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Die Post Nr. 6/2007
www.post.ch/personalzeitung
Ihre Leidenschaft: Postaut
Ob Mitarbeiter der SBB, pensionierter PostAuto-Chauffeur oder PostAuto-Unternehmer – eines ist Ihnen gemeinsam: ihre Liebe zu Oldtimer-Postautos, echten Schweizer Qualitätsprodukten.
Texte: Claudia Grasso und Hans-Ulrich Friedli / Bilder: Fred Leiser, Mathias Wyssenbach, Claudia Grasso, Hans-Ulrich Friedli
Gerhard Rentsch, SBB-Mitarbeiter und Oldtimerbus-Fahrer
«Ich lebe meinen Traum»
der damaligen Automobilabteilung PTT, exklusiven Zugang zu Plänen, Dokumenten und Fotos über Postautos – von den Anfängen bis in die Gegenwart.» Der Startschuss zu einem erstmaligen Nachschlagewerk in Buchform war gefallen. In aufwändiger, jahrelanger Recherchier- und Kleinarbeit setzte Rentsch von 1980 bis 1986 Seite um Seite des 431-seitigen Buches «80 Jahre Postauto» zusammen und publizierte es im Eigenverlag. FBW-Bus aus den 60er-Jahren Mit dem Verkaufserlös des sehr gefragten Buches erfüllte er sich seinen Traum: «Ich erstand mir einen FBW-Frontlenker, der in den frühen Sechzigerjahren von Chur nach Tschiertschen und ab Meiringen ins Rosenlauital verkehrte.» Bald hatte der SBB-Angestellte die nötigen Fahrprüfungen bestanden. Und so ist er seit über 20 Jahren mit seinem 28-plätzigen «Alpenwagen» auf kleineren und grösseren Tagesausflügen unterwegs. «Meist sind es Gruppen von Kollegen, kleinere Hochzeitsgesellschaften und Vereine, die ich zu landschaftlich reizvollen Orten chauffieren kann.» Kollegen aus der ehemaligen Garage Meiringen besorgen den Unterhalt des Fahrzeugs. «Sie verfügen noch über das nötige Fachwissen aus dieser Epoche», sagt Rentsch. Pikant: «Damit ich den jährlichen Service finanzieren kann, fahre ich während meiner zusätzlichen Urlaubstage saisonale Linienkurse für «Grindelwald Bus». Zudem setzt sich der Postauto-Fan dafür ein, dass zwei Oldtimer im Museum für Kommunikation in Bern in betriebsfähigem Zustand verbleiben und er damit sporadische öffentliche Stadtrundfahrten durchführen kann. Gerhard Rentsch: ein Freizeit-PostautoChauffeur aus Leidenschaft. Er freut sich auch heute noch jedes Mal, wenn er seinen Kindheitstraum ausleben kann. (hf)
Als Kind träumte er davon, Postauto-Chauffeur zu werden. Seit 38 Jahren arbeitet Gerhard Rentsch aus Bäriswil aber bei den SBB. Mit seinem eigenen Oldtimer-Postauto hat der 55-Jährige seinen Traum vor 21 Jahren dennoch verwirklicht. Doch der Reihe nach: Sein Vater war Briefträger in Wabern bei Bern und fuhr mit ihm ab und zu ins Gantrischgebiet. Die Fahrkünste der PostautoChauffeure beeindruckten Gerhard jedes Mal aufs Neue. «Das wird einmal mein Beruf», dachte er sich. Ein Augenleiden stand ihm jedoch im Weg. So führte ihn die Liebe zum öffentlichen Verkehr 1969 als Betriebsdisponent zur SBB. Dort ist er heute im Stellwerk Bern für die Tagesplanung der Zugbewegungen verantwortlich.
«Ein paar Jahre lang habe ich meine Freude am gelben PTT-Bus, aber auch meine erste Enttäuschung verdrängt», erinnert sich Rentsch an die 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Doch plötzlich – es war im Jahre 1980 – packte ihn das «gelbe Fieber» wieder. Er wollte mehr wissen über die Fahrzeuge mit dem PosthornSignet. Ein vollständiges Verzeichnis über die Schweizerischen Postautos gab es aber nicht. «Eine dokumentarische Wissenslücke, die ich unbedingt schliessen wollte», dachte er sich. Ein einmaliges Nachschlagewerk Ein Buch zu verfassen ist ein ambitioniertes Ziel. Das war sich der neu erwachte PostautoFan durchaus bewusst. Aber: «Auf Anfrage hin verschaffte mir Ulrich Bretscher, Mitarbeiter
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os «Made in Switzerland»
Domenico Barenco, PostAuto-Unternehmer Pierre Renaud, pensionierter Chauffeur
«Ich fahre ein Stück Schweizer Geschichte» «Der Berna-Bus ist Faido zum Bahnhof transportiert. Erst 1925 mein ganzer Stolz» kaufte die Familie das erste Automobil. «Wenn
ich daran denke, dass wir von all den Fahrzeugen, die wir über die Jahre eingesetzt haben, nicht ein einziges behalten haben …», sagt Domenico, der derzeitige Inhaber der Barenco & Andreoli AG, mit einem gewissen Bedauern. Barenco, der seit 1989 PostAuto-Unternehmer in der mittleren Leventina ist, konnte seinen Traum verwirklichen: Heute steht in seiner Garage ein Oldtimer. 2005 hatte er nach vier langen Jahren der Suche Glück: In der Deutschschweiz verkaufte eine Familie einen Saurer L4C Alpenwagen von 1954. Es stellte sich heraus, dass er ursprünglich auf der nahe gelegenen Strecke Mesocco – San Bernardino – Thusis im Einsatz gewesen war. «Für mich verkörpert dieser Oldtimer ein Stück Schweizer Geschichte», sagt er stolz am Steuer seines Wagens mit Panoramadach. «Ein derartiges Fahrzeug auf Ausflügen und Rundfahrten einzusetzen bedeutet für mich, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Und letztlich ist es auch Teil unseres (cg) kulturellen Erbes.» In der Waschanlage der PostAuto-Garage von Yverdon-les-Bains steht für einmal kein moderner Linienbus. Pierre Renaud, pensionierter PostautoChauffeur, wäscht «seinen» Berna-Oldtimer blitzblank sauber für die gebuchte Ausflugsfahrt vom nächsten Wochenende. An seinem früheren
«In meiner Familie liegt die Leidenschaft für Postautos im Blut», erklärt Domenico Barenco lachend. Kein Zweifel: Postautos traten schon sehr früh in Domenicos Leben oder waren gar seit jeher Teil davon. Schon seit vier Generationen arbeiten die Barencos als PostAuto-Unternehmer im Dienste der Post. Die 1880 begonnene Liebschaft schlief über all die Jahre nie ein: Die Leidenschaft wurde von Generation zu Generation weitervererbt. Anfänglich wurden die Waren und Personen noch mit der Kutsche vom Tessiner Dorf
Fritz Jenni, pensionierter PostAuto-Mitarbeiter
«Das Postauto bedeutet mir viel»
Fritz Jenni kennt die Belange von PostAuto aus jahrzehntelanger Erfahrung wie kaum ein Zweiter. Er eignete sich während 35 Jahren – davon 33 Jahre bei der damaligen Automobilabteilung PTT – ein enormes Fachwissen an. Auch 12 Jahre nach seiner Pensionierung gibt es für ihn neben Familie, Haus und Garten nur ein Thema: «Das Postauto ist mein ganzes Leben», sagt der in Bremgarten BE wohnhafte, vife Rentner, und präsentiert stolz seine grosse Modellsammlung. «Ich verfüge zum Teil über wahre Raritäten», erklärt er mit glänzenden Augen. Dank seiner Kentnisse der jeweiligen Originalfahrzeuge kann der passionierte Sammler seine Modelle aus allen Epochen bis ins technische Detail beschreiben. Nicht weniger stolz ist Jenni auf seine alten Fahrpläne. Sie reichen bis in die Postkutschenzeit zurück. Postkarten dokumentieren die Entwicklung der Fahrzeugtechnik, aber auch Veränderungen in der Landschaft wie beispielsweise den Rückgang des Rhonegletschers. Briefmarken mit Postauto-Motiven, Ersttagsbriefumschläge, Pins, Plakate: Alles dreht sich bei ihm in Wort und Bild ums Postauto. Und das Fachwissen zum Thema wird durch eine komplette Bibliothek von Schweizer Postauto-Büchern abgerundet.
Arbeits-Stützpunkt trifft man den 64-Jährigen öfters an. Hier, wo der Berna-Wagen in der Garage steht, pflegt er immer noch regen Kontakt zu seinen früheren Arbeitskollegen und ist in seinem Element. Als Fahrer und Betreuer des historischen Fahrzeugs ist er aber nicht allein: «L’ amicale Oldtimer» nennt sich die Vereinigung von fünf Oldtimer-Freunden, die von der PostAuto Region West den Schlüssel zu diesem besonderen Fahrzeug erhalten hat. Ausser Renaud lenken auch drei seiner Chauffeur-Kollegen vom Regiebetrieb in Yverdon-les-Bains das Schnauzen-Postauto auf Gruppenausflügen und Hochzeitsfahrten: Gaston Recordon, Martin Siegenthaler, Jean-Philippe Vermot. Schliesslich gehört auch Garagenleiter Paulo Andrade zu den Westschweizer Oldtimer-Fans. Mit Leib und Seele dabei Pierre Renaud ist mit Leib und Seele dabei, wenn es gilt, das Oldtimer-Fahrzeug in bestem Zustand zu erhalten. «Jetzt habe ich endlich mehr Zeit, den 34-plätzigen Bus zu pflegen und im Sinne des Wortes ‚handfest’ zu fahren», betont er. Er hält dabei den langen Gang-Schalthebel in der linken und das grosse Lenkrad ohne Servounterstützung in der rechten Hand. «Wir fahren auch mit dem Gehör», sagt er. Dabei schwärmt er vom typischen «Sound» des Saurer-Motors aus dem Jahr 1957. Das lässt den rechts gesteuerten Bus mit dem «neuen» Chassis-Aufbau von 1970 immer noch jugendlich frisch erscheinen. Nach seinen jahrzehntelangen Einsätzen im Linienverkehr werden die Männer von «L’ amicale Oldtimer» ihr Lieblingsfahrzeug noch so lange wie möglich durch schöne Landschaften steuern. (hf)
Zu PostAuto-Mitarbeitern und Alterskollegen pflegt der 76-Jährige regelmässige Kontakte. Und er informiert sich intensiv, was bei PostAuto läuft. «Ich blicke nicht nur wehmütig zurück, sondern bin schon immer offen für Neues gewesen.» Er verstehe gut, dass sich PostAuto auf die heutige Wettbewerbssituation einstellen müsse. Interessiert verfolgt er, wie sich das Unternehmen am Markt entwickelt. «Als das Oberengadin an den Stadtbus Chur verloren ging, hat es mir fast das Herz gebrochen». Darum hoffe er immer wieder, dass bei Linienvergaben Erfahrung, Sicherheit und Zuverlässigkeit für das Schweizer Qualitätsprodukt PostAuto sprechen. (hf)