Die Lupe, Das Briefmarkenmagazin

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7/27/2009
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Die Lupe Das Briefmarkenmagazin 100 Jahre Pro Patria: Sonderblock würdigt den Einsatz für die Kultur Alte Bäume: Neue Sondermarken zeigen Birke, Eiche und Weide Europamarke: «Helvetia» am Himmel und ein Wettbewerb 2/2009 Die Post und der Preisüberwacher suchen gemeinsam eine Lösung bezüglich der Preise der Post bei Briefen und Paketen. Die Post verschiebt aus diesem Grund die auf 1. April 2009 geplanten Preismassnahmen bei den Paketen und dem internationalen Versand. Für diese geplante Preisanpassung wurden rechtzeitig neue Dauermarken sowie die dazugehörenden Artikel – gemäss Angebot in der «Lupe» – erstellt. Zum Zeitpunkt der Verschiebung waren die Marken sowie die «Lupe» bereits gedruckt. Die beiden neuen Dauermarken «Einheimische Vögel» mit den Frankaturwerten CHF 1.40 und 1.90 erscheinen somit wie geplant per 1. April 2009. Sie können wie alle anderen frankaturgültigen Briefmarken unbeschränkt verwendet werden. Sondermarke zum grafischen Gewerbe Von Gutenberg zum Internet Der Frühling ist da! Sinnvolle Geschenke, die Freude bereiten. «extra» steht für hochwertige Produkte und ein Sortiment, das jeden Geschmack trifft. Bestellen Sie unseren aktuellen Katalog auf www.post.ch/extra oder rufen Sie uns an unter 0848 78 26 77 (Lieferung nur in der Schweiz). Neu: «extra»-Geschenkservice auf www.post.ch/extra CHF 34.00 CHF 89.00 Deko-Vogel Holz, Originalgrösse, naturgetreu mit wetterfesten, ungiftigen Farben bemalt, kleiner Holzstab (ca.15 cm), Informationsbroschüre zur Vogelart, Geschenkkarton, Kohlmeise Art.-Nr. 9053 9486 Terrakotta-«Büsi» Terrakotta aus Impruneta (Toskana), 18 cm hoch Art.-Nr. 9053 971 CHF 25.00 Keramikkugelset «Ornament» 2 Keramikkugeln, Ø 12 cm, Ø 18 cm Art.-Nr. 9053 1529 www.post.ch/extra Editorial Pioniere legten den Grundstein für Qualität und Wissen Inhalt News Dauermarken Einheimische Vögel 4 5 Sondermarken Pro Patria – Kulturwege Schweiz Sonderblock 100 Jahre Pro Patria 6–10 Sondermarken Alte Bäume 11–13 Sondermarke, Kleinbogen und Souvenir Von Gutenberg zum Internet 14–17 Sondermarke und Klein­ bogen Europa, Maximum­ karte und Wettbewerb Astronomie – Asteroid Helvetia 18–20 Bildpostkarte züri09 Sondermarke und Ansichtskarten Europäische Wildkatze 21 22–24 Sondermarken und Kleinbogen Zeitgenössische Architektur 25–27 Angebots­ übersicht Die Lupe als zentrales Arbeitsinstrument: Bei der Herstellung von Drucksachen sind höchste Präzision und genaue Farb­ wiedergabe gefordert. Foto: ImagePoint Liebe Leserinnen und Leser Grosse Erfinder, Künstler und Entdecker prägen die Welt und unser Leben seit jeher – und dies meist im positiven Sinne. Johannes Gutenberg ist ein überaus passendes Beispiel dafür. Er erfand im 15. Jahrhundert den Buchdruck und revolutionierte die damals üblichen Methoden der Buchproduktion. Ohne ihn gäbe es keine Bücher und Zeitungen, so wie wir sie heute kennen. Und auch die «Lupe» würden Sie ohne Guten­ bergs Verdienste kaum in Ihren Händen halten. Das von Gutenberg initiierte Fachgebiet erlebte seither einen starken Wandel. Auch die grafische Branche ist mittler­ weile im elektronischen Zeitalter ange­ kommen. Diese spannende Zeitreise – von Gutenberg zum Internet – verdeut­ licht nun eine Sondermarke. Geprägt wurde und wird unsere Welt beispielsweise auch von Gebäuden unterschiedlicher Art. Von grossen und kleinen, von auffälligen und unauffälligen oder von grauen und farbigen. Zwei Beispiele zeitgenössischer Schweizer Architektur werden in dieser Ausgabe mit zwei Sondermarken gewürdigt. Auch wer Himmelskörper entdeckt, hinterlässt einen prägenden Eindruck. Denn der Entdecker hat das Recht, einen Namen auszuwählen. Wussten Sie, dass ein Asteroid den Namen der Schweiz trägt? Dieser Asteroid ist ebenso auf neuen Briefmarken abgebildet wie weitere Motive aus der Natur. Entdecken Sie sie und lassen Sie sich überraschen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit der neuen «Lupe»-Ausgabe. 28–31 Titelbild: Bewegliche Bleibuch­ staben in einem Setz­ kasten: Gutenbergs ebenso einfache wie geniale Erfindung lieferte die Grundlage der grafischen Branche – auch wenn heute moderne Verfahren zur Anwendung kommen. Foto: ImagePoint Elsa Baxter, Leiterin Bereich Briefmarken und Philatelie der Schweizerischen Post 3 News Mitarbeiter der Post bringen Europamarke zum Leben Veranstaltungskalender In der Philatelieagenda 2009 (siehe Lupe 1/2009) hat es nachträglich einige Änderungen gegeben. Die Internationale Briefmarkenbörse in Wien von Mitte Mai wurde vom Veranstalter abgesagt. In Prag findet die Briefmarkenbörse neu vom 3. bis 5. September 2009 statt. Der Anlass Ende Oktober in Rom heisst korrekt «Italia 2009». Und zu guter Letzt findet der Tag der Briefmarke in Bulle vom 11. bis 13. Dezember 2009 statt. Impressum «Die Lupe» ist ein Gratismagazin. In Deutsch, Franzö­ sisch, Italienisch und Englisch erhältlich. Herausgeber/Adresse Die Schweizerische Post Briefmarken und Philatelie Ostermundigenstrasse 91 3030 Bern Schweiz Gesamtauflage 176 000 Exemplare Verkauf und Kundendienst J Telefon Inland: 0848 66 55 44 J Telefon Ausland: +41 848 66 55 44 J Fax: 058 667 62 68 J E-Mail: stamps@post.ch J Internet: www.post.ch J Shop: www.post.ch/philashop «Die Lupe» Nr. 2/2009 Redaktionsschluss: 24.2.2009 Versand: ab 24.3.2009 Markenausgaben: 1.4. und 8.5.2009 Die Europamarke 2008 hat Nachahmer gefunden. An einem internen Kader­ anlass der Post haben die Teilnehmer im Sinne einer Teambildung das Marken­ motiv nachgestellt. Die temporären «Fotomodelle» haben bei ihrer täglichen Arbeit mit der Sortierung – zumeist von Briefen – zu tun. Darum war es naheliegend, die letztjährige Europa­ marke zum Thema Briefe darzustellen. Symbolische Markenübergabe Die Schweizerische Post hat der Natur­ schutzorganisation Pro Natura deren 1-Franken-Sondermarke (Lupe 1/2009) feierlich übergeben. Im Rahmen einer Medienkonferenz enthüllten Elsa Baxter, Leiterin Briefmarken und Philatelie, Pro-Natura-Präsidentin Silva Semadeni sowie Pro-Natura-Zentralsekretär Otto Sieber das Werk. Die Marke, die zum 100-Jahr-Jubiläum der Organisation erscheint, zeigt mit dem Braunbären das Tier des Jahres. Luzern und Post gratulieren Erni Die Stadt Luzern hat ihrem prominenten Bürger Hans Erni einen würdevollen Empfang bereitet. Am 21. Februar, dem 100. Geburtstag des Künstlers, versam­ melten sich zahlreiche geladene Gäste im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, um Hans Erni zu gratulieren. Auch die Post gratulierte und stellte die beiden neuesten von Erni gestalteten Sonder­ marken vor. Herzliche Gratulation Der Verkehrshaus-Wettbewerb in der letzten «Lupe»-Ausgabe war sehr beliebt: Rund 5000 Antworttalons trafen bei der Redaktion ein. Der Hauptpreis, ein Familientag im Verkehrshaus für vier Personen mit Eintritt, Mittagessen, IMAXBesuch und einem Jubiläumsbuch, geht in den Kanton Bern. Gewinnerin ist Marianne Baumgartner aus Gysenstein. Sämtliche Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Herzliche Gratulation! 4 Dauermarken Einheimische Vögel Ein Hühner- und ein Greifvogel schliessen die Serie ab Steinhuhn Alectoris graeca Grösse 33 cm Nahrung Das Steinhuhn ernährt sich hauptsächlich vegetarisch. Verschie­ dene Pflanzenteile, Samen, Knospen und Beeren werden bevor­ zugt. Lebensraum Die Heimat des Stein­ huhns sind die Alpen. Es bevorzugt warme, felsige Südhänge mit Zwergsträuchern, Einzelbäumen, alpinen Weiden und Blockfel­ dern, in der Regel über der Waldgrenze. Zugverhalten Als Standvogel verbringt das Steinhuhn auch den Winter bei uns. Hohe Schneelagen zwingen den Vogel bisweilen zu Ausweichbewegungen in die Talsohle oder in extreme Höhen mit schneefreien Stellen. Fortpflanzung Das Nest befindet sich am Boden, meist am Fuss eines Baumes oder Felsblocks. Das Weib­ chen brütet alleine, die Jungen können mit 10 bis 20 Tagen etwas fliegen und sind im Alter von 50 bis 60 Tagen ausgewachsen. Bestand Der Bestand beträgt 3000 bis 4000 Brut­ paare. Durch die Auf­ gabe von ehemals bewirtschafteten Flächen in den Bergen ist zu erwarten, dass die Bestände des Steinhuhns zurückgehen. Das Steinhuhn und der Rotmilan zieren die beiden letzten Werte der Dauer­ markenserie «Einheimische Vögel». Die Marken zu CHF 1.40 und 1.90 wurden aufgrund der neuen Taxstufen per 1. April 2009 erforderlich. Sujet auf Ersttagsumschlag Rotmilan Milvus milvus Grösse 61 cm Nahrung Die Greifvögel suchen im Flug den Boden nach kleinen Säugetieren oder nach Aas ab. Zudem jagen sie gerne Rabenkrähen eine eben erbeutete Maus ab. Lebensraum Der Rotmilan war Mitte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in der Nordschweiz verbreitet. Er besiedelt heute auch den Alpenrand, einzelne Alpentäler sowie das Genferseebecken. Zugverhalten Heute bleiben die Rot­ milane vielfach das ganze Jahr im Gebiet, während früher fast alle zur Überwinterung auf die Iberische Halbinsel zogen. Fortpflanzung Ihren in Bäumen gebau­ ten Horst legen sie mit Wolle, Moos, Haaren, Papier und Lumpen aus. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Nach weiteren 50 bis 55 Tagen verlas­ sen die Jungen das Nest. Bestand Zurzeit brüten 1200 bis 1500 Paare in der Schweiz. Der ihnen fast in ganz Europa gewährte Schutz und das Nahrungsangebot sind die Hauptgründe für die Erholung des seinerzeit stark dezi­ mierten Bestandes. Fotos: Peter Keusch, Susten Texte von: www.vogelwarte.ch Dauermarken Einheimische Vögel Verkauf Philatelie: ab 1.4.2009, bis auf Weiteres Poststellen: ab 1.4.2009, bis auf Weiteres Gültig unbeschränkt ab 1.4.2009 Druck Offsetdruck, 5-farbig; Joh. Enschedé, Haarlem, Niederlande Formate Wertzeichen: 3338 mm (inkl. Vignette) Businessbogen: 180500 mm (10 Reihen zu 5 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend, auf Trägerpapier, 220 gm² Zähnung 4-seitige Wellenstanzung Gestaltung Eva Ch. Weber, Basel Martine Chatagny, Praz/Vully Ausgabetagsstempel 5 Sondermarken Pro Patria – Kulturwege Schweiz / Sonderblock 100 Jahre Pro Patria Stiftung Pro Patria setzt sich heute vermehrt für Kulturelles ein Sujet auf Ersttagsumschlag Im Jahr 2009 kann die Schweizerische Stiftung Pro Patria auf eine hundertjährige Tätigkeit zurückblicken. Für die Freunde der Philatelie sind Geschichte und Wirken des gemeinnützigen Werks durch Bundesfeierpostkarten und Sonderbriefmarken dokumentiert – die neuesten sind zum dritten und letzten Mal den «Kulturwegen Schweiz» gewidmet. Sondermarken mit Verkaufszuschlag Pro Patria – Kulturwege Schweiz Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 31.12.2009, solange Vorrat Poststellen: ab 8.5.2009 bis 31.8.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig; Bagel Security Print, Düsseldorf, Deutschland Formate Wertzeichen: 3328 mm Bogen: 194145 mm (4 Reihen zu 5 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm² Zähnung 13¼:12¾ Gestaltung Vito Noto, Cadro-Lugano Ausgabetagsstempel Eine frühe Bundes­ feierpostkarte, gestal­ tet von Burkhard Mangold (1873–1960), sowie der Sonder­ block «100 Jahre Pro Patria» (nähere Anga­ ben dazu auf Seite 10). Oben die erste Bundesfeiermarke von 1938. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Wohlfahrt im Bewusstsein unserer Gesellschaft zunehmend einen zentralen Platz ein. Es galt somit, geeignete öffentliche Einrichtungen und Hilfswerke zu schaffen. Im Jahr 1909 rief ein Kreis gemeinnützig gesinnter Persönlichkeiten um den St. Galler Kaufmann Albert Schuster das Schweizerische Bundesfeierkomitee ins Leben. 1991 ist der traditionsreiche Verein in die Schweizerische Stiftung Pro Patria überführt worden. Das Ziel der Organisation besteht seit ihrer Gründung darin, dem Nationalfeiertag einen tieferen Sinn zu verleihen und mithilfe von Freiwilligen und unter Berufung auf die Solidarität der Bevölkerung Sammlungen zugunsten sozialer und kultureller Werke durchzuführen. Mit der Post verbunden Die gemeinnützige Organisation ist seit ihrer Gründung auf das Engste mit der Schweizerischen Post verbunden. Ohne deren Unterstützung hätte Pro Patria ihre Aufgabe kaum 100 Jahre lang erfolgreich erfüllen können. Der Schweizerische Bundesrat förderte die von den Initianten lancierte Idee einer Bundesfeierspende von der ersten Stunde an tatkräftig und 6 ViaFrancigena: Wie alt die Trittstufen oberhalb des Plan de Barasson am Grossen St. Bernhard wirklich sind, ist unbekannt. Vielleicht zogen hier schon die Römer durch. ebnete den Weg für die Zusammenarbeit mit der Post, die 1910 den Verkauf der von Schweizer Künstlern gestalteten Bundesfeierpostkarten mit Taxzuschlag und ab 1938 die Herausgabe von Sonder­ marken – gleichfalls mit Taxzuschlag – als Sammelmittel ermöglichte. 1923 wurde ein zweites, diesmal symbolisches Sammelmittel geschaffen: das 1.-AugustAbzeichen. «Einer für alle, alle für einen» «Es soll jedem einzelnen, auch dem bescheidenen Bürger Gelegenheit gege­ ben werden, sein Scherflein beizutragen zu einer nationalen Gemeinnützigkeit am ersten August», schrieben die sowohl philanthropisch als auch patriotisch gesinnten Gründer. «Einer für alle, alle für einen» lautete die aus heutiger Sicht vielleicht pathetisch anmutende Parole aus den Anfängen der Bundesfeier­ spende. Die jährlichen Sammlungen, die anfänglich mit dem Bundesrat abge­ sprochen wurden, standen bis weit in Fortsetzung auf Seite 10 CHF 0.85+0.40: Historischer Fahrweg bei Liddes (VS) Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard, Bourg-Saint-Pierre (VS) ViaFrancigena: über die Alpen nach Rom Gerade zum Erzbischof von Canterbury gewählt, musste Sigerich der Ernste die beschwerliche Reise nach Rom auf sich nehmen, um den päpstlichen Segen zu erhalten. Von seiner Rückreise im Jahr 990 stammt die älteste Beschreibung der ViaFrancigena. Die Route diente schon den Römern als Verbindung in den Norden. Im Mittelalter erlebte sie eine Renais­ sance als Handelsachse. Als der Papst ab 1300 Heilige Jahre ausrief, erlangte sie ihre Bedeutung als eine der wichtigsten Pilgerrouten Europas. Heute ist die ViaFrancigena ein «Grosser Kulturweg des Europa­ rats». Nach dem Weiler Pallazuit bei Liddes beginnt ein besonders eindrückliches Wegstück der ViaFranci­ gena. Der mittelalterliche Saumpfad wurde hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts für Wagen passierbar gemacht. Dieser alte Fahrweg ist etwa zwei Meter breit und weist einen traditionellen Schotterbelag sowie teilweise einen Grasstreifen auf. Auf beiden Seiten von kleinen Böschungen gesäumt, grenzen ihn Mauern von den Feldern ab. Der Grosse St. Bernhard verbindet das Wallis mit dem Aostatal. Das Hospiz auf dem Pass wurde der Legende nach um 1050 von Bernhard von Menthon, Erzdiakon von Aosta, und der Königin Irmingard von Burgund gegründet. Zweck der Einrichtung war es, Banditen zu vertreiben und den Passverkehr sicher zu machen. Zum Hospiz gehört eine Bernhardinerzucht. Das 1800 hier geborene Tier Barry trug wesentlich zum Mythos der Bernhardiner als Rettungshunde bei. Weiter zeugen die 1689 geweihte Kirche und ein Museum vom grossen spirituellen und historischen Reichtum dieses Ortes. 7 ViaSalina (links): Der Hafen von Murten war ein wichtiger Landeplatz für die Berner Salztransporte. ViaSpluga (Mitte): zwei Weggenerationen am Splügenpass – vorne der Saum­ pfad, über den die ViaSpluga führt, hinten die 1818 bis 1822 erbaute Strasse, die sich in mehreren Kehren den Berg hinaufwindet. ViaRhenana (rechts): Die Mittlere Brücke in Basel war einst weit herum der einzige feste Rheinübergang und verhalf der Stadt so zur wirtschaftli­ chen Blüte. Die heu­ tige Brücke wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts erbaut. CHF 0.85+0.40: Karrgeleise bei Vuitebœuf (VD) Berntor in Murten (FR) CHF 1.00+0.50: Viamala, Zillis-Reischen (GR) Albertini-Haus, Splügen (GR) ViaSalina: auf den Spuren des weissen Goldes «Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz», schrieb schon der römische Staatsmann Cassiodor. Salz war einst ein wertvolles Gut, sein Besitz bedeu­ tete Macht. Bis ins 19. Jahrhundert beschaffte sich die Republik Bern das «weisse Gold» aus den Salinen der Franche-Comté. Die «Salzstrasse» sicherte die Grund­ versorgung der Bevölkerung und füllte die Berner Staatskasse. Die ViaSalina verbindet die Unesco-Welt­ kulturstätten Bern und Arc-et-Senans (Frankreich). Selten hat die Verkehrsgeschichte so eindrückliche Spuren hinterlassen wie bei Vuitebœuf. Über meh­ rere hundert Meter haben sich im Kalkstein Geleise­ spuren aus dem 14. bis 18. Jahrhundert erhalten. Sie dienten den Wagen, auf denen das Salz nach Yverdon gebracht wurde. Um sie beim Herunterfahren zu kontrollieren, wurden ihre Räder gehemmt oder blockiert. Die Rillen verhinderten ein Abkommen vom Weg. Stufenähnliche Einkerbungen zwischen den Rillen verschafften den Zugtieren Trittsicherheit. Die Karrgeleise wurden laufend unterhalten und erneuert. An manchen Stellen sind über zwei Dutzend Geleise­ paare zu finden. Das Salz erreichte Murten von Yverdon auf dem Wasserweg über den Neuenburgersee und die Broye. Murten hat seinen Ursprung in der Römerzeit und verstand sich seit je als Hafen von Bern. 1159 wurde die Stadt von den Zähringern neu gegründet und später mit einer Befestigungsmauer umgeben. Teil davon war das Berntor, das seine heutige Form 1778 nach dem Vorbild des Berner Zytgloggeturms erhielt. Von Murten wurde das Salz meist auf dem Landweg nach Bern transportiert. ViaSpluga: Schrecken und Schönheit der Bergwelt Schwankende Stege, enge Brücken, tiefe Schluchten: Der Saumweg über den Splügenpass war berühmt­ berüchtigt – und dies, obwohl er während Jahr­ hunderten zu den wichtigsten und am besten aus­ gebauten Transitrouten im Alpenraum zählte. Heute ist die ViaSpluga ohne Gefahr begehbar, aber nicht weniger eindrücklich: Landschaftliche Höhepunkte wie die Viamala wechseln sich ab mit kulturellen Attraktionen wie dem Passdorf Splügen. Die Viamala ist die berühmteste Schlucht der ViaSpluga. In bis zu 300 Meter Tiefe schlängelt sich der Hinterrhein durch den Fels. Jahrhundertealt sind die Anstrengungen, der Schlucht einen Weg abzuringen. Die ältesten Spuren früherer Verkehrswege sind Halbgalerien, die vielleicht von den Römern, vielleicht erst im Mittelalter in den Fels gehauen wurden. Erst der Bau zweier Brücken 1738/39 und die Verlegung des Wegs auf die rechte Talseite machten ein kom­ fortables Reisen möglich. Für Postkutschen passierbar wurde die Viamala 1823. Reisende und der Warenverkehr haben Splügen geprägt wie kaum ein anderes Dorf in den Alpen. Vom Wohlstand der mächtigen Familie SchorschAlbertini zeugen die beiden Bürgerhäuser bei der Brücke über den Sustenbach. Nachdem ein Brand das Dorf zerstört hatte, erbaute Commissari Christoffel von Schorsch die Häuser. Die Inschrift «C 1719 S» am unteren Haus erinnert daran. Hier wohnte Schorschs Schwiegersohn J. U. von Albertini. Das Gebäude ist ganz auf die Brücke ausgerichtet – kein Wunder, denn im Albertini-Haus wurden Waren umgeschlagen und gehandelt. Weitere Informationen sind unter folgender Adresse erhältlich: Schweizerische Stiftung Pro Patria Clausiusstrasse 45 8006 Zürich Telefon 044 265 11 60 Fax 044 265 11 69 www.propatria.ch Texte: Roman G. Schönauer, Generalsekretär Schweizerische Stiftung Pro Patria (Einleitung zu 100 Jahre Pro Patria) und Caroline Süess, ViaStoria – Zentrum für Verkehrsgeschichte (Kommentare zu den Markensujets) Fotos: Heinz Dieter Finck, Cornel Doswald (© ViaStoria) 8 Sondermarken Pro Patria – Kulturwege Schweiz / Sonderblock 100 Jahre Pro Patria CHF 1.00+0.50: Basler Altstadt mit Münster (BS) Salzbohrtürme in Rheinfelden (AG) ViaRhenana: eine Wasserstrasse im Ruhestand Die ViaRhenana folgt dem Rhein durch vom Wasser geprägte Naturräume und verbindet vielgestaltige Kulturlandschaften. Im Mittelalter wurden an den Schlüsselstellen des historischen Wasserwegs Klöster und Städte gegründet. Heute sind sie Kulturzentren von europäischer Ausstrahlung. Auf und neben dem Wasser bestehen vielfältige Möglichkeiten, den einst bedeutenden Verkehrsweg zu erkunden: zu Fuss, mit dem Fahrrad, per Boot oder Schiff. Der Hochrhein war seit dem Mittelalter die meist­ benutzte Wasserstrasse der Schweiz. Verbesserte Strassen und Fuhrwerke und schliesslich die mächtige Konkurrenz der Eisenbahn brachten im 19. Jahr­ hundert die alte Hochrhein-Schifffahrt zum Ver­ schwinden. Nördlich von Basel ist der Rhein nach wie vor Europas wichtigste Wasserstrasse. In den Rheinhäfen der Agglomeration Basel werden rund zehn Prozent der Güter des schweizerischen Aussen­ handels umgeschlagen. Der Rhein verhalf der Schweiz auch zum Salz. Es stammt vom urzeitlichen Trias-Meer und war von 1000 Meter dicken Gesteinsschichten bedeckt. Durch die Jahrtausende trug der Rhein das Gestein wieder ab und brachte das Salz in Reichweite des Menschen. Die Salzbohrtürme sind historische Wahrzeichen der Industrialisierung der Region. Die hölzernen Bohrhäuser schützten Bohrvorrichtungen, Pumpen und Antriebsmaschinen vor der Witterung. Die Salzbohrtürme Nr. 9 und 10 wurden von den Schwei­ zer Rheinsalinen in den 1940er-Jahren bei Rheinfelden errichtet. Lange nach ihrer Stilllegung wurden sie kürzlich versetzt. Heute stehen sie wenige hundert Meter vom Rheinufer entfernt. Markenheftchen Ein auf Wunsch der Schweizerischen Stiftung Pro Patria hergestelltes Marken­ heftchen enthält zehn gemischte Marken: sechs Marken mit dem Sujet «Via Francigena» zu CHF 0.85+0.40 und vier Marken mit dem Sujet «Via Rhenana» zu CHF 1.00+0.50. Das Markenheftchen kann für CHF 14.50 (inkl. CHF 1.00 für den Umschlag) bei der Schweizerischen Stiftung Pro Patria, Clausiusstrasse 45, 8006 Zürich, im PhilaShop (www.post.ch/philashop) und bei den Philateliestellen der Schweizerischen Post bezogen werden. 9 Sondermarken Pro Patria – Kulturwege Schweiz / Sonderblock 100 Jahre Pro Patria Sujet auf Ersttagsumschlag Sonderblock 100 Jahre Pro Patria Sonderblock «100 Jahre Pro Patria» Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 31.12.2009, solange Vorrat Poststellen: kein Verkauf Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig; Joh. Enschedé, Haarlem, Niederlande Formate Wertzeichen: 50,531,5 mm Block: 10570 mm Papier Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm² Zähnung 14:13¼ Gestaltung Beatrice Wipf, Zürich Ausgabetagsstempel Fortsetzung von Seite 7 die Nachkriegszeit vor allem im Zeichen sozialer Not und Bedürftigkeit. Nutz­ niesser der Sammlungen waren etwa Schweizer Soldaten und ihre Familien, Mütter in Notlagen, verschiedene Behin­ dertenorganisationen, das Rote Kreuz oder Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ausland. Mit dem Ausbau der sozialen Leistungen des Staats und der Schaffung eigener Organisationen für bestimmte gemein­ nützige Anliegen wandte sich die Orga­ nisation in den 1970er-Jahren zuneh­ mend dem zweiten statutarischen Förderbereich zu – der Kultur. In den vergangenen Jahren bildete Pro Patria ein wichtiges Standbein bei der ideellen und gezielten finanziellen Förderung der Erhaltung und Pflege von Naturund Kulturlandschaften sowie der Denk­ malpflege. Für diese Zielrichtung steht auch die Unterstützung der Kulturwege Schweiz, zu deren Förderung dieses Jahr die dritte und letzte Serie Sonder­ briefmarken erscheint. Kulturwege Schweiz: Historische Verkehrswege nützen und schützen Reisen wie ein Säumer, ankommen wie eine Pilgerin, essen wie eine Römerin und nächtigen wie ein Erzbischof: Mit dem Tourismusprogramm «Kulturwege Schweiz» werden Reiseabenteuer vergangener Epochen lebendig. Kulturwege Schweiz basiert auf einem Netz von zwölf nationalen Via-Routen und zahlreichen regionalen ViaRegio-Routen. Auf historischen Pfaden und Wegen führen sie zu den eindrück­ lichsten Kulturgütern und Landschaften der Schweiz. Dabei vernetzen sie Angebote aus Kultur, Tourismus und Landwirtschaft. Das Tourismus­ programm fördert so die nachhaltige Entwicklung der Gebiete entlang der Routen. Zudem sichert es die angemessene Nutzung und den Erhalt der historischen Verkehrswege. Die Routen können auf eigene Faust oder mit einem Erlebnispackage von Kulturwege Schweiz erwandert werden. Die Pauschalangebote ent­ halten Übernachtungen, Routeninformation, Museumseintritte und teilweise auch Gepäck­ transport, Transporttickets und Lunchpakete. Informationen www.kulturwege-schweiz.ch www.itineraires-culturels.ch www.itinerari-culturali.ch ViaStoria – Zentrum für Verkehrsgeschichte Kulturwege Schweiz Finkenhubelweg 11 3012 Bern +41 (0)31 631 35 37 info@kulturwege-schweiz.ch 10 Sondermarken Alte Bäume Bäume sind seit Urzeiten Lebensträger für die Menschen Bäume waren jahrtausendelang die Leitressource und sind bis heute ein Lebenssymbol. Kulturgeschichtlich dienen sie materiellen und immateriellen Zwecken. Zudem sind sie für Sauerstoff, Wasser und Klima unverzichtbar. Die Schwei­ zerische Post widmet neue Sondermarken der Birke, der Eiche und der Trauerweide. Vom Schweizer Schriftsteller Gerhard Meier stammt der Satz: «Man sollte vermutlich nur noch von Bäumen reden.» Wenn heute Kinder an «Spaghetti­ bäume» – ein Produkt der Fantasie – glauben und 35-Jährige keine vier Baum­ arten mehr unterscheiden und benen­ nen können, ist das auch bildungspoli­ tisch erheblich. Denn Bäume waren und sind eine unserer wichtigsten Lebens­ grundlagen. Ein Naturphänomen, dessen Erscheinung psychologisch so unver­ zichtbar ist wie seine physischen Funk­ tionen. Baum als Shoppingcenter Ohne Baum, ohne Wald gäbe es keine Kultur. Die grösste Pflanze war weltweit ➔ Die Birke Betulaceae, Birkengewächse Die Botanik nennt sechs Gattungen mit über 100 Arten, vorab in den nördli­ chen Breiten der gemässigten Zonen. Bei uns sind dies hauptsächlich Hängebirken (B. pendula), gelegent­ lich Moorbirken (B. pubescens) und Strauchbirken (B. humilis). Die Birke liebt feuchte Standorte, Sümpfe, Moore. Sie ist vielfach nutzbar, ihr Holz ist weich, mittelschwer und dient für Drechslerarbeiten, Furniere und Kamin­ feuer. Aus dem Saft der Birke werden Haarwasser, Limonaden, Medizinal­ getränke und Birkenwein hergestellt. Früh schon wurde die weiche Rinde als Kleidung verwendet: So trug zum Beispiel Ötzi ein Gefäss aus Birkenrinde. Indianerstämme verwen­ den heute noch zerriebenes Birken­ kambium (zwischen Rinde und Holz) zur Streckung von Mehl. Die Bauern lieben den Baum nicht, da er ein Wassersäufer ist. Die Birke wird bis zu 30 Meter hoch und 120 Jahre alt. 11 Sondermarken Alte Bäume Die Eiche Fagaceae, Buchengewächse; Gattung: Quercus Mit 450 Arten auf der Nordhalbkugel ist die Eiche die umfangreichste Laub­ baumgattung. Bei uns kommt am häufigsten die Stieleiche (Q. robur) vor, daneben die Flaumeiche (Q. pubescens) und die Traubeneiche (Q. petraea). Stieleichen lieben feuchte Standorte, sie können auch direkt im Wasser stehen. Sie ziehen daher den Blitz an (Donnergötter). Venedig steht unter anderem auf Eichen. Das Holz der Eiche ist hart, schwer und fest. Neben der Buche ist sie seit der Antike die wirtschaftlich wichtigste und kost­ barste Baumart. Genutzt wird sie für Konstruktionsholz sowie für Parkette, Furniere und Rahmenwerke. Früher war die Eiche auch Hauptholzart im Schiff- und Schwellenbau. Eichen sind enorme Lebensräume für über 700 Kleintier-, Vogel- und Insektenarten. Die Bäume werden bis zu 40 Meter hoch und in einzelnen Fällen deutlich über 1000 Jahre alt. ➔ auch die wichtigste Lebensgrundlage. Verkürzt heisst das: Jeder Baum ist ein kleines Shoppingcenter. Man ass Blätter, Triebe, Blüten, Früchte, Rinde und Wurzeln. Eicheln und Bucheckern waren Grundnahrungsmittel. Bäume lieferten Kleidung und Heilmittel. Aus dem Holz entstanden Hütten, Häuser, Wagen, Waffen, Schiffe, Schaufeln, Herde, Öfen, Wiegen und Särge. Birken gaben das beste Brenn-, Eichen das beste Bauholz. Weiden wurden zu Schälholz, ihre Ruten zu Flecht- und Korbwerk. Ohne das Brennholz der Bäume gab es auch keine Erz- und Glasschmelze. Mit Bäumen wurde gekohlt, gekocht, 12 gesotten, destilliert: Holzkohle, Pech, Harz, Glas, Öl, Schmiere, Lösungen, Seife, Kleber, Sprengstoff und vieles mehr – Bäume waren die Wiege der Petrochemie. Die Landwirtschaft holte sich den anderen Teil. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Europa abgeholzt, der kontinentale Wald lag am Boden. Versteppung, Austrock­ nung und Holzmangel waren die Folge. Der Schrecken war gewaltig. Es folgten Waldgesetze und die Forstwissenschaft entstand. Trotzdem: Wäre nicht um 1850 das Erdöl – selbst ein «Holzprodukt» – entdeckt worden, gäbe es heute wohl keinen Baum mehr. Mächtiges Bild – mächtiges Symbol Wer staunt nicht ehrfürchtig vor alten, mächtigen Bäumen. Es ist der «heilige Schauer» vor dem Unbegreiflichen. Damit beginnen magische Vorstellungen: der Baum auf Höhlenwänden und als Felsen­ zeichung. Noch meint der Baum keine Gottheit, hat aber geheimnisvolle Kräfte. Später wird er Attribut einer Gottheit oder ihr Stellvertreter, ein Symbol mit vielfältigen Aspekten. Zwischen 3000 und 1000 v. Chr. erschei­ nen ägyptische Totengöttinnen als Baumgöttinnen, im Alten Orient und in Mesopotamien treten Zweig- und Palm­ göttinnen auf. Bei Griechen, Römern, Sujet auf Ersttagsumschlag Die Weide Salicaceae, Weidengewächse Von der Weide existieren zwei Gat­ tungen mit weltweit etwa 350 Arten, die meisten davon auf der Nordhalb­ kugel. Sie bildet Sträucher bis Bäume. Weiden exakt zu unterscheiden bereitet selbst Kennern Mühe. Bei uns kommen vor allem Weissweiden (S. alba), Bruchweiden (S. fragilis), Salweiden (S. caprea) sowie Grauwei­ den (S. cinerea) vor. Die Trauerweide (S. alba «Tristé») ist die gärtnerische Perfektion einer natürlichen Mutation. Das Weidenholz ist weich, leicht und für Zellstoff, Faser- und Spanplatten geeignet. Weiden enthalten das Glycosid Salicin, aus dem die welt­ weit berühmteste Arznei gewonnen wurde: Aspirin (heute synthetisch). Die Weide bietet eine enorme ökologi­ sche Spannweite mit über 900 Lebe­ wesen. Baumweiden werden bis zu 30 Meter hoch und 80 bis 100 Jahre alt. Fotos: Verena Eggmann Sondermarken Alte Bäume Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009, bis auf Weiteres Poststellen: ab 8.5.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig; Joh. Enschedé, Haarlem, Niederlande Formate Wertzeichen: 32,540 mm Bogen: 160190 mm (4 Reihen zu 4 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend, auf Trägerpapier, 220 gm² Zähnung 13¼ Gestaltung Reinhard Fluri, Halten (SO) Ausgabetagsstempel Kelten und Germanen ist die «unverwesli­ che» Eiche der Baum der Wettergötter: Zeus, Jupiter, Taranis, Thor. Über die weiss leuchtende Birke steigen Schamanen von Lappland bis zum Amur zur Sphäre der Götter und Dämonen auf. Die nächtliche Weide am Bach steht für Gottheiten des Mondes, der sich doppelt spiegelt in Wasser und Himmel. Das Kreuz Christi entstammt dem Baum, der aus dem toten Adam wuchs, Maria erscheint in Bäumen, an denen ihr Bild hängt. Die Französische Revolution funktioniert den Maibaum zum Freiheitsbaum um: Pappeln für die Freiheit, Eichen für Gleichheit und Brüder­ lichkeit. Das zyklische Verhalten des Baums im Kreislauf von Tod und Wiedergeburt wurde früh gedeutet. Der Baum ver­ spricht Ewigkeit, Jugend, Fülle, Reichtum und Macht. Und er ist ein Ordnungsprin­ zip. Er wird zur Metapher in Literatur und Dichtung, als Gedächtnis unserer Taten auf Papier; der Baum in den Künsten und in der Psychologie (Baum­ test). Und selbst im Büro ist er präsent: vom Baum zum Stammbaum zum Organigramm. Man sollte auf Bäume achten – überall. Bernd Steiner, Internationales Baum-Archiv Winterthur Länger im Verkauf Diese Sondermarken ohne Endverkaufs­ datum bleiben bei der Philatelie bis auf Weiteres im Verkauf. 13 Sondermarke Von Gutenberg zum Internet Die grafische Branche ist seit Jahren im permanenten Umbruch Ab Mitte des 15. Jahrhunderts eroberte eine Erfindung die Welt: der Buchdruck. Was einst mit Bleilettern seinen Anfang nahm, ist heute durch und durch elektronisiert. Das Internet ist aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Eine Sondermarke der Schweizerischen Post macht auf die 550-jährige Geschichte der grafi­ schen Branche aufmerksam. Die Geschichte des Buchdrucks begann um das Jahr 1450. Johannes Gutenberg erfand den Druck mit beweglichen Lettern, ein Prozess, der sich innert Kürze auf der ganzen Welt verbreitete. Mit der Erfindung war gewissermassen auch die grafische Branche geboren, die in den folgenden Jahrhunderten von stetem Wandel und vielen Modernisierungen geprägt war. Doch einen solch starken Umbruch wie in den letzten paar Jahr­ zehnten erlebte die Branche noch nie. Von zwölf auf drei Berufe reduziert Seit Anfang der 1970er-Jahre ist das einst beschauliche Druckgewerbe im Dauerumbruch oder besser im Aufbruch. Kannte man bis in die frühen 90er-Jahre in der grafischen Branche noch zwölf verschiedene Berufe, so haben sich die Funktionen und Aktivitäten auf heute drei Berufsfelder reduziert. Es sind dies die Hauptberufe Polygraf, Drucktechnologe sowie Printmedienverarbeiter. In diesen drei Berufen werden gesamtschweizerisch derzeit rund 2000 Lernende an zehn Berufsfachschulen ausgebildet. «Von Gutenberg zum Internet» So wie sich die Berufsbilder verändert und die Anzahl der Berufe reduziert haben, hat sich die Branche gewandelt. In den letzten Jahren ist in der Schweiz die Zahl der grafischen Unternehmen von einst über 4000 Betrieben auf rund 14 2500 zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Beschäftigten von gegen 50 000 (Ende 1980er-Jahre) auf heute rund 30 000 reduziert. Dennoch ist die Produktivität dank dem steten technischen Fortschritt weiter ange­ stiegen. Man mag sich fragen, wo die Fachleute denn geblieben sind. Die Erklärung ist recht einfach: Früher war die Druck­ sachenerstellung eine personalintensive Angelegenheit. Mit der Ablösung des Bleisatzes durch den Fotosatz – später durch die codeorientierten Satzsysteme hin zur Desktop- und Mac-Generation – hat die Branche eine eigentliche Revo­ lution erlebt. Die Welt steckt im elektro­ nischen Zeitalter, und die Branche steht einem vollständig geöffneten Markt gegenüber. Die Branche wird sich weiter wandeln Dazu kommt die Medienkonvergenz, das heisst die Verwendung derselben Daten für verschiedene Medien. So wird heute nicht einfach nur eine Zeitung verlegt und gedruckt. Gleichsam in Ergänzung zu den Printmedien unterhalten die grossen Verlagshäuser heute auch Radio- und Fernsehstationen. Die technische Entwick­ lung hat aber auch möglich gemacht, dass Grafikateliers, Werbeagenturen und Informatikunternehmen in die Bearbei­ tung und Verarbeitung von Text- und Bilddaten aller Art eingestiegen sind. ➔ Gleich mit zwei Bild­ schirmen muss die Polygrafin zurecht­ kommen, wenn sie anspruchsvolle Pro­ dukte zu bearbeiten hat (Bild ganz oben). Das Einspannen der Druckplatte geschieht heute meist automa­ tisch, muss aber vom Drucktechnologen überwacht und vor dem Druck kontrol­ liert werden (Bild Mitte rechts). Der Kunde stimmt in Zusammenarbeit mit dem Drucktechnolo­ gen den endgültigen Bogen ab und erteilt danach das «Gut zum Druck» (Bild Mitte links). Das Program­ mieren und Über­ wachen einer Falz­ maschine erfordert viel Fachwissen von der Printmedienverar­ beiterin (Bild unten). Fotos: Viscom Sujet auf Ersttagsumschlag Sondermarke Von Gutenberg zum Internet Ein Thema und sechs teilnehmende Länder Die Sondermarke erscheint im Rahmen einer internatio­ nalen Aktion unter dem Motto «Von Gutenberg zum Internet». Das Marken­ sujet ging aus einem inter­ nationalen Wettbewerb unter Auszubildenden der Medienvorstufe (Polygrafen) der Länder Schweiz, Luxem­ burg, Österreich, Deutsch­ land, Niederlande und Italien hervor. Über 300 Arbeiten, die alle individuell die lange Geschichte «Von Gutenberg zum Internet» veranschaulichen, wurden eingereicht und von einer Jury bewertet. Das Rennen gemacht hat der Vorschlag von Meike Kollmann aus Deutschland. Ihr Werk erscheint nun in Luxemburg und in der Schweiz als Briefmarke. Die ursprüngliche Idee zu der aussergewöhnlichen Markenaktion hatten der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation Viscom und der luxem­ burgische Druckerverband AMIL. Der Idee schlossen sich als Erste die Schweizeri­ sche Post sowie jene Luxem­ burgs an. Die Siegerarbeit sowie alle weiteren rund 70 prämierten Arbeiten werden vom 14. Mai bis 14. Juni 2009 im Guten­ berg Museum in Freiburg ausgestellt. Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: ab 8.5.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig; Bagel Security Print, Düsseldorf, Deutschland Formate Wertzeichen: 3328 mm Kleinbogen: 19295 mm (2 Reihen zu 5 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm² Zähnung 13½:13¼ Gestaltung Meike Kollmann, Deutschland Ausgabetagsstempel Kleinbogen 15 Sondermarke Von Gutenberg zum Internet Das Gutenberg Museum in Freiburg macht die verschie­ denen Aspekte des Druckwesens und der Kommunikation auf anschauliche Art begreifbar. Fotos: Gutenberg Museum ➔ Umgekehrt erobern sich viele grafische Unternehmen den Gestaltungsbereich zurück und verlängern damit die Wert­ schöpfungskette. Ausdruck davon ist nicht zuletzt die Neustrukturierung des Berufsbildes Polygraf/-in EFZ, das seit nunmehr zwei Jahren in den beiden Fachrichtungen Mediengestaltung und Medienproduktion angeboten wird. Gelesen wird immer Deshalb sei die Behauptung in den Raum gestellt, dass heute nicht 30 000 Fach­ leute in der Druckereibranche tätig sind, sondern gegen 50 000 Beschäftigte in der grafischen Branche, oder besser in der visuellen Kommunikation, ihr Aus­ kommen finden. Sicher ist: Gelesen wird immer, und damit bleibt es weiterhin hochspannend in diesem faszinierenden Wirtschaftszweig. Peter Theilkäs, Vizedirektor Viscom Exklusive Einladung ins Museum Der Bereich Briefmarken und Philatelie lädt seine Kundinnen und Kunden zu einer interessan­ ten Führung durch das sehenswerte Gutenberg Museum in Freiburg ein. Anschliessend findet die Vernissage der Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten zur «Gutenberg»-Briefmarke statt. Ein Apéro rundet das Spezialprogramm ab. Datum: Zeit: Ort: Anmeldung: 13. Mai 2009 16.30 bis ca. 19.00 Uhr Gutenberg Museum, Liebfrauenplatz 16, 1702 Freiburg (Schweiz) schriftlich mit Angabe von Name und Adresse und Anzahl Personen bis 30.4.2009 an: Die Schweizerische Post, Briefmarken und Philatelie, «Gutenberg Museum», Ostermundigenstrasse 91, 3030 Bern oder per Mail an claudia.baumgartner@post.ch Die Platzzahl ist beschränkt. Vergabe der Plätze nach Datum der Anmeldung. Es werden je nach Teilnehmerzahl Gruppen in Deutsch und Französisch geführt. Das Gutenberg Museum ist eine Hom­ mage an Johannes Gutenberg, den Erfinder der Buchdruckerkunst mit mobilen Lettern. Auf lebendige Art und Weise macht es die verschiedenen Aspekte des Druckwesens und der Kommunikation begreifbar. Lebensgrosse Wachsfiguren, Druckmaschinen aus verschiedenen Epochen, eine Multimedia­ schau und Erlebnisateliers vermitteln die über 500-jährige Geschichte von Guten­ berg bis zum Internet und den neuen Computertechnologien. Weitere Infor­ mationen: www.gutenbergmuseum.ch 16 Souvenir Von Gutenberg zum Internet Im Zeitraffer von der Schwarzen Kunst zu den audiovisuellen Medien Souvenir Von Gutenberg zum Internet Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: kein Verkauf Druck Offsetdruck, 4-farbig Format A5 quer (210148 mm) Papier Innenseiten: Z-Bond FSC, 170 gm2, Offset matt Umschlag: Z-Bond FSC, 240 gm2, Inhalt je 1 Einzelmarke J «Wertzeichendruckerei der Post» J «100 Jahre Museum für Kommunikation» J «50 Jahre Rega» J «100 Jahre Choco­ suisse» J «Von Gutenberg zum Internet» Umfang 24 Seiten Gestaltung Atelier KE, Beat Kehrli, Meiringen (BE) Preis CHF 17.90 Johannes Gutenberg wollte eigentlich nur besonders schöne Abschriften garantieren. Mit seiner Erfindung des Setzkastens und des Druckstocks legte er jedoch den Grundstein für gewaltige Entwicklun­ gen. Die aufschlussreiche Broschüre «Von Gutenberg zum Internet» erläutert die äusserst spannende Geschichte der Drucktechnik bis hin zur heutigen audiovisuellen Kommunikation. Briefmarken als vielfältiges Druckerzeugnis belegen diese Entwick­ lung. Neben vielen Bildern sind auch Innovationen wie «100 Jahre Chocosuisse» mit Schokoladenduft, «50 Jahre Rega» mit Hologramm oder die Lentikular-/Linsenrasterdruck-Marke «100 Jahre Museum für Kommunikation» aufwändig als Originalbrief­ marken ins Heft integriert. Ein sehr lesenswertes, reich bebildertes Souvenirheft mit ausserordentlichen Briefmarken zum Lesen, Sammeln und Staunen. Gleich bestellen – es lohnt sich. 17 Sondermarke Europa Astronomie – Asteroid Helvetia Helvetia ist am Himmel und auf Briefmarken unterwegs Die UNESCO und die «International Astronomical Union» (IAU) haben das Jahr 2009 zum «Internationalen Jahr der Astronomie» erklärt. Die Astronomie ist denn auch das Thema der diesjährigen Europamarke. Diese zeigt das innere Sonnensystem und den 2002 in Winterthur entdeckten Kleinplaneten mit dem Namen «(113390) Helvetia». Vor 400 Jahren richtete der italienische Physiker Galileo Galilei erstmals ein Fernrohr gegen den Himmel. Ebenfalls im Jahr 1609 publizierte der deutsche Mathematiker und Astronom Johannes Kepler seine ersten beiden Gesetze über die Planetenbahnen. Diese Pionierleis­ tungen begründeten die «neue Astro­ nomie», in der in den kommenden Jahrhunderten auch Schweizer Forscher Akzente setzten. Wegweisende Schweizer Astronomen So beschrieb der Luzerner Jesuitenpater Johann Baptist Cysat schon im Jahr 1618 den grossen Nebel im Orion. Der Lausanner Privatgelehrte Jean-Philippe Loys de Cheseaux dokumentierte im 18. Jahrhundert zahlreiche Sternhaufen und Gasnebel. Um 1850 setzte in Zürich Rudolf Wolf Meilensteine in der Sonnen­ forschung. 100 Jahre später eröffnete der Glarner Fritz Zwicky in den USA wegweisende Perspektiven in der Astro­ physik. Bis 1994 entdeckte Paul Wild von der Universität Bern viele Asteroiden und sieben Kometen. In Basel beschäftigte sich Gustav A. Tammann gleichzeitig mit fundamentalen Fragen aus der Kosmologie. Und 1995 wies ein Team des Observatoire de Genève beim Stern 51 Pegasi den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems nach – eine bis heute weltweit nachhallende Pionierleistung! Eine Entdeckung aus Winterthur Doch die Astronomie war immer auch eine populäre Wissenschaft. Öffentliche Sternwarten kommentieren heute Forschungsresultate und ermöglichen damit allen Interessierten faszinierende Blicke in den Nachthimmel. Zu diesen Observatorien gehört seit 30 Jahren auch die Sternwarte Eschenberg in Winterthur. Dort wurde am frühen Morgen des 29. September 2002 ein Asteroid ent­ deckt. Im Frühling 2006 akzeptierte die IAU für diesen Himmelskörper die Bezeichnung «Helvetia». Der Kleinplanet «(113390) Helvetia» hat einen Durchmesser von etwa drei Kilo­ metern. Er umkreist die Sonne in einem mittleren Abstand von 344 Millionen Kilometern. In Sonnennähe rast der Asteroid mit einer Geschwindigkeit von fast 87 000 Kilometern pro Stunde, dennoch dauert ein Sonnenumlauf dreieinhalb Jahre. Zum Autor Markus Griesser, der Verfasser des Haupttextes, ist der Entdecker des Asteroiden Helvetia. Der Mitbegründer und langjährige Leiter der Stern­ warte Eschenberg in Winterthur beobachtet seit Jahren kosmische Kleinkörper. Als Entdecker war es sein Recht, einen Namen vorzuschlagen. Weil das Wort Schweiz in jeder Landessprache anders geschrieben wird, entschied sich der Astronom für den sprachneutralen Begriff «Helvetia». Der Vorschlag stiess bei dem für Namensgebung zuständigen IAU-Komitee auf grosse Zustimmung, weil er die Schweiz und ihre vier verschiedenen (Sprach-)Kulturen ideal widerspiegle. Alle Aste­ roiden mit gesicherten Bahnen sind zudem num­ meriert, darum trägt die Helvetia auch die Zahl 113390 im Namen. Marke als Momentaufnahme Die von der Basler Künstlerin Catherine Reber gestaltete Europamarke ist keine willkürlich gewählte Abbildung. Sie zeigt das innere Sonnensystem am 8. Mai 2009, dem Ausgabetag der Marke. Neben der Sonne sind die inneren Plane­ ten und die «Helvetia» in ihren aktuellen Bahnpositionen dargestellt. An diesem Tag ist der Asteroid 315,9 Millionen Kilometer von der Erde und 275,5 Millio­ nen Kilometer von der Sonne entfernt. Diese Angaben zeigen auf, was man auch in unserer kosmischen Nachbarschaft unter «astronomischen» Entfernungen zu verstehen hat! Markus Griesser 18 Kleinbogen Sujet auf Ersttagsumschlag Sondermarke Europa Astronomie – Asteroid Helvetia Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: ab 8.5.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig, und Tagesleuchtfarbe, mit Phosphorfarbe überdruckt; Österreichische Staatsdruckerei, Wien Formate Wertzeichen: 5340 mm Kleinbogen: 19295 mm (2 Reihen zu 3 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm² Zähnung 12¾:13¼ Illustration Markus Griesser, Wiesendangen (ZH) Grafische Bearbeitung Catherine Reber, Basel Ausgabetagsstempel Markus Griesser am «Friedrich-Meier»­ Teleskop der Winter­ thurer Sternwarte, mit dem er im Herbst 2002 den Asteroiden «Helvetia» entdeckte. Fotos: agr / Sternwarte Eschenberg Sonderpoststelle Kurz vor dem Ausgabetag der Europamarke wird am Donnerstag, 7. Mai 2009, beim Rathausdurch­ gang in Winterthur (Verbindung zwischen Stadthausstrasse und Marktgasse) eine Sonderpoststelle von 10.00 bis 17.00 Uhr eingerich­ tet. Dort können Interessierte Marken kaufen und ihre Belege mit dem Ausgabetagsstempel versehen lassen. Zudem stehen «Helvetia»-Entdecker Markus Griesser sowie Marken­ gestalterin Catherine Reber von 13.30 bis 14.30 Uhr für Auto­ gramme zur Verfügung. Bitte beach­ ten Sie, dass pro Person maximal drei Belege unterschrieben werden. Die Marke leuchtet im Dunkeln Die aktuelle Europamarke wartet mit einer Besonderheit auf. Sie ist mit einem sogenannt nachtleuchtenden Lack versehen. Daher sind die abgebildeten Umlaufbahnen von Helvetia und den weiteren Planeten auch im Dunkeln kurze Zeit sichtbar. «Aufgeladen» wird dieser Lack zum Beispiel mit einer Taschenlampe. Um die leuchtenden Bahnen besser sehen zu können, erscheint die Europamarke zudem grösser als üblich. 19 Maximumkarte Europa Astronomie – Asteroid Helvetia Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat (Es werden keine Karten ohne Marke verkauft) Poststellen: kein Verkauf Druck Offsetdruck Formate Karte: 148105 mm Wertzeichen: 5340 mm Papier Offsetkarton weiss, 260 gm² Gestaltung Markus Griesser, Wiesendangen (ZH) Ausgabetagsstempel Maximumkarte und Wettbewerb Astronomie – Asteroid Helvetia Die Karte zeigt die Details rund um den Asteroiden «Helvetia» auf Lassen Sie sich vom Weltall faszinieren Wettbewerbstalon Sondermarke «Asteroid Helvetia» In welchem Jahr wurde der Asteroid «Helvetia» entdeckt? Bei unserem Wettbewerb können Sie eine private Führung beim «Helvetia»-Entdecker inklusive Aufenthalt in Winter­ thur gewinnen. Oder Sie sichern sich ein kleines Stück Weltall. Beantworten Sie einfach die Wettbewerbsfrage. Viel Glück! Diese Preise gibt es zu gewinnen 1.–3. Preis Eine private Führung in der Sternwarte Eschenberg in Winterthur am Samstag, 12. September 2009, für je zwei Personen. Die Hauptpreise beinhalten zudem ein Abendessen sowie eine Übernachtung im 4-SterneHotel Banana City in Winterthur. 4.–10. Preis Ein Original-Eisenmeteorit. Die präparierten Meteo­ riten stammen aus dem Innern von Asteroiden. 11.–20. Preis Ein Ersttagsumschlag mit dem Kleinbogen der aktuel­ len Europamarke. 21.–30. Preis Ein Ersttagsumschlag mit einem Viererblock der aktuellen Europamarke. 31.–40. Preis Ein Ersttagsumschlag mit einer aktuellen Europa­ marke. Die Hauptpreise sind gestiftet von der Astronomi­ schen Gesellschaft Winterthur und vom Hotel Banana City in Winterthur. Die Preise 11 bis 40 werden zudem signiert von «Helvetia»-Entdecker Markus Griesser. Kunden-Nr. Name Vorname Adresse PLZ/Ort Land Geburtsdatum E-Mail-Adresse Talon (oder Kopie davon) bis 15. Mai 2009 einsenden an: Die Schweizerische Post Briefmarken und Philatelie Marketing und Verkauf Ostermundigenstrasse 91 3030 Bern Schweiz Teilnahmebedingungen Wettbewerb Einsendeschluss ist der 15. Mai 2009 (Datum des Poststempels). Die Gewinnerinnen und Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Die Namen der Gewinner der Hauptpreise werden in der «Lupe» veröffentlicht. Die Preise werden nicht bar ausbezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Korrespondenz wird keine geführt. Mitarbeitende des Bereichs Briefmarken und Philatelie der Schweizerischen Post sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Pro Person darf nur ein Talon ausgefüllt werden. 20 Bildpostkarte züri09 Vor 75 Jahren war die NABA erstmals in Zürich zu Gast Bildpostkarte züri09 Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: kein Verkauf Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck Formate Karte: 148105 mm Wertzeichen: 3328 mm Papier Offsetkarton weiss, 260 gm² Gestaltung Marc Weller, Bern Ausgabetagsstempel Der Bildausschnitt mit Fraumünsterpost, Fraumünsterkirche und St.-Peter-Kirche ist angelehnt an den Sonderblock, der vor 25 Jahren zur damaligen NABA in Zürich erschienen ist. Auch er zeigt vom Wasser aus gesehen diese drei markanten Gebäude. Zürich steht diesen Frühling im Fokus der Schweizer Briefmarkenfreunde: Im Sportund Seminarzentrum Guggach findet vom 15. bis 17. Mai 2009 die «züri09» statt. Dass heuer in der Limmatstadt eine solche Ausstellung stattfindet, ist kein Zufall. Bereits vor 75 und ein weiteres Mal vor 25 Jahren war die Nationale Briefmarkenausstellung NABA in Zürich zu Gast. Die Schweizerische Post widmet «züri09» eine Bildpostkarte. Auf der Vorderseite ist eine Ansicht der Stadt abgebildet; zu sehen sind unter anderem die Frau­ münsterpost, die Fraumünster- sowie die St.-Peter-Kirche. An der Fassade der Fraumünsterpost, wo sich übrigens die Zürcher Philateliestelle befindet, hängt als grosses Plakat der Sonderblock, der 1934 zu Ehren der ersten NABA in Zürich erschienen ist. Die eingedruckte Briefmarke auf der Rückseite zeigt den «Postrolli» der Lim­ mattal-Strassenbahn, die einst zwischen Schlieren und Weiningen verkehrte. Mit dem im Volksmund liebevoll genannten Tram «Lisebethli» und seinem Tram­ anhänger wurden von 1901 bis 1931 offiziell Postsendungen befördert. 21 Sondermarke Europäische Wildkatze Die Europäische Wildkatze – ein fast unbekanntes Schweizer Wildtier Wildkatzen leben scheu und zurückgezogen und kommen auch in der Schweiz in freier Natur vor. Zudem beherbergen verschiedene Schweizer Zoos wie der Wildpark Langenberg, der Natur- und Tierpark Goldau oder der Berner Tierpark Dählhölzli Wildkatzen. Die Schweizerische Post ehrt das seltene und geschützte Wildtier mit einer Sondermarke. Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist einer getigerten Hauskatze recht nah. Äusserlich unterscheidet sie sich von ihr höchstens durch ihren etwas buschiger und stumpfer wirkenden Schwanz. Klare Unterscheidungsmerk­ male liefern erst genetische Methoden und die Sektion des Schädels. Die Haus­ katze stammt von der Afrikanischen Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab; Wildund Falbkatze sind somit Unterarten der Art Felis silvestris. Darum sind sich Wild- und Hauskatzen im Verhalten recht ähnlich und sie kreuzen sich gele­ gentlich auch. Der Bestand nahm stark ab Ursprünglich besiedelte die Europäische Wildkatze die Mittelgebirge und Täler Europas bis zum Ural. Durch Bejagung wurde ihr Bestand dramatisch reduziert. In der Schweiz besiedelt sie heute Teile des Juras – in den Alpen war sie wegen der dort höheren Schneedecke vermutlich nie heimisch. Die Europäische Wildkatze ist vor allem nachtaktiv und lebt einzelgängerisch in einem Revier von bis zu 70 Hektaren Fläche. Ihre Wege kennzeichnet sie mit Duftmarken. Das Streifgebiet des Männchens schliesst mehrere Weibchenreviere ein. Die Wildkatze jagt vor allem Mäuse, gelegentlich Kleinvögel, lokal sogar Kaninchen, aber auch Amphibien, Reptilien und Fische. Zudem frisst sie Aas und wenig Pflanzliches. Mäuse erbeutet sie wie der Fuchs durch einen gezielten Sprung aus einer Lauerstellung. Mit fünf Wochen auf die Jagd Wie die Hauskatzen putzen sich auch die Wildkatzen oft, sie schnurren und miauen. Tagsüber halten sie sich gerne in Felsspalten, hohlen Bäumen oder dichtem Gebüsch versteckt. Wildkatzen 22 paaren sich im Vorfrühling und bringen nach ca. 63 Tagen bis zu fünf Junge zur Welt. Der Vater spielt bei der Jungenaufzucht keine Rolle. Ab der fünften Lebenswoche begleiten die Jungen ihre Mutter auf die Jagd. Im Herbst löst sich der Verband auf, das Weibchen verjagt seine Jungen und geht eigene Wege. Schweizer Wildkatzen in Deutschland Der Tierpark Dählhölzli in Bern hält seit 1958 Europäische Wildkatzen und hat weit über 100 Jungtiere an andere Institutionen abgegeben, unter anderem an den Bund für Naturschutz in Bayern. Er initiierte Anfang der Achtzigerjahre ein Wiederansiedlungsprojekt mit dem Ziel, die Wildkatze in geeigneten Gebieten Bayerns neu anzusiedeln, und zwar Tiere Sujet auf Ersttagsumschlag Sondermarke Europäische Wildkatze Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: ab 8.5.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig; Joh. Enschedé, Haarlem, Niederlande Formate Wertzeichen: 3328 mm Bogen: 200140 mm (4 Reihen zu 5 Marken) aus menschlicher Obhut. Ein Gebiet gilt als geeignet, wenn die Wildkatze früher dort vorkam, Waldflächen von über 25 000 Hektaren mit lichten Partien und besonnten Wiesen aufweist und die Besitzverhältnisse garantieren, dass eine Betreuung und Beobachtung der Tiere gewährleistet ist. Solche Gebiete fanden sich im Spessart, im Steigerwald und im Vorderen Bayerischen Wald. Infos sammeln dank Funkhalsbändern Die «Berner» Jungtiere werden jeweils im Winter in die Zuchtstation im Park ➔ Geübte Kletterer und geschickte Jäger: Europäische Wild­ katzen sehen getiger­ ten Hauskatzen ähnlich, typisch für die Wildkatze ist jedoch der buschige und dadurch stumpf wirkende Schwanz mit mehreren schwar­ zen Ringen. Fotos: ImagePoint Wildkatzen auch in der Schweiz 2006 und 2007 untersuchte ein Forschungsteam unter dem Biologen Darius Weber den Bestand an Wildkatzen am Blauen, einem bewaldeten Berg­ rücken südwestlich von Basel (unter anderem im Bezirk Laufen, weshalb der Ausgabestempel auf 4242 Laufen verweist). Dazu wurden mit Baldrian­ tinktur imprägnierte Dachlatten im Wald aufge­ stellt. Da Katzen vom Baldriangeruch angezogen werden, reiben sich vorbeigehende Tiere daran und hinterlassen Haare. Diese konnten dann mit molekulargenetischen Methoden als Wild- oder Hauskatzenhaare identifiziert werden. Der Wild­ katzenbestand im Untersuchungsgebiet wird auf etwas über 30 Tiere geschätzt, von denen etwa ein Viertel Mischlinge zwischen Wild- und Haus­ katzen sind. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat 2008 aufbauend auf diesen Ergebnissen ein Projekt gestartet, um den Zustand der Wildkatzen­ population im ganzen Schweizer Jura zu erfassen. Die Erfassung dauert bis Ende des kommenden Winters. Papier Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend, auf Trägerpapier, 220 gm² Zähnung 13½:14 Gestaltung André Seiffert, Winterthur Ausgabetagsstempel 23 Ansichtskarten Europäische Wildkatze Scheue Waldbewohner ganz nah: Kartengrüsse für Tierfreunde Ansichtskarten und Briefmarken Europäische Wildkatze Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: kein Verkauf Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4-farbig Formate Karten: 148105 mm Wertzeichen: 3328 mm Papier Ansichtskarten Offsetkarton weiss, 260 gm² Fotos Ansichtskarten ImagePoint Preis Set CHF 2.70 Naturbelassener Wald ist der natürliche Lebensraum der Europäischen Wildkatze. Neugierig betrachtet das Wildkätz­ chen im Frühling sein Umfeld (Ansichtskarte oben). Majestätisch ruht ein erwachsenes Tier im Winter auf einem Ast und beobachtet, was in seinem Revier geschieht (unten). Die beiden Karten erhalten Sie zusammen mit zwei Sondermarken als Set. ➔ des Schlosses Wiesenfelden bei Regens­ burg gebracht. Dort werden sie auf ihre Auswilderung vorbereitet, das heisst sie Patenschaften für Wildkatzen Die Vorbereitung auf die Auswilderung kostet den Tierpark Dählhölzli Geld für Futter und Betreu­ ung. Dank zahlreicher Wildkatzenpatinnen und -paten stehen diese Mittel glücklicherweise zur Verfügung und werden für einen guten Zweck im Sinne der Spender eingesetzt (Infos zu den Tierpatenschaften: www.tierpark-bern.ch > Paten­ schaften). lernen, lebende Beutetiere zu töten. Ab dem Frühjahr leben sie in grossen Gehegen innerhalb des künftigen Lebensraums. Von dort werden sie nach eingehender Beobachtung und medizinischer Kontrolle markiert in die Freiheit entlassen. Einige Tiere tragen Funkhalsbänder, womit sie wichtige Informationen über ihr Wanderverhalten und die Nutzung ihres Lebensraums liefern. Dr. Marc Rosset, Kurator Tierpark Dählhölzli Bern 24 Sondermarken Zeitgenössische Architektur Die Architektur ist ein erfolgreicher Schweizer Exportartikel Architektur aus der Schweiz geniesst im Ausland einen aus­ gezeichneten Ruf. Davon zeugen zahlreiche Bauwerke, die teilweise weltweite Bekanntheit erlangt haben. Die Schweizerische Post widmet der zeitgenössischen Architektur zwei Sondermarken. Abgebildet sind Werke von Gion A. Caminada und des Duos Pascal Müller/ Peter Sigrist. Warum setzt die Post Architektur auf ihre Briefmarken, wenn Wiesenblumen oder Alpengipfel doch so viel schweizerischer wären, wird sich vielleicht der eine oder andere fragen. Doch hier irrt das Volks­ empfinden. Architektur ist in den letzten zwanzig Jahren zu einem der wichtigsten Exportartikel der Schweiz geworden. Sie wird international beachtet und geachtet. Leute wie Mario Botta, Herzog & de Meuron und Peter Zumthor sind zu den wirkungsvollsten Kulturbotschaftern unseres Landes geworden. Dafür gibt es zwei Gründe: Es gibt keine «Papierarchi­ tekten» und es gibt Wettbewerbe. Der Drang zum Bauen Die Architekten zeichnen keine Utopien, sondern Pläne. Pläne sind grafische Darstellungen von Baumassnahmen, oder anders gesagt, die Architekten wollen bauen. Darum gilt der Grundsatz: Ent­ wurf und Konstruktion sind eins. Archi­ tekten erfinden nicht bloss eine Form, sondern überlegen sich gleichzeitig auch, wie sie gebaut wird. Kein Strich, der nicht ein Material, keine Schraffur, die nur grafische Dekoration ist. In der Praxis heisst das: Die Architekten entwerfen nicht nur, sie zeichnen auch die Ausfüh­ rungspläne. Selbstverständlich gibt es Generalunter­ nehmer und Totalplaner, die garantieren, konstruieren und minimalisieren. Doch unter den wichtigen, international beach­ teten Architekten gibt es kaum einen, der bloss entwirft. Das muss so sein, weil die Erfindungskraft ohne Machbarkeit nichts erreicht. Man kann es auch anders aus­ drücken: Nie verschönern die Architekten nur die Oberfläche, immer setzen sie den ➔ ganzen Baukörper zusammen. Sujet auf Ersttagsumschlag Sondermarken Zeitgenössische Architektur Verkauf Philatelie: ab 22.4.2009 bis 30.6.2010, solange Vorrat Poststellen: ab 8.5.2009, solange Vorrat Gültig unbeschränkt ab 8.5.2009 Druck Offsetdruck, 4- und 5-farbig; Bagel Security Print, Düsseldorf, Deutschland Formate Wertzeichen: 3328 mm Kleinbogen: 95192 mm (5 Reihen zu 2 Marken) Papier Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm² Zähnung 13½:13¼ Gestaltung Daniel Dreier, Bern Ausgabetagsstempel Das Pentorama in Amriswil fällt durch einen unregelmässi­ gen Grundriss auf. Die Aussenhülle der «Festhütte» ist aus unbehandeltem Kupfer. Zudem sorgt eine Lichtinstallation auf dem Vorplatz für einen weiteren Blickfang. Foto: Hannes Henz 25 Sondermarken Zeitgenössische Architektur Die Totenstube in Vrin: Die Wände sind aus massivem Holz gebaut. Während das Holz aussen weiss gestrichen ist, blieb seine natürliche Farbe in den Innenräumen erhalten. Foto: Lucia Degonda Die «Stiva da morts», die Totenstube In Vrin (GR) zeichnet sich die Tendenz der modernen Gesellschaft ab, das Ende des Lebens örtlich abzuson­ dern und zu delegieren. Die räumliche Einheit des Familienverbands löst sich durch die Abwanderung der Jungen stetig auf. Gelitten und gestorben wird in Spitälern und Heimen. Für die Verabschiedung der zurückkehrenden Toten wurde eine Aufbahrungshalle gewünscht. Auch in Vrin drohten mit dem Bau eines solchen Gebäudes wichtige Aspekte des traditionellen Trauer­ rituals zu verschwinden. Beim Nachdenken über die Ansprüche an einen öffentlichen Aufbahrungsraum entstand das Projekt der «Stiva da morts». Ein Raum für die Toten und die Trauernden; ein Raum, der allen eine individuelle Trauer im kollektiven Rahmen ermög­ licht. Gion A. Caminadas Bau macht es möglich, die Strukturen des bestehenden Rituals trotz des Wandels beizubehalten. Wie zuvor im Trauerhaus, kann man sich in den drei Räumen gehalten fühlen und seinen eigenen Ort darin finden. Kleinbogen Nicht nur ausdenken, auch umsetzen Das Gegenteil eines Dekorateurs ist der Schweizer Architekt. Diese «Spezies» ist über Generationen hinweg entstanden. Die Schweizer Architekten stehen vor dem Bau eines Kollegen und fragen: «Wie hast du das gemacht?» Sie sind material- und konstruktionssüchtig, sie freuen sich an der schönen Form, doch gleich darauf wollen sie wissen, wie sie zustande kam. Wenn einer das, was er 26 sich ausdenkt, nicht umsetzen kann und es konstruktiv nicht beherrscht, dann muss er anderswo Architekt werden. In China zum Beispiel, wo man Projekte hinschickt und sich wundert, wie anders als gedacht sie herauskommen. Die Schweizer Architektur ist bis ins hinterste Detail durchgeplant. Die Archi­ tekten aus dem Ausland reiben sich denn auch jedes Mal die Augen, wenn sie Schweizer Häuser besichtigen. Wie ist es bloss möglich, so perfekt zu sein, heisst es dann. Die Antwort: Die Schweizer sind die Uhrenmacher unter den Architekten. Präzision im Denken und in der Ausfüh­ rung ist ihr Markenzeichen, denn es gibt keine «Papierarchitekten» in der Schweiz. Wettbewerbe als harte Schule Der zweite Grund ist das Wettbewerbs­ wesen. Es gibt wohl keinen der unterdes­ sen berühmt gewordenen Stararchitek­ Das Pentorama in Amriswil: Der fünf­ eckige Bau besticht neben seiner äusseren Erscheinung auch durch eine prägnante Innenverkleidung und eine ausgezeichnete Akustik. Foto: Thomas Enz Festhütte Pentorama Amriswil Ein Festhaus als zentraler Begegnungsort einer ganzen Region verlangt nach einer starken Identität. Das Zürcher Architektenduo Müller/Sigrist entwarf für Amriswil (TG) ein Haus mit einer prägnanten äusseren Erscheinung als Anziehungspunkt für das kulturelle Leben. Die Komplexität der Form entstand aus der architektonischen Interpretation des Pro­ gramms, aus dem Ort und der gewünschten Identi­ tätsstiftung durch das Fest. Der Hauptanspruch, dem Fest auch im Innern einen angemessenen Rahmen zu geben, wird erfüllt durch den Bau eines zentralen fünfeckigen Festsaals. Die freie polygonale Aussenform erlaubt eine zwiebel­ förmige Anordnung der Nebenräume um den Saal. Der Typus des Zentralraumes unterstreicht die Wich­ tigkeit des Festes; die Besucher stehen im Mittel­ punkt. Das Dach mit seiner prägenden Gestalt ent­ faltet seine Wirkung auch im Innern: Es erreicht seinen Zenit hoch über den Köpfen der Festbesucher. Kleinbogen ten, der nicht über Wettbewerbe gross geworden wäre. Wer die Architektur fördern will, muss Wettbewerbe veranstalten. In der Schweiz wurde das während Jahrzehnten so gemacht, heute erntet das Land die Früchte dieser Bemühungen. Was Hänschen beim Wettbewerb für die Erweiterung des Gemeindehauses gelernt hat, kann Hans für die internationalen Konkurrenzen, zu denen er unterdessen eingeladen wird, gebrauchen. Es ist die Schule der Wettbewerbe, die die Schwei­ zer Architektur gross gemacht hat. Da­ rum: Wiesenblumen duften gut und Alpengipfel glitzern erhaben. Doch die Schweizer Architektur strahlt in die Welt hinaus. Sie ist ein Exportschlager. Benedikt Loderer, «Stadtwanderer» Zum Autor Der Schweizer Benedikt Loderer wandte sich nach seinem Architekturstudium dem Journalismus zu und war als Architekturkritiker tätig. 1988 gehörte er zum Gründungsteam der mittlerweile renommierten Architekturzeitschrift Hochparterre, der er später als Chefredaktor vorstand. Loderer schreibt heute als selbst ernannter «Stadtwande­ rer» Kolumnen und Beiträge für Hochparterre und weitere Medien. 27 Angebotsübersicht Ausgabetage der Briefmarken 1.4.2009 und 8.5.2009 Dauermarken Einheimische Vögel CHF 1.40 Steinhuhn CHF 1.90 Rotmilan Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend Viererblock-Serie entfällt Abonnenten mit Viererblock-Serie erhalten pro abonnierte ViererblockSerie 1 1385 150 W und/oder 1385 550  1.4.2009 Sondermarken mit Verkaufszuschlag Pro Patria – Kulturwege Schweiz CHF 1.25 (0.85+0.40) CHF 1.25 (0.85+0.40) CHF 1.50 (1.00+0.50) CHF 1.50 (1.00+0.50) Via Francigena Via Salina Via Spluga Via Rhenana Briefmarkenpapier weiss, matt gummiert Serie auf Ersttagsumschlag 1385 580 nur  CHF 4.20 Viererblock auf Ersttagsumschlag entfällt Abonnenten mit Vierer­ block auf Ersttags­ umschlag erhalten pro abonnierten Viererblock auf Ersttagsumschlag 1 1385 580  Serie auf Ersttagsumschlag 1481 580 nur  CHF 6.40 Serie 1385 150 W 1385 550  CHF 3.30 Umschlag ohne Marken ab 1.4.2009 erhältlich 1385 700 CHF 0.90 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag (2 Umschläge) 1385 600 nur  CHF 5.10 Faltblatt 1385 660 W 1385 670  CHF 4.20 Serie 1481 150 W 1481 550  CHF 5.50 ViererblockSerie 1481 160 W 1481 560  CHF 22.00 Sammelblatt 1385 680 W 1385 690  CHF 3.90 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag (4 Umschläge) 1481 600 nur  CHF 9.10 Business-Bogen mit 50 Marken* CHF 1.40 1385 361 nur W CHF 70.00 CHF 1.90 1385 362 nur W CHF 95.00 * Die Business-Bogen werden nicht im Abonnement geliefert Legende Streifen mit 10 Marken CHF 1.40 1385 371 nur W CHF 14.00 CHF 1.90 1385 372 nur W CHF 19.00 W = ungestempelt  = gestempelt Wichtig: Bestimmte Artikel wie Viererblock-Serie und Viererblock auf Ersttagsumschlag sowie Sonder­ wünsche wie waagrech­ tes Paar usw. können aus technischen Gründen nicht hergestellt werden. Die Artikel dieser Dauer­ marken werden mit den Produkten der Ausgabe vom 8.5.2009 geliefert. Stempelaufträge für den Ersttag können ausnahmsweise bis am 8.6.2009 eingereicht werden. Faltblatt 1481 660 W 1481 670  CHF 6.40 Sammelblatt 1481 680 W 1481 690  CHF 6.10 Markenheftchen Pro Patria 6 Briefmarken zu CHF 0.85+0.40 mit Sujet «Via Francigena» und 4 Briefmarken zu CHF 1.00+0.50 mit Sujet «Via Rhenana» plus CHF 1.00 für die Herstellung des Markenheftchens 1481 300 W 1481 800  CHF 14.50 28 8.5.2009 Sonderblock mit Verkaufszuschlag Pro Patria 8.5.2009 Sondermarken Alte Bäume CHF 0.85 Birke CHF 1.00 Eiche CHF 1.30 Trauerweide Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend 8.5.2009 CHF 1.50 (1.00+0.50) 100 Jahre Pro Patria Briefmarkenpapier weiss, matt gummiert Serie auf Ersttagsumschlag 1485 580 nur  CHF 4.05 Sonderblock 1482 315 W 1482 815  CHF 1.50 Umschläge ohne Sonderblock ab 22.4.2009 erhältlich C6 (162114 mm) 1482 700 CHF 0.90 E6 (200142 mm) 1482 701 CHF 1.00 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag (3 Umschläge) 1485 600 nur  CHF 5.85 Viererblock auf Ersttagsumschlag (4 Umschläge) 1481 630 nur  CHF 25.60 Sonderblock auf Ersttagsumschlag E6 1482 580 nur  CHF 2.50 Umschlag ohne Marken ab 22.4.2009 erhältlich 1481 700 CHF 0.90 Serie 1485 150 W 1485 550  CHF 3.15 ViererblockSerie 1485 160 W 1485 560  CHF 12.60 Faltblatt 1482 660 W 1482 670  CHF 2.40 Sammelblatt 1482 680 W 1482 690  CHF 2.10 Bogen mit 20 Marken 1.25 Via Francigena 1481 111 W 1481 511  CHF 25.00 1.25 Via Salina 1481 112 W 1481 512  CHF 25.00 1.50 Via Spluga 1481 113 W 1481 513  CHF 30.00 1.50 Via Rhenana 1481 114 W 1481 514  CHF 30.00 Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Schweizerischen Post über den Bezug von Briefmarken und philatelistischen Artikeln bilden integrierende Bestandteile der einzel­ nen Bestellungen und werden mit deren Einreichung durch den jeweiligen Kunden genehmigt. Sie sind im Oktober 2008 angepasst worden und können telefonisch (+41 [0]848 66 55 44) oder per E-Mail (stamps@post.ch) bestellt werden. Sammelblatt 1485 680 W 1485 690  CHF 3.75 Faltblatt 1485 660 W 1485 670  CHF 4.05 Umschlag ohne Marken ab 22.4.2009 erhältlich 1485 700 CHF 0.90 Bogen mit 16 Marken CHF 0.85 1485 111 W 1485 511  CHF 13.60 CHF 1.00 1485 112 W 1485 512  CHF 16.00 CHF 1.30 1485 113 W 1485 513  CHF 20.80 Viererblock auf Ersttagsumschlag (3 Umschläge) 1485 630 nur  CHF 15.30 29 Angebotsübersicht Bestellen leicht gemacht: Benutzen Sie den beigelegten Bestellschein! Sondermarke CHF 1.00 Von Gutenberg zum Internet Briefmarkenpapier weiss, matt gummiert 8.5.2009 Souvenir Von Gutenberg zum Internet 8.5.2009 Sondermarke Europa CHF 1.00 Astronomie – Asteroid Helvetia Briefmarkenpapier weiss, matt gummiert 8.5.2009 Einzelmarke 1483 150 W 1483 550  CHF 1.00 Viererblock 1483 160 W 1483 560  CHF 4.00 Souvenir mehrsprachig (de/fr/it/en) 1483 835 nur W CHF 17.90 Einzelmarke 1480 150 W 1480 550  CHF 1.00 Viererblock 1480 160 W 1480 560  CHF 4.00 Maximumkarte Europa Einzelmarke auf Ersttagsumschlag C6 1483 580 nur  CHF 1.90 Viererblock auf Ersttagsumschlag C6 1483 630 nur  CHF 4.90 Umschläge ohne Marke/Kleinbogen ab 22.4.2009 erhältlich C6 (162114 mm) 1483 700 CHF 0.90 C5 (229162 mm) 1483 701 CHF 1.20 Ganzsache Bildpostkarte züri09 8.5.2009 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag C6 1480 580 nur  CHF 1.90 Viererblock auf Ersttagsumschlag E6 1480 630 nur  CHF 5.00 Umschläge ohne Marke/Kleinbogen ab 22.4.2009 erhältlich Kleinbogen auf Ersttagsumschlag C5 1483 590 nur  CHF 11.20 Maximumkarte, versehen mit der entsprechenden Europamarke zu CHF 1.00 + 0.50 für die Karte 1480 851 nur  CHF 1.50 Kleinbogen auf Ersttagsumschlag C5 1480 590 nur  CHF 7.20 C6 (162114 mm) 1480 700 CHF 0.90 E6 (200142 mm) 1480 701 CHF 1.00 C5 (229162 mm) 1480 702 CHF 1.20 8.5.2009 Faltblatt 1483 660 W 1483 670  CHF 1.90 Sammelblatt 1483 680 W 1483 690  CHF 1.60 Faltblatt 1480 660 W 1480 670  CHF 1.90 Sammelblatt 1480 680 W 1480 690  CHF 1.60 Bildpostkarte «züri09», Taxwert CHF 1.00 + 0.50 für die Karte 1487 841 W 1487 846  CHF 1.50 Kleinbogen mit 10 Marken 1483 311 W 1483 351  Kleinbogen mit 6 Marken 1480 311 W 1480 351  CHF 10.00 Legende W = ungestempelt  = gestempelt CHF 6.00 30 Weniger Porto Für Michel- und Leuchtturm-Produkte gelten ab sofort günstigere Versandbedingungen. Bei Bestellungen bis CHF 100.00 werden Portospesen von CHF 5.90, bei einer höheren Bestellsumme wird kein Porto mehr verrechnet. Spezialprodukte Aus Platzgründen sind auf der Angebotsübersicht die Spezialprodukte nicht aufgeführt. Für Bestel­ lungen von Einzelmarken- und FDC-Sets (Ausgabe 2/2009), des Jahrbuchs der Schweizer Brief­ marken 2008 (abgebildet auf der letzten Seite), der Jahresserie 2008, des Jahressets Ersttags­ umschläge 2008 sowie der Geschenkgutscheine siehe Bestellschein. Sondermarke CHF 0.85 Europäische Wildkatze Briefmarkenpapier weiss, selbstklebend 8.5.2009 Sondermarken Zeitgenössische Architektur CHF 1.00 Caminada CHF 1.80 Müller/Sigrist Briefmarkenpapier weiss, matt gummiert 8.5.2009 Einzelmarke 1484 150 W 1484 550  CHF 0.85 Viererblock 1484 160 W 1484 560  CHF 3.40 Serie auf Ersttagsumschlag C6 1486 580 nur  CHF 3.70 Serie 1486 150 W 1486 550  CHF 2.80 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag 1484 580 nur  CHF 1.75 Viererblock auf Ersttagsumschlag 1484 630 nur  CHF 4.30 ViererblockSerie 1486 160 W 1486 560  CHF 11.20 Viererblock auf Ersttagsumschlag C6 (2 Umschläge) 1486 630 nur  CHF 13.00 Kleinbogen auf Ersttagsumschlag C5 1.00 Caminada 1486 591 nur  CHF 11.20 Faltblatt 1484 660 W 1484 670  CHF 1.75 Sammelblatt 1484 680 W 1484 690  CHF 1.45 Kleinbogen auf Ersttagsumschlag C5 1.80 Müller/Sigrist 1486 592 nur  CHF 19.20 Einzelmarke auf Ersttagsumschlag C6 (2 Umschläge) 1486 600 nur  CHF 4.60 Set mit je einem Kleinbogen auf Ersttagsumschlag C5 Caminada und Müller/Sigrist (2 Umschläge) 1486 590 nur  CHF 30.40 Umschläge ohne Marken/Kleinbogen ab 22.4.2009 erhältlich C6 (162114 mm) 1486 700 CHF 0.90 C5 (229162 mm) 1486 701 CHF 1.20 Umschlag ohne Marke ab 22.4.2009 erhältlich 1484 700 CHF 0.90 Bogen mit 20 Marken 1484 111 W 1484 511  CHF 17.00 Faltblatt 1486 660 W 1486 670  CHF 3.70 Sammelblatt 1486 680 W 1486 690  CHF 3.40 Ansichtskarten und Briefmarken Europäische Wildkatze Set mit 2 Ansichtskarten «Jungtier» und «Aus­ gewachsenes Tier» zu je CHF 0.50 und 2 die Sondermarke zu CHF 0.85 (nicht geklebt) 1484 911 nur W CHF 2.70 Das Set wird nicht im Abonnement geliefert. 8.5.2009 Kleinbogen mit 10 Marken 1.00 Caminada 1486 311 W 1486 351  CHF 10.00 Kleinbogen mit 10 Marken 1.80 Müller/Sigrist 1486 312 W 1486 352  CHF 18.00 31 Grosses auf kleinstem Format Jahrbuch der Schweizer Briefmarken 2008 47 gesammelte Originale Reich illustriert und in 4 Sprachen dokumentiert Ein wertvolles Zeitdokument – ein besonderes Geschenk Schweizer Briefmarken 2008 Bestellen Sie das Jahrbuch jetzt unter der Tel. +41 (0)848 66 55 44 oder über www.post.ch/philashop.

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