Macht im Management
Prof. Dr. Enno Rudolph
Ob wir in der Führung engagiert oder als Spezialist in einer Organisation tätig sind – unterschiedlichste Formen der Macht begegnen uns täglich. Macht scheint unsere Welt zu organisieren. Wieso existiert «Macht»› in unserer Welt? Inwieweit regelt sie das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten zum Guten und wann kann sie Schaden anrichten? Seit zweieinhalbtausend Jahren beschäftigen sich Philosophen mit dem Phänomen der Macht. Anhand von vier ausgewählten Denkern wird die personale Macht vertieft betrachtet. Was jedoch, wenn Macht nicht die persönliche Kompetenz eines Menschen wäre? Wie können wir uns Macht als eine Wirkung des Systems vorstellen? Sind globalisierte Konzerne nicht eher als Systeme denn als Akkumulation von einzelnen Menschen erklärbar? Niklas Luhmann prägte mit seinen Erkenntnissen über Macht als Kommunikationsform das 20. und 21. Jahrhundert. Nähern Sie sich während eines Tages dem Phänomen Macht. Überprüfen Sie Ihren persönlichen Führungsstil und erkennen Sie neue Chancen in der positiven Anwendung von Macht.
Freiheit und Unternehmenskultur
Dr. Martin Brasser
Für die einen ist Freiheit der entscheidende Motivationsfaktor, für die anderen ist sie der blanke Schrecken. Management ist die Kunst, am richtigen Ort das richtige Mass von Freiheit zu setzen. Wie frei aber sind wir wirklich? Die Philosophie führt zur Zeit eine harte Debatte mit den Naturwissenschaften, v. a. mit der Hirnforschung über die Frage, ob wir überhaupt frei sind. Die Leugner der Freiheit («Deterministen») stehen den Befürwortern gegenüber. Lernen Sie die grundlegenden Positionen beider Seiten kennen. Ziehen Sie daraus Ihre Schlüsse für den angemessenen Umgang mit Freiheiten in Ihrem Unternehmen. Sören Kierkegaard, ein Philosoph, der von der Freiheit überzeugt war, hat die typischen Formen von Freiheitsausübung herausgearbeitet. Sie zu kennen ist eine grosse Hilfe, wenn es darum geht, Entscheide über die Erweiterung oder Einengung von Spielräumen kompetent zu fällen.
Philosophie + Management
Weiterbildung für erfahrene Führungskräfte
Tagesprogramm 08.30
Determinismus gegen Freiheit Ergebnisse der Hirnforschung und ihre Kontroversen Pause Wir sind frei, wenn wir richtig wollen Harry Frankfurt (geb. 1929)
Tagesprogramm 08.30 Personale Macht in der Kontroverse Thomas Hobbes (1588 – 1679): Macht oder Freiheit: Der Ursprung des modernen Liberalismus Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778): Vom Republikanismus zur totalitären Demokratie 12.0 0 Pause
13.30
Mittagessen
Niccolò Machiavelli (1469 – 1527): Die Logik der Machterhaltung Heinrich Popitz (1925 – 2002): Vier Typen der Macht 12.00 13.30 Mittagessen Anwendungsübung: Welches Machtverständnis leitet meinen Führungsstil und den meiner Mitarbeiter? Pause Systemische Macht statt personaler Macht Niklas Luhmann (1927 – 1998): Die Funktion der Macht jenseits der personalen Machthaberschaft 16.30 Auswertung des Tages / Schluss
16.30
Anwendungsübung: Freiheit oder Struktur – Kontroverse in der Führung
Tagesseminare
Macht im Management Wahrheit in der Kommunikation System und Organisation Freiheit und Unternehmenskultur
Pause Stufen der Freiheit Die Lehre von Søren Kierkegaard (1813 – 1855)
Auswertung des Tages / Schluss
Die Kursdaten finden Sie direkt via www.philomanagement.ch, auf der Website der Universität Luzern (www.unilu.ch) oder auf beiliegendem Anmeldeformular.
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NDS Philosophie + Management, Postfach 2325, CH-6O1O Kriens 2 Telefon +41 41 32O 71 6O, Fax +41 41 32O 7O 28, philomanagement@unilu.ch
903311
Die Leitung
Prof. Dr. Enno Rudolph Professor für Philosophie Leiter des Philosophischen Seminars Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Dozent und Gesamtleitung «Philosophie + Management»
Wahrheit in der Kommunikation
Dr. Martin Brasser Wir alle kommunizieren täglich und gehen davon aus, dass die gemachten Aussagen «wahr» sind. Was «wahr» ist, wissen wir alle – bis wir im Dilemma stecken, es erklären zu müssen. Eine vertiefte Analyse des Wahrheitsbegriffs zeigt, dass Wahrheit verschieden interpretiert werden kann. Lernen Sie ganz unterschiedliche Theorien der Wahrheit kennen. Analysieren Sie Gesprächssituationen und erkennen Sie, wie sich das Aufeinanderprallen von unterschiedlichen Wahrheitsverständnissen auswirkt. Nähern Sie sich während eines Tages dem Phänomen Wahrheit. Lernen Sie, die Wahrheitsvorstellung Ihrer Gesprächspartner zu erkennen und sinnvoll darauf einzugehen. Überprüfen Sie Ihren persönlichen Kommunikationsstil und optimieren Sie Ihre Vorgehensweisen.
System und Organisation
Dr. Martin Brasser Systeme bestimmen über uns – und doch können wir dort, wo wir den Gestaltungsauftrag haben, ihrer Eigendynamik nicht passiv zusehen. Verschiedene Arten von Systemen verlangen ganz unterschiedliche Arten von Betätigungsmustern. Lernen Sie die verschiedenen Typen von Systemen und ihre spezifischen Funktionsweisen kennen, vom technischen über das lebendige bis zum sozialen System. Wenden Sie diese Unterscheidungen auf Ihre Gestaltungsaufgabe an und entdecken Sie dabei den erfolgreichsten Ansatz. Über die Postmoderne, in der wir uns nach Meinung vieler Philosophen noch immer befinden, – und über diese Diagnose selbst –, mag man unterschiedlicher Meinung sein. Dennoch stellt die unter dem Stichwort «Netzwerk» populär gewordene postmoderne Theorie eine echte Alternative zu hierarchischen Systemstrukturen dar. Lernen Sie diese Alternative und deren Anwendung auf Ihre Organisationsstruktur kennen.
René Siegrist Betriebsökonom FH Mediator Dozent und Co-Leitung
Tagesprogramm Dr. Martin Brasser Philosoph und Theologe Dozent und Co-Leitung 08.30 Wahrheitstheorie I: Platons Höhlengleichnis (1) Erfahrung und Wissen Pause Wahrheitstheorie II: Platons Höhlengleichnis (2) Kommunikation auf Augenhöhe Dank Die Fächerkombination Philosophie + Management wurde in der Pionierphase von der Gebert Rüf Stiftung (www.grstiftung.ch) massgeblich unterstützt. Danke! 12.00 13.30 Mittagessen Moderne Wahrheitstheorien Fünf Vorschläge für den Führungsalltag Pause Pause 12.00 13.30 Tagesprogramm 08.30 Systeme mit Eigenwirkung: Technologie – Biologie – Sozialwelt Die Sicht Humberto Maturanas (geb. 1928) und anderer Pause Extreme Systeme: Hierarchie oder Rhizom Gilles Deleuze (1925 – 1995) und Pierre-Félix Guattari (1930 – 1992) Mittagessen Anwendungsübung: Meine Organisation – ein Rhizom?
Inhouse-Seminare
16.30 Alle unsere Seminarangebote führen wir auch als Halbtages-,Tages- oder Mehrtagesseminar in Ihrer Organisation durch. Ihre individuellen Fragestellungen werden berücksichtigt. Bitte lassen Sie sich von der Kursleitung beraten. «Das Thema ‹Macht› stiess bei unserem Kader auf grosses Interesse. Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden zum Denken angeregt, und es kam zu ausgiebigen und offenen Diskussionen. Insgesamt spürte man einen Motivationsschub.»
Barbara Ganz-Stoll, Management Development, Axpo Gruppe
Anwendungsübung: Personalbeurteilung Auswertung des Tages / Schluss 16.30 Die Kursdaten finden Sie direkt via www.philomanagement.ch, auf der Website der Universität Luzern (www.unilu.ch) oder auf beiliegendem Anmeldeformular. Die Kursdaten finden Sie direkt via www.philomanagement.ch, auf der Website der Universität Luzern (www.unilu.ch) oder auf beiliegendem Anmeldeformular. System Wirtschaft Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung Auswertung des Tages / Schluss
Neu: Tagesseminar
Fundamentalismus oder über den Umgang mit festgefahrenen Meinungen Nicht nur in den Religionen ist Fundamentalismus ein Grundproblem. Wenn er ein zentrales Element unseres Zeitgeistes abdeckt, dann gibt es ihn theoretisch überall – und doch auch nirgends. Denn er ist praktisch bis zum Endstadium nicht sichtbar – und dann, wenn er sich zeigt, unerbittlich, brutal, überraschend und kaum kalkulierbar. Wie kann man ihn feststellen? Wie mit ihm umgehen? Ist er eine vorübergehende zeitgeschichtliche Krankheit oder ein zwangsläufiges Merkmal unserer Epoche? Um diese und ähnliche Fragen beantworten zu können, muss man wissen, was man unter «Fundamentalismus» zu verstehen hat. Im Seminar lernen die Teilnehmenden die typischen Merkmale fundamentalistischen Denkens kennen. Sie lernen Fundamentalismus gegen Prinzipientreue abzugrenzen und erhalten Einblick in die einschlägigen Standpunkte zweier zeitgenössischer Philosophen: Jürgen Habermas und Jacques Derrida. Gibt es Mittel und Wege, um gegen sture Verständnisverweigerer aller Art argumentativ anzugehen? Kann man gegen sie argumentieren, und wenn ja: wie? Nachdem sich die Seminarteilnehmenden ein Verständnis von «Fundamentalismus» erarbeitet haben, wenden wir uns diesen Fragen zu und üben uns in Sprechsituationen ein, bei denen der clevere Umgang mit Argumenten darüber entscheidet, wer als Sieger hervorgeht: der Fundamentalist oder der andere. Tagesprogramm 08.30 Was ist Fundamentalismus? Führungsalltag und Meinungsvielfalt Pause Philosophie des Fundamentalismus Antworten von Jürgen Habermas und Jacques Derrida 12.00 13.30 Mittagessen Anwendungsübung Auf den Spuren des Fundamentalismus in meinem Arbeitsumfeld Pause Wie argumentieren? Rhetorischer Umgang mit fixen Meinungen 16.30 Auswertung des Tages / Schluss
Neu: Tagesseminar
Leben in der Postmoderne. Vom Umgang mit Regeln in Zeiten der Unverbindlichkeit Noch vor wenigen Jahren wurde der allgemeine Verlust von Verbindlichkeiten diagnostiziert – und heute leben alte Werte wie Pflicht, Treue und Ähnliches wieder auf, als wären sie nie tot gewesen. Einerseits will kaum jemand auf den selbstgewählten Mix im eigenen Lifestyle verzichten, andererseits stossen reglementierende Vorgaben von Richtlinien und Werten vielfach auf ganz weit offene Ohren. Der Menschentyp, der all diese und noch viele andere Gegensätzlichkeiten ganz ohne Probleme gleichzeitig leben und integrativ aushalten kann, ist von der Wissenschaft schon oft als der «postmoderne Mensch» etikettiert worden. Was ist mit dieser Etikette gemeint? Sie beschreibt die Herausforderung, sowohl langfristig als auch kurzentschlossen, sowohl flexibel als auch konsequent in einem einzigen Atemzug zu sein. Nur beides zugleich verspricht die höhere Lebensqualität. Was sind die grundlegenden Bestandteile, die zusammen dieses Muster der «Postmoderne» ergeben? Die Kursteilnehmenden erhalten Einblick in die Diskussion um die Frage, ob unsere Zeit noch «modern» oder schon «postmodern» sei, und entwickeln von hieraus die Charakteristika, die den «postmodernen Menschen» in seiner zweischneidigen Option gegenüber Verbindlichkeiten und Verpflichtungen kennzeichnen. Auf Basis dieser Einsichten reflektieren die Kursteilnehmenden verschiedene Verhaltensmuster in Situationen, in denen die Befolgung von Regeln verlangt wird. Tagesprogramm 08.30 Unsere Zeit – die «Postmoderne»? Die Diskussion um die richtige Zeitdiagnose Pause Philosophie der Postmoderne Typen des Lebens nach Zygmunt Bauman 12.00 13.30 Mittagessen Anwendungsübung Wie mit Forderungen nach Verbindlichkeit umgehen? Pause Noch einmal: die Zeitdiagnose in der Diskussion 16.30 Auswertung des Tages / Schluss
NDS Philosophie + Management, Postfach 2325, CH-6O1O Kriens 2 Telefon +41 41 32O 71 6O, Fax +41 41 32O 7O 28, philomanagement@unilu.ch
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