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sachsen-anhalt_rvg_2006

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					  Rahmenvorgaben für Versorgungs- und Qualitätsziele der Krankenhausplanung in
                               Sachsen-Anhalt
                            gem. § 3 (2) KHG LSA


1.    Rechtliche Rahmenbedingungen
1.1   Bundesrecht
1.2   Landesrecht
1.2.1 Krankenhausgesetz Sachsen-Anhalt (KHG LSA)
1.2.2 Umsetzung der Rahmenvorgaben

2.       Strukturelle Rahmenbedingungen
2.1      Bevölkerung
2.2      Morbidität
2.3      Infrastruktur

3.       Planungsziele
3.1      Allgemeine Planungsziele
3.2      Spezielle Planungsziele

4.       Versorgungsstruktur
4.1      Versorgungsstufen
4.2      Rahmenvorgaben für die Versorgung in Planungsschwerpunkten bei Facharzt- und
         Schwerpunktkompetenzen
4.3      Versorgung in Leistungszentren
4.3.1    Transplantationszentren
4.3.2    Zentren für Herzchirurgie
4.3.3    Zentren für Schwerbrandverletzte
4.3.4    Perinatalzentren
4.3.5    Pädiatrische Zentren
4.3.6    Geriatrische Zentren
4.3.7    Brustzentren
4.4      Planung von Tageskliniken im stationären Bereich
4.5      Belegärztliche Versorgung

5.       Krankenhausplanung in Sachsen-Anhalt
5.1      Krankenhausleistungen in Sachsen-Anhalt
5.2      Fachgebiete nach (Muster-)Weiterbildungsordnung
5.2.1    Augenheilkunde
5.2.2    Chirurgie
5.2.3    Frauenheilkunde und Geburtshilfe
5.2.4    Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
5.2.5    Haut- und Geschlechtskrankheiten
5.2.6    Innere Medizin und Allgemeinmedizin
5.2.7    Kinder- und Jugendmedizin
5.2.8    Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
5.2.9    Neurochirurgie
5.2.10   Neurologie
5.2.11   Nuklearmedizin
5.2.12   Strahlentherapie
5.2.13   Urologie
5.2.14   Psychiatrische Fachgebiete



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1.   Rechtliche Rahmenbedingungen

1.1 Bundesrecht

Nach Artikel 74 Grundgesetz sind sowohl die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser
und die Regelung der Krankenhauspflegesätze als auch die Sozialversicherung Gegen-
stände der konkurrierenden Gesetzgebung. Der Bund hat diesbezüglich von seiner Gesetz-
gebungszuständigkeit Gebrauch gemacht und verbindliche Regelungen für die Sozialver-
sicherung und die Krankenhauspflegesätze vorgegeben. Das Krankenhausfinanzierungs-
gesetz (KHG) legt den grundsätzlichen Rahmen zur Krankenhausplanung und zur Kranken-
hausfinanzierung fest. In § 1 wird dargelegt: „Zweck dieses Gesetzes ist die wirtschaftliche
Sicherung der Krankenhäuser, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit
leistungsfähigen, eigenverantwortlich wirtschaftenden Krankenhäusern zu gewährleisten und
zu sozial tragbaren Pflegesätzen beizutragen.“ In § 6 KHG wird bestimmt, dass die Länder
zur Verwirklichung der in § 1 genannten Ziele Krankenhauspläne und Investitionspläne
aufzustellen und dabei die Folgekosten zu berücksichtigen haben. Die näheren Einzelheiten
sind durch Landesrecht zu bestimmen. In § 7 wird festgelegt, dass bei der Durchführung des
KHG die Landesbehörden mit den an der Krankenversorgung im Lande Beteiligten eng
zusammenarbeiten und dass das betroffene Krankenhaus anzuhören ist. Mit den unmittelbar
Beteiligten sind einvernehmliche Regelungen bezüglich der Krankenhausplanung und der
Aufstellung der Investitionsprogramme anzustreben. Auch hier bleibt es den Ländern
überlassen, näheres durch Landesrecht zu bestimmen. Nach § 8 KHG haben die Kranken-
häuser nach Maßgabe dieses Gesetzes Anspruch auf Förderung, soweit und solange sie in
den Krankenhausplan eines Landes aufgenommen worden sind. Die Aufnahme oder
Nichtaufnahme wird durch Bescheid festgestellt. Gegen den Bescheid ist der Verwaltungs-
rechtsweg gegeben. Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme in den Krankenhausplan besteht
jedoch nicht.

Neben den grundsätzlichen Regelungen nach dem KHG sind wichtige Regelungen für das
Krankenhauswesen im Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Kranken-
versicherung - enthalten. Wesentliche Veränderungen hat das SGB V mit dem Gesetz zur
Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz - GMG)
vom 14. November 2003 erfahren. Nach § 108 SGB V dürfen Krankenkassen Krankenhaus-
behandlung (geregelt nach § 39 SGB V) nur durch zugelassene Krankenhäuser erbringen
lassen. § 109 SGB V regelt den Abschluss von Versorgungsverträgen mit Krankenhäusern
und u. a. die hierfür erforderliche Genehmigung durch die zuständige Landesbehörde. Für
die Hochschulkliniken gilt die Aufnahme der Hochschule in das Hochschulverzeichnis, bei
den Plankrankenhäusern die Aufnahme in den Krankenhausplan als Abschluss des Versor-
gungsvertrages.

Auswirkungen auf die künftige Krankenhausstruktur werden auch der § 115 b Ambulantes
Operieren im Krankenhaus, die §§ 116, 116a, 116b SGB V, die die ambulante Behandlung
durch Krankenhausärzte bzw. die ambulante Behandlung im Krankenhaus regeln, sowie der
§ 137 SGB V, der die Qualitätssicherung bei zugelassenen Krankenhäusern einschließlich
Vorgaben von Mindestmengen bei planbaren Leistungen enthält, haben. Darüber hinaus
wird sich die nach § 140a SGB V geregelte integrierte Versorgung auch auf die künftige
Krankenhauslandschaft auswirken. Beispielhaft sind nachfolgend kurze Ausführungen zum
Zusammenhang Krankenhausplanung und integrierte Versorgung bzw. ambulantes
Operieren eingefügt. Die Leistungserbringung in diesem Sektor spiegelt sich nicht in jedem
Fall in den Leistungsdaten der Krankenhäuser wider und entzieht sich somit unter
Umständen der Krankenhausplanung. Eine Beachtung ist dennoch im Sinne des Auftrages
der bedarfsgerechten Versorgung notwendig.




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•   Integrierte Versorgung

    Unter integrierter Versorgung wird vornehmlich die Aufhebung des Problems der
    organisatorischen Trennung der Leistungssektoren verstanden. Innerhalb einer integrier-
    ten Versorgung werden sich zukünftig die beteiligten Leistungserbringer am Behand-
    lungsprozess eines Patienten in einem vertraglich definierten Netzwerk befinden.

    Es wird davon ausgegangen, dass die Implementierung integrierter Versorgungsformen
    nachhaltige Auswirkungen auf die Krankenhauslandschaft haben wird. So werden
    zukünftig zunehmend herkömmliche stationäre Versorgungsleistungen durch integrierte
    Versorgungsformen abgedeckt.

•   Ambulantes Operieren

    Zum 01.01.2004 trat die Vereinbarung der zwischen der Deutschen Krankenhausgesell-
    schaft, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Spitzenverbänden der
    Krankenkassen zum Katalog ambulant durchführbarer Operationen gemäß § 115 b SGB
    V in Kraft.
    Dieser Katalog definiert, welche Eingriffe in der Regel ambulant zu erbringen sind. Es
    wird eindeutig geregelt, unter welchen medizinischen oder sozialen Umständen der
    Patient stationär aufgenommen werden kann, obwohl die Operation eigentlich ambulant
    durchzuführen wäre.
    Damit werden einheitliche Rahmenbedingungen zur Durchführung ambulanter
    Operationen und stationsersetzender Eingriffe sowohl im niedergelassenen Bereich als
    auch stationären Bereich geschaffen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen
    niedergelassenen Vertragsärzten und Krankenhäusern gefördert.

Eine der wichtigsten Änderungen für den Krankenhausbereich, die nicht nur das Vergütungs-
system betreffen, sondern auch die Krankenhausplanung berühren, ist die Einführung des
Fallpauschalensystems (GDRG-Entgeltsystem), dessen Grundlage das Krankenhausent-
geltgesetz ist. Aufgrund der Einführung dieses Gesetzes hat die Landesregierung Sachsen-
Anhalt es als erforderlich angesehen, das Gesetz des Landes Sachsen-Anhalt zum Bundes-
gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Kranken-
hauspflegesätze einer Novellierung zu unterziehen.




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1.2 Landesrecht

1.2.1 Krankenhausgesetz Sachsen-Anhalt (KHG LSA)

Durch die vom Bundesrecht ausgehende Umstellung der Finanzierung des Krankenhaus-
betriebs (außer den psychiatrischen Fachgebieten) von einer Abrechnung nach Pflegesätzen
auf eine Abrechnung im Wesentlichen nach Fallpauschalen (DRG-System) werden sich die
an der stationären Versorgung beteiligten Krankenhäuser und Krankenkassen auf ein
Fallmanagement und damit auf die im einzelnen Fall zu erbringenden Leistungen konzentrie-
ren. Die Neuorientierung im Vergütungssystem hat daher eine Umstellung der Krankenhaus-
planung von der bisherigen Kapazitätsplanung auf eine stärkere fall- und leistungsorientierte
Planung erfordert. Nach § 3 KHG LSA des Krankenhausgesetzes Sachsen-Anhalt wird der
Krankenhausplan auf der Basis von Rahmenvorgaben aufgestellt und enthält grundsätzlich
keine Aussagen zu Planbetten. Die Entwicklung von Rahmenvorgaben ist als Aufgabe der
zuständigen Behörde zusammen mit den im Krankenhauswesen maßgebenden Verbänden
festgelegt. Die Umsetzung der Rahmenvorgaben wird im Wesentlichen Aufgabe der
Verbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen sein, die diesbezüglich mit jedem
Krankenhaus Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen abzuschließen haben. Im Konfliktfall
kann eine Schiedsstelle angerufen werden. Das neue Krankenhausgesetz trat mit Wirkung
vom 19.08.2004 in Kraft.

1.2.2 Umsetzung der Rahmenvorgaben

Nach § 3 (3) KHG LSA schließen die Landesverbände der Krankenkassen und die Verbände
der Ersatzkassen gemeinsam mit den Krankenhausträgern für das jeweilige Krankenhaus
Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen zur Umsetzung der Rahmenvorgaben ab. In den
Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen erfolgt eine Konkretisierung des Versorgungsauftra-
ges hinsichtlich Struktur und Menge der in den Krankenhäusern zu erbringenden Leistungen.
Dabei werden die allgemeinen Rahmenvorgaben krankenhausspezifisch ausgestaltet, die
auch eine mittelfristige Dynamik der stationären Leistungen berücksichtigen soll. Die Verein-
barungen sollen den Krankenhäusern Planungssicherheit geben, die es ermöglicht,
entsprechende Entwicklungskonzepte zu erarbeiten und anzusehen.


2.       Strukturelle Rahmenbedingungen

2.1 Bevölkerung

Demografische Entwicklung

Mit Kabinettsbeschluss vom 2. März 2004 gelten die Ergebnisse der “3. Regionalisierten
Bevölkerungsprognose Sachsen-Anhalt 2002 bis 2020” als Planungsgrundlage für alle
Landesbehörden. Für diese Prognose wurden durch den Interministeriellen Arbeitskreis
Raumordnung- Landesentwicklung- Finanzen folgende Annahmen getroffen:

     -     die Geburtenhäufigkeit steigt bis 2010 von 1,2 auf 1,4 Kinder je Frau und verharrt auf
           diesem Niveau,

     -     die Lebenserwartung nimmt weiter zu und steigt bis 2020 für einen neugeborenen
           Knaben um 4,4 Jahre auf 78,1 Jahre und für ein neugeborenes Mädchen um 3,3
           Jahre auf 83,8 Jahre,

     -     die Wanderungsverluste sinken, ausgehend von 19.173 Personen, in den ersten drei
           Jahren um 4 % bis 13 %, danach stärker bis auf 2.750 Personen im Jahr 2020.



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Die Ergebnisse der Kreisfreien Städte und Landkreise wurden zum Landesergebnis
zusammen gefasst. Von 2003 bis 2020 wird die Bevölkerung um 19,4 % oder 493 Tausend
Personen abnehmen. Davon sind 71 % dem zu erwartenden Geburtendefizit und 29 % der
Abwanderung zuzuordnen. Das Geburtendefizit ist mittelfristig kaum zu beeinflussen.

In den Kreisen wird es eine differenzierte Entwicklung geben. Der Ohrekreis wird
wahrscheinlich nur einen Bevölkerungsrückgang von 11,5 % verzeichnen, während es im
Landkreis Bitterfeld fast 28 % sein könnten.
Entfielen im Jahr 2002 auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 60 Personen unter 20 bzw.
mit 65 und mehr Jahren, so erhöht sich dieser Anteil bis zum Jahr 2020 auf 71 Personen und
wird danach weiter wachsen. Im Altmarkkreis wird der Anteil mit 63 annähernd konstant
bleiben und im Bördekreis, dem Landkreis Stendal und dem Ohrekreis um weniger als 5
steigen, in Dessau aber überproportional von 58 auf 86 wachsen (siehe auch Tabelle 1).

Im Jahr 2020 könnte demnach die Bevölkerungsstruktur wie folgt aussehen:

     –    Unter 20-jährige:           ca. 14 % der Bevölkerung (Minderheit);

     –    20 – 65 Jährige:            ca. 59 % der Bevölkerung,

     –    > 65 Jährige:               ca. 27 % der Bevölkerung,

Die nach Alterskohorten differenzierte Aufschlüsselung belegt vom 0. bis zum 18. Lebensjahr
einen stabilen Anteil der Mädchen von ca. 48 %.

Dieser Wert sinkt in Sachsen- Anhalt, entgegen dem bundesweiten Trend, in jener Kohorte,
für die gemeinhin die Familiengründung ansteht. Das aber bedeutet, dass das Land
zusätzlich zum allgemeinen Bevölkerungsrückgang auf überproportional mehr weibliche 18-
30 Jährige - und somit potenzielle Mütter - verzichten muss. Der Hauptgrund dieser
Entwicklung liegt in der Abwanderung junger Frauen.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt der Frauenanteil kontinuierlich an und erreicht bei den
Hochbetagten eine Quote von annähernd vier Fünftel.

Der Gesundheitsstatus im späten Alter ist somit überwiegend “feminin” determiniert; jener in
den früheren Jahren aber tendenziell “maskulin” geprägt.

Die Geschlechterverteilung in den Landkreisen weicht nur geringfügig vom Landesdurch-
schnitt ab. Der Anteil der Frauen an der Bevölkerung wird von 51,28 % im Jahr 2002 auf
50,8 % im Jahr 2020 zurückgehen.
Gravierendere Variationen ergeben sich bezüglich der Altersstruktur – einigen Landkreisen
mit juvenilem Potenzial stehen die kreisfreien Städte mit geringen Jugendanteilen
gegenüber. Andere Regionen neigen zur Überalterung.




Quelle:   Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, veröffentlicht im März 2004; 4. Gesundheitsbericht des Landes Sachsen-
          Anhalt




                                                                                                                           5
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Karte zur regionalisierten Bevölkerungsprognose 2002 bis 2020
Indikator: Bevölkerungsrückgang




Quelle:   Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, veröffentlicht im März 2004; 4. Gesundheitsbericht des Landes Sachsen-
          Anhalt




                                                                                                                           6
Bevölkerung - Regionalisierte Bevölkerungsprognose 2002 bis 2020
                                                                          Bevölkerungsbewegung von                              Bevölkerungsstruktur
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    Kreisfreie Stadt      Basisjahr Prognose- Verände-        Verände-     Lebend-     Gestor-    Geburten      < 20 J.         20 bis          > 65 J.       Nichterwerbs-
      Landkreis            2002        jahr     rung            rung      geborene      bene        +/-          in %         unter 65 J.        in %           fähige an
         Land                         2020     absolut          in %                                                             in %                            Erwerbs-
                                                                                                                                                               fähigen (%)
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Dessau, Stadt                79.499      59.856     -19.643       -24,7        7.739     19.218     -11.479    16,2    13,3    63,2    53,7    20,6    33,0     58,3   86,4
Anhalt-Zerbst                75.888      59.124     -16.764       -22,1        6.746     19.929     -13.183    19,3    13,0    61,5    59,7    19,2    27,3     62,6   67,6
Bernburg                     68.349      53.427     -14.922       -21,8        6.649     17.878     -11.229    17,9    13,6    62,0    58,8    20,1    27,6     61,2   70,2
Bitterfeld                  104.696      75.641     -29.055       -27,8        8.818     25.285     -16.467    17,9    12,1    62,3    57,3    19,8    30,6     60,4   74,6
Köthen                       68.906      55.550     -13.356       -19,4        7.200     16.705      -9.505    18,5    14,2    62,7    59,1    18,8    26,7     59,6   69,2
Wittenberg                  127.919     100.716     -27.203       -21,3       11.578     29.858     -18.280    18,7    12,8    62,4    58,1    18,8    29,1     60,2   72,1
Halle/Saale, Stadt          239.355     195.149     -44.206       -18,5       33.067     55.403     -22.336    17,6    17,6    63,8    55,7    18,5    26,8     56,7   79,6
Burgenlandkreis             139.353     109.309     -30.044       -21,6       13.385     34.821     -21.436    18,1    13,6    61,2    57,3    20,7    29,1     63,4   74,5
Mansfelder Land             104.970      80.187     -24.783       -23,6        9.426     27.810     -18.384    17,8    13,2    61,3    58,3    20,9    28,6     63,0   71,7
Merseburg-Querfurt          132.180     103.533     -28.647       -21,7       13.281     32.938     -19.657    18,1    13,9    62,5    58,9    19,4    27,3     60,0   69,9
Saalkreis                    81.496      71.341     -10.155       -12,5        7.648     17.196      -9.548    19,7    12,9    65,0    61,4    15,3    25,7     53,9   62,9
Sangerhausen                 66.134      51.746     -14.388       -21,8        6.772     16.582      -9.810    18,6    14,0    61,8    57,8    19,6    28,1     61,8   72,9
Weißenfels                   76.672      59.917     -16.755       -21,9        7.312     20.149     -12.837    17,9    13,3    61,1    59,4    21,0    27,3     63,7   68,5
Magdeburg, Stadt            228.170     197.258     -30.912       -13,5       29.296     55.975     -26.679    17,0    15,9    63,7    57,5    19,3    26,6     56,9   74,0
Altmarkkreis Salzwedel       99.405      82.547     -16.858       -17,0       10.776     22.899     -12.123    21,1    14,4    61,4    61,5    17,5    23,7     63,0   62,7
Aschersleben-Staßfurt       100.218      73.478     -26.740       -26,7        9.319     25.914     -16.595    18,5    13,6    62,5    58,6    19,0    27,8     59,9   70,6
Bördekreis                   78.287      65.735     -12.552       -16,0        8.358     19.434     -11.076    19,8    14,6    62,2    61,5    18,0    23,9     60,8   62,5
Halberstadt                  77.876      64.958     -12.918       -16,6        9.036     18.186      -9.150    19,0    15,4    61,9    57,6    19,1    27,0     61,6   73,6
Jerichower Land              98.897      80.830     -18.067       -18,3       10.379     23.448     -13.069    19,4    14,1    62,7    59,2    17,9    26,7     59,4   69,0
Ohrekreis                   117.136     103.680     -13.456       -11,5       13.196     26.008     -12.812    20,1    14,6    63,7    62,0    16,2    23,3     56,9   61,2
Stendal                     136.866     112.006     -24.860       -18,2       15.288     31.667     -16.379    20,7    15,1    61,9    60,4    17,4    24,5     61,6   65,5
Quedlinburg                  76.812      60.934     -15.878       -20,7        7.696     19.566     -11.870    18,5    14,0    61,6    57,3    19,9    28,7     62,5   74,4
Schönebeck                   75.321      58.888     -16.433       -21,8        7.112     19.371     -12.259    18,1    13,1    61,9    58,5    20,0    28,4     61,5   70,9
Wernigerode                  94.556      79.774     -14.782       -15,6       10.217     23.732     -13.515    18,3    14,6    61,8    57,6    19,9    27,8     61,8   73,6
Sachsen-Anhalt           2.548.911 2.055.585 -493.326             -19,4    270.294     619.972 -349.678        18,6    14,0    62,3    58,6    19,0    27,3    60,4    70,8
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, veröffentlicht im März 2004




                                                                                                                                                                              7
2.2 Morbidität

Für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung müssen neben demografischen
Daten auch Kenntnisse über die Morbidität der Bevölkerung vorliegen. Datenquelle hierfür ist
die Gesundheitsberichterstattung des Landes Sachsen-Anhalt. Hier liegt eine Zusammen-
fassung und Bewertung der verfügbaren Daten vor, und sie gibt Auskünfte zu ausgewählten
Morbiditäts- und Mortalitätsschwerpunkten. Zusätzlich zu den im Gesundheitsbericht aggre-
gierten Daten werden weitere Daten des Statistischen Landesamtes bewertet. Das
Statistische Landesamt gibt regelmäßig Broschüren zum Bevölkerungsstand, dessen
Entwicklung und zu den Wanderungen innerhalb des Landes und über die Landesgrenzen
hinaus heraus, differenziert nach Alter, Geschlecht, Nationalität und Landkreisen/Kreisfreien
Städten. Diese Angaben dienen potenziell der Bestimmung der Risikopopulation und der
Berechnung von Inanspruchnahmeraten. Es liegen die Ergebnisse der 10. koordinierten
Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2050 und die differenzierte 3. regionalisierte Bevölke-
rungsprognose 2002 bis 2020 (siehe Kapitel 3.1 Demografie) vor. Mit Hilfe dieser amtlichen
Daten lassen sich die Risikopopulationen ermitteln und damit rohe standardisierte und alters-
bzw. geschlechtsspezifische Raten berechnen. Des Weiteren werden Daten des
Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Hier liegen ausgewählte Diagnosedaten der
amtlichen Krankenhausstatistik vor, allerdings fehlt hier die notwendige Aktualität. Dennoch
ist auch diese Statistik für Trendbewertungen mit heranzuziehen. Eine neu erschlossene
Datenquelle sind die Daten gem. § 21 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG), die erstmals
im Jahr 2003 für das Jahr 2002 über das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus
(InEK) geliefert wurden. Diese Daten liegen nur für die Gebiete vor, die in das DRG-System
einbezogen wurden. Das heißt, für die psychiatrischen Gebiete sind diese Daten nicht
verfügbar. Vom Krankenhaus werden die Daten für die voll- und teilstationären Behand-
lungen an die DRG-Datenstelle übersandt. Von dort werden sie entsprechend der Vorgaben
des § 21 KHEntgG den Ländern zur Verfügung gestellt. Die InEK-Daten enthalten Dateien
über die Krankenhäuser, zur Ausbildung, über die Krankenhausfälle, über die Fälle nach
Fachabteilungen, nach Diagnosen und nach dem Operationenschlüssel. Insgesamt lässt
sich feststellen, dass die InEK-Daten eine aktuelle und vollständige Datenquelle darstellen,
die bei zeitlicher Fortschreibung sowie bei Nutzung zusätzlich verfügbarer Daten aus der
Landesstatistik gut geeignet sind für eine Leistungsanalyse und Leistungsprognose. Es
lassen sich die Fallhäufigkeit nach Krankenhäusern, differenziert nach Abteilungen,
darstellen. Dabei ist die Alters- und Geschlechtsverteilung der Patienten ablesbar, die
Verweildauer in den Krankenhäusern, die einzelnen Diagnosegruppen und Einzeldiagnosen.
Es kann differenziert werden nach der Häufigkeit bestimmter Operationen oder nach der
Häufigkeit bestimmter Diagnosen. Somit stehen wertvolle Erkenntnisse zum Leistungsprofil
der einzelnen Krankenhäuser zur Verfügung. Die Daten sind auch geeignet, um künftige
Prognoserechnungen durchzuführen. Ausgangspunkt für eine Prognoseberechnung ist die
bevölkerungsbezogene Inanspruchnahme anhand der Daten 2002 nach Altersgruppen und
Geschlecht. Zusätzlich wird die Bevölkerungsprognose nach Altersgruppen und Geschlecht
bis 2010 einbezogen. Beispielhaft sei hier das Grundszenario dargestellt, dass die alters-
und geschlechtsspezifischen Fallzahlen im Prognosezeitraum konstant bleiben. Hier werden
die Veränderungen der Inanspruchnahme allein aufgrund der demografischen Veränderun-
gen sichtbar. Zur Veranschaulichung werden an dieser Stelle die Fachgebiete Augenheil-
kunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Chirurgie aufgeführt.




                                                                                           8
                                                                               Stand: 28.07.2006



Fachgebiet Augenheilkunde
Annahme konstanter alters- und geschlechtsspezifischer Fallzahlen bis 2010

               Jahr               gesamt              Veränderung Vorjahr
               2002                14.382
               2003                14.588                      206
               2004                14.840                      252
               2005                15.080                      240
               2006                15.274                      194
               2007                15.422                      148
               2008                15.566                      144
               2009                15.800                      234
               2010                16.008                      208
Veränd, 2010 vs. 2002 (abs.)                                 1.626
Veränd. 2010 vs. 2002 (in %)                                  11,3

Fachgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Annahme konstanter alters- und geschlechtsspezifischer Fallzahlen bis 2010

               Jahr               gesamt              Veränderung Vorjahr
               2002                63.313
               2003                62.868                     -445
               2004                62.129                     -739
               2005                61.498                     -631
               2006                60.801                     -697
               2007                60.253                     -548
               2008                59.780                     -473
               2009                59.252                     -528
               2010                58.716                     -536
Veränd. 2010 vs. 2002 (abs.)                                -4.597
Veränd. 2010 vs. 2002 (in %)                                   -7,3

Fachgebiet Chirurgie
Annahme konstanter alters- und geschlechtsspezifischer Fallzahlen bis 2010

               Jahr               gesamt              Veränderung Vorjahr
               2002               117.070
               2003               116.890                     -180
               2004               116.771                     -119
               2005               116.665                     -106
               2006               116.376                     -289
               2007               115.922                     -454
               2008               115.444                     -478
               2009               115.055                     -389
               2010               114.588                     -467
Veränd, 2010 vs. 2002 (abs.)                                -2.482
Veränd. 2010 vs. 2002 (in %)                                   -2,1


2.3 Infrastruktur

Die infrastrukturellen Voraussetzungen im Land Sachsen-Anhalt haben sich in den vergan-
genen Jahren enorm weiterentwickelt. Bessere Straßenverhältnisse, neue Autobahnverbin-
dungen und Ortsumfahrten haben es ermöglicht, die Krankenhäuser in kürzeren Anfahrts-
zeiten zu erreichen. Beispielhaft für die verbesserten infrastrukturellen Voraussetzungen ist
eine Karte mit den aktuellen Verkehrswegen von Sachsen-Anhalt beigefügt. Auch diese
Veränderungen sind bei der Frage der Erreichbarkeit von Krankenhäusern mit zugrunde zu
legen.


                                                                                              9
                                          Stand: 28.07.2006




I. Verkehrsinfrastruktur Sachsen-Anhalt




                                                        10
                                                                             Stand: 28.07.2006



3. Planungsziele

3.1 Allgemeine Planungsziele

Das Ziel der Krankenhausplanung besteht insbesondere in der Sicherung einer bedarfsge-
rechten Versorgung der Bevölkerung des Landes mit stationären Leistungen.

Das bedeutet:

-     Sicherung einer Versorgung mit stationären Leistungen unter Berücksichtigung der
      Morbiditäts- und Bevölkerungsentwicklung des Landes

-     Beachtung der Erfordernisse der Aus- und Weiterbildung sowie der Innovationen in der
      Medizin

-     Schaffung eines flächendeckenden gegliederten Netzes qualitativ leistungsfähiger
      Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt

-     Sicherung einer wohnortnahen Basis- und einer überregionalen Schwerpunktversorgung
      unter Berücksichtigung von Verkehrsanbindungen und Erreichbarkeit

-     Einbeziehung länderübergreifender Angebote in die Planung

-     Beachtung der Trägervielfalt bei den Krankenhäusern

-     Einbeziehung aller an der stationären Versorgung teilnehmenden Einrichtungen des
      Landes in die Planung

-     Optimierung der Versorgungsstrukturen durch Zusammenarbeit der Krankenhäuser
      sowie mit den niedergelassenen Ärzten und den an der Gesundheitsversorgung
      beteiligten Einrichtungen

-     Herbeiführung von Strukturentscheidungen, die Netzwerke von stationären, ambulanten,
      rehabilitativen und weiteren Angeboten ermöglichen.


3.2    Spezielle Planungsziele

Der Krankenhausplan ist ein wichtiges Steuerungsinstrument für die bedarfsgerechte
Versorgung der Bevölkerung mit stationären medizinischen Leistungen. Mit dem Kranken-
hausplan soll der Versorgungsbedarf in bezug auf die stationäre Behandlung der Bevölke-
rung im Flächenland Sachsen-Anhalt sichergestellt werden. Wie bereits unter den allgemei-
nen Planungszielen benannt, ist es dazu erforderlich, ein bedarfsgerechtes funktional
abgestimmtes Netz einander ergänzender Krankenhäuser zu schaffen, das in der Fläche
eine ausreichende medizinische Versorgung ermöglicht und andererseits hochspezialisierte
Leistungsangebote überregional vorhält. Aus Kosten- und Qualitätsgründen kann nicht jedes
Krankenhaus so ausgestattet sein, dass es auch seltener auftretende Krankheiten bzw. sehr
schwerwiegende Krankheiten diagnostisch und therapeutisch bewältigen oder an bestimmte
strukturelle Voraussetzungen gebundene Leistungen erbringen kann. Die Gestaltung eines
flächendeckenden gegliederten Systems qualitativ leistungsfähiger Krankenhäuser nach
Standorten und Fachrichtungen als abgestuftes funktionelles Netz erfolgt in
Versorgungsstufen als:    • Basisversorgung,
                          • Schwerpunktversorgung
                          • Spezialversorgung
                          • universitäre Versorgung


                                                                                           11
                                                                                Stand: 28.07.2006



4.     Versorgungsstruktur

4.1 Versorgungsstufen

Der Versorgungsauftrag eines Krankenhauses wird mittels Zuordnung zu einer Versor-
gungsstufe definiert. Für alle Versorgungsstufen gelten die Kriterien zur qualitätsgerechten
Leistungserbringung entsprechend den Anforderungen des SGB V und den Leitlinien für das
Fachgebiet.

I.     Basisversorgung
       Krankenhäuser der Basisversorgung sollen in jeder Region wohnortnah die Versorgung
       für die am häufigsten auftretenden Krankheitsfälle absichern. Sie bilden den Eckpfeiler
       für eine moderne hochwertige stationäre Versorgung. Sie sollen die Fachrichtungen
       Innere Medizin und/oder Chirurgie vorhalten. Das Versorgungsangebot wird durch
       andere Fachgebiete ergänzt und sie nehmen an der 24-Stunden Notfallversorgung teil.
       Sie kooperieren entsprechend ihres Versorgungsauftrages mit Krankenhäusern im
       Land und angrenzenden Regionen, mit niedergelassenen Ärzten sowie mit weiteren
       an der Gesundheitsversorgung beteiligten Einrichtungen.

II.    Schwerpunktversorgung
       In Krankenhäusern der Schwerpunktversorgung werden seltener auftretende und
       schwerwiegendere Krankheitsfälle diagnostisch und therapeutisch behandelt. Sie
       halten an einem Standort neben den Hauptfachrichtungen Innere Medizin und
       Chirurgie mindestens vier weitere bettenführende Hauptfachabteilungen vor. Darüber
       hinaus halten sie an diesem Standort gemäß Ziffer 4.2 dieser Rahmenvorgaben
       mindestens vier Facharzt- und/oder Schwerpunktkompetenzen mit mindestens einer
       Korrespondenz vor. Das Fehlen einer Hauptfachabteilung kann durch zwei weitere
       Korrespondenzen ausgeglichen werden.
       (Beispiele für Korrespondenz: Visceralchirurgie, Gastroenterologie und Onkologie -
       Gefäßchirurgie und Angiologie - Traumatologie und Rheumatologie - Thoraxchirurgie
       und Pneumologie - Herzchirurgie und Kardiologie - Thoraxchirurgie und Herzchirurgie -
       Neonatologie und Spezielle Geburtshilfe/Perinatalmedizin).
       Die Einrichtungen nehmen an der 24-Stunden Notfallversorgung teil.
       Sie kooperieren entsprechend ihres Versorgungsauftrages mit Krankenhäusern im
       Land und angrenzenden Regionen, mit niedergelassenen Ärzten sowie mit weiteren
       an der Gesundheitsversorgung beteiligten Einrichtungen.

III.   Spezialversorgung
       In Krankenhäusern der Spezialversorgung werden spezifische Krankheiten behandelt.
       Sie können mit den vorhandenen Fachabteilungen korrespondierende Facharzt- oder
       Schwerpunktkompetenzen vorhalten.
       Sie kooperieren entsprechend ihres Versorgungsauftrages mit Krankenhäusern im
       Land und angrenzenden Regionen, mit niedergelassenen Ärzten sowie mit weiteren
       an der Gesundheitsversorgung beteiligten Einrichtungen.

IV.    Universitäre Versorgung
       Die Universitätsklinika nehmen Aufgaben der Krankenversorgung im für Forschung und
       Lehre gebotenen Umfang wahr.
       Insbesondere in der Hochleistungsmedizin werden in und zwischen den Universitäts-
       klinika die Kompetenzen auf die Forschungsschwerpunkte abgestimmt.
       Zur Erfüllung ihrer Aufgaben kooperieren sie regional, national und international mit
       anderen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung.




                                                                                              12
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4.2 Rahmenvorgaben für die Versorgung in Planungsschwerpunkten bei Facharzt-
    und Schwerpunktkompetenzen

Die krankenhausplanerische Anerkennung einer Leistungserbringung im Rahmen von
Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen als ausgewiesene Schwerpunktversorgung,
verbunden mit der Aufnahme in den Krankenhausplan (Planungsschwerpunkte), kann bei
Erfüllung folgender Kriterien erfolgen:

-   Das Krankenhaus leistet Schwerpunkt-, Spezial- oder universitäre Versorgung.

-   Das Krankenhaus beschäftigt hauptamtlich mindestens zwei Ärzte/Ärztinnen mit der
    entsprechenden Facharztkompetenz und verfügt über angemessene räumliche,
    sächliche sowie weitere personelle Voraussetzungen zur Sicherung medizinischer
    Qualität.

-   Das Krankenhaus weist interne und externe Maßnahmen zur fachspezifischen Qualitäts-
    sicherung, einschließlich der fachübergreifenden Kooperation, nach.

Darüber hinaus werden bei einer krankenhausplanerischen Anerkennung folgende Faktoren
zugrunde gelegt:

Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung, Vorhaltedichte
des entsprechenden Leistungsangebotes in der Region und Umfeldvoraussetzungen, wie
z. B. Verkehrsanbindungen.


4.3 Versorgung in Leistungszentren

Die krankenhausplanerische Anerkennung einer Leistungserbringung in Zentren, verbunden
mit der Aufnahme in den Krankenhausplan, kann bei Erfüllung folgender Kriterien erfolgen:

-   Das Krankenhaus leistet Schwerpunkt-, Spezial- oder universitäre Versorgung. In
    Krankenhäusern der Basisversorgung können Geriatrische Zentren vorgehalten werden.

-   Das Krankenhaus beschäftigt hauptamtlich eine dem Bedarf entsprechende Anzahl von
    Ärzte/Ärztinnen mit entsprechenden Facharztkompetenzen und verfügt über angemes-
    sene räumliche, sächliche sowie weitere personelle Voraussetzungen zur Sicherung
    medizinischer Qualität.

-   Das Krankenhaus weist interne und externe Maßnahmen zur fachspezifischen Qualitäts-
    sicherung, einschließlich der fachübergreifenden Kooperation, nach.

Darüber hinaus werden bei einer krankenhausplanerischen Anerkennung folgende Faktoren
zugrunde gelegt:

Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung, Vorhaltedichte
des entsprechenden Leistungsangebotes in der Region und Umfeldvoraussetzungen, wie
z. B. Verkehrsanbindungen.




                                                                                           13
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4.3.1 Transplantationszentren

a) Organtransplantation nach Transplantationsgesetz

Die Rahmensetzung für die Transplantationsmedizin erfolgt
1. durch das 1997 verabschiedete Transplantationsgesetz (TPG) – insbesondere durch die
   §§ 1, 9 und 10 – in Verbindung mit

2. den „Richtlinien zur Organtransplantation gemäß § 16 TPG“ der Bundesärztekammer
   sowie

3. der Vereinbarung von Mindestmengen nach § 137 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 SGB V (siehe
   Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 Abs. 7 SGB V vom
   20.12.2005) bzw. in der jeweils gültigen Fassung.

In Sachsen-Anhalt sind auf dieser Grundlage mittelfristig zwei Transplantationszentren an
den Universitätsklinika der beiden Universitäten Halle und Magdeburg ausgewiesen.
Langfristig wird von einer Konzentration von transplantationsmedizinischen Leistungen in
Abstimmung zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unter Berücksichtigung
notwendiger Leistungen in Lehre und Forschung ausgegangen.
Die Transplantationszentren stellen Leistungszentren der universitären Versorgung dar.
Derzeit werden im Transplantationszentrum Halle Nieren und Herzen und im Transplanta-
tionszentrum Magdeburg Lebern transplantiert.


b) Zentren für Blutstammzelltransplantation

Die Rahmensetzung für die Transplantation von Blutstammzellen erfolgt durch
•   das Transfusionsgesetz (TFG) (§§ 12 und 18) in Verbindung mit
•   den "Richtlinien für die allogene Knochenmarktransplantation mit nichtverwandten
    Spendern" der Bundesärztekammer und
•   den „Richtlinien zur Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut (CB = Cord
    Blood)“ der Bundesärztekammer
für die allogene Stammzelltransplantation und
•   die „Richtlinien zur Transplantation peripherer Blutstammzellen“ erarbeitet vom Wissen-
    schaftlichen Beirat der Bundesärztekammer unter Mitwirkung des Paul-Ehrlich-Institutes
    (PBST-Richtlinie)
für die autologe Stammzelltransplantation sowie
•   die Vereinbarung von Mindestmengen nach § 137 Abs. 1 S. 3 Nr. 3 SGB V (siehe
    Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 Abs. 7 SGB V vom
    20.12.2005)
•
In Sachsen-Anhalt werden aufgrund des hohen apparativen und personellen Aufwandes sowie
des hohen Begleitforschungsbedarfes der Methoden solche Zentren ausschließlich an den
Universitätsklinika Halle und Magdeburg ausgewiesen. Diese Zentren stellen Leistungszentren
der universitären Versorgung dar.




                                                                                             14
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4.3.2 Zentren für Herzchirurgie

Die Herzchirurgie hat hohen Ansprüchen in Bezug auf räumliche, sächliche und personelle
Ausstattung zu genügen. In Sachsen-Anhalt gibt es 3 Herzzentren:

     •   Universität Magdeburg,
     •   Universität Halle,
     •   Herzzentrum Coswig.

Die demografische Entwicklung, die Etablierung neuer Methoden im Zuge des medizinischen
Fortschrittes und die immer noch hohe Inzidenz der kardiovaskulären Erkrankungen - im
Vergleich zu anderen Ländern - lassen eine gleichbleibend hohe Auslastung der Herzzentren
erwarten. Die Versorgung der Bevölkerung ist durch die oben genannten Zentren
abgesichert.


4.3.3 Zentren für Schwerbrandverletzte

Da Ereignisse mit Schwerbrandverletzten eher selten sind, kommen für eine Vorhaltung nur
wenige Standorte in Betracht. Behandlungsmöglichkeiten in angrenzenden Bundesländern
sind zu berücksichtigen. Die Vermittlung der Betten für Schwerbrandverletzte obliegt seit
Jahren als zentraler Anlaufstelle der Einsatzzentrale und Rettungsleitstelle der Feuerwehr
Hamburg (Internetseite: http://www.feuerwehr-hamburg.org/Brandbetten), deren Aufgabe es
ist, im Schadensfall die nächstgelegene geeignete Einrichtung zu benennen.
In Sachsen-Anhalt werden derzeit in den nachfolgend genannten Kliniken Betten vorgehalten:

     •   BG Kliniken Bergmannstrost, Halle (8 Betten für Erwachsene),
     •   Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der MLU Halle (4 Betten für Kinder),
     •   Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, Halle (2 Betten für Kinder).

Diese Kapazitäten entsprechen dem derzeitigen Bedarf.


4.3.4 Perinatalzentren

Die Entbindung von Risikoschwangeren benötigt im Hinblick auf die Mutter und das Kind
spezialisierte Kenntnisse, Fähigkeiten und Ausrüstungen, die aus Häufigkeits-, Erfahrungs-
und Kostengründen nicht an jedem Ort vorhanden sein können.

Gemäß Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 Abs. 7 SGB V vom
20.09.2005 und vom 20.12.2005 bzw. in der jeweils gültigen Fassung über Maßnahmen der
Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen, hat die stationäre Versor-
gung von Früh- und Neugeborenen nach einem mehrstufigen Versorgungskonzept zu
erfolgen.

Die in diesem Beschluss vereinbarten Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergeb-
nisqualität der versorgenden Einrichtungen sind Gegenstand dieser Rahmenvorgaben.




                                                                                                15
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Für die krankenhausplanerische Anerkennung von Perinatalzentren verbunden mit der
Aufnahme in den Krankenhausplan sind folgende Kriterien zu erfüllen:

1. Perinatalzentrum LEVEL 1

A. Merkmale

   1. Die ärztliche Leistung der neonatologischen Intensivstation muss einem als
      Neonatologen anerkannten Arzt (Schwerpunktnachweis „Neonatologie“) hauptamtlich
      übertragen werden. Sein Stellvertreter muss die gleiche Qualifikation aufweisen.


   2. Die ärztliche Leitung der Geburtshilfe muss einem als Geburtshelfer anerkannten Arzt
      (Schwerpunktnachweis „Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin“) hauptamtlich
      übertragen werden. Sein Stellvertreter muss die gleiche Qualifikation aufweisen.
      Hierfür gilt eine Übergangsregelung von vier Jahren für Fachärztinnen/-ärzte der
      Gynäkologie und Geburtshilfe.

   3. „Wand-an-Wand“-Lokalisation von Entbindungsbereich, OP und neonatologischer
      Intensivstation (NICU), d.h. wenigstens im gleichen Gebäude oder in miteinander
      verbundenen Gebäuden, so dass kein Kraftfahrzeug für den Transport zu NICU
      erforderlich ist.

   4. Das Zentrum muss über mindestens sechs neonatologische Intensivtherapieplätze
      verfügen.

   5. Die ärztliche und pflegerische Versorgung muss durch einen Schichtdienst mit
      permanenter Arztpräsenz (24-Stunden-Präsenz, kein Bereitschaftsdienst) im Inten-
      sivbereich sichergestellt sein (für Intensivstation und Kreißsaal, nicht gleichzeitig für
      Routineaufgaben auf anderen Stationen oder Einheiten).

   6. Für die pflegerische Versorgung im Intensivtherapiebereich ist ein möglichst hoher
      Anteil (mind. 40 %) an Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/pflegern mit
      abgeschlossener Weiterbildung im Bereich „Pädiatrische Intensivpflege“ sicherzu-
      stellen. Alternativ zu Weiterbildung ist eine mehr als fünfjährige Erfahrung auf einer
      neonatologischen Intensivstation anzusehen. Die Stationsleitungen haben einen
      Leitungslehrgang absolviert.

   7. Das Zentrum soll als Stätte für die ärztliche Weiterbildung im Schwerpunkt
      „Neonatologie“ und „Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin“ anerkannt sein.

   8. Das Zentrum soll über einen „Neugeborenennotarzt“ verfügen. Dieser ist ein
      Notbehelf für unvorhersehbare Situationen, und soll nicht in der Regel für
      Risikogeburten in einer anderen Klinik abrufbar sein, um diese dort zu ermöglichen.

   9. Auf folgenden Gebieten sollen Dienstleistungen bzw. Konsiliardienste zur Verfügung
      stehen: allgemeine Kinderheilkunde, kinderchirurgischer und -kardiologischer
      Konsiliardienst, Neuropädiatrie, Ophthalmologie, Mikrobiologe, Humangenetik, Labor,
      bildgebende Diagnostik, Nachsorge.




                                                                                               16
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   10. Teilnahme an den folgenden speziellen Qualitätssicherungsverfahren:

      -   Perinatal- und Neonatalerhebung; mit einer Vollständigkeit von > 90 % nicht nur
          bezüglich der Aufnahmen auf NICU, sondern auch aller Lebendgeborenen des
          Hauses,

      -   Neo-KISS

      -   Entwicklungsneurologische Nachuntersuchung (Bayley II); mit einer Vollständig-
          keit bei der 2-Jahres-Untersuchung von mindestens 80 %.

   11. Möglichst nach einer Woche, spätestens jedoch nach 14 Tagen ab Aufnahme, stellt
       das Zentrum im Rahmen seines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements regel-
       mäßig stattfindende Fallkonferenzen sicher.

B. Aufnahmekriterien

   Die Aufnahme bzw. Zuweisung aus niedrigeren Versorgungsstufen erfolgt nach
   folgenden leitliniengestützten Kriterien:

   1. Pränatale Verlegung von Frühgeborenen mit einer Reife < 1250 g und/oder < 29+0
      SSW.

   2. Höhergradige Mehrlinge > 2 < 33+0 SSW und > 3 alle.

   3. Alle pränatal diagnostizierten Erkrankungen, bei denen nach der Geburt eine
      unmittelbare Notfallversorgung des Neugeborenen erforderlich ist. Dieses betrifft:

      -   Erkrankungen der Mutter mit fetaler Gefährdung (z. B.              PKU,      Hypo-
          /Hyperthyreose, Z. n. Transplantation, Autoimmunopathie, HIV),

      -   angeborene Fehlbildungen (z. B. kritische Herzfehler, Zwerchfellhernien,
          Meningomyelozelen, Gastrochisis) sollen in hierfür spezialisierte LEVEL 1-
          Perinatalzentren mit Spezialeinrichtungen pränatal verlegt werden.


2. Perinatalzentrum LEVEL 2

A. Merkmale

   1. Die ärztliche Leitung der neonatologischen Intensivstation muss einem als
      Neonatologen anerkannten Arzt (Schwerpunktenachweis „Neonatologie“)
      hauptamtlich übertragen werden. Hierfür gilt eine Übergangsregelung von zwei
      Jahren für Fachärztinnen/-ärzte der Pädiatrie.

   2. Die ärztliche Leitung der Geburtshilfe muss einem als Geburtshelfer anerkannten Arzt
      (Schwerpunktenachweis „Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin“) hauptamtlich
      übertragen werden. Hierfür gilt eine Übergangsregelung von vier Jahren für
      Fachärztinnen/-ärzte der Gynäkologie und Geburtshilfe.

   3. „Wand-an-Wand“-Lokalisation von Entbindungsbereich, OP und neonatologischer
      Intensivstation, d. h. wenigstens im gleichen Gebäude oder in miteinander verbunde-
      nen Gebäuden, so dass kein Kraftfahrzeug für den Transport zur NICU erforderlich
      ist. Hierfür gilt eine Übergangsregelung von drei Jahren. Eine „Wand-an-Wand“-
      Lokalisation ist obligat im Rahmen von Neubaumaßnahmen.


                                                                                            17
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   4. Das Zentrum muss über mindestens vier neonatologische Intensivtherapieplätze
      verfügen.

   5. Die ärztliche und pflegerische Versorgung muss durch einen Schichtdienst mit
      permanenter Arztpräsenz (24-Stunden-Präsenz) im Intensivbereich sichergestellt sein
      (für Intensivstation und Kreißsaal, nicht gleichzeitig für Routineaufgaben auf anderen
      Stationen oder Einheiten).

   6. Für die pflegerische Versorgung im Intensivtherapiebereich ist ein möglichst hoher
      Anteil (mind. 30 %) an Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/pflegern mit
      abgeschlossener Weiterbildung im Bereich „Pädiatrische Intensivpflege“ sicherzu-
      stellen. Alternativ zur Weiterbildung ist eine mehr als fünfjährige Erfahrung auf einer
      neonatologischen Intensivstation anzusehen. Die Stationsleitungen haben einen
      Leitungslehrgang absolviert.

   7. Auf folgenden Gebieten sollen Dienstleistungen bzw. Konsiliardienste zur Verfügung
      stehen: allgemeine Kinderheilkunde, kardiologischer, neuropädiatrischer und
      ophthalmologischer Konsiliardienst, Mikrobiologie, 24-Stunden-Notfall-Labor, EEG,
      bildgebende Diagnostik (konventionelle Radiologie, Sonografie einschl. Echokardio-
      grafie), Nachsorge.

   8. Teilnahme an den folgenden speziellen Qualitätssicherungsverfahren:

      -   Perinatal- und Neonatalerhebung; mit einer Vollständigkeit von > 90 % nicht nur
          bezüglich der Aufnahmen auf NICU, sondern auch aller Lebendgeborenen des
          Hauses,

      -   Neo-KISS

      -   Entwicklungsneurologische Nachuntersuchung (Bayley II); mit einer Vollständig-
          keit bei der 2-Jahres-Untersuchung von mindestens 80 %.

   9. Das Zentrum beachtet die Kriterien für eine Zuweisung in die höhere Versorgungs-
      stufe im Rahmen seines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements als Prozess-
      qualitätsmerkmal.

   10. Möglichst nach einer Woche, spätestens jedoch nach 14 Tagen ab Aufnahme stellt
       das Zentrum im Rahmen seines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements regel-
       mäßig stattfindende Fallkonferenzen sicher.


B. Aufnahmekriterien

   Die Aufnahme bzw. Zuweisung aus niedrigeren Versorgungsstufen erfolgt nach folgen-
   den leitliniengestützten Kriterien:

   1. Pränatale Verlegung von Frühgeborenen mit einer Reife von 1250 – 1499 g und/oder
      29 + 0 ≤ 32 + 0 SSW.

   2. Zwillinge 29 + 1 bis ≤ 33 + 0 SSW.

   3. Schwere schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen (Wachstumsretardierung < 3
      Perzentile bei Präeklampsie, Gestose, HELLP).

   4. Insulinpflichtige diabetische Stoffwechselstörung mit fetaler Gefährdung.


                                                                                                18
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Die Einrichtungen haben den Nachweis über die Einhaltung der Kriterien zu führen. Hierfür
sind in den zwischen den Trägern der Krankenhäuser und den Landesverbänden der
Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen abzuschließenden Leistungs- und
Qualitätsvereinbarungen geeignete Verfahren abzustimmen.

Eine Aufnahme von Schwangeren, die nicht den Aufnahmekriterien der eigenen Einrichtung
entsprechen, ist nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Neugeborenentransporte sind
generell zu vermeiden und nur auf Notfälle zu beschränken.


4.3.5 Pädiatrische Zentren

Für die krankenhausplanerische Anerkennung, verbunden mit der Aufnahme in den
Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

                   –   24 h Facharztpräsenz durch Fachärzte der Kinder- und Jugendmedi-
                       zin bzw. Ärzte in entsprechender Weiterbildung,
                   –   gleichzeitige Vorhaltung der ausgewiesenen Schwerpunktkompetenz
                       Neonatologie und der Facharztkompetenz Kinderchirurgie,
                   –   24 h Präsenzpflicht durch Gesundheits- und Kinderkranken-
                       pfleger/innen.

Weitere Schwerpunktkompetenzen sollten vorgehalten werden.


4.3.6 Geriatrische Zentren

Geriatrie muss unter Berücksichtigung sozialer Dimensionen bei der Behandlung alter
Menschen wohnortnah stattfinden. Deshalb sind geriatrische Zentren als eigenständige
Behandlungseinheiten in Krankenhäusern der unterschiedlichen Versorgungsstufen möglich.
Für die krankenhausplanerische Anerkennung, verbunden mit der Aufnahme in den
Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

     •   Versorgungspolitischer und epidemiologischer Bedarf,

     •   Leitung durch einen Facharzt für Innere Medizin mit der Schwerpunktweiterbildung
         „Klinische Geriatrie“ oder der Zusatzweiterbildung „Geriatrie“ lt. Weiterbildungsord-
         nung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt oder einer entsprechenden Weiterbildung,

     •   mindestens ein Stellvertreter mit abgeschlossener Weiterbildung bzw. begonnener
         Weiterbildung gleicher Qualifikation,

     •   Nachweis einer geriatrischen Arbeitsweise, d. h. strukturiertes geriatrisches
         Assessment, konstante Vorhaltung eines multiprofessionellen therapeutischen
         Teams mit wenigstens 5 verschiedenen Professionen und wöchentliche Behand-
         lungsüberprüfung und -planung innerhalb einer Teamkonferenz,

     •   strukturelle Voraussetzungen für frührehabilitative Behandlung,

     •    Nachweis einer kontinuierlichen Qualitätssicherung durch Anwendung des
         Geriatrischen Minimum Data Sets (GEMIDAS, Modellprojekt zur Qualitätssicherung
         in der Geriatrie) oder eines vergleichbaren Qualitäts- und Management -Systems.

Geriatrische Zentren sollten geriatrische Tageskliniken betreiben, um eine abgestufte wohn-
ortnahe Wiedereingliederung der Patienten zu ermöglichen. Es wird generell eine
fallabschließende Behandlung in der Geriatrie angestrebt.
                                                                                                19
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4.3.7 Brustzentren

Zur Verbesserung der Betreuung der an Brustkrebs erkrankten Patientinnen entstehen in
Sachsen-Anhalt an bereits bestehenden Krankenhäusern Brustzentren.

Maßstab für Qualität und Interdisziplinarität bilden die konsentierten bundes- und europa-
weiten Kriterien der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften (ISTO1, EUSOMA2)
in ihrer jeweils aktuellen Fassung. Das Brustzentrum erfüllt die geforderten Inhalte zu
Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität einer unabhängigen Expertenkommission und muss
eine Zertifizierung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der
Deutschen Krebsgesellschaft nachweisen (in Anlehnung an die EUSOMA-Richtlinien).

Das Brustzentrum erbringt alle Leistungen der hochqualifizierten Behandlung, der notwendi-
gen Aufklärung und der bio-psychosozialen Betreuung der Patientin im Verbund mit seinen
angegliederten Partnern. Alle an der Behandlung Beteiligten und die Patientin sind aktiv und
zeitnah in die Therapieabläufe einzubeziehen, um Informationsverluste zu vermeiden.
Entsprechend der Prävalenz der Erkrankung und der geografischen Struktur des Landes
Sachsen-Anhalt, werden insgesamt fünf Brustzentren in den Regionen Altmark, Magdeburg,
Harzregion, Halle und Dessau zur qualitätsgerechten Versorgung angestrebt. Nach erfolgter
Zertifizierung ist eine Antragstellung zur nachrichtlichen Aufnahme in den Krankenhausplan
möglich.
Unabhängig von der Etablierung von Brustzentren können die Krankenhäuser in Sachsen-
Anhalt am strukturierten Programm (Disease Management Programm = DMP) zur Brust-
krebsbehandlung teilnehmen. Auch hier sind die jeweils geforderten Kriterien zu erfüllen. Ein
Krankenhaus, das an diesem DMP teilnimmt, kann darüber hinaus auch Brustzentrum (s. o.)
oder assoziiertes Mitglied eines Brustzentrums sein. Hierzu werden detaillierte Kooperati-
onsvereinbarungen geschlossen.


4.4 Planung von Tageskliniken im stationären Bereich

Der Krankenhausplan des Landes Sachsen-Anhalt enthält tagesklinische Plätze für die aus
dem DRG-System ausgenommenen psychiatrischen Fachgebiete. Dies sind die Fachgebiete
Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie sowie
psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Die umgangssprachlich als tagesklinische Behandlung bezeichnete Versorgungsform ist in
den geltenden rechtlichen Regelungen als eine teilstationäre Behandlung definiert. Der § 39
Abs. 1 SGB V regelt, dass Krankenhausbehandlung teilstationär möglich ist. Sie hat den
Vorrang vor der vollstationären Behandlung. Voraussetzung für eine teilstationäre Behand-
lung ist, dass die Behandlung der Erkrankung des Patienten die Mittel des Krankenhauses
erforderlich machen. Das Behandlungsziel ist nicht durch vor- und nachstationäre oder
ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege zu erreichen.

Teilstationäre Behandlung findet als tages- oder nachtklinische Behandlung statt. Die Unter-
bringung und Versorgung der Patienten ist entweder tagsüber bzw. nur in der Nacht
erforderlich. Der Patient muss in das Krankenhaus aufgenommen werden. Die Behandlung
findet in der Regel an mehreren Tagen sequenziell oder als Intervallbehandlung statt. Der
Patient befindet sich regelmäßig, aber nicht zeitlich durchgehend, im Krankenhaus. Ein
direkter Bezug zu einer Station bzw. Fachabteilung des Krankenhauses muss vorhanden
sein.



Erklärungen der Abkürzungen
1
  ISTO     = Informationszentrum für Standards in der Onkologie
2
  EUSOMA = European Society of Mastology

                                                                                             20
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Für die Fachgebiete, für die der Krankenhausplan keine Kapazitätsaussagen mehr enthält,
ist eine gesonderte Planung von tagesklinischen Plätzen entbehrlich. Die Krankenhäuser
haben die Möglichkeit, im Rahmen ihres Versorgungsvertrages teilstationäre Angebote
vorzuhalten. Eine informelle Ausweisung ist möglich.

Ausnahmen von dieser grundsätzlichen Regelung stellen die Fachgebiete dar, die weiterhin
kapazitiv geplant werden und tagesklinische Angebote, die nicht am Standort des Kranken-
hauses vorgehalten werden.


4.5 Belegärztliche Versorgung

In den vergangenen Jahren zeigt sich insgesamt eine rückläufige Tendenz bei der belegärzt-
lichen Versorgung in Krankenhäusern Sachsen-Anhalts. Dies entspricht einer bundesweiten
Entwicklung.

Trotz des Rückgangs belegärztlicher Versorgung sollten diese Leistungsangebote in den
Krankenhäusern des Landes weiter vorgehalten werden. Dafür sprechen folgende Gründe:

-   Der § 121 SGB V verpflichtet die Vertragsparteien, auf eine leistungsfähige und
    wirtschaftliche belegärztliche Behandlung der Versicherten an zugelassenen Kranken-
    häusern hinzuwirken.
-   Belegärztliche Versorgung soll eine effiziente und auf das notwendige Maß beschränkte
    stationäre Behandlung sichern.
-   Belegärztliche Versorgung in ausgewählten Fachgebieten bietet die Möglichkeit einer
    wohnortnahen Versorgung. Fachärztliche Leistungen, die im Allgemeinen nur an Kran-
    kenhäusern mit einem überregionalen Versorgungsvertrag angeboten werden, stehen
    damit auch in Basisversorgungskrankenhäusern zur Verfügung.

Die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt halten derzeit belegärztliche Angebote vor.
Schwerpunkte dabei sind die Fachgebiete HNO und Urologie. Weitere belegärztliche
Leistungen werden in den Fachgebieten Augenheilkunde, Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichts-
chirurgie, Frauenheilkunde sowie Strahlenheilkunde angeboten.

Den Krankenhäusern obliegt die Entscheidung über die Tätigkeit eines Belegarztes im
Rahmen der mit dem Krankenhausplan zugewiesenen Fachgebiete (kooperatives Beleg-
arztwesen). Zieht der Antrag auf belegärztliche Tätigkeit die Neuerrichtung eines Fachge-
bietes nach sich, trifft die für die Krankenhausplanung zuständige Stelle die Entscheidung.

Für beide Fälle ist es erforderlich, dass die Kassenärztliche Vereinigung den entsprechenden
Antrag des Vertragsarztes bestätigt. Dabei ist das Einvernehmen mit den Landesverbänden
der Krankenkassen herzustellen. In diesem Verfahren wird geprüft, ob der Vertragsarzt die
Voraussetzungen für eine belegärztliche Versorgung nachgewiesen hat. Dies betrifft
insbesondere die Geeignetheit des Belegarztes aufgrund seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten
sowie die Erreichbarkeit des Krankenhauses durch den Arzt.
Eine ausschließlich von einem Belegarzt geführte Abteilung wird im Krankenhausplan
nachrichtlich ausgewiesen.

Weiterhin haben die Vertragsparteien die Möglichkeit, belegärztliche Leistungen in die zu
schließenden Qualitäts- und Leistungsvereinbarungen aufzunehmen.




                                                                                            21
                                                                            Stand: 28.07.2006



5. Krankenhausplanung in Sachsen-Anhalt

Die Krankenhausplanung hat sich bundesweit den in den letzten Jahren veränderten Bedin-
gungen anpassen müssen. Bundesweites Ziel ist nach wie vor eine ausreichende, qualitäts-
gerechte Versorgung mit Krankenhausleistungen. Allein die Umstellung auf ein pauschalier-
tes Vergütungssystem erfordert von den Krankenhäusern eine flexible Anpassung der
betriebseigenen Strukturen an die Anforderungen dieses Vergütungssystems. Flexible
Angebote und Strukturen erfordern auch der medizinisch-technische Fortschritt und das
zunehmende Aufbrechen der Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Leistungs-
erbringung durch integrierte Versorgungsformen und Disease-Management-Programme.

Zunehmend werben die Krankenhäuser um Patienten und damit für die Erbringung ihrer
Leistungen. Ausgehend von der sozialstaatlichen Verpflichtung zur Daseinsvorsorge kann
die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung nicht allein dem Wettbewerb überlassen
bleiben. Sachsen-Anhalt kommt mit seinem Krankenhausgesetz (KHG LSA) dieser
Verpflichtung nach. Die Krankenhausplanung erfolgt standortbezogen und gibt die Fachge-
biete entsprechend der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt vor.
Unverzichtbar dabei ist die Bildung von Leistungsschwerpunkten und von Leistungen mit
besonders hohem Investitionsaufwand an Krankenhäusern der universitären sowie der
Schwerpunkt- und Spezialversorgung.

Die Vorgabe von Fachgebieten und ausgewählten Leistungen ist für eine flächendeckende,
ausgewogene Krankenhausversorgung unerlässlich. Die Fachgebiete stellen den Rahmen
dar, die Vertragsparteien füllen diesen mit ihren Verhandlungen und den Abschlüssen der
Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen aus.


5.1 Krankenhausleistungen in Sachsen-Anhalt

Jahr             Pflegetage        Fallzahl      Verweildauer
1991             6.741.670         466.946          14,4
1995             5.846.112         586.776          10,0
2000             5.422.298         583.496           9,3
2002             5.176.461         584.000           8,9
2003             5.004.197         572.135           8,8
2004             4.863.207         559.995           8,7
2005             4.788.437         560.579           8,5

Die Entwicklungsreihe zeigt, dass von 1991 bis 2002 die Anzahl der in den Krankenhäusern
Sachsen-Anhalts behandelten Patienten um rd. 25 % gestiegen ist. Die Verweildauer ist im
gleichen Zeitraum um mehr als 5 Tage gesunken.
Ab 2003 ist ein Sinken der Pflegetage, der Fallzahl und eine weitere Abnahme der Verweil-
dauer erkennbar. Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Entwicklung in erster
Linie auf die Einführung des DRG-Systems zurückzuführen ist. Ebenso haben der medizi-
nisch-technische Fortschritt und verbesserte Behandlungen, die zum einen eine frühere
Entlassung der Patienten, zum anderen eine Verlagerung der stationären Fälle in andere
Bereiche ermöglichen, Einfluss.




                                                                                          22
Krankenhausstandorte
     Stand 2006




      Basisversorgung
      Schwerpunktversorgung
      Spezialversorgung
      universitäre Versorgung




                                23
                                                                             Stand: 28.07.2006



5. 2 Fachgebiete nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

5.2.1 Augenheilkunde
Jahr              Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991                99.208           9.467           10,5
1995                82.653          12.587            6,6
2000                63.381          14.648            4,3
2002                63569           14.952            4,3
2003                60.591          14.827            4,1
2004                49.984          11.877            4,2
2005                47.776          10.291            4,6

In Krankenhäusern der Basis-, Schwerpunkt- und universitären Versorgung werden 4 Abtei-
lungen für Augenheilkunde vorgehalten. Darüber hinaus werden im Interesse einer
ortsnahen Grundversorgung Leistungen in 5 Belegabteilungen angeboten.

Die Augenheilkunde gehört zu den Fachgebieten, die in den letzten Jahren erhebliche
Strukturveränderungen erfahren haben. Die Verweildauer ist in starkem Maße zurückgegan-
gen. Nach einem Anstieg ist ab 2003 ein Sinken der Fallzahl zu erkennen.
In der Augenheilkunde spiegelt sich deutlich die Veränderung des stationären Leistungs-
profils durch neue Behandlungsmethoden wider. Die medizinisch-technische Entwicklung –
die Durchführung neuer, zum Teil revolutionierender Verfahren – ermöglicht, dass heute
Operationen, die früher mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden waren, ambulant
erbracht werden.

Zukünftige Entwicklung

Die bisherige Entwicklung zur Verlagerung von bisher stationär erbrachten Leistungen in den
ambulanten Bereich wird sich fortsetzen. Die Verweildauer wird nicht mehr erheblich sinken,
da Fälle mit kurzer Verweildauer im ambulanten Bereich behandelt werden.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

   -   Die Leistungserbringung erfolgt überregional, wobei die Vorhaltung an einem Haus
       der Basisversorgung nicht ausgeschlossen ist.

   -   Die Leistungserbringung erfolgt entsprechend den Leitlinien des Fachgebietes und
       den Vorgaben aus dem SGB V qualitätsgesichert.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

   •   Fallzahl-, Morbiditäts- und demografische Entwicklung,
   •   Vorhaltedichte in der Region.




                                                                                           24
Augenheilkunde
 Stand 2006




          AUG
         AUG-BA




                  25
                                                                                  Stand: 28.07.2006



5.2.2 Chirurgie

Jahr                Pflegetage*)        Fallzahl*)     Verweildauer*)
1991                 1.775.129           129.871           13,7
1995                 1.628.018           175.888            9,3
2000                 1.453.879           179.469            8,1
2002                 1.341.865           171.423            7,8
2003                 1.290.181           168.177            7,7
2004                 1.273.905           165.294            7,7
2005                 1.235.924           164.142            7,5

*) einschl. Herzchirurgie, Plastische Chirurgie, Kinderchirurgie und Orthopädie

In 37 Krankenhäusern aller Versorgungsstufen werden Abteilungen für Chirurgie vorge-
halten. Darunter befinden sich zwei Belegabteilungen. Die Allgemeine Chirurgie gehört zu
den Fachgebieten, die möglichst wohnortnah angeboten werden sollen.

Nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt werden innerhalb des
Fachgebietes Chirurgie 8 Facharztkompetenzen ausgewiesen, darunter die Herzchirurgie,
die Kinderchirurgie, die Plastische/Ästhetische Chirurgie und die Orthopädie/Unfallchirurgie.
Die Herzchirurgie, Kinderchirurgie, und Plastische Chirurgie waren von 1996 bis 2004 nach
der bis dahin geltenden Weiterbildungsordnung eigenständige Fachgebiete, die Orthopädie
seit Beginn der Krankenhausplanung.

Zukünftige Entwicklung für das Fachgebiet Chirurgie

Die demografische Entwicklung wird unterschiedlichen Einfluss auf die Facharztkom-
petenzen des Fachgebietes Chirurgie haben. Während für den Bereich Kinderchirurgie allein
aufgrund der demografischen Entwicklung von einem weiteren deutlichen Fallzahlrückgang
auszugehen ist, wird für andere Facharztkompetenzen eher mit einer Zunahme der Fälle zu
rechnen sein. Die Zunahme der Patientenzahlen bedeutet aber nicht unbedingt einen
fallzahlsteigernden Effekt im stationären Bereich.

Es ist davon auszugehen, dass der Umfang der ambulanten Leistungserbringung weiter
zunehmen wird. Medizinisch-technischer Fortschritt, konzentrierte Betriebsabläufe, Aufbau
von sektorübergreifender Versorgung mit besserer Möglichkeit von prä- und poststationärer
Versorgung werden künftig Einfluss auf die durchschnittliche Verweildauer haben und die
weitere Verlagerung in den ambulanten Bereich begünstigen.

Allgemeine Leistungsanforderungen für das Fachgebiet Chirurgie

•   Basisversorgung

    Das Fachgebiet Chirurgie ist in mehrere Facharztkompetenzen unterteilt. Dabei wird
    davon ausgegangen, dass Leistungen innerhalb der Facharztkompetenzen Allgemeine
    Chirurgie, Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie sowie Visceral-
    chirurgie in Krankenhäusern der Basisversorgung erbracht werden können.

•   Schwerpunktversorgung und universitäre Versorgung

    Für die Beantragung und Zuerkennung einer Facharztkompetenz als ausgewiesener
    Schwerpunkt, verbunden mit der Aufnahme in die Landesplanung, sind folgende
    Kriterien zu erfüllen:




                                                                                                26
                                                                           Stand: 28.07.2006



1. Dem betreffenden Krankenhaus ist die Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung,
   Spezialversorgung (bei korrespondierender Fachabteilung in der Spezialversorgung)
   oder universitäre Versorgung zugewiesen worden.
2. Im Krankenhaus sind mindestens zwei hauptamtlich tätige Ärzte/Ärztinnen mit
   entsprechender Facharztkompetenz angestellt; die entsprechenden räumlichen,
   sächlichen und personellen Voraussetzungen nach den geltenden Qualitätsanforderun-
   gen sind vorhanden.

3. Das Krankenhaus unterhält nachweislich eine interdisziplinäre Kooperation mit anderen
   Fachgebieten.

Für die Vorhaltung von Facharztkompetenzen als ausgewiesener Schwerpunkt an einem
Standort und die Anerkennung durch den Planungsausschuss sind weiterhin zu berücksich-
tigen:

          .   Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung,
          .   Vorhaltedichte der entsprechenden Schwerpunkte und des entsprechenden
              Leistungsumfangs in der Region,
          .   apparative Ausstattung,
          .   Umfeldvoraussetzungen, wie z. B. Verkehrsanbindungen.



Die Facharztkompetenz Herzchirurgie als ausgewiesener Schwerpunkt wird gesondert
geplant und hat speziellen Rahmenvorgaben zu genügen (4.3.2).

Die Transplantationsmedizin ist der universitären Ebene vorbehalten, auch hier sind
spezielle Rahmenvorgaben zu beachten (4.3.1).

Das langjährig eigenständig geplante Fachgebiet Orthopädie, das in der neuen Weiterbil-
dungsordnung der Ärztekammer als Facharztkompetenz Unfallchirurgie und Orthopädie
ausgewiesen wird, kann auf der Basis des Krankenhausplanes 2004 in Ausnahmefällen
Krankenhäusern der Basisversorgung zugeordnet bleiben. Es gelten die Voraussetzungen
der überörtlichen Versorgung.




                                                                                         27
 Chirurgie
Stand 2006




             CHI




                   28
                                                                              Stand: 28.07.2006



5.2.3. Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Jahr              Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991               682.246           83.324          8,2
1995               557.628           78.324          7,1
2000               421.388           73.375          5,7
2003               344.823           68.510          5,0
2004               321.673           64.311          5,0
2005               297.469           59.977          5,0

In Krankenhäusern der Basis- sowie Schwerpunktversorgung und in beiden Universitätsklini-
ken werden 28 Abteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe vorgehalten. In einem
Krankenhaus werden in geringem Maße belegärztliche Leistungen angeboten.

Bedingt durch die medizinisch-technische Entwicklung haben neue Behandlungsmethoden
und zunehmende Verlagerung in den ambulanten Bereich dazu geführt, dass die Verweil-
dauer seit 1991 um mehr als drei Tage und die Zahl der Fälle um 28 % gesunken sind.

Die bisherige Entwicklung dieses Fachgebietes ist auch geprägt von einer Konzentration der
Leistungen, insbesondere der Geburtshilfe. Leistungskonzentrationen bilden die Vorausset-
zungen für medizinische Qualität und effiziente Wirtschaftsführung.
1992 wurden in Sachsen-Anhalt an 37 Krankenhäusern geburtshilfliche Abteilungen
vorgehalten. Im Jahr 2005 sind es 28.

Zukünftige Entwicklung

Aufgrund der demografischen Entwicklung sowie der Zunahme der bösartigen Neubildungen
bei Frauen ist mit einer Zunahme des Patientenklientels im Bereich Frauenheilkunde zu
rechnen. Dem steht die Verlagerung bisher stationärer Leistungen in den teilstationären oder
ambulanten Bereich entgegen. Insgesamt ist daher eher von einer Abnahme der stationären
Fallzahlen für die Frauenheilkunde auszugehen. Für den Bereich der Geburtshilfe ist
ebenfalls aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer Stagnation bzw. einer weiteren
Abnahme der Geburten zu rechnen. Die mögliche Verlagerung von Geburten in den ambu-
lanten Bereich wird derzeit nicht favorisiert. Für das gesamte Gebiet ist das Potenzial der
weiteren Verkürzung der Verweildauer noch nicht ausgeschöpft. Die Wirkung der DRG's
bleibt abzuwarten.

Allgemeine Leistungsanforderungen für den Bereich Frauenheilkunde

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

–   Teil der Basisversorgung,
–   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend der Leitlinien des Fachgebietes
    und den Vorgaben aus dem SGB V,
–   Einhaltung der Mindestmengen,
–   Teilnahme an der Notfallversorgung.




                                                                                            29
                                                                                Stand: 28.07.2006



Für die Beantragung und Zuerkennung der Schwerpunkte Gynäkologische Endokrinologie
und Reproduktionsmedizin, Gynäkologische Onkologie sowie Spezielle Geburtshilfe und
Perinatalmedizin, verbunden mit der Aufnahme in die Landesplanung, sind folgende Kriterien
zu erfüllen:

1. Dem betreffenden Krankenhaus ist die Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung oder
   universitäre Versorgung zugewiesen worden.

2. Im Krankenhaus sind mindestens zwei hauptamtlich tätige Ärzte/Ärztinnen mit
   entsprechender Facharztkompetenz angestellt; die entsprechenden räumlichen,
   sächlichen und personellen Voraussetzungen nach den geltenden Qualitäts-
   anforderungen sind vorhanden.

3. Das Krankenhaus unterhält nachweislich eine interdisziplinäre Kooperation mit anderen
   Fachgebieten.

Für die Vorhaltung der Schwerpunkte an einem Standort und die Anerkennung durch den
Planungsausschuss sind weiterhin zu berücksichtigen:

.   Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung,
.   Vorhaltedichte der entsprechenden Schwerpunkte und des entsprechenden
    Leistungsumfangs in der Region,
.   apparative Ausstattung,
.   Umfeldvoraussetzungen, wie z. B. Verkehrsanbindungen.


Wie unter dem Punkt 4.3.4 (Perinatalzentren) dargelegt, wird eine dreistufige geburtshilfliche
Versorgung angestrebt. Die geburtshilfliche Grundversorgung soll möglichst in Wohnortnähe
bleiben. Risikofälle sind rechtzeitig an geburtshilfliche Schwerpunkte abzugeben.
Diesbezüglich sind Kooperationen mit den entsprechenden Krankenhäusern erforderlich.

Allgemeine Leistungsanforderungen an die geburtshilfliche Grundversorgung

Für die Beantragung und Zuerkennung einer geburtshilflichen Grundversorgung, verbunden
mit der Aufnahme in den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

–   Das Fachgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe wird vorgehalten,
–   ca. 300 Geburten/Jahr an einem Standort (bei Unterschreitung der Mindestfallzahl
    Anhörung im Planungsausschuss),
–   Schnittentbindung im Notfall innerhalb von 20 min. jederzeit durchführbar,
–   Erstversorgung eines kranken oder gefährdeten Neugeborenen ist fachärztlich rund um
    die Uhr abgesichert,
–   Risikofälle sind an geburtshilfliche Schwerpunkte mit Neonatologie rechtzeitig
    abzugeben.




                                                                                              30
                                                                                Stand: 28.07.2006



Allgemeine Leistungsanforderungen an eine geburtshilfliche Schwerpunktversorgung

A. Merkmale der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

1. Perinatale Schwerpunkte befinden sich in Krankenhäusern, die eine Geburtsklinik mit
   angeschlossener Kinderklinik vorhalten. Zur Betreuung von Risikogeburten rund um die
   Uhr einschließlich der Vorhaltung von neonatologischen Intensiv- und Überwachungs-
   plätzen sind alle Möglichkeiten vorhanden. Bei anhaltenden Problemen soll eine
   Verlegung in ein weiter betreuendes Krankenhaus erfolgen. Prinzipiell sollen in einer
   Kinderklinik mit neonatologischer Grundversorgung nur Kinder > 32 + O SSW behandelt
   werden.

2. Der die Neugeborenen verantwortlich betreuende Arzt soll die Gebietsbezeichnung
   Kinder- und Jugendmedizin und mindestens drei Jahre Erfahrung in Neonatologie
   nachweisen.

3. Es besteht die Möglichkeit zur Beatmung.

4. Diagnostische Verfahren wie Radiologie, allgemeine Sonografie, Echokardiografie und
   EEG sind verfügbar.

5. 24-Stunden-Präsenz eines pädiatrischen Dienstarztes.

6. Der Perinatale Schwerpunkt beachtet die Kriterien für eine Zuweisung in die höheren
   Versorgungsstufen im Rahmen seines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements als
   Prozessqualitätsmerkmal.

7. Anzahl Geburten an einem Standort sollte 500 im Jahr nicht unterschreiten.

B. Aufnahmekriterien für Perinatale Schwerpunkte (antenatale Zuweisung):

   Die Aufnahme bzw. Zuweisung aus niedrigeren Versorgungsstufen erfolgt nach folgen-
   den leitliniengestützten Kriterien:

1. Unreife ≥ 1500 g und/oder 32 + 1 bis ≤ 36 + 0 SSW

2. Fetale Wachstumsretardierung




                                                                                              31
Frauenheilkunde und
    Geburtshilfe
   Stand 2006




                FHK
                GEB




                      32
                                                                            Stand: 28.07.2006



5.2.4 Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Jahr               Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991                139.886           18.374          7,6
1995                142.103           23.809          6,0
2000                141.560           23.745          6,0
2003                133.449           23.432          5,7
2004                127.328           22.639          5,6
2005                123.068           22.090          5,6

In Krankenhäusern der Basis- sowie Schwerpunktversorgung und in beiden Universitäts-
kliniken werden 10 Abteilungen für HNO vorgehalten. Darüber hinaus werden im Interesse
einer wohnortnahen Grundversorgung Leistungen in 8 Belegabteilungen angeboten. Die
Entwicklung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein hoher Anteil von Erkrankungen zuneh-
mend ambulant behandelt wird.

Zukünftige Entwicklung

Die demografische Entwicklung mit einer Zunahme des Anteils älteren Menschen und einer
damit verbundenen höheren Inzidenz an Tumorerkrankungen lässt eine Fallzahlsteigerung
erwarten. Andererseits entfällt ein Großteil der erbrachten Leistungen an Kindern und
Jugendlichen. Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung wird sich auch auf die Fallzahlen
auswirken. Zusätzlich sind Fortschritte im Bereich der minimalinvasiven Operationstechni-
ken, aber auch Effekte, die durch die Verzahnung von ambulanten und stationären Leistun-
gen im Rahmen der sektorübergreifenden Versorgung zu erwarten. Weiteres ambulantes
Potential ist vorhanden und muss genutzt werden.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

-   Die Leistungserbringung erfolgt überregional, die Vorhaltung an einem Haus der
    Basisversorgung wird nicht ausgeschlossen,
-   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend der Leitlinien des Fachgebietes
    und der Vorgaben aus dem SGB V.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

    •   Fallzahl-, Morbiditäts- und demografische Entwicklung,
    •   Vorhaltedichte in der Region.




                                                                                          33
Hals-, Nasen- und
 Ohrenheilkunde
   Stand 2006




           HNO
          HNO-BA




                    34
                                                                              Stand: 28.07.2006



5.2.5 Haut- und Geschlechtskrankheiten

Jahr               Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991                105.828           5.800           18,2
1995                 79.548           6.867           11,6
2000                 63.993           6.386           10,0
2003                 60.886           6.200            9,8
2004                 55.934           6.280            8,9
2005                 54.455           6.278            8,7

In Krankenhäusern der Basis- sowie Schwerpunktversorgung und in beiden Universitäts-
kliniken werden 5 Abteilungen für Haut- und Geschlechtskrankheiten vorgehalten.

Die Zunahme der Hauterkrankungen in den letzten Jahren (z.B. Allergien) hat keinen
Einfluss auf die stationären Fallzahlen. Zurückzuführen ist das auf die Möglichkeiten der
Verlagerung in den ambulanten und teilstationären Bereich. Auffällig ist der starke Rückgang
der Verweildauer.

Zukünftige Entwicklung

Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung und schädigender Umwelteinflüsse
ist mit einer Zunahme u.a. von Hauttumoren, Neurodermatosen, Ekzemen und allergischen
Krankheitsbildern zu rechnen, die aber nicht zwangsläufig eine Zunahme der stationären
Fälle zur Folge haben muss. Die stationäre Fallzahlentwicklung wird weiterhin maßgeblich
durch Leistungsverlagerungen in den ambulanten oder teilstationären Bereich bestimmt sein.
Hier werden neue Behandlungsmöglichkeiten und das DRG-Entgeltsystem deutliche
Wirkung entfalten.

Die weitere Senkung der Verweildauer und Leistungsübernahmen in den ambulanten
Bereich werden vermutlich eine Fallzahlerhöhung kompensieren.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

-   Die Leistungserbringung erfolgt überregional; die Vorhaltung an einem Krankenhaus der
    Basisversorgung wird nicht ausgeschlossen.

-   Qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend den Leitlinien des Fachgebietes
    und den Vorgaben des SGB V.


Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

    •   Fallzahl-, Morbiditäts- und demografische Entwicklung,
    •   Vorhaltedichte in der Region.




                                                                                            35
Haut- und Geschlechtskrankheiten
          Stand 2006




                       HAU




                                   36
                                                                               Stand: 28.07.2006



5.2.6 Innere Medizin und Allgemeinmedizin

Jahr              Pflegetage        Fallzahl      Verweildauer
1991              2.171.066         131.668           16,5
1995              2.093.998         187.267           11,2
2000              1.942.044         215.541            9,0
2003              1.793.562         219.990            8,2
2004              1.724.508         218.737            7,9
2005              1.720.424         224.501            7,7

Die Innere Medizin als größtes Fachgebiet wird in 38 Krankenhäusern aller Versorgungs-
stufen vorgehalten; mehr als ein Drittel aller Fälle in Sachsen-Anhalt sind diesem Fachgebiet
zuzuordnen. Die Innere Medizin sollte, sofern nicht übergeordnete Gesichtspunkte dem
entgegenstehen, zumindest in jedem Landkreis bzw. in jeder kreisfreien Stadt vorgehalten
werden.
Das Gebiet beinhaltet nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt
9 Schwerpunkte: Angiologie, Endokrinologie und Diabetologie, Gastroenterologie, Geriatrie,
Hämatologie und Onkologie, Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie und Rheumatologie.

Zukünftige Entwicklung

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit einer Zunahme der internistischen Erkran-
kungen (z. B. Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bösartige Neubildungen) zu
rechnen. Inwieweit die Zunahme der Fallzahlen auch eine Zunahme des stationären Fall-
zahlaufkommens mit sich bringt, ist nicht eindeutig abzuschätzen. Die sektorübergreifende
Versorgung und die allgemeine Entwicklung im medizinisch-technischen Bereich kann zu
einer weiteren Verlagerung von Fällen in den ambulanten Bereich und zur Verweildauersen-
kung führen.


Allgemeine Leistungsanforderungen für das Fachgebiet Innere Medizin und Allgemein-
medizin

Basisversorgung

   Die im Fachgebiet Innere Medizin enthaltenen Schwerpunkte können in Krankenhäusern
   der Basisversorgung vertreten sein.

Schwerpunktversorgung und universitäre Versorgung

   Für die Beantragung und Zuerkennung als ausgewiesener Schwerpunkt, verbunden mit
   der Aufnahme in die Landesplanung, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

   1. Dem Krankenhaus ist die Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung, Spezialversor-
      gung (bei korrespondierender Fachabteilung in der Spezialversorgung) oder univer-
      sitäre Versorgung zugewiesen worden.

   2. Im Krankenhaus sind mindestens zwei hauptamtlich tätige Ärzte/Ärztinnen mit
      entsprechender Facharztkompetenz angestellt. Die entsprechenden räumlichen,
      sächlichen und personellen Voraussetzungen nach den geltenden Qualitätsanforde-
      rungen sind vorhanden.

   3. Das Krankenhaus weist interne und externe Maßnahmen zur fachspezifischen Quali-
      tätssicherung, einschließlich der fachübergreifenden Kooperation, nach.



                                                                                             37
                                                                           Stand: 28.07.2006



      Darüber hinaus werden bei einer krankenhausplanerischen Anerkennung folgende
      Faktoren zugrunde gelegt:

          •   Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung,
          •   Vorhaltedichte der entsprechenden Schwerpunkte und des entsprechenden
              Leistungsumfangs in der Region,
          •   apparative Ausstattung,
          •   Umfeldvoraussetzungen wie z. B. Verkehrsanbindungen.


Die Stammzelltransplantation wird gesondert geplant und hat speziellen Rahmenvorgaben
(s. 4.3.1) zu genügen.

Zur Behandlung von hochkontagiösen Infektionskrankheiten steht die Isolierstation am
Städtischen Klinikum St. Georg Leipzig zur Verfügung. Zwischen dem Land Sachsen-Anhalt
und dem Freistaat Sachsen wurde diesbezüglich ein Vertrag geschlossen.

Für die stationäre geriatrische Versorgung in einem Zentrum sind spezielle Rahmenvor-
gaben einzuhalten (s. 4.3.6).




                                                                                         38
Innere Medizin
 Stand 2006




    Innere Medizin




                     39
                                                                                Stand: 28.07.2006



5.2.7 Kinder- und Jugendmedizin

Jahr                  Pflegetage       Fallzahl     Verweildauer
1991                   560.665          50.236          11,2
1995                   395.501          48.710           8,1
2000                   282.329          42.947           6,6
2003                   227.284          39.547           5,7
2004                   212.494          38.856           5,5
2005                   209.186          40.431           5,2


Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin werden in 24 Krankenhäusern der Basis- sowie
Schwerpunktversorgung und in beiden Universitätskliniken vorgehalten.

In diesem Fachgebiet spiegelt sich deutlich die Veränderung des stationären Leistungsprofils
wider. Neue Behandlungsmethoden, die demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt und
die zunehmende Verlagerung in den ambulanten Bereich haben dazu geführt, dass in den
zurückliegenden Jahren die Fallzahl (verbunden mit einem Absinken der Verweildauer)
ständig rückläufig war. Ursachen des Fallzahlrückgangs ist auch der deutliche
Geburtenrückgang.
Das Fachgebiet ist auch geprägt von einer sich entwickelten Leistungskonzentration als
Voraussetzung für medizinische Qualität und effiziente Wirtschaftsführung.
1992 wurden in Sachsen-Anhalt noch an 37 Krankenhäusern Abteilungen für
Kinderheilkunde vorgehalten. Die Reduzierung der Abteilungsanzahl ist überwiegend ein
Ergebnis von Krankenhaus-Fusionen.

Das Gebiet Kinder- und Jugendmedizin beinhaltet nach der Weiterbildungsordnung der
Ärztekammer Sachsen-Anhalt 6 Schwerpunkte: Kinder-Hämatologie und -Onkologie, Kinder-
Kardiologie, Neonatologie, Kinder-Nephrologie, Neuropädiatrie und Kinder-Pneumologie.

Zukünftige Entwicklung

Das Fachgebiet soll nicht in jedem Krankenhaus, aber flächendeckend in Rufbereitschaft von
Kinderärzten rund um die Uhr vorgehalten werden. Dem Bedürfnis nach Mitaufnahme eines
Elternteils sollte, soweit medizinisch erforderlich, mindestens bis zum 5. Lebensjahr
Rechnung getragen werden.

Allein aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit einem weiteren Rückgang der Zahl
der im Krankenhaus zu behandelnden Kinder zu rechnen. Ein ambulantes
Substitutionspotential wird für die Pädiatrie nur noch bedingt erwartet.
Die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung mit sinkenden Kinderzahlen erschwert
die flächendeckende Vorhaltung wohnortnaher pädiatrischer Versorgungsangebote aus
Gründen der Qualität und der Wirtschaftlichkeit. Eine Lösung stellt die Einrichtung
interdisziplinärer Kinderpflegestationen bei Kooperation mit niedergelassenen Pädiatern dar.

Allgemeine Leistungsanforderungen für die kindgerechte Versorgung und das
Fachgebiet Kinder- und Jugendmedizin

•   Allgemeine Leistungsanforderungen für die kindgerechte Versorgung unabhängig von
    der Versorgungsstufe:

       –   Erreichbarkeit in max. 40 km Entfernung,
       –   Pflege durch Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen,
       –   räumliche Voraussetzungen (in interdisziplinären Kinderzimmern),
       –   Betreuung durch Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin (auch in Kooperation).

                                                                                              40
                                                                            Stand: 28.07.2006



Allgemeine Leistungsanforderungen für das Fachgebiet Kinder- und Jugendmedizin:

       –   kann Angebot aller Versorgungsstufen sein,
       –   mehr als 2 Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin bzw. Ärzte in
           entsprechender Weiterbildung,
       –   Schwerpunktkompetenzen können vertreten sein,
       –   24 h Präsenzpflicht durch Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

   •   Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung,
   •   Vorhaltedichte in der Region

Für die Beantragung und Zuerkennung eines Schwerpunktes, verbunden mit der Aufnahme
in die Landesplanung, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

   1. Dem Krankenhaus ist die Versorgungsstufe             Schwerpunktversorgung       oder
      universitäre Versorgung zugewiesen worden.

   2. Im Krankenhaus sind mindestens zwei hauptamtlich tätige Ärzte/Ärztinnen mit
      entsprechender    Schwerpunktweiterbildung angestellt. Die  entsprechenden
      räumlichen, sächlichen und personellen Voraussetzungen nach den geltenden
      Qualitätsanforderungen sind vorhanden.

   3. Das Krankenhaus weist interne und externe Maßnahmen zur fachspezifischen
      Qualitätssicherung einschließlich der fachübergreifenden Kooperation nach.

    Darüber hinaus werden bei einer krankenhausplanerischen Anerkennung folgende
    Faktoren zugrunde gelegt:

           •   Fallzahlentwicklung, Morbiditätsentwicklung und demografische Entwicklung,
           •   Vorhaltedichte der entsprechenden Schwerpunkte und des entsprechenden
               Leistungsumfangs in der Region,
           •   apparative Ausstattung,
           •   Umfeldvoraussetzungen, wie z. B. Verkehrsanbindungen.




                                                                                          41
Kinder- und Jugendmedizin
       Stand 2006




                    KIH




                            42
                                                                             Stand: 28.07.2006



5.2.8 Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Jahr              Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991                15.184           1.674           9,1
1995                15.690           2.502           6,3
2000                14.461           2.573           5,6
2003                12.081           2.431           5,0
2004                12.300           2.483           5,0
2005                12.077           2.338           5,2

Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ist eines der kleinsten Fachgebiete und wird in beiden
Universitätskliniken als Leistungsschwerpunkt und als Belegabteilung am Städtischen
Klinikum Dessau und am Klinikum Quedlinburg vorgehalten. 2005 wurden in diesem
Fachgebiet 0,42 % der Fälle des Landes behandelt.
Fallzahlen und Verweildauer sind seit 2000 nur geringen Schwankungen unterworfen.
Aufgrund der verhältnismäßig geringen Fallzahlen können Einzelfälle starke Auswirkungen
auf das Gesamtergebnis haben.

Zukünftige Entwicklung

Mit einer Leistungsverlagerungen in den ambulanten sowie teilstationären Bereich ist zu
rechnen. Neue Behandlungsmöglichkeiten und das DRG-System unterstützen diesen Trend.
Da im Fachgebiet zahnmedizinische und/oder gesichtschirurgische Leistungen erbracht
werden, ist die Anzahl der Behandlungsfälle von unterschiedlichen Gegebenheiten abhängig.
Die Unfallstatistiken zeigen eine leichte Rückläufigkeit bei den Schwer- und
Schwerstverletzten, wozu auch multiple Mund-Kiefer- und Gesichtsverletzungen zählen. Die
Fehlbildungsrate (z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) ist unter anderem auch von der Anzahl
der Geburten abhängig. Drittens steigt mit höherem Lebensalter die Inzidenz der bösartigen
Erkrankungen, die auch in den anatomischen Strukturen des Gesichtsschädels auftreten.
Das derzeit in Sachsen-Anhalt bestehende Leistungsangebot wird als ausreichend erachtet.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan sind folgende Kriterien zu erfüllen:

–   Angebot der Schwerpunkt- und universitären Versorgung,

–   Qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend der Leitlinien des Fachgebietes
    und den Vorgaben des SGB V.


Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes sind
weiterhin zu berücksichtigen:

•   Fallzahl- und Morbidität sowie demografische Entwicklung,
•   Vorhaltedichte in der Region




                                                                                           43
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
        Stand 2006




                 Stand 2004

                     URO-HA
                       MCH
                     URO-HA
                      MCH-BA




                                44
                                                                             Stand: 28.07.2006



5.2.9 Neurochirurgie

Jahr              Pflegetage        Fallzahl      Verweildauer
1991                21.337           1.129            18,9
1995                22.484           2.441             9,2
2000                51.249           5.708             9,0
2003                53.637           6.719             8,0
2004                68.441           7.539             9,1
2005                71.632           7.438             9,6

In 6 Krankenhäusern werden Abteilungen für Neurochirurgie vorgehalten, darunter eine
Belegabteilung. 1991 verfügten beide Universitätskliniken über eine solche Abteilung. Durch
die Schaffung weiterer Kapazitäten, durch die bildgebenden Methoden und die Einführung
neuer Op-Techniken haben die Möglichkeiten der neurochirurgischen Versorgung in den
letzten Jahren stark zugenommen. Eine deutliche Fallzahlsteigerung ist die Folge.

Zukünftige Entwicklung

Das Leistungsspektrum dieses Fachgebietes umfasst neben Operationen an Kopf bzw. Gehirn
schwerpunktmäßig die Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks
sowie peripherer Nerven. Die demografische Entwicklung wird insbesondere bei den
Wirbelsäulenerkrankungen zu einer Fallzahlerhöhung führen. Von einer Zunahme stationärer
Leistungen muss ausgegangen werden, da ambulante Behandlungen nur partiell die
Fallzunahme kompensieren können. Die Neurochirurgie ist ein hochspezialisiertes Fachgebiet,
das an Krankenhäusern der universitären und Schwerpunktversorgung vorgehalten wird. Die
bestehende regionale Zentralisierung an den Standorten Magdeburg, Halle und Dessau ist für
das Land bedarfsgerecht.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in den
Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

   -   Angebot der Schwerpunkt- und universitären Versorgung,
   -   Vorhandensein des Fachgebietes Neurologie.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

       •   Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
       •   Vorhaltedichte in der Region,
       •   apparative Ausstattung.




                                                                                           45
Neurochirurgie
 Stand 2006




       NCH
    NCH - BA




                 46
                                                                             Stand: 28.07.2006



5.2.10 Neurologie

Jahr                Pflegetage      Fallzahl     Verweildauer
1991                 115.726          5.873          19,7
1995                 114.636          7.149          16,0
2000                 189.806         13.772          13,8
2003                 194.233         15.688          12,4
2004                 186.796         16.239          11,5
2005                 183.316         17.041          10,8

15 Krankenhäuser halten eine Abteilung für Neurologie vor.
Durch die demographische Entwicklung kommt dieser Fachrichtung eine zunehmende
Bedeutung zu. Das Älterwerden der Bevölkerung geht mit altersbedingten neurologischen
Erkrankungen, insbesondere mit einer Steigerung der Schlaganfallpatienten, einher. Diese
Entwicklung hat zu einer drastischen Fallzahlsteigerung geführt. Hinzu kommt, dass in den
90er Jahren neurologisch Erkrankte auch in der Inneren Medizin behandelt worden sind.

Die Verweildauer ist in den Krankenhäusern unterschiedlich. In Häusern, in denen Patienten
in der Frührehabilitation, Stufe B, behandelt werden, ist sie entsprechend länger.

Die Behandlung ist durch den Einsatz der Neuroradiologie und neuronuklearmedizinischen
Techniken insgesamt weiter ausgebaut worden, so dass die Verweildauer kontinuierlich
reduziert werden konnte.

Zukünftige Entwicklung

Trotz des in der Neurologie vorhandenen Potenzials für ambulante und sektorübergreifende
Versorgungsangebote ist unter Berücksichtigung der Altersepidemiologie und -verteilung
neurologischer Krankheiten nicht mit einem wesentlichen Rückgang der stationären
Fallzahlen zu rechnen. Insbesondere die neurologischen Krankheiten im Alter (Apoplex,
transitorische Attacken, vaskulär oder degenerativ bedingte Demenz) sowie die zunehmende
Bewältigung daraus resultierender Behinderungen bedürfen einer fachspezifischen Therapie,
die ggf. durch neurologische Frührehabilitation ergänzt werden muss.

Die fallzahlsteigernden Effekte von Demografie und Morbidität im Alter werden zum Teil
durch den medizinischen Fortschritt (fibrinolytische Behandlung bei Schlaganfallpatienten,
mikroinvasive Eingriffe etc.) aufgefangen.


Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan sind folgende Kriterien zu erfüllen:

    -   Angebote in allen Versorgungsstufen,
    -   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend        der   Leitlinien     des
        Fachgebietes und den Vorgaben des SGB V.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

•   Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
•   Vorhaltedichte in der Region,
•   apparative Ausstattung.


                                                                                           47
Neurologie
Stand 2006




       NEU
   NEU-Frühreha




                  48
                                                                            Stand: 28.07.2006



5.2.11 Nuklearmedizin

Jahr              Pflegetage        Fallzahl     Verweildauer
1991                   -                -             -
1995                 1.696            295            5,7
2000                 8.689           1.737           5,0
2003                 8.631           1.641           5,3
2004                 8.051           1.636           4,9
2005                 6.977           1.577           4,4

Nuklearmedizinische Leistungen werden im Städtischen Klinikum Dessau und in den beiden
Universitätskliniken erbracht.

Die Leistungsparameter bei der nuklearmedizinischen Behandlung sind im wesentlichen
abhängig vom Aufbau spezifischer Kapazitäten (nuklearmedizinische Therapieeinheiten). Die
Verweildauer der Patienten wird neben patientenorientierten Parametern wesentlich durch
die Strahlenschutzgesetzgebung bestimmt.

Zukünftige Entwicklung

Nuklearmedizinische Therapien dienen zur Behandlung der blutbildenden Organe, des
endolymphatischen Systems, von Geschwülsten und Geschwulstmetastasen der Weichteile
und des Knochens, zur Radiosynoviorthese sowie zur Behandlung gutartiger und bösartiger
Schilddrüsenerkrankungen. Mit einem Anteil von über 90 % ist die Radiojodtherapie der
Schilddrüse die häufigste Nukleartherapieform. Die zunehmende Erkrankungshäufigkeit der
Schilddrüse im Alter in Verbindung mit dem demografischen Wandel in der
Bevölkerungsstruktur des Landes Sachsen-Anhalt lassen der Nukleartherapie in Zukunft
eine wichtige Rolle zukommen. Aus Gründen der deutschen Strahlenschutzgesetzgebung
muss diese Art der Therapie stationär erfolgen.
Strahlenschutzgesetzgebung und medizinisch notwendige Verweildauer sind in diesem
Fachgebiet nur bedingt im Einklang, so dass medizinisch mögliche Verweildauersenkungen
nicht zu realisieren sind. Die in Dessau, Halle und Magdeburg vorhandenen Kapazitäten
werden als ausreichend angesehen.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

    -   Angebot der Schwerpunkt- und universitären Versorgung,
    -   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend       den   Leitlinien     des
        Fachgebietes und der Vorgaben des SGB V.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

•   Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
•   Vorhaltedichte in der Region,
•   apparative Ausstattung.




                                                                                          49
Nuklearmedizin
 Stand 2006




  Stand 2004

       NUM
     URO-HA
     URO-HA




                 50
                                                                               Stand: 28.07.2006



5.2.12 Strahlentherapie

Jahr              Pflegetage        Fallzahl      Verweildauer
1991                40.416           2.615            15,5
1995                29.209           1.292            22,6
2000                29.913           2.155            13,9
2003                33.402           2.350            14,2
2004                32.013           3.229             9,9
2005                31.495           3.485             9,0

Die Strahlentherapie wird in 6 Krankenhäusern, darunter einmal als Belegabteilung
vorgehalten. Sie ist für die kurative und palliative Medizin von Bedeutung und wird vor allem
bei onkologischen Erkrankungen eingesetzt. Die Fallzahlen sind seit 1991 um mehr als
33 % gestiegen, während die Verweildauer durch verbesserte Geräte für die Strahlen-
therapie abgenommen hat.

Zukünftige Entwicklung

Aufgrund der zunehmenden Krebserkrankungen kommt der Strahlentherapie eine wichtige
Rolle zu. Ein großer Teil der betroffenen Patienten wird ambulant betreut. Da aber in
zunehmendem Maße auch schwer beeinträchtigte Patienten eine Strahlentherapie erhalten,
ist die Vorhaltung stationärer Kapazitäten (in den Regionen) notwendig.

In Deutschland ist nahezu jeder vierte aller Todesfälle auf eine bösartige Erkrankung
zurückzuführen (24,1 %). Für Sachsen-Anhalt beträgt sie insgesamt ebenfalls zirka 24 % -
bei Frauen ca. 22 %, bei Männern ca. 27 %. Allgemein gilt:
Während nur 200 von 100.000 Menschen unter 65 Jahren an Krebs erkranken, liegt die
Erkrankungshäufigkeit der über 65-jährigen um den Faktor 10 höher. Ihr Anteil an den
Krebserkrankungen beträgt derzeit zwischen 60 und 80 %.

Mehr als die Hälfte aller Krebspatienten erhält bei der Erstdiagnose oder im weiteren Verlauf
der Erkrankung eine Strahlentherapie - allein oder im Rahmen multimodaler
Behandlungskonzepte.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan, sind folgende Kriterien zu erfüllen:

    -   Angebot der Schwerpunkt- und universitären Versorgung,
    -   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend          den    Leitlinien    des
        Fachgebietes und den gesetzlichen Vorgaben.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

•   Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
•   Vorhaltedichte in der Region,
•   apparative Ausstattung, Tandembetrieb empfohlen.




                                                                                             51
Strahlentherapie
 Stand 2006




          STR
         STR-BA




                   52
                                                                              Stand: 28.07.2006



5.2.13 Urologie

Jahr               Pflegetage       Fallzahl      Verweildauer
1991                202.601          14.041           14,4
1995                202.972          21.691            9,4
2000                171.075          23.498            7,3
2003                166.454          25.535            6,5
2004                153.197          23.343            6,6
2005                145.860          23.702            6,2

19 Krankenhäuser verfügen über eine Abteilung für Urologie, davon werden 7 belegärztlich
genutzt. Die Abteilungen werden in Krankenhäusern der Basis-, der Schwerpunkt- und
universitären Versorgung vorgehalten. Belegabteilungen sollen einem wohnortnahen
urologischen Angebot dienen. Der allgemeine Trend zur Fallzahlsteigerung zeigte sich bis
zum Jahr 2003. Die Verweildauer wurde seit 1991 um rd. 8 Tage gesenkt.
Eine verbesserte Diagnostik ermöglicht, dass Erkrankungen früher erkannt werden. Die
Behandlung ist durch neue Operationstechniken schonender geworden. Einige
Behandlungen, die früher mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden waren, werden jetzt
ambulant erbracht.

Zukünftige Entwicklung

Trotz des auch in der Urologie vorhandenen Potenzials für ambulante und
sektorübergreifende    Versorgungsangebote      ist   unter     Berücksichtigung      der
Altersepidemiologie und -verteilung urologischer Eingriffe mittelfristig nicht mit einem
Rückgang der stationären Fallzahlen zu rechnen.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Für die Beantragung und Zuerkennung des Fachgebietes, verbunden mit der Aufnahme in
den Krankenhausplan sind folgende Kriterien zu erfüllen:

–   Angebot in allen Versorgungsstufen,
–   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend der Leitlinie des Fachgebietes und
    den Vorgaben aus dem SGB V.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung des Fachgebietes an einem
Standort sind weiterhin zu berücksichtigen:

    •   Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
    •   Vorhaltedichte in der Region,
    •   apparative Ausstattung.




                                                                                            53
 Urologie
Stand 2006




         URO
        URO-BA




                 54
                                                                              Stand: 28.07.2006



5.2.14 Psychiatrische Fachgebiete

Nachfolgend werden die psychiatrischen und psychosomatischen Fachgebiete dargestellt.
Diese werden nicht nach dem DRG-System finanziert. Die Kapazitätsplanung wird daher für
diese Gebiete fortgesetzt.


Psychiatrie und Psychotherapie

Jahr       Planbetten     Pflegetage       Fallzahl     Verweildauer       Auslastung
1991          3.021        660.909          11.793          56,0              59,9
1995          1.309        398.252          16.609          24,0              83,4
2000          1.322        437.187          20.188          21,7              90,6
2003          1.399        461.300          20.757          22,2              90,3
2004          1.399        472.763          20.870          22,7              92,3
2005          1.430        482.571          21.878          22,1              92,5

Anfang der 90er Jahre erfolgte eine Trennung der akuten und chronischen
Krankenhausversorgung von der Langzeitbetreuung und –pflege. Dieser Prozess war etwa
1994 abgeschlossen.

Zielstellung der Krankenhausplanung ist eine möglichst gemeindenahe Vollversorgung, d.h.
eine dezentrale Vorhaltung der psychiatrischen Kapazitäten, wobei psychiatrische
Abteilungen die Versorgung für eine Region übernehmen. In den 90er Jahren noch
vorhandene Versorgungsdefizite im Süden des Landes wurden ausgeglichen; die
akutstationäre Versorgung ist ausgewogen und flächendeckend.

2005 stehen in Sachsen-Anhalt 1.430 Planbetten für die psychiatrische Versorgung zur
Verfügung. Das bedeutet eine Versorgung von 5,7 Betten je 10.000 Einwohner. Zuzüglich
der lt. Krankenhausplan ab 2005 vorgehaltenen Plätze in Tageskliniken wird ein
Versorgungsgrad von 7,5 Betten/Plätze je 10.000 Einwohner erreicht.

Etwa in den letzten 10 Jahren ist ein leichter, aber kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen
einhergehend mit einem ebenfalls leichten, aber stetigen Anstieg der Verweildauer
festzustellen.

Zukünftige Entwicklung

Insgesamt ist eine Steigerungsrate bei den psychosomatischen/psychiatrischen Er-
krankungen in den Ländern der westlichen Welt zu beobachten. Darüber hinaus wird
aufgrund der demografischen Entwicklung eine Zunahme der Fallzahlen in der
Gerontopsychiatrie erwartet. Das Netz ambulanter Versorgungsmöglichkeiten reicht in
Deutschland nicht aus, um erhebliche Leistungsanteile aus dem stationären in den
ambulanten Bereich zu verlagern.

Die stationäre Fallzahlentwicklung wird in entscheidendem Maße davon abhängen, inwieweit
komplementäre Angebote in der ambulanten Versorgung ausreichend vorgehalten werden.
Das gilt sowohl für die Allgemeinpsychiatrie als auch für die Gerontopsychiatrie. Alternativ
zur stationären Versorgung sind eine ausreichende Qualifizierung von Hausärztinnen und
Hausärzten und die fachliche Qualifikation der Menschen, die in der Altenhilfe tätig sind,
dringend geboten. Eine unzureichende ambulante Versorgung wird unter Berücksichtigung
der demografischen Entwicklung zu einer weiteren Fallzahlsteigerung im stationären Bereich
führen.




                                                                                            55
Psychiatrie
Stand 2004




          PSY
         PSY-TK




                  56
                                                                         Stand: 28.07.2006




Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Jahr      Planbetten     Pflegetage        Fallzahl    Verweildauer    Auslastung
1996         137           27.788            963           28,9           55,4
2000         179           57.194           1.546          37,0           87,5
2003         195           66.274           1.622          40,9           93,1
2004         195           65.963           1.668          39,5           92,4
2005         198           64.996           1.663          39,1           89,9

Mit der Neufassung der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt im Jahr
1994 wird seit 1996 das Gebiet „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ getrennt
von der Psychiatrie ausgewiesen und geplant. Seither ist eine stetige Zunahme der
Fallzahlen zu verzeichnen, der mit einer Erhöhung des Kapazitätsangebotes begegnet
werden musste.

Zukünftige Entwicklung

Wie im Fach Psychiatrie und Psychotherapie, ist auch bei der Psychosomatischen Medizin
und Psychotherapie mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen zu rechnen.
Ob der beobachtete Morbiditätsanstieg sich auch in einer erhöhten stationären Fallzahl
widerspiegelt, ist im Wesentlichen vom ambulanten Potenzial abhängig.
Neue Indikationen und veränderte Behandlungskonzepte lassen kürzere stationäre
Aufenthalte zu, die aber ggf. häufigere Behandlungssequenzen erfordern.




                                                                                       57
Psychosomatische Medizin
   und Psychotherapie
      Stand 2006




                    PSM
                   PSM-TK




                            58
                                                                              Stand: 28.07.2006



Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Jahr       Planbetten      Pflegetage         Fallzahl     Verweildauer     Auslastung
1991          496            151.469           1.080          140,3            83,7
1995          250            81.724            1.349           60,6            89,6
2000          280            94.144            1.721           54,7            92,1
2003          290            97.409            1.961           49,7            92,0
2004          290            97.857            2.017           48,5            92,2
2005          300           101.211            2.006           50,5            92,4

Anfang der 90er Jahre erfolgte wie in der Erwachsenen-Psychiatrie eine Trennung der
akuten und chronischen Krankenhausversorgung von der Langzeitbetreuung und -pflege, die
etwa 1994 abgeschlossen war.

Bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein stetiger Anstieg der Fallzahlen zu beobachten,
dem eine Erhöhung der Bettenkapazitäten folgen musste. Die Verweildauer konnte
kontinuierlich gesenkt werden. Demzufolge haben die psychischen Störungen bei Kindern
und Jugendlichen zugenommen. Eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung brachte keine
Kompensation. Eine Trendumkehr ist nicht zu erkennen.

Allgemeine Leistungsanforderungen

Die Leistungen der psychiatrischen und psychosomatischen Fachgebiete wurden vorerst
nicht in das DRG-Fallpauschalensystem einbezogen. Das hat zur Folge, dass für diesen
Bereich die Kapazitätsplanung beibehalten wird. Die bisher gültigen Planungsgrundsätze
finden weiterhin bei der Entwicklung der psychiatrischen Versorgung Anwendung.
Insbesondere wird hier die gemeindenahe dezentralisierte Versorgung betont. Für die
Berechnung der als bedarfsgerecht festzustellenden Kapazitäten (Planbetten und Plätze)
wird die tatsächliche Bettennutzung und eine Soll-Auslastung von 90 % angewendet. Bei der
Bewertung von Veränderungen der bedarfsgerechten Kapazitäten ist ein entsprechend
aussagefähiger Zeitraum zu berücksichtigen, der länger als ein Jahr beträgt.
Zu den wesentlichen Bausteinen der stationären psychiatrischen Versorgung zählen die
teilstationären Angebote, die grundsätzlich in räumlicher Nähe zum Krankenhaus
vorgehalten werden sollen. Diesen Angeboten kommt eine wesentliche Bedeutung bei der
wohnortnahen Versorgung zu, stellen aber kein Ersatzangebot für fehlende ambulante
Versorgung dar.

–   Angebotsmöglichkeit in allen Versorgungsstufen und der Spezialversorgung,
–   qualitätsgesicherte Leistungserbringung entsprechend den Leitlinien der Fachgebiete
    und den Vorgaben des SGB V,
–   Einhaltung der PsychPV.

Für die Vorhaltung und krankenhausplanerische Anerkennung der Fachgebiete sind
weiterhin zu berücksichtigen:
• Fallzahl, Morbidität und demografische Entwicklung,
• Vorhaltedichte in der Region.




                                                                                            59
Kinder- und Jugendpsychiatrie
        Stand 2006




                      KJP
                     KJP-TK




                                60

				
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