PostLab startet erste Projekte
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14 Hintergrund Innovation www.post.ch/personalzeitung
Die Post Nr. 12/2008
Dienst am Kunden
wie eine «Lovestory» PostLab startet er
Zusteller Alfred Das im vergangenen März eröffnete PostLab hat erste konkrete
Zimmermann aus
Küssnacht am Rigi Projekte gestartet. Die Konzernleitung hat rund zwei Millionen
wurde mit seinem Franken freigegeben. Die Post entwickelt zusammen mit nam-
vorbildlich kun-
denfreundlichen haften Partnern neue innovative Geschäftsideen.
Verhalten zum
Text: Michael Wiget / Bild: Keystone/Laurent Gillieron
«Helden» – zumin-
dest für den inter-
national anerkann-
ten Kommunika-
tionsexperten Daniel Zanetti. In seinem letz- Das Thema Innovation gewinnt für die Post Lab ist eines von vielen Zeichen für die zuneh-
ten Buch «Das Love Story Prinzip» spielt der immer mehr an Bedeutung. Gründe für die Inno- mende Bedeutung des innovativen Elements.
innovative Postbote eine wichtige Rolle. Er vationsoffensive sind die wachsende Konkurrenz, Konzernleiter Ulrich Gygi und Patrick Aebi-
hat durch sein initiatives Handeln eine Sen- der Rückgang im Kerngeschäft Brief und der Wille scher, Präsident der Eidgenössischen Techni-
dung mit frischem Lachs vor dem Verderben der Post, in neuen Märkten zu wachsen. Im kom- schen Hochschule Lausanne (EPFL), haben vor
gerettet. Der Zusteller habe sich nicht hinter menden Jahr wird ein Innovationsprogramm ge- neun Monaten dieses gemeinsame Laborato-
der «Dienst-nach-Vorschrift-Methode» ver- startet: Die Mitarbeiter sollen neue Techniken er- rium auf dem Campus in Lausanne eröffnet.
steckt, erklärt der Autor in seiner Kurzge- lernen und die Unternehmenskultur soll mehr Das PostLab funktioniert als Brutkasten für
schichte, die sich wie folgt abspielte: Am Tag Veränderung und Kreativität zulassen. Das Post- neue Geschäftsideen und treibt die Entwick-
vor Auffahrt blieb ein Paket für Zanetti mit
dem Vermerk «Verderblich» unabgeholt auf
der Poststelle zurück. Der Empfänger war
beim Zustellversuch noch nicht vom Urlaub
zurückgekehrt. Nach seiner Rückkehr ent-
deckte er den Abholzettel im Briefkasten und
dachte sich, dass der Lachs auf der Poststelle
längst ein Fall für den Abfalleimer geworden
sein musste. Doch da staunte Daniel Zanetti
am nächsten Werktag auf der Poststelle: Weil
auf dem Paket der Vermerk «Frischer Lachs»
stand, liess Pöstler Zimmermann die Sendung
im Kühlschrank aufbewahren. Der Empfän-
ger konnte nicht eine verdorbene Sendung,
sondern den gekühlten, frisch gebliebenen
Lachs glücklich in Empfang nehmen.
Der Buchautor trat als Gastreferent am dies-
jährigen Innovationstag der Post auf. «Sein
Auftritt war einer der Höhepunkte des Anlas-
ses. Die Zuhörer waren begeistert», erinnert
sich Beat Friedli, Leiter Konzernentwicklung
der Post. In «Das Love Story Prinzip» zeigt
Zanetti anhand zahlreicher Kurzgeschichten
auf, wie fruchtbare, nachhaltige Kundenbe-
ziehungen aufgebaut werden können. Das
Buch wurde leider unvermittelt zu einem tra-
gischen Nachruf auf sein Lebenswerk. Daniel
Zanetti starb in der Nacht nach seinem
Auftritt bei der Post völlig unerwartet im
44. Lebensjahr. In seinen Büchern leben seine
beeindruckenden, originellen Gedanken und
Konzepte weiter. Die Bestseller sind geeignet,
die Leser immer wieder in ihren Bann zu zie-
hen und sie nachhaltig zu verblüffen. (hf)
Das Buch mit dem Titel «Das Love Story Prinzip» ist im
Verlag Textwerkstatt erschienen. Es ist zum Preis von
CHF 27.– im Buchhandel erhältlich.
Mehr Infos unter: www.nzp.ch
PostLab als Brutkasten für neue Geschäftsideen: Patrick Aebischer, Präsident der Eidg. Technischen Hochschule Lausa
www.post.ch/personalzeitung Innovation Hintergrund 15
Die Post Nr. 12/2008
?
ste Projekte Frage
des
Monats
lung und Umsetzung von erfolgversprechen- bedenken. Die Post strebt aber eine langfristige
den Projekten voran. Partnerschaft an. Die Konzernleitung ist nach
wie vor von diesem Engagement überzeugt.
Schwerpunkte definiert Die Post braucht Ideen für die Zukunft, denn
Inzwischen wurde viel gearbeitet. «Wir der Rückgang im Kerngeschäft wird langfristig
haben aus der riesigen Themenvielfalt der nicht aufzuhalten sein. Werden Sie dereinst ein
EPFL zwei Schwerpunkte gebildet: Zum einen Elektroauto kaufen?
ist dies das Thema Mobilität von Personen, Elektrolieferwagen und Mobilitätsbedürfnis
Waren und Fahrzeugen, zum anderen die Konkret will die Post zusammen mit dem
Schnittstelle zwischen realer und virtueller niederländischen Postkonzern TNT und der
Welt», erläutert Lorenz Lehmann, Leiter Post- Berner Fachhochschule für Technik und Infor- s Ja
Lab. Ein spezieller Fokus wird dabei auf die matik (ehemals HTL Biel) die genauen Spezifi-
s Nein
Nachhaltigkeit der Projekte gelegt. kationen für einen Elektrolieferwagen definie-
Zu diesen Schwerpunktthemen hat die Kon- ren. Darauf aufbauend wird ein Idealfahrzeug
zernleitung nun drei Projekte freigegeben, die konzipiert und anschliessend gemeinsam ein
in den Bereichen mit Unterstützung des Post- Industriepartner für die Umsetzung zu einem
Labs durchgeführt werden. «Es hat sich aller- Prototypen gesucht. «Die Automobilbranche ist
Schreiben Sie uns Ihre Meinung und
dings gezeigt, dass die Bedürfnisse der Post stark in Bewegung. Die Postunternehmen soll-
und der Hochschule nicht immer einfach ten bei der Entwicklung neuer Elektrofahrzeu-
Ihre Fragen an redaktion@post.ch oder
zusammenzubringen sind», gibt Lehmann zu ge ihre Bedürfnisse anmelden», ist der PostLab- an: Die Schweizerische Post, UK11,
Leiter überzeugt. Redaktion «Die Post»,
In einem weiteren Projekt arbeiten PostAuto Viktoriastrasse 21, 3030 Bern.
und Mobility Solutions mit dem Transportation Wir werden Ihre Fragen in der
Center der EPFL zusammen. In diesem Projekt nächsten Ausgabe beantworten.
sollen die Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft
ermittelt, Geschäftsmöglichkeiten ausgelotet und
entsprechende Produkte entwickelt werden. Die
Angebote der Schweizerischen Post sollen den Die Post im Netz
Bedürfnissen von Bestellern und Endkunden Hier finden Sie Informationen:
auch in Zukunft optimal entsprechen. Die Post steht im Visier von Öffentlichkeit,
Politik, Gewerkschaften und Kunden. Das
Paket sucht in Zukunft seinen Weg selber beweist die aktuelle kontroverse Diskussion
Im dritten Projekt wird die nächste Generati- um das Briefmonopol, die Marktöffnung, die
on der Logistik untersucht. Heute erfolgt der Auslandsstrategie und die Preise. Informie-
Warentransport weitgehend getrennt von den ren Sie sich im Internet und Intranet mit Fak-
ten und Analysen über Themen wie Markt-
dazugehörenden Informationen. Die Technologie
öffnung, die Schweizerische Post im Aus-
zur Zusammenführung wäre zwar vorhanden,
land, Poststellennetz, PostMail, PostLogis-
ist aber heute noch zu komplex und zu teuer. tics, PostFinance, Personal usw. So können
Wenn sie aber breite Anwendung findet, könnte Sie bei jeder Diskussion gut argumentieren.
in Zukunft ein Paket selber entscheiden, auf wel-
Die Seite der Post mit vielen Informationen und
chem Weg es am schnellsten zum Empfänger
Zahlen zu allen aktuellen Themen in dieser Aus-
gelangt – ähnlich wie im Internet jedes Daten- gabe finden Sie unter www.post.ch.
paket seinen Weg eigenständig sucht. Die Aus-
Hintergrundthema dieser Ausgabe bilden unter
wirkungen dieser Technologie auf das Geschäfts- anderem innovative Projekte der Post (Seiten
modell der Post werden in diesem Projekt genau nebenan). Dazu können Sie sich auch im Inter-
untersucht. Erfolgversprechende Geschäftsfälle net unter www.post.ch > Über uns > Dos-
werden identifiziert und ausgearbeitet. siers > Innovationen informieren.
Viel Wissenswertes über die Beziehungen der
Innovation in der täglichen Arbeit Post zu Politik und Wirtschaft mit Dossiers zu
Projekte wie diejenigen aus dem PostLab zahlreichen aktuellen Themen finden Sie im
sind wichtig für die Zukunft der Post. Innova- Internet unter www.post.ch/dossiers sowie im
Intranet unter Unternehmenskommunikation
tion ist aber nicht nur ein Thema für spezielle
> Organisation UK > Beziehungen zu Politik
Produktentwickler, sondern für alle Pöstlerin-
und Wirtschaft (UK3) oder Post und Politik.
nen und Pöstler. Innovationen sind einerseits
Im Intranet unter dem Bereich Philatelie finden
bei der täglichen Arbeit im Briefzentrum oder
Sie Informationen zu neuen Briefmarken, Brief-
in der Poststelle nötig und möglich. Anderer- markenarten, zum Ausgabeprogramm, zu Sam-
seits haben Pöstler auch immer wieder Ideen, melarten und vielem mehr. Ausführliche Informa-
die ausserhalb ihres Arbeitsgebiets zum Ein- tionen rund um die Philatelie sind auch im Inter-
satz kommen. Lesen Sie dazu unseren Beitrag net unter www.post.ch/briefmarken abrufbar.
nne (EPFL) und Post-Konzernleiter Ulrich Gygi im Gespräch. auf den Seiten 12 und 13.
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