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Methoden der empirischen Sozialforschung _701-0729-01_

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  • pg 1
									     Methoden der empirischen
    Sozialforschung (701-0729-01)
    HS 2008, Montag, 13–15 Uhr, CHN F 42
          Ben Jann (jannb@ethz.ch)

Heute (08.12.2008):
•    qualitative Befragung, Beobachtung,
     Inhaltsanalyse (Literatur: Diekmann 2007, Kap.
     X.12, XI, XII)
                      Um was geht es?

• Wie komme ich zu meinen Daten?
     – Befragung: standardisiert vs. qualitativ
     – Beobachtung
     – Inhaltsanalyse
     – Nicht-reaktive Erhebungsmethoden (Feldexperiment,
       Verhaltensspuren, prozessproduzierte Daten)




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                        Sozialforschung, ETH Zürich
                      Qualitative Befragung
•   Kritik am standardisierten Interview:
     – Struktur und Antwortkategorien vorgegeben
     – künstliche Interviewsituation
     – der subjektiven Sinndeutung der Befragten wird nicht genügend
       Rechnung getragen
•   Mit qualitativen Methoden der Datenerhebung wird versucht,
     – mehr Subjektbezogenheit herzustellen,
     – Offenheit bezüglich der Fragen und Antworten zu gewährleisten,
     – Befragungen in alltäglichen Situationen durchzuführen.




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                      Qualitative Befragung

• Qualitativen Methoden werden häufig für explorative und
  theoriebildende Studien eingesetzt (Erstellung von
  Typologien, Gewinnung von Hypothesen).
• Qualitative Befragung: offene, unstrukturierte Interviews
  mit kleinen, willkürlichen Stichproben
     – das fokussierte Interview
     – das narrative Interview
     – das problemzentrierte Interview



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                Das fokussierte Interview
• Stimulus wird vorgegeben (z.B. Film, Geschichte, Buch):
  Das Ziel ist dann, die subjektiven Erfahrungen der
  Personen hinsichtlich des Stimulus zu erheben.
• Halbstandardisiertes Interview: anhand eines Leitfadens
  werden offene Fragen in loser Reihenfolge präsentiert.
• Der Leitfaden dient dazu, dass im Interview möglichste
  alle relevanten Aspekte angesprochen werden.
• Die Antworten werden nachträglich vom Forscher
  klassifiziert und interpretiert.
• Erstmals entwickelt zur Untersuchung der Wirkung von
  Massenmedien und Propaganda

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                      Sozialforschung, ETH Zürich
      Das fokussierte Interview: Beispiel
•   Paradoxer experimenteller Befund zur Wirkung des Films „Schlacht
    um England“
     – Die Hauptaussage des Films war, dass England die Schlacht
       allein ausgetragen und gewonnen hätte.
     – Trotzdem erhöhte sich in einem Experiment mit US-Bürgern der
       Anteil Personen, die glaubten, England hätte ohne US-Hilfe
       verloren.
•   Mit fokussierten Interviews kam man der Ursache auf die Spur
     – eine 10 Sekunden lange Einstellung, in der Kisten mit dem
       Aufdruck „From the USA“ zu sehen waren, wurde von den
       Versuchspersonen selektiv wahrgenommen und masslos
       überbewertet (=> Ethnozentrismus)

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                  Das narrative Interview
•   weitgehend unstrukturiertes Interview, offene Erzählung
•   Interviewer gibt das Thema vor und Befragte erzählen „aus Ihrem
    Leben“
•   Idee: Die „Dynamik des Erzählzwangs“ führt zur Offenlegung von
    Deutungen, Bewertungen und Motiven, die z.B. mit standardisierten
    Interviews nicht erfassbar wären.
•   Struktur:
     – Stimulierung durch Interviewer
     – Erzählung des Befragten
     – Nachfragephase zur Klärung offener Punkte oder um weitere
        Erzählstränge zu animieren
•   Interview wird auf Tonband aufgenommen und später transkribiert.
•   Analyse der transkribierten Texte nach gewissen Regeln (kann sehr
    aufwändig sein).
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                         Sozialforschung, ETH Zürich
        Das problemzentrierte Interview

• Kombination von qualitativen und standardisierten
  Techniken
• Zuerst wird ein Leitfadeninterview durchgeführt
• Danach folgt ein quantitativer Kurzfragebogen zur
  Erhebung sozialstatistischer Daten
• Die Forschungsstrategie, sich durch Einsatz
  unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Methoden
  ein Gesamtbild einer sozialen Gegenstandes zu
  verschaffen, wird als Triangulation bezeichnet.


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                      Sozialforschung, ETH Zürich
        Probleme qualitativer Methoden

• Sehr aufwändig, so dass nur kleine Fallzahlen realisiert
  werden können. Stichproben werden i.d.R. „bewusst“
  ausgewählt, um eine Art quasiexperimentelles Design zu
  realisieren (es sollen möglichst unterschiedliche
  Personen befragt werden, so dass alle „Typen“ in der
  Stichprobe vorkommen). Es stellt sich die Frage der
  Verallgemeinerbarkeit.
• Objektivität, Reliabilität, Validität wenig untersucht
• Durchführungsobjektivität der Datenauswertung
  (Interpretation der transkribierten Texte) nur schwer zu
  gewährleisten.
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                      Sozialforschung, ETH Zürich
Quantitative Analyse qualitativer Daten
• Eine quantitative Analyse qualitativer Daten kann
  sinnvoll sein
• Beispiel:
     – In der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“
       (Jahoda, Lazarsfeld und Zeisel 1933) verfassten
       Schulkinder Aufsätze zu ihren Weihnachtswünschen
     – Den Weihnachtswünschen wurden bei der Analyse
       dann Preise zugeordnet: Die Kinder von Marienthal
       wünschten sich sehr viel weniger als die Kinder von
       benachbarten Orten.
     – Indiz für die resignative Haltung

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                      Beobachtung

• Beispiel: journalistische Feldstudien („Sozialreportagen“)
     – Günter Wallraffs „Ganz unten“ berichtete über die
       Lebenssituation von Türken in Deutschland der 80er
       Jahre
     – Egon Erwin Kisch („Der rasende Reporter“, 1925)
       recherchierte per teilnehmende Beobachtung die
       Lebenssituation von Obdachlosen in London




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                      Sozialforschung, ETH Zürich
         Beobachtung als wissenschaftliche
                   Methode?
•   Probleme der Verzerrung durch selektive Wahrnehmung
     – Beobachter haben mehr oder weniger explizite Hypothesen „im
       Kopf“ und suchen (unbewusst) nach bestätigenden Ereignissen
•   Problem der Fehlinterpretation des beobachteten Verhaltens
     – gleiche Gesten oder Verhaltensweisen können in verschiedenen
       Kulturen/Milieus unterschiedliche Bedeutung haben
•   Auch bei der Beobachtung müssen deshalb wissenschaftliche
    Methoden (Regeln) angewandt werden, um die Fehler möglichst
    gering zu halten




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                         Sozialforschung, ETH Zürich
  sozialwissenschaftliche Beobachtung

• Zwei Beispiele für sozialwissenschaftliche
  Beobachtungsstudien
     – Die Arbeitslosen von Marienthal (Jahoda, Lazarsfeld,
       Zeisel 1933)
     – When Prophecy Fails (Festinger, Rieken und
       Schachter 1956)




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                      Sozialforschung, ETH Zürich
        Die Arbeitslosen von Marienthal
• Ausgangssituation: Textilfabrik in Marienthal muss 1930
  schliessen, als Folge gibt es 367 (von 478) Familien, in
  denen kein Familienmitglied einen Job hat
• Fragestellung: Welche Konsequenzen hat dies für die
  Betroffenen?
     – Apathie oder Auflehnung?
     – Erste Reaktion auf die Arbeitslosigkeit?
     – Effekte auf die Kinder?
     – Veränderung der Beziehungen im Dorf?
     – Etc.

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                       Sozialforschung, ETH Zürich
        Die Arbeitslosen von Marienthal
• Methoden-Mix:
     – Prozessgenerierte Daten: Bevölkerungsstatistik,
       Abonnements von Zeitungen, Konsumstatistik,
       Ausleihziffer der Bibliothek, Mitgliederzahlen in
       Vereinen etc.
     – qualitative Interviews mit 30 Frauen
     – standardisierte Befragungen über Zeitverwendung
     – Inhaltsanalyse: Schulaufsätze zum Thema „was ich
       mir Wünsche“ „Was will ich werden“ …
     – Beobachtung: Zeitmessung von
       Gehgeschwindigkeiten, Zustand der Wohnungen etc.
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                       Sozialforschung, ETH Zürich
        Die Arbeitslosen von Marienthal

• einige Ergebnisse der Studie:
     – Resignation und Apathie setzen sich durch und nicht
       etwa Auflehnung
     – Arbeit wird nicht durch andere Aktivitäten
       „kompensiert“: Rückläufiger Mitgliederbestand in
       Vereinen, Rückläufige Ausleihe von Büchern in
       Stadtbibliothek
     – Männer stärker vom Verlust der Zeitstruktur betroffen
       als Frauen; Indiz: markant langsamere
       Gehgeschwindigkeiten

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                      Sozialforschung, ETH Zürich
                      When Prophecy Fails

• Prüfung von Hypothesen aus der Theorie kognitiver
  Dissonanz
• Verdeckte teilnehmende Beobachtung in einer UFO-
  Sekte, die den Weltuntergang vorhersagte, wobei die
  Sektenmitglieder durch ein UFO gerettet werden
• Was machen die Mitglieder, wenn die Prognose
  fehlschlägt? Wie lassen sich der Glaube an die
  Prophezeiung und die fehlgeschlagene Vorhersage
  vereinbaren?



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                          Sozialforschung, ETH Zürich
                      When Prophecy Fails
•   Mitglieder des Forscherteams gelang es, als verdeckte Beobachter
    an Treffen einer Sekte am Hauptstandort und an Treffen einer
    „Filiale“ der Sekte teilzunehmen.
•   Die Sekte sagte für den 21. Dezember den Weltuntergang vorher.
•   Als die Prophezeiung nicht eintrat
     – löste sich die Filiale auf (Reduktion kognitiver Dissonanz durch
       Aufgabe des Glaubens)
     – wurde durch die Sektenmitglieder am Hauptstandort die
       Prophezeiung umgedeutet: durch den festen Glauben der
       Sektenmitglieder sei es noch einmal gelungen, die drohende
       Katastrophe abzuwenden (Reduktion kognitiver Dissonanz durch
       Umdeutung bei genügend sozialer Unterstützung)

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                          Sozialforschung, ETH Zürich
                 Beobachtungstechniken

• Teilnehmende versus nicht-teilnehmende Beobachtung
• Offene versus verdeckte Beobachtung
• Unstrukturierte versus strukturierte Beobachtung




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                      Sozialforschung, ETH Zürich
             Teilnehmende Beobachtung

• Beobachter ist Teil des Interaktionssystems, dass
  beobachtet wird
• Beispiel: Ein Teilnehmer dieser Veranstaltung
  beobachtet die anderen Teilnehmer im Hinblick auf ihr
  Verhalten
• Voraussetzung:
     – Übernahme einer definierten und akzeptierten Rolle
       im Feld (hier: Teilnehmer)
     – Keine Beeinflussung der abhängigen Variable durch
       die Teilnahme

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                      Sozialforschung, ETH Zürich
     Offene vs. verdeckte Beobachtung

• Offene Beobachtung: Den Beobachteten ist bewusst,
  das sie beobachtet werden (und i.d.R. wer dies tut)
     – Problem der Beeinflussung des Feldes
• Verdeckte Beobachtung: Wissen der Beobachteten fehlt
     – Vorteil: nicht reaktive Form der Datenerhebung
     – Nachteile
          • technische Durchführung z.T. schwierig
          • forschungsethische Probleme



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               Strukturierte Beobachtung

• Zentrales Problem von Beobachtungsstudien: Reliabilität
  und Objektivität
• Strukturierung als Möglichkeit, Verzerrungen
  vorzubeugen oder sie zumindest zu reduzieren
     – Beobachtungsleitfaden
     – hochstrukturiertes Beobachtungsschema
          • Vorgabe von Kategorien, Skalen etc, mit deren Hilfe die
            Beobachtung weitgehend strukturiert und quantifiziert wird
          • Eröffnet die Möglichkeit der quantitativen Auswertung



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                           Sozialforschung, ETH Zürich
     Beispiel: Auszug aus einem strukturierten Beobachtungsbogen




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                         Sozialforschung, ETH Zürich
       Ablauf einer Beobachtungsstudie

1. Fragestellung, Hypothesen
2. Auswahl der Indikatoren, Operationalisierung
3. Konstruktion eines Beobachtungsprotokolls
4. Auswahl der Beobachtungssituation, Stichprobe
5. Pretest, Beobachterschulung
6. Durchführung, Feldphase
7. Datenauswertung



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                      Sozialforschung, ETH Zürich
             Befragung versus Beobachtung




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                      Sozialforschung, ETH Zürich
                      Inhaltsanalyse

• Analyse von Texten, Bildern und Filmen
• Muss sich nicht immer auf den Inhalt beziehen sondern
  betrifft u.U. auch stilistische Merkmale wie z.B.
     – Satzlänge (Worte pro Satz)
     – Anzahl Substantive
     – Verhältnis Verben zu Adjektiven (Aktionsquotient):
       Märchen 4.11, klassische Prosa 2.5,
       Naturwissenschaften 1.3, Geisteswissenschaften
       1.03


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                       Sozialforschung, ETH Zürich
                      Inhaltsanalyse
• Anwendungsbereiche:
     – Analyse von Massenkommunikation
     – Literarische Texte
     – Leserbriefe, Briefe und Tagebücher
     – Stellenanzeigen, Heiratsannoncen
     – Schulbücher, Schulaufsätze
     – Rategeber, Reden von Politikern
     – Analysen von Internetkommunikation
     – etc.

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                       Sozialforschung, ETH Zürich
              Vorteile der Inhaltsanalyse

• Vergangenheitsbezug
     – Inhaltsanalyse ermöglicht die Analyse von Material
       aus der Vergangenheit
• Sozialer Wandel
     – Vergleiche über lange Zeit möglich
• Nicht-Reaktivität
     – Inhaltsanalyse geschieht im Nachhinein und ist nicht-
       reaktiv (falls die Analyse vom Urheber nicht antizipiert
       wird)

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                         Beispiel
• Analyse von Kontaktanzeigen
• Hypothese: geschlechtsspezifische Anzeigen
     – Frauen betonen bei der Selbstdarstellung ihr
       Attraktivität und suchen Status
     – Männer betonen ihren sozialen Status und suchen
       Attraktivität
• Operationalisierung: Grösse der Anzeigen in mm2,
  Anzahl Wörter, Nennung beruflicher Status, Hinweise
  auf Attraktivität (Selbstbeschreibung und Partnerwunsch)
• Stichprobe: Kontaktanzeigen Februar/März 2001 in NZZ,
  Tagesanzeiger und Blick
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                      Sozialforschung, ETH Zürich
                            Beispiel

• Insgesamt 396 Anzeigen
     – 263 Tagesanzeiger, 121 NZZ, 12 Blick
• 246 (62%) von Frauen, 150 (38%) von Männern
• Test auf Kodierreliabilität
     – Interkoder-Reliabilität = 0.89
•   Beispiel: „SI [Selbstinserent] (34, 174, 70, NR) sucht
    unternehmenslustige Elle zum Verlieben. Magst Du auch Musik,
    Tanz und vieles mehr? Bist Du optimistisch und gerne aktiv in der
    Natur unterwegs? Beruflich erfolgreicher, engagierter, aber
    ausgeglichener Er mit Humor und Tiefgang freut sich auf Echo unter
    ...“

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                         Sozialforschung, ETH Zürich
                      einige Ergebnisse

• Äussere Erscheinung der gesuchten Partners erwähnt
     – Frauen 21.5%
     – Männer 38.7%
• Status des gesuchten Partners erwähnt:
     – Frauen 6.1%
     – Männer 0.7%




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                         Sozialforschung, ETH Zürich
    Spezielle Formen der Inhaltsanalyse
•   Frequenzanalyse
     – Häufigkeitsauszählung von bestimmten Merkmalen, Worten oder
       Begriffen (z.B. Vergleich über die Zeit)
     – Nicht nur auf Text sondern auch auf Bilder anwendbar (z.B.
       Häufen sich Gewaltdarstellungen im Fernsehen)
•   Kontingenzanalyse
     – Untersuchung von Zusammenhängen (Geschlecht und
       Eigenschaften von Kontaktanzeigen)
•   Bewertungsanalyse
     – spezielle Methode zur Messung der in Texten ausgedrückten
       Bewertung von Einstellungsobjekten


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                          Sozialforschung, ETH Zürich
      Computergestützte Inhaltsanalyse

• digitale Erfassung von Texten
• Worte werden automatische ausgezählt
• Wortformen werden auf Stammform reduziert (z.B.
  lebensfroh, lebensfrohe, lebensfroher, etc.)
• Probleme bereiten mehrdeutige Wörter (=> manuelle
  Bearbeitung notwendig)
• Statistische Analyse der Wortfrequenzen und der
  Zusammenhänge
• Problem: automatische Codierung von inhaltlichen
  Aussagen nur schwer möglich
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                      Sozialforschung, ETH Zürich
               Qualitative Inhaltsanalyse
• Verzichtet weitgehend auf quantitative Analysen wie z.B.
  die Auszählung von Worthäufigkeiten und fokussiert
  stärker auf die Kontextabhängigkeit der Bedeutung von
  Zeichen und Symbolen.
• Drei Varianten der qualitativen Inhaltsanalyse (die aber
  auch als Mischformen zum Einsatz kommen können):
     – Zusammenfassung: Reduktion auf ein überschaubares Abbild
       (wesentliche Aussagen)
     – Explikation: Bedeutungsanalyse unter Rückgriff auf den Kontext
       (z.B. andere Texte des Autors, Entstehungsbedingungen, etc.)
     – Strukturierung: Analyse der Strukturmerkmale eines Textes
       unter Verwendung eines Kategoriensystems

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                         Sozialforschung, ETH Zürich
                      Nächste Woche

• Nichtreaktive Erhebungsmethoden
     – Literatur: Diekmann, A. (2007): Empirische
       Sozialforschung. Kapitel XIII
• Abgabe Übung 3




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                       Sozialforschung, ETH Zürich

								
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