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Chirurgie-Tertial in Australien

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									bvmd-Austausch-Bericht: PJ in Adelaide und Melbourne, Australien



Chirurgie-Tertial in Adelaide und Melbourne, Australien

Motivation
Landschaftlich hat mich Australien schon immer gereizt: Dieser große Inselkontinent mit seiner scheinbar
unendlichen Weite, Entfernungen über Tausende von Kilometern mit vereinzelten isolierten Siedlungen im
Outback, dagegen moderne Metropolen an der Küste. Außerdem faszinierte mich Australien’s einzigartige
Tierwelt. Mit dem Medizinstudium kam mein Interesse am „Royal Flying Doctor Service“ hinzu, der vor 80
Jahren in Australien gegründet wurde und mittels „fliegenden Ärzten“ die medizinische Grundversorgung der
Bewohner im Outback gewährleistet. Schließlich wollte ich im PJ die Gelegenheit nutzen die entspannte
Arbeitsatmosphäre der Australier kennen zu lernen, die mir in Deutschland manchmal fehlte.


Vorbereitung
Das PJ in Australien braucht einiges an Vorbereitung. Ich habe etwa anderthalbe Jahre vor meinem geplanten
Aufenthalt begonnen, mich bei verschiedenen medical schools und Kliniken zu bewerben. Dabei hat mir das
Buch “The Medic's Guide to Work and Electives Around the World“ geholfen, das wertvolle Tipps zur
Bewerbung und v.a. eine gute länderspezifische Übersicht verschiedener Krankenhäuser mit Empfehlungen
liefert. Außerdem habe ich viel „gegoogelt“, um zu überblicken welche Krankenhäuser als Universitätsklinik bzw.
Lehrkrankenhaus eingesetzt sind. Dabei ist es wichtig diese unbedingt vorher mit dem jeweiligen
Landesprüfungsamt abzugleichen, damit das PJ-Tertial schließlich in Deutschland anerkannt wird (die
Bedingungen sind hier meist enger gesetzt als für Famulaturen!). Die Bewerbung verläuft in den meisten Staaten
recht unformell durch eine einfache Anfrage mit Lebenslauf per e-mail direkt an die medical school oder einen
zuständigen Prof, oft habe ich auch angerufen, wenn ich auf meine e-mails keine Antwort erhielt. Für
Queensland dagegen ist eine zentrale, auch kostenpflichtige Bewerbung notwendig. Als PJler bewirbt man sich
auf ein „Elective“ als „last year- medical student“, nicht auf ein „Internship“, das eher unserem ehem. AiP gleich
kommt. Ich hatte mich entschieden mein Tertial in 2 Abschnitte von je 8 Wochen zu splitten, sodass ich mich bei
zwei Häusern beworben habe. Nach vielen Absagen (nicht entmutigen lassen!) bekam ich ca. 7- 8 Monate vor
meinem PJ-Beginn Zusagen für das Flinders Medical Center in Adelaide und das Epworth Richmond Hospital in
Melbourne. Bei beiden Kliniken musste ich keine „tution fees“ zahlen. Viele andere Krankenhäuser v.a. in
Sydney, Melbourne oder Hobart fordern jedoch eine einmalige Studiengebühr von $300-900, manche erst ab der
9.Woche, das ist sehr unterschiedlich. Meine beiden Häuser verlangten eine Kranken- und eine
Haftpflichtversicherung (=Indemnity cover or Malpractice Insurance, diese wird Marburger Bund-Mitgliedern
kostenfrei vermittelt), eine Impfbescheinigung sowie HIV/HepC-Test, ein Empfehlungsschreiben meines
Dekans und ein Englisch-Zertifikat der Uni.

Visum
Für die Einreise nach Australien ist ein Visum nötig, das man bei der Australischen Botschaft in Berlin online
beantragen kann. Für die Beschäftigung im Krankenhaus bzw. als Student ist ein spezielles Visum nötig, das sog.
„Occupational Training Visa“, das eine medizinische Untersuchung mit Röntgen-Thorax von ausgewiesenen sog.
Panel Doctors verlangt und etwa €180 kostet. Mich hat allerdings nie jemand nach meinem Visum gefragt, sodass
auch ein viel günstigeres Touristenvisum ausreichend (wenn auch nicht legal) sein dürfte. Denkt daran, dass Euer
Reisepass noch mindestens bis zu 6 Monate nach Ausreise gültig sein muss!

Gesundheit
Für Australien habe ich keine zusätzlichen Gesundheitsvorkehrungen getroffen, die ich nicht auch für eine Reise
in Europa treffen würde. Lediglich die starke australische Sonne sollte man nicht unterschätzen, und sich auch
bei gebräunter Haut immer schön eincremen!

Sicherheit
Ich finde die Sicherheit in Australien mit Deutschland vergleichbar. Natürlich gibt es auch dort Kriminalität und
unsichere, düstere Viertel in Städten, insgesamt habe ich mich im Land aber sicher gefühlt und die Menschen als
sehr hilfsbereit empfunden! Einzelne, isolierte Städte im Outback bilden vielleicht eine Ausnahme, über die man

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sich aber dann besonders informieren sollte. Ich habe mit viel mehr Spinnen und Schlangen auf meiner Reise
gerecht und kaum wilde gesehen, dafür aber ein Krokodil noch in ausreichender Entfernung auf einem
Spaziergang in Cape Tribulation... Keine unnötige Sorge, aber informiert Euch bei den Inländern, worauf ihr
achten sollt, bevor ihr allein durch die nördlichen Wälder in Queensland marschiert.

Geld
Die Währung in Australien ist der australische Dollar (AUS$). Ich habe mir noch in Deutschland ein Konto bei
der Deutschen Bank eingerichtet, das die gebührenfreie Nutzung der Westpac-ATMs erlaubt, die wirklich gut
frequentiert sind. Außerdem ist eine Kreditkarte von großem Nutzen, wenn man Inlandflüge oder anderes
buchen möchte, Visa und Mastercard sind hier gängig. Die Australier gebrauchen (und fordern) Kreditkarten
selbst für Kleinigkeiten! Die Lebensunterhaltungskosten sind ähnlich der Deutschen (Preise im Outback sind
meist teuer aufgrund des aufwendigen Transports) und Mietpreise sind insgesamt ähnlich bis etwas teurer.

Sprache
In Australien wird natürlich Englisch gesprochen, und das mit einem breiten, verwaschenen Akzent ! Ausrufe
wie „No worries, mate!“ und „Cheers“ hört man ständig, und hat man sich einmal an den Aussie-Akzent
gewöhnt, sollte das alltägliche Englisch kein Problem darstellen. Nur die medizinische Fachsprache und einige
Abkürzungen bereiteten mir manchmal Schwierigkeiten. Australier lieben ihre „abbreviations“ und
dreibuchstabigen Akronyme wie z.B. MCA, was einfach nur für Motorcycleaccident steht… Im Nachhinein
denke ich, dass es sich doch lohnt, einige medizinische Vokabeln vorher zu lernen, um nicht immer nachfragen
zu müssen und selbstständiger arbeiten zu können, aber natürlich kann man sie sich auch während des
Praktikums aneignen.

Verkehrsverbindungen
Verschiedene Airlines fliegen von Deutschland nach Australien. Mein Flug mit Singapur Airline hat etwa €1100
gekostet, am besten Preise vergleichen! Singapur Airlines genehmigt Studenten 30 anstatt 20kg Freigepäck, um
die man vorher mit Kopie des Studentenausweises bitten kann (mir hat das besonders den Rückflug mit vielen
Einkäufen und Geschenken sehr erleichtert…). Quantas bietet mit dem Kauf eines Transatlantikflugs oftmals
auch einen freien Inlandflug an. Flugzeuge und Überlandbusse sind in Australien gängige Fortbewegungsmittel,
aber natürlich gibt es auch Regionalbahnen und die eher langsamen, aber abenteuer-garantierten Züge, wie z.B.
die berühmten „The Ghan“ und „Indian Pacific“, die in mehrtägiger Reise das Land durchqueren. Für Ausflüge
oder einen Kurztrip nach Tasmanien lohnt es sich oft, ein Auto zu mieten. Manche Autovermietungen wollen
dafür den internationalen Führerschein sehen, den man noch in Deutschland beim eigenen Verkehrsamt für €15
ausstellen lassen kann.

Kommunikation
Eine australische sim-Card hat mir die Kommunikation im Land und mit neuen Freunden sehr erleichtert, diese
gibt es wie auch in Deutschland von mehreren Anbietern und mit verschieden guten Angeboten (vodafone,
telstra, optus… Ich hatte eine Karte von vodafone, die für $29 pro Monat $150 Gesprächsguthaben gibt).
Internet und W-Lan gibt es flächendeckend in allen Städten, sodass ich oft über Skype günstig nach Hause
telefonieren konnte.

Unterkunft
Adelaide: Meine Unterkunft wurde nicht vom Krankenhaus gestellt, aber ich bekam eine Liste mit einigen
Adressen und Tipps, die mir leider nicht viel weiter geholfen haben. So habe ich schon von Deutschland bzw.
Australien aus, aber besonders die ersten Tage vor Ort intensiv gesucht. Zimmerangebote auf Seiten wie
www.gumtree.com.au, www.domain.com.au oder www.flatmates.com.au können helfen oder auch der Flinders
Housing Service der Flinders University. Das Flinders Medical Center liegt recht weit außerhalb des Zentrums,
etwa 30-40min mit dem Bus, sodass es sich lohnt nahe der Klinik oder mindestens auf dem Weg in die Stadt zu
wohnen. Ich habe mein Zimmer in Adelaide schließlich über einen Kontakt durch’s StudiVZ gefunden und in
einer netten Mädels-WG mit einer Deutschen, Australierin, Koreanerin und zwei Malaysiern zusammen gelebt.
Melbourne: Auch hier konnte mir das Krankenhaus nicht weiterhelfen, aber nach einigen Tagen Suche fand ich


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bvmd-Austausch-Bericht: PJ in Adelaide und Melbourne, Australien

ein schönes Zimmer über Freunde aus Adelaide.
Einige Krankenhäuser vergeben jedoch Zimmer in anliegenden Schwesternwohnheimen, und in Unistädten gibt
es natürlich viele Studentenwohnheime und sog. „Colleges“, bei denen es sich zu fragen lohnt und über die man
prima Australische Studenten kennen lernen kann!

Literatur
- “The Medic's Guide to Work and Electives Around the World: A Guide to Travelling and Working Abroad“
von Mark Wilson von Arnold
- Gute Reiseführer gibt es vom Loose-Verlag oder Lonely Planet (auf Deutsch oder Englisch)
- Australische Botschaft in Berlin: http://www.germany.embassy.gov.au/belngerman/Visas_and_Migration.html

Mitzunehmen
In Australien gibt es wirklich alles Wichtige zu kaufen, deswegen nicht zu viel mitnehmen (aber Stethoskop und
ein Medical english pocket sind hilfreich!). Ich war letztlich dankbar, meinen Laptop mitgenommen zu haben,
um bei der großen Zeitverschiebung doch oft e-mailen, chatten oder telefonieren zu können, aber natürlich geht
es auch wunderbar ohne!


Reise und Ankunft
Ich bin schon 6 Wochen vor Beginn meines Chirurgie-Tertials nach Australien geflogen, um am Weltjugendtag
2008 in Sydney teilzunehmen und im Anschluss noch entlang der Ostküste zu reisen. Da das Auslands-Tertial
mein erstes PJ-Tertial war, war dies zeitlich problemlos möglich. So konnte ich schon vor dem Praktikum das
wunderschöne Land bereisen und mich eingewöhnen. Von Cairns bin ich dann nach Adelaide geflogen, und
habe dort die ersten drei Tage in einem backpacker-hostel gewohnt, bis ich eine WG gefunden habe.
Bei der Einreise nach Australien sollte man die strengen Einfuhrregelungen beachten, also kein Obst/Gemüse,
Fleisch, grober Sand/Erde an den Schuhen, z.T. auch unbearbeitetes Holz einführen bzw. ehrlich melden, wenn
man am Flughafen danach gefragt wird. Diese Vorschriften werden in Australien wirklich ernst genommen und
bei Missachtung drohen böse Geldstrafen…


Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke
Im Flinders Medical Center (Adelaide) wurde ich in die Abteilung für Orthopaedic surgery & Traumatology
eingeteilt. Flinders ist eine für South Australia bekannte und renommierte Uniklinik, die allen Standart bereithält.
Sie besteht aus einem riesengroßen Gebäude für die publics und einem anhängenden Private hospital, das einem
Hotel gleicht. Mein Tag war gut strukturiert und begann um 8am mit der Besprechung der Röntgenbilder und
anschließender Visite der Patienten; jeweils morgens und nachmittags fanden „Clinics“ (Sprechstunden) für
Patienten statt und parallel dazu war Programm im OP. An den meisten Tagen bin ich mit einem Teil der Ärzte
zur Clinic gegangen. Ich war dabei immer frei mir selber eine Akte zu nehmen und den Patienten vor zu
untersuchen bzw. eine Anamnese durchzuführen und ihn dann einem der Ärzte vorzustellen. Ab und zu war ich
im OP, wo Studenten immer gerne mit am OP-Tisch eingesetzt wurden, und einige Zeit habe ich mit den Interns
(Ärzte im 1.-2.Jahr) verbracht, die die hauptsächliche Stationsarbeit übernehmen. Mein Team der Chirurgen war
sehr nett, munter und international geprägt! Da die Medical school im selben Gebäude ist, hatte ich auch Zugang
zur sehr guten Bibliothek mit Computern und Internet.
Im Epworth Richmond Hospital (Melbourne) habe ich die ersten drei Wochen mit den local students verbracht,
bin mit ihnen zu Unterrichtsstunden, „bedside teaching“ und Operationen gegangen. Nachdem die Melbourner
Studenten nach meinen ersten drei Wochen ihr Examen machten, wurde mir freigestellt in die verschiedenen
chirurgischen Abteilungen reinzuschauen, selbst Patienten zu untersuchen und bei OPs zuzuschauen. Ich fand es
Anfangs etwas schwierig keine feste Station und keinen direkten Ansprechpartner zu haben. Da das Epworth
Richmond Hospital ein rein privates Krankenhaus ist, gibt es keine Interns, mit denen man erstmal „mitlaufen“
kann, sondern vielmehr erfahrene Ärzte und Consultants. Praktisch habe ich in dieser Zeit wenig selber gemacht.
Aber alle, Ärzte und Krankenschwestern, waren überaus lehrbereit und nahmen mich immer gerne in den OP
oder zu Untersuchungen mit, und nach einer Weile habe ich mir meinen eigenen Tagesablauf erstellt. Wichtig für
PJler: Von nun an unbedingt genau abklären, ob die Uni of Melbourne oder Monash Uni das Elective


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unterstützt und der Dekan bereit ist, das Zertifikat für’s Deutsche LPA zu unterschreiben. Bei mir ist alles gut
gegangen, aber die Handhabung mit Electives zwischen dem Epworth hospital und der Melbourne University
wird jetzt neu diskutiert. Für Famulaturen sollte es aber weiter kein Problem sein.
Ich habe insgesamt eine freundliche Arbeitsatmosphäre und besonders im Team zwischen Ärzten,
Krankenpflegern und Physiotherapeuten ein Verhältnis gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung erlebt,
was eine schöne Erfahrung war! Selbst im OP wurde vieles relaxt gehandhabt, was für mich –als deutsche
Studentin doch so sehr auf Hygiene im OP getrimmt- erstmal gewöhnungsbedürftig war. Selbst bei einer
Lebertransplantation durfte ich in den OP rein- und rauslaufen und mir wurde alles munter erklärt. Oft habe ich
erlebt, wie selbst ein 90Jahre alter Patient mit „Hey John, we gonna get you in the bed now“ angesprochen
wurde, nicht aus Mangel an Respekt, sondern mit viel Freundlichkeit! Fachlich sind beide Häuser sehr gut
ausgerüstet und mit der medizinischen Ausbildung in Deutschland vergleichbar. Fortbildungen im Team
gehörten zum Wochenrhythmus und auch ich musste ein Referat vor den Ärzten und Pflegern halten. Die
staatlich getragene Krankenversicherung in Australien hat sicher einen großen Vorteil, doch erschreckend waren
für mich oft die sehr langen Wartezeiten für Untersuchungen und OPs, sodass sich jeder, der es sich finanziell
leisten kann, privat zusatzversichern lässt. Die Hierarchie ist in Australien sicher nicht so stark ausgeprägt wie bei
uns in Deutschland, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Viel öfter kommt es zum Gespräch zwischen
Student und Consultant, zur gemeinsamen Pause oder Bierchen am Abend. Von einer ganz Hierarchie-freien
Atmosphäre, von der viele schwärmen, würde ich aber nicht sprechen. Die Rollen sind klar verteilt, aber weniger
pochen auf ihr Ansehen und auch die menschliche Distanz zwischen Studenten und Consultants ist geringer!
Zur Kleiderordnung: Es werden keine weißen Kittel getragen, sondern eher Business style, d.h. für Jungs
Stoffhose (keine Jeans) mit Hemd und Krawatte und für Mädels Stoffhose oder Rock mit Bluse oder edlerem T-
shirt. Stethoskope werden um den Hals getragen und wem die Kitteltasche fehlt, der trägt einfach eine kleine
Umhängetasche mit den wichtigsten Dingen, Stift und Schreibzeug mit sich.


Land und Leute
Australien ist ein landschaftlich sehr schönes Land, das fasziniert und begeistert, langweilen sollte sich wirklich
keiner! Nutzt die Wochenenden und alle freie Zeit, um Ausflüge zu machen und sich was von diesem
phantastischen Land anzuschauen, zu Schnorcheln, Surfen, Wandern... Ich hatte viel Gelegenheit zum Reisen,
schon vor Beginn meines PJs, aber auch dazwischen an Wochenenden oder Feiertagen. Einige Tage bin ich durch
die Wüste nach Alice Springs gereist und hatte dort auch die Gelegenheit die Basis des „Royal Flying Doctor
Service“ zu besuchen, der die Bewohner des Outbacks medizinisch versorgt. Ich habe die Australier insgesamt
als sehr entspannt, freundlich und aufgeschlossen erlebt und oft wurde ich auf Partys mitgenommen oder zum
Abendessen eingeladen. Das Land zieht unglaublich viele Einwanderer an, besonders aus Asien, aber auch USA
und Europa, und auch in meinen beiden Kliniken traf ich auf viele Malaysische, Indische, aber auch Deutsche,
Niederländische und Englische Ärzte. Es ist spannend zu hören, aus welchen Beweggründen die Menschen nach
Australien ziehen und welches neue Leben sie sich hier erhoffen! Die Aboriginals sind unter Australien leider ein
schwieriges Thema. Zwar wird ihre Kunst, Musik und Kultur inzwischen hochgeschätzt und vermarktet, aber
viele Familien finden doch keinen Halt in der westlich-modernen Welt, viele sind ohne Schulausbildung und
arbeitslos. Es gibt aber inzwischen doch einige gute Projekte und Kulturangeboten, die von den „Indigenous
people“ selbst ins Leben gerufen und geleitet werden.
Adelaide gehört zwar zu den Großstädten Australiens, aber ist eher ruhig und gemütlich und hat ein v.a. abends
schleppendes öffentl. Transportsystem. Trotzdem birgt die Stadt sympathische Vororte und liegt unweit schöner
Strände und eines der berühmtesten Weinanbaugebiete Australiens. Melbourne ist eine schillernde und laute
Metropole mit viel Kultur, Museen und Oper, und vielen tollen Bars und Restaurants. In beiden Städten habe ich
mir sehr wohl gefühlt. Es gibt genügend zu sehen im „Festival state“ und im „Garden state“!


Fazit
Australien ist auf jeden Fall nicht nur eine Reise wert und hat sowohl fachlich als auch freizeitmäßig viel zu
bieten. Vielleicht hätte ich einige v.a. praktische Dinge intensiver in Deutschland gelernt, aber das PJ in
Australien hat mir einen neuen Blick ins Gesundheitssystem ermöglicht und vor allem eine andere, entspanntere
Arbeitsatmosphäre näher gebracht. Ich kann mir durchaus vorstellen, später einige Jahre in diesem schönen Land
zu arbeiten, das gerade dringend nach Ärzten sucht... Herzlichen Dank dem bvmd und DAAD, durch dessen
finanzielle Unterstützung mir die Reiseplanung sehr erleichtert wurde!



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bvmd-Austausch-Bericht: PJ in Adelaide und Melbourne, Australien




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