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Mundhöhle und Pharynx                                                           Venengeflecht des Sinus cavernosus

                                                                       Ät.:     meist durch Keilbeinfraktur
Mißbildungen
                                                                       Klin.:   pulsierenden Exophthalmus (Sinus cavernosus steht in
                                                                                Verbindung mit den Venen der Orbita), Bindehautchemosis,
Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte                                                  Druckatrophie des N. opticus, Augenmotilitätsstörungen mit
Def.: Hemmungsmißbildung mit vertikaler Spaltbildung an Lippe                   Doppeltsehen
       und/oder Kiefer und Gaumen in unterschiedlicher
       Ausprägung
                                                                       Entzündungen
Ät.:     Wahrscheinlichkeit 1:500 bis 1:700 Geburten
Klin.:   eingeschränkte Nahrungsaufnahme, offenes Näseln,
         Tubenfunktionsstörung, kosmetische Entstellung
                                                                       Angina tonsillaris (=Angina lacunaris)
Ther.:   interdisziplinär, chirurgische Behandlung mit Beginn kurz     Def.: akute bakterielle Entzündung der Gaumenmandeln
         nach der Geburt (Gaumenplatte), Fortführung in den ersten
         Lebensmonaten über Jahre                                      Ät.:     meist hervorgerufen durch ß-hämolysierende Streptokokken
                                                                                der Gruppe A, sehr viel seltener auch durch Staphylokokken,
Ko.:     Eine Gaumenspalte, die erst beim Schulkind entdeckt wird,              Enterokokken, Haemophilus influenzae, Pneumokokken
         ist mit Sicherheit eine submuköse Gaumenspalte, die früher
         übersehen wurde. Einziges Symptom ist dann in der Regel       Klin.:   Fieber, Schluckbeschwerden, Schmerzen bei der
         eine leichte Sprachstörung und die häufig auftretende                  Mudöffnung, gerötete Mandeln mit Eiterstippchen,
         Seromukotympanie, die durch eine gestörte Tubenfunktion                Lymphknotenschwellungen
         bedingt sind. (Dies ist IMPP Version. Selbstverständlich
         werden auch mehr oder weniger ausgeprägte Spalten in          Ther.:   Antibiotika, Bettruhe, symptomatisch
         medizinisch unterversorgten Regionen erst später entdeckt).
                                                                       Ko.:     Peri- und Myokarditis, rheumatisches Fieber, Nephritis
                                                                                Peritonsillarabszeß, Retropharyngealabszeß, tonsillogene
Carotis interna - Sinus cavernosus - Fistel                                     Sepsis, sept. Thrombose der V. jugularis interna
Def.: Verbindung aus dem Canalis caroticus kommenden A. carotis
tonsillogene Sepsis                                                     Mononukleose (=Pfeiffer Drüsenfieber)
Ät.:     Komplikation der Angina tonsillaris, Entwicklung
         kontinuierlich durch die Weichteile, entlang der Venen (u.a.   Def.:    durch das Ebstein Barr Virus hervorgerufene Erkrankung des
         Thrombose der V. jugularis interna) oder den Lymphbahnen                lymphatischen Systems
         folgend.
                                                                        Ät.:     Inkubationszeit 7-9 Tage nach Tröpfcheninfektion mit EBV
Klin.:   Schwerkranker Patient!, Tachykardie, druckschmerzhafte V.
         jugularis interna, Schwellung der Kieferwinkellymphknoten,     Klin.:   ulceröse oder nekrotisierende Veränderungen der Tonsillen,
                                                                                 Lymphknotenschwellung am Hals, Hepatosplenomegalie,
Ther.:   bis zum Erregernachweis hochdosierte Antibiotikagabe,                   Fieber, vermehrt Monozyten im Diff-BB, Leukozytose,
         Tonsillektomie, u.U. Resektion der thrombotischen VJI                   CAVE: sog. Mononukleose Schnelltest vielfach ohne
         (keinesfalls Standardtherapie, nur in Ausnahmefällen                    ausreichende Aussagekraft
         interdisziplinär zu diskutieren)
                                                                        Ther.:   Bettruhe, Analgetika, Antibiotikagabe bei unklarem
                                                                                 Krankheitsbild natürlich möglich (CAVE: Ampicillin-
                                                                                 Exanthem), ansonsten Zurückhaltung mit Antibiotika;
Tonsillektomie                                                                   Tonsillektomie bei fulminantem Verlauf möglich
Ind.:   chron. Tonsillitis, Peritonsillitis, Peritonsilarabszeß,
        Hyperplasie, V.a. tonsillogenes Herdgeschehen, V.a.             Ko.:     Meningitis, Enzephalitis, Myocarditis, Hepatitis, Milzruptur
        Tonsillen-Ca

Ther.:   Schlitzung des vorderen Gaumenbogens und Präparation der       Seitenstrangangina
         Tonsille aus ihrem Bett und Abschnürung im Bereich des         Def.: Entzündung der Rachenhinterwand
         Zungengrundes
                                                                        Ät.:     Vielfach auftretend nach erfolgter Tonsillektomie als
Ko.:     Sorgfältige Blutstillung, da Nachblutungsgefahr!                        Ausdruck veränderter Abwehrmechanismen des
                                                                                 lymphatischen Gewebes
KI.:     Angina agranulocytotica
                                                                        Klin.:   bds. an der lateralen Pharynxhinterwand vertikal
                                                                                 ausgerichtete Stränge, meist stark gerötet

                                                                        Ther.:   Rachenspülungen mit desinfizierenden Lösungen, teilweise
         antibiotisch bei V.a. bakterielle Genese

Angina Plaut Vincent                                                    Gingivostomatitis herpetica
                                                                        Def.: Fleckförmige Schleimhautläsionen im Bereich der
Def.:    einseitig nekrotisierende Angina                                      Mundhöhle, schmerzhaft, erhebliches Krankheitsgefühl

Ät.:     fusiforme Stäbchen und Spirochäten                             Ät.:     Herpes simplex Virus Infektion der Mundschleimhaut

Klin.:   einseitig fibrin-belegtes Ulkus bei gutem Allgemeinzustand     Klin.:   aphtöse Läsionen der vorderen Gaumenbögen und der
                                                                                 Mundschleimhaut, Fieber
Ther.:   Ätzung der betroffenen Tonsille mit Silbernitrat oder
         Chromsäure, u.U. zusätzlich orales Penicillin                  Ther.:   desinfizierende Maßnahmen, Flüssigkeitszufuhr,
                                                                                 Schmerztherapie

                                                                        Ko.:     bakterielle Superinfektion und ausgeprägte Lymphadenitis
Diphtherie                                                                       colli bis hin zum Halsabszeß

Ät.:     Corynebacterium diphtheriae, Ink.zeit: 1 bis 5 Tage
                                                                        Angina agranulocytotica
Klin.:   festhaftende grau-gelbe Beläge an Tonsillen, Gaumen und
         Pharynx, süßlicher Mundgeruch, Blutung bei Ablösung der        Ät.:     medikamentös bedingte toxische Knochenmarksschädigung
         Beläge
                                                                        Klin.:   schmutzige Nekrosen und starker Foetor ex ore, Fieber,
Ther.:   Antiserum gegen Diphtherie-Toxin (bereits bei Verdacht auf              Halsschmerzen
         das Vorliegen einer Diphtherie!), Breitspektrum Antibiose
         Isolierung der Patienten und ihrer Kontaktpersonen             Diag.:   Blutbild

Prg.:    Tod (meist durch Myocarditis) bei ungünstigen
         Verlaufsformen, daher frühzeitige Antitoxingabe (Behring, 1.
         Nobelpreis für Medizin, 1901)
Adenoide

Def.:    Hyperplasie der Rachenmandel                               Tumoren der Mundhöhle und des Pharynx

Klin.:   Nasenatmungsbehinderung, Mundatmung, Schnarchen,
         schlechter Schlaf,Tubenfunktionsstörungen mit              Plattenepithel-Carcinome
         rezidivierenden Otitiden, Seromucotympanon, Hörstörungen   Ät.:    Risikofaktoren: Alkohol (zytotoxisch) und Rauchen
         (Schalleitung), nasale Sprache                                     (kanzerogene Inhaltsstoffe), deutlich erhöhtes Risiko bei
                                                                            „trinkenden Rauchern“
Diag.:   Postrhinoskopie oder Palpation des Nasenrachenraumes               häufigster Tumortyp, kommt meist an der Zunge (Rand),
                                                                            Mundboden, Wange und Lippen vor
Ther.:   Adenotomie (s.u.)
                                                                    Klin.:   Foetor ex ore, brennende Schmerzen, Schwellung der
                                                                             Halslymphknoten, Kieferklemme bei Infiltration der
                                                                             Kaumuskeln, B-Symptomatik
Adenotomie
Def.: Abtragung der Rachenmandel                                    Ther.:   operativ (ggf. mit Neck dissection) und/oder Strahlentherapie
Ind.:  Hyperplasie der Rachenmandel mit Behinderung der
       Nasenatmung, Tubenfunktionsstörungen mit rezidivierender
       Otitis media, rezidivierende Entzündungen der
       Nasennebenhöhlen

Ther.:   Kürettage mit dem Beckmannschen Ringmesser erfolgt in
         Intubationsnarkose mit hängendem Kopf

Prg.:    nach OP Besserung des Hörvermögens, Rezidive sind
         möglich

Ko.:     Nachblutungen sind praktisch immer auf verbleibende
         Rachenmandelreste zurückzuführen. Die Therapie besteht
         daher in der Nachküretage
Hals


Mißbildungen


laterale Halsfisteln/-zysten

Ät.:     branchiogene Zysten, die als Fehlbildung aus dem zweiten
         bis vierten Kiemenbogen hervorgehen
Klin.:   plötzlich auftretende, fluktuierende Schwellung an einer
         Halsseite ohne Entzündungszeichen
Diag.:   Darstellung der Gänge mit Farbstoff
Ther.:   radikale Extirpation
Ko.:     u.U. können die Gänge vom Tonsillenpol durch die
         Carotisgabel bis zum Vorderrand des M.
         sternocleidomastoideus ziehen


mediane Halszysten

Def.:
Ät.:     Entwicklungshemmung im Ductus thyreoglossus
Klin.:
Ther.:
Ko.:
                                                                       Prädilektionsalter     2.-6. Lebensjahr        2.-5. Lebensjahr
Larynx und Trachea                                                     Symptome               starker Speichelfluß    trockener, bellender
                                                                                              und Schluckstörungen    Husten
                                                                                              kloßige Sprache         inspiratorischer
Mißbildungen                                                                                                          Stridor
                                                                                              Heiserkeit              Heiserkeit
Ursachen von Kehlkopfstenosen                                                                 hohes Fieber!
                                                                                              Leukozytose
   Pseudokrupp (Laryngitis subglottica)                                                      Halsschmerzen
   pseudomembranös nekrotisierende Laryngitis
   phlegmonöse Laryngitis
                                                                       Reinke Ödem
   Quincke-Ödem
   Verletzungen, Verätzungen
   Laryngomalazie (=weicher Kehlkopf und Kehldeckel bei               Def.:    subepitheliale ödematöse doppelseitige Aufquellung der
    Neugeborenen)                                                               Stimmlippen
                                                                       Ät.:     starke Stimmbelastung, Nikotinabusus
                                                                       Klin.:   Heiserkeit, insp. Stridor
Choanalatresie:                                                        Ther.:   Dekortikation
Die angeborene Atresie mit ein- oder beidseitigem Verschluß führt zu
einer Behinderung der Atmung durch die Nase mit Schluckstörungen       Larynxpapillomatose

                                                                       Ät.:     Infektion mit Papovaviren
Entzündungen                                                           Klin.:   Heiserkeit, Stridor
                                                                       Ther.:   chirurgische Abtragung
                                                                       Prg.:    häufige Rezidive, spontane Remission in der Pubertät ->
                       Akute Epiglottitis     Subglottische                     Kindesalter: keine Präkanzerose
                                              Laryngitis                        Erwachsenenalter: Präkanzerose
                                              (Pseudokrupp)
Erreger                Haemophilus            viral: Parainfluenza     Recurrensparese
                       influenzae B           Viren, RS-Viren,
                                              Influenzaviren
Def.:    isolierte Lähmung des N. laryngeus inf., das Stimmband kann
         nicht mehr in Respirationsstellung gebracht werden            Larynx-Karzinom
Ät.:     häufig Strumektomie, Bronchial-Ca, idiopathisch,
         Wallenberg-Syndrom                                            Def.:    Einteilung in die selteneren supraglottischen und häufigeren
Klin.:   einseitig: Heiserkeit                                                  glottischen Karzinome (hier überwiegen die subglottischen)
         beidseitig: Heiserkeit, Atemnot                               Ät.:     95% Plattenepithel-Ca, bevorzugt Männer betroffen
Ther.:   einseitig: Logopädie                                          Klin.:   Heiserkeit (länger als 3 Wochen), Dysphagie, Schmerzen
         beidseitig: Tracheotomie                                      Ther.:   Probeexzision und Histologie, dann Therapie nach TNM-
                                                                                Stadium (T1: Chordektomie oder Strahlentherapie; alle
                                                                                anderen Tumorstadien: Laryngektomie)
Tumoren des Larynx                                                     Prg.:    T1 d. Stimmlippen: 5 JÜR 90%


Sängerknötchen, Schreiknötchen (Pachydermien)                          Reye-Syndrom

Def.:    symmetrische Verdickungen der Stimmlippen im vorderen         Prädilektionsalter: 5. - 12. Lebensjahr
         mittleren Drittel                                             Prädisponierende Faktoren: Viruserkrankungen, Einnahme von
Ät.:     vermehrte Stimmbelastung bei Säuglingen, Lehrern, Sängern     Acetylsalicylsäure, genetische Prädisposition.
Klin.:   Heiserkeit                                                    Es handelt sich um eine akute Erkrankung mit Enzephalopathie,
                                                                       Hirnödem und diffuser feintropfiger Verfettung der Leber.
Leukoplakie                                                            Symptome: akut einsetzendes Erbrechen, Krämpfe und andere
                                                                       neurologische Symptome, Koma, Atemstörungen,
Def.:    nicht abstreifbare weiße Beläge der Schleimhaut               Stoffwechselfunktionsstörungen der Leber: erhöhte Transaminasen,
Ät.:     Alkohol, Rauchen                                              Glykogengehalt in der Leber vermindert, Hypoglykämie, Anstieg des
Klin.:   i.d.R. keine Beschwerden                                      Ammoniaks, Störung der Gerinnungsfaktorenbildung.
Ther.:   Exzision, um ein Karzinom auszuschließen                      Therapie: symptomatisch
Prg.:    Bei Leukoplakien handelt es sich um eine Präkanzerose         Bei mildem Verlauf Überleben möglich, bei schweren Verläufen hohe
                                                                       Letalität.
M. Bowen

Def.:    Präkanzerose der Schleimhaut
                                                                                 Behandlung, Breikost
Nase und Nasennebenhöhlen (NNH)
                                                                        Ko.:     CAVE: nicht ausdrücken, keine Inzision ->Sinusthrombose!,
                                                                                 weitere Komplikationen: Orbitalphlegmone, Einbruch in die
Geruchsprüfung:                                                                  Nebenhöhlen, Einschmelzung des knorpeligen Septums,
N. olfactorius reine Riechstoffe, z.B. Birkenteer, Vanille                       Fazialislähmung

N. trigeminus     stechende „riechende“ Stoffe, z.B. Ammoniak,
                                                                        Sinusitis
                  Formalin, Salmiak, Pyridin, Essigsäure
                                                                        Def.: Entzündung einer oder mehrerer Nasennebenhöhlen (NNH)

Nasenbluten                                                             Ät.:     Enge in den Ausführungsgängen der NNH, dentogen
Bei Blutungen im vorderen Nasenbereich (Locus Kiesselbachii) kann
man mit Zusammendrücken der Nasenflügel ein Stehen der Blutsäule        Klin.:   Kopfschmerzen v.a. beim Bücken, eitrige Sekretion,
und damit schnellere Gerinnung erzielen.                                         Exophthalmus, Klopfschmerz über den NNH, Druckschmerz
Ein Kältereiz im Nacken bewirkt eine allgemeine Vasokonstriktion                 über den Austrittspunkten des N. trigeminus
der Kapazitätsgefäße.
CAVE: Im Liegen besteht die Gefahr der Aspiration oder des              Diag.:   Verschattung der NNH im Rö, evtl. Spiegelbildung
Schluckens mit Erbrechen. Bei starkem Blutverlust müssen die
Vitalfunktionen kontrolliert werden!                                    Ther.:    akut: abschwellende Nasentropfen
                                                                                  chronisch: Operation mit Erweiterung des
                                                                                    Ausführungsganges
Entzündungen                                                                     
                                                                        Ko.:     Kieferhöhle: Choanalpolypen, Papillome
                                                                                 Stirnhöhle: Mukozele, Orbitaphlegmone
Nasenfurunkel
Def.: Staphylokokkeninfektion eines Haarfollikels am
                                                                        Ozeaena (Rhinitist atrophicans cum foetore)
       Naseneingang mit eitriger Einschmelzung
                                                                        Def.: eine fortschreitende Atrophie der Nasenschleimhaut und der
Klin.:   schmerzhafte Rötung und Schwellung, Fieber, Schmerzen                Nasenmuscheln mit Verlust oder Einschränkung des
                                                                              Riechvermögens
Ther.:   hochdosierte Antibiotikagabe, lokal feuchte Umschläge, stat.   Ät.:  sehr trockene Luft, Mißbrauch von Nasentropfen, familiäre
         Häufung, Bevorzugung des weiblichen Geschlechts, nach           Choanalpolypen
         ausgedehnten Nasenoperationen (z.B. Tumor)                      Def.: große, langgestielte Schleimhautpolypen, die aus der
                                                                               Kieferhöhle entspringen. Sie können durch die Choanae
Klin.:   hochgradige Schleimhautatrophie, grünlich-gelbe, ekelhaft             (hintere Nasenöffnung) in den Nasen-Rachen-Raum
         riechende Borken und Krusten, Verlust des Riechvermögens,             prolabieren
         Patienten häufig sozial isoliert
                                                                         Klin.:   häufig verstopfte Nase, evtl. völlige Verlegung der
Ther.:   Spülungen, Operation, Salbentamponaden, Klimatherapie,                   Nasenatmung und hierdurch bedingte näselnde Stimme sowie
         Inhalationen                                                             Geruchsstörungen

Ko.:     atrophische Schleimhaut begünstigt sekundäre                    Ther.:   operative Abschlingung
         Keimbesiedelung (z.B. mit Klebsiella ozaenae)

                                                                         Wegener Granulomatose
Polyposis nasi                                                           Def.: granulomatös-nekrotisierende Entzündung der
Def.: eine ödematöse, polypöse Schleimhauthyperplasie der                      Nasenscheidewand, Trachea, Lunge und Niere
       Nasennebenhöhlen (Siebbein, Kieferhöhle), die sich in Form
       von Nasenpolypen manifestiert                                     Ät.:     Autoimmunerkrankung, Korrelation mit c-anca

Ät.:     chronische Rhinitis, Sinusitis, allergische Rhinopathie mit     Klin.:   sich vergrößernde Septumperforation mit Ausbildung einer
         asthmoider Bronchitis, Salicylatunverträglichkeit; Kinder mit            Sattelnase
         Mukoviszidose
                                                                         Ther.:   Corticoide, Antibiotika, Cytostatika
Klin.:   behinderte Nasenatmung, Geruchsstörung, Kopfschmerzen,
         Räusperzwang, Breitnase , Näseln
                                                                         Prg.:    wegen der Nierenbeteiligung ungünstig, Spontanremissionen
Ther.:   Polypektomie, Siebbeinoperation, Antihistaminika,                        sind möglich
         kortikoidhaltige Nasensprays

Prg.:    auch nach sorgfältigen Operationen sehr rezidivfreudig          Frakturen
Blow-out-Fraktur                                                           Mittelgesichtsfrakturen
Def.: Fraktur des Orbitabodens                                             Einteilung nach Le-Fort:
                                                                            Le-Fort-I:tiefe maxilläre Querfraktur,
Ät.:     meistens Trauma                                                    Le-Fort-II:Pyramidenfraktur der Maxilla
                                                                            Le-Fort-III:kompletter Abriß des Gesichtsschädels von der
Klin.:   Enophthalmus, Doppelbilder durch                                     Schädelbasis. Dabei sind häufig auch die Nasenbasis und das
         Augenmuskeleinklemmung, Sensibilitätsstörung durch                   Jochbein mitbetroffen.
         Läsion des N. infraorbitalis

Diag.:   CT, Röntgenaufnahme occipitofrontal                               Nasenseptumplastik
                                                                           wird eingesetzt zur Behandlung der Septumdeviation. Ursachen
Ther.:   Operation mit Verschluß des Orbitabodens und                      hierfür sind traumatisch oder wachstumsbedingt. Dies führt zu
         Kieferhöhlenfensterung (Entzündungsherd!)                         Behinderung der Nasenatmung, Kopfschmerzen, Geruchsstörungen,
                                                                           Schnarchen etc.
                                                                           Es werden isoliert die verkrümmten Anteile des Septumknorpels und
                                                                           des Knochens entfernt und nach Begradigung wieder reimplantiert.
frontobasale Frakturen (Escher)
Einteilung der frontobasalen Frakturen nach Escher:
 Escher I: Durch Gewalteinwirkung auf das obere Stirnbein entsteht        Tumoren der Nase
   eine Impressionsfraktur des Stirnbeins mit Trümmerfraktur der
   Vorder- und Hinterwand der Stirnhöhle sowie des Siebbeindaches.
 Escher II: Durch Gewalteinwirkung auf Stirnhöhle und                     Rhinophym
   Nasenbeinwurzel entsteht eine Impressionsfraktur von Stirnhöhle         Def.: Talgdrüsenhyperplasie bzw. -hypertrophie der Nasenhaut
   und Siebbeinzellen.
 Escher III: Gewalteinwirkungen auf das zentrale Mittelgesicht            Ät.:     meist bei älteren Männern im Rahmen einer Rosazea
   führen zu Querfrakturen in diesem Bereich. Einteilung der
   Mittelgesichtsfrakturen nach Le-Fort I-III                              Klin.:   sich teils entzündliche, knollige Wucherungen,
 Escher IV: Durch seitliche Gewalteinwirkung entsteht die latero-                  Teleangiektasien und blaurote Verfärbung der Haut
   frontale Fraktur. Die Frakturlinie verläuft von lateral über das Dach
   der Augenhöhle zur Stirnhöhle.                                          Ther.:   operative Sanierung mittels Dermabrasio bzw.
                                                                                    Dermashaving, möglichst unter Vorlage eines Photos, auf
                                                                                    dem die Veränderung noch nicht zu sehen war
                                                                 Halslymphknotenschwellung ein- oder beidseitig, behinderte
                                                                 Nasenatmung, rezidivierendes Nasenbluten, Kopfschmerzen,
juveniles Nasenrachenfibrom                                      therapieresistenter Paukenerguß, etc..
Def.: benigner, gefäßreicher, bindegewebiger Tumor am Übergang   Diagnose: Endoskopie, ggf. Epstein-Barr-Virus-Serologie, CT, MRT,
        zwischen Nasenhöhle und Epipharynx                       Ohrmikroskopie, Probeexzision, Audiometrie.
                                                                 Therapie: Chemotherapie, Strahlentherapie, evtl. OP (falls möglich).
Ät.:     v.a. männliche Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr

Klin.:   Nasenbluten, Nasenatmungsbehinderung, Kopfschmerzen,    Adeno Carcinome
         Tubenverschluß                                          Bei Holzarbeitern ist das Adenokarzinom der Nasenhaupt und -
                                                                 nebenhöhlen, das durch die Stäube von Eichen- und Buchenholz
Ther.:   operative Entfernung bei Komplikationen                 verursacht wird, als Berufskrankheit anerkannt. Häufig findet sich das
                                                                 Karzinom im Bereich der mittleren Nasenmuschel, da hier die erste
Prg.:    gelegentlich Spontanremission nach der Pubertät         Aufprallstation der eingeatmeten Luft liegt. Bei Metallarbeitern
                                                                 können z.B. durch Arsen Spinaliome entstehen, bei Bäckern zeigt sich
Ko.:     Vorsicht bei Probeexzision: Blutungsgefahr              häufig eine obstruktive Atemwegserkrankung (Mehlstaub).


Basaliom
Def.: häufigster maligne Tumor der äußeren Nase

Klin.:   metastasiert nicht, spät treten Ulzerationen auf.

Ther.:   sofortige operative Entfernung
         (nach Bestrahlungen könnten Karzinome entstehen).


Plattenepithel Carcinome
Bei den Nasopharynxkarzinomen handelt es sich meist um
Plattenepithelkarzinome.
Symptome: Einseitige Schalleitungsschwerhörigkeit, einseitige
Tubenbelüftungsstörung mit Mittelohrerguß, zunehmende
                                                                   schwerhörigkeit:                            Rinne bds. positiv
Ohr
Hörprüfungen:                                                      Tonaudiometrie:
Stimmgabelversuche:
                                                                   Ein Audiometer erzeugt reine Töne unterschiedlicher Frequenz.
- man benutzt eine 440 Hz-Stimmgabel (=a1)                         Der jeweilige Prüfton wird dem Patienten zunächst unterschwellig,
                                                                   d.h. unhörbar angeboten. Der Prüfpegel wird mit mittlerer Geschwin-
Weber: Angeschlagene Stimmgabel auf den Scheitel (=Medianlinie)    digkeit erhöht, bis der Patient angibt, den Ton zu hören. Im Anschluß
       aufsetzen.                                                  daran wird die Hörschwelle, ausgehend von diesem Wert, mit
       Normalbefund  Keine Lateralisation                         niedriger Geschwindigkeit exakt bestimmt. Die Bestimmung erfolgt
       Schalleitungsschwerhörigkeit:  Lateralisation in das       für jedes Ohr getrennt in Luftleitung und Knochenleitung. Bei seiten-
       schlechter hörende Ohr                                      differentem Hörvermögen und bei der Ermittlung der Knochen-
       Schallempfindungsschwerhörigkeit  Lateralisation in das    leitungsschwelle muß das besser hörende/ kontralaterale Ohr vertäubt
       besser hörende Ohr                                          werden, um eine Fehlmessungen durch Überhören zu vermeiden.
       Bei beidseitigen Hörstörungen wird in das
       „schalleitungsschlechtere“ oder das                                   Normales Audiogramm:                               Schalleitungsstörung
       „schallempfindungsbessere“ Ohr lateralisiert.                     l                                 Knochen        l                                  Knochen
                                                                         e                                                e
Rinne: Vergleich von Luftleitung und Knochenleitung am gleichen          i
                                                                                                           Luft
                                                                                                                          i
       Ohr.                                                              s                                                s
                                                                         e                                                e
       Aufsetzen der angeschlagenen Stimmgabel auf das Mastoid,                                                                                              Luft
                                                                                                                     dB
       wenn der Patient den Ton nicht mehr hört, wird die           dB

       Stimmgabel ohne nochmaliges Anschlagen vor das Ohr            l                                                l
                                                                     a                                                a
       gehalten.                                                     u                                                u
       Rinne positiv: Luftleitung besser als Knochenleitung, der     t                                                t

       Ton wird vor dem Gehörgang wieder gehört.                             niedrig                hoch                      niedrig                 hoch
                                                                                       Frequenzen                                        Frequenzen
       Rinne negativ: Schalleitungsschwerhörigkeit, der Ton wird
       nicht wieder gehört.
                                                                     Schallempfindungsstörung:                                          Kombiniert:
Schalleitungs-               Weber  krankes Ohr,
schwerhörigkeit:             Rinne pos.  krankes Ohr
Schallempfindungs-           Weber  gesundes Ohr,
      l                                                l                                              Positiv: 60-100% (=Innenohrschwerhörigkeit),
      e                                                e
      i                                                i                                              Negativ: 0-15% (=neurale Schwerhörigkeit)
      s                                                s                                           Objektive Audiometrie
      e                                                e
                                        Knochen                                          Knochen   Die objektiven audiometrischen Verfahren werden zur Bestimmung
 dB                                     Luft      dB
                                                                                                   von Teilleistungen des Hörsinnesorgans im Bereich des Mittel-,
  l                                                l                                               Innenohres bzw. der retrocochleären Anteile der Hörbahn eingesetzt
  a                                                a
  u                                                u                                     Luft      Die Ergebnisse werden ohne die aktive Mitwirkung des Patienten
  t                                                t                                               gewonnen.
          niedrig                hoch                      niedrig
                                                                     Frequenzen
                                                                                  hoch             Impedanzaudiometrie:
                    Frequenzen
                                                                                                   Tympanometrie: Registrierung der akustischen Impedanz des
                                                                                                   Trommelfells in Abhängigkeit von Über-/Unter-Druck im äußeren
Überschwellige Audiometrie:                                                                        Gehörgang. Unterscheidung von normalen Mittelohrverhältnissen,
Überschwellige Tests sollen differentialdiagnostisch helfen, eine                                  Tuben-Mittelohr-Katarrh, MO-Erguß, Kettenunterbrechung.
Innenohrschwerhörigkeit (sensorische SH) von einer retrocochleären                                 Stapedius-Reflex-Audiometrie:
(neuralen) Schwerhörigkeit abzugrenzen.                                                            Ausschluß einer Mittelohrschwerhörigkeit (Reflex registrierbar)
Positives Recruitment  Innenohrschwerhörigkeit                                                    Differenzierung zwischen IO-Schwerh. und retocochl. (neuraler)
Negatives Recruitment  retrocochleäre Hörschädigung                                               Hörstörung (Metz-Recruitment positiv, normaler Stap-R. bei 70-90dB
                                                                                                   gleichbleibend bis zu einer IOS von 50dB )
Lautheitsausgleich: Fowler Test                                                                    Otoakustische Emissionen:
 Lautstärkeempfindung bei einseitiger Schallempfindungs-                                          Bei funktionstüchtigen äußeren Haarzellen wird bei Beschallung des
  Schwerhörigkeit wird mit dem normalhörenden Ohr der Gegenseite                                   Ohres Schall retrograd aktiv vom Innenohr ausgesandt.
  verglichen.                                                                                      Transitorisch evozierte otoakustische Emissionen (TEOAE) entstehen
  Positiv: cochleärer Schaden, Negativ: retrocochleärer Schaden                                    poststimulatorisch nach Clickbeschallung, während
                                                                                                   Distorsionsprodukt Otoakustische Emissionen ( DPOAE)
SISI-Test (Short Increment Sensivity Index)                                                        perstimulatorisch bei Zweitonstimulation nachgewiesen werden
 Prüfung des Intensitätsunterscheidungsvermögens bei Patienten mit                                können. Anwendung: Differentialdiagnostik, Nachweis von
   Schallempfindungsschwerhörigkeit mit einem Dauerton-Prüfpegel                                   ototoxischen Einflüssen (z.B. Lärm, Medikamente) schon vor einer
   20dB über der individuellen Hörschwelle. Es wird registriert, wie                               Hörschwellenveränderung, Neugeborenen-Screening.
   viele von 20 im Abstand von 5 Sekunden angebotenen                                              Akustisch evozierte Potentiale (AEP):
   Lautstärkesprüngen von 1dB Amplitude und 1 Sekunde Dauer, der                                   Hirnstammaudiometrie, Brainstem (BERA): Hörschwellenbest. bei
   Patient wahrgenommen hat.                                                                       Kindern u. unkooperativen Patienten u. Topodiagnostik der Hörbahn
                                                                                                   (Akustikusneurinom, Kleinhirnbrückenwinkel-T.
Cortical Electric Response Audiometrie (CERA)
Hörschwellenbestimmung bei Kindern u. unkooperativen Patienten,
(Gutachten).
Klinik des äußeren Ohres
                                                                        Ät.:     Adenoide und behinderte Nasenatmung (v.a. bei Kindern),
Othämatom                                                                        meist bakteriell oder viral
                                                                        Klin.:   Ohrenschmerzen, eitriger Paukenerguß, gerötetes
Def.:      Blut- oder Serumaustritt zwischen Knorpel und                         Trommelfell, Schalleitungsstörung, Rinne neg., Weber ->
           Perichondrium der Ohrmuschel durch tangentiale                        krankes Ohr
           Gewalteinwirkung (z.B. Boxen)
                                                                        DD:      Parotiserkrankungen, Pharyngitis, Dentitio difficilis, Costen-
Klin.:     schmerzlose, fluktuierende Schwellung an der Vorderseite              Syndrom, vertebragene „Ohrenschmerzen“, Malignome der
           der Ohrmuschel                                                        Tonsillen und des Pharynx

Ther.:     Punktion oder Inzision                                       Ther.: Nasentropfen, systemische Antibiose, Antineuralgika
                                                                               (Ohrentropfen sind nicht sinnvoll, da sie nicht an den Ort des
Ko.:       bindegewebige Organisation bei zu später Therapie führt zu          Geschehens gelangen!)
           „Boxerohr“ oder „Blumenkohlohr“                                     Parazentese bei Eintritt von Komplikationen

Otitis externa                                                          Ko.:     Mastoiditis, Labyrinthitis, Facialisparese, Sinusthrombose,
                                                                                 Hirnabszesse, Meningitis, Pyramidenspitzeneiterung
Def.:      Entzündung des äußeren Gehörganges

Ät.:       Bakterien, Pilze, bei älteren Diabetikern,                   Klinik des Mittelohres
           Gehörgangsmalignom, chron. Otitis media
                                                                        Tubenmittelohrkatarrh
Klin.:     sehr schmerzhaft, Tragusdruckschmerz, eitrige bis fötide
           Otorrhö, Schwellung des äußeren Gehörganges                  Def.:    Unterdruck im Mittelohr, der durch Verschluß der Tube
                                                                                 entstanden ist. Es kann ein Paukenerguß durch vermehrte
Diagn.:    Abstrich, Probeexzision, Blutzuckerkontrolle, Rö. nach                Transsudation entstehen.
           Schüller
                                                                        Ät.:     Häufigste Ursache bei Erwachsenen: Epipharynx-Tumore
akute Otitis media                                                               häufigste Ursache bei Kindern: vergrößerte Adenoide

Def.:     akute Entzündung des Mittelohres                              Klin.: Serotympanon -> Mukotympanon -> Verwachsungen,
         Trommelfellretraktion, Paukenerguß, Hörstörung                       meist fötid-eitriges Sekret
                                                                       Ät.:   Proliferation versprengen verhornenden Plattenepithels im
Ther.: Beseitigung der Ursache, Nasentropfen, Tubendrainage                   Mittelohr mit Atrophie und Zerstörung des umgebenden
                                                                              Knochens.
                                                                       Klin.: Schalleitungsstörung, fötid-eitrige Otorrhoe
Mastoiditis                                                                   randständiger Trommelfelldefekt
                                                                       Ther.: Operative Ausräumung des Cholesteatoms
Def.:  Warzenfortsatzentzündung                                        Ko.: Facialisparese, Hirnabszeß, Sinusthrombose, Zerstörung der
Ät.:   Komplikation einer akuten Otitis media                                 Gehörknöchelchen
Klin.: Druckschmerz über dem Warzenfortsatz, Fieber, BSG
       Erhöhung
Ther.: Mastoidektomie                                                  Otosklerose
Ko.:   Hirnabszeß, Sinusthrombose, Subperiostalabszeß
                                                                       Def.:  Fixierung der Steigbügelfußplatte im ovalen Fenster
                                                                       Ät.:   unbekannt; familiäre Häufung, Frauen über 40 J. sind
chronisch mesotympanale Otitis media                                          bevorzugt befallen, häufig Verschlechterung des Befundes in
                                                                              der Schwangerschaft
Def.:  chronische Schleimhauteiterung des Mittelohres, nicht           Klin.: Tinnitus, Schalleitungsstörung, Knochenleitungsstörung bei
       spontan heilende Otitis mit zentraler Trommelfellperforation,          2000 Hz (=Cahart Senke), Stapediusreflex nicht auslösbar,
       schleimig-eitrige Otorrhoe                                             Gellée Versuch negativ
Ät.:   Komplikation eines Tubenmittelohrkatarrhs                       Ther.: Stapesplastik
Klin.: schleimig-eitrige Otorrhoe, Schalleitungsstörung
Bef.: zentraler Trommelfelldefekt, mangelhafte
       Mastoidpneumatisation                                           Klinik des Innenohres
Ther.: Tympanoplastik

                                                                       Hörsturz

chronisch eptiympanale Otitis media                                    Def.:    plötzlich auftretende Innenohrschwerhörigkeit
                                                                       Ät.:     Ursache unbekannt, vielleicht Mikrozirkulationsstörungen
Def.:    Cholesteatom, chronische Knocheneiterung, nicht spontan       Klin.:   plötzliche Schallempfindungsstörung, evtl. vestibuläre
         heilende Otitis mit randständiger Trommelfellperforation,              Symptome
Ther.:   Infusionstherapie, Stellatumblockade                             Klin.:   Dauerschwindel, Drehschwindel, Gangunsicherheit,
Prgn.:   häufig spontane Heilung                                                   Schwankschwindel, Nausea
                                                                          Ther.:
                                                                          Ko.:
Lärmschwerhörigkeit

Ät.:     Innenohrschwerhörigkeit, verursacht durch Lärm, anerkannte       benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
         Berufskrankheit
Klin.:   langsam fortschreitende, irreversible Hörstörung v.a. für hohe   Def.:    vestibuläre Störung mit erheblichem Drehschwindel in einer
         Frequenzen, Tinnitus, positives Recruitment,                              bestimmten Lage
         Schallempfindungsstörung im Hochtonbereich                       Ät.:
Ther.:   Hörgerät                                                         Klin.:   Reproduzierbarkeit der Symptome bei bestimmten
                                                                                   Kopfbewegungen, Anfall dauert nur einige Sekunden,
                                                                                   Nausea, Nystagmus
Morbus Menière                                                            Ther.:
                                                                          Ko.:
Def.:    anfallsartige Innenohrerkrankung mit der Symptomtrias:
          Schwerhörigkeit
          Schwindel                                                      Zoster oticus
          Tinnitus
Ät.:     Labyrinthhydrops mit Ruptur der Reissnerschen Membran ->         Ät.:     Reaktivierung des in den Spinalganglien persistierenden
         Elektrolytungleichgewicht                                                 Varizella-Zoster-Virus
Klin.:   s.o.                                                             Klin.:   Bläschen am äußeren Ohr, neuralgiforme Beschwerden,
Ther.:   symptomatische Therapie, Infusionstherapie                                periphere Facialisparese, regionäre Lymphadenitis,
Prgn.:                                                                             Gleichgewichtsstörung, Schallempfindungsstörung mit neg.
                                                                                   Recruitment
                                                                          Ther.:   Aciclovir, symptomatisch
Neuritis vestibularis

Def.:    plötzlicher Ausfall des Gleichgewichtsorgans ohne                Akustikusneurinom
         Hörbeeinträchtigung
Ät.:     Ursache unbekannt                                                Def.:    gutartiger Tumor im inneren Gehörgang, ausgehend von den
            Schwannschen Zellen des N. vestibularis                      Therapiedauer mind. 10 d zur
Ät.:        v.a. im 40. bis 50. Lebensjahr und bei Neurofibromatose       Verhütung von
            Recklinghausen (hier auch beidseitig)                         Str.spätkomplikationen: rheumat.
Klin.:      langsam fortschreitende Schallempfindungsstörung mit neg.     Fieber, Glomerulonephritis
            Recruitment, danach Gleichgewichtssrörung,                   kein Doxyciclin, da nicht
            Eiweißerhöhung im Liquor, erweiterter innerer Gehörgang       bakterizid und resistente
Diag.:      Kernspin, CT, (Rö nach Stenvers), Bera, OAE                   Streptokokkenstämme
Ther.:                                                                   kein Amoxicillin oder Ampicillin
Ko.:        Facialisparese                                                (hohe Allergieragte)
                                                                         bei Therapieversagen bei jungen
                                                                          Patienten an Mononukleose
Infektionen im HNO-Bereich                                                denken!

Infektion            Erreger                    Therapie

Sinusitis   Pneumokokken,         Amoxicillin + Clavulansäure
            Haemophilus infl.      oder Ceruroxim-Axetil (p.o.)
            seltener: Moraxella,  schwerste Verläufe:
            Staphylokokken         Cephalosporine 3. Generation
                                   (i.v.)
                                  kurzfristig Nasentropfen
                                  chronisch: ggfs. Operation
Otitis      Pneumokokken,         Amoxicillin + Clavulansäure
media       Haemophilus infl.,     oder Ceruroxim-Axetil (p.o.)
            Staph. aureus, Str.  schwerste Verläufe:
            pyogenes,              Cephalosporine 3. Generation
            Anaerobier             (i.v.)
                                  ggfs. Paracentese
Tonsillitis Str. pyogenes (=A-  Penicillin V
            Streptokokken)        bei Allergie: Makrolide oder
                                   Oralcephalosporine
                                                                       Ther.:   palliativ bei Infiltration der Umgebung
Ösophagus und Bronchien                                                Ko.:     Ösophago-tracheale Fistel


Zenker Divertikel (=Pulsionsdivertikel)

Def.:    permanente Schleimhautvorwölbung im Bereich des
         muskelschwachen Kilian-Dreiecks im Hypopharynx
Ät.:     6.-7. Lebensjahrzehnt, liegt häufiger links der Mittellinie
Klin.:   Globusgefühl nach dem Essen, Regurgitation unverdauter
         Speisen, Gewichtsabnahme
Diag.:   Rö-Breischluck
Ther.:   Abtragung des Divertikels und Myotomie des oberen
         Ösophagussphinkters


Traktionsdivertikel

Ät.:     durch Narbenzug entstehende Divertikel auf Höhe der
         Trachealbifurkation. Alle Wandschichten sind betroffen!
Klin.:   i.d.R. keine Beschwerden
Ther.:   keine Therapie bei Beschwerdefreiheit


Ösophaguskarzinom

Def.:
Ät.:     Alkohol und Rauchen
         frühe lymphogene Metastasierung!
         obere zwei Drittel: überwiegend Plattenepithel-Ca
         unteres Drittel: Adeno-Ca
Klin.:   Gewichtsverlust, Dysphagie, Recurrensparese
                                                                     Sjögren-Syndrom
Kopfspeicheldrüsen
                                                                     Def.:
                                                                     Ät.:     Autoimmunerkrankung, bevorzugt Frauen im Klimakterium
Sialolithiasis                                                                betroffen
                                                                     Klin.:   Parotisschwellung, Xerostomie, Keratokonjunktivitis sicca
Def.:    Steinbildung im Gangsystem von Speicheldrüsen               Ther.:
Ät.:     80% der Steine finden sich in der Gl. submandibularis,      Ko.:
         Männer bevorzugt betroffen
Klin.:   schmerzhafte Schwellung der Drüse
Ther.:   Gangschlitzung und Extirpation bei Ausführungsgangsstein    eitrige Parotitis
         Extirpation der Drüse bei Lage des Steins in der Drüse
                                                                     Def.:
                                                                     Ät.:     Infektion durch Staphylokokken aus der Mundhöhle,
Ranula                                                                        Speichelstau durch Stein, orale Dauersonde
                                                                     Klin.:
Def.:    Retentionszyste der Gl. sublingualis                        Ther.:   Antibiose, Förderung des Speichelflusses z.B. durch
Ät.:                                                                          Kaugummi
Klin.:
Ther.:   Extirpation
Ko.:                                                                 Tumoren


Parotitis epidemica(Mumps, Ziegenpeter)                              pleomorphe Adenome

Def.:                                                                Def.:    gutartiger Speicheldrüsenmischtumor
Ät.:     Infektion der Gl. parotis mit Paramyxoviren                 Ät.:
         Inkubationszeit 17 bis 21 Tage                              Klin.:
Klin.:   schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen               Ther.:   Teilparotidektomie
Ther.:   symptomatisch, aktive Immunisierung                         Prg.:    Es können multizentrische Rezidive auftreten, der Tumor
Ko.:     Pankreatitis, Orchitis, Meningoenzephalitis, Hörminderung            kann maligne entarten -> Facialisparese
      gutartige Tumoren         bösartige Tumoren
 pleomorphe Adenome       Plattenepithel-Ca
 monomorphe Adenome       adenoid-zystische Karzinome
  (Zystadenom,              (Zylindrome; Wachstum
  Zystadenolymphom)         entlang von nerven und
                            Gefäßen)
 Onkozytome               Adeno-Ca
                           Mukoepidermoid-Ca
                                                                      Situationen und Personen; Mitbewegungen, Wiederholungen von
Stimm- und Sprachstörungen                                            Satzteilen, Sprechunterbrechungen und Neuversuche
                                                                     Sprachzerfall (Schizophrasie): Sprachverwirrtheit durch
                                                                      Verbigeration (Wiederholung von oft unsinnigen Wörtern und
Sprachentwicklungsverzögerung                                         Sätzen), Neologismen und Agrammatismus
                                                                     Ein beschleunigtes Sprechtempo kann bei Manien oder
Def.:                                                                 sensorischen Aphasien gefunden werden.
Ät.:     vielfältig, eine Hörstörung muß ausgeschlossen werden!      Wortfindungsstörungen: Unfähigkeit zur momentanen Findung des
Klin.:   ungenügender Wortschatz, Dysgrammatismus, fehlerhafte        Wortes, das den erlebten bzw. gedachten Sachverhalt wiedergibt;
         Lautbildung                                                  besonders ausgeprägt als amnestische Aphasie. Vorkommen: u.a.
Ther.:                                                                Ermüdung, Aufregung, Läsionen im unteren Scheitellappen
Ko.:     Schulversagen, Risiko hinsichtlich kinderpsychiatrischer
         Erkrankungen


Taubstummheit

Def.:    fehlender Spracherwerb durch Taubheit
Klin.:   das Kind verstummt nach der Lallphase wieder

Stottern:

IMPP: Stottern: Redeflußstörung infolge mangelhafter Koordination
von Atmung, Stimmgebung, Artikulation und Denken i.S. einer
Ausdrucksneurose.
Formen:
 Tonisches Stottern: verschieden lange Dehnung von Lauten,
  stummes Pressen oder Pressen mit Stimmgebungsversuchen
 Klonisches Stottern: kurze, rasch aufeinanderfolgende
  Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern.
  Begleitsymptome: Umgehen gefürchteter Laute und Wörter,

				
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