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									Themendienst


15 Jahre Nahverkehrs-Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen


                       Seit 15 Jahren herrscht Wettbewerb im
(Düsseldorf, 23. März 2011)
Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Nordrhein-Westfalen. 1996 übertrug
der Bund den Ländern die Verantwortung für den SPNV und stellt ihnen
Finanzmittel zur Verfügung, um bei Eisenbahnunternehmen
Nahverkehrsleistungen auf der Schiene einzukaufen. Seither hat sich der
Wettbewerb rasant entwickelt.

Für den Nahverkehr in NRW überweist der Bund derzeit jährlich rund 1,1
Milliarden Euro. Ausgegeben wird das Geld von den sogenannten
Aufgabenträgern. Ursprünglich waren das NRW-weit neun Organisationen,
nach einer Strukturreform im Jahr 2008 sind es heute noch drei: der
Zweckverband Nahverkehr Rheinland in Köln, der Zweckverband Nahverkehr
Westfalen-Lippe in Unna und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR in
Gelsenkirchen.




                                                                          Gerd Felser
                                                                          Sprecher NRW
                                                                          Tel. +49 (0) 211 3680-2060
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Themendienst

Als Zusammenschluss der Kreise und kreisfreien Städte haben sie die Aufgabe,
den SPNV in ihrem Raum zu planen und Verkehrsunternehmen mit der
Durchführung zu beauftragen. Grundlage dafür ist das „Gesetz über den
öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen“. Wie der SPNV
genau gestaltet wird, welche Züge wann auf welchen Strecken unterwegs sind,
wie viele Sitzplätze sie haben, ob Zugbegleiter an Bord sind – all dies wird nicht
von den Verkehrsunternehmen wie der Deutschen Bahn und ihren
Wettbewerbern bestimmt, sondern von den Aufgabenträgern festgelegt. Durch
die Verkehrsverträge sind auch minutiös einzelne Details geregelt, etwa zur
Bauart, Technik und Innenausstattung der Züge, zum Umfang der
Kundenbetreuung oder zum Marketing.

Ein dynamischer Markt

Insgesamt hat der Wettbewerb den SPNV in Nordrhein-Westfalen deutlich
angekurbelt. So konnten die Aufgabenträger das Fahrplanangebot seit 1996 um
mehr als 30 Prozent ausweiten. Mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent ist
die DB Regio AG, die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn, zwar nach wie
vor das größte, aber keineswegs das einzige SPNV-Unternehmen in NRW.


               Miteinander                            Gegeneinander
               im bundesweiten Modal Split            im SPNV in NRW
               Der Personenverkehrsmarkt 2010         Die Zugkilometerleistungen 2010/11
               in Deutschland in %                    in NRW in %

                      100                       100

                      80                        80
                                                                                           Andere
  Fernverkehr                                                                              Westfalenbahn
  SPNV
                      60                        60                                         Abellio
  ÖSPV                                                                                     Veolia
  Flugzeug                                                                                 Keolis
  Individualverkehr   40                        40                                         DB Regio AG
                                                                                           DB Regio NRW

                      20                        20

                       0                         0
                                    2010                         2010/11




Von Anbeginn an war das bevölkerungsreichste Bundesland ein attraktiver
Markt für viele Bahngesellschaften. Bereits 1996 wurde auch die erste Strecke
ausgeschrieben: die Vollmetalbahn Dortmund – Hagen – Lüdenscheid, die an
die Dortmund-Märkische Eisenbahn (DME) vergeben wurde. Dass die DME
inzwischen selbst Geschichte ist, weil sie nach der folgenden Ausschreibung
den Auftrag verlor, wirft ein Schlaglicht auf den intensiven Wettbewerb in NRW.                            Gerd Felser
                                                                                                           Sprecher NRW
                                                                                                           Tel. +49 (0) 211 3680-2060
                                                                                                           Fax +49 (0) 211 3680-2090
                                                                                                           presse.d@deutschebahn.com
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Themendienst


Hohe Anforderungen an die Unternehmen

Insgesamt elf Eisenbahnunternehmen sind heute zwischen Kleve und Höxter,
Siegerland und Mindener Land im SPNV unterwegs. Rund 100 Millionen
Kilometer legen die Züge der in Nordrhein-Westfalen tätigen
Bahngesellschaften pro Jahr im SPNV zurück. Lokale Eisenbahnunternehmen
wie die DME spielen jedoch inzwischen kaum mehr eine Rolle. Experten gehen
davon aus, dass für sie künftig nur noch Nischenmärkte übrig bleiben werden.
Ein Grund dafür: Die hohen Investitionen für moderne Züge erfordern
finanzkräftige Unternehmen. Hinzu kommt, dass die Aufgabenträger statt
einzelner Linien heute in der Regel ganze Liniennetze ausschreiben. Von den
Verkehrsunternehmen verlangen Kalkulation, Planung und Durchführung der
Leistungen ein hohes Maß an Kompetenz, während die Preise angesichts des
intensiven Wettbewerbs massiv unter Druck geraten sind. Und schon die
Teilnahme an einer Ausschreibung erfordert von den SPNV-Unternehmen
umfassendes Know-how und bindet bei ungewissem Ausgang über viele
Monate hoch qualifiziertes Personal.

Konkurrenz aus vielen Ländern

Etablieren konnten sich dagegen internationale Verkehrskonzerne. So sind die
wichtigsten Wettbewerber der DB Regio AG in Nordrhein-Westfalen die Keolis-
Gruppe mit dem Markennamen „Eurobahn“, die NordWestBahn und Abellio.
Keolis gehört mehrheitlich der Französischen Staatsbahn SNCF. Die
NordWestBahn ist eine mehrheitliche Tochter des Veolia-Konzerns, hinter dem
auch das staatliche französische Finanzinstitut Caisse des Dépôts steht. Bei
Abellio schließlich handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der
Niederländischen Staatsbahn. Auch die Italienische Staatsbahn ist inzwischen
im nordrhein-westfälischen SPNV im Geschäft. Dabei profitieren alle
europäischen Bahngesellschaften davon, dass der Eisenbahnmarkt in
Deutschland liberalisiert und für jeden Interessenten offen ist. In den meisten
europäischen Ländern ist das längst nicht der Fall.

Bislang 34 Verkehrsverträge im Wettbewerb vergeben

Von Anfang an war der Wettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen das
erklärte Ziel der nordrhein-westfälischen Aufgabenträger. Allerdings fehlten zu
Beginn der Regionalisierung noch weitgehend die zum Wettbewerb gehörenden
Konkurrenten. Viele neue Bahngesellschaften gründeten sich gerade erst oder
mussten zunächst investieren, bevor sie in den Markt eintreten konnten. Um sie
konkurrenzfähig zu machen, vereinbarte man mit der DB so genannte
                                                                                Gerd Felser
Wettbewerbsfahrpläne, nach denen die Verkehrsleistungen nach und nach in        Sprecher NRW
den Markt gebracht wurden. Das sorgt für Transparenz und den für das            Tel. +49 (0) 211 3680-2060
                                                                                   Fax +49 (0) 211 3680-2090
                                                                                   presse.d@deutschebahn.com
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Themendienst

Wettbewerbsverfahren nötigen Planungsvorlauf. Mehr als 60 Strecken,
insgesamt rund 50 Prozent des SPNV in Nordrhein-Westfalen, haben
inzwischen Wettbewerbsverfahren durchlaufen. 34 Verkehrsverträge gingen
daraus hervor, die DB Regio AG gewann davon 15. Landesweit wird in den
nächsten fünf Jahren das überwiegende Auftragsvolumen im Wettbewerb
vergeben.

Rund 1.000.000 Reisende täglich

Heute beschäftigt DB Regio in NRW rund 3.700 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Mit rund 3.400 Zugfahrten täglich ist das Unternehmen landesweit
präsent und bewegt Tag für Tag rund 1.000.000 Fahrgäste. Seit Juni 2010 sorgt
eine neue Organisation in allen Regionen des Landes für größtmögliche Nähe
zu den Aufgabenträgern und Fahrgästen sowie mehr unternehmerische
Verantwortung vor Ort. Der Fahrbetrieb und die Betriebsplanung, das
Fahrzeugmanagement, die Instandhaltung und das regionale Marketing liegen
in den Händen von vier Verkehrsbetrieben mit Sitz in Düsseldorf, Dortmund,
Essen und Köln. Sie agieren wie eigenständige lokale Unternehmen, wobei sich
ihr räumlicher Zuschnitt daran orientiert, welche Linien die Aufgabenträger zu
Netzen für die Vergabe im Wettbewerb zusammengefasst haben. Die
Regionalleitung von DB Regio NRW in Düsseldorf bündelt Expertenwissen und
hat koordinierende Funktionen.

Ziel der Organisationsstruktur ist es, die Flexibilität mittelständischer
Unternehmen mit der Leistungskraft des Konzerns zu verbinden. Dazu gehört
auch, dass DB Regio in NRW das ganze Leistungsspektrum im SPNV aus einer
Hand anbieten kann. Über den reinen Eisenbahnbetrieb hinaus betrifft das
insbesondere die übergreifende Planung, das landesweite Marketing und den
Vertrieb, die Entwicklung von Mobilitätskonzepten und Serviceangeboten sowie
die Finanzierung von Investitionen, um den Fahrzeugpark zu modernisieren und
auszubauen sowie Qualität und Zuverlässigkeit der Verkehre kontinuierlich zu
steigern. Zufriedene Mitarbeiter sorgen dabei für zufriedene Fahrgäste. Denn
nur wenn die Kunden dauerhaft von der Dienstleistung überzeugt sind, ist der
SPNV in NRW ein wirkliche Alternative zum Individualverkehr.

Wichtigster Konkurrent: das Auto

So intensiv der Wettbewerb mit den anderen Verkehrsunternehmen in
Nordrhein-Westfalen ist, so partnerschaftlich gestaltet sich der Umgang
miteinander im Eisenbahnalltag. Dabei geben die Ressourcen des DB-
Konzerns dem landesweiten SPNV auch in schwierigen Situationen Rückhalt.
Profitiert hat davon im vergangenen Jahr die Eurobahn des Wettbewerbers
                                                                                 Gerd Felser
Keolis: Weil sich die Zulassung neuer Züge für das Netz Rhein-Maas-Lippe         Sprecher NRW
verzögerte, sprang DB Regio mit ihren Fahrzeugen ein und hielt das               Tel. +49 (0) 211 3680-2060
                                                                                 Fax +49 (0) 211 3680-2090
                                                                                 presse.d@deutschebahn.com
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Verkehrsangebot aufrecht. „Um mehr Menschen zum Umsteigen auf die
Schiene zu bewegen, brauchen wir den Schulterschluss mit den Mitbewerbern
im SPNV“, so Heinrich Brüggemann. Ohnehin sieht der Vorsitzende der
Geschäftsführung von DB Regio NRW den Individualverkehr als wichtigsten
Konkurrenten. „Der SPNV hat gerade im Ballungsraum NRW großes
Wachstumspotenzial. Vorrangiges Ziel muss es daher sein, mehr Fahrgäste für
die Schiene zu gewinnen – über die kontinuierliche Verbesserungen unserer
Angebote, mehr Fahrzeugkomfort und persönlichen Service.“

DB Regio investiert in Qualität

Ein Beispiel dafür ist das Maßnahmenpaket, das DB Regio in NRW geschnürt
hat, um Service, Sicherheit und Qualität landesweit gezielt zu verbessern. Bis
zum Jahr 2015 investiert das Unternehmen dafür 42 Millionen Euro. 86
zusätzliche Mitarbeiter verstärken den Zugbegleit- und Sicherheitsdienst.
Darüber hinaus hat DB Regio Mängeln an der Innenausstattung,
Vandalismusschäden und Graffiti den Kampf angesagt. Geschulte
Qualitätsprüfer inspizieren die Fahrzeuge, die Beseitigung der Schäden soll
umgehend erfolgen. Dazu tragen 20 zusätzliche Mitarbeiter bei, die in den
Regio-Werkstätten in NRW eingestellt werden. Auch mobil kommen sie zum
Einsatz und reparieren kleinere Schäden beispielweise in Wende- und
Abstellbahnhöfen.

Umfassend investiert hat DB Regio in NRW in die S-Bahn Rhein-Ruhr. Für rund
400 Millionen Euro beschaffte das Unternehmen 84 fabrikneue Züge vom Typ
ET 422. Der Einsatz dieser Fahrzeuge und ein optimiertes Fahrplankonzept,
das seit Ende 2009 wirksam ist, führten zu deutlichen Qualitätsverbesserungen.
Auch die Pünktlichkeit ist deutlich gestiegen. Wo die neuen Triebzüge
unterwegs sind, betrug sie 2010 rund 95 Prozent. Auf den wenigen Linien, die
noch mit lokbespannten Zügen bedient werden, lag sie mit 93 Prozent nur
geringfügig darunter. Die Reisenden an Rhein und Ruhr honorieren die
Verbesserungen: Die Fahrgastzahlen sind deutlich gestiegen. So waren
beispielsweise auf der Linie S1 (Solingen – Düsseldorf – Duisburg – Essen –
Bochum – Dortmund) 2010 rund 11,5 Prozent mehr Reisende unterwegs als
zwei Jahre zuvor.




                                                                                 Gerd Felser
                                                                                 Sprecher NRW
                                                                                 Tel. +49 (0) 211 3680-2060
                                                                                 Fax +49 (0) 211 3680-2090
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