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					   Region Hannover                                                                  Hannover, den 02.09.2003
    Der Regionspräsident
           FB 80/Boe


                          Drucksache Nr.                   I B           0425                         /2003


 Beratungsfolge                                                      Beschluss            Abstimmung




                                                                                                      Enthal-
                                                                               abwei-
                                                                    lt. Vor-
                                                                    schlag


                                                                               chend
                                              Sitzung am    TOP




                                                                                               Nein



                                                                                                      tung
                                                                                        Ja
 Ausschuss für Wirtschaft und Beschäftigung   18.09.2003

 Regionsausschuss                             29.09.2003

 Regionsversammlung                           30.09.2003



Betreff:

Gesamtkonzept der regionalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung


Beschlussvorschlag:

Die Regionsversammlung stimmt der vorgelegten Aufgabenkritik der Beteiligungsgesellschaften und den
daraus resultierenden Vorschlägen für ein Konzept der Neuordnung der regionalen Wirtschafts- und Be-
schäftigungsförderung grundsätzlich zu.

Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzung des vorstehend genannten Gesamtkonzepts der regiona-
len Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung vorzubereiten.

a) Die Verwaltung wird beauftragt, Verhandlungen mit der Landeshauptstadt Hannover, der Sparkasse
   Hannover sowie der Technologie-Centrum Hannover GmbH (TCH GmbH) mit dem Ziel der Auflösung
   der Existenzgründungsinitiative Hannover e. V. (E.I.H. e.V.) und Überführung der Tätigkeit in die TCH
   GmbH, aufzunehmen.

b) Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Geschäftsführung der TCH GmbH Vorbereitungen zum Abbau
   des Geschäftsfeldes e-business bzw. zum Verkauf des Tochterunternehmens VisionConnect GmbH
   sowie der Überführung von Hannover Online (HOL) in eine eigenständige Gesellschaft zu treffen.

c) Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Zuwendungsgebern der HRB Hannover Region Ent-
   wicklungs- und Beratungsgesellschaft für Beschäftigung mbH (HRB mbH) in Verhandlungen einzutre-
   ten mit dem Ziel, die Projekte „Netzwerk für Arbeit“, „ELAN“ und „Koordinierungsstelle Frau und Be-
   ruf“ in die Verwaltung zu übertragen bzw. eine geeignete Fortführungslösung, die der Aufgabenkritik
   Rechnung trägt, zu erarbeiten.




Begründung zur Beschlussdrucksache Nr. I B 0425/2003
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1.   Ausgangslage:

     Mit dem Hannover Projekt haben die politischen Gremien der Region und der Landeshauptstadt
     Hannover die Weichen für die Umsetzung eines abgestimmten wirtschaftspolitischen Leitbildes
     für alle Träger der Wirtschaftspolitik im Wirtschaftsraum Hannover gestellt. Das Hannover Projekt
     ist insofern strategiebildend für den Wirtschaftsraum, als hier für einen wesentlichen Bereich der
     Wirtschaftsförderung eine klare Fokussierung auf konkrete Prozesse und Projekte erfolgt, bezo-
     gen auf identifizierte und von der Politik abgestimmte Zielbranchen und Technologiefelder. Die-
     sem Bekenntnis der Politik muss die Ausrichtung der wichtigsten wirtschaftsfördernden Instru-
     mente folgen, soll es nicht zu Sicker- und Reibungsverlusten oder wirtschaftlich unsinnigen Re-
     dundanzen führen. Die gemeinsam zwischen dem potentiellen Zuwendungsgeber Land Nieder-
     sachsen, der Region und der Landeshauptstadt Hannover abgestimmte und vereinbarte Strategie
     ist als Zielvereinbarung für die Zukunftsentwicklung des Wirtschaftsraumes zu verstehen und da-
     her als ein hohes Gut einzuschätzen. Die Umsetzung ist durch die hannoverimpuls GmbH vorge-
     sehen. Die von den politischen Gremien getroffene Entscheidung setzt damit Rahmenbedingun-
     gen für die Aktionsfelder und die Ausrichtung sowie über das Budgetvolumen des Hannover Pro-
     jekts auch für die Intensität der Aufgabenwahrnehmung eines Teils der wirtschaftsfördernden In-
     strumente in der Hand der genannten Beteiligten.

     Mit dem Hannover Projekt wurde die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Han-
     nover im Feld der Wachstums- und Strukturentwicklung maßgeblich verstärkt und ausgebaut.
     Konsequenz ist daher eine Neuausrichtung bestehender Beteiligungsgesellschaften und des
     Fachbereiches Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in der Regionsverwaltung. Vor diesem
     Hintergrund hatte die Verwaltung in Drucksache I B 0619/2002 ein überarbeitetes Gesamtkon-
     zept für die erste Jahreshälfte 2003 zugesagt. Weiterhin wurde in diesem Zusammenhang ein
     Begleitantrag zum Haushalt 2003 gestellt, der die Aufgabenkritik der Beteiligungsgesellschaften
     E.I.H., HRB und TCH einfordert. Ergänzend fließen die Inhalte der Drucksache I M 0193/2003
     „Neuausrichtung Fachbereich 80“ in das hier vorgelegte Gesamtkonzept der regionalen Wirt-
     schafts- und Beschäftigungsförderung ein.

     Im vorliegenden Entwurf geht es vor dem skizzierten Hintergrund um Bestandsaufnahme, Aufga-
     benüberprüfung und –kritik sowie die Ableitung von Neugliederungsvorschlägen. Handlungslei-
     tend für das vorliegende Konzept sind grundsätzlich zwei Kategorien:

     -   Minimierung von Redundanzen, Definition klarer Zuständigkeiten sowie optimierte Prozess-
         abläufe und Abstimmung der Zusammenarbeit unter Nutzung vorhandener Potentiale
     -   Berücksichtigung sogenannter ordnungspolitischer Kriterien als Beurteilungsgrundlage für die
         Bewertung von gegenwärtigen und künftigen Aufgabenfeldern, insbesondere im Bereich
         der Beteiligungsgesellschaften, d.h. Orientierung am öffentlichen Auftrag der regionalen
         Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

     Resultat ist eine klare Profilierung der jeweiligen Einrichtung bzw. ihres Aufgabenfeldes sowie
     eine Verknüpfung aller operativen Einheiten untereinander und im Verhältnis zum Hannover Pro-
     jekt.

     In den folgenden Abschnitten werden die derzeitigen Profile der Beteiligungsgesellschaften be-
     schrieben, anhand der o.g. Kategorien diskutiert und ggf. Handlungsbedarf dargestellt. Im Vor-
     dergrund stehen dabei die E.I.H., die HRB GmbH und die TCH GmbH. Anschließend erfolgt die Be-
     schreibung der Geschäftsfelder, die in Zukunft relevant sein sollen. Abschließend wird die organi-
     satorische Neuordnung aufgezeigt.




                                                                                                   ./…
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2.    Bewertung der Tätigkeit der Beteiligungsgesellschaften E.I.H., HRB, TCH

2.1   E.I.H. – Existenzgründungsinitiative Hannover e.V.

      In der E.I.H. wurden die Gründungsberatungen der öffentlichen Wirtschaftsförderung von Landes-
      hauptstadt und damaligem Kommunalverband Großraum Hannover zur Effektivitätssteigerung
      konzentriert. Durch die Beteiligung der hannoverschen Sparkassen im Bereich Finanzierungsbera-
      tung entstand eine Verstärkung des Know-hows und somit des zentral vorgehaltenen Leistungs-
      angebotes für Gründungsinteressierte. Die E.I.H. hat aus Sicht der Verwaltung die von ihr über-
      nommenen Aufgabenfelder erfolgreich bearbeitet und fortentwickelt. Sie hat Transparenz ge-
      schaffen, dem Gründungsnetzwerk in der Region Hannover ein wahrnehmbares Profil verliehen
      und das Gründungsklima in der Region nachhaltig verbessert. Insgesamt ist die Zusammenfüh-
      rung der Aufgabe allgemeine Gründungsberatung von Landeshauptstadt Hannover und Kommu-
      nalverband Großraum Hannover in der E.I.H. deutlich effektiver zu bewerten, als dies bei Fortfüh-
      rung der ursprünglich getrennten verwaltungsinternen Beratungsstellen der Fall gewesen wäre.

      Der öffentlichen Wirtschaftsförderung kommt im Bereich der Gründungsberatung grundsätzlich
      die Rolle zu

      –   Erstinformation zu geben,
      –   Übersicht herzustellen,
      –   Umsetzungsbegleitung insbesondere im behördlichen Bereich und
      –   Unterstützung bei der Inanspruchnahme öffentlicher Mittel der Gründungsförderung
      –   die zahlreichen Angebote unterschiedlichster Gründungsinstitutionen miteinander zu vernet-
          zen und
      –   den Gründungsinteressierten einen konkreten „Gründungsfahrplan“ auszuarbeiten.

      In der Wahrnehmung dieser Aufgabe hat die E.I.H. erstmals entsprechende Transparenz über die
      Zahl von mehr als 30 Beratungseinrichtungen in der Region Hannover, ihre Beratungs- und Se-
      minarangebote sowie behördliche Ansprechpartner in der gesamten Region erarbeitet. Die E.I.H.
      hat ein Gründungsnetzwerk Region Hannover ins Leben gerufen (Förderverein der E.I.H.), dem
      die große Mehrzahl der Institutionen und Einrichtungen für Gründungsberatung in der Region
      Hannover beigetreten sind. Dauerhafte Zielsetzung ist es, gemeinsam und abgestimmt die Grün-
      dungslandschaft in der Region Hannover fortzuentwickeln und zu einer hohen Qualität und
      Transparenz in diesem Feld beizutragen. So entwickelte und organisiert die E.I.H. beispielsweise
      den „founders dialog“, der eine etablierte Plattform für Gründungsinteressierte, Beratungseinrich-
      tungen und Finanzwirtschaft darstellt. Darüber hinaus ist die E.I.H. ein wesentliches Instrument
      zur Durchführung des regionalen StartUp-Wettbewerbs.

      Als Beratungsstelle für Gründungsinteressierte wird die E.I.H. mit weit über 1000 zu beratenden
      Gründungsinteressierten in den ersten 2 Jahren sehr gut angenommen. Eingangsberatung in der
      Informations- sowie Beratung für öffentliche Finanzierungsmittel in der Gründungsphase stehen
      im Vordergrund. Ergänzend wurden Beratungsangebote für bestimmte benachteiligte Zielgrup-
      pen wie Migranten entwickelt und aufgestellt, die mit fast 750 zu beratenden Gründungsinteres-
      sierten in den ersten rund 2 Jahren ebenfalls stark frequentiert wurden. Aus beiden Beratungs-
      feldern gingen zahlreiche Gründungen hervor, so dass der E.I.H. ein messbarer guter Erfolg an
      der Schaffung neuer Arbeitsplätze attestiert werden kann.

      Im Hinblick auf die eingangs genannten Prüfkriterien ist festzustellen, dass das Profil einer all-
      gemeinen Breiteninformation zur Förderung des Gründungsgeschehens, bezogen vor allem auf
      die Vorbereitungsphase einer Unternehmensgründung, künftig noch klarer positioniert werden
      muss. Mögliche Redundanzen zu weiteren Beratungseinrichtungen – insbesondere der öffentli-
      chen Hand – müssen abgebaut werden.
                                                                                                    ./…
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2.2   TCH – Technologie Centrum Hannover GmbH

      Die TCH GmbH nimmt aufgrund ihrer Positionierung, die erfolgreich in den zurückliegenden Jah-
      ren auf- und ausgebaut worden ist, eine herausragende Stellung im „Instrumentenkasten“ der
      Wirtschaftsförderung der Region Hannover ein. Die Kerngeschäftsfelder „StartUp-Service“, „Cen-
      ter-Management“, „Innovationsförderung“ sowie die Abbildung dieser Geschäftsfelder im IT-
      Bereich durch Camp Media machen deutlich, dass die TCH GmbH über herausragende Kompeten-
      zen verfügt. Die TCH GmbH soll sich mit diesen Kompetenzen in den Strategiezug des Hannover
      Projekts einbinden und unmittelbar als operativer Projektpartner die Umsetzung realisieren.

      Die TCH ist mit zwei Gründerzentren das renommierteste Technologie- und Gründerzentrum Nie-
      dersachsens. Die Schaffung von günstigen Infrastrukturen für bestimmte Zielgruppen ist ein klas-
      sisches, unumstrittenes Feld der öffentlichen Wirtschaftsförderung. Gründungsunternehmen wird
      auf diese Weise in den ersten, kritischen Jahren des Unternehmenszyklus die Möglichkeit gebo-
      ten, Markteintrittsbarrieren abzusenken. Auf diese Weise werden vor allem innovative Unter-
      nehmen mit hochwertschöpfenden und daher zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen
      stabilisiert sowie ein wesentlicher Beitrag zum Strukturwandel und zur Wettbewerbsfähigkeit des
      Wirtschaftsraumes geschaffen. Konkret werden im wesentlichen preisgünstige Flächen angebo-
      ten und gemeinsam nutzbare Büro- sowie kostenintensive technische Infrastrukturen vorgehal-
      ten, die die Fixkostenbelastung der Gründungsunternehmen absenken. Ferner beinhaltet der Be-
      trieb von Gründerzentren die Betreuung der Jungunternehmen in der Anfangsphase des Unter-
      nehmensalltags, Hilfestellungen bei Antragsverfahren sowie die Entwicklung von Kooperationen
      und Informationsaustausch untereinander, die gerade für innovative Branchen besondere Bedeu-
      tung haben.

      Die TCH GmbH hat mit der Büroimmobilie (TCH I) am Standort Vahrenwalder Straße technologie-
      orientierte Dienstleistungsunternehmen fokussiert. Im Jahr 2001 wurde mit Camp Media (TCH II)
      eine weitere Gründerimmobilie für die IT-Branche auf der Expo-Plaza langfristig angemietet. Ziel-
      gruppe sind hier anspruchvolle StartUp-Unternehmen in der Wachstumsphase. Während TCH I mit
      günstigen Mieten seit Jahren stets weitgehend ausgelastet ist und grundsätzlich die Mietkosten
      erwirtschaftet werden können, bestehen in TCH II - Camp Media gegenwärtig noch deutliche
      Leerstände. Dies ist unter anderem auf die zur Zeit ungünstige Entwicklung der Branche
      zurückzuführen, ist aber auch bedingt durch die vergleichsweise hochpreisige Positionierung und
      den gegenwärtig hohen Wettbewerbsdruck am Standort. Das von der früheren Geschäftsführung
      ursprünglich anvisierte Ziel einer schnellen Vollauslastung kann kurzfristig nicht erreicht werden.
      Hieraus resultiert ein erheblicher zusätzlicher Zuschussbedarf für die Leerstandskosten.

      Insgesamt lässt sich festhalten, dass die TCH großes Know-how im Betrieb von Gründungszentren
      aufgebaut hat und dieses auch in die landesweite Zusammenarbeit im Verein der Technologie-
      und Gründerzentren in Niedersachsen (VTN) einbringt und mehrt.

      Wesentlicher Erfolgsfaktor für Gründerzentren sind die weitergehenden branchenspezifischen
      bzw. technologieorientierten Beratungs- und Betreuungsangebote für Gründer, die auch von ex-
      ternen Jungunternehmen in Anspruch genommen werden können. Bei der Unterstützung von
      StartUp-Unternehmen genießt TCH eine ausgezeichnete Reputation. Intensivierte Beratungsan-
      gebote wurden im wesentlichen auf die Zielbranche IT am Standort TCH II - Camp Media konzent-
      riert. Die allgemeinen Gründungsangebote in der Breitenförderung wurden nach Gründung der
      E.I.H. in der TCH zurückgefahren.

      Weitere Kompetenz hat die TCH in der Innovationsfinanzierungsberatung aufgebaut und verfügt
      damit weit über die Grenzen der Region Hannover hinaus über ein Alleinstellungsmerkmal. Sie
                                                                                                     ./…
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      entwickelt, projektiert und betreut aufwändige und komplexe Fördermittelantragsverfahren bei
      unterschiedlichsten Zuwendungsgebern für besonders innovative Projekte (v.a. Kooperationspro-
      jekte von Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen) bis hin zur Nachweisführung. Im Er-
      gebnis leisten diese Projekte nachweislich einen wesentlichen Beitrag zur Standortentwicklung
      und –sicherung sowie zum Strukturwandel im Wirtschaftsraum Hannover. Zielgruppen dieser
      Dienstleistung sind neben jungen technologieorientierten Unternehmen vor allem der technolo-
      gieorientierte Mittelstand bis hin zur forschenden Industrie.

      Seit Mitte der 90er Jahre wurden von TCH ferner Projekte für die Entwicklung der IT-Branche initi-
      iert und durchgeführt, wie u.a. Zukunftsfabrik Kommunikation, 3 D-Economy, b2b-Support-center.
      Die Fortführung dieser "Branchenprojekte" wurde eingestellt, nachdem diese Projekte keine
      nachhaltige Wirkung zur Wirtschaftsentwicklung brachten.

      Als wichtigstes e-business-Branchenprojekt ist Hannover Online (HOL) zu nennen, das zu dem In-
      formationsportal für die Region Hannover ausgebaut wurde. Unter der Adresse "hannover.de"
      werden sowohl das Stadtinformationssystem der Landeshauptsstadt Hannover als auch regionale
      Inhalte vorgehalten. Der Betrieb und die Weiterentwicklung des Systems, an das mit steigenden
      Ansprüchen von Nutzern immer höhere Anforderungen gestellt werden, führt seit Jahren zu ste-
      tig steigenden Kosten für die Region Hannover. Die Stadt Hannover beteiligt sich bislang nicht an
      den Kosten. Das Portal HOL steht inhaltlich in Teilbereichen im Wettbewerb zu einigen anderen
      Informationsanbietern auf dem regionalen Markt, die bis auf die reinen Verwaltungsinformatio-
      nen ähnliche Angebote entwickeln und vorhalten. Bislang mangelte es an einer integrativen
      Strategie auf regionaler Ebene. Gegenwärtig wird seitens der Regionsverwaltung gemeinsam mit
      der Landeshauptstadt Hannover an einer kompletten Neuaufstellung von HOL gearbeitet.

      Im IT-Sektor wurde in der TCH bei der Umsetzung der vorgenannten Branchenprojekte erhebliche
      eigene Kompetenz aufgebaut. Die TCH ist mit ihrer Erfahrung, den Unternehmenskontakten und
      dem entsprechend ausgerichteten Gründerzentrum TCH II - Camp Media - der wichtigste Know-
      how-Träger in der Region Hannover zur Strukturentwicklung im IT-Sektor. Diese Kompetenz muss
      zur Weiterentwicklung der Region – insbesondere auch in Kooperation mit dem Hannover Projekt
      – inhaltlich neu gefüllt und entwickelt werden.

      Die TCH tritt mit ihrem IT-Know-how gegenwärtig als Dienstleister im Wettbewerb am Markt mit
      privaten Anbietern auf. Im Jahr 2000 wurde die Tochtergesellschaft VisionConnect GmbH gegrün-
      det. Die Geschäftsführung räumt ein, dass die prognostizierten Deckungsbeiträge, die aus dem
      sogenannten Geschäftsfeld e-business erwirtschaftet werden sollten, sich nicht in dem ange-
      nommenen Umfang realisiert haben. Eine entsprechende Unterdeckung dieser Bereiche ist vom
      Gesellschafter Region Hannover auszugleichen. Auch unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten
      ist das Engagement der TCH im Wettbewerb als problematisch einzustufen. TCH tritt in der selben
      Branche, in der sie wirtschaftsfördernd tätig ist, gleichzeitig auch als Wettbewerber der StartUp-
      Unternehmen auf.

      Bei Betrachtung unter den vorgenannten Kriterien entsteht Handlungsbedarf für eine klare künf-
      tige Profilierung der TCH GmbH. Die Wahrnehmung der öffentlichen Aufgaben, die wesentliche
      Beiträge zur Standortentwicklung und –sicherung – insbesondere im Bereich der Gründungs- und
      Innovationsförderung – leisten, muss stärker akzentuiert werden.



2.3   HRB – Hannover Region Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft für Beschäftigung mbH

      Die HRB dient grundsätzlich der Zielsetzung der Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen und
      der Bestandssicherung von Unternehmen als öffentliche Aufgabe. Sie verfolgt einen präventiven
                                                                                                    ./…
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Ansatz der Beschäftigungsförderung, was operativ die Qualifizierung von Unternehmen (Beschäf-
tigten und Unternehmern) bedeutet, um diese für aktuelle und künftige Herausforderungen, die
durch den anhaltenden strukturellen und technologischen Wandel aufgeworfen werden, fit zu
machen. Darüber hinaus hat sich die HRB als Anlaufstelle für Krisen- und Sanierungsbetreuung
entwickelt. Zielgruppen sind kleine mittelständische Unternehmen aller Branchen, die keine ei-
gene strategische Personal- und Unternehmensentwicklung vorhalten können.

In den Themenfeldern Qualifizierung und Krisenberatung herrscht eine für die Unternehmen äu-
ßerst heterogene, unübersichtliche Anbieterstruktur mit zum Teil hoher Wettbewerbsintensität
und daraus folgend auch Qualitätsunterschieden vor. Daher sind ähnlich der E.I.H. in diesem Zu-
sammenhang als öffentliche Aufgaben konkret zu definieren

-    Übersicht geben und Transparenz schaffen,
-    Qualifizierungsbedarfe feststellen und passgenau Qualifizierungsangebote vermitteln,
-    Moderation,
-    Wege zu öffentlicher Förderung aufzeigen und
-    neue Modelle und Wege zur Qualifizierung testen.

Die HRB hat in der Wahrnehmung der Aufgabenstellung Qualifizierung zudem Kompetenzen bei
der Konzeptionierung, Antragstellung, Koordination und Durchleitung von drittmittelgeförderten
Projekten ( "Netzwerk für Arbeit" und "ELAN") aufgebaut. Bei beiden Projekten steht die Qualifi-
zierung von Unternehmen und ihren Mitarbeitern auf aktuelle und zukünftige Anforderungen im
Vordergrund. Aus dieser Tätigkeit heraus hat sich eine enge Zusammenarbeit zu einer großen
Zahl in der Region ansässigen Unternehmen entwickelt. Dies hat zu wertvollen Kooperations-
strukturen und Hinzuziehung der HRB bei grundlegenden unternehmerischen Frage- und Prob-
lemstellungen geführt.

Das Geschäftsfeld "Koordinierungsstelle Frau und Beruf" mit dem Schwerpunkt "Qualifizierung
von Berufsrückkehrerinnen" liegt vor allem im Feld "Beschäftigungsfähigkeit sichern". Es ist ein
Zielgruppenprojekt zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen. Der prä-
ventive Aspekt liegt hier in der Arbeit des überbetrieblichen Verbundes, dessen Fokus die Perso-
nalvermittlung von Vertretungen für Mitarbeiterinnen in der Erziehungsphase ist.

Ein weiteres Geschäftsfeld der HRB ist die sogenannte „Krisen- und Outplacementberatung“ für
kleine mittelständische Unternehmen. Grundsätzlich vermittelt die HRB hier – auch unter Inan-
spruchnahme der Beratungsförderungs-Richtlinie der Region Hannover – Unternehmensberater,
die sich auf das Segment der kleinen und Kleinstunternehmen konzentrieren. Die Zielgruppe die-
ser Unternehmen ist im Krisenfall vielfach ohne öffentliche Finanzierungshilfen nicht zu stabilisie-
ren. Die Kontakte mit dem Runden Tisch der Dt. Ausgleichsbank und die Zusammenarbeit mit et-
lichen Beratungsunternehmen sind aufgebaut. Im Zentrum der HRB-Kompetenz stehen die Erst-
beratung mit einer Analyse des Handlungsbedarfs und seiner Finanzierung sowie die Moderation
der Umsetzung.

Zur Umsetzung von Beratungs- und Qualifizierungsaufgaben bedient sich die HRB im Regelfall
zahlreicher externer Dienstleister, freier Berater und Weiterbildungseinrichtungen. Die HRB ver-
mittelt somit geeignete Dienstleister für die spezifische Aufgabenstellung seitens eines Unter-
nehmens.

Fallweise tritt die HRB jedoch am Markt als Wettbewerber auf, sowohl im Beratungsgeschäft als
auch im Bereich der Qualifizierung. Grundsätzlich ließen sich dadurch zusätzliche Deckungsbeiträ-
ge für die Finanzierung der Gesellschaft und insbesondere ihrer Gemeinkosten erwirtschaften,
die so den Zuschussbedarf durch den öffentlichen Gesellschafter minimieren bzw. auf einem be-
grenzten Niveau halten könnten. Unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten und dem Gebot ei-
                                                                                               ./…
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      nes klaren Profils ist dies jedoch mit dem öffentlichen Auftrag nicht in unmittelbaren Einklang zu
      bringen.

      Grundsätzlich stellt sich daher unter Beachtung der aufgestellten Kategorien die Notwendigkeit,
      die Aufgabenwahrnehmung auf den öffentlichen Auftrag zu begrenzen und die ordnungspolitisch
      problematischen Tätigkeiten am Markt aufzugeben. In jedem Fall sollen die Drittmittelgeförder-
      ten Projekte fortgeführt werden, die eine hohe Reputation haben und mehrere Millionen € an
      EU-Fördermitteln für wirtschaftsfördernde und beschäftigungssichernde Qualifizierungsmaßnah-
      men in die Region Hannover ziehen.


3.    Zukünftige Ausrichtung der Geschäftsfelder von Beteiligungsgesellschaften und des
      Fachbereichs 80 im Rahmen der regionalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

      Aus der Diskussion der gegenwärtigen Profile anhand der gewählten Kategorien (Überschnei-
      dungsfreiheit, öffentlicher Auftrag und ordnungspolitische Gesichtspunkte) folgten erste Einschät-
      zungen für Handlungsbedarfe und die künftige Profilierung der Gesellschaften. Im folgenden
      werden aus Sicht der Verwaltung die künftigen Kerngeschäftsfelder (Aufgaben) der behandelten
      Institutionen benannt sowie etwaige Verknüpfungen zu den Aufgaben des Hannover Projekts
      hergestellt. Im Verhältnis von Hannover Projekt zum Fachbereich Wirtschafts- und Beschäfti-
      gungsförderung ist grundsätzlich von der Prämisse auszugehen, vordringlich Redundanzen zu
      vermeiden.


3.1   Bündelung der regionalen Gründungsförderung – Integration E.I.H. in TCH

      Zur Bündelung im Bereich der Gründungsförderung erscheint die Auflösung der E.I.H., konkret des
      Kernvereins, und die Überführung der dort fortzuführenden und weiter zu entwickelnden Aufga-
      ben in die TCH GmbH als ein Geschäftsfeld "allgemeine Gründungsförderung" sinnvoll. Hierdurch
      lassen sich Redundanzen im operativen Bereich und vor allem Schnittstellen bestmöglich elimi-
      nieren und die bereits angesprochene Vereinheitlichung der Gründungsprozesse in der Region
      Hannover vorantreiben.

      Die Übertragung der Aufgaben und der Kapazitäten der E.I.H. auf die TCH GmbH entspräche aus
      Sicht der Verwaltung der konsequenten Fortführung des mit der Gründung der E.I.H. bereits ein-
      geschlagenen, erfolgreichen Wegs der Zusammenführung von Aufgaben und Institutionen.
      Gleichzeitig würde das Gründungsprofil der TCH GmbH im Sinne ihrer künftigen Ausrichtung deut-
      lich geschärft. Dies wäre der Ausgangspunkt, die TCH zu der Institution in der Region Hannover zu
      entwickeln, die das Feld der Existenzgründungen auch als Dienstleister für das Hannover Projekt
      umfassend bearbeitet, von Eingangs- und Standardberatungen, Beratungen für spezielle Ziel-
      gruppen wie z.B. Migranten bis zu Fachberatungen, ausgerichtet auf bestimmte Technologiefel-
      der bzw. Branchen, wie dies heute schon für die IT-Branche durchgeführt wird. TCH soll sich da-
      bei flexibel an Anforderungen zur Entwicklung des Gründergeschehens anpassen.




      Kernaufgabenfelder der Gründungsförderung sollten aus Sicht der Verwaltung künftig sein:

      - Gründungsnetzwerk in der Region Hannover (Fortführung und Weiterentwicklung, inkl. des Er-
        haltes und weiteren Ausbaus des Fördervereines der Existenzgründungsinitiative Hannover
        e.V.)
                                                                                                    ./…
                                          -8-

- Netzknotenfunktion (Überblick über das Gründungsgeschehen und die Unterstützungsmög-
  lichkeiten durch verschiedene Anbieter),
- Veranstaltungen, die das Gründungsgeschehen stimulieren (z.B. founders dialog und StartUp-
  Regionalwettbewerb),
- allgemeine Gründungsberatung (Grundberatung für höhere Qualität von Gründungsvorhaben
  für die weitere Beratung bei spezifischen Fachberatungsstellen, Gründungsfahrplan)
- Gründungsfinanzierungsberatung
- Gründerzentren, das Vorhalten von subventionierten und speziellen Raumangeboten für junge
  Technologieunternehmen, speziell für StartUp-Unternehmen im IT-Bereich,
- spezialisierte Beratung und Betreuung für technologieorientierte Gründungen sowie
  Seminarangebote für diese Branchenzielgruppen
- Innovationsfinanzierungsberatung für Gründungen (F&E-Projekte, innovative Unternehmensfi-
  nanzierung einschließlich inkl. Venture Capital
- Zielgruppenunterstützung (z.B. für MigrantInnen und ggf. andere Zielgruppen mit spezifischem
  Beratungsbedarf)

Bezogen auf die Anforderungen durch das Hannover Projekt wird derzeit als zusätzliches Aufga-
benfeld der Gründungsförderung eine zentrale Organisationseinheit für Gründungswettbewerbe
benötigt. Entsprechendes Know-how wurde grundsätzlich bei E.I.H. und TCH bereits im Rahmen
des regionalen StartUp-Wettbewerbs etabliert. Dieser zusätzliche Bedarf entsteht, da im Bereich
der Prozessprojekte des Hannover Projekts den spezifischen Gründungsaktivitäten in den einzel-
nen Fokusbranchen höchste Bedeutung beigemessen wird. Das Branchenspektrum des Hannover
Projekts umfasst neben der Basisindustrie Automotive die Bereiche Produktionstechnik, Laser-
technik, das Segment IT sowie die Medizin- und Biotechnologie. In diesen Bereichen und bran-
chenunabhängig werden künftig professionelle Gründungs- und Wachstumsprozesse aufgesetzt,
die die vorhandenen bzw. entstehenden Gründungsinfrastrukturen (EGZ, Medical Park, PZH, La-
serfabrik, Laserakademie...) aktiv abstützen, fort entwickeln und ausreifen sollen.

Die TCH GmbH kann und sollte hier eine führende Rolle einnehmen und die bereits etablierten
eigenen Strukturen auch auf andere Institutionen übertragen. So kann Know-how der TCH z.B.
von PZH oder Medical Park (u. a. langjähriger Erfahrungsvorsprung, Netzwerkeinbindung und Füh-
lungsvorteile gegenüber zuwendungsgebenden Stellen) bzw. beim Aufbau neuer Gründungsinf-
rastrukturen für deren Erfolg nutzbar gemacht werden.

Zusätzliche Anforderungen können auch in der spezifischen Förderung bestimmter Zielgruppen
liegen, deren Potential zu einer Belebung des Gründungsgeschehens führt. Wenn diese außer-
halb der Fokusbranchen des TCH/Hannover Projekts liegen, sollten sie an die allgemeine Grün-
dungsberatung der E.I.H. angebunden und möglichst eng mit den vorhandenen Strukturen ver-
netzt werden. Auftraggeber für Zielgruppenprojekte und etwaige weitere Aufgaben kann der
Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung sein.

Die vorgeschlagene Lösung ist hinsichtlich der Auflösung der E.I.H. e.V. noch mit den beteiligten
Partnern (Landeshauptstadt Hannover, Sparkasse Hannover) im Detail abzustimmen. Ziel muss es
sein, die Integration unter Beibehaltung der gegenwärtigen Finanzierungsstruktur zu realisieren.

Bei der TCH GmbH muss die Zukunft bestehender Geschäftsfelder und deren Marktauftritt unter
Berücksichtigung ordnungspolitischer Kriterien zur Disposition gestellt werden:
- TCH sollte nicht mehr als Consulting- und Softwareentwicklungsunternehmen im e-business-
   Bereich, als „VisionConnect GmbH“, tätig sein. Für VisionConnect ist ein Management-buy-out
   vorzubereiten, um das entwickelte technologische und personelle Know-how in der Region
   und für die Mitarbeiter die Beschäftigung zu sichern.
- TCH soll „Hannover Online“ künftig nicht mehr als Geschäftsfeld betreiben. Für Hannover Onli-
   ne ist die Überführung in eine eigenständige Organisationsform geplant, um die erforderliche
                                                                                             ./…
                                                -9-

         integrative Strategie gemeinsam mit der LHH zu entwickeln und mit weiteren Partnern umzu-
         setzen und die entstehenden Finanzierungskosten zu teilen.


3.2   Bündelung der Beratungsangebote - Integration der HRB in der Verwaltung

      Im Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung stellen die Beratungsangebote zur Be-
      standsentwicklung ein zentrales Aufgabengebiet dar. Hier sollen die Geschäftsfelder der HRB, die
      im Kern ebenfalls Beratungsangebote für die ansässige Wirtschaft darstellen, in geeigneter Weise
      integriert werden. Insgesamt wird sich die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in der Ver-
      waltung künftig auf vier Aufgabenbereiche - Standortberatung, Beschäftigungsförderung, Stand-
      ortentwicklung und Standortmarketing - konzentrieren.

      Unter Standortberatung sind die Aufgabenfelder der Fördermittelberatung, Gewerbeflächenbera-
      tung für Erweiterung und Umsiedlung, Ansiedlungsbetreuung von A-Z sowie der allgemeinen In-
      formationsvermittlung zu Standort, Unternehmen oder Partnern zu verstehen. Hinzu kommt die
      Lotsen- und Moderationsfunktion für Unternehmerbelange in der gesamten Regionsverwaltung.
      Dabei ist die Wirtschaftsförderung der zentrale Ansprechpartner für die Unternehmen und die
      Wirtschaftsförderung der Kommunen in der Region Hannover bei Fragen und Problemstellungen
      im Zusammenhang mit der Regionsverwaltung. Insgesamt muss dieser serviceorientierte Aufga-
      benbereich deutlich intensiviert werden. In die Standortberatung soll ggf. auch die Anlaufstelle
      für kleine und mittelständische Unternehmen in der Krise integriert werden.

      Von den gegenwärtig von der HRB wahrgenommenen Aufgaben soll eine Konzentration auf die
      Kerngeschäftsfelder erfolgen:

      - Qualifizierungsberatung und –organisation, einschließlich der Vermittlung geeigneter
        Dienstleister im Rahmen der Projekte „Netzwerk für Arbeit“ und „ELAN“
      - Koordinierungsstelle Frau & Beruf mit ihren Qualifizierungs- und Organisationsaspekten (Über-
        betrieblicher Verbund) für Berufsrückkehrerinnen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
      - Anlaufstelle für kleine und mittelständische Unternehmen in der Krisensituation.

      In der Beschäftigungsförderung sind wesentliche Aufgabenfelder Projekte zur Beschäftigungs-
      und Bestandssicherung in Unternehmen, die Verbindung zu den übrigen Fachbereichen der Regi-
      onsverwaltung im Gesamtkonzept Beschäftigungsförderung der Region Hannover und die Bera-
      tung der Kommunen in der Region Hannover in der Projektgestaltung und -umsetzung. In diesen
      Rahmen sind möglichst die Qualifizierungsprojekte „Netzwerk für Arbeit“ und „ELAN“ zu integrie-
      ren. Weiterhin sollte hier auch die „Koordinierungsstelle Frau & Beruf“ fortgeführt werden.

      Oberste Prämisse der organisatorischen Umstrukturierung der Geschäftsfelder der HRB ist jedoch
      die Fortführung der EU-geförderten Projekte „Netzwerk für Arbeit“, „ELAN“ und „Koordinierungs-
      stelle Frau und Beruf“. Die konkrete Lösung ist mit den Zuwendungsgebern, dem Niedersächsi-
      schen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Bezirksregierung Hannover und dem
      Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit abschließend zu klären.

      Alternativ ist die Übertragung der genannten Projekte auf andere überbetriebliche Qualifizie-
      rungsinstitutionen zu prüfen. Grundsätzlich muss diese Veränderung mit dem Rückzug der öffent-
      lichen Hand aus marktbezogenen Beratungsdienstleistungen, der Konzentration auf die Funktio-
      nen der Konzeptentwicklung und der Vermittlung von Dienstleistungen Dritter verbunden sein.
      Bei einer klaren Konzentration auf die öffentlichen Kernaufgaben ist davon auszugehen, dass es
      zu deutlichen Einsparungen gegenüber der bisherigen HRB-Lösung kommen wird.


                                                                                                  ./…
                                                  -10-

        Im Bereich der Beratungsangebote müssen künftig die Elemente der fallspezifischen Konzept-
        entwicklung, der Schaffung von Markt- und Institutionentransparenz sowie die Vermittlung der
        Leistungen dritter Anbieter und gegebenenfalls deren finanzielle Förderung in den Vordergrund
        treten. Damit stehen die so zu profilierenden Beratungsangebote, die sich primär an die kleinen
        und mittleren Unternehmen in der Region Hannover wenden, neben weiteren Beratungs- und
        Vermittlungsangeboten der Bestandsentwicklung, wie sie in der Verwaltung im Fachbereich Wirt-
        schafts- und Beschäftigungsförderung vorgehalten werden. Das Beratungsangebot „Krisenanlauf-
        stelle“ wäre daher dem Bereich der Standortberatung im Fachbereich Wirtschafts- und Beschäfti-
        gungsförderung zuzurechnen.


3.3     Standortentwicklung in vernetzten Strukturen

3.3.1   Branchenentwicklung und Akquisition – Übertragung auf hannoverimpuls GmbH

        Die umfassende Bearbeitung der Fokusbranchen des Hannover Projekts mit Elementen der Grün-
        dungs- und Wachstumsförderung, entsprechender Ansiedlungsinitiativen im In- und Ausland und
        infrastruktureller Investitionen erfolgt bei der hannoverimpuls GmbH. Der Fachbereich Wirt-
        schafts- und Beschäftigungsförderung wird sich hieraus zurückziehen.

        Für die Logistikbranche, die nicht Bestandteil des Hannover Projektes ist, wird die Entwicklung
        auch in Zukunft durch den Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung vorangetrieben.
        Dies beinhaltet Aufgaben von der Projektentwicklung bis zu Akquisitionstätigkeiten.


3.3.2   Standort- und Infrastrukturentwicklung in der Verwaltung

        Im Themenfeld Standortentwicklung werden auch die unterschiedlichen Projekte der infrastruktu-
        rellen Ausstattung zur Weiterentwicklung des Standortes Region Hannover außerhalb der Tätig-
        keit des Hannoverimpuls gebündelt: regionale Infrastrukturförderung von der Gewerbeflächen-
        entwicklung bis zu Einzelprojekten wie z.B. PZH oder Internationale Schule.

        Weiterhin werden zur Standortentwicklung Marktanalyse und Entwicklung von neuen Projekten,
        regionale Konzepte und Berichte, wie das Gewerbeflächenkonzept oder der Immobilienmarktbe-
        richt für die Region Hannover, im Fachbereich 80 durchgeführt.


3.3.3   Flächenentwicklung in der HRG – Hannover Region Grundstücksgesellschaft mbH & Co KG

        Die HRG wurde zur Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen gegründet. Auch diese Auf-
        gabe muss künftig im Rahmen von regionaler Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung fortge-
        führt werden, denn die Flächenentwicklung für gewerbliche Nutzung sowie deren Vorhaltung
        stellen nach wie vor ein wichtiges Instrument von Wirtschaftsförderung dar. Für die regional be-
        sonders bedeutsamen Flächen im Airport-Business-Park sowie im Bereich GVZ-Lehrte muss die
        bisherige Vorhaltestrategie durchgehalten werden, um hier die Möglichkeiten wirtschaftlicher
        Entwicklung bestmöglich zu nutzen. Die Kompetenz, die die HRG mit erfolgreicher Arbeit in ihren
        rund 10 Jahren Geschäftstätigkeit aufgebaut hat, sollte zur weiteren Flächenentwicklung in den
        Kommunen der gesamten Region genutzt werden. Weiteres Engagement bei der Flächenbevor-
        ratung auch an regional bedeutsamen Standorten ist aus Sicht der regionalen Wirtschaftsförde-
        rung erforderlich und muss weiterhin denselben Stellenwert haben wie das mittelbar der Wirt-
        schaftsentwicklung ebenfalls dienliche Geschäft der Wohnbauflächenbevorratung.


                                                                                                    ./…
                                                 -11-

3.4   Zusammenarbeit im Tourismusbereich - TVHR - Tourismusverband Hannover Region e.V.

      Die Positionierung und Neuausrichtung des TVHR hängt zu einem erheblichen Teil davon ab, wie
      sich die Angebote der Tourismus-Institutionen in der Region insgesamt weiterentwickeln wer-
      den. Der TVHR nimmt insoweit eine Sonderrolle ein, als er als gemeinsame Organisation von an-
      sonsten selbständig agierenden Tourismusinstitutionen im Wirtschaftsraum Hannover einige
      zentrale Leistungen bündelt und zentrale Marketingaufgaben wahrnimmt.

      Das Profil des TVHR ist einerseits geprägt durch Vermarktung der eher ländlich strukturierten Be-
      reiche des Umlandes, wie etwa das Steinhuder Meer, die Deisterregion und das Burgdorfer Land.
      Zum anderen werden unter seinem Dach touristisch bedeutsame eher städtisch geprägte Stand-
      orte wie Celle und Hildesheim in die überregionale Vermarktung des Standortes Hannover einbe-
      zogen. Auch der Verkehrsverein der Landeshauptstadt Hannover ist Mitglied des TVHR. Dieser
      äußerst heterogenen Struktur der Mitglieder entspricht das Aufgabenfeld des TVHR, das sich u.a.
      an einigen operativen Kompetenzen festmacht. Operative Kernkompetenzen sind das zentrale
      Buchungssystem für die Region Hannover und die Entwicklung von Überblicksinformationen, aber
      auch die Erarbeitung themenspezifischer Tourismusangebote und deren Vermarktung für die Mit-
      glieder.

      Derzeit werden Gespräche von Tourismusinstitutionen gemeinsam mit dem Hannover Projekt ge-
      führt, um eine abgestimmte und gemeinsame Zukunftslösung für die touristische Vermarktung
      der Region zu entwickeln. Entscheidend wird es sein, einerseits die Aufgaben des TVHR im Inte-
      resse aller für die gesamte Region fortzuführen und anderseits die Umlandpotentiale für eine
      Vermarktung des Standortes Hannover möglichst gut zu integrieren, um so die Attraktivität des
      Gesamtraumes zu stärken. Voraussetzung für ein abgestimmtes, integratives Tourismuskonzept,
      das den Städtetourismus und den ländlich geprägten Tourismus zusammenführt, wäre die Ver-
      schränkung der Umlandangebote mit räumlich zentralen Angeboten, die seitens der Institutionen
      der Landeshauptstadt Hannover vorgehalten werden. Aufgrund der Mitgliederstruktur sind die
      unterschiedlichen Interessen und Profile wichtige zu berücksichtigende Variablen. Entscheidende
      Zielgruppe für ein integratives Tourismuskonzept wird hier der Übernachtungstourismus sein.
      Handlungsleitend muss es sein, mit den Tourismusangeboten im ländlich geprägten Raum der
      Region Hannover und den außerregionalen Oberzentren die Angebote des städtisch geprägten
      Tourismus in der Landeshauptstadt Hannover attraktiver zu gestalten, bzw. umgekehrt diese an
      der unbestreitbaren Attraktivität des stadthannoverschen Tourismus partizipieren zu lassen.

      Angesichts der Mitgliederstruktur des TVHR, ihres zum Teil sehr unterschiedlich verfassten gesell-
      schaftsrechlichten Status und der Einbeziehung von Standorten, die über die politischen Grenzen
      der Region Hannover hinausgehen, muss eine etwa vordergründig geforderte gesellschaftsrecht-
      liche Verknüpfung und Zusammenführung mit außerordentlicher Sensibilität betrachtet werden.
      Aus Sicht der Verwaltung der Region Hannover steht daher deutlich die bessere Abstimmung der
      Angebote untereinander im Vordergrund, um sie überregional gemeinsam zu vermarkten.


3.5   Neuaufstellung im Marketingbereich

      Standortmarketing in der Verwaltung konzentriert sich auf die Aufgabenfelder:

      -   Positionierung der Beratungs- und Förderangebote der Wirtschaftsförderung,
      -   zentrale Standortinformationen zur Region Hannover,
      -   Aufbau eines Newsletters für die Region Hannover mit regionalen Partnern,
      -   Ausbau des Arbeitsschwerpunktes Vermarktung des Immobilien- und Wirtschaftsstandortes,
          u.a. auf den internationalen Immobilienmessen Expo Real und Mipim mit relevanten
          regionalen Partnern.
                                                                                                    ./…
                                                 -12-


      Darüber hinaus ist die gemeinsame Umsetzung von Projekten mit der HMG sowie dem Förder-
      verein Pro Hannover Region vorgesehen.

      Mittelfristig, für die Zeit ab dem Jahr 2006, ist eine Neuaufstellung im Standortmarketing für die
      gesamte Region Hannover erforderlich, um zu einer abgestimmten und schlagkräftigen Vermark-
      tung für den Gesamtstandort zu kommen. Relevante Akteure sind die HMG, hannoverimpuls, die
      Verwaltung und die Beteiligungsgesellschaften von Landeshauptstadt und Region Hannover.


3.6   Verknüpfung der Angebote regionaler Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungseinrich-
      tungen mit der hannoverimpuls GmbH

      Zunächst ist festzustellen, dass die Verwaltung mit der Vorhaltung bestimmter Beratungskompe-
      tenzen wichtige Grundlagenfunktionen in der regionalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförde-
      rung übernimmt. Im Verhältnis zur kommunalen Wirtschaftsförderung sind sie ergänzend und
      vertiefend. Hier sind sowohl die Beratungsinhalte des FB 80 als auch der Beteiligungsgesellschaf-
      ten E.I.H., HRB, HRG, TCH und TVHR einzuordnen.

      Die regionale Ebene bietet damit kompetente Beratung und Zugang zu Fördermitteln, Innovati-
      onsfinanzierung, Standortinformation, Gewerbeflächen und -immobilien, Tourismusangebote,
      Behördenmanagement, allgemeine sowie spezielle (Migranten, IT-Branche) Gründungsinformati-
      on, Krisenberatung, Insolvenz- und Outplacement- Beratung, Unternehmensnachfolge, Qualifizie-
      rung.

      Ferner steht die regionale Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung für Vorhaltung und Entwick-
      lung von Infrastrukturen für die wirtschaftliche Entwicklung, wie die Entwicklung und Vorhaltung
      von Gewerbeflächen (u.a. HRG), die Vorhaltung von mietpreisvergünstigten Räumen für StartUp-
      Unternehmen (TCH I und II), die anteilige Finanzierung von Einrichtungen wie Internationale
      Schule Hannover Region und unitransfer oder bedeutsamen Projekten wie PZH, GVZ oder Umbau
      der AWD-Arena.

      Auf dieser Basis regionaler Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung setzt das Hannover Projekt
      mit seiner Wirkung an. Über die Intensivierung bei den Prozessen für Gründung, Wachstum und
      Ansiedlung sollen die Fokusbranchen und damit im Weiteren auch der Wirtschaftsstandort insge-
      samt in seiner Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert werden. Speziell für die Fokusbranchen sol-
      len darüber hinaus investive Infrastrukturprojekte zur Entwicklung zusätzliche Beiträge liefern.

      Um insgesamt in der wirtschaftsstrukturellen Entwicklung eine einheitliche strategische Ausrich-
      tung und Bündelung von Maßnahmen und Angeboten zu fördern, stellt für weite Bereiche die
      regionale Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung die Klammerfunktion dar. Die strategischen
      Funktionen für die angesprochenen Gründungs- und Wachstumsprozesse sowie Ansiedlungsiniti-
      ativen in den Fokusbranchen werden von hannoverimpuls übernommen. Das Hannover Projekt
      stellt eine spezifische Form der Kooperation kommunaler und regionaler Wirtschaftsförderung
      dar. So kann die Aufgabenwahrnehmung bislang mehrerer unabhängiger Einheiten im Sinne ei-
      ner strategischen Bündelung zusammengeführt werden.


4.    Zusammenfassung Gesamtkonzept regionale Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

      Mit dem quantitativ und qualitativ anspruchsvollen Hannover Projekt und der dortigen Konzentra-
      tion der Entwicklung der sogenannten Fokusbranchen ist durch das Hinzutreten der hannoverim-
      puls GmbH ein wichtiges Instrument der regionalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in
                                                                                                    ./…
                                           -13-

Abstimmung mit der Landeshauptstadt Hannover etabliert worden. Durch das Einführen eines
weiteren Akteurs der regionalen Wirtschaftspolitik entsteht einerseits die Notwendigkeit insbe-
sondere die Aufgabenfelder kritisch zu bewerten, die unmittelbar und mittelbar von einer verän-
derten Aufgabenwahrnehmung betroffen sind. Andererseits bietet sich damit die Möglichkeit, ei-
ne grundlegende Aufgabenkritik vorzunehmen. Aus Sicht der Verwaltung betrifft diese Auseinan-
dersetzung aktuell die Aufgabenwahrnehmung in der Verwaltung selbst sowie die Aufgabenfel-
der, die bislang von den Gesellschaften E.I.H., TCH und HRB wahrgenommen wurden und wer-
den.

Der Rückzug der Verwaltung aus der Fokusbranchenentwicklung und ihre Konzentration auf
Standortberatung, Standortentwicklung, Standortmarketing und Beschäftigungsförderung geht
einher mit dem aus der Aufgabenkritik der HRB abgeleiteten Vorschlag, ähnlich strukturierte Auf-
gaben im Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung zusammenzuführen und sich auf
die öffentlichen Kernaufgaben zu konzentrieren.

Die hohe Bedeutung, die die Gründungsförderung in der Umsetzung des Hannover Projekts be-
sitzt, führt im Rahmen der Aufgaben- und Organisationskritik der TCH und der E.I.H. zum Vor-
schlag, dieses Aufgabenfeld bei gleichzeitiger Integration der E.I.H in der TCH zu konzentrieren.

Mit dem vorgeschlagenen Konzept entspricht aus Sicht der Verwaltung die regionale Wirtschafts-
und Beschäftigungsförderung künftig einer Struktur, die in sich konsistent aufgestellt ist.

Die wesentlichen Eckpunkte zur Beurteilung waren:
- Neue Rahmenbedingungen durch das Hannover Projekt
- Orientierung am öffentlichen Auftrag, ordnungspolitische Kriterien
- Minimierung von Redundanzen, optimierte Prozessabläufe unter Nutzung vorhandener Poten-
   tiale

hannoverimpuls kommen in dieser Struktur die Funktionen der projektbezogenen, mittelfristig
angelegten Fokusbranchen- und Standortentwicklung, der Initiierung von Prozessen in diesem
Zusammenhang sowie des offensiven Umgangs mit dem Strukturwandel und der wirtschaftsnah
agierenden Umsetzungsorganisation zu.

Die Verwaltung der Region Hannover, also der Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförde-
rung, ist in dieser Struktur das breite Fundament für die langfristige Entwicklung des Wirtschafts-
standorts, für vom Strukturwandel betroffenen Bereiche, präventiv ausgelegte Beschäftigungs-
förderung und für Bestandspflege und –sicherung in der Beratung von Unternehmen. Hierzu ge-
hören auf der instrumentellen Ebene auch die Gewerbeflächenangebote der HRG.

Die TCH GmbH übernimmt in dieser Struktur die operativen Umsetzung der Gründungs- und
Wachstumsentwicklung als wichtigstem Bereich für die Standortentwicklung und den Struktur-
wandel. In der Fokusbranchenentwicklung soll sie als Partner von hannoverimpuls und weiterer
Infrastruktureinrichtungen in Region Hannover verstanden werden. Für die Zielgruppenentwick-
lung und die Gründungsförderung in der Breite dient sie als operatives Instrument der Verwal-
tung.

In den Themenfeldern Tourismus und Marketing bleiben der TVHR und die Verwaltung, FB 80, in
den abgegrenzten Feldern der Tourismusförderung und des Standortmarketing aktiv.

				
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