Sondermarke 100 Jahre Relativitätstheorie Albert Einstein verehrt

Sondermarke 100 Jahre Relativitätstheorie Albert Einstein: verehrt und unverstanden Albert Einstein – kein anderer Forscher wird so verehrt und gleichzeitig so wenig verstanden wie das Jahrhundertgenie. «Woher kommt es, dass mich niemand versteht und jeder mag?», hat sich der am 14. März vor 126 Jahren in Ulm geborene Einstein einmal in einem Zeitungsinterview gewundert. «Einstein hat unser Weltbild verändert wie kaum ein anderer Wissenschafter», erklärt der deutsche Physiknobelpreisträger Wolfgang Ketterle. «Er brachte der Menschheit die Erkenntnis, dass selbst Dinge wie Zeit und Raum keine fest vorgegebenen Grössen sind», ergänzt der geschäftsführende Direktor des Albert-Einstein-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Bernard F. Schutz. «Das hatte auch Auswirkungen auf Philosophie, Kunst und Literatur.» In seinem «Wunderjahr» 1905 hatte Albert Einstein gleich vier bahnbrechende Arbeiten veröffentlicht, darunter die Spezielle Relativitätstheorie, die auch direkt zur berühmten Formel E = mc2 führte. Demnach ist Masse nichts anderes als eine konzentrierte Form von Energie. Die andere Konsequenz der Speziellen Relativitätstheorie ist, dass Raum und Zeit miteinander verwoben sind. So unergründlich Einsteins Erkenntnisse vielen bleiben mögen, so gross sind ihre Auswirkungen auf den Alltag. «Auf Einsteins damaligen Ideen gründet beispielsweise die gesamte Laser-Technik», erläutert Schutz. Nobelpreis erhalten Einstein hatte – ebenfalls 1905 – in einem von ihm selbst als «sehr revolutionär» bezeichneten Aufsatz dem Licht unter bestimmten Umständen auch die Eigenschaften von Teilchen zugesprochen und brach so mit der mehr als 100jährigen Gewissheit der Physiker, dass Licht eine Welle sei. Dieser Beitrag zur Quantenphysik, nicht die Relativitätstheorie, brachte ihm 1921 den Physiknobelpreis. Das Satellitennavigations- system GPS würde ohne die Relativitätstheorie nicht funktionieren. Denn Uhren laufen nach den Gesetzen dieser Theorie in der Erdumlaufbahn etwas schneller als am Erdboden. «Die Uhren der GPS-Satelliten wurden daher so gebaut, dass sie am Erdboden etwas nachgehen, damit sie in der Umlaufbahn synchron mit denen am Boden laufen», erläutert Schutz. «Ohne diese relativistische Korrektur würde GPS innerhalb von Stunden nicht mehr mit der gewünschten Genauigkeit funktionieren.» Von Ulm via Bern nach Princeton Einstein wurde am 14. März 1879 als Sohn eines jüdischen Kleinunternehmers in Ulm geboren. Nach seinem Studium am Polytechnikum in Zürich nahm er eine Stelle beim Patentamt in Bern an und heiratete seine Studienkollegin Mileva Maric, mit der er drei Kinder hatte. Die Berner Jahre Albert Einsteins: Relativitätstheorie entstand an der Kramgasse Albert Einstein arbeitete von 1902 bis 1909 in Bern beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum, von 1903 bis 1905 wohnte er an der Kramgasse 49 in der Altstadt. Die Diskussionen mit Freunden und seinem Arbeitskollegen Michele Besso trugen wesentlich zur Entstehung wissenschaftlicher Arbeiten bei, die Weltruhm erlangten. In der Schrift «Zur Elektrodynamik bewegter Körper» untersuchte Albert Einstein die grundlegenden Begriffe der Physik wie Zeit, Gleichzeitigkeit oder Länge mit Bezug auf das «Prinzip der Relativität». Ebenfalls im Jahr 1905 veröffentlichte er «Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?», einen Nachtrag zur Speziellen Relativitätstheorie, und für die Abhandlung über die Lichttheorie erhielt Einstein 1921 den Nobelpreis. Kurz vor seinem Tod meinte Einstein: «Von den Erlebnissen wissenschaftlicher Art, die jene glücklichen Jahre brachten, erwähne ich nur ein einziges: die Relativitätstheorie.» Er nannte sie «die glücklichste Idee meines Lebens». Schon früher hatte er gesagt: «Die Spezielle Relativitätstheorie ist an der Kramgasse in Bern entstanden und die Anfänge der Allgemeinen Relativitätstheorie ebenfalls in Bern.» Wenn es um Musik ging, wich die Zurückhaltung, mit der er den Menschen in seinem ausgeprägten Individualismus sonst begegnete, einer freundschaftlichen Offenheit. Durch sein Violinspiel erfreute er oft Angehörige und Freunde. 1909 verliess er Bern und lehrte kurze Zeit an der Universität Zürich. Nach einem Abstecher an die Universität in Prag kehrte er von 1912 bis 1914 als ETH-Professor nach Zürich zurück. 20 Sujet Ersttagsumschlag Der Physiker Albert Einstein (1879–1955) an seinem Arbeitstisch. Er stellte 1905 in Bern die Spezielle Relativitätstheorie auf (E = mc2, Ausschnitt aus Originalmanuskript). Fotos: Keystone Verkauf: Poststellen: Philateliestellen: Vorbezug: Gültig: ab 8.3.2005, solange Vorrat solange Vorrat bis 30.6.2006 ab 1.3.2005 unbeschränkt ab 8.3.2005 Umschläge ohne Marken sind ab 22.2.2005 bei allen Philateliestellen und beim Kundendienst Briefmarken und Philatelie zum Preis von CHF 0.90 erhältlich. Druck: Offsetdruck, 4-farbig; Cartor Security Printing, La Loupe, Frankreich Formate: Wertzeichen: Bogen: 28 33 mm 140 194 mm (5 Reihen zu 4 Marken) Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm2 131⁄4:131⁄2 Papier: Zähnung: Ausgabetagsstempel: 1919 wurde seine Ehe mit Mileva geschieden, er heiratete seine Cousine Elsa. Nach der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler entschloss sich Einstein, von einem Forschungsaufenthalt in den USA nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren, und wurde von den Nazis ausgebürgert. 1955 starb Einstein 76-jährig in Princeton (US-Staat New Jersey), ohne jemals wieder deutschen Boden betreten zu haben. Einsteinhaus, Kramgasse 49, Bern Erweiterte, neu gestaltete Ausstellung. Neben der Wohnstätte werden dem Besucher Albert Einsteins wissenschaftliches Werk und sein Einsatz für das Gemeinwohl in zeitgemässer Art näher gebracht. Historisches Museum, Helvetiaplatz 5, Bern Sonderausstellung «Albert Einstein 1879–1955» 16. Juni 2005 bis 17. April 2006 Erlebnispark Physik «Experimente der Menschheitsgeschichte» 16. Juni bis 16. Oktober 2005 Weitere Informationen www.einstein-bern.ch und www.einstein05.ch Entwerfer: Autoren: Jean-Benoit Lévy, Basel Till Mundzeck (dpa) Professor Hermann Bürki, Leiter des Einstein-Hauses Bern 21

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