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WDR Big Band

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WDR Big Band Powered By Docstoc
					Jubiläumsprogramm des Internationalen Jazz Festivals _____________________ 2
WDR Big Band Köln _______________________________________________________ 3
Mike Mainieri & Northern Lights (USA/N/I) __________________________________ 5
Tom Harrell Quintet (USA) _________________________________________________ 6
EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE OCTET ______________________________________ 7
Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass _______________________ 12
We Remember Clifford (USA) _____________________________________________ 13
Nicolas Simion „Transsylvanien Grooves“ (A/D) ___________________________ 14
UN TANGO MÁS (D) ______________________________________________________ 17
Manfred Leucher − NOMADE (D) __________________________________________ 19
LÜHNING (D) ____________________________________________________________ 21




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Jubiläumsprogramm des Internationalen Jazz Festivals
Viersen in Funk und Fernsehen

Das Jubiläumsprogramm des Internationalen Jazz Festivals Viersen 2006 birgt echte
Highlights in sich und steht ganz im Zeichen der großen Ensembles des Jazz. Mit
Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass und der WDR Big Band
Köln, zwei seit Jahrzehnten in der ganzen Welt bekannten Big Bands, bringt der
Künstlerische Leiter Ali Haurand ein glanzvolles Stück Jazzgeschichte in die
Viersener Festhalle.
Beim diesjährigen Festival sind erstmals über 80 Musikerinnen und Musiker aus
der ganzen Welt zu Gast in Viersen.
Das Internationale Jazz Festival Viersen ist ein traditionsreiches und europaweit
anerkanntes zweitägiges Konzertevent mit 3 Bühnen.
In 19 Jahren Festivalgeschichte gab es über 11000 TV-Sendeminuten in den
Programmen von 3sat und WDR. Für das 20. Internationale Jazz Festival 2006 sind
bereits 630 TV-Sendeminuten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
disponiert. Im Vorfeld des Festivals 2006 sendet das WDR-Fernsehen am 29.8. oder
12.9.2006 eine 80-minütige Sendung „Highlights Internationales Jazz Festival
Viersen 2005“.
Auch gab es viele Live-Sendungen des WDR- und ORF-Hörfunks aus Viersen.
In diesem Jahr rechnet der städtische Veranstalter wieder mit 2000-3000 Besuchern.


Freitag, 22. September 2006, ab 19.00 Uhr
WDR Big Band Köln, Ltg. Maria Schneider, Solist Gary Versace, acc (International)
Mike Mainieri & "Northern Lights" (N/USA)
Tom Harrell Quintet (USA)

Nicolas Simion "Transsylvanien Grooves" (A/D/USA)
Un Tango Mas (D)

Cafe Noir (NL)

Samstag, 23. September 2006, ab 19.00 Uhr
European Jazz Ensemble Octet (CZ/D/GB/NL)
Peter Herbolzheimer Rythm Combination & Brass (International)
Benny Golson, Randy Brecker, Al Foster "We remember Clifford" (USA)

Lühning (D)

Manfred Leuchter "Nomade" (D), Cafe Noir (NL)



weitere Informationen: www.jazz-festival-viersen.de




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WDR Big Band Köln
featuring Gary Versace, Akkordeon

Komposition, Leitung und Arrangements:
Maria Schneider

Saxofone:
Heiner Wiberny, Karolina Strassmayer, Olivier Peters, Paul Heller, Jens Neufang
Trompeten:
Andy Haderer, Rob Bruynen, Klaus Osterloh, John Marshall
Posaunen:
Dave Horler, Ludwig Nuss, Bernt Laukamp, Mattis Cederberg
Rhythmusgruppe:
Paul Shigihara (Gitarre), Frank Chastenier (Piano & Hammond B3), John Goldsby
(bass), Paul Dekker (drums)


Freitag, 22.9.2006
Bühne 1
20.00 – 21.15 Uhr


Die WDR Big Band hat als Jazzorchester mit Multifunktionsaufgaben einen
unerreichten Stellenwert in der Szene eingenommen. Für die Mitglieder der Band
gibt es keinen Unterschied zwischen E- und U-Musik, sie swingen wie in der Big
Band Ära, sie engagieren sich als „Besondere Klangquelle“ für Ehemaliges und
Aktuelles.
Die Konzerte der WDR Big Band spiegeln die Vielfalt orchestralen Musizierens in
stilistisch erweiterten Konzepten wider. Der Aufgabenbereich der WDR BIG BAND ist
breit gestaffelt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzeptrepertoires in den
verschiedenen Genres des Jazz bis zur zeitgenössischen Musik und dem „Popular
Song“ gehören ebenso zum Aufgabenkatalog des Orchesters wie die konzeptionelle
Erweiterung des individuellen Orchesterklanges einer Big Band.
In Projekten mit ihrem Chefdirigenten Michael Abene sowie mit internationalen
Gastdirigenten und Solisten entwickelt der Klangkörper des WDR in Konzert- und
Studioproduktionen sein Repertoire weiter.

Maria Schneider, geboren in Windom, Minnesota, begann mit fünf Jahren, Klavier
zu spielen. Sie studierte Theorie und Komposition an der Universität von Minnesota
und schloß mit dem "Bachelor of Music" ab. Sie setzte ihre Studien an der Universität
von Miami fort und erhielt ihren "Master" an der Eastman School of Music. Nach der
Übersiedelung nach New York bekam sie ein Stipendium und begann mit
Kompositionsstudien bei Bob Brookmeyer.1985 wurde sie Assistentin von Gil Evans.
Im Rahmen dieser Tätigkeit arrangierte sie die Musik zu The Colour Of Money und
für die Europa-Tournee von Sting 1987. 1993 leitete sie das Gil Evans Orchestra auf
dem Festival in Spoleto mit Stücken von Miles Ahead, Porgy And Bess und Sketches
Of Spain.

Der Organist, Pianist und Akkordionspieler Gary Versace hat in den letzten Jahren
mehrere Preise gewonnen, darunter einen Downbeat Award für kleine Combos. Der
in New York lebende Professor der University of Manhattan spielte mit Musikern wie

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Glen Moore, Marian McPartland, Bob Moses, David Friesen, Bobby Shew, Cab
Calloway, Dick Hyman, Ingrid Jensen, und vielen anderen. Als Arrangeur arbeitete er
u. a. für Claudio Roditi.




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Mike Mainieri & Northern Lights (USA/N/I)
Mike Mainieri (Vibraphon), Bendik Hofseth (Saxofon), Bugge Wesseltoft (Keyboard),
Jan Bang (E-Bass), Paolo Vinaccia (Drums & Percussion)


Freitag, 22.9.2006
Bühne 1
21.45 – 23.00 Uhr


Mike Mainieri, Vibrafon, wurde am 24.07.1938 in Bronx, New York, geboren. Der
Fusion-Pionier gehört zusammen mit Jeremy Steig zu den Initiatoren des
elektrischen Rock-Jazz und hat mit seinen eigenen Gruppen Steps und Steps Ahead
mit Sidemen wie Michael Brecker , Steve Khan, Mike Stern, Steve Gadd oder Peter
Erskine Meilensteine dieses beherrschenden Stils der siebziger Jahre und seiner in
den achtziger Jahren verfeinerten Form gesetzt. Er fand auf seinem Instrument einen
melodischen, die Milt Jackson-Tradition modifizierenden Mittelweg zwischen der
perkussiven Spielweise des Spektrums von Lionel Hampton bis Walt Dickerson und
der stark akkordischen eines Gary Burton und bereicherte – ebenfalls als Pionier –
seit Ende der siebziger Jahre die Stilistik um einen elektrisch modifizierten Sound auf
dem selbst entwickelten „Synthvibe“. Als Produzent, Arrangeur und Komponist
betreut der Inhaber von NYC Records auch Pop Größen wie Paul Simon, Billy Joel
oder Aero-smith und Dire Straits.

Mainieri war bereits 1998 und 2001 zu Gast auf dem Festival. Im Jahr 2001 mussten
einige in Viersen engagierte Musiker ihren Auftritt absagen, da sie wegen der
Anschläge am 11. September die USA nicht verlassen konnten. Durch einen Zufall
war Mainieri bereits am 10. September geflogen und trat kurzerhand ohne seine
Band auf. Sein ergreifender Soloauftritt ist vielen Viersener Jazzfans bis heute
unvergessen.

Der norwegische Jazzmusiker und Pianist Jens Christian Bugge Wesseltoft gilt als
"Mastermind" einer neuen Generation von Musikern, die klassischen Jazz mit
elektronischer Musik verschmelzen. Mit seinem eigenen Label Jazzland hat er für die
norwegische Szene eine Plattform geschaffen, die künstlerische Freiheit abseits des
kommerziellen Mainstreams ermöglicht. Er arbeitet regelmäßig mit dem Saxofonisten
Jan Garbarek zusammen.




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Tom Harrell Quintet (USA)

Tom Harrell (Trompete, Flügelhorn), Jimmy Greene (Saxofon), Danny Grisett
(Piano),
Ugonna Okegwo (Bass), Neal Smith (Drums)


Freitag, 22.9.2006
Bühne 1
23.30 – 0.45 Uhr



Tom Harrell ist nicht nur ein begnadeter Trompeter, sondern auch ein
hervorragender Komponist. 1996 wurde Tom Harrell vom amerikanischen Magazin
“Downbeat” zum Trompeter des Jahres gewählt. Heute kann man Tom Harrell
getrost als einen der besten Jazztrompeter/ Komponisten der Welt bezeichnen.
Tom Harrell wurde in Urbana (Illinois) geboren und begann mit acht Jahren Trompete
zu erlernen. Bald zog er mit seinen Eltern nach San Francisco. Dort trat er bereits mit
13 Jahren mit lokalen Bands auf. 1969 schloss er sein Studium an der Stanford
University ab und wurde Mitglied in Stan Kenton's Orchester, ging mit dem Orchester
auf Tournee und nahm an Aufnahmen teil. Nachdem er die Kenton Band verliess,
spielte er bei der Woody Herman Big Band (1970-1971), Azteca (1972), dem Horace
Silver Quintet (1973-1974), der Sam Jones Big Band, dem Lee Konitz Nonet (1979-
1981), George Russell, dem Mel Lewis Orchestra (1981), und bei Charlie Haden's
Liberation Orchestra. Zusätzlich machte er Aufnahmen mit Bill Evans, Dizzy
Gillespie, Bob Brookmeyer, Lionel Hampton und vielen Anderen. Von 1983-1989 war
er ein zentrales Mitglied des Phil Woods Quintet, tourte durch die ganze Welt und
absolvierte zahlreiche Aufnahmen.
Miles Davis war ein Poet auf der Trompete, ebenso Chet Baker. Tom Harrell ist
zudem noch ein Jazzpoet. Einer dessen Musik aus einem mysteriösen Platz in der
Tiefe seiner Seele, seiner Psyche stammt. Was Harrells künstlerische Fähigkeit noch
bemerkenswerter macht, ist die Tatsache, dass er an Symptomen von Schizophrenie
leidet. Die Musik selbst ist für Harrell der „Fels von Gibraltar”, der ihm erlaubt mit
seiner Krankheit umgehen zu können. In dem Moment, in dem Harrell die Trompete
an die Lippen setzt, verschwindet seine ganze Zerbrechlichkeit. Doch Tom Harrell ist
nicht nur ein begnadeter Trompeter, sondern auch ein hervorragender Komponist.
1996 zum ersten Mal vom amerikanischen Magazin “Downbeat” zum Trompeter des
Jahres gewählt, kann man Harrell heute getrost als einen der besten Jazztrompeter/
Komponisten der Welt bezeichnen.




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EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE OCTET

Alan Skidmore, sax * Stan Sulzmann, sax * Gerd Dudek, sax * Jiri Stivin, sax & flute *
Manfred Schoof, trp. * Rob van den Broeck, piano * Ali Haurand, bass *
Tony Levin, drums


Samstag, 23.9.2006
Bühne 1
20.00 – 21.15 Uhr


Amerika ist das Ursprungsland des Jazz, allerdings nicht ohne Hilfe der melodischen
und harmonischen Zutaten Europas. Amerikas Jazz wiederum machte eine
europäische Jazzentwicklung möglich. Mit dem Jazz kam die Improvisation zurück in
die musikalische Landschaft unseres Kontinents. Erste eigenständige Ergebnisse
europäischer Jazzentwicklung kann man bis zu Django Reinhardt und seinem
Quintett "Hot Club de France" zurückdatieren. Eine in die Breite gehende Entfaltung
von originär Europäischem leiteten jedoch erst Musiker der Free-Jazz-Ära ein.
Die seither erreichte Identität der europäischen Expression im Jazz erlaubt es, heute
von EURO-JAZZ zu sprechen. Dieser hat selbstverständlich nichts mit "verjazzender"
Stilisierung europäischer Musik zu tun.
Das EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE vereint führende Musiker des EURO - JAZZ.
Angefangen 1976 in einem Quintett mit u.a. Alan Skidmore, Pierre Courbois, Leszek
Zadlo, Ali Haurand und Gerd Dudek, kam es 1982 zu folgender Umbesetzung: Gerd
Dudek und Ali Haurand blieben dem Ensemble erhalten und bildeten mit Allan
Botschinsky, Ernst- Ludwig Petrowsky, Manfred Schoof, Tony Levin und Rob van
den Broeck den Grundstock für das EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE.
Zur 12-jährigen Jubiläumstournee waren als weitere Solisten u.a. John Taylor, Louis
Sclavis, Uschi Brünning, Enrico Rava, Philipp Catherine, Uwe Kropinski und Jon
Christensen eingeladen.
1991 traf das EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE feat. Joachim Kühn auf die Khan
Family aus Indien. 1996 kam es zur 20th Anniversary Tour mit Konzerten für den
WDR Hörfunk und Fernsehen in Köln, Leverkusen, Cardiff, Paris und London. Beim
10. Internationalen Jazzfestival Viersen wurden als Gäste Charlie Mariano, Rolf
Kühn, Daniel Humair, Joachim Kühn, Manfred Schoof, Tony Lakatos und Enrico
Rava eingeladen.
Weitere Höhepunkte waren die 25th und 30th Anniversary Tour 2001 und
2006 mit Konzerten in der Essener Philharmonie, (WDR Hörfunk) Amsterdam,
London, Madrid, Rom, Karlsruhe, Bonn (WDR Fernsehen + 3 sat) und Paris.
Einladungen und Konzerte gab das Ensemble es in 38 Länden u.a. England,
Frankreich, Australien, Kanada, Italien Spanien, und in die USA zu den Jazzfestivals
nach Rochester und New York.

European Jazz Ensemble 30th anniversary tour 2006

Amerika ist das Ursprungsland des Jazz, allerdings nicht ohne Hilfe der melodischen
und harmonischen Zutaten Europas. Amerikanischer Jazz wiederum machte erst
eine europäische Jazzentwicklung möglich. Mit dem Jazz kam die Improvisation
zurück in die musikalische Landschaft unseres Kontinents. Erste eigenständige

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Ergebnisse europäischer Jazzentwicklung kann man bis Django Reinhardt und
seinem Quintett „Hot Club de France“ zurückdatieren. Eine in die Breite gehende
Entfaltung von originär Europäischem leiteten jedoch erst die Musiker der Free-Jazz-
Aera ein. Die seither erreichte Identität des europäischen Ausdrucks im Jazz erlaubt
es, heute von Euro-Jazz zu sprechen. Dieser hat selbstverständlich nichts mit
„verjazzender“ Stilisierung europäischer Musik zu tun.
Das „EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE“ vereint führende Musiker des Euro-Jazz.
Angefangen 1976 im Quintett kam es 1982 zu Umbesetzungen. Zur 12- und 20-
jährigen Jubiläums-tournee wurden u.a. The Khan Family aus Indien, Enrico Rava,
John Taylor, Joachim Kühn, Daniel Humair, Philip Catherine, Louis Sclavis, Uschi
Brüning, Rolf Kühn, Tony Lakatos und Ernst Ludwig Petrowsky eingeladen. 2001
zum 25jährigen Jubiläum gab es Konzerte in Paris, Liége, Palatia Jazzfestival,
London, Dinslaken mit dem WDR Fernsehen & 3sat und in Siegen mit dem WDR
Hörfunk. Gäste waren 2001 Joachim Kühn, Paolo Fresu, Adelhard Roidinger, Charlie
Mariano, Daniel Humair und Alan Skidmore. Im Jahre 2002 folgte das European Jazz
Ensemble einer Einladung in die USA zu Konzerten in New York und zum Jazz
Festival in Rochester.


Mitglieder Oktett der Jubiläumstournee 2006

Stan Sulzmann, ts., ss. & fl., geboren 1948 in London, England. Sein erster Kontakt
mit Musik war im National Youth Orchestra im Alter von 16 Jahren. Stan studierte an
der Royal Academy of Music, London, Flöte und Saxophon. Er spielte in der John
Dankworth Big Band, Mike Gibbs Band, Kenny Clarke / Francy Boland Big Band, mit
Stan Getz, Johnny Griffin u.a.; war Hausmusiker im Ronnie Scott Jazz Club und
formierte sein erstes Quartett mit John Taylor, Ron Mathewson & Tony Levin. Viele
Jahre war er Mitglied in Kenny Wheelers Big Band & Sextett. Tourneen u.a. mit Alan
Skidmore, John Taylor, Kenny Wheeler, Tony Coe, Gil Evans Big Band. Auftritte mit
eigener Gruppe bei den Jazzfestivals in London, Molde, Norwegen, mit Gordon Beck
und Tony Oxley beim Hamburger NDR Jazzfestival. Platte für MPS „Seven Steps to
Evans", Duettauftritte und Plattenauf-nahmen mit John Taylor, BBC, WDR
Fernsehen und Radio Europa. Europatournee 1987 mit dem Dave Holland / Kenny
Wheeler Quintet. Mitglied im European Jazz Ensemble. Stan leitet seit einigen
Jahren eine Big Band und ein Quartett, für die er die Arrangements schreibt. Platten
mit Kenny Wheeler, John Taylor und unter eigenem Namen.
European Jazz Ensemble CDs 1989, 1992, 1996 "20th Anniversary" und 2001 25th
Anniversary.

Gerd Dudek, ts. & ss., wurde 1938 in Groß Döbbern, im heutigen Polen geboren.
Nach seinem Studium spielte er zunächst von 1960 - 64 in der Kurt Edelhagen Big
Band, bevor er Mitglied im Manfred Schoof Quintett wurde, damals mit Alexander von
Schlippenbach und Buschi Niebergall. Als Mitglied im Quartett von Albert
Mangelsdorff sowie bei den German All Stars unternahm er Tourneen nach Asien
und Südamerika. Gerd spielte im Quartett mit Alan Skidmore und Adelhard Roidinger
und ist einer der Mitbegründer des European Jazz Quintet/ Ensembles. Noch heute
ist er Mitglied im Contemporary Orchestra von Alexander von Schlippenbach und des
„Globe Unity". Plattensession 1971 in Japan sowie weitere Aufnahmen mit den
unterschiedlichsten Gruppen und Solisten. Tourneen in den 60er Jahren mit Don
Cherry und Georg Russel. Seit 1982 auch Mitglied in „The Quartet" mit Ali Haurand,
Rob van den Broeck und Tony Levin. Unternahm mit The Quartet und The Trio

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(Dudek, Haurand, van den Broeck) Tourneen durch Kanada, Australien und weitere
25 europäische Länder. Mit Ali Haurand verbinden ihn seit 1976 24 Platten und CD-
Einspielungen.

Jiri Stivin, fl., as. & cl., wurde 1942 in Prag, Tschechien, geboren. Ebenso vielseitig
wie das musikalische Instrumentarium, dessen sich Stivin bedient, sind seine
musikalischen Interessen. Obwohl vor allem als Jazzmusiker bekannt, ist Stivin auch
als Interpret von Barockmusik hervorgetreten, wirkte an der Aufführung
zeitgenössischer Kompositionen mit und arbeitete mit Rockgruppen und
Studiobesetzungen. Jiri gilt als Multiinstrumentalist (mit Schwerpunkt auf den Flöten)
und betätigt sich als Komponist und improvisierender Musiker. Festgelegt zu werden
oder sich selbst musikalisch festzulegen, erscheint ihm als künstlerische Einengung,
die er immer wieder zu durchbrechen versucht. Jiri studierte an der Prager
Filmakademie bei Milan Munclinger und an der Royal Academy of Music in London.
Er nahm u.a. das Doppelalbum „Zodiak" mit dem Percussionisten Pierre Favre auf.
Einspielungen mit dem Prager Super-Quartet mit seinem Sohn Jiri (dr.), Tony Scott
und Rudolf Dasek. Stivin ist auch als Solist der Flötenkonzerte von Antonio Vivaldi
und Georg Phillip Telemann bekannt geworden und war an den Plattenproduktionen
mit führenden tschechoslowakischen Kammerorchestern beteiligt. Jiri Stivin und Ali
Haurand kennen sich seit 1968 und spielen im Duett. Zwei CD Produktionen mit Ali
Haurand „Bordertalk" und neu seit September 2000 „Just The Two Of Us", Konnex
Records, Berlin. Mitglied im European Jazz Ensemble seit 1992.

Manfred Schoof, trp. & flh., geboren 1936 in Magdeburg. "Deutschlands
prominentester Jazztrompeter" so nannte eine deutsche Musikzeitschrift Manfred
Schoof. Das ist er sicherlich - aber er ist noch viel mehr: Sein Ruf reicht weit über
Deutschland, ja sogar über Europa hinaus. Spätestens seit er als "Botschafter für
deutsche Kultur" zusammen mit seinem Sextett 1975 im Auftrag des Goetheinstituts
durch Asien tourte, weitere Konzertreisen ihn u.a. nach Süd- und Zentralamerika
führten, sind Manfred Schoof und seine Musik in der Welt bekannt. Von seinen
Reisen brachte er viele Eindrücke mit, die sich in seiner Musik und Interpretation
wiederfinden.
Manfred Schoof ist allerdings nicht nur Trompeter, nicht nur ausübender Musiker, er
ist auch Komponist und Arrangeur. Viele Chor- und Orchesterwerke für verschiedene
Rundfunkanstalten sind seiner Feder entsprungen, er hat Auftragswerke komponiert,
u.a. für das Musikfestival Donaueschingen 1975. Darüber hinaus hat er diverse Film-
und Fernsehmusiken geschrieben, seine Titelmusik für das ARD-Morgenmagazin ist
jedem im Ohr.
Manfred Schoofs Begeisterung für die Musik beschränkt sich jedoch nicht
ausschließlich auf den Bereich des Jazz. Sein Interesse gilt gleichermaßen der
zeitgenössischen E-Musik. Bekannt sind seine Interpretationen von Bernd Alois
Zimmermanns Trompetenkonzerten oder von Werken von John Fritsch. Von Schoofs
reichem Erfahrungsschatz profitieren seine Studenten an der Musikhochschule Köln,
wo Schoof seit 1972 als Lehrer tätig ist und seit 1990 eine Professur innehat. Seine
eigene musikalische Ausbildung begann Manfred Schoof an der Musikakademie
Kassel, wo er Trompete und Klavier studierte, einige Jahre später wechselte er an
die Musikhochschule Köln und wurde Kompositionsschüler von Bernd Alois
Zimmermann.
Mit dem Namen Manfred Schoof verbinden sich einige bedeutende deutsche und
internationale Jazzensembles, bei denen Schoof entscheidend mitwirkte und z.T.
auch heute noch engagiert ist, beispielsweise das Gunter-Hampel-Quintett: Hier

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spielten außer Schoof (Trompete) und Hampel (Vibraphon und Flöte) Alexander von
Schlippenbach (Klavier), Buschi Niebergall (Baß) und Pierre Courbois (Schlagzeug).
Weiter das Globe Unity Orchestra, ein Free Jazz Ensemble, das 1966 bei den
Berliner Jazztagen seinen ersten großen Auftritt hatte, das New Jazz Trio, das eher
der Tradition zugewandte Clarke-Boland Orchester und die Kurt Edelhagen Big
Band, für die Manfred Schoof nicht nur spielte, sondern auch regelmäßig arrangierte,
das Manfred Schoof Quintett und das Manfred Schoof Orchester, die George Gruntz
Concert Jazzband und das European Jazzensemble, denen Manfred Schoof bereits
seit 1987 angehört.
Für seinen Beitrag zur Musik wurde Manfred Schoof mit mehreren Preisen
ausgezeichnet. So erhielt er 1977 den großen deutschen Schallplattenpreis der
Deutschen Phono-Akademie für den Tonträger Scales des Manfred Schoof Quintetts.
1980 wurde ihm der 1. Preis der Union Deutscher Jazzmusiker verliehen für die LP
The Early Quintett.
Für seine Kollegen hat Manfred Schoof sich stets engagiert eingesetzt. Seit 1992 ist
er Vorstandsmitglied im Deutschen Komponisten-Interessenverband. Auch innerhalb
der GEMA hat Manfred Schoof einige wichtige Ämter inne: von 1985 bis 1994 war er
Mitglied des GEMA-Werkausschusses - in diesem Gremium hat er sich ganz
besonders für den Jazz eingesetzt - 1987 wurde er Mitglied der
Schätzungskommission der Bearbeiter und 1994 wurde er als stellvertretendes
Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt.

Alan Skidmore, ts. & ss., wurde 1942 in London, England, geboren. Seine
musikalische Ausbildung erhielt er am Londoner Konservatorium. In frühen Jahren
spielte er bereits mit John Mayall, Alexis Korner, Georgie Fame, dem Johnny
Dankworth Orchestra, der Stan Tracy Band und Ronnie Scott. Später mit Tubby
Hayes, John Surman, Chris McGregor's „Brotherhood of Breath", der George Gruntz
„Concert Band", Eberhard Weber, Niels-Henning Orsted-Pedersen, Weather Report,
Dave Holland und der BBC Big Band in London. Aufnahmen mit Herbie Hancock,
Mike Gibbs, Mike Westbrook und Gründung von SOS mit John Surman. Gastsolist in
Hamburg mit der NDR Big Band und von 1981-84 Gastsolist bei der WDR Big Band.
Tourneen in den USA und Europa mit Charlie Watts, spielte mit dem Colin Towns
„Mask Orchestra" in der Queen Elizabeth Hall, London. Als Alan 1969 mit seinem
Quintett England beim Internationalen Jazz Festival in Montreux vertrat, wurde sein
Quintett von der Presse mit dem 1. Preis ausgezeichnet und er als bester Solist
bewertet. Über viele Jahre war er Preisträger der englischen Jazz Polls beim „Melody
Maker" für Tenorsaxophon. Platten- und CD-Aufnahmen mit Chick Corea, George
Gruntz, SOH. European Jazz Quintet, Third Eye, Georgie Fame, European Jazz
Ensemble und seinem Quartett.

Rob van den Broeck, p., wurde 1940 in Hilversum, Niederlande, geboren. Rob
begann 1961 mit Dick Vennik und spielte später in der Chris Hinze Combination mit
Gerry Brown (dr) und John Lee (b). Seit vielen Jahren leitet er die Gruppe „Free
Fair", die als Combo sowie als Quartett plus 4 Posaunen und Trompeten bekannt ist.
Für Timeless Records nahm er verschiedene CDs u.a. mit Joe Farell, Dexter Gordon,
Billy Higgins, Clint Houston, Louis Hayes, Ben Webster. Rob unterrichtete viele Jahre
an der Kunst- und Musikakademie in Arnheim / Niederlande. Die Zusammenarbeit
mit Ali Haurand besteht seit 1974 in der Gruppe „Third Eye". Plattenaufnahmen mit
Alan Skidmore, Kenny Wheeler, Tony Oxley, Gerd Dudek und Wilton Gaynair. Seit
1982 Mitglied im European Jazz Ensemble, The Quartet und 1989 Mitbegründer von
The Trio mit Gerd Dudek und Ali Haurand. 13 Platten und CDs dokumentieren diese

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intensive Zusammenarbeit. Tourneen führten ihn durch Europa, Australien und
Kanada.

Ali Haurand, b., wurde 1943 in Viersen, Deutschland, geboren. Der Bassist und
unablässige Motor des European Jazz Ensembles gehört mit Gerd Dudek und Alan
Skidmore zu den Gründungsmitgliedern. Nach seinem Studium an der
Folkwangschule in Essen gründete er 1968 die Gruppe „THIRD EYE" mit dem
holländischen Pianisten Jan Huydts. Unternahm Tourneen mit Philly Joe Jones, Ben
Webster, Don Byas, Bobby Jones, John Handy, Wilton Gaynair, Jan Akkermann &
George Maycock. Ali gründete 1976 das European Jazz Quintet / Ensemble mit den
Saxophonisten Alan Skidmore, Gerd Dudek, Leszek Zadio und dem Schlagzeuger
Pierre Courbois. Von 1978 - 84 spielte er im Trio SOH mit dem Schlagzeuger Tony
Oxley und Alan Skidmore. Es folgten The Quartet, The Trio, Sense und andere
Projekte. Zu den Musikern, mit denen er über die Jahre zusammen- arbeitete, zählen
Kenny Wheeler, Tony Coe, Eje Thelin, John Taylor, Enrico Rava, Manfred Schoof,
Louis Sclavis, Philip Catherine, David Friesen, Jiri Stivin, John Surman, Jon
Christensen, Alan Jones, Charlie Mariano. Seit einigen Jahren spielt Ali Haurand im
Trio mit Charlie Mariano und dem Schlagzeuger Daniel Humair, sowie im Duett mit
dem Prager Flötisten Jiri Stivin. European Jazz Polls „Jazz Forum" 1982 - 84 - 85
und 87, genannt mit SOH, European Jazz Ensemble und als Bassist. Inzwischen
liegen über 50 Platten- und CD-Aufnahmen vor, die ihn zusammen mit seinen
Tourneen in Kanada und Australien in über 55 Ländern international bekannt
machen. Kunstpreis Frankreichs 2005 Ernennung zum "Chevalier de l'Ordre des
Arts et des lettres" of France.

Tony Levin, dr., wurde 1940 in Shropshire, England, geboren. Bereits im Alter von
13 Jahren studierte er Schlagzeug und Jazzimprovisation. Als Hausschlagzeuger im
Londoner Ronnie Scott Club gab es sehr früh eine Zusammenarbeit mit
internationalen Jazz Stars. Um einige zu nennen: Al Cohn, Zoot Zims, Steve Lacy,
Hank Mobley, Toots Thiedemanns, Dave Holland, Harry „Sweet" Edison, Eddie
Lockjaw Davis, Kenny Wheeler, Lee Konitz, Gary Burton und Joe Henderson. Von
1966 - 69 war Tony Mitglied im Quartett des legendären Saxophonisten Tubby Hayes
mit Mick Pyne und dem Bassisten Ron Mathewson. Später im Quintett von Kenny
Wheeler und im Duett mit John Surman. Konzerte und Aufnahmen mit Keith Tippett,
Paul Dunmall, Paul Rogers, Elton Dean, Larry Stabins, Evan Parker, John Taylor,
Andy Sheppard. Tourneen durch Europa mit der Gruppe „Nucleus". 1979 Einstieg bei
„Third Eye" mit Wilton Gaynair und Ali Haurand. Seit 1989 Mitglied im European Jazz
Ensemble. Über 60 Platten und CDs dokumentieren seine Arbeit in der Welt der
Improvisationsmusik.




                                       - 11 -
Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass
Saxofone:
Klaus Graf, Oliver Leicht, Heinz von Hermann, John Ruocco, Susanne Heitmann
Trompeten:
Ack van Rooyen, Torsten Benkenstein, Jan Oosthof, Matthias Bergmann, Frederik
Köster
Posaunen:
Bart van Lier, Marc Godfroid, Jürgen Neudert, Erik van Lier
Rhythmusgruppe:
Joerg Reiter (Piano), Peter Tiehuis (Gitarre), Ingmar Heller (Bass),
Bruno Castellucci (Drums)

Judy Niemack, Gesang

BuJazzO Vocal-Ensemble:
Alexandra Gruber, Sonja Freitag, Tanja Pannier, Matthias Knoche, Martin Hagen

Leitung & Arrangements: Peter Herbolzheimer


Samstag, 23.9.2006
Bühne 1
21.45 – 23.00 Uhr



Peter Herbolzheimer zog als erster im Bigband-Bereich die Konsequenz und
besetzte Rhythmus- und Bläserformation gleich stark; zahlenmäßig und qualitativ.
Unter den Komponisten/Arrangeuren blieb er eigentlich bis zum heutigen Tage eine
der eigenständigsten und maßgebenden Figuren für diese Musikform und ihre
Umsetzung für Bigband. Nach langen Jahren hervorragender Konzerte,
Festivalauftritte und Platteneinspielungen war für ihn und die RC&B das reine
Jazzrock-Kapitel abgeschlossen. Die Formation wuchs wieder zum klassischen
Bigband-Format heran, ohne zugleich eine stilistische Nostalgie auf die Notenblätter
zu schreiben. Dafür sorgte schon Peter Herbolzheimer, der als Komponist und
Arrangeur die neu gewonnene Beweglichkeit, die stilistische Offenheit und natürlich
die solistischen Qualitäten seiner renommierten Musiker mit sicherem Gespür für den
historischen und unterhaltsamen Wert des Swing zu einer Einheit verband, - was
dem Publikum gefiel und bei renommierten Musikerkollegen Begeisterung auslöste.
Mel Lewis bat um Platten von Herbolzheimer, Nancy Wilson wollte bei ihren
Deutschland-Auftritten nur mit dieser RC&B singen und Clark Terry schwärmte nach
den Aufnahmen zur Balladen-LP "Clark After Dark" von Herbolzheimers
unübertroffenen Arrangements.
Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass ist einmalig und hat nachhaltig
die Musikszene in Deutschland geprägt, gestaltet und verändert.




                                       - 12 -
We Remember Clifford (USA)
Benny Golson, sax * Eddie Henderson, trompete * Randy Brecker, trompete *
Mike LeDonne, piano * Buster Williams, bass * Al Foster, drums


Samstag, 23.9.2006
Bühne 1
23.00– 0.45 Uhr



Mit „We Remember Clifford“ präsentiert der Tenorsaxofonist Benny Golson eine
hochkarätige All-Star-Band.
Ein musikalischer Tribut an den großen Clifford Brown! Die hochkarätig besetzte All-
Star-Formation um den Top-Saxofonisten Benny Golson verneigt sich vor dem
legendären Trompeten-Virtuosen Clifford Brown (1930 -1956), der in seinem kurzen
Leben dem Jazz entscheidende Impulse und bekannte Kompositionen gegeben hat.
Das Sextett läßt seine Musik und seine Melodien in hinreißenden Interpretationen
wieder aufleben - eine Zeitreise von fabelhaften Musikern, die einen außer-
gewöhnlichen Sound präsentierten!

Nur 25 Jahre alt war Clifford Brown, als er im Juni 1956 bei einem Autounfall ums
Leben kam. Bis heute gilt sein Tod als eine der großen Tragödien des Jazz, denn er
bereitete dem kometenhaften Aufstieg eines genialen Musikers ein viel zu frühes
Ende. In seiner nur sieben Jahre währenden Karriere hatte Brown sich in die
Oberliga moderner Jazztrompeter gespielt, wo er neben Dizzy Gillespie, Miles Davis
und Fats Navarro rangierte. Seine Platten mit Art Blakey oder Max Roach zählen zu
den stilbildenden Aufnahmen des frühen Hard Bop. Kaum ein Trompeter nach ihm
konnte sich seinem überragenden Einfluss entziehen.

Zur Erinnerung an Brown komponierte Tenorsaxofonist Benny Golson 1957 eine der
schönsten Balladen des modernen Jazz: „I Remember Clifford“. Dieser Titel stand
Pate für das Projekt „We Remember Clifford“ zu Browns 50. Todestag. Das
Programm des All-Star-Sextetts, dem nicht ohne Grund zwei Top-Trompeter
angehören, besteht aus Neuarrangements von Kompositionen Browns (z.B. „Joy
Spring“, „Daahoud“) und anderen Stücken aus dessen Repertoire. Und, nicht zu
vergessen: einer aktualisierten Version von Golsons musikalischem Nachruf, „I
Remember Clifford“.

Für die Besetzung des „We Remember Clifford“-Sextetts hat Golson sich unter der
Crème de la crème des Modern Jazz umgesehen und eine Band aus namhaften
Bandleadern zusammengestellt. Er selbst, ein herausragender Tenorist, ist auch
Komponist zahlreicher Jazzklassiker. Die Liste der Jazzgrößen, mit denen er und
seine jetzigen Partner in der Vergangenheit spielten, ergibt ein lückenloses „Who‟s
Who“ der jüngeren Jazzgeschichte. Unter den Arbeitgebern der hier versammelten
All-Stars waren Art Blakey, Miles Davis, Herbie Hancock und Milt Jackson – um nur
die allerberühmtesten zu nennen.




                                        - 13 -
Nicolas Simion „Transsylvanien Grooves“ (A/D)
Nicolas Simion (Saxofon), Nobert Scholly (Gitarre), Martin Gjakonovski (Bass),
Alan Jones (Drums)


Freitag, 22.9.2006
Bühne 2
19.00 – 20.00 Uhr und 20.45 – 21.45 Uhr


Nicolas Simion wurde 1959 in Dumbravita, einem kleinen Dorf in den Karpaten
Siebenbürgens, geboren. Sehr früh schon zeigte sich sein Talent. In Kronstadt
(Brasov) besuchte er das Musikgymnasium und absolvierte anschließend ein
klassisches Studium an der Musikakademie in Bukarest.
Nach und nach entwickelte er eine Liebe zur improvisierten Musik und gründete in
den frühen 80er Jahren seine erste Band Opus 4 mit dem Pianisten Mircea Tiberian
und dem Saxophonisten Dan Mandrila, die schnell zur erfolgreichsten Jazzformation
des Landes aufstieg. Nach zahlreichen Auftritten im Land und Einladungen auf
Jazzfestivals in Ost-Berlin und Warschau entschloss er sich 1989 zur Emigration in
den Westen.

In Wien traf er auf heimische und internationale Grössen und hatte erstmals
Gelegenheit, mit ihnen gemeinsam zu spielen. Darunter Art Farmer, Leo Wright, Idris
Muhammad, Jim Pepper, Harry Sokal, Christian Muthspiel u.v.a. Mit letzterem nahm
er seine erste Platte im Westen auf.

Die erste CD unter eigenem Namen erschien 1992 unter dem Titel "Black Sea".
Seither liess er regelmäßig mit interessanten Veröffentlichungen aufhorchen. Mit
dabei waren u. a. großteils amerikanische Musiker, wie Graham Haynes, Lonnie
Plaxico, Ed Schuller, Peter Perfido und der Pianist Mal Waldron.
Letzterer ersetzte in seinem Quartett den leider viel zu früh verstorbenen
Saxophonisten Jim Pepper mit dem jungen Nicolas Simion. Seither verbindet die
beiden eine überaus interessante musikalische Zusammenarbeit, die 1998 in der
Duo-CD "The Big Rochade" und zahlreichen Auftritten gipfelte. Mal Waldron schätzt
an Nicolas Simion vor allem seine Flexibilität und Einfühlsamkeit und seinen
ethnischen Background. Ein weiterer wichtiger Wegbegleiter war der polnische
Trompeter Tomasz Stanko, mit dem er einige hochinteressante Aufnahmen
einspielte.
Der berühmte amerikanische Third stream-Komponist Gunther Schuller war von
Nicolas Simions Musik derart angetan, dass er unter seinem label GM Recordings
ein Aufnahme Simions auf dem amerikanischen Markt veröffentlichte und ihn als
Solisten für sein Projekt "The Music of Jim Pepper" auserwählte.

Aber auch als Komponist zeitgenössischer Musik machte Nicolas Simion von sich
reden. Für ein Auftragswerk des österreichischen Kulturministeriums wurde er 1995
mit dem Körnerpreis ausgezeichnet. Daneben entstanden Auftragswerke für
Bläserensembles, Streich- und Saxophonorchester. 1998 entstanden die "Canzonieri
Sacrale", mit Motiven aus sakralen Gesängen aus aller Welt für grosses Orchester
und Jazzcombo, die in der Ruprechtskirche, der ältesten Kirche Wiens, uraufgeführt
wurden und zwei Jahre später in einer völlig überarbeiteten und erweiterten Version

                                       - 14 -
vom Österreichischen Rundfunk live im ORF Radiokulturhaus präsentiert wurden. Im
Jahre 2001 erfolgte auch eine vielbejubelte Aufführung in seiner Heimat in Kronstadt
(Brasov).
In den späten 90er Jahren erhielt er immer mehr Engagements in Deutschland, wo er
sich schließlich 1997 niederließ. Dort arbeitete er im Verlauf der weiteren Jahre mit
heimischen Musikern an einem neuen Projekt "Balkan Jazz".

Dieser letzte Streich Nicolas Simions bedeutet eine Besinnung auf die Wurzeln der
Musik seiner Heimat. "Lullabies & Fairytales", so der Name des aktuellen Projekts,
verbindet Motive aus traditionellen Weisen seiner Heimat mit modernen Formen
improvisierter Musik. Mit Mitmusikern aus verschiedenen Ländern und verschiedenen
Traditionen erschafft er einfühlsame Stimmungen gleichsam wie lebhaft-wilde
karpatische Rhythmen.
Im Herbst 2001 brachte das deutsche Label Intuition Music in Zusammenarbeit mit
dem Radiosender Deutsche Welle eine Live-Aufnahme aus dem Kölner Stadtgarten
auf den Markt. Auf der CD Balkan Jazz ist mit dem legendären jugoslawischen
Trompeter Dusko Goykovich ein kongenialer Partner für die Musik des Balkans zu
hören.
Ein weiteres Highlight prägt diese Zeit: die Wiederentdeckung des rumänischen
Ausnahmepianisten Jancy Körössy. Körössy, der in den fünfziger und sechziger
Jahren durch seine besondere Originalität einer der geschätztesten Pianisten
Europas war und 1970 in die USA emigrierte, kehrt nach mehr als dreissig Jahren
zurück, um mit Nicolas Simion ein Comback in seiner Heimat zu feiern. Im Herbst
dieses Jahres unternehmen die beiden eine Tournee, die sie nach Deutschland,
Österreich und Rumänien führt und an der auch der legendäre Saxophonist Lee
Konitz teilhaben wird. Neben Rundfunkmitschnitten sind auch Studioaufnahmen mit
dem impulsiven Yancsi Körössy geplant, dessen "Feuer" nach eigenen Worten
"stärker brennt als je zuvor".
Nicolas Simion ist auf dem besten Wege, sich mit seinem musikalischen Schaffen
einen sicheren Platz in der vordersten Riege europäischer Musiker und Komponisten
zu erarbeiten.


Pressestimmen
Nicolas Simion Quartet "Balkanella", Bunker Ulmenwall, Bielefeld
Dabei ist es mehr der Charakter und die Energie dieser verschiedenen Musikwelten
(rumänische Folklore und Traditionen des modernen Jazz), die sich bei Nicolas
Simion unweigerlich vermischen. ... So vollzieht er bei diesem Konzert im voll
besetzten Bunker Ulmenwall auf seinem Instrument Wendungen, die sich schlagartig
auch in den Gesichtern der Zuhörer widerspiegeln. ... So viele angerührt-staunende
Gesichter hat man beim Bunker-Publikum schon lange nicht mehr gesehen.
Eckhart Schönau, Neue Westfälische, Februar 2001

CD "Nick at Night"
"Nick at Night" belegt, dass Nicolas Simion ohne Zweifel zu den innovativsten
Saxophonstimmen nicht nur des europäischen Raums gehört. Nicolas Simion, Andy
McKee, b, und Billy Kilson, dr, schaffen ein stimmiges Bild dessen, was Simions
Musik ausmacht. Natürlich bezieht Simion wiederum die Wurzeln seines
Heimatlandes Rumänien mit ein, aber den Reiz dieser Musik des Saxophonisten auf
diese Einflüsse zu reduzieren, ist bei weitem zu wenig, wie die Titelnummer, bei der
auch mit intelligenten Overdubs gearbeitet wurde, sehr funkiefied untermauert.

                                        - 15 -
Christian Bakonyi, jazz zeit, Dezember 2000

CD "Art of the Duo: The Big Rochade": Mal Waldron & Nicolas Simion
The pair create a music with a moody intensity that seems focused in away [another
Mal Waldron duo recording of the same period] lacks. Open Windows, composed by
Simion, has a yearning sound that is inviting. Waldron seems more animated with the
young tenor player challenging him. Song for Leo finds the pianist boiling down his
music, an almoste severe mood. Significantly Waldron and Simion collaborate on
some new pieces here that hit the mark, especially the bass clarinet-driven
Dinosaurus' Dispute. Their version of Monk's Dream is a happy one, full of the
rhythmic subtlety of the original.
Steve Vickery, Coda Magazine. The Journal of Jazz and Improvised Music (Canada),
November/Dezember 2000

Nicolas Simion Quartet "Transylvanian Dance", International Jazz Festival Viersen
„Nicolas Simion war nicht nur einer der prägnantesten Saxofonisten des
Kellerprogramms, sondern ist es wohl auch in Europa. Mit seinem Quartett
"Transylvanian Dance" spielte er eine unglaublich vielseitige Musik, die immer von
den Wurzeln seiner Heimat geprägt ist. Trotz Hardbop, Modern- und Free Jazz-
Präsenz war stets Balkan-Flair Teil seiner reichhaltigen Ausdrucksfähigkeit.“
Moritz Grenzebach, Rheinische Post, September 2000

„Vor allem die Gruppen der beiden in Köln lebenden Florian Ross ... und der aus
Rumänien stammende Saxophonist Nicolas Simion mit seinem Quartett
"Transylvanian Dance" waren beide überzeugend. Sie gehören zum Besten, was zur
Zeit in der mitteleuropäischen jüngeren Szene zu hören ist.“
Hans-Jürgen von Osterhausen, Jazz Podium, Dezember 2000




                                        - 16 -
UN TANGO MÁS (D)
Sónnica Yepes – Gesang, Antje Vetter - Violine, Claudia Anthes - Piano, Thomas
Hanz – Gitarre, Alex Morsey -Kontrabass, Jörg Siebenhaar - Akkordeon.


Freitag, 22.9.2006
Bühne 2
22.30 – 23.30 Uhr und 0.00 – 01.00 Uhr


Wer UN TANGO MÁS live erlebt hat, den wird diese irisierende Mischung aus Tango
Nuevo, Jazz und klassischen Elementen nicht mehr loslassen.
 
 Sechs Musiker mit
ausgeprägtem Hang zu Improvisation und Experiment verströmen gleichermaßen
Melancholie und unbändige Lebensfreude, begleiten ihr Publikum auf einem Trip
vom Salon des Grand Hotels in die nächste Absteige und zurück.
 
 Tango klingt hier
so raffiniert und „schmutzig“ wie 1890 in Buenos Aires, jedoch bereichert um
musikalische Dimensionen, die die Widersprüche des heutigen Alltags spiegeln. UN
TANGO MÁS zeigt nichts weniger als die Geschichte und Zukunft des
Tango.
 
 Zum Programm des sechsköpfigen Ensembles gehören Klassiker des
argentinischen Tangos von Carlos Gardel in zeitgemäßen Arrangements, Original-
Kompositionen von Astor Piazzolla und zahlreiche Eigenkompositionen.
Damit schreibt UN TANGO MÁS die Geschichte des Tangos fort in unsere
Zeit.
 
 Neue Kompositionen wie Antje Vetters „Gran Ciudad“, “El Tiempo Vuela“ und
„El Fin Del Verano“, Sónnica Yepes‟ „Sientes“, Alexander Morseys „French Fries“
und Thomas Hanz‟ „Esperatango“ vermischen Tango mit Elementen aus so
unterschiedlichen Stilen wie modernem Valse Musette, brasilianischer und
zeitgenössischer Musik.
 
 Sechs ausdrucksstarke Musiker nutzen ihre Virtuosität,
um einen besonderen Gruppenklang zu schaffen. Dadurch, dass das Bandoneon
durch ein Akkordeon, und die E-Gitarre durch eine Konzertgitarre ersetzt wird,
entsteht eine ganz eigene Klangfarbe, auf die die warme und wandlungsfähige
Stimme von Sónnica Yepes zusätzliche Glanzlichter setzt.
 



Sónnica Yepes • Gesang, Komposition


 Studium Jazz-Gesangs an der Folkwang Hochschule inEssen. 
 Sängerin beim
JJazz-Orchester NRW inden Jahren 2000 bis 2002. 
 Konzerte in Deutschland,
Griechenland, Frankreich und Weißruss
 -land. Teilnahme an der CD-Aufnahme der
JJO NRW im Jahr 2001. 
 Ensembles: „UN TANGO MÁS" (CD 2001), „La Voce" mit
Ulli 
 Beckerhoff und Hartmut Kracht, Marc Brenken Trio. CD Produktionen,

 Festivalauftritte und internationale Konzertreisen. Gesangsrolle im 
 Theaterstück
„Que felices son los perros en la playa" von Monica 
 Cano in Madrid im Mai 2005.

Antje Vetter • Geige, Komposition


 Rhythmik-Studium an der Folkwang Hochschule Essen.
 Jazz-Violin-Studium an
der Hochschule der Künste Arnheim (NL).
 Ensembles: Das letzte Kammerensemble
(CD 1998), DASKwartett
 Mitwirkung an den Theaterproduktionen „Der ungeheure
Raum“
 und „Die Hamletmaschine“(H.Müller) am Prinz Regent Theater 
 Bochum.
1998 Gewinner des 7. deutschen Jazz-Nachwuchs-
 festivals in Leipzig. Diverse

                                         - 17 -
Festivalauftritte und internationale 
 Konzerte. Cd-, Radio- und
Fernsehproduktionen.

Martin Scholz • Klavier, Komposition


 Studium Jazzklavier Folkwang Hochschule Essen, “Diplom-
 Jazzmusiker“ auch
schon vorher solistisch und, was Besetzung 
 und Stilistik angeht, in verschiedensten
Bands und Ensembles 
 (Duo bis Big Band, traditioneller bis progressiver Jazz) im
deutsch-
 sprachigen Raum und angrenzenden Ausland Konzerte. Auf Einladung

 des Goethe-Institut 2001 und 2003 mehrwöchige Südamerika 
 Tourneen.
Ensembles: Roy Herrington Band, Quartett Sonnenschein, 
 Peter Materna Quartett,
Supernova, Palinckx, Das Böse Ding, Know 
 what I mean? Neben Klavier z.T.
ausschließlich Orgel oder Synthesizer, 
 gelegentlich auch Trompete.

Thomas Hanz • Gitarre, Komposition


 Studium an der Folkwang Hochschule Essen und an der 
 MHS Hannover.
Konzertexamen an der Musikhochschule Köln 
 bei Prof. Roberto Aussel,
Internationale Meisterkurse u.a. bei 
 Julian Braem. Ensembles: „Hierba Buena“,
„Duo Vivo“ mit 
 Querflöte, „Die drei Kommisare“ (Literatur und Musik),

 Soloprogramme, Begründer von „UN TANGO MÁS“. Festivalauftritte, internationale
Konzertreisen. 
 CD-, Radio- und Fernsehproduktionen.
 Seit 1998 künstlerischer
Leiter des „Gitarrenfestivals Ruhr“.

Jörg Siebenhaar • Akkordeon, Komposition


 Jazzpiano-Studium an der Folkwang Hochschule Essen.
 Theatermusiker
(Göttingen, Krefeld, Bochum). 
 Zusammenarbeit mit Jürgen von der Lippe, Marla
Glenn, 
 Bobby Hebb. CD- Fernseh, Rundfunk- und Studio-Produk-
 tionen.
Ensembles: Trio Spirituoso, Söhngen-Siebenhaar
 Quartett, Die drei Kommissare
(Literatur und Musik).
 Internationale Konzerte und Festivals.

Alexander Morsey • Kontrabaß, Komposition

mehrere Jugend-jazzt-Gewinne.
 BundesjugendJazzOrchester (BuJazzO), Ltg.
Peter 
 Herbolzheimer. Studium Jazz-Baß an der Folkwang 
 Hochschule Essen bei:
Gunnar Plümer, John Goldsby.
 Ensembles u.a.: Lutz Wichert Trio, Joachim Raffel

 Trio/Sextett, Disguise, Araname, Know What I Mean,
 Jan Klares "JaToZZ",Marc
Brenken/Christian Kappe 
 Quartett, Lautlos, Caligari. Auftritte zusammen mit 
 u.a.:
Herb Geller,Ack van Rooyen,Joe Gallardo, 
 Stefanie Schlesinger,John Marshall,
Wofgang Engstfeld, 
 Silvia Droste, Uli Beckerhoff, Norma Winstone. 
 Internationale
Auftritte & Tourneen u.a. in Mittelamerika / Karibik, Thailand, USA, Polen,

Griechenland…mittlerweile (auch als Tubist) 
 auf über 20 CDs vertreten.




                                         - 18 -
Manfred Leucher − NOMADE (D)

Manfred Leuchter (Akkordeon, Melodica), Christoph Titz (Trompete, Flügelhorn),
Heribert Leuchter (Saxofone), Steffen Thormählen (Drums, Percussion), Antoine
Pütz (Bass, Gembri)


Samstag, 23.9.2006
Bühne 2
19.00 – 20.00 Uhr und 20.45 – 21.45 Uhr


”Ewig jung trotz vieler Falten” - damit sei nicht auf das Äussere des Akkordeon-
Künstlers Manfred Leuchter angespielt, sondern mit diesem Zitat feierte das
Akkordeon, eines der interessantesten Musikinstrumente neuerer Zeit im Jahr 2003
seinen hundertsten Geburtstag. In einer musikgeschichtlich eher kurzen Zeitspanne
ist es herausragenden Spielern gelungen, mit dem Akkordeon erstaunlich viele und
unterschiedliche Stile zu prägen. Musette, kreolische Cajun- und Zydeco-Musik und:
der Tango! − nicht denkbar ohne das dem Akkordeon verwandte Bandoneon. Die
steirische Ziehharmonika prägt − mal mehr, mal weniger kompetent − die
alpenländische Folklore. Eine riesige Bandbreite von Optionen bietet das
”Schifferklavier”, und oft wurde und wird es glänzend genutzt. Aber kann man den
vielfältigen technisch-musikalischen Möglichkeiten des Instrumentes nach hundert
Jahren noch neue Facetten hinzufügen, es noch anders definieren?
Manfred Leuchter gelingt das. Als gefragter Komponist, Arrangeur und Produzent ist
er ein musikalischer Tausendsassa, und zudem einer, der ständig zwischen seinen
”festen” Wohnsitzen im westeuropäischen Aachen und nordafrikanischen
Marrakesch hin und her pendelt. Einer, der dazu noch den Globus bereist und die
unterschiedlichsten Kulturen in sich aufsaugt und verarbeitet, der mit afro-
orientalischen, indischen, europäisch-klassischen und amerikanisch-jazzigen
Einflüssen seine eigene und unverwechselbare Musik kreiert. Dabei strotzt er
geradezu vor künstlerischem Ideenreichtum und kreativem Elan. Und ja, er ist ein
Virtuose auf seinem Instrument.
Seine Musik spiegelt die Impressionen seines Lebens und des unseren, und wenn er
seine Zuhörer zu einer faszinierenden musikalischen Reise in und um die Welt
einlädt, bekommt der Begriff ”Global Player” plötzlich eine positive, eine verbindende
Bedeutung. Begleitet wird er auf Reisen und im Studio seit Jahren von seinen
”fantastischen Vier” Weggefährten: Namenskollege Heribert Leuchter (nicht verwandt
oder verschwägert) an den Saxophonen und Trompeter Christoph Titz bilden den
Bläsersatz und garantieren in ihren solistischen Improvisationen eine hohe Intensität.
Antoine Pütz an der seltenen akustischen Bassgitarre und Youngster (besser Young-
Star) Steffen Thormählen bilden den raffinierten rhythmischen und harmonischen
Grundstock. Noch reizvoller klingt dieses unglaublich homogen musizierende
Quintett, wenn teils exotische Instrumente, wie Darbouka, Qarakeb, Gembri oder
auch die Melodica für zusätzlich spannende klangliche Momente sorgen.
Die Band brilliert in jeder Sekunde, und in den Kompositionen des Bandleaders
werden exotische Klangteppiche gewoben, die schillernd vom ”Regen in
Marrakesch”, dem ”Orient Xpress” oder dem Kamelführer ”Charmeur de Chameaux”
erzählen. Berührend und voller Intesität lebt die Musik auf, bewirkt ein kurzes
”Lächeln des Clowns”, um gleich wieder sinnlich vom ”Kleinen Schmerz am Rande”

                                        - 19 -
zu träumen. Flinke Melodielinien flitzen technisch brillant vorüber, während sie
augenzwinkernd von der ”Lust der Zwerge” künden, der Vorhang der Kino-Leinwand
öffnet sich für den ”M„Hamid Sunrise”, bevor mit dem ostafrikanisch inspirierten
”Jambo” wieder die Post abgeht. Und hätten die Beatles ”And I love her” in der sich
vor ihnen verbeugenden Version von Manfred Leuchter gehört, wer weiss, ob sie„s
nicht doch noch anders veröffentlicht hätten... (gkp-promotions)



Pressestimmen

”Leuchter ist ein Märchenerzähler. Empfindsam wie Sheherazade, furchterregend
wie Cicero, ein Virtuose, der dem Akkordeon den Status einer Stradivari
gibt.”
 (Limburgs Dagblad)

”Leuchter spielt er, wie er denkt: Freiheitlich und doch einer konsequenten Disziplin
unterworfen, amüsiert und gleichzeitig mit sehr viel Ernst.” (AZ)

”Mit virtuosen Ton-Kaskaden, filigran gewobene Klangteppichen und raffiniert
gesetzten Arrangements wagt Leuchter abenteuerliche Collagen und baut
grenzenlose Klänge mit weiten Spannungsbögen auf.”
 (Schwäbische Zeitung)

Diskographie
Sparito (Quintett 2000)
 Arabesque (Quintett 2001)
 Nomade (Quintett 2003)
 Pas
de Trois (Trio 2004)
 Space (Quintett Live 2004)




                                         - 20 -
LÜHNING (D)
Inga Lühning (Gesang), Mario Mammone (Gitarre), Helmuth Fass (Bass), Christian
Thomé (Drums)


Samstag, 23.9.2006
Bühne 2
22.30 – 23.30 Uhr und 0.00 – 01.00 Uhr


Lühning, das Debüt einer außergewöhnlichen Band. Geprägt von zeitgenössischer
Popmusik und geschult am Instrument durch die Auseinandersetzung mit Jazz und
verwandten Traditionen, bereitet es der Band kein Kopfzerbrechen, ganz
selbstverständlich und äußerst gewandt im Musikarchiv des 20. Jahrhunderts zu
stöbern. Was heraus kommt, sind wundersame Mischungen, aus denen man deutlich
Einflüsse der heutigen elektronischen Musik heraushört, allerdings zurück
transformiert auf live gespielte Instrumente und ganz bewusst dem Spannungsfeld
von Improvisation und Klangfarbenvielfalt überlassen.
Den entscheidenden Schritt in eine neue Richtung macht diese klassische
Jazzbesetzung (Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug) mit ihren besonderen
Mischungen aus drum´n´bass, House, Worldmusic und Mainstream.


Pressestimmen

- „Ohne Sängerinnen wie Lisa Bassenge, Inga Lühning, Linda Carriere oder Joy
Denalane, wäre alles nichts!“ (Focus 12/03)

- „Das Erstaunliche ist bei aller Komplexität der Soundschichten, wie geschlossen die
Band auf der Bühne wirkt, wie die vier Solisten, alle mit beachtlicher musikalischer
Vergangenheit, eine Einheit bilden.“ (SZ 11/02)

- „Mit den eigenen Titeln..., kann man ihr in eine aufregende Zukunft folgen.“
(Jazzpodium 11/01)

Nach der Präsentation ihrer Debüt – CD „Lühning“ (JazzHausMusik JHM 111) und
darauf folgenden Tourneen haben die vier Musiker Inga Lühning, Christian Thomé,
Mario Mammone und Helmuth Fass eine kreative Pause eingelegt, in der sie an
anderen Projekten arbeiteten:
Inga Lühning war mit der „Christoph Eidens Band“ auf China Tournee und mit dem
Kölner Saxofonisten Felix Petry mehrere Male in Äthiopien. Zusammen mit
einheimischen Musikern erarbeiteten sie in Addis Abeba ein Programm mit
Einflüssen aus Jazz und äthiopischer Folklore und gaben mit Unterstützung des
Goethe-Instituts mehrere Konzerte.
Für Furore sogar bis in die Mainstreampresse sorgte 2002 die CD „Rejazz“ welche
zum 10-jährigen Bestehen des Frankfurter Labels Infracom aufgenommen wurde.
Aus dem Katalog des Elektrolabels wurden 13 Songs ausgewählt und von
herausragenden Jazzmusikern interpretiert, u.a. sind Erik Truffaz und Till Brönner zu
hören, neben Inga Lühning singen Lisa Bassenge und Joy Denalane. Eine
Fortsetzung ist in Planung.

                                         - 21 -
Ebenfalls auf Infracom veröffentlicht ist das bekannteste deutsche drum´n´bass
Projekt „Megashira“, bei dem Helmuth Fass als Bassist mitwirkt. Zusammen mit dem
neuseeländischen Pianisten und Produzenten Mark de Clive-Lowe als Co-writer (Phil
Asher; Modaji) wurde in London die CD „at last“ aufgenommen und auf mehreren
Tourneen live präsentiert.
Elektronische Apparaturen (loop-sampler) sind wichtiger Bestandteil des Duos
„Rudolph Thomé“ (Celine Rudolph-voc & Christian Thomé-dr). Klänge von Stimme
und Schlagzeug werden elektronisch bearbeitet und sind Basis von Komposition und
Improvisation. Darüber hinaus wirkte er bei der CD-Produktion „Favourites“ (SPV)
von Katja Riemann mit und tourt mit ihrem aktuellen Oktett.
Mario Mammone (gtr) war mit der Einspielung der 4. CD des akustischen Trios „lirico“
beschäftigt. Kontinuierlich entwickeln sie ihre Musik aus lyrischer Improvisation und
imaginärer Folklore.
Das Ende der kreativen Pause wurde mit dem Auftritt beim jazzcologne festival
eingeläutet, wo „Lühning“ zusammen mit der norwegischen band „Jagga Jazzist“
(Ninja Tune) auftraten. Der live-Mitschnitt wurde vom WDR als Hörfunk-
aufzeichnung gesendet. Seitdem wird an weiteren neuen Songs gearbeitet und ab
Frühjahr 2005 wird „Lühning“ wieder live zu hören sein!


Inga Lühning (voc) lebte und studierte in den Niederlanden und den USA und kam
1998 nach Köln; hier wurde sie festes Mitglied der Gruppe "Vocaleros”, mit der sie
regelmäßig tourt und auf Festivals wie den Leverkusener Jazztagen und den Aalener
Jazztagen etc. gastierte; darüber hinaus sammelte sie Erfahrungen als
Backgroundsängerin (John Lord) und als Sängerin in TV-Shows und Galabands; zur
Zeit arbeitet sie viel mit den Kölner Sängern und Textern Serge Maillard und Stephan
Scheuss (Purple Schulz) zusammen.

Christian Thomé (dr) lebt in Köln; er spielte mit Michael Moore, Peter Kowald,
Georg Ruby, Thomas Heberer, John Goldsby, Dieter Manderscheid, Achim
Kaufmann, Céline Rudolph, Michiel Braam u. a.; mit seinen Bands "tomatic 7”,
"thomé to-do” und "ditties + to-do” war er Preisträger/Finalist bei internationalen
Wettbewerben: 1996/97 in Leipzig, Breda (NL) und beim Nederlands Jazz Concours
in Leeuwaarden (NL) und 1999 in Getxo (Spanien) und beim Europ` Jazz Contest in
Hooeilaart (Belgien); mit "tomatic 7” hat er im Oktober ´99 die CD "hauptstrom”
veröffentlicht (JHM CD 101); derzeit arbeitet er an einem Duo mit dem Namen
"Rudolph Thomé” mit der Sängerin Céline Rudolph; Mitarbeit in verschiedenen
Projekten, u. a. Hans Lüdemann "Rism 3" mit Hartmut Kracht; Achim Kaufmann
"Double Exposure" mit Michael Moore und Henning Sieverts; Georg Ruby "Village
Zone” mit Dieter Manderscheid; "Joachim Schönecker 4-tett” mit John Goldsby und
Paul Heller; Stephan Scheuss "phier” mit Hendrik Soll und Cap.

Mario Mammone (g) ist Italiener und lebt in Siegen. Seit 1985 live unterwegs
vorwiegend mit eigenen Bands wie z.B. dem akustischen Trio "lirico”, seinem Sextett
"jip“ oder dem "Trio Reale”. Er studierte bei Tony Scott, Jasper van´t Hof und Mike
Stern und wirkte mit bei Produktionen und Auftritten u. a. mit Ron Williams, Rob v/d
Broeck und Willie Thomas. Eigene Produktionen u.a.: We Love Jazz ("TrioReale”),
miniature, balli, tre, sussurro ("lirico").

Helmuth Fass (b) ist vor allem im Bereich zeitgenössische, elektronische Popmusik
beschäftigt; er war im Studio tätig für das "Precision”-Kollektiv um den Frankfurter DJ

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Kabuki und auf Tournee als Bassist des "Megashira”-Projekts; sie bildeten den
ersten deutschen Drum´n Bass Live Act, der auch international Beachtung fand, sie
wurden z. B. zum renommierten "Tribal Gathering” Festival nach London eingeladen,
wo sie neben Acts wie Roni Size und Kraftwerk auftraten; gegenwärtig beschäftigt er
sich mit "Deep House”, so ist er für die Label Needs (Remixaufträge für Ian Pooley,
Taxi) und Inner Music als Studiobassist tätig; seit ca. 2 Jahren ist Helmuth Fass
Wahlkölner und macht hier besonders als Bassist des Rocktrios "Drei vom Rhein” mit
Werner Neumann (Git.) und Alex Vesper (Drums) auf sich aufmerksam. Als
Kulturbotschafter des deutschen Goethe-Instituts gaben sie Konzerte in der Türkei,
Indonesien und Kasachstan.




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