Katharina Kienreich

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Katharina Kienreich Powered By Docstoc
					Katharina Kienreich
Erfahrungsbericht Praktisches Jahr, 1. Fächergruppe
Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intenisvmedizin,
Charité Virchow Klinikum, Berlin
August/September 2010


Im Rahmen meines Studiums habe ich schon vor einem Jahr eine Auslandsfamulatur absolviert, was
mir sehr gut gefallen hat und ich daher noch einmal als Studentin ins Ausland gehen wollte. Ich
habe mich für die Charité in Berlin entschieden, weil ich schon viel Gutes über
Famulaturen/Praktika dort gehört habe und ich gerne Erfahrungen in einem großen Zentrum
machen wollte. Ich bin gemeinsam mit 3 anderen Studienkollegen nach Berlin gekommen, die alle
ebenfalls entweder am Virchow oder am Mitte-Campus ein Praktikum absolviert haben.
Kontaktaufnahme:
Die Kontaktaufnahme war eigentlich relativ unproblematisch. Ich habe einfach per email eine
Anfrage an die Sekretärin des Lehrsekretariats geschickt und nach mehren Mails hin und zurück,
auch im Kontakt mit der lehrbeauftragten Oberärztin, wurde mir sowohl ein Platz zugesichert, als
auch die nötigen Bestätigungen für die Voranrechnung in Graz zugesendet.
Ca. 1 Monat vor Antritt meines Praktikums musste ich noch einige Blutunersuchungen(Hepatitis)
am Hygieneinstitut machen lassen, die leider gar nicht so billig sind(ca. 40-50Euro), aber vonseiten
der Charité verlangt werden, um dort arbeiten zu dürfen.
Anreise:
Wir haben schon relativ früh, ca. Jänner/Februar, Flüge gebucht bei AirBerlin, um ca. 100 Euro.
Innerhalb von Berlin zahlt es sich auf jeden Fall aus, eine Studenten- Monatskarte zu kaufen, die
man bekommt, wenn man sich eine Bestätigung beim Lehrsekretariat abholt. Sonst kostet ein
Monatsticket ca. 70 Euro, mit Ermässigung spart man 20 Euro.
Wohnung:
Wir haben relativ lange und frustran nach einer Wohnung gesucht, vor allem da wir zu viert waren,
was viele Vermieter aus unerfindlichen Gründen abgeschreckt hat. Aber nach hartnäckigem Suche
nhaben wir schlussendlich über wg-gesucht.de bzw. Bekannte eine super Wohnung in genialer Lage
in Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg gefunden, von wo wir auch eine gute U-Bahnverbindung zum
Virchow-Campus hatten. Die Mietkosten sind eigentlich erschwinglich, wenn man sich ein bisschen
umschaut, kann man sicherlich gleich oder sogar billiger als in Graz unterkommen.
Arbeit im Krankenhaus:
Am 1. Tag wurde ich gleich nach der Morgenbesprechung von einer Oberärztin in den Zentral-OP
gebracht, wo die Trauma-, Allgemeinchirurgie-, Neurochirurgie und Augen-OP-Säle untergebracht
sind- insgesamt 17 Stück.
Ich wurde der Trauma zugeteilt, die in 4 Sälen operieren. Sobald man sich als PJ'ler vorstellt, und
v.a. noch dazu aus Österreich kommt, wird man von den Meisten mit offenen Armen empfangen.
Als Student wird man sehr schnell in den klinischen Alltag eingebunden, meist nach dem Motto:
„Du schaust einmal zu, dann machst du's selbst“. Das war natürlich am Anfang ziemlich stressig,
aber man bekommt schnell Routine, und gerade im Trauma-OP sind die Abläufe und
anäesthesistischen Maßnahmen in der Regel immer relativ ähnlich, sodass man bald einen guten
Überblick hat. Ich durfte unter anderem Leitungen legen, wobei das normalerweise schon von den
Pflegern erledigt wird, bevor man den Patienten zum 1. Mal sieht, und je nach Anästhesist
verschiedenste andere Tätigkeiten übernehmen, v.a. Intubieren bzw. Larynmaske anlegen,
manchmal eine Magensonde oder einen arteriellen Katheter legen etc. Bei Oberärzten konnte es
manchmal passieren, dass man die gnaze Narkose „alleine“ machen musste, also von der Einleitung
bis zur Übergabe an den Aufwachraum alles selbst machen und entscheiden/anordnen musste, aber
natürlich immer unter Aufsicht und mit guten Ratschlägen vonseiten des/der Anästhesten/in.
Morgenbesprechung war täglich um 7.10Uhr, anschließend ging's ab in den OP, wo man dann
eigentlich den ganzen Arbeitstag verbracht hat, mitunter bis in den frühen Abend hinein.
Insgesamt waren sogut wie alle Ärzte sehr bemüht, mir etwas beizubringen und den Aufenthalt an
der Klinik so lehrreich wie möglich zu gestalten. Ich wurde teilweise sehr gefordert, was manchmal
sehr anstrengend war, aber mir wirklich sehr viel gebracht hat, und ich viel Wissen und viele
„Skills“ mit nach Hause genommen habe.
Als kleinen Tipp kann ich nur empfehlen, sich so früh wie möglich einen sympathischen
Anästhesisten zu suchen, und mit ihm so oft wie möglich gemeinsam zu arbeiten, da er oder sie
dann schon wissesn, was man schon alles gemacht hat usw. Da es wirklich eine sehr große
Abteilung ist, kann es sonst schnell passieren, jeden Tag mit einem neuen Arzt im OP zu stehen und
das ganze „ich muss erst beweisen, was ich schon alles beherrsche“ von Neuem durchzuspielen.
Freizeit:
Über Berlin kann man nicht viel sagen außer: man muss unbedingt einmal selbst erleben! Es gibt
unendlich viele Kultur- und Freizeitangebote, interessante Museen, coole Konzerte, unzählbar viele
Lokale und individuelle Geschäfte etc. Die täglichen Lebenskosten sind bedeutend niedriger als in
Graz, wenn man sich ein bisschen umschaut, kann man extrem billig leben. Ich kann nur jedem
weiterempfehlen, hier in ein Praktikum zu machen, sowohl aufgrund der wirklich lehrreichen Zeit
und natürlich wegen der wirklich genialen Stadt!


Wenn Ihr noch Fragen habt oder nähere Kontaktinfos braucht, dann bitte einfach mailen:
katharina.kienreich@gmx.at

				
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posted:7/2/2011
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