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Nr. 67
Berlin, 10. April 2003


Bundestag beschließt modernisierte Krankenpflegeausbildung


Der Bundestag beschließt heute in zweiter/dritter Lesung die Novellierung der Kran-
kenpflegeausbildung. „Eine gute Ausbildung ist das A und O für jeden beruflichen
Weg. Das gilt um so mehr, wenn es um Berufe geht, die kranken und bedürftigen
Menschen helfen“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministe-
rium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Marion Caspers-Merk, in Berlin. Mit dem
Gesetz wird die Ausbildung in der Krankenpflege modernisiert und den aktuellen ge-
sellschaftlichen Herausforderungen angepasst.


Der Novellierung der Krankenpflegeausbildung soll die qualitativ hochwertige pflege-
rische Versorgung unter den veränderten Rahmenbedingungen auch in Zukunft si-
cher stellen. Der Pflegeberuf wird damit für junge Menschen attraktiver, wodurch ei-
nem allgemeinen Fachkräftemangel vorgebeugt werden soll. In die Ausbildung wird
künftig ein erweitertes Verständnis von Pflege einfließen.


„Nach 17 Jahren Stillstand auf diesem Gebiet ist eine Modernisierung dringend nö-
tig“, sagte Marion Caspers-Merk. Die Pflege gewinne in einer alternden Gesellschaft
Seite 2 von 3   rapide an Bedeutung. Und auch die pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse müssen
                in die Ausbildung einbezogen werden.


                Die wesentlichen Inhalte des Gesetzes lauten:


                1. Es bleibt bei zwei Berufsbildern für die Kranken- und Kinderkrankenpflege. Aller-
                   dings enthält die Ausbildung künftig weitgehend gemeinsame Ausbildungsanteile.
                   Den besonderen Erfordernissen einer kindgerechten Versorgung wird Rechnung
                   getragen.
                2. Die neuen Berufsbezeichnungen „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ und „Ge-
                   sundheits- und Kinderkrankenpfleger/in“ unterstreichen bereits sprachlich den er-
                   weiterten Ansatz in der Krankenpflege.
                3. Die Ausbildungsziele werden den neuen Anforderungen angepasst. Dabei wird
                   der eigenständige Aufgabenbereich der Pflege hervorgehoben. Und es wird klar-
                   gestellt, dass die Pflege nicht auf den kurativen Aspekt beschränkt ist. Kranken-
                   pflege beinhaltet fortan auch präventive, rehabilitative und palliative Maßnahmen
                   und unterliegt somit einem umfassenden Ansatz.
                4. Die praktische Ausbildung findet nicht mehr nur in Krankenhäusern, sondern auch
                   in geeigneten ambulanten oder stationären Pflege- oder Reha- Einrichtungen
                   statt.




                Die schulische und die praktische Ausbildung werden mehr als bisher vernetzt und
                stehen fortan unter der Gesamtverantwortung der Schulen. Zudem gibt es
                verbindliche Regelungen zur Unterstützung der praktischen Ausbildung durch
                Praxisbegleitung der Schulen und Praxisanleitung in den Einrichtungen.


                Den Krankenhäusern werden durch die verbesserte Ausbildung zwar Mehrkosten
                entstehen; die Finanzierung dieser Mehrkosten wird aber im Rahmen der Kranken-
                hausfinanzierung durch die Gesetzliche Krankenversicherung gewährleistet. „Ich
                appelliere daher an die Krankenhäuser und deren Ausbildungsbereitschaft: Stellen
                Sie ein bedarfsgerechtes Ausbildungsangebot sicher“, so Marion Caspers-Merk.


                Die Erfahrungen mit der integrierten Ausbildung, die heute beschlossen wurde, und
                die neue bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung, die am 1.August 2003 in Kraft
Seite 3 von 3   tritt, könnten die Grundlage dafür sein, zu einem späteren Zeitpunkt verantwortlich
                über die weitere Entwicklung der Pflegeberufe zu entscheiden.


                Der Gesetzentwurf wurde in enger Abstimmung mit den Pflegeverbänden und den
                Ländern entwickelt, um den Pflegeberuf für junge Frauen und Männer attraktiver zu
                machen.


                Das Krankenpflegegesetz ist zustimmungspflichtig und soll zum 1. Januar 2004 in
                Kraft treten.

				
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