzilla, King Kong
1984 Gojira / Godzilla - Die Rück-
     kehr des Monsters

GAMERAGRAPHIE:
1966 Daikaiju Gamera / Gamera,
     The Invincible
1966 Gamera Tai Barugon/ Panik
     - Dinosaurier bedrohen die
     Welt / Godzilla - Der Drache
     aus dem Dschungel
1967 Gamera Tai Gyaosu /
     Gamera gegen Gaos - Frank-
     ensteins Kampf der Unge
     heuer
1968 Gamera Tai Viros /
     (Gamera vs Viras)
1969 Gamera Tai Gurion /
     (Gamera vs Gurion)
1970 Gamera Tai Daimaju
     Jaiga / Gamera gegen Jiggar:
     Frankensteins         Dämon
     bedroht die Welt
1971 Gamera Tai Shinkai Kaiju
     Jigura / (Gamera vs Zigra)

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WEITERE KAIJU-EIGA-FILME:
1956 Sorano Daikaiju Radon / Rodan - Die fliegenden Monster von Osaka
1956 Uchujen Tokyo Ni Arawaru (The Mysterious Satellite)
1958 Daikaiju Baran / (Varan The Unbelievable)
1961 Mosura / (Mothra)
1964 Furankenshutain Tai Baragon / Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht
1964 Uchudai Kaiju Dogora / X 3000 - Phantome gegen Gangster
1966 Sanda Tai Gaila / Frankenstein: Zweikampf der Giganten
1966 Daimajin / (Majin)
1966 Daimajin Gyakushu / (Majin strikes again)
1966 Daimajin Ikaru / (The Return of Majin)
1967 Kingu Kongu No Gyakushu / King Kong - Frankensteins Sohn
1967 Daikyoju Gappa / Invasion der fliegenden Bestien / Gappa -Frankensteins
     fliegende Monste r
1967 Uchu Daikaiju Guilala / Guila - Frankensteins Teufelsei
1967 (Korea) Dai Koesu Yongkari / Godzillas Todespranke / Godzilla - Monster des
     Schreckens
1967 (Korea) Wang Ma Wi / (Monster Wangmawi)
1970 Kessen Nankai No Daikaiju / Monster des Grauens greifen an
1976 (USA/Japan) The Last Dinasaur / Der letzte Dinosaurier
1977 Legend of Dinosaurs and Monster Birds / Giganten der Vorzeit
1977 (China) The Mighty Peking Man / Der Koloß von Konga

MONSTER-HORRORFILME:
1958 Bijo To Ekitai-Ningen / Das Grauen schleicht durch Tokio
1960 Gasu Ningen Dai Ichi-Go / (The Human Vapor)
1960 Denso Ningen / (The Secret of the Telegian)
1963 Matango / (Attack of the Mushroom People)
1968 Kyuketsuki Gokemidoro / Goke - Vampir aus dem Weltall
1968 (USA/Japan) Gamma Sango Uchu Daisakusen / The Green Slime /
     Monster aus dem Weltall

SF-FILME:
1957 Chikyu Boeigun / Phantom 7000 / Weltraum-Bestien
1959 Uchu Dai Senso / Krieg im Weltenraum
1960 Dai Sanji Sekai Taisen-Yonju-Ichi Jikan No Kyofu / (The Final War)
1961 Senkai Dai Senso / Todesstrahlen aus dem Weltall
1962 Yosei Gorasu / Ufos zerstören die Erde
1963 Katei Gunkan / U 2000 - Tauchfahrt des Grauens
1966 Katei Dai Senso / UX Bluthund - Tauchfahrt des Schreckens
1969 Ido Zero Daisakusen / U 4000 Panik unter dem Ozean
1977 Nakusei Daisenso / Der große Krieg der Planeten
1978 Uchu Kara No Messeji / Sternenkrieg im Weltall

MONSTER & MARTIAL ARTS (Kung-Fu-/Monster-/SF-Filme):
1957 Kotetsu No Kyojin / Der unbesiegbare Supermann
1958 Gekko Kamen / (The Man in the Moonlight Mask)
1959 Yusei Oji / (The Prince from Space)
1975 Zhongguo Chaoren / Invasion aus dem Inneren der Erde
1975 V3 Super Riders / Frankensteins Kung-Fu Monster
1976 The Iron Man / Roboter der Sterne
1977 Superrider Against the Devils / Krieg der Infras

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                                                  Monster
                                                Made in Japan



                                     Dark Movies • 05/1989 (#6)
                                    Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von /
                                               Reprint by courtesy of:

                                     Aldo Prina & Harald Dolezal / Dark Movies




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