Script_VWL_BWL_Recht

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					Thomas Candrian




Zusammenfassung



VWL/BWL




                  Seite 1
Thomas Candrian
Inhalt
1   TEIL: MAKROÖKONOMIE UND MIKROÖKONOMIE .......................................................... 3
1   Wissenschaft ....................................................................................................................................................... 3
2   Volkswirtschaftslehre ......................................................................................................................................... 3
3   Betriebswirtschaftslehre .................................................................................................................................... 6
4   Rechtliche Sicht................................................................................................................................................... 8
2   TEIL : DIE ELASTIZITÄT .................................................................................................... 11
2   Preisbildung ....................................................................................................................................................... 13
3   Monopole und weitere Marktformen................................................................................................................ 15
4   Angebots-/Nachfragediagramme ..................................................................................................................... 17
5   Wer zahlt eine Steuererhöhung? ..................................................................................................................... 18
6   Freie Marktwirtschaft ........................................................................................................................................ 18
3   TEIL: DAS RECHT .............................................................................................................. 20
1   Recht ................................................................................................................................................................... 20
2   Persönlichkeitsschutz ...................................................................................................................................... 20
3   Verein vs. Stiftung ............................................................................................................................................. 21
4   Familienrecht ..................................................................................................................................................... 21
5   Erbrecht .............................................................................................................................................................. 24
4   TEIL OBLIGATIONEN ......................................................................................................... 28
1   Das OR ................................................................................................................................................................ 28
2   Vertragsabschluss ............................................................................................................................................ 28
3   Sicherungsmittel ............................................................................................................................................... 30
4   Besonderer Teil OR ........................................................................................................................................... 32
5   MAKROÖKONOMIE: FINANZSYSTEM, KONJUNKTUR, INFLATION ............................. 34
1   Magisches 6eck ................................................................................................................................................. 34
2   Geld + Finanzsystem ......................................................................................................................................... 34
3   Inflation ............................................................................................................................................................... 36
4   Konjunktur ......................................................................................................................................................... 40
5   Konjunkturimpulse ............................................................................................................................................ 45
6   PRODUKT ........................................................................................................................... 47
1   Produkt- und Marktziele .................................................................................................................................... 47
2   Der Produkte-Lebenszyklus ............................................................................................................................. 48
3   Die Marktuntersuchung .................................................................................................................................... 49
4   Beschaffung und Produktion ........................................................................................................................... 52
7   UNTERNEHMENSORGANISATION ................................................................................... 55
1   Organisation ...................................................................................................................................................... 55
2   Unternehmenszusammenschlüsse ................................................................................................................. 57
3   Human Ressources ........................................................................................................................................... 59
8   SPO UND STEUERN .......................................................................................................... 61
1   Rechtsverfahren ................................................................................................................................................ 61
2   Steuern ............................................................................................................................................................... 72




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Thomas Candrian


1 Teil: Makroökonomie und Mikroökonomie
1       Wissenschaft
Die Wirtschaftswissenschaften gliedern sich in:

                                                              Wirtschaft und Recht




                                  Wirtschaftswissenschaften                               Recht




                Volkswirtschaft                                Betriebswirtschaft
               Nationalökonomie
                Makroökonomie                                   Mikroökonomie




2       Volkswirtschaftslehre
VWL : Lehre der Entscheidungen unter Knappheit

2.1      Statistik
Definition der Arbeitslosen: Quote im Sinne registrierter, bezugsberechtigter Personen.

2.2      Gossen'sche Gesetze:
    1. Je mehr ein Individuum von einem Gut konsumiert, desto weniger nützt es ihm. (Grenznutzen)

    2. Ein Individuum versucht, das Optimum aller Grenznutzen zu erreichen (d.h. alle Grenznutzen der Güter
       sollen gleich sein).

2.3      Die 4 Schulen:
                      Klassiker               Keynes                     Monetaristen           Angebotsökonome
                                                                                                n
Hauptvertreter        Adam Smith              J.M. Keynes                M. Friedman            Laffer
Hintergrund           Aufklärung und          Wieso kam es zu            Kritik an der          Wieso
                      Individualismus         einer                      prozyklisch            Arbeitslosigkeit und
                                              Massenarbeitslosigk        wirkenden              Inflation
                                              eit?                       Konjunkturpolitik      (Stagflation)?
Moral                    Der Markt            Wenn im                   Neufassung von       
                          bestimmt alles           Aufschwung                 Smith
                          und zwingt jeden         dann sparen,           Der Staat soll
                          dazu, sich am            wenn im                    nur durch die
                          besten zu                Abschwung                  Geldmenge
                          verhalten.               dann ausgeben              lenken
                          Freier                                        Inflation durch zu
                          Wettbewerb                                          grosse
                                                                              Geldmengen

                                                                                                             Seite 3
Thomas Candrian
Hauptpunkte          Persönlicher            Aktive                  Geldpolitik am          Anreize für
                      Egoismus führt           Konjunkturpolitik        langfristigen            Unternehmen
                      zur Maximierung          des Staates              Wirtschaftswach          und Individuen
                      des                     Auch                     stum orientieren         schaffen
                      Gesamtwohls              kurzfristiger           Keine                   Mehr markt,
                   Staat nur als              Interventionismu         kurzfristigen            weniger Staat
                      Nachtwächtersta          s                        Aktionen, da sie        Privatisierung
                      at                      Bekämpfung von           die Lage weiter         Deregulierung
                   Konjunkturelle             Arbeitslosigkeit         destabilisieren.        Steuersenkunge
                      Schwankungen            Antizyklische                                     n
                      sind nur                 Finanzpolitik
                      temporär
                   Marktkräfte
                      übernehmen
                      Anpassung
Grafik            Preis                    Preis                    Preis                    Preis




                                     BIP                      BIP                      BIP                      BIP
                  Angebot                  Angebot                  Angebot                  Angebot
                  Nachfrage                Nachfrage                Nachfrage                Nachfrage
                  (Kurvenverschiebung =    (Kurvenverschiebung =    (Kurvenverschiebung =    (Kurvenverschiebung =
                  Einkommen)               Einkommen)               Einkommen)               Einkommen)

                  Das Angebot bleibt       Steigt die Nachfrage,    Steigt die Nachfrage,    Steigt die Nachfrage
                  gleich.                  steigt auch das          steigen die Preise,      und das Angebot, so
                  Wird die Nachfrage       Angebot aber vor         aber das BIP bleibt      werden die Preise
                  grösser, steigt der      allem das BIP. Die       +/- stabil.              flexibel und bringen
                  Preis.                   Preise bleiben +/-                                mehr BIP
                                           stabil.
Vorteile             Ausnutzung der        Wirkt relativ             Sinnvolle Politik       Verbesserte
Chancen               Marktkraft               kurzfristig             Heute                    Wettbewerbsfähi
                                                                        akzeptierte Basis        gkeiten
                                                                        für                     Wirtschaftswach
                                                                        Wirtschaftswach          stum
                                                                        stum
Nachteile            Soziale Unruhen          prozyklische           Keine Impulse           Anpassungskost
Gefahren             Anpassung                 Wirkung möglich         bei Rezessionen          en
                      durch Märkte              (time lag:                                      Wenig sozial
                      dauert zu lange           Entwöhnung (z.                                  Service public
                     institutionelle           B. von                                           nicht möglich
                      Barrieren                 Subventionen)
                                                schwierig)
                                            Aktionismus des
                                                Staats
                                            Hohe Kosten,
                                                geringe Wirkung
Was passierte     Arme wurde ärmer,        In Notzeiten gibt der    Unternehmen              Strukturprobleme:
daraus (Kritik)   Reiche reicher         Staat Geld aus          werden (durch z.B.
                  Reiche gebe nichts       Inflation  Aktionen     hohe Energiepreise)      Strukturerhaltung
                  aus, Arme können         wirken sich negativ      gezwungen, Preise        langfristig falsch
                  nicht.  wenig           aus  schlechtere        zu erhöhen 
                  Konsum  weniger         Zeiten                 weniger wird             Strukturanpassung
                  Arbeit nötig  mehr                              eingekauft              langsam und teuer
                  Arbeitslose            Da die Daten aus der     Arbeiter werden
                                          Wirtschaft schlecht      entlassen  weniger      Strukturgestaltung
                  Teufelskreis             verfügbar sind, sind     Konsum                 teuer
                                           effektive Aktionen
                                           nicht möglich und die
                                           vorgenommenen
                                           Massnahmen wirken

                                                                                                             Seite 4
Thomas Candrian
                                              anstatt anti nun
                                              prozyklisch.




2.4      Was meint wer zu wem?
Der Y kritisiert am X   Klassiker             Keynes                  Monetaristen            Angebotsökonome
                                                                                              n

Klassiker                                        Der Staat soll                             
                                                  sich raushalten,
                                                  da es nur
                                                  schadet
                                                 Leute
                                                  organisieren
                                                  sich selbst
Keynes                     Ohne                                       Zur Verfügung          Durch Abbau von
                            Staatseingriffe                             gestelltes Geld         Markthindernisse
                            gibt es Krisen                              wird nicht              n kann die
                           Nicht das                                   benutzt, da             Wirtschaft zwar
                            Angebot                                     sowieso kein            angekurbelt
                            bestimmt die                                Gewinn damit            werden, das ist
                            Nachfrage,                                  gemacht wird.           aber nicht sozial
                            sondern die                                                         und kann zur
                            Nachfrage das                                                       Inflation führen.
                            Angebot
Monetaristen                                    Falsche Eingriffe                           
                                                  des Staates
                                                  verschlimmern
                                                  die Lage
                                                 Defizite
                                                 Kein Sparen
                                                  beim Staat
                                                 Time Lag
                                                 Schwierige
                                                  Entwöhnung
Angebotsökonome          Grundsätzlich                               Nur die
n                         gut, aber geht                                Geldmenge zu
                          nicht weit genug                              ändern bringt
                                                                        nichts, man muss
                                                                        die Wirtschaft frei
                                                                        laufen lassen




2.5      Stagflation

                                                                                                           Seite 5
Thomas Candrian
Die Stagflation („Stagnation“ und „Inflation“) beschreibt den Zustand eines Währungsgebietes, in dem Stagnation
und Inflation zusammenkommen.

Während einer Phase der Stagflation gelingt es einer Volkswirtschaft weder, die Produktionskapazitäten durch
vermehrten Geldeinsatz und Krediterleichterung stärker auszulasten, noch die überhöhte Geldentwertungsrate
durch ein geringeres Aktivitätsniveau zu reduzieren. Beide Ziele schließen sich gegenseitig aus und stellen
insofern ein wirtschaftspolitisches Dilemma dar.

Dieses bis Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts weltweit unbekannte Phänomen wurde erstmals 1969
zu Beginn der ersten Ölkrise in den USA und Großbritannien beobachtet

2.6     F&A:
?      Welche verschiedenen Wirtschaftsschulen gibt es? Nennen Sie 3 mit Erklärung ihrer Grundidee.
!          1. Klassiker: Alles wird durch den Markt bestimmt. Das Angebot bleibt immer gleich.
           2. Keynesianer: Antizyklisches Verhalten des Staates.
           3. Monetaristen: Alles wird durch die Geldmenge geregelt.
           4. Angebotsökos: Liberalisierung der Wirtschaft
?      Zeichnen Sie die Angebot/Nachfragediagramme für 2 dieser Schulen und erklären Sie.
!      Siehe oben.
?      Was würde Keynes an den Monetaristen und den Angebotsökos kritisieren?
!      Siehe Matrix oben.
?      Aus welchen Gründen wollen die Monetaristen keine Keyenesianischen Staatsaktionen?
!      Weil die Folgen teuer sind wenig bewirken und schlecht Rückgängig zu machen sind (Subventionen)
?      Wer sagt folgende Sätze:
       Man muss die Steuern senken!
!      Siehe oben
?      Wie entsteht die Stagflation?
!      Durch Probleme, die schnell wirken: Ölkrise 1970

       Erdöl verteuert sich  Rohstoffe teurer  Weniger Absatz  Staat gibt billigere Kredite  Inflation 
       Firmen entlassen Leute  Weniger Kaufkraft  Stagnation
?      Welche Strukturprobleme gibt es? Erklären Sie
!      Strukturerhaltung: Märkte oder Firmen künstlich länger leben lassen durch Subventionen etc. langfristig
       falsch, denn es wirkt dem Markt entgegen. (Allerdings hohe Arbeitslosenzahlen durch Entlassungen)

       Strukturanpassung: Anpassungen am Wirtschaftssystem sind langsam und teuer. (z.B. Schuhmacher, TV-
       Reparatur)

       Strukturgestaltung: Staat gibt die Anpassungen vor. Teuer!

3     Betriebswirtschaftslehre
3.1     Ich-AG
Probleme: v.a. Ausländer  Lohndumping

Angestellt haben Anrecht auf normalen Lohn. Dies wird auch kontrolliert.
Bei Selbstständigen ist es jedoch nicht möglich, die Preise zu regulieren.  Lohndumping

3.2     SWOT-Analyse:
In dieser einfachen und flexiblen Methode werden sowohl innerbetriebliche Stärken und Schwächen (Strength-
Weakness) als auch externe Chancen und Gefahren (Opportunities-Threats) betrachtet, welche die
Handlungsfelder des Unternehmens betreffen. Aus der Kombination der Stärken/Schwächen-Analyse und der
Chancen/Gefahren-Analyse kann eine ganzheitliche Strategie für die weitere Ausrichtung der
Unternehmensstrukturen und der Entwicklung der Geschäftsprozesse abgeleitet werden. Die Stärken und
Schwächen sind dabei relative Größen und können erst im Vergleich mit den Konkurrenten beurteilt werden.

Stärken (Strengths)
 Fachkentnisse
 Erfahrung
                                                                                                           Seite 6
Thomas Candrian

Schwächen (Weaknesses)
 Führungserfahrung (?)
 Organisation (?)
 Finanzen (!!)
          Eigenkapital
          Fixkosten
          Erfahrung

Chancen (Opportunities)
 Nischen
           High Tech anstatt Grossbetrieb
 Service
 Reparaturen

Gefahren (Threats)
 Hoher Kapitaleinsatz
 Zu hoher Preis weil zu hohe Fixkosten
 Zu kleine Stückzahl

SWOT                              Interne Analyse
                                  Stärken (Strengths)                      Schwächen (Weaknesses)
Externe      Chancen               Was passt zueinander?                   Was passt zueinander?
Analyse      (Opportunities)

             Gefahren                Was passt zueinander?                   Was passt zueinander?
             (Threats)

3.3        Leitidee
Grundstrategie                 1. Finanzen                  Woher?
15 Jahre                                                    Rendite?
                               2. Markt                     Umsatz
                                                            Segment
                                                            Stellung
                               3. Produkt                   Welche?
                                                            Marken / Sortiment
                               4. Mitarbeiter
                               5. Zukunft / Wachstum

Leitbild                       Unternehmensleitbild die Ausformulierung der Unternehmenskultur
                               Vor allem zur Selbstpräsentation und Ideologische Zielsetzung
                                                            Orientierungsfunktion
                                                            Integrationsfunktion          Gefahr von
                                                            Entscheidungsfunktion         PR-Gelaber
                                                            Koordinierungsfunktion

Business Plan                  Von aussen, konkret, häufig für Mittelbeschaffung


Unternehmenskonzept            Leistungswirtschaftlich      Marktziele                  Umsatz
(5-8 Jahre)                                                                             Segment
                                                            Produktziele                Preis
                                                                                        Qualität
                                                                                        Quantität
                                                                                        Sortiment
                               Finanzielle Ziele            Rendite                     Bank: 20%
                                                            Liquidität

                               Soziale Ziele                Mitarbeiter
                                                            Gesellschaft

Planung                        Definitiver

                                                                                                       Seite 7
Thomas Candrian
(3 Jahre)


Disposition                    Konkret
(1 Jahr)


Ausführung

                               3K-Regel:                  Kommandieren
                                                          Kontrollieren
                                                          Korrigieren




3.4      F&A:
?       Was gehört in eine Grundstartegie?
!       Siehe oben
?       Was ist der Unterschied zwischen Grundstrategie und Leitbild?
!       Grundstrategie: allgemein, langzeit (10 Jahre)
        Leitbild: Ideologisch, PR, wir wären gerne …
?       Was ist der Unterschied zwischen Grundstrategie und Businessplan?
!       Businessplan: konkreter, für Investoren, mittelfristig
?       Was ist eine SWOT-Analyse?
!       Siehe oben
?       Erstellen Sie eine SWOT-Analyse für Herrn X
!       Siehe oben
?       Was ist der Nachteil der Personenfreizügigkeit?
!       Siehe oben



4       Rechtliche Sicht
4.1      Recht
4.1.1     Öffentliches Recht
Arbeitsgesetz
Sozialversicherungen

4.1.2     Privatrecht
Arbeitsvertrag

4.2      Die ALV
4.2.1     Beitragssatz
Beitragssatz: 2.0% des Bruttolohns

4.2.2     Voraussetzungen:
   ganz oder teilweise arbeitslos ist
   einen anrechenbaren Arbeitsausfall erleidet
   in der Schweiz wohnt
   im Erwerbsalter steht
   die Beitragszeit erfüllt hat oder davon befreit ist
   vermittlungsfähig ist
                                                                            Seite 8
Thomas Candrian
 die Kontrollvorschriften erfüllt

4.2.3     Taggelder
Die Arbeitslosenversicherung leistet pro Monat 21.7 Taggelder.

4.2.4     Wartetage
5 Wartetage              Allgemein
0 Wartetage              Verdienst < 3000 CHF
120 Wartetage             Schulabgänger/innen (obligatorische Schulpflicht)
                          Maturanden/Maturandinnen (ohne Berufsabschluss)
                          Absolventen /Absolventinnen einer beruflichen Grundausbildung an einer Schule
                             ohne Diplom
                          Hochschulabsolventen/-absolventinnen ohne Abschluss (Staatsexamen nicht
                             bestanden)
                              sofern sie unter 25-jährig sind und keine Unterhaltspflicht gegenüber ihren
                                 Kindern zu erfüllen haben.

4.2.5     Anspruch
400 Taggelder            In den letzten 2 Jahren 12 Monate Beiträge geleistet
520 Taggelder             Über 55 Jahre + Beitragszeit von 18 Monaten
                          IV-Rente beziehen oder beantragt + Beitragszeit von 18 Monaten
260 Taggelder            Bei Beitragsbefreiung

4.2.6     Höhe
80%                        Bei Kinder
                           Versicherter monatlicher Verdienst liegt unter 3797 Franken ( < 140 CHF
                            Tagessatz)
                          Invalidität
70%                      Normal

Minimal                  Pauschalsatz
Maximal                  Maximale Versicherung bis 106 800 CHF / Jahr  8900 / Monat

Ohne Ausbildung              868 / Monat (< 20)                                        1107 / Monat (< 20)
                             2213 / Monat ( > 20)
Matura                       2756 / Monat
Berufslehre                  1378 / Monat (< 25 und keine Kinder, ausser wenn danach
                             Militär oder Lehrlingslohn höher)
Hochschule                   3320 / Monat

4.2.7     Kontrollfreie Bezugstage
Nach 60 Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit hat die betroffene Person Anspruch auf
fünf kontrollfreie Bezugstage. Sie werden dem Höchstanspruch angerechnet.

4.2.8     Lohn
Berechnung Durchschnittslohn der letzten sechs Monate

 http://homepage.hispeed.ch/ALV_SVS/PowerPoint.SVS.pdf

4.3     Liegenschaften
Faustregel: 6% der Anschaffung ist Mietpreis (evtl. auch 5%)

Einfamilienhäuser Probleme:

Kostendeckende Miete i.d.R nicht erfüllt
Teure Mieterwechsel

                                                                                                             Seite 9
Thomas Candrian
                      Kostenmiete                                      Marktmiete
                       CH-System                                          Nicht vorgesehen

Maximale Bruttorendite in % der Anlage  2 - 3% grösser als Hypozins
Maximale Nettorendite in % des Eigenkapitals 0.5% grösser als Hypozins

(Nettorendite = Bruttorendite – Hypozinsabzug)

4.4     Mieterhöhungsgründe (seit letzter Erhöhung)
1. Hypozins                                       Pro ¼%  + 3%
                                                  Falls unter 5%, sonst 2.5%
2. Teuerung                                       zu 40%
3. Wervermehrende Investitionen                   Gem. Investitionsrechnung

Probleme:

Zinserhöhungen werden weitergegeben, Senkungen nicht oder nur auf Anforderung.
Hohe Administrationskosten
Rauf und runter der Mieten im Gegensatz zum Lohn
Zinshöhe auch von Spekulation abhängig

4.5     Investitionsrechnung
4.5.1    Geschirrspüler

Anschaffung: 2000 CHF
Lebensdauer: 10J

   1. Kosten im Jahr
2000 / 10 =                                           200 CHF / Jahr

   2. Hypozins von der Hälfte (Zinsen minus Wertverlust)
2000 / 2 * 3.5%                                  35 CHF / Jahr

Zwischentotal                                         235 CHF / Jahr

    3. 10% für den Unterhalt
235 * 10%                                             23.5 CHF / Jahr

Total                                                 258.5 CHF / Jahr

4. Geteilt durch Monate

258.5 / 12                                            21.5416 / Monat

4.6     F&A:
?       Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein um Arbeitslosengeld zu erhalten?
!       Arbeitslos oder einen Erwerbsausfall haben, vermittlungsfähig sein
?       Welche Tagessätze gibt es?
!       Siehe oben
?       Welche Minimal/Maximalsätze gibt es?
!       Siehe oben




                                                                                             Seite 10
Thomas Candrian


2 Teil : Die Elastizität
1.1           Die Elastizität
Die Elastizität ist ein Maß, das die relative Änderung einer abhängigen Variablen auf eine relative Änderung einer
ihrer unabhängigen Variablen angibt.

Oder anders gesagt, Wie stark ändert sich X wenn Y sich ändert?

Berechnung:

                                                             Änderung der Menge in %
                                             Elastizität =
                                                             Änderung des Preises in %

Dabei gibt es folgende Skala:

Wert von                            Bezeichnung                             Auswirkung
      y               unelastisch   ist vollkommen unelastisch.             y reagiert nicht auf eine Änderung von x.
                                                                             Lebensnotwendige Medikamente
                                    y ist unelastisch.                      y ändert sich relativ weniger stark als x
                                                                             Lebensmittel (Preis „egal“)
                      elastisch     y ist proportional elastisch.           Die relative Änderung von y ist gleich der von
                                                                            x.
                                                                             Normalfall
                                    y ist elastisch.                        y ändert sich relativ stärker als x
                                                                             Schrauben (Wechsel zu Konkurrenzprod.)
                                    y ist vollkommen elastisch.             Die relative Änderung von y ist unendlich
                                                                            hoch, selbst bei der kleinsten Änderung von
                                                                            x. Nicht realistisch.
                                                                             10 CHF Banknote für 9.99 (alle kaufen)

1.1.1          Grafisch
Elastisch                                                    Unelastisch
Keine Änderung bewirkt proportional grössere                 Grosse Änderung bewirkt proportional kleinere
Änderung                                                     Änderung
                                                                    Preis
      Preis




                                      Nachfrage                                                         Nachfrage

                             Als Eselsbrücke ersetzt man: elastisch = stark abhängig
Kleine Preisänderung  grosse Mengenänderung                 Grosse Preisänderung  kleine Mengenänderung

 Die Nachfrage ist elastisch                                 Die Nachfrage ist unelastisch
 Die Nachfrage ist abängig                                   Die Nachfrage ist unabängig
                            Aus der Grafik erkennt man: Je elastischer, desto flacher!




                                                                                                                    Seite 11
Thomas Candrian
1.1.2       Beispiele

Fall 1:

Artikel X kostet 40  20'000 verkaufte Einheiten.
Artikel X kostet 30  30'000 verkaufte Einheiten.

Fall 2:

Artikel X kostet 20  40'000 verkaufte Einheiten.
Artikel X kostet 10  50'000 verkaufte Einheiten.

                      Änderung der Menge in %                  + 50%
      Elastizität =                                 =                          =2              elastisch
                      Änderung des Preises in %                - 25%


                      Änderung der Menge in %                  + 25%
      Elastizität =                                 =                          = 0.5           unelastisch
                      Änderung des Preises in %                - 50%



1.2       Preiselastizität der Nachfrage
Kriterien:
     Ersetzbarkeit
     Wichtigkeit
     Anteil am Budget
     Zeithorizont

1.3       Preiselastizität des Angebots
Kriterien:
     Produzierzeit
     Lagerfähigkeit
     Anteil am Budget
     Zeithorizont

1.4       Einkommenselastizität
Kriterien:
     Ersetzbarkeit
     Anteil am Budget
     Zeithorizont

Normal      Eta = 1 = elastisch      Kleider, Wäsche, Schuhe    Gebrauchsgüter abhängig vom Einkommen
            Eta > 1 = elastisch      Luxusgüter                 Luxusgüter stark abhängig vom Einkommen
            Eta = 0 = unelastisch    Salz                       Nahrungsmittel unabhängig vom Einkommen
            Eta < 0 = unelastisch    Billige Güter (Poulet)     Billiggüter reziprok abhängig vom Einkommen,
                                                                werden durch höherwertige Güter ersetzt (Rind).

1.5       F&A:
?         Zeichen Sie ein Angebots/Nachfragediagramm für ein nachfrageelastisches Produkt. Nennen Sie das
          Produkt.
!         Leicht ersetzbar, z.B. Bleistifte




                                                                                                           Seite 12
Thomas Candrian
2                Preisbildung
2.1               Diagramm
Um die Preisbildung zu analysieren müssen wir zuerst einige Bedingungen definieren:

1. Es existiert ein vollkommener Konkurrent, d.h. der Preis ist nicht veränderbar (Wenn er höher ist kauf niemand,
wenn er tiefer ist, haben wir Lieferprobleme).



                        Gewinneintritt    Max. Gewinn                      Grenzkosten
 Währung [CHF]




                                                                                         Gewinnaustritt


                                                                                          Totale Durchschnittskosten



                                                                                             Preis = Grenzerlös

                   Gewinn
                                                                                               Totale variable
                                                                                             Durchschnittskosten




                                                                                         Menge [Stück]


Grenzerlös = Preis:                      Erlös für jede weitere verkaufte Einheit

Grenzkosten:                             Kosten für die Produktion einer zusätzlichen Einheit eines Produktes.

Totale Durchschnittskosten:              Alle Kosten geteilt durch die Menge

Totale variable Durchschnittskosten:     Variable Kosten geteilt durch die Menge

Gewinneintritt:                          Ab diesem Punkt (Menge) wird ein Gewinn erzielt, denn die Kosten (blau)
                                         sind nun tiefer als die Einnahmen.

Max. Gewinn:                             Mit dieser Menge ist der Gewinn maximal. Ab hier wird nun der Gewinn
                                         kleiner, denn die Kosten um ein neues Stück zu produzieren sind höher als
                                         der Preis.

Gewinnaustritt:                          Ab diesem Punkt (Menge) rutscht man ins Minus, sämtlicher Gewinn wurde
                                         durch die Herstellkosten aufgefressen.

Gewinn                                   Der Gewinn ist die Fläche zwischen Totalen Durchschnittskosten und dem
                                         Preis bei einer bestimmten Menge (Schnittpunkt Grenzkosten/Grenzerlös)
                                         auf die Y-Achse verlängert.



                                                                                                             Seite 13
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2.2     Gewinnmaximierung
Für eine Gewinnmaximierung pro Produkt muss man den Punkt berechnen, wo folgendes ist:

                                           Grenzkosten = Grenzerlös

Bei diesem Punkt hat man am meisten Gewinn. Verkauft man nun noch ein Teil, dann sinkt der Gewinn, denn die
Kosten um das Produkt herzustellen sind höher als der Ertrag, welcher erwirtschaftet wird.

Nimmt man einen Christbaumverkäufer: Er hat 10 Tannen im Angebot, da auf seinem Pickup soviel Platz haben. In
der Weihnachtszeit kostet ihn jede Fahrt Zeit und Geld. Hat er nun alle Tannen verkauft, kostet ihn die nächste
Führe wiederum Geld. Wenn genügend Käufer vorhanden sind, wird er noch eine Fuhre holen. Ist aber nur noch 1
Käufer übrig, dann lohnt sich das nicht mehr, da die Kosten, die Tanne zu holen höher als der Verkaufspreis ist.

2.3     Tendenz
2.3.1    Kurzfristig
Der Verkäufer macht mit einem Produkt einen extrem
hohen Gewinn. Dies führt dazu, dass sich Nachahmer
auch am Produkt versuchen, denn sie wollen auch
einen Teil des Gewinns erhalten. Darum wird die Firma
immer weiter den Preis senken, um noch etwas
verkaufen zu können.

Dies führt dazu, dass der Preis soweit sinkt, dass der
Verkäufer keinen Gewinn mehr mit dem Produkt macht
– und natürlich auch alle Konkurrenten.


2.3.2    Mittelfristig
Hat der Verkäufer nun ein genügend grosses
finanzielles Polster und einen gewissen Markatanteil,
so wird er die Preise weiter senken, so dass nur noch
die variabeln Kosten gedeckt sind.

Dadurch wird er einen Verlust machen, aber die
Konkurrenz auch.




2.3.3    Langfristig
Durch Bankrotte oder Geschäftsaufgaben verlassen die
Konkurrenten den Markt. Die Preise können nun wieder
erhöht werden.

Er wird nun nur noch einen kleinen Gewinn machen. Ist
der Gewinn zu gross, fängt das Spiel von vorne an.

Die Preise bewegen sich deshalb immer zwischen den
eingezeichneten Punkten hin und her.




                                                                                                        Seite 14
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3               Monopole und weitere Marktformen
3.1              Monopole
Bei einem Monopol gibt es nur 1 Anbieter (oder mehrere, die sich wie eine Einheit verhalten.)

                                                                           Grenzkosten
                                         Cournotsche Punkt
Währung [CHF]




                                                                                          Totale Durchschnittskosten



                 Gewinn


                 Gewinn bei Konkurrenz




                                                                                               Preis




                                               Grenzerlös                                     Menge [Stück]


Preis:                                   Der Preis wird nicht mehr vom Markt vorgegeben, sondern kann durch den
                                         Monopolisten bestimmt werden. Dadurch ergibt sich eine sinkenden Linie,
                                         denn je tiefer der Preis desto mehr Absatzmenge.

Grenzerlös:                              Das der Preis für jede verkaufte Einheit kleiner wird, verläuft der Grenzerlös
                                         unter dem Preis. Denn für jeden verkauften Artikel muss er den Preis für
                                         alle anderen Kunden ebenfalls senken.

Grenzkosten:                             Kosten für die Produktion einer zusätzlichen Einheit eines Produktes.

Totale Durchschnittskosten:              Alle Kosten geteilt durch die Menge.

Gewinn bei Konkurrenz                    Der Gewinn ist die Fläche zwischen Totalen Durchschnittskosten und dem
                                         Preis bei einer bestimmten Menge (Schnittpunkt Grenzkosten/Grenzerlös)
                                         auf die Y-Achse verlängert.

Gewinn                                   Beim Monopolist ist der Schnittpunkt Grenzkosten/Grenzerlös durch den
                                         sinkenden Grenzerlös früher erreicht, hat er einen höheren Gewinn.

Der Preis (z. T. auch nur der zusätzliche Gewinn) bei einem Monopolprodukt wird auch Monopolrente genannt. (Z.
B. die 25.25 bei der Swisscom für den Festnetzanschluss).

3.2              Oligopol
Als Oligopol (auch Angebotsoligopol) wird in der Mikroökonomik eine Marktform bezeichnet, bei der viele
Nachfrager wenigen Anbietern gegenüberstehen.


                                                                                                              Seite 15
Thomas Candrian
3.3      Weitere Marktformen
Wenn die Anbieter den Markt beherrschen (Angebotsmonopol):

Anzahl der Verkäufer       Bezeichnung      Funktion / Beispiele
1                          Monopol          Ein Anbieter bestimmt alles / Post bei Briefen
2                          Duopol           Zwei Anbieter teilen sich den Markt auf / Coop und Migros
Wenige                     Oligopol         Wenige Anbieter teilen Sich den Markt / Swisscom, Sunrise, Orange
Viele                      Polypol          Viele Anbieter teilen Sich den Markt, entscheiden aber den Preis /
                                            Buchhandel  illegale Kartelle
Freie Marktwirtschaft                       Viele Anbieter teilen Sich den Markt, haben aber keinen Einfluss auf
                                            den Preis / Schrauben

Merke: Je schwieriger das Produkt zu ersetzen ist, desto eher bildet sich ein Monopol!

In der Makroökonomie geht man üblicherweise von unendlich Angebot und unendlicher Nachfrage aus.

Wenn die Käufer den Markt (=Preis) bestimmen (Nachfragemonopol):

Anzahl der Verkäufer       Bezeichnung      Funktion / Beispiele
1                          Monopson         Ein Käufer kann den Preis bestimmen, da nur er das Produkt kauft /
                                            Sehr spezielle und aufwändige technische Verarbeiter
Wenige                     Oligopson        Wenige Käufer teilen sich den Markt auf und können den Preis
                                            bestimmen / Sehr spezielle und aufwändige technische Verarbeiter
Viele                      Polypson         Viele Käufer teilen Sich den Markt, entscheiden aber den Preis / billige
                                            Baumaterialien
Freie Marktwirtschaft                       Viele Anbieter teilen Sich den Markt, haben aber keinen Einfluss auf
                                            den Preis / Schrauben

Nachfragemonopole sind eher theoretischer Natur!

3.4      F&A:
?        Zeichen Sie ein das Ergebnis von Stück Nr. 120 und bis Stück Nr. 120.
!
?        Wie heissen die Kurven?
!
?        Wie hoch ist die optimale Ausbringungsmenge?
!
?        Wo liegt die Nutzschwelle?
!
?        Was ist der Nachteil von Monopolen?
!
?        Wieso sinkt die Preisgerade beim Monopol?
!
?        Wohin tendiert der Gewinn mittelfristig?
!
?        Wohin tendiert der Gewinn langfristig?
!
?        Wie heisst ein Markt mit nur 2 Anbietern? Ist das von Vorteil für die Kunden? Erklären Sie!
!        Duopol – Nein, da höhere Preise
?        Gibt es viele Nachfragemonopole? Wieso?
!        Nein, denn keine Firma „muss“ etwas unter Wert verkaufen (vorher wird die Firma geschlossen).




                                                                                                             Seite 16
Thomas Candrian
4       Angebots-/Nachfragediagramme
Ein Angebots/Nachfragediagramm zeigt den Preis bei einem bestimmten Angebot und einer bestimmten
Nachfrage.


                                                                           Angebot
          Währung [CHF]


                                       Nachfrage




                                                                           Marktmenge




    Marktpreis



                                                                                 Menge [Stück]

Nachfrage:                Die Nachfrage nimmt ab, je teurer ein Produkt ist.
Angebot:                  Das Angebot nimmt zu, je teurer ein Produkt ist.
Marktpreis:               Der Preis, der sich bei einer freien Marktwirtschaft einstellt.
Marktmenge:               Die Menge, die sich bei einer freien Marktwirtschaft verkauft.

Im Schnittpunkt der beiden Kurven kann nun der Marktpreis abgelesen werden, welcher sich bei einer freien
Marktwirtschaft einstellt.

4.1     Kurvenverschiebung
4.1.1       Angebot
Das Angebot kann sich wie folgt ändern:
                                                                                            A1
A1: Das Angebot wird knapper (z.B. durch fehlende                                                A2
Produktion oder schlechtes Wetter)
 Die Angebotskurve verschiebt sich nach links.

A2: Das Angebot wird grösser (z.B. wegen
Überproduktion, Ende eines Booms, Senken der
Produktionskosten, Verbesserte Produktion)
 Die Angebotskurve verschiebt sich nach rechts.

4.1.2       Nachfrage
Die Nachfrage kann sich wie folgt ändern:
                                                                           N1
A1: Die Nachfrage wird knapper (z.B. durch Ende eines
Booms, anderes Wetter / Jahreszeit, )
 Die Nachfragekurve verschiebt sich nach links.

A2: Die Nachfrage wird grösser (z.B. durch Beginn
eines Booms, Nutzenvorstellung steigt, Einkommen                                                 N2
steigt, Preis der Ersatzgüter steigt)
 Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.

                                                                                                        Seite 17
Thomas Candrian
5      Wer zahlt eine Steuererhöhung?
Je unelastischer desto mehr zahlt der Konsument:

Die Steuern werden erhöht (violet).

Der Preis steigt (Pfeil).

Deshalb wird die Nachfrage sinken.




Das Geschäft wird also versuchen, die
Steuerlast dem Konsumenten zu übergeben.

Bei einer elastischen Nachfrage (= abhängig
vom Preis) wird der Konsument einen
Preisaufschlag weniger übernehmen. Die
Firma muss daher den Grossteil des
Preisaufschlags übernehmen (gelb), um
nicht zuviel Menge zu verlieren.

Bei einer unelastischen Nachfrage (=
unabhängig vom Preis) wird der Konsument
einen Preisaufschlag gut tolerieren. Die
Firma wird daher nur den kleinsten Teil des
Preisaufschlags übernehmen (gelb), da so
keine Menge verloren geht.

6      Freie Marktwirtschaft
6.1      Voraussetzungen
Die freie Marktwirtschaft benötigt 4 Voraussetzungen:

Voraussetzung               Beschreibung
Homogen                     Alle verkaufen dasselbe
Freier Zutritt              Alle können alles Kaufen und Verkaufen
∞ viele Anbieter / Käufer   Es gibt unendlich viele Käufer und Verkäufer
Transparenz                 Jeder kennt die Preise der anderen, alle wissen alles.

6.2      Kritik
Voraussetzung               Beschreibung
Homogen                     Der Markt ist nicht homogen. Nicht jedes Produkt ist gleich.

                            Gewisse Produkte haben einen USP = unique selling proposition =
                                 Alleinstellungsmerkmal, welches sie hervorhebt.
                            Gewisse Produkte haben einen = Unique Advertising Proposition = einzigartige
                                 Werbebehauptung, welches sie hervorhebt. Dies ist aber nur ein Gefühl,
                                 kein Fakt („nicht auber, sondern rein!“)
Freier Zutritt              Ist nicht gegeben bei gewissen Berufen oder Bedingungen:

                                - staatliche Zulassung (Anwalt)
                                - gesetzliches Monopolrecht (Patente)
                                - hohe Fixkosten (hochkomplexe Produkte, z.B. Mikroprozessoren)
∞ viele Anbieter / Käufer   Es existieren nicht unendlich viele Anbieter und Käufer, sondern diese sind
                            begrenzt. Z. T. Monopole.
Transparenz                 Die Preise sind nicht allen Käufern bekannt!



                                                                                                          Seite 18
Thomas Candrian
6.3    Monopole vs. freie Konkurrenz
Monopole tendieren preislich zum Cournotschen Punkt
Freie Marktwirtschaft tendiert zu 0 Gewinn

6.4    F&A:
?      Zeichne die Folgen des Skisponsors von Rennfahrer Nüssli, der nun zum 3. Mal in Folge ausgeschieden
       ist. (Angebot / Nachfrage).

       Der Skisponsor kürzt nun das Angebot an Skis, um diese exklusiver zu machen. Schritt 2 hat grösseren
       Einfluss.
!      1. Nachfrage sinkt.




       2. Angebot sinkt, Marktpreis * Marktmenge ist grösser als vorher (grün > gelb):




?      Wieso schmeissen Bauern einen Teil der Aprikosenernte weg?
!
?      Voraussetzungen für freie Konkurrenz? Kritikpunkte in Realität?
!
?      Wer bezahlt wie viel der eingezeichneten Steuererhöhung?
!




                                                                                                      Seite 19
Thomas Candrian


3 Teil: Das Recht
1       Recht
1.1      Einteilung

1.1.1     öffentliches Recht                               1.1.2    Privatrecht
 Staatsrecht                                               ZGB
  politische Rechte                                         Personenrecht
                                                             Familienrecht
 Verwaltungsrecht                                           Erbrecht
  Umweltrecht                                               Sachrecht
  Baurecht
  Schulwesen                                               BG über das Obligationenrecht

Völkerrecht                                                Sondergesetze
                                                             Bundesgesetz Versicherungsvertrag
Strafrecht
                                                            Kantonale erlasse
                                                              Einführungsgesetzt zum ZGB
Staat  Person                                            Person  Person

Bundeskompetenzen, Vollzug Kantone (Grundsatz: Was teuer ist, ist Kantonssache)

1.2      Struktur der Gesetze:
Verfassung              Volk und Stände
Gesetze                 National- und Ständerat, Kantonsrat
Verordnungen            Bundesrat

2       Persönlichkeitsschutz
Das öffentliche Recht schützt das Individuum gegenüber dem Staat mit den Freiheitsrechten in der
Bundesverfassung.

 Schutz gegen innen (man darf sich nicht als Sklave verkaufen) und aussen (niemand darf einen verletzen).

Im Personenrecht stellt Art. 28 für das Verhältnis zwischen den Privaten gewisse Abwehrmittel zur Verfügung, mit
welchen sich der Einzelne gegen widerrechtliche Übergriffe auf seinen Körper, sein Leben, seine Gesundheit,
seine Ehre oder seinen Privatbereich zur Wehr setzen kann.

Art. 28 ZGB Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann zu seinem Schutz gegen jeden, der an
der Verletzung mitwirkt, den Richter anrufen. Eine Verletzung ist widerrechtlich, wenn sie nicht Einwilligung des
Verletzten, durch ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse oder durch ein Gesetz gerechtfertigt ist.

Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann beim Richter folgendes verlangen:

   Schadenersatz (z. B. bei ungerechtfertigtem Pressebericht, der den Geschäftsgang negativ beeinflusst);
   Genugtuung (z. B. bei Entführung);
   Beseitigung der Verletzung (z. B. durch das Einstampfen eines Buches mit ehrverletzenden Äusserungen);
   Verbot der drohenden Verletzung (z. B. darf ein Buch mit ehrverletzenden Äusserungen nicht erscheinen).
   Gegendarstellung (in periodisch erscheinenden Medien)



                                                                                                           Seite 20
Thomas Candrian
3       Verein vs. Stiftung

3.1.1        Verein                                         3.1.2      Stiftung
Art. 60ff OR                                                Art. 80ff OR
Mitglieder = Körperschaft                                   Verselbständigtes Vermögen
                                                             keine Mitglieder
Mitgliederbeiträge (nicht steuerpflichtig)                  Nur erlaubt für Erziehung und Wohltätigkeit
Zweck                                                       Destinatäre (=Begünstigte)
GV
Vorstand
Revision (freiwillig)

Entstehung Verein:              Statuten und Beschluss, ein Verein zu sein.

Eintritt:                       Kein Eintrittsrecht, aber Gesetz des offenen Vereins gilt. (analog Genossenschaft).

Austritt:                       6 Monate halbzwingend

Ausschluss:                     Je nach Statuten.
                                dispositiv: Bei wichtigem Grund kann die GV ein Mitglied ausschl.
                                Statutarisch: Möglichkeit: Vorstand ohne Grundangabe

Ausserordentliche GV:           1/5 halbzwingend.

Haftung:                        Nur Vereinsvermögen (sofern nichts anderes in Statuten, seit 2005).

Halbzwingend = kann durch Statuten verändert werden.

4       Familienrecht
4.1         Konkubinat
 gilt als einfache Gesellschaft
 Nachteile bei Kindern
 Rechtsprobleme zu lösen (Erben etc.)

4.2         Eherecht (1988 revidiert)
führt zu:

    Bürgerrecht
    Unterhaltsleistungen
    eheliche Wohnung
    Erbrecht
    Versorgerschaden
    Sozialversicherungen

4.3         Güterrecht
4 Massen:

                            ♀                                                           ♂
Eigengut                        Errungenschaften            Eigengut                        Errungenschaften

Einteilung

Eigengut                                                    Errungenschaften
Persönliches                                                Arbeitsverdienst und Ersatz davon
Eingebrachtes                                               Erträge aus Eigengut
Erbschaften und Schenkungen
                                                                                                               Seite 21
Thomas Candrian
Genugtuungen
Ersatzanschaffungen des Eigengutes

Güterstände

Errungenschaftsbeteiligung             Gütertrennung                       Gütergemeinschaft
Eigengut bleibt Eigentum               Alles bleibt geteilt                Alles kommt zusammen ausser
Errungenschaften werden geteilt                                            Genugtuungen

Mehrwertdiskussion

Industrieller Mehrwert: Wird als Errungenschaft angesehen
Konjunktureller Mehrwert: Gehört dem Einbringer

4.4     Scheidungsrecht
Ehescheidung (Scheidungsrecht 2000)

 Bedarfsrechnung mit Überschussbeteiligung

    Keine Verschuldensprüfung
    Eheschutz nicht Ehevertrag (Richter entscheidet bei simplen Fragen)

Scheidungsrecht bereits 2003 geändert:
Statt 4 Jahre nur noch 2 Jahre getrennt leben bis Scheidung.

4.5     Bedarfsrechnung
4.5.1    Bsp. 1:
Mann Marketingleiter 10000.-, 1 Kind, Frau nicht berufstätig.

Frau                                   Einkommen                           Mann
0                                      Gehalt                              10000

Frau                                   Ausgaben                            Mann
1065                                   Grundbetrag                         1065
200                                    Grundbetrag Kind
2000                                   Miete inkl. NK                      1500
80                                     El / Gas                            60
150                                    Kommunikation                       150
420                                    KK                                  350
100                                    Zahnarzt                            150
60                                     Versicherungen                      50
                                       Fahrkosten Arbeit                   100
                                       Mehrkosten Arbeit                   200
400                                    Steuern                             400
100                                    Weiterbildung                       100
4575                                   TOTAL                               4125

Einkommen total         10000
Existenzminima          8700
Überschuss              1300

715 (55%)                              Aufteilung Überschuss               585 (45%)
5290                                   TOTAL                               4710

Fazit: Mann zahlt 5290 an Frau.




4.5.2    Bsp. 2:
                                                                                                   Seite 22
Thomas Candrian
Mann Angestellter 4500, Frau Krankenschwester 1800, 2 Kinder

Frau                                 Einkommen                             Mann
1800                                 Gehalt                                4500

Frau                                 Ausgaben                              Mann
1065                                 Grundbetrag                           1065
400                                  Grundbetrag Kinder
1000                                 Miete inkl. NK                        800
50                                   El / Gas                              30
100                                  Kommunikation                         100
300                                  KK                                    200
50                                   Zahnarzt
30                                   Versicherungen                        20
70                                   Fahrkosten Arbeit                     100
                                     Mehrkosten Arbeit
100                                  Steuern                               100
80                                   Weiterbildung                         80
3245                                 TOTAL                                 2495

Einkommen total        6300
Existenzminima         5740
Überschuss             560

336 (60%)                            Aufteilung Überschuss                 224 (45%)
3581                                 TOTAL                                 2719
1800                                 - Eigenes Einkommen                   4500
1781                                 Unterhaltspflicht                     - 1781

Fazit: Mann zahlt 1781 an Frau, Mann kriegt mehr als Existenzminimum da Frau arbeitet.

4.5.3    Bsp. 3:
Mann Handwerker 6000, Frau ohne Arbeit, 3 Kinder

Frau                                 Einkommen                             Mann
0                                    Gehalt                                6000

Frau                                 Ausgaben                              Mann
1065                                 Grundbetrag                           1065
935                                  Grundbetrag Kinder
1200                                 Miete inkl. NK                        900
60                                   El / Gas                              40
100                                  Kommunikation                         100
320                                  KK                                    200
                                     Zahnarzt
30                                   Versicherungen                        25
                                     Mehrkosten Arbeit
100                                  Steuern                               100
                                     Weiterbildung
3810                                 TOTAL                                 2430

Einkommen total        6000
Existenzminima         6240
Fehlbetrag             -240

3810                                 TOTAL                                 2430
0                                    - Eigenes Einkommen                   6000
3810                                 Unterhaltspflicht                     - 3570
240                                  Fürsorge

Fazit: Mann zahlt 3570 an Frau, Frau braucht Fürsorge.

4.5.4    Bsp. 4:
                                                                                         Seite 23
Thomas Candrian
Mann Handwerker 6000, Frau ohne Arbeit, 3 Kinder

Frau                                   Einkommen                              Mann
1800                                   Gehalt                                 5500

Frau                                   Ausgaben                               Mann
1200                                   Grundbetrag                            1200
400                                    Grundbetrag Kinder
1300                                   Miete inkl. NK                         900
100                                    Kommunikation                          100
500                                    KK                                     250
50                                     Versicherungen                         50
200                                    Berufsauslagen                         200
200                                    Steuern                                200
                                       Weiterbildung
3950                                   TOTAL                                  2900

Einkommen total            7400
Existenzminima             6850
Überschuss                 550

400 (70%)                              Aufteilung Überschuss                  150 (30%)
4350                                   TOTAL                                  3050
1800                                   - Eigenes Einkommen                    5500
2550                                   Unterhaltspflicht                      - 2550

Fazit: Mann zahlt 1781 an Frau, Mann kriegt mehr als Existenzminimum da Frau arbeitet.

5      Erbrecht
5.1      Gesetzliche Erbfolge:
    1. Gut folgt Blut (Ausnahme: Ehegatte, Adoptivkinder)
    2. Ehegatte

5.2      1. Zuerst wird die Parentel bestimmt:
1. Parentel: Nachkommen des Erblassers. Wenn keine vorhanden, dann
2. Parentel: Nachkommen der Eltern des Erblassers. Wenn keine vorhanden, dann
3. Parentel: Nachkommen der Grosseltern des Erblassers. Wenn keine vorhanden, dann
Kanton/Gemeinde.

   Ist einer der Erbnehmer in der Parentel bereits gestorben, so wird sein Teil gleichmässig auf seine
    Nachkommen verteilt.
   Hat der Stamm geerbt, erhalten die Zweige nichts.

5.3      2. Nun wird der Erbteil des Ehegatten bestimmt:
Abhängig des Grades der Parentel wird

1. Parentel                            Ehegatte 50%
2. Parentel                            Ehegatte 75%
3. Parentel                            Ehegatte 100%

Der Rest geht zur Vererbung an die Parentel.




5.4      3. Nun wird der Pflichtteil bestimmt
Der Pflichtteil beträgt:
                                                                                                          Seite 24
Thomas Candrian

   Bei Kindern ¾ des Erbteils
   Bei Eltern je ½ des Erbteils
   Beim Ehegatten ½ des Erbteils.



5.5         Beispiele:

                                                    1. Parentel vorhanden.

                                                    Ehegatte 50%, Rest 50%.
        ½
                                                    Jedes Kind 50% des Anspruchs, also 25%

                                                    Totes Kind vererbt Anspruch, also 50% von 25% = 12.5%
                       ¼




    ⅛         ⅛




               ⅛                                    2. Parentel vorhanden.

                                                    Ehegatte 75%, Rest 25%.
                         1
                           /16
¾                                                   Eltern je 50% des Anspruchs, also je 12.5%

                                                    Totes Elternteil vererbt Anspruch zu je 50% an jedes Kind, also
                                                    6.25%.
                                 1     1
                                 /32   /32
                                                    Totes Kind vererbt Anspruch zu je 50%, also 3.125%




5.6         Gewillkürte Erbfolge
Durch Erblasser bestimmte Erbfolge. Möglichkeiten:

eigenhändiges Testament                    öffentliches Testament                 Erbvertrag (zweisitiges geschäft)
 eigenhändig geschrieben                  gleich wie eigenhändiges                Notar
 Unterzeichnet                             Notar                                 2 Zeugen müssen
 Ort                                       2 Zeugen müssen                          Urteilsfähigkeit schriftlich
 2 Zeugen müssen                               Urteilsfähigkeit schriftlich          bestätigen
    Urteilsfähigkeit schriftlich                bestätigen
    bestätigen                                                                    mehrere Varianten:
                                                                                  Erbverzichtsvertrag
                                                                                  Gegenseitiger Vertrag bei
                                                                                  Eheleuten

5.7         Pflichtteilrecht
   für Nachkommen drei Viertel des gesetzlichen Erbanspruches
   für die Eltern je die Hälfte ihres Erbanspruches
   für den überlebenden Ehegatten die Hälfte des Erbanspruches



5.8         Beispiele:
                                                                                                               Seite 25
     Thomas Candrian

                                                       Blau: Erbanspruch gem. Gesetz.

     ¼                                                 Grün: Pflichteil
             ½
                                                                          3   6        12
                                                       Total freie Quote: /8 = /16 = /32 = 37.5%
                               3
                            ¼ /16



                  ⅛
      ⅛           3
                  /32
     3
       /32


                      ⅛                                Blau: Erbanspruch gem. Gesetz.
                  1
                      /16
                                                       Grün: Pflichteil
                               1
¾                              /16
3                                                                         9       18
/8                                                     Total freie Quote: /16 =    /32 = 56.25%



                                     1       1
                                      /32     /32




     5.9         Der Erbgang
     Beginnt mit Tod des Erblassers

             1. Nichtstun = Annahme der Erbschaft
             2. Ausschlagung innert 3 Monaten
             3. Amtliches Inventar (580 ZGB)
                 Schuldenruf ergibt Bilanz per Todestag.

     5.10 Ausgleichung von Vorbezügen
     2 Möglichkeiten:              - Natura
                                   - Anrechnung (mit Wert des Todestages)

            Was ist anzurechnen? Grundsätzlich alles, wenn nicht ausdrücklich ausgenommen. Ausnahme
             Gelegenheitsgeschenke.
            Pflichtteile müssen trotz Vorbezug gewahrt sein!
            Erziehungskosten nur über übliches Mass hinaus.
            Noch nicht erzogene Kinder dürfen künftige Kosten zum Erbteil hinzu beanspruchen.

     5.11 Anfechtung von Verfügungen
     Ungültigkeitsklage              Gründe:
                                      Formmangel
                                      Nicht verfügungsfähig
                                      mangelhafter Wille
                                      rechtswidrig oder unsittlich
     Herabsetzungsklage              Mit der Herabsetzungsklage verlangt der Pflichtteilserbe die Auszahlung seines
                                     Pflichtteils.

     Verjährt 1 Jahr nach Tod.

     5.12 Erbengemeinschaft
     Einstimmigkeitsprinzip, aber jeder kann Teilungsklage erheben.

                                                                                                                  Seite 26
Thomas Candrian




                  Seite 27
Thomas Candrian


4 Teil Obligationen
1       Das OR
1.1       Allgemeiner Teil
1.1.1       Entstehung der Obligation (=Schuld, Pflicht)
                                                 Obligation
Vertrag                          Unerlaubte Handlung                               Ungerechtfertigte
                                                                                   Bereicherung

1. Antrag                        Verschuldenshaftung                               Leistung ohne Grund
                                 Tatbestandsmerkmale:
Kein Antrag ist
18.1                                 1.    Schaden
 Scherz                             2.    Widerrechtlich
 Massensendungen                    3.    adäquater Kausalzusammenhang
 Internet                           4.    Verschulden
 Haustüre (nur wenn nicht
    bestellt)                    Absicht                Fahrlässigkeit
                                                        Grob / Leicht
2. Annahme
                                 Kausalhaftung
Übereinstimmende                  Tierhalter
Willensäusserung                  Fam. Oberhaupt                   Entlastung
                                  Geschäftsherr                    möglich
                                  Werkeigentümer

                                    Motorfahrzeughalter
                                                                    Keine
                                                                    Entlastung
                                                                    möglich
Geissbockfall

Wanderer scheucht Geissbock auf Bauernhof auf. Geissbock verletzt Wanderer. Wer bezahlt den Schaden?

    1. Unerlaubte Handlung ( Bauer, falls sein Verschulden)
    2. Vertragsschuldner (Versicherer) (da kein Regress möglich)
    3. Kausalhaftpflichtige



2       Vertragsabschluss
Beispiel:

 Datum         Aktion                                                       Rechtsgeschäft
 15.1          Erscheinen eines Inserats (Sackmesser à 20.-)                Unverbindliches Angebot
 18.2          Bestellschein abgeschickt                                    Verbindlicher Antrag
 20.1          Bestellschein trifft beim Verkäufer ein
 22.1          Verkäufer verpackt Sackmesser                                Annahme des Antrags
                                                                            = Vertragsschluss
 23.1          Verkäufer verschickt
 24.1          Ware trifft beim Kunden ein                                  Käufer wird Eigentümer
 27.1          Kunde benutzt Ware
 29.1          Kunde bezahlt Ware

FRAGE: Wann kommt der Vertrag zustande?

ANTWORT: Sobald der Verkäufer eine Aktion macht, die auf die Annahme des Angebots hinweist.

                                                                                                       Seite 28
Thomas Candrian
2.1     Widerrufsmöglichkeiten
Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften (Art. 40): 7 Tage

Leasing: Der Verbraucher/ Existenzgründer hat nach Vertragsabschluss ein grundsätzlich 2-wöchiges
Widerrufsrecht. Die Frist beginnt, wenn der Unternehmer dem Verbraucher eine ordnungsgemäße Belehrung zur
Verfügung gestellt hat

Vor der Annahme (!) beim Antragssteller

2.2     Form der Verträge
Varianten                                     Beispiel
    1. Regel: formlos                          Kiosk
    2. Schriftlich                             Kündigung des Mieters (Termin)
                                               Im Arbeitsvertrag müssen folgenden Punkte:
                                                        o Überstundenentschädigung
                                                        o Konkurrenzverbot
                                               Zession  Abtretung

    3. Qualifiziert schriftlich                  Kündigung Vermieter (Formular)
     Öffentliche Beurkundung                    Eigenhändiges Testament

2.3     Öffentliche Beurkundung
≠ Beglaubigung (Echtheit)

Beglaubigung & Willensäusserung

2.4     Register
Handelsregister             Grundbuch                    Eigentumsvorbehaltsregister
- Positive Rechtskraft                                    Negative Rechtskraft

Die Einwendung, dass jemand eine Dritten                 D.H. es kann bestritten werden, dass man es weiss.
gegenüber wirksam gewordene Eintragung nicht
gekannt habe, ist ausgeschlossen.                        Ist beim Betreibungsamt

                                                         Nützt nur im Konkursfall! Daher selten benutzt.

2.5     Handelsregister
Als Handelsregister bezeichnet man ein öffentliches Verzeichnis, dass Eintragungen über die angemeldeten
Kaufleute in einem bestimmten geografischen Raum. Das Handelsregister soll eine Publikations-, Beweis-,
Kontroll- und Schutzfunktion erfüllen.

Typischerweise enthält das Handelsregister unter anderem Informationen über Firma, Sitz, Niederlassung und
Zweigniederlassungen, den Gegenstand des Unternehmens, vertretungsberechtigten Personen, die Rechtsform
des Unternehmens sowie das Grund- oder Stammkapital.

2.6     Grundbuch
Register dienen insbesondere der Eintragung von dinglichen Rechten an Sachen: Für Schiffe besteht ein
Schiffsregister, für Grundstücke das Grundbuch.

Die eintragbaren Rechte sind vielfältig, hauptsächlich handelt es sich um das Eigentum und die Pfandrechte. Da
unter bestimmten Voraussetzungen in die Register Einsicht genommen werden kann, erhalten die eingetragenen
Rechte eine Publizität, auf Grund welcher sie jedermann entgegengehalten werden können.




2.7     Eigentumsvorbehalt
                                                                                                           Seite 29
Thomas Candrian
Im Schweizerischen Recht ist der Eigentumsvorbehalt in Art. 715 f. ZGB geregelt. Dieser ist nur dann wirksam,
wenn er an dem jeweiligen Wohnort des Schuldners in einem vom Betreibungsbeamten zu führenden öffentlichen
Register eingetragen ist. Gegenstände, die mit Eigentumsvorbehalt übertragen worden sind, kann der Eigentümer
nur unter der Bedingung zurückverlangen, dass er die vom Erwerber geleistete Abzahlung unter Abzug eines
angemessenen Mietzinses und einer Entschädigung für Abnützung zurückerstattet (Art. 716 ZGB, Art. 109 und 162
Abs. 2 OR). Gutgläubigen Dritten kann der Eigentumsvorbehalt trotz Registereintrag nicht entgegengehalten
werden.

2.8       Nichtigkeit/Abfechtbarkeit
Nichtig:                                                     Anfechtbar:
                                                             innert Jahresfrist kann ungültig erklärt werden
     widerrechtliche Inhalte sind nichtig (aber nicht der    Drohung
      ganze Vertrag!)                                         Täuschung
                                                              Übervorteilung (  objektiv : offensichtliches
     unmögliche Inhalte sind nichtig                            Missverhältnis / subjektiv: Ausbeutung)
      (objektive Sicht!)                                      Irrtum: (OR Art. 23 ff)

     unsittliche Inhalte sind nichtig                           1. Anderer Vertrag als gedacht: Z.B. Kauf statt
                                                                    Miete
Alles andere ist nur anfechtbar. (Z. B. bei                      2. Anderer Vertragsgegenstand oder Person: Z.B.
Vertragsschluss unter Zwang)                                        Verwechslung bei Anstellung des
                                                                    Arbeitsvertrags
Nachträgliche Unmöglichkeit                                      3. erhebliches Missverhältnis: Z.B. Verkäuferin
Auch bei nachträglicher Unmöglichkeit des Vertrags                  verkauft Ring für 1/10 des Wertes.
(Absage des Konzerts wegen höherer Gewalt)                       4. Anderer Sachverhalt: Z.B. ???

 Vertrag erlischt entschädigungsfrei!                        Vertrag ist anfechtbar

3       Sicherungsmittel
                                                    Sicherungsmittel
                       Realsicherheiten                                        Personalsicherheiten
1. Kaution                                                     1. Bürgschaft
2. Faustpfand                                                  2. Konventionalstrafe  Reueld
3. Grundpfand                                                  (3. Akkreditiv)

3.1       Kaution
Hinterlegung von Vermögenswerten (Geld).

3.2       Faustpfand
Hinterlegung von Vermögenswerten (Immobilien und z.T. Mobilien, sofern vom Gläubiger angenommen)

3.3       Grundpfand ( = Hypothek)
Das Gesetz kennt drei Arten von Grundpfändern, die Grundpfandverschreibung, den Schuldbrief und die Gült. Alle
drei können nur durch einen Eintrag im Grundbuch begründet werden, und zwar gestützt auf einen öffentlich
beurkundeten, d.h. notariell errichteten Vertrag (Art. 799 ZGB).

Typ                                       Grundpfand-                              Schuldbrief
                                         verschreibung
Untertyp                                                             Inhaber                   Namenspapier
Rückzahlung via                  Zession                     Blosse Übergabe              Indossament
                                                                                          (an die Order (des neuen))
Nach vollständiger               Nichtig                     Leere Schuldbriefe
Rückzahlung


3.3.1       Grundpfandverschreibung

                                                                                                            Seite 30
Thomas Candrian
Die Grundpfandverschreibung dient der Sicherung einer bisherigen oder zukünftigen Forderung, die nicht
untrennbar mit dem Pfandrecht verbunden ist (das Haus / Boden).

3.3.2    Zession
Zession = Abtretung eines Vermögenswertes
A schuldet B Geld. B kann die Schuld an C übertragen. Nun schuldet A C Geld. Das nennt man Zession.
Eine Zession ist immer möglich, auch ohne Einverständnis des Schuldners!

3.3.3    Schuldbrief
Der Schuldbrief zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die Forderung der Kreditgeberin als auch das Pfandrecht
in einem Wertpapier, d.h. einer handelbaren Urkunde ähnlich einer Aktie oder Obligation verkörpert ist (Art. 842
ZGB). Errichtet wird der Schuldbrief beim zuständigen Grundbuchamt. Der Pfandtitel ist durch den
Grundbuchverwalter auszustellen und von diesem zu unterschreiben (Art. 857 ZGB). Das Papier lautet entweder
auf den Inhaber (z.B. die Bank) oder auf den Namen einer bestimmten Person (= der Schuldner) (Art. 858 ZGB,
Art. 53 ff. GBV). Gleichzeitig muss der Schuldbrief nach Art. 856 Abs. 1 ZGB ins Grundbuch eingetragen werden.
Der Eintrag muss zum Schutze der Beteiligten stets mit den Angaben im Schuldbrief übereinstimmen.

Nur die Besitzerin des Papiers kann die Forderung geltend machen (Art. 868 ZGB). Ein Schuldbrief ist aber kein
Schuldschein, den man nach Rückzahlung der Schuld getrost wegwerfen könnte (s. Art. 88 f. OR). Man stellt ihn
sich besser als einen in Umlauf gebrachten Teil des Grundbuchs vor. Das Pfandrecht kann nämlich im Grundbuch
nur geändert oder gelöscht werden, wenn der Schuldbrief dem Grundbuchamt eingereicht wird (s. Art. 864, 874
ZGB). Bleibt ein Schulbrief unauffindbar, muss er mit einem öffentlichen Aufruf gerichtlich für kraftlos erklärt
werden.

Vielfach ist es nicht sinnvoll, einen abbezahlten Schuldbrief löschen zu lassen. Braucht man später wieder Geld,
kann man das Papier der Kreditgeberin aushändigen und so ohne weitere Grundbuchgebühren wieder “eine
Hypothek aufnehmen”. Wenn Sie sich aber dafür entscheiden, den Schuldbrief bestehen zu lassen, müssen Sie
ihn unbedingt sicher aufbewahren, und zwar an einem Ort, wo Sie – und allenfalls auch Ihre Erben – ihn wieder
finden. Sonst wird über kurz oder lang eine teure Kraftloserklärung nötig.

3.4     Bürgschaften
3.4.1    Konventionalstrafe
Strafe bei nicht korrekt durchgeführter Vertragsleistungen.

 Man will dass der Vertrag eingehalten wird.

3.4.2    Reuegeld
Gegen Bezahlung einer Summe ist ein Vertragsrücktritt möglich.

Anzahlung ist kein Reugeld (158 Abs. 1).

 Man nimmt in Kauf dass der Vertrag nicht erfüllt wird.

3.4.3    Akkreditiv
Ein Dokumenten-Akkreditiv ist ein selbstschuldnerisches, abstraktes, bedingtes Zahlungsversprechen der Bank
eines Importeurs, in der diese sich gegenüber dem Exporteur einer Ware verpflichtet, bei Vorlage
akkreditivkonformer Dokumente Zahlung zu leisten. Abstrakt bedeutet, dass das Zahlungsversprechen der Bank
rechtlich losgelöst vom Grundgeschäft ist und selbständig neben dem Kaufvertrag steht. Bedingt bedeutet, dass
die Erfüllung des Zahlungsversprechens an Bedingungen geknüpft ist, die immer dokumentärer Natur sind.

Das Akkreditiv ist damit ein Instrument, mit dem im Außenhandel (selten auch im Binnenhandel) die Interessen von
Käufern und Verkäufern von Waren ausgeglichen werden. Der Käufer erhält durch diese Form der Abwicklung die
Gewissheit, dass er nur zahlen muss, wenn der Verkäufer die bestellte Ware geliefert hat und dies durch die
Vorlage ordnungsgemäßer Dokumente nachgewiesen hat. Der Verkäufer bekommt die Gewissheit, dass er nach
Lieferung der Ware und nach der Vorlage ordnungsgemäßer Dokumente bei der avisierenden (oder, wenn dies
zulässig ist, einer anderen) Bank den Verkaufserlös erhält.



                                                                                                           Seite 31
Thomas Candrian
3.5      Bazarfall:
A geht auf den Bazar und will einen Teppich kaufen. Dieser kostet 1000 CHF (30% Bruttomarge). Er leistet 400
CHF Vorauszahlung. Am nächsten Tag will er ihn nicht mehr kaufen.

Was passiert:

1. A muss den Teppich nicht kaufen (kein Zwang, etwas zu kaufen).
2. ABER: A muss Schadenersatz leisten, und zwar den entgangene Gewinn.
Dieser ist hier 30% des Wertes des Teppichs, also 300 CHF. Also muss der Händler A noch 100 CHF
zurückzahlen.



4     Besonderer Teil OR
4.1      Verträge auf Veräusserung

 4.1.1      Kauf                     4.1.2     Tausch                    4.1.3      Schenkung
 Erhalt des Eigentums an einer       Rechtswirksame gegenseitige         Die Schenkung ist eine Zuwendung,
 Sache gegen Bezahlung               Übertragung von Gütern              durch die jemand aus seinem
                                                                         Vermögen einen anderen bereichert
                                                                         und beide Teile darüber einig sind,
                                                                         dass die Zuwendung unentgeltlich
                                                                         erfolgt.

4.2      Verträge auf Gebrauchsüberlassung

 4.2.1      4.2.2     Leihe          4.2.3     Miete          4.2.4     Pacht          4.2.5     Darlehen
 Einschr    Benutzungsrecht          Benutzungsrecht          Benutzungspflicht
 änkung
            Bleibt Eigentum des      Bleibt Eigentum des      Bleibt Eigentum des      Wird Eigentum des
            Vermieters               Vermieters               Verpächters              Brogers
                                                                                       (Darlehensnehmer)

 Speziell   Leasing = Miete mit      Mietrecht (Art. 13                                (im Gegensatz zur
 es         langer Vertragsdauer     VMWG):                                            Miete / Man kann nicht
            (= 4 Jahre)                                                                den gleichen
                                     Mietzinserhöhung                                  Gegenstand
            3 Pflichten vom                                                            zurückgeben, z.B.
            Leasinggeber:            1. Pro ¼ Prozent                                  Benzin)
            - Kreditprüfung          Hypozinserhöhung.
            - Registereintrag
              (IKO-Register)            2% bei > 6%
            - Meldung bei 3 Raten       2.5% zw. 5-6%
              im Rückstand              3% < 5%

                                     2. Teuerung zu 40%

                                     3. Wertvermehrende
                                     Investitionen




                                                                                                        Seite 32
Thomas Candrian
4.3      Verträge auf Arbeitsleistung

 4.3.1     Arbeitsvertrag             4.3.2     Werkvertrag                  4.3.3    Auftrag
 EAV
 Lehrvertrag
 Heimarbeiter
 Handelsreisender
 GAV
 Weisungsrecht                        Zu zahlen nur bei Erfolg, sonst        Zahlung bei Besorgung von
                                      nicht!                                 Diensten, unabhängig vom Erfolg.
 Vorteile:                                                                   Mäkler
  Weiterzahlung bei Krank, Unfall                                            Vemittler

 Nachteile:                                                                  Mäkler = Vermittler = Fremder
  Chef                                                                      Name, richtige Rechnung

                                                                             Kommission = eigener Name ,
                                                                             eigene Rechnung

                                                                             Agenturvertrag = Fremder Name,
                                                                             Fremde Rechnung
 Unfall: Lohnfortzahlung : 2 Jahre à 80% (+ IV Rente)

 Krankheit: OR 324A
 3 Monate kein Krankheitsgeld!

      1. Dienstjahr: 3 Wochen zu 100%
      2. Dienstjahr: 4 Wochen zu 100%
      3. / 4. Dienstjahr: 2 Monat

  Berner Skala

 Kündigungsschutz:
 Es kann nicht gekündigt werden wegen Abwesenheit bei

 1 DJ: 30 Tage
 2-5 DJ: 90 Tage
 6+ DJ: 180 Tage

4.4      Kaufvertrag
Liefervertrag                                            Mangelhafte Lieferung
Privatverkehr: Mahnen bei Liefertermin                   Mangelhafte Liefung
Kfm. Verkehr: Mahnung freiwillig
Privatverkehr: 3 Varianten                                  Wandelung
 Verzicht = Rücktritt:                                     Minderung
    Spesen des Käufers müssen ersetzt werden                Ersatz
 Schadenersatz: Der Entstandene Schaden muss
    ersetzt werden.                                      Der Käufer wählt!
 Beharren auf Vertragserfüllung (Standard):
    Bei Ersatzkauf kann Differenz in Rechnung gestellt   Ausnahmen:
    werden.
Kfm. Verkehr:                                                1. Ersatz nur für Gattungswaren (205)
 Verzicht = Rücktritt (Standard):                           2. Wandelung nur bei erheblichen Mangeln (205)
    Spesen des Käufers müssen ersetzt werden                 3. Beim Platzkauf von Gattungswaren kann der
    (sonst (=wenn billiger) = Spesen)                           Verkäufer Ersatz anbieten. (206)


Verjährt 1 Jahr nach Ablieferung
Irrtum: 1 Jahr nach Entdeckung

Mahnen = Informieren und neuen Termin setzen
                                                                                                        Seite 33
Thomas Candrian


5 Makroökonomie: Finanzsystem, Konjunktur, Inflation
1     Magisches 6eck
Vergleiche auch Buch S. 78ff




Nach dem Stabilitätsgesetz hat die Wirtschaftspolitik im Einklang mit der Zentralbank vor allem folgende Aufgaben,
die als „Magisches Sechseck“ bezeichnet werden:

1. Wirtschaftswachstum
2. Preisstabilität
3. Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
4. Vollbeschäftigung
5. Sozialer Ausgleich
6. Umweltqualität

Magisch ist das Sechseck deshalb, weil die Maßnahmen der EZB (Europäische Zentralbank) resp. SNB
(Schweizer Nationalbank) und des Staates, die ergriffen werden, um eines dieser Ziele zu erreichen, oft ein
anderes behindern (Divergente Ziele).

Ein Beispiel dafür ist Wirtschafswachstum und Preisstabilität: Zinssenkung belebt die Konjunktur 
Arbeitsmarktsituation und entwickeln sich positiv, aber die Preisstabilität sinkt.

Oder: Hohes Exportvolumen  Gut für Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt, schlecht für die Inflationsrate, das
außenwirtschaftliche Gleichgewicht kommt auch aus der Waage.

Klassischer Konflikt            = Preisstabilität  Vollbeschäftigung
                                                                                         Beides gleichzeitig
Moderner Konflikt               = Umwelt  Wachstum                                     nicht möglich!

Da magische 6eck ist ein Abbild der Zielkonflikte. Ein Ziel kann nicht erreicht werden, ohne ein anderes zu
verunmöglichen.




2     Geld + Finanzsystem

                                                                                                          Seite 34
Thomas Candrian
2.1     Funktion des Geldes
Vgl. S. 83

Geld: Als Geldfunktion bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die verschiedenen Formen von Nutzen, die
Geld stiften kann:

   Geld hat Zahlungsmittelfunktion. Unter einem Tausch- oder Zahlungsmittel versteht man ein Objekt oder
    auch ein erwerbbares Recht, das ein Käufer einem Verkäufer übergibt, um Waren oder Dienstleistungen zu
    erwerben. Geld vereinfacht den Tausch von Gütern und die Aufnahme und Tilgung von Schulden.
   Geld ist ein Wertaufbewahrungsmittel. Um diesen Zweck erfüllen zu können, muss es seinen Wert dauerhaft
    behalten können.
   Geld ist Wertmaßstab und Recheneinheit. Der Wert einer Geldeinheit wird als Kaufkraft bezeichnet.

Geld ist aber auch ein Produkt, allerdings wird es nur verliehen und nicht verkauft. Dabei wird immer ein
Zins fällig. Da es ein Produkt ist unterliegt es auch dem Angebots- und Nachfragediagramm: Viel
Nachfrage = höhere Zinsen.

2.2     Zusammensetzung des Geldes:
                                                    Geld
                       Buchgeld                                             Notengeld
                     ¾ allen Geldes                                        ¼ allen Geldes

Buchgeld: Buchgeld bezeichnet Geld, welches nicht als Bargeld vorliegt, sondern als sofort liquidierbares
Guthaben auf einem Konto. Die Kontenbestände sind sogenannte Sichtguthaben: sie müssen auf Sicht, d. h.
jederzeit und sofort auf Verlangen des Kontoinhabers von den Banken in Bargeld ausbezahlt werden.

Geldangebot ist Sache der SNB. (Vgl. Bilanz 86)

 SNB muss den Notenumlauf mit:

   ca. 12% Geld und Forderungen aus Geldgeschäften,
   30% des Notenumlaufs mit Devisenanlagen und
   15% mit Debitoren bei Geschäften decken.

Effektiv sieht die Bilanz so aus:

                                                    SNB
Aktiven                                               Passiven
20% Forderungen aus Geldgeschäften                    Notenumlauf 38.9 Mia
40% Devisen
25% Gold

2.3     Geldmengen im Umlauf
2.4     Geldmengen
Die Geldmenge M0 ist das von der Zentralbank geschaffene Geld und besteht aus den Giroguthaben der
Banken bei der Zentralbank und dem in Umlauf befindlichen Bargeld (Münzen und Banknoten). Sie unterliegt dem
direkten Einfluss der Zentralbank.

Geldmenge M1 umfasst die Gelder, die jederzeit als Zahlungsmittel eingesetzt werden können, also Bargeld
und Sichteinlagen.

Geldmenge M2 umfasst zusätzlich zu M1 die innerhalb einer Obergrenze wandelbaren Spareinlagen.

Geldmenge M3 umfasst zusätzlich zu M2 Termingelder.

2.5      Stand Schweiz
M0: Notenbankgeldmenge = 38.9 Mrd.  Alles Geld der Notenbank
                                                                                                      Seite 35
Thomas Candrian

M1: Total ca. 269.2 Mrd.

Bargeldumlauf           36 Mrd.           Im Portemonnaie                  M1 = 269.2
Sichtguthaben           141.1 Mrd         Auf dem Bankkonto                Für Inflation
Transaktionskonti:      92.1 Mrd                                            entscheidend!
Kassenbestand der Bank: 38.9 – 36 = 2.9 Mrd.

2.6     Geldmengenveränderung
Die SNB muss, um den Wertverlust in Grenzen zu halten, die Geldmenge verändern. Die SNB hat dazu 2
Instrumente: (siehe dazu:http://www.snb.ch/d/welt/portrait/monetary_policy/5.html)

2.7     Repogeschäfte mit Wertpapieren
SNB kauft Wertpapiere und schreibt der Geschäftsbank das Geld gut. In drei Monaten muss die Geschäftsbank die
Wertpapiere zum gleichen Preis zurücknehmen. Damit erhöht sich die Geldmenge. Umgekehrt wird die
Geldmengeverringert, indem weniger Repogeschäfte gemacht werden.

 kurzfristiges Geldinstrument, da nur 3 Monate.
 Es müssen darum laufend neue Repogeschäfte gemacht werden.

Wirkung:
 Die Banken haben mehr Geld zur Verfügung und können dies nun an Kunden ausleihen.
 Da aber nun mehr Geld im Umlauf ist wird es wertloser, d.h. es gibt Inflation.
 Inflation lässt sich also Bekämpfen, indem weniger Geld an Geschäftsbanken verliehen wird (d.h. weniger
   Repogeschäfte).
 Umstritten ist Konjunkturbelebung mit Geldmengenerhöhung ( da ohne Gewinnerwartung keine
   Geldnachfrage besteht!)
 Hier bezahlen die Geschäftsbanken den Zins! Dies ist nun der Zins, welcher auch veröffentlich wird („Leitzins“).

2.8     Devisengeschäfte
„Druckerpresse der SNB:“

Die SNB kauft Devisen (=Fremdwährungen) der Geschäftsbanken. Da die SNB nun mehr Fremdwährungen zur
Deckung des eigenen Geldes hat, steigt der Wert des CHF. Zudem haben die Geschäftsbanken danach mehr
Geld, welches sie gewinnbringend verleihen können.

   Dies wird „Devisenswaps“ genannt.
   Allerdings ist der Nutzen beschränkt, da die SNB Unmengen an Devisen kaufen resp. verkaufen müsste, um
    den Wechselkurs zu verändern.
   Zudem kann die SNB ja auch nicht Devisen verkaufen, welche sie nicht hat!
   Sie werden darum nur noch selten eingesetzt.

2.9     Wie funktioniert das nun genau?
Nehmen wir an, es geht den Menschen gut und das Geld sitzt ihnen locker in der Tasche. Viele Leute buchen
Ferien, kaufen Autos, bauen Häuser. Das Angebot wird deshalb knapp, denn es können nicht so viele Autos
produziert werden, und die Preise beginnen zu steigen. Die Inflationsprognose sagt für die nächsten Jahre eine
Preissteigerung von mehr als zwei Prozent voraus. Deshalb beschliesst die Nationalbank, das Geld knapper zu
machen. Sie verlangt von den Banken höhere Zinsen. Die Banken nehmen allmählich weniger von diesen teuren
Krediten auf. Und sie verlangen auch selbst höhere Zinsen. Weil die Zinssätze höher sind, werden auch die
Anlagen in Schweizer Franken attraktiver. Die Nachfrage nach Frankenanlagen nimmt zu, und der Preis des
Frankens, der Wechselkurs, steigt. Schweizer Güter werden im Vergleich zu ausländischen Gütern teurer - dies
verlangsamt die Exporte. Schon sehr bald spüren die Menschen die Verknappung des Geldes: Ferien werden
verschoben, das alte Auto muss noch eine Weile halten, und der Bau des Hauses muss warten. Im Verhältnis zum
Geldangebot gibt es wieder mehr Produkte und Dienstleistungen. Resultat: Der Anstieg der Preise ist gebremst.



3     Inflation
                                                                                                         Seite 36
Thomas Candrian
siehe auch: http://www.rmoser.ch/downloads/inflation.pdf

Inflation weltweit:




Folgen:

 Ungerechtigkeiten: Sparer (insb. Rentner) verlieren:
Das Geld auf der Bank ist nicht mehr soviel Wert, man kann nicht mehr soviel damit kaufen.
 Umverteilung (Reiche werden reicher, arme werden zahlreicher)
Reiche werden dadurch reicher, dass sie Ihr Geld in Werte anlegen, z.B. Häuser, Aktien etc. welche ja an Wert
gewinnen. Diejenigen, welche wenig oder kein Geld haben, müssen höhere Preise bezahlen.
 Mondpreise (extrem hohe Preise)
Es entstehen extrem hohe Preise, da das Geld wertlos wird.
 Stagflation  Teuerung und Arbeitslosigkeit
        Nicht für alle Branchen gleich.

 Die Leute sparen nicht mehr, sondern kaufen direkt mit dem Geld sofort Güter.

 Inflationsraten von > 50% pro Monat werden Hyperinflation genannt.

Extrembeispiele:
 Deutschland 1920: Monatliche Inflation von 32’000% (jährlich: 272 mit 36 Nullen), d.h. Jeden Tag war das Geld
    22% weniger Wert.

   Ungarn 1945: Monatliche Inflation von 41'900'000 Milliarden% (jährlich: 152.6 mit 156 Nullen), d.h. Jeden Tag
    kostete alles über 3mal mehr!

   Lateinamerika 1990: Inflationsraten von ca. 800% Jährlich (d.h. jeden Tag knapp 1%). Ende Jahr daher eine
    Entwertung um den Faktor 8!

3.1     Geldschöpfung
Durch die Geldschöpfung wird eine Inflation verstärkt, da die Banken die Gelder öfter ausgeben. Dadurch wird die
Geldmenge immer grösser und darum verliert die Währung den Wert, was zu neuer Inflation führt.

Geldschöpfung bezeichnet den Vorgand der Banken, die Geld mehrfach verleiht, um daraus mehrfach Zinsen zu
ziehen. Siehe dazu weiter unten: Geldschöpfungsmultiplikator.

3.2     LIK
Die Inflation wird beschreiben, d.h. gemessen mit dem LIK.

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst die Preisentwicklung der für die privaten Haushalte
bedeutsamen Waren und Dienstleistungen. Er gibt an, in welchem Umfang die Konsumenten bei
Preisveränderungen die Ausgaben erhöhen oder senken müssen, um das Verbrauchsvolumen konstant halten zu
können. Der Landesindex wird monatlich vom BFS berechnet. Dazu werden rund 50'000 Preise durch das vom
BFS beauftragte Marktforschungsinstitut GfK oder direkt vom BFS erhoben.


                                                                                                          Seite 37
Thomas Candrian
Die wichtigsten Dinge im LIK:

Wohnen 25%
Gesundheit 15%
Nahrung 10%
Verkehr 10%

Es fehlen: Steuern & Versicherungen (25%) (!!!)




3.3     Quantitätsgleichung:
Auch Verkehrsgleichung genannt.

            M            *                V               =              P             *            Y
                       Geldstrom                                                   Güterstrom
       Geldmenge               Unlaufgeschwindigkeit                Preisniveau              Volkseinkommen
     Durchschnittliche        Gibt an, wie of das Geld           Durchschnittspreis            Reales BIP
    Geldmenge, die im           ausgegeben wurde                    aller Güter
        Umlauf ist

Während die linke Seite (M*V) die Geldzahlungen widerspiegelt, die für den Kauf dieser Güter/ Dienstleistungen
benötigt werden, stellt der rechte Teil der Gleichung (P*Y) den Wert der produzierten Güter dar (nominales
Bruttoinlandsprodukt).

Wenn die Geldmenge bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit steigt ( mehr Nachfrage), hat dies zwei
mögliche Reaktionen zur Folge:

   Zum einen kann sich bei noch nicht ausgelasteten Kapazitäten, durch die erhöhte Nachfrage, die Menge der
    produzierten Güter (reales BIP) erhöhen.

   Zum anderen bewirkt eine Geldmengensteigerung bei ausgelasteten Kapazitäten eine Preissteigerung, da
    die hohe Nachfrage auf ein konstantes Güterangebot stößt. Eine Geldmengeninflation tritt auf. (Es gibt mehr
    Geld, aber gleich viel Waren!)

Sinkt die Geldmenge bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit, hat dies einen Nachfragerückgang
zur Folge, was für die Unternehmen Umsatzrückgänge und Lagerbildung bedeutet und schließlich zu
Preissenkungen führen kann (jedoch nicht muss, es kann auch zum Abbau von Warenproduktionskapazitäten
kommen).

Man muss sich bei der Veränderung eines Parameters immer fragen, welche der anderen Parameter am
ehesten gleich bleiben!



3.4     Bekämpfung der Inflation: Geldseitig (Geldpolitik)
                                                                                                         Seite 38
Thomas Candrian
Die Inflation Geldseitig kann nur durch die Nationalbank (d.h. den Staat) gesteuert und bekämpft werden.

 Repogeschäfte mit Wertpapieren
Siehe oben. Weniger Geld = Geld ist wertvoller = Preise sinken.
Allerdings: Sinken die Geldmengen (durch höhere Leitzinsen), dann steigen zuerst die Preise (da alle Banken
versuchen, die Zinsen an die Kunden überzuwälzen und die Geldschöpfung maximieren). Erst sobald das Geld
knapp wird, sinken die Preise wieder.

 Notenumlauf verkleinern
Nützt wenig, da sich nur wegen Knappheit von Banknoten die Preise nicht ändern.

 Wechselkurs im Sinn eines harten (=teuren) CHF
Steuern erhöhen, damit keine Importierte Inflation entsteht.
Mittel: SNB müsste USD verkaufen, da die SNB aber klein ist hat dies keinen grossen Einfluss auf den Kurs.

 KRITIK: Diese Massnahmen verknappen das Geldangebot, dadurch werden die Preise stabilisiert.
Allerdings hat diese Politik einen Preis: Sie wirkt konjunkturdämpfend.

3.5     Bekämpfung der Inflation: Güterseitig
Die Inflation Nachfrageseitig kann sowohl durch den Staat als auch durch die Wirtschaft gesteuert und bekämpft
werden.

   Anheben der Mindestarbeitszeit
    Durch erhöhen der Mindestarbeitszeit wird das Produzieren der Waren günstiger, dadurch sinken theoretisch
    auch die Preise..

   Effizienzsteigerung
    Durch Verbesserungen in der Produktion werden die Kosten für die Produktion eines Produktes ebenfalls
    kleiner.

 KRITIK: Allerdings wird die Wirtschaft die Gewinne nicht oder nicht vollumfänglich an die Kunden
weitergeben

3.6     Bekämpfung der Inflation: Investitonsseitig (Finanzpolitik)
Die Inflation Nachfrageseitig kann nur durch den Staat gesteuert und bekämpft werden, da die Wirtschaft
üblicherweise keine Anreize hat oder Ihr die Mittel fehlen

   Zurückfahren von Investitionen und Staatsausgaben, erhöhen der Steuern
    Damit wirkt er auf die Nachfrageseite der Volkswirtschaft. Durch höhere Steuereinnahmen entzieht er den
    Bürgern Kaufkraft. Wenig Investitionen erhöhen das Angebot, was preissenkend wirkt.

3.7     Importierte Inflation
Importiert Inflation ist das, was passiert, wenn im Ausland Inflation herrscht und durch die freie Marktwirtschaft die
Inflation dann auch im Inland steigt.

3.8     Gründe
Es gibt 3 Gründe:

Erstens erhalten die inländischen Unternehmen für die Exporte Auslandswährung. Der Produzent bringt die
ausländische Währung zur Bank. Die Zentralbank die aufgelaufenen Devisen zum bestehenden Kurs in
Inlandswährung tauschen, wodurch die Geldmenge im Inland steigt. Da dieser Geldmengenerhöhung aber kein
höheres Realgüterangebot gegenübersteht (die Güter sind ja im Ausland), steigen nach der Quantitätsgleichung
nun auch im Inland die Preise. Die Inflation wird so aus dem Ausland importiert.

Also: +M (Mehr Geld im Umlauf) +P (höhere Preise)

Ein zweiter Transmissionskanal der ausländischen Inflation auf das Inland kommt durch die Importe selbst:
Importiert das Inland aus dem von der Inflation betroffenen Ausland Güter mit einer geringen Preiselastizität der
                                                                                                               Seite 39
Thomas Candrian
Nachfrage (z. B. Erdöl), so ist ein Durchschlagen der höheren Importpreise auf das inländische Preisniveau
wahrscheinlich.  Man muss ja teures Öl aus dem Ausland kaufen, da es sonst keines gibt. Also steigt auch der
Preis im Inland.

Also:  +P (höhere Preise durch Vorgabe aus dem Ausland)

Drittens führt der erhöhte Export von Waren zu einer Verknappung dieser im Inland, wodurch deren inländischer
Preis ebenfalls ansteigt. Besonders stark und längerfristig tritt dieser Effekt auf, wenn nur eine bestimmte Menge
produziert werden kann.

Also: - Y (Weniger Güter)  +P (höhere Preise)

3.9     Maßnahmen gegen importierte Inflation
Eine vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern praktizierte Maßnahme gegen aus dem Ausland importierte
Inflation ist die geldpolitische Strategie der Wechselkurssteuerung. Feste Wechselkurse beispielsweise sind
zwar eine wirkungsvolle Maßnahme gegen die durch Währungsabwertungen hervorgerufene importierte Inflation,
allerdings sind es gerade feste Wechselkursregime, die eine importierte Inflation erst möglich machen. Bei flexiblen
Wechselkursen würden die Exporteure die Auslandswährung ebenfalls in Inlandswährung umtauschen wollen.
Dabei würde es auf dem Devisenmarkt zu einem Überangebot der Auslandswährung kommen, so dass der Kurs
der Auslandwährung fällt. Die Inflation im Ausland würde in diesem Fall also nicht importiert.

Eine andere Möglichkeit: Inflation im Ausland führt (sofern sie nicht im Inland angekommen ist) zu einer
Wertsteigerung der eigenen Währung. Darum kaufen Spekulanten Devisen, was die Währung noch stärker macht.
( Der Export kommt zum erliegen). Man erlässt nun negative Zinsen auf Konten von Ausländern. Diese wollen
dadurch die Währung verkaufen, die Geldanlage wirkt unattraktiv. Mehr Angebot auf den Geldmärkten lässt die
Währung schwächer werden.

4     Konjunktur
4.1     Definition
Als Konjunktur bezeichnet man ein über mehrere Jahre hinweg in einer Volkswirtschaft wiederkehrendes
Grundmuster von Auf und Ab der wirtschaftlichen Aktivität. Weiterhin können mehr oder weniger
regelmäßige Schwankungen ökonomischer Größen stattfinden wie z. B. Produktion, Beschäftigung,
Zinssatz und Preise mit der Folge, dass zyklische Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität
entstehen können.




In der Grafik erkennt man die Wellenbewegung. Dies ist die Konjunktur, wobei eine Welle Konjunkturzyklus
genannt wird.
                                                                                                           Seite 40
Thomas Candrian
4.2     Messen
Gemessen wird die Konjunktur durch den Grad der Kapazitätsauslastung.
Dies ist jedoch schwierig zu messen. Ein naher verwandter der Kapazitätsauslastung ist das BIP
(Bruttoinlandprodukt), welcher den Wert der hergestellten Güter darstellt. Nimmt man an, dass jede Firma versucht,
Ihre Kapazität zu 100% auszulasten, so tendiert das BIP ebenfalls zu dieser Zahl.

theoretisch: Auf und ab der Kapazitätsauslastung  siehe 95 ff).
praktisch: Auf und ab des BIP ( siehe 44 ff)



4.3     BIP: Bruttoinlandprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines
Jahres innerhalb der Landesgrenzen (= Inlandskonzept) einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem
Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager
gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

     Rang            Land                    2008 BIP pro Kopf in $
 1             Luxemburg                                     113.044
 2             Norwegen                                        95.062
 3             Katar                                           93.204
 4             Schweiz                                         67.385

Das BIP kann auf 3 Arten gemessen resp. berechnet werden:

Produktionsseite                      Verteilungsseite                       Verwendungsseite
Entstehungsrechnung                   Verteilungsrechnung                    Verwendungsrechnung
Umsatz: ~950 Mia                      Löhne (~65%)                           Konsum (80%)
- Vorleistungen                       + Gewinne                              + Investitionen
= Wertschöpfung                       + Abschreibungen                       + Nettoexporte

CH, nach Grösse:
   1. Banken
   2. Grosshandel
   3. Gesundheit

Effektiv verwendet werden die Produktionsseite und die Verwendungsseite, da über die Verteilungsseite nicht
genügend Angaben vorhanden sind.

KRITIK: Schwarzarbeit und unbezahlte Tätigkeiten (Vereine, Hausarbeit, Ehrenämter) zählen nicht mit, sind aber
auch schwierig zu beziffern.

4.4     BNE: Bruttonationaleinkommen (früher BSP: Bruttosozialprodukt)
Das Bruttonationaleinkommen ist der Wert der Endprodukte und Dienstleistungen, die in einer bestimmten Periode
durch Produktionsfaktoren, die sich im Eigentum von Inländern (= Inländerkonzept) befinden, produziert
werden. Das Bruttonationaleinkommen wird hierbei als Einkommensindikator einer Volkswirtschaft angesehen,
da es die wirtschaftliche Leistung an den Erwerbs- und Vermögenseinkommen misst.

 Rang        Staat                          BNE (Mio. US-$)
 1           USA                            12.969.561
 2           Japan                          4.988.209
 3           Deutschland                    2.852.337                                   BIP  ≠  BSP !!
 4           Volksrepublik China            2.263.825
 15          Russland                       639.080
 17          Schweiz                        408.702

KRITIK: BNE war nie vorgesehen, um den Wohlstand zu messen, wird dazu aber missbraucht.



4.5     Konjunkturindikatoren
                                                                                                         Seite 41
Thomas Candrian
Die Ökonomie handelt über das auf und ab der Konjunktur. Grundsätzlich will man herausfinden, wann eine
Rezession stattfindet und diese dann falls möglich verhindern. Dazu wurden einige Kennzahlen entwickelt, die
Hinweise darauf geben können, in welchem Teil der Konjunktur (Rezession oder Aufschwung) man steht.


    1.5




      1




    0.5




      0




    -0.5




     -1




    -1.5



Grafik (idealisiert, um Unterschiede zu zeigen)
rot = Konjunktur
blau = gleichlaufende Indikatoren
grün = nachhinkende Indikatoren
violett = vorauseilende Indikatoren

4.6        Gleichläufige Indikatoren
Gleichläufige Indikatoren laufen gleich mit der Konjunkturkurve, d.h. auf der Grafik laufen diese parallel zur
Konjunktur.

     Konsum
       kaum volatil, da stark Einkommensunelastisch, (unabhängig vom Einkommen), daher kein klarer Indikator
     Investitionen
       mässig volatil, daher akzeptabler Indikator
     Export
       sehr volatil, darum sehr guter Indikator
     Zinsen
       kaum volatil, daher schlechter Indikator, z.T. auch Nachhinkend)
     Produktion
       sehr volatil, darum sehr guter Indikator
     BIP (pro Monat)



4.7        Nachhinkende Indikatoren
Nachhinkende Indikatoren laufen der Konjunkturkurve hinten nach, d.h. auf der Grafik laufen diese rechts versetzt
zur Konjunktur.

     Arbeitslosigkeit
           mässig volatil
     Insolvenzen
           mässig volatil
     BIP (pro Jahr)
           volatil
     Löhne
                                                                                                                 Seite 42
Thomas Candrian
        mässig volatil
 Zinsen
    mässig volatil
 Inflation
    kaum volatil

4.8     Vorauseilende Indikatoren
Frühindikatoren (vorlaufende Indikatoren) geben Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Wirtschaftslage.

  Bestellungseingang
    sehr volatil, darum sehr guter Indikator
 Offene Stellen
       mässig volatil
 Baugesuche
       mässig volatil
 Geldmenge
 mässig volatil, aber nicht unbedingt ein klarer Indikator, da auch von anderen Faktoren abhängig
 Konsumentenstimmung
   o KOF – Barometer
   o Kauf von Neuwagen
   o Anzahl Baugesuche

Volatilität: Die Volatilität ist definiert als die Standardabweichung der Veränderungen des betrachteten Parameters
und drückt aus, wie stark der Parameter schwankt.

Der Konjunkturbarometer enthält:
 Bestellungseingang Industrie
 Auftragsbestand Industrie
 Auftragsbestand Bauwirtschaft
 Erwarteter Rohstoff- und Halbfabrikateeinkauf
 Beurteilung finanzieller Lage der Haushalte
 Beurteilung der Lagerbestände im Grosshandel

KOF = Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich

4.9     Konjunkturverstärker
4.10 Konjunkturmultiplikator
                                           KJM: + Nachfrage  ++ BIP
                                             gilt auch im negativen!

Als Konjunkturmultiplikator wird die überproportionale Erhöhung des BIP durch eine Nachfrageerhöhung
bezeichnet.

Beispiel:
Mann kauft Jacht                                          100’000
Jachtbauer kauft Auto                                      80’000
Autohersteller kauft neue Küche                            64’000
Küchenhersteller kauft neue Maschinen                      50’000
Maschinenhersteller kauft 2 Motorräder                     41’000
Motorradhersteller kauft neues Dach                        30’000
Dachdecker kauft XXXX                                      22'000
usw.

 Aus 100'000 CHF Einkäufe entstehen (100'000 + 80'000 + 64’000 + usw) Wertvermehrung!

Berechnung:
                                      1                                1
                    KJM =                             =                                 =5
                                 Sparneigung                          20%
Kritikpunkte/Fragen:

                                                                                                           Seite 43
Thomas Candrian
 Wie hoch ist die effektive Sparneigung?
 Funktioniert nur wenn alles im Inland!

4.11 Geldschöpfungsmultiplikator
                                            GSM: + Kredite  ++ BIP

Als Konjunkturmultiplikator wird die überproportionale Erhöhung des BIP durch Erhöhung der Buchgeldmenge
bezeichnet.

Beispiel:
Person A hat 10'000 CHF. Er bringt das Geld auf die Bank.                 M1 bleibt gleich
Die Bank gibt nun Person B einen Kredit über 8000 CHF. 2000 CHF           M1 steigt, da das Geld immer noch A
behält die Bank als Reserve.                                              gehört, aber nun auch B zur Verfügung
                                                                          gestellt wird.
B kauft für 8000 CHF ein Auto.
Der Garagist C legt nun die 8000 CHF auf die Bank.                        M1 bleibt gleich
Die Bank gibt der Person D nun einen Kredit über 6400 CHF. 1400           M1 steigt, da das Geld immer noch C
CHF behält die Bank als Reserve.                                          gehört, aber nun auch D zur Verfügung
                                                                          gestellt wird.
usw.

 Bank verleiht das Geld mehrfach: Aus 10'000 CHF Bareinlage entstehen (10'000 + 8'000 + 6'400 + usw)
Buchgeld!

Berechnung:
                                       1                             1
                   GSM =                             =                                 =5
                                 Bankrückbehalt                     20%

Kritikpunkte/Fragen:
 In schlechten Zeiten (=hohe Inflation) tendieren die Banken, das Geld öfter zu verleihen, da die Schulden
    sinken ( weniger Gegenwert des Geldes). Das führt dazu, dass das Geld noch wertloser wird, da es zu
    einem Überangebot an Krediten führt, d.h. die Inflation steigt.

4.12 Konjunkturakzelerator
                                       GSM: + Nachfrage  ++ Investitionen
                                             gilt auch im negativen!

Als Akzelerator wird die überproportionale Erhöhung der Investitionen durch Nachfrageerhöhung bezeichnet.

Beispiel:
               Nachfrage-             Wert Maschinenpark                     Investitionen
               veränderung
Periode 1                             600’0000.-                             10% Ersatzinvestitionen
                                      Voll ausgelastet                       60'000.-
Periode 2      + 10%                  600’0000.-                             10% Ersatzinvestitionen
                                                                             60'000.-
                                      + Ausbau um 10%, um die                + Neuinvestitionen
                                      zusätzliche Nachfrage zu befriedigen   60'000.-
                                       60'000.-
                                                                             = 120'000.- Bruttoinvestitionen

                                                                             + 100% Investitionen
Periode 3      Bleibt konstant        660'000.-                              10% Ersatzinvestitionen
                                                                             66'000.-

                                                                             = -45% Investitionen


Kritikpunkte/Fragen:
Marcuse sagt: Das ist asozial, da es ständige Nachfragesteigerung braucht, um zu verhindern dass die
Investitionen absolut sinken. ( D.h. Gemäss Ihm sind Krisen aus Investitionsgründen unvermeidbar)

                                                                                                          Seite 44
Thomas Candrian

 Stimmt aber nicht, sind ja nicht die Gewinne, sondern nur Investitionen!

5     Konjunkturimpulse
In einer Rezession versucht der Staat, die Konjunktur wieder anzukurbeln. Diese Aktionen werden
Konjunkturimpulse genannt. Sie einzelnen Aktionen sollen der Wirtschaft helfen. Die Frage ist nun natürlich, was
man machen muss, damit die Konjunktur dauch wächst. Je nachdem, wie man denkt dass die Wirtschaft
funktioniert, hat man andere Ideen:

5.1     Keynes
Keyenes ist Grundlage der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik, d.h. man versucht, die Nachfrage zu
erhöhen. Dies soll durch folgende Aktionen geschehen:

   Impulsprogramme durch den Staat! (Investieren und Bauen)
   Antizyklisch handeln (d.h. das Auf und Ab durch Aktionen etwas glätten)
   Steuern senken (Konsum wird dadurch erhöht)
   Zuflüsse / Abflüsse

Probleme / Kritik:

            1. Defizite: Die Ausgaben werden nie wieder reingeholt. Steuern lassen sich im Aufschwung nur
               begrenzt erhöhen, da diese konjunkturbremsend wirken.
            2. Schulden durch Inflation abzubauen ist Plan.
            3. Kein Sparen beim Staat: Der Staat macht sich durch die Aktionen selbst zum grossen Teilnehmer
               der Wirtschaft, er baut Arbeitsplätze und Bürokratie auf, die nicht abgebaut werden können.
            4. Time lag: Die Impulsprogramme wirken nicht direkt, sonder haben eine gewisse bis grosse
               Verzögerung.
            5. Staatsaktionitis: Auch sinnlose Projekte werden z.T. realisiert, wo der Nutzen ungenügend ist.
            6. In schlechten Zeiten bringen Steuersenkungen nichts, da sie nicht ausgegeben werden, sondern
               gespart werden.

5.2     Monetaristen
Angebotsorientierte Konjunkturpolitik hat als Grundlage, dass Konjunkturschwächen auf
Marktunvollkommenheit basieren. Diese muss beseitigt werden. Dabei ist die Intervention des Staates hinderlich,
einzig durch die Geldmengenpolitik lässt sich das System ohne Nebenwirkungen korrigieren:

Verkehrsgleichung anwenden: Man muss die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen, damit mehr Waren
umgesetzt werden können!
 Geldangebot vergrössern, um die Konsumfreudigkeit zu verbessern!

Probleme / Kritik:

            1. Versagen bei Arbeitslosigkeit: Ist die Arbeitslosigkeit zu gross dann kann man dies nicht machen,
               da die Leute kein Geld haben um zu konsumieren!
            2. Billige Kredite sind nicht gefragt, solange kein Aufschwung in Sicht (= Gewinn in Sicht) ist!

5.3     Angebotsökos
   Steuern senken
   Deregulierung
   Privatisierung
   Vitalisierung

Probleme / Kritik:

1. Steuersenkungen helfen nur Reichen, da diese dadurch mehr verdienen können!
Asozial: Privatisierungen bringen mehr Wettbewerb, aber auch höherer Druck auf Arbeitnehmer. Schwächere, Alte
und Blöde haben keine Chancen mehr.
Anti service public: Alles was nicht wirtschaftlich ist wird abgebaut.


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Thomas Candrian
5.4     Wirtschaftssubjekte
   Von der Nachfrageseite (Private, Staatliche und ausländische Nachfrage).
   Von der Angebotsseite (Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt, Bodenmarkt)
   Von der monetären Seite (Geldmenge, Zinsen, Wechselkurse)
   Von der technischen Entwicklung
   Massenpsychologische Impulse
   Ökologische Einflüsse
   Weltpolitische Situation
   Änderungen der Rahmenbedingungen

5.5     Fazit (heutiger Stand der Einschätzung der Theorien)
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat am 22. Januar 2009 ein Papier mit dem Thema
„Konjunkturprogramme in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Einordnung und Bewertung der
Globalsteuerung von 1967-1982“ vorgelegt. Ein Kernsatz dieses Gutachtens lautet: „In der nachträglichen
Bewertung der Globalsteuerung von 1967 bis 1982 wird deutlich, dass dieses (Keynessianische) Politikkonzept
und damit die in diesem Rahmen verabschiedeten Konjunkturprogramme insgesamt als gescheitert gelten
können.“

Ein wesentlicher Kritikpunkt an der antizyklischen Konjunkturpolitik ist der sogenannte Crowding-out-Effekt:
Demzufolge wird eine expansive Neuverschuldung des Staates die Kreditmärkte austrocknen, wodurch zu
wenige Kredite für die Privatwirtschaft und privaten Konsum zur Verfügung stehen, die gerade in einer Rezession
wichtig wären. Außerdem wird eingewandt, haben nur selten Industriestaaten die Keynessche Forderung
eingehalten, in der Krise aufgenommene Schulden während einer wirtschaftlich guten Phase wieder zu
tilgen; deshalb sei antizyklische Konjunkturpolitik in der Vergangenheit einer der wichtigsten Gründe für die immer
weiter angestiegene Verschuldung der Industrienationen.

Ein Arbeitspapier von Daniel Leigh and Sven Jari Stehn kommt zum Ergebnis, dass die Geldpolitik in der Regel im
Sinne einer erfolgreichen Konjunkturpolitik antizyklisch eingesetzt werden konnte, während das Bild für die
Fiskalpolitik gemischt ausfällt. Angelsächsische Länder hätten auch mit Fiskalpolitik konjunkturpolitische Erfolge
erzielt, während dies bei kontinentaleuropäischen Ländern so nicht zu beobachten war.




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Thomas Candrian


6 Produkt
1     Produkt- und Marktziele
1.1        Umweltsphären
Die Umweltsphären definieren die Einfüsse von 5 verschiedenen Dingen auf das Unternehmen:

    1. ökonomische Umweltsphäre: Vor allem die wirtschaftlichen und landespolitischen Einflüsse auf ein
       Unternehmen: Konjunktur, Wachstumsaussicht, Inflation
    2. rechtliche Umweltsphäre: Vor allem die juristischen Grundlagen, auf welche sich das Unternehmen stützen
       muss: Verbote
    3. technologische Umweltsphäre: Technologische Voraussetzungen und Nutzung der vorhandenen
       Technologien durch das Unternehmen
    4. soziale Umweltsphäre: Die Auswirkungen der Gemeinschaft und Gesellschaft auf das Unternehmen:
       Einstellung zu den Produkten, Image
    5. ökologische Umweltsphäre: Einflüsse der Umwelt auf das Unternehmen: Begrenzte Rohstoffe,
       Rohstoffqualität

1.2        Leitidee
Leitidee                       Kurzer Text (1 Satz), was die Firma verkaufen will.
                               Definiert, was die Firma machen will und was nicht.

Grundstrategie                 geheimes Arbeitspapier, nur für VR
15 Jahre
                               1. Finanzen            Woher / Investoren?
                                                      Rendite / Gewinn?
                               2. Markt               Erw. Umsatz
                                                      Segment
                                                      Stellung
                               3. Produkt             Welche?
                                                      Preis, Qualität?
                                                      Marken / Sortiment
                               4. Mitarbeiter
                               5. Gesellschaft        Zukunft / Wachstum

Leitbild                       Die Ausformulierung der Unternehmenskultur
                               Vor allem zur Selbstpräsentation und Ideologische Zielsetzung
                                Orientierungsfunktion                    für PR!
                                Integrationsfunktion                     Gefahr von PR-Gelaber!
                                Entscheidungsfunktion
                                Koordinierungsfunktion

Business Plan                  Konkreter Plan, wie das Leitbild erreicht wird
                               Von aussen, konkret, häufig für Mittelbeschaffung und Behörden
                               Finanz- und Marktlastig, Produktbeschreibung
Unternehmenskonzept            Leistungswirtschaftlich            Marktziele          Umsatz
(5-8 Jahre)                                                                           Segment
                                                                  Produktziele        Preis
                                                                                      Qualität
                                                                                      Quantität
                                                                                      Sortiment

                               Finanzielle Ziele                 Rendite             Bank: 20%
                                                                                     EK: 2-5%
                                                                                     Umsatz: 1%

                                                                 Liquidität


                                                                                                      Seite 47
Thomas Candrian
                                Soziale Ziele                      Mitarbeiter          Ausbildung
                                                                                        Herkunft
                                                                   Gesellschaft

Planung                         Definitiver
(3 Jahre)


Disposition                     Konkret
(1 Jahr)


Ausführung

                                3K-Regel:                          Kommandieren
                                                                   Kontrollieren
                                                                   Korrigieren



2     Der Produkte-Lebenszyklus
2.1     Begriffe:
(Weiter)Entwicklung    Veränderungen am bestehenden Produkt
Forschung              Entwicklung eines neuen Produktes
Skimming               wörtl. Abschöpfen (Rahm)
                       Zuerst hohe Preise, dadurch wenige Kunden aber viel Umsatz
                       Danach immer tiefere Preise, dadurch halten des Umsatzes
                        Versuchen, soviel Geld wie möglich aus den Kunden zu ziehen. Frühe Käufer bezahlen
                       gerne mehr, um zu prahlen „Hab einen 2m Fernseher“
                        geht nur bei neuen und komplexen Produkten mit wenig Konkurrenz

                           
Penetration            wörtl. Durchdringen
                       Zuerst relativ tiefe Preise, damit alle das Produkt kaufen
                       Sobald eine Abhängigkeit entsteht, Preise langsam erhöhen
                        Versuch, durch Verdrängung die Konkurrenz zu eliminieren und danach durch
                       Preiserhöhungen Gewinn zu machen
                        Sobald alle das Produkt wollen die Preise erhöhen

                       Voraussetzungen
                        die Existenz eines ausreichend großen Absatzmarktes
                        eine hohe Preiselastizität der Nachfrage (Nachfrage unabhängig Preis)
                        hohe Anbieterwechselkosten (Verhinderung von Kundenabwanderung bei Erhöhung
                          der Preise  Spielkonsolen)
                        Produktions- und Distributionskosten müssen fallen, wenn abgesetzte Menge steigt
                        Ausreichende kurzfristige Liquidität des Unternehmens
                        Netzwerkeffekte, die zu einem höheren Nutzen der Folgenachfrager führen, die somit
                          zahlungsbereiter sind als die Erstkunden. Z.B. Telefonnetze, Internet, Börsen.

2.2     Produktezyklus
Grundsätzlich lassen sich im Leben eines Produktes 5 Phasen unterscheiden:

1. Phase      Einführung
              Die Zeit von der Entwicklung bis zum Verkauf des Produktes, bis ein Gewinn erwirtschaftet wird.
               Dies kann lange dauern, da z.T. hohe Investitionen in F+E, Marktentwicklung, Werbung etc.
2. Phase      Wachstum
              Die Zeit vom ersten Gewinn bis zum höchsten Umsatzwachstum (nicht grösster Umsatz!!).
               In dieser Phase ist man Marktführer und verkauft immer mehr.
3. Phase      Reifephase

                                                                                                         Seite 48
Thomas Candrian
           Die Zeit vom maximalen Umsatzwachstum bis annähernd der maximale Umsatz erreicht ist.
           (Übergang fliessend)
            In dieser Phase wird die Produktion des Produktes durch Automation und Know-How immer
           billiger, der Preis sinkt nur leicht. Der Umsatz steigt trotzdem nicht mehr gross, da man langsam in
           eine Sättigung (=jeder hat eins) gelangt. Die Konkurrenz steigt schnell da viel Gewinn.
4. Phase   Sättigung
           Mittlerweile hat jeder das Produkt, man kann nur noch Marktanteile gewinnen indem man den Preis
           senkt. Man hat zwar den höchsten Umsatz, aber durch den tiefen Preis macht man immer weniger
           Gewinn.
5. Phase   Degenerationspahse
           Das Umsatzmaximum ist erreicht, der Umsatz lässt nach,
           Der Gewinn wird früher oder später negativ, da das Produkt langsam unverkäuflich wird. Die
           Herstellung wird eingestellt.

2.3      F&A:
?       Woran erkennen Sie dass bei einem bestimmten Produkt ein Käufermarkt besteht?
!       Käufermarkt = Der Käufer hat die Auswahl  Viel Angebot, weniger Nachfrage.
?       Worin unterscheidet sich die Skimming- von der Penetrations-Strategie?
!       Skimming  Preise fallend (Hightech)
        Penetration  Preise steigend (China)
?       Suchen Sie Bespiele für beide Strategien
!       Skimming  Hightech, z.B. Blue-ray-Player  Luxusgüter
        Penetration  Spielkonsolen
?       Weltbekannte Markenprodukte wie z. B. die Toblerone befinden sich seit Jahren in der
        gleichen Lebenszyklus-Phase. Welche?
!       Sättigungsphase
?       Warum?
!       Nachfrage, Image
?       Wie wird das bewerkstelligt?
!       Ständige Änderungen / Verbesserungen am Produkt, Werbung, Kult, Unverzichtbarkeit!
?       Produkte in der Einführungspahse
!       3D-Beamer, Heimautomation (Steuerung des Hauses per PC)
?       Produkte in der Wachstum
!       Steamer, Induktionsherde
?       Produkte in der Reifephase
!       LCD-Fernseher, Navigationssysteme
?       Produkte in der Sättigung
!       Toblerone, Nivea, Nutella, Handys
?       Produkte in der Degenerationsphase
!       „alte“ Dinge: Elektronische Agendas, analoge Fotoapparate etc.
?       Wo ist der Umsatz am Grössten?
!       Sättigungsphase
?       Wo ist der Gewinn am grössten?
!       Reifephase

3       Die Marktuntersuchung
3.1      Arten der MaFo
Markterkundung:          Herumfragen und erfassen der Meinung
Marktforschung           Analytisch die Marktsituation erfassen
primär                    Aktiv: Mittels Nachfragen, Beobachten, Testen etc.
Marktforschung           Analytisch die Marktsituation erfassen
sekundär                  Passiv: mittels Auswertung bereits vorhandener Informationen.

3.2      Arten von Fragen
Geschlossen          Ja/Nein, Multiple Choice, Rangfolge, Skala 0-X

                      Diese Fragen lassen sich mathematisch auswerten: X% dafür, >X% zufrieden, etc.
Offen                Antwort als Text

                                                                                                        Seite 49
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                      Diese Fragen bieten Interpretationsspielraum und lassen sich nicht ohne weiteres direkt
                     auswerten. Dafür geben Sie auch Gründe und Ursachen für die Entscheidung an, die sonst
                     vielleicht verlorengegangen wären.

3.3     Konfidenzintervall
Vereinfachte Wahrscheinlichkeitsrechnung (Konfidenzintervall)




Bsp: 40% von 500 Personen sagen Ja.




 mit 95% Wahrscheinlichkeit ist das wirkliche Resultat der Ja-sager zwischen (40-4.4)% und (40+4.4)%.

Eigentlich:
                                                                alpha = Ungenauigkeit  5%

                                                                ^p = Resultat = 40%

                                                                n = Anzahl Befragte




3.4     Produkt- und Marktziele
Es soll grundsätzlich die Frage beantwortet werden, mit wie viel Umsatz, Marktanteil und/oder Kunden wir rechnen
können. Daraus kann man die Produkt- und Marktziele ausarbeiten.

Produktziele                                             Marktziele
Was verkaufen wir?                                       Auf welchen Markt treffen wir?
Was für Produkte und welche Qualität verkaufen wir?      Welche Bedürfnisse wollen wir befriedigen?
Welches Sortiment bieten wir an?                         Welche Marktsegmente wollen wir bearbeiten?
Welche Mengen stellen wir her?                           Welche Marktstellung wollen wir erreichen
                                                         Welchen Umsatz / Gewinn streben wir an?

3.5     Marktsegmente
Zuerst wird definiert, wer das Produkt kaufen soll. Dies ist das sogenannte Marktsegment. Dabei werden
verschiedenen Kriterien angewendet, um die potenziellen Käufer zu definieren.

Marktsegmente bezeichnen Anteile am Markt.

Interne               Familie               Lebensstil
Beeinflusser                                Werthaltung
                      Charakter             Kontaktfähigkeit
                                            Freizeit
                                            Kaufmotivation (Preis, Qualität etc.)
                                            Verwenderstatus (Einstiger, Kenner etc.)
                                            Bildung
Externe               Medien                Testberichte
Beeinflusser                                Kassensturz
                      Sozial                Mund-zu-Mund-Propaganda
                                            Stammtisch
                      Geografisch           Gebiete
                                            Sprache
                                                                                                         Seite 50
Thomas Candrian
                      Demografisch            Alter
                                              Geschlecht
                                              Einkommen

3.6     Marktgrössen
Nun können von diesem Segment gewisse Annahmen getroffen werden.

                                                               Beispiel Mercedes          Beispiel Zahnbürste
      3.6.1    Marktkapazität                                  S500 in FL                 in FL

      Anzahl der Kunden im Marktsegment pro Jahr. Damit        20'000 Personen            35'000 Personen
      geben wir an, wie viele Einheiten der Markt kaufen       8 Jahre Lebensd.           4 / Jahr
      könnte.                                                  =2500 Autos                = 140'000 Zahnb.

      3.6.2    Marktpotenzial                                  2500 Autos                 140'000 Zahnb.
                                                               * 90'000 CHF               * 4 CHF
      Das Marktpotenzial definiert die Marktkapazität mit      225'000'000 CHF            1’120'000 CHF
      dem Preis. Was könnte Umgesetzt werden
                                                               nicht alle kaufen teures   Alle kaufen
      3.6.3    Marktvolumen                                    Auto!                      Zahnbürsten.
                                                               300 Autos                  140'000 Zahnb.
      Tatsächliche Grösse des ganzen Marktes (=Umsatz          * 90'000 CHF               * 4 CHF
      aller Unternehmen für das Produkt)                       27'000'000 CHF             560'000 CHF

      3.6.4    Marktanteil                                     50 Autos                   40'000 Zahnb.
                                                               * 90'000 CHF               * 4 CHF
      Umsatz des Unternehmens in % des Marktvolumens           4'500'000 CHF              160'000 CHF
                                                               = 16.7%                    = 28.6%

Bei einem gesättigten Markt ist Marktvolumen >= Marktpotenzial, d.h. es werden mindestens soviel Einheiten
verkauft wie gekauft werden können.

3.7     Sortiment
Regel             schmal + tief         (z.B. viele verschiedene Waschmaschinen)                Fachgeschäft
                  breit + flach         (z.B. alle Küchengeräte einer Marke)                    Discounter
Ausnahmen         breit + tief          Extrem grosse Läden                                     MMM, Wallmart
                  schmal + flach        Extrem kleine Läden                                     Marktstand

3.8     Marktanteil
Die BCG empfiehlt die Einteilung der Produkte in Kategorien:

Question-Marks-Produkte                                     Stars-Produkte
Produkte, bei denen noch nicht klar ist, ob sie zu guten    Die Produkte sind der Renner, aber der Markt wird
und gewinnbringenden Produkten werden.                      schnell grösser. Man muss stark fördern, damit es zu
                                                            einem CC-Produkt wird.
Pood-Dogs                                                   Cash-Cows
Produkte mit tiefem Wachstum und wenigen Kunden.            Der Markt ist ausgereizt und der Martanteil ist gross 
Eher aus dem Markt nehmen.                                  man kann hohe Preise verlangen.

3.9     F&A:
?       Interviewerin L befragt auf der Strasse Frau Fo zu einzelnen Süsswaren. Bei einer Frage muss Frau E
        beantworten ob Smarties für Kinder Jugendliche Erwachsene oder für alle gleichermassen geeignet sind.
        Um welche Art von Marktuntersuchung geht es?
!       Primäre Marktforschung
?       Welche Frageart wird angewendet
!       Geschlossene Frage, Multiple Choice
?       Beschreiben Sie die beiden gänigen Sortimentvarianten
!       Schmal und tief / Breit und flach
?       Erklären Sie mir warum ein questionmark-produkt so heisst?
!       Weil man nicht weiss, ob das Produkt einen hohen Markteinteil haben wird.
                                                                                                             Seite 51
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4     Beschaffung und Produktion
4.1     Lagerhaltung
Lagerhaltung ist ein Optimierungsproblem:

Vorteile:
 Hohe Lieferbereitschaft
 gewisse Flexibilität
 Kontinuität
 Produktionssicherheit
 Vorteil bei steigenden Preisen

Nachteile
 Kosten (Material, Aufwand, Zinsen)
 Nachteil bei sinkenden Preisen

4.2     Just-in-time
Heutzutage werden viele Produkte just-in-time hergestellt. D.h. die Rohstoffe für die Produkte werden dann
geliefert, sobald sie benötigt werden und die Produkte selbst nur dann hergestellt, wenn sie verkauft sind.

Voraussetzungen
 Kurze Lieferzeiten
 Lieferant hat Lager
 (Extrem) hohe Zuverlässigkeit

Vorteile
 Keine Lagerkosten

Nachteile
 Höhere Kosten
 Preisschwankungen der Rohstoffe können nicht ausgenutzt werden
 Keine Flexibilität in der Nachfrageschwankung

4.3     ABC – Analyse
               Anteil Materialkosten                                Anteil Gewinn
A-Güter        ca. 15%                                              ca. 80%
B-Güter        ca. 35%                                              ca. 15%
C-Güter        ca. 5%                                               ca. 50%

A = Wenig Aufwand, viel Ertrag, C = viel Aufwand wenig Ertrag

4.4     Beschaffen oder selbst herstellen
Bei C-Gütern stellt sich die Frage, ob man diese wirklich selbst herstellen will

Vorteile:
 Kontrolle des Preises und Verfügbarkeit
 gewisse Flexibilität
 Kontinuität
 Produktionssicherheit

Nachteile
 Kapitalintensiv
 teuer

oder die Produktion outsourcen / schliessen:

Vorteile:
                                                                                                              Seite 52
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 Kapital kann für rentablere Zwecke genutzt werden

Nachteile
 Lieferant kann Preise erhöhen
 Imageverlust

Bsp: GABA: Zückerlihersteller, danach Mundhygiene, Mundhygiene war rentabler  Zückerliproduktion beendet.



4.5     Produktion
CPM : Critical Path Method

Darstellung der paralell möglichen Arbeiten. Der CP ist dann der längste Weg.




                                Gantt-Diagramm, Kritischer Pfad roter Pfeil.

4.6     F&A:
?      Voraussetzungen für Auswahl Lieferanten
!       Bedarf
        Sukzessivlieferung: Alles auf einmal oder Tranchen (Mengenrabatt)
        Sicherheitsbestand
?      Voraussetzungen für JIT
!       Gute Planung
        Zuverlässige Lieferanten
        Keine Waren mit hohen Preisschwankungen oder Lieferschwierigkeiten
?      Formulieren Sie 10 Kriterien für die Auswahl eines Autos
!       Preis
        Benzinverbrauch
        Lautstärke
        Servicekosten                                       Gewichtung
        Garantie
        Komfort                                             z.T. Selbstbetrug, da nur
        Zubehör                                             angeblich objektiv
        Grösse
        Garage
        Treibstoffart
?      Produkte mit Fliessfertigung
!      Autos
       Getränkeabfüllung in Dosen
       Pommes frites
        Monotone Arbeiten
?      Produkte mit Werkstattfertigung
!      Hochqualitative Schuhe (Einzelanfertigung)
       Instrumente
       Komplexe oder schwierig oder nicht automatisierbare Arbeiten
?      Wozu CPM?
!       Besser Planung des Endtermins
        Aufzeigen der Abhängigkeiten



                                                                                                    Seite 53
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4.7      4P-Analyse
Kombination des Absatzpolitischen Instrumentariums:

                                                      Dyson Staubsauger
Product:      Eigenschaften                           hohe Qualität
              Design                                  Hartplastik,
              Verpackung                              2000 W Motor,
              Markierung                              Beutelfrei, extrem sauber
              Kundendienst                            Service auch in Heim etc.
Price:        nachfrageorientiert                     Im hohen Segment
              kostenorientiert                        Kein Rabatt
              wettbewerbsorientiert                   Keine Mengenaktionen
Place:        klassischer Absatz (Verkauf)            eher Fachgeschäft
              Franchising                             nur indirekt
              Lieferservice                           eher Zentrumslager
Promotion:    Werbung                                 Werbung
              Verkaufsförderung                       Fachzeitschriften,
              Public Realtions PR                     Medienveranstaltung
              Persönlicher Verkauf                    Fachmessen, etc.




                                                                                  Seite 54
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7 Unternehmensorganisation
1     Organisation
Organisieren heisst planvolle Zuordnung von Aufgaben an Personen

Aufbauorganisation                                         Ablauforganisation
 Hierarchie                                                Ablauforganisation
 Dienstweg                                                 Reihenfolge der Tätigkeit
 Kontrollspanne                                            Und ihren Beschrieb

 Jede Stelle braucht die entsprechenden
Kompetenzen und trägt die Verantwortung für die
übertragenen Aufgaben.

Kontrollspanne:         Anzahl untergebener Mitarbeiter
                        Je einfacher die Aufgaben, desto mehr Mitarbeiter kann ein Chef kontrollieren. Je
                        komplexer die Aufgaben, desto weniger Mitarbeiter kann der Chef kontrollieren.
                        Hängt auch von der Qualifikation der Mitarbeiter ab.
                        Wird auch flache oder steile Hierarchie genannt (Form der Pyramide)

Dienstweg               Vorgegebener Weg für Informationen, Anordnungen und Beschwerden

                                                   GV

                                     Revision

                                                   VR

                                                   GL

                                   Rechtsdienst

                 Einkauf              Produktion            Verkauf          Administration

                                                    F&E                                        IT

                                                   Lager                                      Bebu

                                                   AVOR                                        PR


1.1    Stellenbeschreibung / Pflichtenheft
            1)   Aufgabenliste
            2)   Kompetenzen
            3)   Lohnspanne
            4)   Stellung in der Hierarchie
            5)   Stellvertretung

1.2    Organisationsformen
Funktionsorientiert                     Produktorientiert                    Marktorientiert
 für kleine und mittlere                Für grössere Unternehmungen         Für multinationale oder
   Unternehmen                           Aufteilung der Produkte in            multikontinentale
 Alle Produkte und Aufgaben in            eigene „Unternehmen“, sog.           Unternehmungen
   einem Organigramm                       Profit Center                      Aufteilung der Produkte in

                                                                                                            Seite 55
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                                                                                 eigenen Abteilungen pro Land /
                                                                                 Kontinent

                                                                                 auch Profit Center sind
                                                                                 möglich!

                                              Komplexität / Grösse

1.3     Profit Center
Profit Center          Unternehmen im Unternehmen / Abteilung mit eigener ER

                       Eine Abteilung arbeitet unter sich selbst, hat z. T. eigene Einkäufer/Verkäufer sowie
                       Produktion. Diverse Dienste werden aber durch eine Zentrale Stelle ausgeführt (z.B.
                       Personal, Controlling, IT)

                        nur bei Produkt- oder Marktorientierung möglich.

Vorteile                                                 Nachteile
 Finanzielle Transparenz                                 Konkurrenz in der eigenen Unternehmung
 Motiviertere Mitarbeiter, weil                          Infos werden zurückgehalten
 Häufig Gewinnbeteiligung                                Kein einheitliches Erscheinungsbild (CI, Corporate
 Mitarbeiter sehen ganzes und identifizieren sich          Identity)
   eher                                                   Doppelspurigkeiten
 Bessere Aufstiegschancen                                Probleme mit Verrechnungspreisen der zentralen
 Entlastung Geschäftsleitung                               Dienste
 Eigenverantwortung

1.4     Stabstellen
Stabstelle             Stelle ohne Weisungsbefugnis

                       Meistens Hilfskräfte wie Sekretariat oder Fachkräfte wie Revision

Vorteile                                                 Nachteile
 Entlastung                                              Auslastung (schwierig zu beziffern)
 Fachkenntnisse                                              Outsourcing
 Spezialisierung                                         Kommunikation kann uneinheitlich sein
                                                          „graue Eminenzen“ :
                                                             Operativ hyperaktiv
                                                             niemand weiss was der tut
                                                          Corporate Identity?

1.5     Matrixorganisation
Vorteile                                                 Nachteile
Fachwissen                                               Kompetenzstreitigkeiten
Näher am Markt                                           Faulheit siegt
Entlastung
Problemorientiert

Wegen der Probleme wird meistens auf eine Projektorganisation oder –Koordination umgestellt.
PO: Dadurch gibt es nur 1 Vorgesetzten und das Personal wird dort zugeteilt, wo die Ressourcen gerade benötigt
werden.
PK: Dasselbe, nur für kleinere Projekte. Nur die PL sind von der konventionellen Hierarchie entbunden.




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1.6      Eisenhower-Matrix
Was soll sofort selbst erledigt werden?
Antwort: Wenn dringlich und wichtig, dann Selbermachen.




2     Unternehmenszusammenschlüsse
Fusion                Aus 2 Unternehmen wird ein einziges, neues. BSP: SBG + SBV = UBS

                        Vorteile                                   Nachteile
                        Synergien                                  Arbeitsplatzverluste
                        Neue Märkte                                Imageverluste
                        Mehr Kunden                                Motivationsverluste der Mitarbeiter
                                                                   Hohes Risiko

Holding               Konzernstruktur, bei welcher eine Muttergesellschaft die Unternehmen strategisch und
                      manchmal auch operativ führt. Diese Holdinggesellschaften besitzen die Aktienmehrheit
                      der Unternehmen. BSP: EMS-Holding

                        Vorteile                                   Nachteile
                        Synergien                                  Grössere Administrativer Aufwand
                        Steuervorteile                             Information über Strategie nicht allen
                        Verschleierung von effektiven Strukturen   bekannt

                                                                                                         Seite 57
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Kartell              Eine Zusammenarbeit oder Absprache von verschiedenen Unternehmungen, um ein
                     Produkt, welches sich in der Sättigungs- oder Degenerationsphase befindet weiter auf
                     einem hohen preislichen Niveau zu halten. Ein Kartell ist im Grunde genommen ein
                     Oligopol. Bsp: OPEC

                       Vorteile                                      Nachteile
                       Höhere Preise                                 Meist illegal
                       Weniger Wettbewerb                            Hohe Bussgelder drohen

Joint-Venture        Eine Zusammenarbeit von 2 Firmen, die zusammen eine neue Firma Gründen. Dabei
                     bleiben die 2 Firmen unabhängig. Das Joint-Venture ist klar kapitalisiert (durch die Einlagen
                     der Mutterfirmen) und nutzt das Know-how der beiden Mutterfirmen. Dadurch ist es den
                     Firmen möglich, auf unbekannten Märkten oder in problematischen rechtlichen
                     Marktsituationen für beide Firmen Vorteile zu bringen. Bsp: Sony-Ericcson

                       Vorteile                                      Nachteile
                       Verringerung des (Finanz)Risikos              Unklare Absprachen
                       Zugang zu neuen Technologien Zugang zu        Neues Unternehmen ist nicht autonom
                       neuen Absatzmärkten                           Know-How-Abfluss
                       Förderung von Mitarbeitern

Ziel: SYNERGIE:   Theorie: 1 + 1 = 3 (Anm. des Autors: Praxis: 1 + 1 >= 1)

Skaleneffekt         Economics of scale: Bezeichnet den Effekt, dass durch doppelte Arbeit oder doppelte
                     Rohstoffe mehr als doppelte Produkte entstehen.
                                                                    3
                     Einfaches Beispiel: Ein Arbeiter verschiebt 1 m Kies pro Stunde. 2 Arbeiter verschieben
                             3
                     aber 3 m Kies pro Stunde, da sie das Schaufeln und Schieben abwechseln.

                     oder

                     Kleines Restaurant  10 bestellte Portionen Spaghetti  es kommen aber 15 Personen 
                     Problem!

                     Grosses Restaurant  100 bestellte Portionen Spaghetti  es kommen aber 105
                     Personen  Kein Problem!




Verbundeffekt        Economics of scope:

                     Einfaches Beispiel: Entkoffeinieren von Kaffe  Koffein „Abfall“ und muss billig verkauft
                     werden. Grössere Bude mit Energy-Drink-Produktion: Koffein kann direkt eingesetzt
                     werden – Einsparung durch Umgehung des Marktes

                     oder

                                                                                                         Seite 58
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                        Produktion von Bier: Teuer  Maschinen gleichzeitig für Wasserabfüllung nutzen zu
                        können: billiger.

3     Human Ressources
3.1     Herzberg-Theorie
Hygienefaktoren                                            Motivatoren
„Frustatoren“
 Nichtvorhandensein macht unzufrieden                      Vorhandensein macht zufrieden
 Vorhandensein macht aber nicht zufrieden                  Nichtvorhandensein macht aber nicht unzufrieden
„selbstverständlich“                                       „Nice to have“
 Sicherheit (im Sinn der Gewaltlosigkeit)                  Anerkennung
 Gute Stimmung im Team                                     Selbstbestätigung
                                                            Aufstiegsmöglichkeiten
   Lohn (wenn tiefes Niveau)                               Lohn (wenn hohes Niveau)

Es ist nicht möglich, alles einer Kategorie zuzuordnen: also kein entweder – oder.

Wichtig für die Mitarbeiter ist, Ihnen genaue, realistische, erreichbare Ziele zu geben und das erreichen dieser
auch zu honorieren (Mehr Lohn, Aufstieg, Interessantere Arbeit).

3.2     Einteilung von Motivatoren
Extrinsisch = von aussen                                   Intrinsisch = von innen
Belohnung                                                  Durch Leistung innere Befriedigung
                                                           Ansporn zu mehr Leistung
                                                            Nachhaltiger

3.3     Lohngerechtigkeit
Leistungsgerechtigkeit
 Mehr Leistung, mehr Lohn
Bedarfgerechtigkeit
                                                           Unmöglich, gleichzeitig zu verwirklichen!
 Je mehr man braucht desto mehr Lohn
Marktgerechtigkeit
 Je weniger Arbeiter desto teurer

Aus der VWL-Sicht                                          Markt = Leistung

3.4     Mitwirkung
    1. Information                     Unternehmen Informiert die Mitarbeiter
    2. Mitsprache                      Mitarbeiter dürfen mitreden, aber nicht mitentscheiden
    3. Mitbestimmung                   Mitarbeiter dürfen mitreden und mitentscheiden
                                        AN gleich stark wie AG: paritätisch (z.B. Pensionskasse)
                                        AN nicht gleich stark wie AG: nichtparitätisch
    4. Selbstbestimmung                Man darf alles entscheiden (selten, meist nur für Geldgeber)

3.5     F&A:
?      Verfassen Sie eine Stellenbeschreibung einer TZ -Mitarbeiterin in der Mensa.
!          5. Organisatorische Einteilung: Wer ist Chef, Stv.
           6. Ziele
           7. Aufgaben / Pflichtenheft
           8. Kompetenzen
           9. Verantwortung
           10. Lohn von bis
?      Erstelle ein Organigramm: VR, IT, BeBu, F&E, PR, AVOR, Einkauf, Verkauf, Prod., Adm., GL,
       Rechtsdienst, Lager, Revision
!      Siehe oben
?      Erstellen Sie eine Ablauforganisation

                                                                                                             Seite 59
Thomas Candrian
!          1. Doodle (Bedürfnissnachweis ?)
           2. Location bestimmen
           3. etc.
?     Preiskartell im Buchmarkt
!      Pro                                            Kontra
       Angebotsvielfalt                               Hohe Preise für Bestseller
       Schutz der Fachautoren                         Verzerrt Markt
       Schutz von kleinen Läden
?     Was möchten Unternehmen mit Fusionen erreichen?
!     Grundsätzlich: Mehr Gewinn 
       Synergien nutzen  kleiner Kosten
       Grösserer Markt  mehr Umsatz
?     Kriterienliste für Pizzakurrier?
!     Anzahl Reklamationen
      Schnelligkeit
      Pünktlichkeit
      Reinlichkeit
      Freundlichkeit

3.6     Prüfungsvorbereitung
Organigramme

Tiefe und breite Gliederung inkl. Matrix

Stabsstellen

Matrixorganisation




                                                                                   Seite 60
Thomas Candrian


8 SPO und Steuern
1       Rechtsverfahren
Es gibt 4 Arten von Rechtsverfahren:

Zivilprozess               Strafprozess                  Verwaltungsverfahren        ScHKG
Bürger  Bürger           Staat Bürger                Staat Bürger              Staat Bürger
 Meist wird um             Strafe                       Steuern                    Geld eintreiben
    Forderungen                                           Bewilligungen
    gestritten
 Ehescheidungen
Künftig neu vom Bund organisiert (ab Januar 2011)

1.1      Zivilprozess
Grundsätze für das Einreichen eines Zivilprozesses:

    -    Muss am Wohnsitz des Beklagten eingereicht werden.

    -    Je nach Höhe des Streitwertes beim Gerichtspräsidenten oder
         beim Amtsgericht.

    -    Die Parteien müssen die Beweislage belegen, ausser:
         Arbeitsgericht und Mietgericht

Der Ablauf eines ZP ist folgender:




1.1.1     Sühneverfahren
Das Sühneverfahren (je nach Kanton auch Vermittlungsverfahren,
Versöhnungsversuch genannt) ist kein freiwilliger Aussöhnungsversuch,
sondern es muss bei Zivilverfahren grundsätzlich obligatorisch durchlaufen werden.
Ausnahmen: bei Fällen vor Miet- und Arbeitsgericht, und für gewisse Klagen des Familienrechts.

1. Klageeinleitung               Der Kläger leitet das Sühnverfahren ein, indem er beim örtlich zuständigen
                                 Friedensrichter mittels schriftlichem oder mündlichem Sühnbegehren um
                                 die Durchführung der Sühnverhandlung ersucht. Ein Sühnbegehren beinhaltet
                                 i.d.R. lediglich die Bezeichnung der Parteien, ein Rechtsbegehren und eine
                                 kurze Sachverhaltsdarstellung und Begründung der Klage.
2. Sühneverhandlung              Der Friedensrichter lädt zur mündlichen Sühnverhandlung vor. In der
                                 Verhandlung versucht er die Parteien auszusöhnen. Er nimmt zum Zweck der
                                 Aussöhnung oftmals eine erste rechtliche Einschätzung der Lage vor und macht
                                 den Parteien ihre Positionen deutlich.
3. Vertretung                    Die Parteien müssen persönlich erscheinen. (kein Anwalt)
4. Unverbindlichkeit von         In den meisten Kantonen statuieren die Gesetze die Unverbindlichkeit von
Zugeständnissen                  Zugeständnissen im Sühnverfahren in einem späteren Hauptverfahren. Dies
                                 soll eine möglichst grosse Offenheit der Parteien ermöglichen.
5. Abschluss der                 Das Sühneverfahren kann auf folgende Arten erledigt und vom Friedensrichter
Sühneverhandlung                 abgeschrieben werden:
                                  Der Kläger zieht die Klage zurück
                                  Der Beklagte anerkennt die Forderung
                                  Die Parteien schliessen einen Vergleich ab
                                  Der Kläger oder beide Parteien bleiben der Verhandlung unentschuldigt fern.
6. Säumnisfolgen beim            Kommt es nicht zu einer Erledigung des Prozesses, so stellt der Friedensrichter
Fernbleiben der Parteien         dem Kläger die Weisung aus.
7. Klageerlaubnis                Mit der Weisung (Gültigkeitsdauer in der Regel 3 Monate, SG 2 Monate) kann
                                 beim zuständigen Gericht Klage eingereicht werden. Wird das verpasst, kann ein
                                                                                                        Seite 61
Thomas Candrian
                                  neues Sühnebegehren in der gleichen Sache gestellt werden.

1.1.2    Klage / Schriftenwechsel
Es wird beim zuständigen Gericht Anklage erhoben. Dies geschieht mit einem schriftlichen Bericht mit 2 Teilen:

Antrag
Was will ich?
Was soll mit den Kosten passieren? (Wer zahlt Verfahren)
Entschädigung für Umtriebe
Betrag

Begründung
Beweismittel offerieren
Befragung
Urkunden
Zeugen
Gutachten / Experten
Augenschein

1.1.3    Hauptverfahren
Prüfung
Mit der Einreichung der Klage beginnt das Hauptverfahren. Zunächst prüft das Gericht ob bei der eingegangenen
Klage die Prozessvoraussetzungen gegeben sind. Es sind dies folgende:

   Örtliche und sachliche Zuständigkeit des Gerichts;
   Parteifähigkeit, Prozessfähigkeit, Vertretungsbefugnis;
   Sühnverhandlung durchgeführt;
   Vollständigkeit der Klage;
   Keine Rechtshängigkeit, keine abgeurteilte Sache (res iudicata);
   Rechtsschutzinteresse des Klägers.

Fehlt eine Prozessvoraussetzung, so wird i. d. R. vom Gericht erst eine kurze Frist zur Verbesserung angesetzt,
sofern der Mangel behoben werden kann. Verbessert der Kläger den Mangel nicht, so wird auf die Klage nicht
eingetreten. Damit ist der Prozess erledigt. Dies heisst aber nicht, dass der Kläger damit seiner Rechte verlustig
ginge. Sobald er die Prozessvoraussetzungen erbringt, kann er seine Klage erneut eingeben.

Die Prozessvoraussetzungen sind Dauervoraussetzungen. Sie müssen während des ganzen Verlaufes des
Prozesses gegeben sein, ansonsten gar ein nachträglicher Nichteintretensentscheid droht.

Auseinandersetzung
Sind die Prozessvoraussetzungen erfüllt, so kommt es zu einer Auseinandersetzung vor Gericht wie im Folgenden
dargestellt:




Prozesse können abhängig vom zuständigen Gericht und dem anwendbaren Verfahren mündlich oder schriftlich
geführt werden. In den zwei Schriftenwechseln haben die Parteien alle ihre Behauptungen vorzubringen.
Tatsachen, die bis nach dem zweiten Schriftenwechsel nicht behauptet wurden, können nachher nicht
mehr einfach so in den Prozess eingebracht werden.

1.1.4    Beweisverfahren
Im Beweisverfahren werden die Tatsachen, die der Klage zugrunde liegen ermittelt. Der Richter will mit einer
gewissen Sicherheit wissen, was sich zwischen den Parteien tatsächlich zugetragen hat.

Auf ein Beweisverfahren kann damit verzichtet werden, wenn
 die Tatsachen von den Parteien übereinstimmend geschildert werden oder
 das Gericht aus eigenem Wissen sichere Kenntnis über die Tatsachen hat.

                                                                                                             Seite 62
Thomas Candrian

Nötig ist ein Beweisverfahren also nur dann, wenn behauptete, erhebliche Tatsachen von einer Partei bestritten
wurden und das Gericht nicht aus eigener sicherer Kenntnis Wissen über die Tatsachen hat. Im Wesentlichen geht
es dann um folgende Problemkreise:

   Was ist zu beweisen?                     → Gegenstand des Beweises
   Wer muss den Beweis erbringen?           → Beweislast
   Wie muss etwas bewiesen werden?          → Beweismittel

Bewiesen werden müssen „erhebliche streitige Tatsachen“, also Lebensumstände, welche für die spätere
Beurteilung der Klage durch den Richter erforderlich sind und über die sich die Parteien im Hauptverfahren nicht
einigen konnten.

Eine wichtige Frage ist die nach der Beweislast, also wer der beiden Parteien eine Tatsache zu beweisen hat. Das
ZGB gibt in Art. 8 eine Antwort: „Wo das Gesetz nichts anderes bestimmt, hat derjenige das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet.“
Die negativen Folgen der Beweislosigkeit trägt folglich der, der eine Tatsache nicht beweisen kann, aus der er für
sich selber Rechte ableitet.
Bei negativen Tatsachen kommt es oft zur Umkehr der Beweislast, denn wie soll der Kläger beweisen, dass ein
bestimmter Umstand sich gerade nicht zugetragen haben soll. in diesen Fällen kann der Beweis auch dem
Beklagten auferlegt werden.

1.1.5    Entscheid
Die Entscheidfindung verläuft in folgenden zwei Schritten:
    1. Feststellung des Sachverhalts im Rahmen der Beweiswürdigung:
    2. Rechtliche Würdigung:

Gerichtsentscheide sind in der Regel immer gleich aufgebaut und beinhalten folgende drei Elemente:
    1. Einleitung: (Bezeichnung des Gerichts, der Parteien, des Datums, der Rechtsvertreter, der
        Rechtsbegehren)
    2. Begründung: Was ist passiert? Wieso hat das Gericht so entschieden?
    3. Dispositiv: Der eigentliche Entscheid über die Klage

1.1.6    Rechtsmittel
Mit den Rechtsmitteln gelangt eine Partei an eine obere Gerichtsinstanz. Sie kann damit erreichen, dass das obere
Gericht sich noch einmal mit einem Fall beschäftigt, wenn die Partei der Meinung ist, die untere Instanz hätte
falsch entschieden. In den meisten Kantonen sind folgende Rechtsmittel bekannt:
     Kantonale Berufung
     Kantonaler Rekurs
     Kantonale Nichtigkeitsbeschwerde (NB)
     Eidgenössische zivilrechtliche Einheitsbeschwerde (EB)




Siehe: http://www.zivil-prozess.ch




                                                                                                           Seite 63
Thomas Candrian
1.2     Strafprozess
1.2.1        Voraussetzung für Strafbarkeit
1. Tatbestandsmässigkeit

Voraussetzung für ein Prozess ist ein Verstoß gegen ein Strafgesetz, weil eine Strafe ohne Gesetz nach dem
Grundsatz nulla poena sine lege oder nullum crimen sine lege in einem Rechtsstaat nicht zulässig ist.

Das heisst, damit jemand Bestraft wird, muss er einen Verstoss gegen das Strafgesetz gemacht haben.

Beispiele:

Bei Betrug  Arglist
Diebstahl  Bereicherungsabsicht

Daraus leitet sich ab, dass ein Betrug ohne Arglist nicht möglich ist!

2. Rechtswidrig

weder Notstand noch Notwehr. Grundsatz dafür sind Art. 33/34 StGB.
Notwehr:     Sich angemessen auf einen Angriff wehren ist straffrei
Notstand:    Bei Gefahr für Leib und Leben oder für wertvolle Güter andere Regeln brechen: Jemand mit 180 ins
             Krankenhaus zu bringen ist straffrei.

Das heisst, dass der Verstoss auch rechtswidrig sein muss.

3. Verschulden

Der Täter muss wissen, dass seine Tat rechtswidrig ist. Wenn der Täter dies nicht wissen kann, so kann er auch
nicht bestraft werden. Dabei gilt aber der gesunde Menschenverstand.

Das heisst, dass der Täter auch schuldfähig sein muss.

Grundsatz: Der Staat muss die Schuld belegen

1.2.2        Vorsätzlich und fahrlässig
Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Absichtsfrage.

Vorsätzlich bedeutet absichtlich.
fahrlässig bedeutet unabsichtlich.

1.2.3        Offizialdelikte und Antragsdelikte
Offizialdelikte können von jedermann und jederzeit (bis zur Verfolgungsverjährung) zur Anzeige gebracht werden
(Wissenserklärung). Die Behörden müssen einer solchen Anzeige von Amtes wegen nachgehen und können nicht
zurückgezogen werden.

Antragsdelikte setzen eine Strafanzeige der betroffenen Person voraus. In der Regel ist der Geschädigte
berechtigt, einen Strafantrag zu stellen. Ein gestellter Strafantrag ist eine Prozessvoraussetzung bei deren Fehlen
eine Verfolgung des Täters nicht möglich ist

Heutiges Problem: Freiheitsstrafen unter 6 Monaten dürfen nur in Aufnahmefällen vollzogen werden.

1.2.4        Ablauf des Strafprozesses
                           Staatliche Tätigkeit     Staatliche Beteiligte                 Beendigung
Vorverfahren               Ermittlung               Ermittlungsbehörden (Polizei)         Nichtahnhandnahme
                           Untersuchung             Untersuchungsbehörden                 Einstellung oder
                                                                                          Strafbefehl
Anklageerhebung            Anklageerhebung          separater Ankläger oder
                                                    Untersuchungsbehörde

                                                                                                            Seite 64
Thomas Candrian
                                                (Staatsanwaltschaft)
Erkenntnisverfahren      Anklagezulassung       Anklagezulassungsbehörde oder            Nichtzulassung
                                                (Gericht)
                         Haupverfahren          Gericht                                  Verfahren vor
                                                Erste kt. Instanz                        Geschworenengericht
Rechtsmittelverfahren    im Kanton              Gericht
                                                (zweite, ev. dritte kt. Instanz)
                         auf Bundesebene        Bundesgericht
Vollzug                  Strafvollzug oder      Justizbehörde
                         Massnahme              Massnahme- bzw.
                                                Strafvollzugsbehörde

1.2.5     Vorverfahren

                                                         ACHTUNG: Zur Erhebung des Strafantrags hat der
                                                         Berechtigte drei Monate Zeit, ab dem Zeitpunkt, in
                                                         dem er persönlich Kenntnis von der Tat und dem Täter
                                                         hat. Wird innert dieser Frist kein Strafantrag gestellt, so
                                                         ist eine spätere Strafverfolgung nicht mehr möglich.




1.2.6     Anklageerhebung
                                                         Durch Erklärung der Anklage wirft die
                                                         Untersuchungsbehörde einem Beschuldigten
                                                         strafrechtlich relevantes Verhalten vor und fordert das
                                                         Gericht auf für dieses Verhalten eine Strafe
                                                         auszufällen.

                                                         Die Anklagezulassung durch die zuständige
                                                         Zulassungsbehörde (Gericht oder separate
                                                         Zulassungskammer) dient der Vorprüfung der
                                                         Anklage. Sie soll dazu beitragen, unnötige Prozesse
                                                         zu verhindern.




1.2.7     Haupverfahren
Einleitende Befragung des Angeklagten
Wesentlicher Teil der Hauptverhandlung, gleich zu Beginn der Verhandlung, ist in der Regel die Befragung des
Angeklagten durch den Richter nach dessen:
     Personalien
     Einkommensverhältnisse
     In der Zeit zwischen Anklage und Hauptverhandlung erfolgte Bestrafungen
                                                                                                            Seite 65
Thomas Candrian

Beweisverfahren
Nach der Sicherstellung der Identität des Angeklagten folgt in der Regel das Beweisverfahren, in welchem die im
Vorverfahren aufgearbeiteten Beweise begutachtet und Zeugen und Sachverständige befragt werden. Die
Prozessbeteiligten haben dann die Möglichkeit Beweisanträge zu stellen und zu den bereits erbrachten Beweisen
Stellung zu nehmen. Sofern nach Ansicht des Gerichts weitere Beweise benötigt werden, ordnet dieses selber die
Beschaffung selbiger an. Auch eine Rückweisung an die Untersuchungsbehörde zur weiteren
Beweismittelbeschaffung ist in diesem Stadium noch möglich.

Tatidentität
Die Tatidentität muss während des ganzen Verfahrens gewahrt bleiben, d.h. das Urteil des Gerichts kann sich nur
auf die in der Anklage stehenden Tatsachen (Lebenssachverhalte) beziehen. Will das Gericht weitere Sachverhalte
beurteilen, so muss es die Anklagebehörde damit beauftragen, die Anklage zu dahingehend zu ergänzen.

Parteivorträge
     Mit Vorliegen sämtlicher Beweise ist es am Ankläger darzutun, dass mit diesen Beweisen sein Vorwurf an
       den Angeklagten bewiesen sei. Auch der Angeklagte kann anschliessend zum Beweisergebnis seine
       Stellungnahme abgeben.
     Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs fliesst es, dass der Angeklagte zum Schluss der Verhandlung
       Gelegenheit zum letzten Wort zu geben ist. Er muss davon keinen Gebrauch machen.

Urteilsberatung
In der Urteilsberatung wird über die zwei wesentlichen Punkte des Verfahrens Beraten:
     Die Schuld und
     die Strafe
Über die Schuld und die Strafe kann auch einzeln, also getrennt verhandelt werden. Damit trennt sich die
Hauptverhandlung in zwei Teile auf (sog. Schuldinterlokut).

1.2.8    Das Urteil
Es gibt zwei Arten von Gerichtsentscheiden:
     Sachurteil, wenn der Fall in der Tat-, Rechts und- Straffrage entschieden wird.
     Prozessentscheid, wenn der Fall nicht strafrechtliche beurteilt wird, sondern das Gerichtsverfahren aus
         prozessrechtlichen Gründen abgeschlossen wird. (z.B. Frist versäumt)
Sachurteile treffen eine Aussage über die Tat-, Rechts- und Straffrage, wobei sie in der Regel immer gleich
aufgebaut sind:

Urteilskopf
Das Rubrum im Urteilskopf nennt die am Verfahren beteiligten Personen und das Thema des Verfahrens mit dem
Datum des Entscheides. In der Regel wird hier auch die vollständige Anklageschrift wiedergegeben.

Urteilsbegründung
Darin wird zunächst über die Schuld des Angeklagten befunden. Bei einem Schuldspruch ist in diesem Teil auch
über die zu verhängende Sanktion, die Zivilansprüche, sowie die Nebenfolgen (Kosten, Entschädigungen u.s.w.)
zu befinden. Im Zentrum der Begründung steht die Erklärung, welche Überlegungen in rechtlicher und tatsächlicher
Hinsicht das Gericht zu dem Urteilsspruch veranlassten.

Urteilsdispositiv
Im Urteilsdispositiv wird formelhaft das Urteil zusammengefasst, wobei der Schuldspruch (z.B. „ B. ist schuldig des
Mordes im Sinne von Art. 111 StGB“), die verhängte Sanktion, der Entscheid über die Zivilansprüche
(Adhäsionsklagen), die Kosten und die Rechtsmittelbelehrung enthalten sind. Das Urteilsdispositiv hat eine enorme
Relevanz, denn dieses alleine erwächst in Rechtskraft und wird damit als Entscheid des Gerichtes verbindlich und
in erster Linie unabänderlich.

1.2.9    Rechtsmittelverfahren
Auch Gerichtsinstanzen können Fehler machen. Damit diese Fehler nicht unkorrigiert bleiben müssen, können
Urteile unterer Gerichte an die nächst oberen Instanzen weitergezogen werden. Die rechtlichen Instrumente, mit
welchen die fehlerhaften Entscheide einer erneuten Beurteilung durch dieselbe oder eine andere Instanz zugeführt
werden nennt man Rechtsmittel.

Das kantonale Strafprozessrecht kennt in der Regel die folgenden (im Kt. ZH vertrauten) Rechtsmittel:
    Berufung (Appellation)
    Rekurs
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Thomas Candrian
    Kantonale Nichtigkeitsbeschwerde (Kassationsbeschwerde)

1.3     Verwaltungsverfahren
1.3.1    Ablauf
Die Eröffnung des Verwaltungsverfahrens erfolgt von Amtes wegen auf Begehren der Partei hin. Im Rahmen der
Eröffnung des Verwaltungsverfahrens ist insbesondere die Zuständigkeit des Verwaltungsträgers zu überprüfen.

Den Hauptteil des Verwaltungsverfahrens macht die Durchführung des Verfahrens aus. In diesem
Verfahrensabschnitt werden die massgebenden Fragen geklärt, wobei im Sozialversicherungsrecht das
Untersuchungsprinzip gilt.

Den dritten Abschnitt des Verwaltungsverfahrens bildet der Verfahrensabschluss. Hier erfolgt die Festlegung der
vom Verwaltungsträger erarbeiteten Entscheidung in der jeweils zutreffenden Form. Im Vordergrund steht die
Eröffnung durch eine formelle Verfügung, und daneben kommt dem formlosen Abschluss des Verfahrens eine
gewisse Bedeutung zu.

1.3.2    Voraussetzungen
Vier Gründsätze im Verwaltungsverfahren (Staat vs. Bürger, z.B. Steuern)

Der Staat muss belegen, kann aber einfordern, dass der Bürger mitwirkt. Dabei ist zu beachten:
    1. Rechtliches Gehör
    2. Gesetzliche Grundlage
    3. Rechtsmittel
    4. Verhältnismässig

Zudem müssen die Bürgerrechte geschützt werden.

Antrag auf den Erlass vorsorglicher Massnahmen.




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Thomas Candrian


1.4       SchKG
= öffentliches Recht  zwingend

Formulare
Fristen           Poststempel für Fristen
                  10 Tage für Rechtsvorschlag
                  1 Jahr für Zahlungsbefehl

                  Samstage und Sonntage zählen auch, ausser wenn der Termin auf diese Fällt, dann gilt
                  Montag.

                  Sobald Brief kommt fängt die Frist am nächsten Tag an zu laufen.
Beschwerde        Kostenlose Beschwerde bis ans Bundesgericht innert 10 Tagen
                  Sehr viele Handlungen können zu Protokoll gegeben werden.

1.4.1     Ablauf Betreibung
        Wer                                                  Was
                                                         Betreibung
Gläubiger         stellt ein Betreibungsbegehren an das Betreibungsamt.

Betreibungsamt    stellt ein Zahlungsbefehl an den Schuldner

Schuldner         Reagiert nicht                 Zahlt innert 20 Tagen              Erhebt Rechtsvorschlag innert
                                                  Fall erledigt.                   10 Tagen

Gläubiger

                     Stellt ein Rechtsöffnungsbegehren bei           Macht einen Zivilprozess gegen Schuldner
                     Gericht (wenn schriftlicher Schuldtitel         (um Schuldtitel zu erhalten)
                     vorhanden)

Gericht

                     Definitive Rechtsöffnung,   Provisorische Rechtsöffnung, wenn schriftlicher Schuldtitel
                     wenn Gerichtsurteil         vorhanden.
                     vorhanden

Schuldner                                        Bestreitet die Richtigkeit des     Anerkennt die Richtigkeit des
                                                 Schuldtitels                      Schuldtitels
                                                 Aberkennungsklage


                                                 Erfolg          Kein Erfolg
                                                  Fall
                                                 erledigt
Gericht                                             Fortsetzung der Betreibung


1.4.2     Ablauf Fortsetzung der Betreibung
      Gericht                                      Fortsetzung der Betreibung

                  Pfandverwertung                Pfändung                         Konkurs
Gläubiger                                        Fortsetzungsbegehren             Fortsetzungsbegehren
Gericht                                          Pfändungsankündigung             Konkursandrohung
Schuldner
                                                                                  Zahlung       Keine
                                                                                   Fall        Zahlung
                                                                                  erledigt

                                                                                                          Seite 68
Thomas Candrian
Amt                                                Pfändung
Gläubiger       Verwertungsbegehren                Verwertungsbegehren              Konkursbegehren

                                                   (Dritte können                    Konkursverfahren
                                                   Widerspruchsklage machen)
Amt               Falls nichts zu holen            Falls nichts zu holen

                  Pfandausfallschein               Verlustschein

Anmerkungen:
Der Pfändung unterliegen alle Güter, die nicht unpfändbar sind. Zudem kann auch ein Teil des Lohns gepfändet
werden (sog. Lohnpfand). Dabei kann er aber nur 1 Jahr gepfändet werden.
Der Verlustschein kann benutzt werden, um eine neue Betreibung einzuleiten. Dadurch, dass man bereits einen
gerichtlichen Schuldtitel hat, ist diese problemlos möglich.

1.4.3    Ablauf Konkursverfahren
Ohne Betreibung wird der Konkurs nur in 4 Fällen eröffnet:

       Bei Insolvenzerklärung nur bei krasser Überschuldung
       Auf Antrag des Gläubigers in besonderen Fällen (Z. B. Schuldner ist flüchtig)
       Bei Überschuldung von Kapitalgesellschaften
       ???

    Gericht                                              Konkursverfahren

                  Einstellung                       ordentliches                        summarisches
                  mangels Aktiven                   Verfahren                           Konkursverfahren
                  Vor allem bei juristischen        (max. 3% der Fälle, da teuer)       v.a. Privatpersonen
                  Personen, die gelöscht
                  werden.
                  Die Einstellung mangels           Das ordentliche                     Das summarische Verfahren
                  Aktiven (SchKG Art. 230) ist      Konkursverfahren findet             (SchKG Art. 231) zeichnet
                  keine eigentliche                 immer dann Anwendung,               sich dadurch aus, dass es
                  Durchführungsart. Vielmehr ist    wenn die vorhandenen                einfacher und dadurch auch
                  es der Entscheid, einen           Aktiven für die Finanzierung        schneller als das ordentliche
                  Konkurs mangels Massagut          dieser aufwändigeren,               Verfahren ist. Bei diesem
                  nicht durchzuführen. Wenn         teureren Konkursvariante            Verfahren wird auf die direkte
                  bereits beim Beginn eines         ausreichen, es sei denn, es         Mitwirkung der Gläubiger
                  Konkurses feststeht, dass die     liegen einfache Verhältnisse        verzichtet. Gleichwohl können
                  vorhandenen Aktiven nicht         vor.                                die Gläubiger mitwirken, da
                  einmal zur Deckung der                                                die Konkursverwaltung nur mit
                  Verfahrenskosten ausreichen,      Vorteile für Gläubiger:             Zustimmung der Gläubiger auf
                  wäre es widersinnig das           Mitbestimmungsrecht an 2            Aktiven verzichten, d.h. z.B.
                  Verfahren aufwändig und           Gläubigerversammlungen              nicht einbringbare Debitoren
                  kostenintensiv durchzuführen,                                         abschreiben kann.
                  um am Schluss einen
                  Gesamtverlust auszuweisen.

                  Den Gläubigern wird dabei die
                  Möglichkeit gegeben, innert
                  10 Tagen nach
                  Veröffentlichung selbst die
                  Kosten sicherzustellen, um
                  derart die Durchführung des
                  Konkurses im summarischen
                  (ev. ordentlichen) Verfahren
                  zu erwirken.

                  Es werden keine
                  Verlustschein ausgestellt!




                                                                                                              Seite 69
Thomas Candrian




Anmerkungen:
Beim Einleiten des Konkurses werden alle Lohnpfändungen per sofort eingestellt.
Nach einem Konkurs können Verlustscheine erst bei neuem Vermögen und einem Verdienst grösser als das
doppelte Existenzminimum verwertet werden.
Eine Einzelfirma kann auch nach einem Konkurs weiterarbeiten.
Der Konkurs ist aber rufschädigend.




                                                                                                  Seite 70
Thomas Candrian
1.5    Nachlass
Anstelle eines Konkurses besteht auch die Möglichkeit eines Nachlasses bzw. bei Privatpersonen einer privaten
Schuldensanierung mit Hilfe des Gerichtes nach den Bestimmungen des Schuldbetreibungs- und
Konkursgesetzes.

Der Nachlass nimmt drei Möglichkeiten in sich auf: Die Gläubiger können einem Teilschulderlass
(Dividendenvergleich) zustimmen, sie können die Zahlung stunden (Verlängerung der Zahlungsfristen) oder
sie übernehmen die vorhandenen Vermögenswerte an Zahlungs statt (Vermögensabtretung) und versuchen
selbst eine gute Lösung auszuarbeiten. Alle diese Verfahren wollen gut vorbereitet werden und müssen dem
Nachlassrichter unterbreitet werden. In allen Fällen wird ein Sachwalter eingesetzt, der die Einhaltung der
Vorgaben überwacht und dem Nachlassrichter Bericht erstattet. Für das gesamte Nachlassverfahren wird ein
Zeitrahmen gesetzt, der eingehalten werden muss. Wird aus einem laufenden Konkurs ein Nachlass herbeigeführt,
so übernimmt die Konkursverwaltung die Stellung des Sachwalters.

Vorteile: Bei einem Nachlass gibt es keine Verlustscheine, es gibt auch keinen Konkurs und dadurch kann die
Firma weiterbestehen. Aus diesem Grund ist ein Nachlass die beste Variante für Sportclubs, da dadurch die Liga
erhalten bleibt.

1.6    F&A:
?      Wie heissen die 4 Prozessarten?
!
?      Wie Läuft de XXX ab?
!
?      3 Voraussetzungen für Strafprozess
!      Tatbestand
       Rechtswidrig (Notstand, Notwehr)
       Verschulden (Fahrlässig oder Vorsatz)
?      Was sind Tatbestandsmerkmale
!      z.B. Betrug: Arglistige Täuschung, Vermögensverlust
?      Was ist zu Schützen im Steuerverfahren?
!      Die Bürgerrechte
?      4 Grundsätze in einem Verwaltungsverfahren?
!      Rechtliches Gehör
       Verhältnismässigkeit
       Gesetzliche Grundlagen
       Rechtsmittel
?      Bei welchen Verfahren sind Sachverhalte von Amtes wegen zu prüfen?
!      Arbeitsgericht
       Mietgericht
?      Warum heisst der Nachlass nobler Konkurs
!          1. Priviligierte Forderungen
           2. Keine Verlustscheine
           3. Club im gleichen Namen weiterführen, muss nicht aufgelöst werden
?      Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug
!      Steuerhinterziehung: Etwas nicht sagen ( Verwaltungsbusse)
       Steuerbetrug: Aktiv bescheissen ( Strafrechtliche Busse  könnte Gefängnis geben)
?      Was bedeutet Arglist?
!      Absichtliche Täuschung




                                                                                                        Seite 71
Thomas Candrian
2     Steuern
2.1       Staatseinnahmen
Staatseinnahmen              Gebühren         Für eine Amtshandlung / Inanspruchnahme von Administration
                             Beiträge         Für bestimmte Investitionen (z.B. Wasseranschluss)
                             Zinsen           Für Flüssige Mittel
                             Regiebetriebe    SBB etc.
                             Steuern          Voraussetzungslos

                   Direkte Steuern                                            Indirekte Steuern
Leistungsfähigkeit                                       Verkehrsvorgang
Es wird auf Leistungsfähigkeit abgestellt                Verkehrsvorgang

Direkte Bundessteuer                                     MWSt. (1/3 der Bundeseinnahmen)

2.2       Einige Begriffe
                                             Steuerharmonisierung
                      Formelle                                                 Materielle
Angleichung im Verfahren, Steuerarten etc.               Angleichen in den Tarifen
                                                         CH  unmöglich

                                                         Steuerbelastung z.B.

                                                         100'000 Eink. / 200'000 Verm.

                                                         SG          26’000
                                                         ZH          18’000
                                                         ZG          13’000
                                                         GR          20’000
                                                         FL           8’000

Steuerharmonisierungsgesetz (Bund) = StHG

Momentan benutzte: Einjährige Gegenwartsbemessung.

2.3       Wertschriften
Private                         Kapitalgewinne sind Einkommenssteuerfrei
                                Stichtag für Wertschriften und Vermögen 31.12
                                Erträge  Einkommenssteuer

                                   Wenn im Depot mehr als 20 Transaktionen vorhanden sind, so sind die
                                    Gewinne ebenfalls zu versteuern.

                                   Handelt man mit fremden Geld so muss man diese Gewinne immer
                                    versteuern, da dies als Nebenerwerb angesehen wird.

                                   Bei einer juristischen Person sind Kursgewinne steuerbar. Die Wertschriften
                                    dürfen    zum      Anschaffungswert    genommen.   Die    Anpassung      im
                                    Wertschriftenbestand muss nicht gemacht werden. Damit möchte man
                                    Gläubiger und Aktionäre schützen.  realisierte (Verkauf und Realisiert)
                                    Kursgewinne sind ertragssteuerpflichtig.

                                   Bei der Privatperson muss die Dividende oder der Zins einer Aktie, Obligation
                                    zu besteuern. Vermögenssteuerpflichtig ist der Wert per Stichtag per
                                    31.12.xx. Der Kursgewinn ist steuerfrei.
Juristische Personen            Anschaffungswert für Vermögen
                                Nur realisierte Kursgewinne (= in der Buchhaltung) sind ertragssteuerpflichtig
                                HAUPTVORTEIL: Auf 4 Jahre sind Verluste verrechenbar


                                                                                                         Seite 72
Thomas Candrian
                                   Steuersatz jur. Personen (Bund): 8.5%
                                   Kanton ZH: 8.5%

                                      Bei Einzelunternehmer wird darauf geschaut, was überwiegend fürs Geschäft
                                       gebraucht wird. Diese Sachen sind Geschäftsvermögen.  Arztpraxis im
                                       eigenen Haus.



2.4          Grundstückgewinnsteuer
            Kantonal
            meist nur für Private
            Haltedauerrabatt
            + Gewinne sind übertragbar in der ganzen CH

Falls man ein Grundstück erbt (von den Eltern) dann müssen die Gewinne nicht versteuert werden.
Verkauft man ein Grundstück, so müssen die Gewinne versteuert werden ausser man kauf ein neues Grundstück.
Gewinn Grundstück = Anschaffungspreis + Investitionen – Verkaufspreis.  Die Gewinne dürfen über die Jahre
übertragen werden. Werterhaltende Investitionen können jedes Jahr von den Steuern abgezogen werden.
Wertvermehrende Investitionen dürfen gesammelt werden.

2.5          Begriffe
            Steuerprogression Je höher das Einkommen, desto höher Steuersatz
            Steuersatz: Belastung des Einkommens in %
            Steuerfuss: Zuschlag zur einfachen Steuer = 100% aus Steuergesetz

2.6          Berechnung des Steuerbaren Einkommens
            Bruttolohn
    -       Arbeitnehmerbeiträge für AHV, IV, EO, ALV (= 1. Säule) und Pensionskasse (= 2. Säule)
            Nettolohn gemäss Lohnausweis des Arbeitgebers
    +       allfällige Einkünfte aus Nebenbeschäftigungen
    +       allfälliger Verdienst der Ehefrau
            Total Arbeitseinkommen
    +       Vermögenseinkommen
            (Zinsen von Bank- und Postkonto, übrige Zinsen, Dividenden, Mietwert des Eigenheimes usw.)
            Total Einkommen
    -       Berufsauslagen (Fahrspesen zum Arbeitsplatz, auswärtige Verpflegung, Weiterbildungskosten]
    -       bezahlte Schuldzinsen (z. B. für Hypotheken, Darlehen, Privatkredit)
    -       Beiträge für steuerbegünstigtes und gebundenes Vorsorgesparen (= Säule 3a) in Form von
            Einzahlungen auf ein spezielles Banksparkonto oder in Form einer speziellen gemischten
            Lebensversicherung
    -       Versicherungsprämien für Krankenkasse
            Reineinkommen
    -       Sozialabzüge (z. B. für Kinder)
            Steuerbares Einkommen

2.7          F&A:
?           Was ist der Unterschied bei Bundessteuer und Kantonaler?
!           Keine Vermögenssteuer bei Bund
            Bundessteuer hat keinen Steuerfuss
            Bundessteuer hat extreme Steuerprogression
?           Welches Verfahren ist bei der Steuer üblich?
!           1. Jährige Gegenwartsbemessung mit Vorauszahlung
?           Wie berechnet man aus dem Bruttolohn den Nettolohn?
!           Tabelle 2.6




                                                                                                         Seite 73

				
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posted:8/28/2011
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