Chart 1 Hauptversammlung 10. Juni 2009

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6/30/2009
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Es gilt das gesprochene Wort Seite 1 Chart 1: Hauptversammlung 10. Juni 2009 HAUPTVERSAMMLUNG 10 . J U N I 2 0 0 9 Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, verehrte Gäste, im Namen des gesamten Vorstands begrüße ich Sie zur ordentlichen Hauptversammlung 2009 der STADA Arzneimittel AG. An den Anfang meiner Ausführungen stelle ich in diesem Jahr einen besonderen Dank. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Karl Hertle, scheidet mit Ablauf dieser Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat aus, da er aus Altersgründen nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Es gilt das gesprochene Wort Seite 2 Karl Hertle hat sich so nicht nur um den sozialen Frieden im Unternehmen, sondern auch um STADA insgesamt in herausragender Weise verdient gemacht. Ich bitte Sie, die Aktionäre dieses Unternehmens, – ausdrücklich auch im Namen meiner Vorstandskollegen – um einen respektvollen Applaus für Herrn Hertle und seine beispielhaft konstruktive Ausübung der Mitbestimmungsrechte über viele Jahre hinweg. Zudem gilt der Dank des Vorstands auch Herrn Adolf Zissel der ebenfalls heute als Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Den neuen bzw. wiedergewählten Arbeitnehmer- vertretern im Aufsichtsrat, Heike Ebert, Karin Schöpper und Manfred Krüger, gratuliere ich zur Wahl. Ich biete Ihnen im Namen des Vorstands die Fortführung der konstruktiven Zusammenarbeit an. Der Dank des Vorstands richtet sich außerdem an den gesamten Aufsichtsrat und den Beirat für die unverändert vertrauensvolle Zusammenarbeit, insbesondere jedoch auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern, die mit ihrem Engagement und ihrer Leistung in besonders schwierigen Zeiten immer wieder zum Erfolg von STADA beitragen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 3 Meine sehr geehrten Damen und Herren, STADA hat im Geschäftsjahr 2008 insgesamt operativ noch zufriedenstellende Geschäftsergebnisse erreicht, wenn auch manche zu Jahresbeginn gehegten Erwartungen nicht erfüllt werden konnten. Bei der Beurteilung des Geschäftsjahres ist das besonders herausfordernde Umfeld zu berücksichtigen. So können z.B. in unserem deutschen Heimatmarkt – mit ca. einem Drittel des Konzernumsatzes unverändert der für STADA größte nationale Markt – die gesetzlichen Krankenkassen mit dem durch die Gesundheitsreform geschärften Instrumentariums von Rabattverträgen die Generika-Anbieter immer stärker in einen beinharten Preis- und Rabattwettbewerb hetzen – ich werde darauf gleich noch näher eingehen. Dieser Strukturwandel im deutschen Markt hat dazu geführt, dass der STADAKonzern trotz eines Zuwachses beim Absatz und insbesondere auch Marktanteil in 2008 rückläufige Generika-Umsätze in Deutschland verzeichnen musste. Auch in mehreren anderen europäischen Ländern haben regulatorische Preisfestsetzung Eingriffe sowie insbesondere intensiver in der die Wettbewerb deutliche Mengenausweitung massiv überschattet, so etwa in Spanien, Portugal und den Niederlanden. Es gilt das gesprochene Wort Seite 4 Und schließlich hinterlässt auch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Spuren. Das operative Geschäft des Konzerns ist zwar gegenüber konjunkturellen Einflüssen recht robust – an der Gesundheit wird in der Regel nicht zuerst gespart. So konnten wir z.B. in 2008 und auch im 1. Quartal 2009 in Russland, einem von der Wirtschaftskrise bekanntlich besonders betroffenen Land, die Umsätze in lokaler Währung prozentual zweistellig verbessern. Umso deutlicher macht sich jedoch die Finanz- und Wirtschaftskrise STADA wichtigen für STADA Währungen mit ungünstigen Rubel, Währungseinflüssen bemerkbar, haben doch die für russischer serbischer Dinar und britisches Pfund seit etwa Mitte des 4. Quartals 2008 eine plötzliche und massive Abwertung gegenüber der Konzernrechnungswährung Euro zu verzeichnen. Dies führt trotz operativer Stabilität in diesen Ländern zu erheblichen Belastungen für Umsatz und Ertrag auf Konzernebene. Es gilt das gesprochene Wort Seite 5 Chart 2: Umsatz 2008: 13. Rekordjahr in Folge Umsatz 2008: 13. Rekordjahr in Folge STADA-Konzernumsatz in Mio. € p.a. 1.570,5 1.245,1 1.022,1 813,5 1.646,2 257,6 175,4 206,4 354,3 467,2 537,8 633,5 745,2 +5% Bereinigtes Umsatzwachstum1) 2008: +1% 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 STADA-Konzernumsatz in Mio. € Q1 2009 399,0 -6% 375,9 Bereinigtes Umsatzwachstum1) Q1 2009: +4% Q1/2008 1) Q1/2009 Bereinigt um Umsatzbeiträge der in den letzten 12 Monaten erfolgten Akquisitionen und Desinvestitionen sowie um Währungseffekte. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Der Konzernumsatz erreichte 2008 dennoch mit einem Anstieg um 5% auf 1,65 Milliarden Euro im 13. Jahr in Folge einen neuen Rekordwert – ein aus Sicht von Vorstand und auch Aufsichtsrat zufriedenstellendes und konjunkturelle Ergebnis, blickt man auf das besonders herausfordernde regulatorische, wettbewerbliche Umfeld des Geschäftsjahres 2008. Dabei konnte in 2008 nach 9 Monaten sogar noch ein Umsatzzuwachs von 13% ausgewiesen werden; im 4. Quartal 2008 lag der Umsatz jedoch um 14% unter dem Umsatz des entsprechenden Vorjahresquartals. Es gilt das gesprochene Wort Seite 6 Dazu hat neben der bereits angesprochenen ein sehr hoher Währungsthematik insbesondere Basiswert aus dem Vergleichsquartal des Vorjahres beigetragen. Denn nach dem Verkauf von margenarmen Randaktivitäten in Großbritannien fehlten im Vorjahresvergleich des 4. Quartals allein 5%-Punkte durch abgegebene Umsätze. Zudem haben sich im 4. Quartal 2008 verschiedene einmalige Sondereffekte, u.a. auch als Folge eines negativen Patenturteils in Deutschland, umsatzdämpfend ausgewirkt. Unter Herausrechnung dieser Sondereffekte und von Währungseinflüssen lag der bereinigte Rückgang des Konzernumsatzes im 4. Quartal 2008 nicht mehr bei 14%, sondern nur bei moderateren 4%. Im laufenden Geschäftsjahr 2009 hat sich im 1. Quartal die Umsatzsituation bereits wieder stabilisiert. Es gilt das gesprochene Wort Seite 7 Zwar war für dieses 1. Quartal noch ein Umsatzrückgang von 6% auszuweisen und auch für das 1. Halbjahr 2009 erwartet der Konzern unverändert einen rückläufigen ausgewiesenen Umsatz. Der um Akquisitions- und Desinvestitionseffekte, Abund Aufgabe von Geschäftsaktivitäten sowie Währungseffekte bereinigte Konzernumsatz legte jedoch im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres schon wieder um 4% zu. Für das Gesamtjahr 2009 besteht mit einer im 2. Halbjahr erwarteten weiteren Geschäftsbelebung unverändert die Chance, nicht nur das bereinigte, sondern auch das ausgewiesene Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen und sogar zu überschreiten. Chart 3: Hauptversammlung 10. Juni 2009 HAUPTVERSAMMLUNG 10 . J U N I 2 0 0 9 Es gilt das gesprochene Wort Seite 8 Das schwierige regulatorische, wettbewerbliche und konjunkturelle Geschäftsumfeld in zahlreichen nationalen Märkten hat sich auch bei den Ertragskennzahlen des Konzerns deutlich bemerkbar gemacht. Insbesondere konnte STADA im deutschen Heimatmarkt bei der operativen Profitabilität erstmals nicht mehr den Konzerndurchschnitt erreichen – eine Folge des sehr scharfen Wettbewerbs hier, der durch die Gesundheitsreform seit Mitte 2007 entfacht worden ist. Denn damit ist im deutschen Markt dem Missbrauch der Nachfragemacht der gesetzlichen Krankenkassen gegenüber der Generika-Branche durch Rabattverträge Tür und Tor geöffnet worden. Im Rahmen dieser Verträge pressen die Krankenkassen die GenerikaIndustrie zu Margenreduktionen, die für einzelne kleinere Marktteilnehmer schmerzen. durchaus ruinöse Züge annehmen können und auch die Großen in der Branche erheblich Es gilt das gesprochene Wort Seite 9 In jeder anderen Branche hätte diese geballte Nachfragemacht einzelner Marktteilnehmer, nämlich der gesetzlichen Krankenkassen, längst das Kartellamt auf den Plan gerufen – aber dieses von uns so empfundene Nachfragekartell ist rechtlich nicht angreifbar. Krankenkassen unterliegen eben nach dem Willen der deutschen Gesundheitspolitik nur sehr eingeschränkt dem Kartellrecht. Ich kann an dieser Stelle nur an die deutschen Gesundheitspolitiker appellieren, das Instrumentarium der Rabattverträge nach der Bundestagswahl schnell zu korrigieren, denn sonst treiben sie die Produktionsstätten der deutschen Generika-Industrie systematisch aus dem Land – so übrigens auch kürzlich von einem unserer großen Wettbewerber öffentlich angekündigt. Darüber hinaus wird es zu einer spürbaren Verschlechterung der Patientenversorgung führen. Ich halte es übrigens für fast undenkbar, dass in anderen Ländern eine wichtige und international erfolgreiche Industrie so systematisch durch regulative Eingriffe geschädigt wird wie dies mit der deutschen Generika-Industrie immer wieder geschieht, die ja mit STADA, Hexal und ratiopharm drei der TOP 10 GenerikaUnternehmen der Welt stellt bzw. gestellt hat. innerhalb von Rabattverträgen Es gilt das gesprochene Wort Seite 10 Jedenfalls ist mir nicht bekannt, dass Teva in Israel, Krka in Slowenien oder Ranbaxy und Dr. Reddy’s in Indien immer und immer wieder als bevorzugte Sparziele der lokalen Politik herhalten mussten oder müssen. Vielmehr wird in diesen Ländern die lokal gewachsene generische Industrie durch vielfältige Förderung in ihrer internationalen Expansion regelmäßig gestärkt und nicht wie in Deutschland immer wieder geschwächt. Um nicht missverstanden zu werden: Kostendämpfung im Gesundheitswesen ist notwendig. Warum dabei aber gerade in Deutschland immer wieder Generika-Anbieter, die ja durch ihr Geschäftsmodell per se bereits zur Kostendämpfung zahlreichen beitragen, geradezu ausgepresst wieder werden, während insbesondere die nach wie vor Pseudo-Innovationen immer weitgehend ungeschoren davon kommen, bleibt ein Geheimnis der deutschen Gesundheitspolitik. Ich fürchte fast, dass unsere Politiker mental noch in der guten alten Zeit leben, in der die deutsche forschende Pharma-Industrie als „Apotheke der Welt“ galt, und sie gar nicht bemerkt haben, dass mittlerweile GenerikaUnternehmen das Rückgrat der deutschen Arzneimittelversorgung und auch das der deutschen Pharma-Industrie bilden. Es gilt das gesprochene Wort Seite 11 Wir haben es hier im Quervergleich mit unserem international der seine agierenden Fortsetzung findet, Wettbewerb übrigens die mit in einem einer als massiven operativen Standortnachteil für STADA zu tun, Steuergesetzgebung Deutschland Konzernsitz für STADA mittelfristig in Frage stellen kann. Ich denke hier z.B. an die mit der so neuesten genannte Steuergesetzgebung eingeführte Zinsschranke, die die steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen beschränkt und die in 2008 die Steuerquote von STADA mit 5,5 Prozentpunkten belastet hat. Aber natürlich kann man sich von seinem Heimatmarkt nicht so einfach verabschieden, wenn dieser zugleich der größte Pharma- und auch Generika-Markt in Europa ist. Wir haben deshalb die Herausforderung, die dieser deutsche Markt aktuell an alle Generika-Anbieter stellt, aktiv angenommen und unsere Strategie hier klar auf das Ziel von Mehrabsatz und Marktanteilsgewinnen ausgerichtet. Es gilt das gesprochene Wort Seite 12 Dies bedingt natürlich eine aggressive Preis- und Konditionenpolitik, für die STADA operativ dank einer kontinuierlichen Kostenoptimierung, auf die ich später noch zu sprechen komme, durchaus gut aufgestellt ist, u.a. auch durch im Vergleich zu Wettbewerbern deutlich niedrigere Vertriebskosten durch den bewussten Verzicht auf eigene Arztaußendienste. Wir sind davon Szenario überzeugt, des dass dieser Marktes auf zum Marktanteilsgewinne zielende Weg für jedes realistisch denkbare deutschen gegenwärtigen Zeitpunkt der strategisch richtige ist. Denn bleiben uns die Rabattverträge erhalten, wird Größe zum wichtigsten Wettbewerbsfaktor, denn nur mit Größe kann man mittelfristig das Marktdiktat der Krankenkassen aushalten. Werden Rabattverträge jedoch mittelfristig abgelöst, dann wird die Bekanntheit eines Generikums im Markt wieder an Bedeutung gewinnen und die erreichten Marktanteile können mit dann hoffentlich wieder besseren Margen gehalten werden. Für beide Szenarien ist STADA – natürlich im Rahmen des Möglichen – operativ angemessen vorbereitet. Es gilt das gesprochene Wort Seite 13 Wir sind auf diesem Weg gut unterwegs – im deutschen Generika-Markt klettert der Marktanteil des Konzerns nach Absatz Quartal für Quartal und hat zuletzt im 1. Quartal 2009 13,2% erreicht. Und wir haben gute Gründe für unsere Erwartung, dass sich diese Entwicklung auch in weiteren Quartalen fortsetzen wird. Denn eines unserer beiden Labels im deutschen Markt, STADApharm, zielt seit Jahresbeginn 2009 mit einer geänderten Preisstrategie, nach der die Produkte bis auf weiteres immer zu den drei billigsten im Markt zählen sollen, genau auf solche von uns in der jetzigen Marktphase gewünschten Absatzzuwächse. Und wir haben zudem bei der Ausschreibung von neuen Rabattverträgen der AOK mit unseren beiden Firmen STADApharm und ALIUD PHARMA insgesamt ein starkes Ergebnis erzielt, das eine weitere Ausweitung unseres Absatz-Marktanteils als wahrscheinlich erscheinen lässt. Es gilt das gesprochene Wort Seite 14 Die beiden STADA-Vertriebsgesellschaften haben bei diesen bundesweiten Ausschreibungen der AOK von 63 Wirkstoffen in jeweils fünf Regionen, d.h. von 315 einzelnen Losen, insgesamt 40 Zuschläge erhalten. Diese Zuschläge machen nach offiziellen Herstellerabgabepreisen zum Zuschlagszeitpunkt im Dezember 2008 insgesamt ca. 18% des vergebenen Jahresumsatzpotenzials aus; der bisherige STADA-Marktanteil lag in diesem Sortimentsteil bei unter 12%. Für dieses zugeschlagene Jahresumsatzpotenzial ist die jeweilige STADA-Vertriebsgesellschaft der AOK für der den einzige jeweiligen Rabattvertragspartner Wirkstoff in der jeweiligen Region. Vom Arzt verordnete Produkte ohne Rabattvertrag müssen bei der Abgabe in der Apotheke durch das wirkstoffgleiche Wettbewerbsprodukt mit Rabattvertrag ersetzt werden, sofern der Arzt dies nicht in jedem Einzelfall durch eine Kennzeichnung auf dem Rezept ausdrücklich ausschließt. Die Verträge sind nach langen rechtlichen Überprüfungen erst seit wenigen Tagen, nämlich seit dem 1. Juni dieses Jahres, in Kraft. Es gilt das gesprochene Wort Seite 15 Die STADA-Vertriebsgesellschaften können jetzt im Rahmen der gewonnenen Rabattverträge voraussichtlich sehr deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen erzielen, allerdings mit deutlich reduzierten Margen. Wo der Konzern keine Zuschläge erhalten hat, muss dagegen mit einem weitgehenden für Nachfragerückgang während bei der Verordnungen AOK-Versicherte zweijährigen Vertragslaufzeit gerechnet werden. Da das von STADA gewonnene Volumen über dem bisherigen Marktanteil des Konzerns liegt, sollte das Ziel eines weiteren Ausbaus der Marktposition bei der jetzt beginnenden Umsetzung der Verträge im Markt erreicht werden können. Dies soll aber über eines nicht hinwegtäuschen: Wir sind und bleiben Gegner dieser Rabattverträge, auch wenn wir uns notgedrungen an ihnen zu beteiligen haben und dabei auch darauf abzielen, im Rahmen des Möglichen erfolgreich zu sein. Es gilt das gesprochene Wort Seite 16 Wir werden uns bei der Politik weiter vehement für eine Ablösung dieser Verträge einsetzen, nicht nur mit Blick auf unsere Marge, sondern insbesondere auch wegen unser gravierenden ordnungspolitischen Einwände. Und schließlich halten wir auch die durch Rabattverträge bedingte Produktvorauswahl für gesundheitspolitisch fraglich, denn die so wichtige Compliance der Patienten bleibt dabei oft auf der Strecke. Lassen Sie mich meinen kurzen Exkurs zum deutschen Generika-Markt wie folgt zusammenfassen: STADA war und ist im deutschen Generika-Markt operativ in der Lage und auch strategisch dazu bereit, mit einer aggressiven Preisund Rabattpolitik auf weitere Fortschritte bei Marktposition und Marktanteil abzuzielen. Für signifikante Volumenzuwächse bei wesentlichen Sortimentsteilen haben und werden wir in Deutschland auch Einbußen bei den Margen in Kauf nehmen, solange insgesamt eine profitable Geschäftssituation erhalten bleibt. Das deutsche STADA-Geschäft wird deswegen wohl noch für einige Zeit eine gegenüber dem Konzerndurchschnitt unterdurchschnittliche operative Profitabilität aufweisen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 17 Und damit lassen Sie mich wieder zur STADA- Ertragsentwicklung zurückgekommen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, neben dem schwierigen regulatorischen und wettbewerblichen Umfeld war die Ertragsentwicklung von STADA im Geschäftsjahr 2008 – vor allem im 4. Quartal – auch durch ausgeprägte einmalige Sondereffekte und nicht operativ bedingte Effekte von Währungseinflüssen und Zinssicherungsgeschäften belastet. Die einzelnen Effekte sind im Geschäftsbericht im Detail dargestellt; ich werde deswegen jetzt nur auf die drei wesentlichsten davon eingehen. So hat im deutschen Generika-Markt ein für STADA überraschendes Urteil des Bundesgerichtshofes vom 17.12.2008 im Patentstreit um das Produkt mit dem pharmazeutischen zu signifikanten Wirkstoff Olanzapin, der zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt wird, ertragsbelastenden einmaligen Sondereffekten für den Konzern in Höhe von 16 Millionen Euro nach Steuern für das Berichtsjahr 2008 geführt. Es gilt das gesprochene Wort Seite 18 Im Generika-Markt strebt bekanntlich jeder Anbieter an, dass Neueinführungen so früh wie möglich erfolgen, da diese wesentlich den langfristigen Markterfolg von Generika bestimmen. Nachdem das Bundespatentgericht im November 2007 das Stoffpatent des Erstanbieters für Olanzapin für nichtig erklärt hat, haben demzufolge zahlreiche Anbieter umgehend Generika mit diesem Wirkstoff in den deutschen Markt eingeführt – so auch unsere beiden Generika-Label ALIUD PHARMA und STADApharm. Im Dezember 2008 hat jedoch der Bundesgerichtshof die Entscheidung des Bundespatentgerichtes für uns und für die gesamte Branche überraschend aufgehoben und das Patent des Erstanbieters bis zum normalen Ablauf im Jahr 2011 für rechtsbeständig erklärt. Für alle im Markt befindlichen Generika aller Anbieter ergab sich damit ein sofortiger Vertriebsstopp. Es gilt das gesprochene Wort Seite 19 Die damit für den für die STADA-Konzern die verbundenen des des Aufwendungen Rückstellungen in 2008 auf sowie vorzunehmenden Schadensersatzforderungen vorgenannte Belastung Erstanbieters wegen Patentverletzung summierten sich Konzerngewinns in Höhe von 16 Millionen Euro. STADA hat jedoch zwischenzeitlich mit dem bezüglich des eine Schadensersatzes Erstanbieter abschließende Regelung treffen können, die unterhalb unserer Rückstellungen liegt und die damit im 1. Quartal 2009 zu einem außerordentlichen Ertrag von 3,5 Millionen Euro vor Steuern geführt hat. Diese patentrechtliche Olanzapin ist Entwicklung ein rund um da den in Wirkstoff Ausnahmefall, europäischen Märkten in der Regel der Markteintritt von Generika nicht auf Grund eines Nichtigkeitsurteils, sondern erst nach regulärem Patentablauf erfolgt. Es gilt das gesprochene Wort Seite 20 Aber lassen Sie es mich klar sagen: Wir werden bei gleicher Informationslage, also bei erstinstanzlicher Nichtigkeit und klarer positiver Erwartung über den Ausgang des Patentverfahrens, immer wieder so handeln. STADA als großer Generika-Anbieter kann nicht hasenfüßig abseits stehen, wenn alle anderen Anbieter in den Markt gehen und gleichzeitig die Beurteilung der Rechtslage dies mit geringem Risiko als möglich erscheinen lässt. Meine stammt Damen aus und der Herren, Bewertung ein weiterer ertrags- belastender Effekt, auf den ich kurz eingehen möchte, von Zinssicherungsgeschäften einer russischen Tochtergesellschaft im 4. Quartal 2008. Wir sind bei Abschluss des Geschäfts zu Beginn des 4. Quartals 2008 von der auch retrospektiv richtigen Annahme eines steigenden Zinsniveaus in Russland ausgegangen, gegen das wir uns angesichts eines bestehenden genannten Rubel-Darlehens durch d.h. „Swaps“, aus eines einer früheren eines so Akquisitionsfinanzierung Abschluss Zinssicherungs- geschäftes, absichern wollten. Es gilt das gesprochene Wort Seite 21 Rückblickend leider ungünstig war dabei die Entscheidung, die Kosten einer solchen Absicherung nicht durch eine Kompensationszahlung, sondern durch das Eingehen eines so genannten „Euro-Rubel-Strikes“, zu begleichen. Danach wäre bei einigermaßen stabilem Rubelkurs bis zum Zieltermin im 1. Halbjahr 2010 überhaupt keine Kompensationszahlung angefallen; erst bei Absinken des Rubels unter einen Schwellenkurs werden dann allerdings höhere in und ungedeckelte von der Kompensationszahlungen Abhängigkeit Währungsrelation Euro/Rubel bei Laufzeitende fällig. Sowohl unser Finanzbereich als auch die beratenden externen Experten sind zum damaligen Zeitpunkt nicht von der Möglichkeit eines so schnellen russischen und so drastischen Wertverlusts des Rubels ausgegangen, wie dies dann doch bereits in der zweiten Hälfte des 4. Quartals leider zu verzeichnen war. Ohne Erholung des Rubelkurses – wovon in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zunächst nicht auszugehen ist – werden deswegen jetzt signifikante Kompensationszahlungen bei Laufzeitende 2010 fällig werden, die natürlich bereits in unserer Bilanzerstellung zum 31.12.2008 zu berücksichtigen waren. Es gilt das gesprochene Wort Seite 22 Dadurch ist – unter Berücksichtigung des Rubel-EuroTerminkurses für das Laufzeitende des Geschäftes – der Konzerngewinn im 4. Quartal mit saldiert insgesamt 10,1 Millionen Euro belastet worden. Um es klar zu sagen: die unternehmerische Entscheidung, das Zinssicherungsgeschäft einzugehen, war richtig, die Entscheidung über die dabei gewählte Struktur aus retrospektiver Sicht jedoch falsch – aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Durch den Rubel-Rückgang mindert sich jedoch auch die Euro-Bewertung des bestehenden Rubel-Darlehens, für das das Zinssicherungsgeschäft abgeschlossen worden ist. Dies wirkt in einer rein auf den Zahlungsmittelabfluss bezogenen Betrachtung unter Einbezug einer späteren Darlehenstilgung in Euro durch den Konzern wie ein Gegengeschäft und führt so auf Konzernebene wenigstens noch zu einem über die Zeitachse fast ausgeglichenen Cashflow-Effekt – was unseren und wohl auch Ihren Ärger über die Gewinnbelastung allerdings nicht wesentlich schmälern kann. Es gilt das gesprochene Wort Seite 23 Wir haben uns nach sorgfältiger Abwägung dazu entschlossen, den Strike und das damit fortbestehende Währungsrisiko zunächst nicht zu schließen, was mit einer signifikanten Einmalzahlung und damit einer weiteren Belastung des Konzerngewinns in Millionenhöhe durchaus möglich wäre. Wir würden dann aber jede Chance auf einen außerordentlichen Ertrag aufgeben und diese Chance ist gar nicht einmal so klein, denn der Rubel-Terminkurs 2010, der für die aktuelle Bewertung des Geschäfts in unseren Büchern maßgeblich ist, liegt deutlich unter dem heutigen Rubel-Euro-Kursverhältnis. Bleibt der Rubel jetzt also einigermaßen stabil, dann werden wir außerordentliche Erträge erzielen können – wird der Rubel deutlich schwächer, dann werden wir uns im Rahmen unseres sehr engen Monitorings dieses Geschäfts mit der Schließung des Strikes zu beschäftigen haben. Dass nicht jedes Zinssicherungsgeschäft unvorteilhaft sein muss, zeigt schließlich der dritte ertragsbelastende Effekt in unserer Gewinn- und Verlustrechnung, auf den ich hier noch eingehen möchte. Es gilt das gesprochene Wort Seite 24 Auch in Deutschland haben wir Zinssicherungsgeschäfte für bestehende Darlehen laufen, deren stichtagsbezogene Bewertung nach IFRS im 4. Quartal den Konzerngewinn mit saldiert 4,9 Millionen Euro vor Steuern und im 1. Quartal 2009 noch einmal mit 3,0 Millionen Euro vor Steuern belastet haben. Es handelt sich hier jedoch um temporäre und rein buchhalterische, d.h. nicht Cashflow-wirksame Bewertungseffekte aus der IFRS-Bilanzierung, die gemäß der Systematik dieser Bilanzierungsregeln automatisch über die Laufzeit der Geschäfte durch gegenläufige Bewertungseffekte, d.h. außerordentliche Erträge, in genau gleicher Höhe kompensiert werden. Mit diesen Zinssicherungsgeschäften schützen wir uns gegenüber potenziellen Steigerungen des Zinsniveaus und reduzieren so unser Zinsänderungsrisiko, was wir in diesen Zeiten mit hoher Zinsvolatilität für angemessen halten. Die damit verbundene temporäre Gewinnbelastung, die ja wie ausgeführt im Endeffekt nichts anderes ist als eine Gewinnverschiebung über die Zeitachse, nehmen wir dafür bewusst in Kauf. Es gilt das gesprochene Wort Seite 25 Chart 4: Ertragsentwicklung 2008 im Detail Ertragsentwicklung 2008 im Detail in Mio. € Operatives Ergebnis EBITDA EBIT EBT Konzerngewinn EPS in € EPS in € (verwässert) 2008 176,4 255,4 175,2 105,5 76,2 1,30 1,28 ±% -18% -11% -6% -30% -27% -27% -26% 2008, bereinigt 1) 221,4 294,3 219,0 164,8 116,0 1,98 1,95 ±% -11% -7% -12% -21% -20% -20% -18% 1) Bereinigt um einmalige Sondereffekte sowie nicht operativ bedingte Effekte aus Währungseinflüssen und Zinssicherungsgeschäften in 2007 bzw. 2008. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Meine Damen und Herren, vor dem Hintergrund meiner Ausführungen zum operativ herausfordernden Umfeld und den zusätzlich belastenden Effekten wird klar, dass STADA im Geschäftsjahr 2008 beim Ertrag nicht mehr die Rekordwerte des vergangenen Jahres wiederholen konnte. So fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr der ausgewiesene Millionen Euro. Konzerngewinn um 27% auf 76,2 Es gilt das gesprochene Wort Seite 26 Gemäß unserer langjährigen Dividendenpolitik, nach der wir ca. 40% des ausgewiesenen sich Konzerngewinns auch der ausschütten, reduziert damit Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entsprechend, so dass wir Ihnen unter Top 2 der heutigen 0,52 Euro Tagesordnung auszuschütten vorschlagen, und den für das Geschäftsjahr 2008 je STADA-Aktie eine Dividende von verbleibenden Überschuss auf neue Rechnung vorzutragen. Übrigens geht der Rückgang des Konzerngewinns auch nicht spurlos an den Vorstandsgehältern vorbei, die im variablen Teil gegenüber dem Vorjahr alle deutlich zurückgehen – im Schnitt um ca. 30%. Für die Beurteilung des Geschäftsjahres 2008 sind aus operativer einmaligen bedingten Sicht Effekte die Ertragskennzahlen und zu die nicht um die und im Sondereffekte aus operativ was Währungseinflüssen bereinigen, Zinssicherungsgeschäften werden kann. Dabei ergibt sich, Geschäftsbericht von Ihnen im Detail nachvollzogen dass die so bereinigten Ertragskennzahlen des Geschäftsjahres 2008 auf dem zweithöchsten Niveau in der STADA-Geschichte liegen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 27 In 2008 erreichte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das so genannte bereinigte EBITDA, das aus Sicht des Vorstands wohl den zutreffendsten Indikator für die operative Leistung eines Unternehmens darstellt, einen Wert von 294,3 Millionen Euro und liegt damit nur 7% unter dem für STADA historischen Rekordwert des Vorjahres. STADA hat damit nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat in schwierigen Zeiten 2008 insgesamt ein operativ noch zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Und auch in unserer Ertragsaussicht für das laufende Geschäftsjahr unverändert selbstverständlich 2009 von gehen einem wir ungeachtet der herausfordernden Wirtschaftslage stattlichen weiterhin Gewinnniveau aus, wenn auch erwartungsgemäß im 1. Halbjahr 2009 die Vorjahreswerte unterschritten werden. Als Mindestziel für das Geschäftsjahr 2009 haben wir ein bereinigtes kommuniziert. EBITDA Das im von 1. 250 Quartal Millionen 2009 Euro erreichte bereinigte EBITDA von 67,6 Millionen Euro liegt mit Blick auf dieses Ziel schon im oberen Bereich unseres Planungskorridors. Es gilt das gesprochene Wort Seite 28 Bei der erwarteten Belebung des Geschäfts im 2. Halbjahr sehen wir es deswegen durchaus als möglich an, das Gewinnniveau von 2008 wieder zu erreichen und sogar zu überschreiten. Chart 5: Stabile Bilanzkennzahlen Stabile Bilanzkennzahlen Eigenkapitalquote in % 36,2% 36,8% 35,9% 36,6% 34,0% 34,6% 31.12.2007 31.03.2008 30.06.2008 30.09.2008 31.12.2008 31.03.2009 Nettoverschuldung in Mio. € 958,5 990,3 1.064,9 1.059,1 1.015,7 1.007,7 31.12.2007 31.03.2008 30.06.2008 30.09.2008 31.12.2008 31.03.2009 STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Lassen Sie uns jetzt gemeinsam einen Blick auf die Finanz- und Vermögenslage des Konzerns werfen, die nach Ansicht des Vorstands unverändert stabil ist. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 2008 34,0%. Damit liegt sie aus Sicht des Vorstands weiterhin deutlich im zufriedenstellenden Bereich von über 30%. Deutliche Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr ergaben sich 2008 beim operativen Cashflow. Der um wesentliche berichtsperiodenfremde Einflüsse bereinigte operative Cashflow erreichte mit 151,0 Millionen Euro den besten Wert in der Unternehmensgeschichte. Es gilt das gesprochene Wort Seite 29 Gleiches gilt für den analog bereinigten Free Cashflow mit 48,8 Millionen Euro. Dieser deutlich positive bereinigte Free Cashflow zeigt, dass das operative Geschäft von STADA – ohne Akquisitionen – auch in 2008 wieder durch den selbst erwirtschafteten Cashflow des Konzerns finanziert werden konnte. Die Nettofinanzverbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende 2008 auf etwas über 1 Milliarde Euro und sind überwiegend über langfristige Schuldscheindarlehen verschiedener internationaler und nationaler Banken mit Fristigkeiten im Bereich 2010–2015 finanziert. Im 1. Quartal 2009 konnte übrigens im dritten Quartal in Folge eine leichte Reduzierung der Nettofinanzverbindlichkeiten erzielt werden. Die Liquidität des Konzerns war und ist jederzeit gewährleistet. Akquisitionen, Verfügung. Die stabile Finanz- und Vermögenssituation von STADA spiegelt sich auch in einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten gewichteten durchschnittlichen Zinssatz für die Verbindlichkeiten des Konzerns in 2008 in Höhe von 4,4% wider. STADA weitere stehen über derzeit, auch für Kreditlinien verfügbare Finanzmittel in Höhe von ca. 500 Millionen Euro zur Es gilt das gesprochene Wort Seite 30 Diese Stabilität zeigt nach Auffassung des Vorstands, dass die Kreditgeber gerade in der gegenwärtigen aktuellen unverändert wirtschaftliche haben. globalen hohes FinanzVertrauen und in Wirtschaftskrise die unseres nachhaltige Konzerns Leistungsfähigkeit Chart 6: Irrationale Kursentwicklung Irrationale Kursentwicklung 300 Index: 2004 = 100 bereinigtes EBITDA1) Konzernumsatz Kurs STADA-Aktie2) 0 31.12.2004 31.12.2005 31.12.2006 31.12.2007 31.12.2008 31.12.2009 STADA ist kein Unternehmen in der Krise. Auch in 2009 wird ein solider Gewinn und als Mindestziel ein bereinigtes EBITDA 250 Mio. € erwartet. Zudem verfügt STADA über eine starke strategische und operative Basis für weiteres Wachstum. 1) 2) Bereinigtes EBITDA gemäß STADA-Guidance. Jeweilige Jahresschlusskurse bzw. Jahrestief zum 06.03.2009 und Schlusskurs zum 29.05.2009. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Dieses Vertrauen in eine nachhaltige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist dem Kapitalmarkt jedoch leider offenbar abhanden gekommen, denn dessen Reaktion auf die Ergebnisse und Aussichten von STADA war und ist enttäuschend. Seit dem 2. Halbjahr 2008 war der Kursverlauf – auch vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise – bekanntlich sehr volatil und stark rückläufig. Es gilt das gesprochene Wort Seite 31 Unter Einbezug der Nettoverschuldung wird STADA heute aller nur mehr mit Peers dem in ca. der 7-fachen unseres bereinigten EBITDAs aus 2008 bewertet, was innerhalb denkbaren Generika-Branche ausgesprochen niedrig ist. Was sind unserer Ansicht nach die Gründe dafür? Manches erscheint rational erklärbar, vieles aber irrational, wenn man die Reaktionen von Investoren im Rahmen unserer Kapitalmarktkommunikation auswertet. Natürlich führt der erste Gewinnrückgang nach 12 Jahren kontinuierlicher Ausblick Steigerung für aber sind und der zu knapp etwas einem 80% verhaltene 2009 Bewertungsrückgang, Kursrückgang bei einem erneuten Umsatzrekord und einem Rückgang des bereinigten EBITDA um nur 7% in 2008 rational erklärbar? Natürlich hat STADA ein signifikantes Russlandgeschäft – was uns übrigens bis Mitte letzten Jahres immer viel Lob eingebracht hat. Ist es rational, dass diese regionale Ausrichtung jetzt offensichtlich unseren Kurs stark belastet, obwohl wir dort operativ weiter gut unterwegs sind und es auf der Hand liegt, dass diese Ausrichtung bei Abflauen der Wirtschaftskrise wieder zu einer zukünftigen Stärke von STADA werden kann? Es gilt das gesprochene Wort Seite 32 Und ist es rational erklärbar, wenn immer wieder – trotz unserer klaren anders lautenden Aussagen – darüber spekuliert wird, ob STADA nicht doch ein Finanzierungsproblem habe, obwohl wir überwiegend in langfristigen Schuldverschreibungen finanziert sind und über 500 Millionen Euro freie Kreditlinien verfügen? Wir halten die meisten uns genannten Gründe für die Kursentwicklung für irrational. Aus unserer VorstandsSicht verlor die STADA-Aktie seit der letzten Hauptversammlung in einem Ausmaß an Wert, das durch die aktuelle Geschäftsentwicklung nicht gerechtfertigt erscheint, wie man auch sehr eindrucksvoll an einem indexierten Vergleich der Entwicklung von Aktienkurs, Umsatz und bereinigtem EBITDA über die letzten Jahre erkennen kann. STADA ist eben kein Unternehmen in der Krise, sondern wird auch im Geschäftsjahr 2009, d.h. mit dem voraussichtlichen Höhepunkt der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch STADA und die für den Konzern relevanten Märkte kräftig durchschüttelt, wieder klar profitabel sein. Und für die kommenden Jahre lassen sich aus heutiger Sicht des Vorstands bei einem Abflauen der globalen Finanzund Wirtschaftskrise wieder deutlichere Wachstumschancen für STADA erkennen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 33 Woher kommt diese operative Zuversicht? Darauf möchte ich Ihnen in meinen weiteren Ausführungen die Antwort geben. Chart 7: Gesundheitsmarkt = Wachstumsmarkt Gesundheitsmarkt = Wachstumsmarkt Wachstumserwartungen nach Branchen für 2009 in % 206 235 177 755 696 752 991 722 446 348 5,2% 2,6% 1,9% -0,7% -1,4% -2,1% -2.1% -3,0% -4,1% -8,2% -11,0% Gesund- Telekom- Verheit munikation sorger % Wachstumserwartung Dienstleistungen Durchschnitt Konsumgüter Finanzwesen Industrie Techno- Rohstoffe Öl- & Gas logie Industrie Anzahl der beinhalteten Unternehmen Quelle: Morgan Stanley/Bloomberg 2009. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Zunächst einmal sollten wir uns in Erinnerung rufen: Der Gesundheitsmarkt wird aller Voraussicht nach auch zukünftig weltweit einer der wichtigsten und dynamischsten Wachstumsmärkte sein – und zwar weitgehend unabhängig von konjunkturellen Einflüssen. Das globale Bevölkerungswachstum, die zunehmende Lebenserwartung in den Industrienationen sowie der medizinische Fortschritt sind und bleiben dabei die wichtigsten Treiber. Es gilt das gesprochene Wort Seite 34 Dies belegt eine aktuelle Erhebung von Anfang dieses Jahres, nach der die von den Unternehmen selbst erwartete durchschnittliche Umsatzwachstumsrate für 2009 im Gesundheitsbereich mit über 5% die klar höchste aller befragten Branchen war. Chart 8: Generika-Markt = Wachstumssegment Generika-Markt = Wachstumssegment Welt-Pharma-Markt: - 2008: ca. 508 Mrd. € (+4,8%) - Prognose für 2013: ca. 615 - 710 Mrd. € +8 bis 11% Allgemeine Wachstumstreiber: - medizinischer Fortschritt - Anstieg der Lebenserwartung Welt-Generika-Markt: - 2008: ca. 90 Mrd. € (+6,1%) - Prognose für 2013: ca. 132 - 152 Mrd. € Spezifische Wachstumstreiber: - fortschreitende Generika-Penetration - kontinuierliche Patentabläufe CAGR global bis 2013 in % Pharma-Markt Generika-Markt +4 bis 7% Quelle: STADA-Schätzung auf der Basis von Daten von IMS Health (weltweiter Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für die Pharmaindustrie) für führende 26 Generika-Märkte. Die Marktangaben zu Generika schwanken wegen differenter Marktdefinitionen von Quelle zu Quelle teilweise erheblich. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Von dieser kontinuierlich wachsenden Nachfrage im Gesundheitsmarkt profitiert auch der Pharmamarkt. Denn im gesundheitsökonomischen Quervergleich zu anderen Behandlungswegen gelten Arzneimittel weiterhin als besonders effizient. Es gilt das gesprochene Wort Seite 35 Vom führenden Marktforschungsunternehmen der Branche, IMS Health, wird das Wachstumspotenzial des globalen Pharmamarktes beim Umsatz für die nächsten Jahre auf bis zu ca. 7% pro Jahr geschätzt – und zwar in einer erst jüngst unter Einbezug der Wirtschaftskrise aktualisierten Studie. Innerhalb des Pharmamarktes weisen dabei gerade Generika unverändert hohe strukturelle Wachstumspotenziale auf; deren durchschnittliche jährliche Umsatzwachstumsrate soll nach IMS Health bei bis zu ca. 11% liegen. Denn Generika erlauben nun einmal eine preisgünstige medikamentöse Therapie ohne Qualitätsabstriche und sind so die naheliegende Antwort auf den stetig steigenden Kostendruck. Deswegen wird in den meisten Märkten ein weiteres Fortschreiten der Penetration von Generika erwartet, die zurzeit bekanntlich immer noch stark unterschiedlich ausgeprägt ist. Zudem sorgt der kontinuierliche Ablauf von Patenten oder anderen gewerblichen Schutzrechten immer wieder für eine automatische Ausweitung der für den generischen Wettbewerb verfügbaren Marktpotenziale. Es gilt das gesprochene Wort Seite 36 Chart 9: Wachstumstreiber Patentablauf Wachstumstreiber Patentablauf Neu verfügbar gewordene bzw. werdende Umsatzpotenziale für generischen Wettbewerb – Schätzung pro Jahr für D, GB, F, I (54% der EU-Bevölkerung) in Mrd. € 4,4 4,4 3,5 3,2 3,2 Gesamtvolumen 2,2 D, GB, F, I für 2009 – 2013: > 18 Mrd. € 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Neu verfügbar gewordene bzw. werdende Umsatzpotenziale für generischen Wettbewerb – Schätzung pro Jahr für Deutschland in Mrd. € 0,9 0,4 2008 2009 2010 2011 2012 1,1 1,2 1,0 0,6 Gesamtvolumen Deutschland 2009 – 2013: > 4 Mrd. € 2013 Quelle: STADA-Schätzung von Umsatzvolumina in 2008 zu Herstellerabgabepreisen für Wirkstoffe, bei denen STADA bis 2013 einen für den generischen Wettbewerb relevanten Ablauf des Patents oder anderer relevanter gewerblicher Schutzrechte aus heutiger Sicht erwartet, basierend auf Daten verschiedener internationaler Marktforschungsinstitute. Für 2008 wurden bereits abgelaufene Patente oder andere relevante gewerbliche Schutzrechte berücksichtigt. Die STADA-Erwartung, zu welchem Termin ein Wirkstoff für den generischen Wettbewerb verfügbar wird, unterliegt kontinuierlicher rechtlicher Prüfung und kann sich gegenüber der dieser Grafik zugrunde liegenden heutigen Erwartung (Stand: 01.03.2009) in der Zukunft signifikant verändern. Die für den generischen Wettbewerb zu den entsprechenden Terminen dann tatsächlich neu verfügbar werdenden Umsatzvolumina unterliegen Schwankungen, die u.a. von verändertem Markterfolg, rechtlichen Rahmenbedingungen oder Marktstrukturen abhängen können. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Allein das Umsatzvolumen für die von 2009 bis 2013 für den generischen Wettbewerb neu zur Verfügung stehenden Wirkstoffe in den am Umsatz gemessen größten europäischen Pharmamärkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien betragen nach aktuellen Marktforschungsdaten über 18 Milliarden Euro. Und in Deutschland haben wir nach drei mageren jetzt mehrere Jahre mit größeren Patentabläufen vor uns, deren heutiges Umsatzpotenzial sich über die Zeitachse bis 2013 auf über 4 Milliarden Euro kumuliert. Meine Damen und Herren, wenn also Wachstum in unseren Märkten weiter auf dem Tisch liegt, was sind dann die Erfolgsfaktoren eines Generika-Unternehmens, um dieses Marktwachstum erfolgreich in eigenes Wachstum umzusetzen? Es gilt das gesprochene Wort Seite 37 Die prinzipiellen Antworten darauf haben sich in den letzten Jahren nicht verändert – und sie können speziell von STADA ebenfalls unverändert aus einer Position der Stärke heraus gegeben werden. Chart 10: Starke Produktentwicklung Starke Produktentwicklung Im STADA-Konzern neu eingeführte Produkte 424 331 121 483 2006 2007 2008 Q1/2009 Unverändert volle Pipeline: - Planungshorizont: über das Jahr 2015 hinaus - Einreichungshorizont für Zulassungen mit EU-weiter Konzernbedeutung: > 3 Jahre - laufende Zulassungsverfahren: > 130 Wirkstoffe weltweit für > 50 Länder1) Beispiel für erfolgreiche Entwicklungsaktivität: - Einführung von Pantoprazol2) Generika termingenau zum Patentablauf in bisher insgesamt 5 europäischen Ländern (inklusive Deutschland) 1) Stand 31. Dez. 2008. 2) Pantoprazol ist einer der weltweit umsatzstärksten pharmazeutischen Wirkstoffe zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Das damit vom Erstanbieter in der EU mit diesem pharmazeutischen Wirkstoff erzielte Umsatzvolumen lag 2008 in Deutschland bei deutlich über 200 Mio. € (STADA-Schätzung zu Herstellerabgabepreisen). STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Wer sein Geschäftsmodell auf Generika und damit auch auf das Ausnutzen von Patentabläufen ausrichtet, der muss in der Lage sein, mit seiner Entwicklungsabteilung einen STADA. Mit der Einführung von weltweit 483 einzelnen Produkten in einzelnen nationalen Märkten stellte STADA im Berichtsjahr 2008 erneut die Stärke der eigenen Produktentwicklung unter Beweis. kontinuierlichen Strom von Neuprodukten termingenau zu managen – und genau das gilt für Es gilt das gesprochene Wort Seite 38 Die Entwicklungstätigkeiten des Konzerns sind umfassend und langfristig angelegt; unsere Entwickler arbeiten schon heute an neuen generischen Produkten, deren potenzielle Einführungszeitpunkte jenseits von 2015 liegen. Der Zulassungshorizont für Generika mit konzernweiter Bedeutung beträgt zurzeit üblicherweise mindestens drei Jahre. Somit sind solche Produkte, die STADA in diesem Zeitraum einzuführen plant, in der Regel schon heute fertig entwickelt und befinden sich im Zulassungsprozess, um dann termingenau zum Patentablauf zur Verfügung zu stehen. Dank unserer Entwicklungsstärke konnten unsere lokalen Vertriebsgesellschaften zum Beispiel im laufenden 2. Quartal 2009 in fünf europäischen Ländern jeweils termingenau zum Patentablauf Generika mit dem pharmazeutischen Wirkstoff Pantoprazol einführen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 39 Pantoprazol ist einer der weltweit umsatzstärksten pharmazeutischen vom Erstanbieter Wirkstoffe in der zur Behandlung EU mit von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Das damit diesem pharmazeutischen Wirkstoff erzielte Umsatzvolumen lag nach unseren Schätzungen zu Herstellerabgabepreisen im Jahr 2008 bei über 1,1 Milliarden Euro, davon in Deutschland bei deutlich über 200 Millionen Euro. STADA erwartet bereits für das laufende Geschäftsjahr 2009 konzernweite Umsätze mit Pantoprazol-Generika im klar zweistelligen Millionen-Euro-Bereich – übrigens auch einer der Gründe, warum wir für das 2. Halbjahr 2009 eine Belebung unseres Geschäfts erwarten. Im Generika-Geschäft ist es eben sehr wichtig, so früh wie möglich im Markt zu sein – und mit der Einführung von Pantoprazol-Generika jeweils termingenau zum Patentablauf beweisen wir in zahlreichen wieder europäischen dass die Ländern STADAeinmal, Produktentwicklung die Erfüllung dieser essenziellen marktstrategischen Anforderung auch auf internationaler Ebene beherrscht und so zu den zentralen Erfolgsfaktoren des Konzerns zählt. Es gilt das gesprochene Wort Seite 40 Die Produkt-Pipeline ist nach Auffassung des Vorstands auch weiterhin gut gefüllt, was u.a. daran erkennbar ist, dass STADA zum Stichtag 31.12.2008 insgesamt 1.200 Zulassungsverfahren für über 130 pharmazeutische Wirkstoffe für über 50 Länder betrieben hat. Damit sollte STADA auch künftig zahlreiche neue Produkte in den einzelnen nationalen Märkten einführen können. Dies gilt vor allem mit Blick auf Generika in den EU-Ländern. Darüber hinaus wird der Konzern aber auch in Märkten außerhalb der EU, in denen er über eigene Vertriebsgesellschaften verfügt oder im Exportgeschäft tätig ist, weitere Zulassungsaktivitäten betreiben. Neben dieser großen Breite zeichnet der die erfolgreichen STADA- Entwicklungsprojekte speziellen Projekten aus. Produktentwicklung jedoch auch Erfolge bei einigen Es gilt das gesprochene Wort Seite 41 Chart 11: Biosimilars Biosimilars Erythropoetin (Epo-zeta)1) - in Lizenz von BIOCEUTICALS Arzneimittel AG für Deutschland und ausgewählte osteuropäische Länder (Lizenznehmer für EU und USA: Hospira) - 2008 Einführung als SILAPO® (Deutschland) bzw. Eqralys ® (Serbien) - STADA-Konzernumsatz Epo-zeta 2008: 4,4 Mio. € (davon H2 2008: 3,5 Mio. €) - weitere Studien (u.a. für Pharmakovigilanz sowie zur Erweiterung der Applikationsmöglichkeiten) und Vorbereitung US-Zulassung in Kooperation mit Hospira laufen Filgrastim - via BIOCEUTICALS Arzneimittel AG - klinische Studien laufen - Projekt auf Prüfstand, da Wettbewerber im Markt Monoklonale Antikörper - vorbereitende Arbeiten begonnen - Prüfung verschiedener Finanzierungsmodelle 1) Produktionspartner ist Norbitec GmbH, Uetersen. BIOCEUTICALS Anteil ist 66,6%. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 So konnte im Geschäftsjahr 2008 das erste BiosimilarProdukt des Konzerns mit dem Wirkstoff Epo-zeta eingeführt originären werden. Epo-zeta wird – analog – in dem der Biopharmakon Erythropoetin Nephrologie zur Behandlung der renalen Anämie bei chronischer Niereninsuffizienz und in der Onkologie zur Behandlung eingesetzt. Ein Biosimilar ist bekanntlich ein biopharmazeutisches Produkt, als d.h. ein Arzneimittel mit einem das durch trotz gentechnisch veränderte Zelllinien hergestellten Protein biopharmazeutischem Wirkstoff, unterschiedlicher produzierender Zelllinien gegenüber einem bereits im Markt befindlichen Erstanbieterprodukt diesem so ähnlich ist, dass das Biosimilar dazu nachweisbare therapeutische Äquivalenz aufweist. der Chemotherapie-bedingten Anämie Es gilt das gesprochene Wort Seite 42 Die Entwicklung von Biosimilar-Produkten ist mit deutlich höherem Aufwand und mehr Ausfallrisiko verbunden als dies bei klassischen Generika der Fall ist, so dass STADA für die Finanzierung des Projektes bekanntlich eine Venture-Capital-Struktur, die BIOCEUTICALS Arzneimittel AG, nutzt, an der STADA aktuell 15,86% der Anteile sowie unverändert eine ab 2011 jährlich ausübbare so genannte „Call-Option“ zum Erwerb aller ausstehenden Anteile hält. Nach der erfolgreichen Zulassung von Epo-zeta für die Indikationen Nephrologie und Onkologie für die EU und für Serbien im 4. Quartal 2007 führte STADA im Geschäftsjahr 2008 Epo-zeta als erstes BiosimilarProdukt SILAPO® des in Konzerns Deutschland über und die über konzerneigene die unter serbische dem Tochtergesellschaft cell pharm unter dem Markennamen Vertriebsgesellschaft Hemofarm Markennamen Eqralys® ein. Beide Vertriebsgesellschaften halten entsprechende semi-exklusive Vertriebslizenzen der BIOCEUTICALS für ihren jeweiligen nationalen Markt; in den anderen Ländern der EU ist bekanntlich der amerikanische Klinikspezialist Hospira der Vermarktungspartner der BIOCEUTICALS. Es gilt das gesprochene Wort Seite 43 Erwartungsgemäß verläuft die Marktpenetration von Biosimilars langsamer als von normalen Generika. Wir liegen jedoch gut im Plan für unser seit langem kommuniziertes Ziel von 20 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im dritten vollen Marketingjahr. Wurden in 2008 erst 4,4 Millionen Euro Umsatz mit SILAPO® erzielt, davon allerdings 3,5 Millionen Euro im 2. Halbjahr, so liegen seit April dieses Jahres die Monatsumsätze für dieses Produkt bereits über einer Million Euro. Auch SILAPO® sollte uns helfen können, unsere Wachstumsziele für das 2. Halbjahr 2009 und die kommenden Jahre zu erfüllen. Bei dem zweiten Biosimilar-Projekt Filgrastim, für das cell pharm eine weltweite exklusive Vertriebslizenz hält, laufen bekanntlich seit dem 2. Quartal 2007 erste klinische Studien. Vor dem Hintergrund, dass erste Wettbewerber bereits eine EU-weite Zulassung für ein Filgrastim-Biosimilar erhalten haben, wird im weiteren Jahresverlauf mit Blick auf die dann vorliegenden Marktdaten dieser Wettbewerber allerdings zu prüfen sein, ob die Fortführung des Filgrastim-Projektes von BIOCEUTICALS und die spätere Vermarktung durch cell pharm noch weiter wirtschaftlich erfolgversprechend bleiben. Es gilt das gesprochene Wort Seite 44 STADA hat jetzt auch mit vorbereitenden Arbeiten für die Entwicklung und prüft weiterer dabei Biosimilar-Produkte zugleich aus der Produktkategorie der monoklonalen Antikörper begonnen verschiedene Finanzierungsmodelle. Denn auch diese Biosimilars, deren Marktreife etwa Mitte des kommenden Jahrzehnts zu erwarten wäre, wird STADA nicht über die eigene Kostenstruktur finanzieren wollen und können. Chart 12: Aktueller Portfolioausbau: Lemod Solu®, Apogo® Aktueller Portfolioausbau: Lemod Solu®, Apo-go® Lemod Solu® - in Q4 2008 FDA-Zulassung1) für Lemod Solu®2) für Produktion in Serbien und Export in die USA - Produktvorteil: Doppelkammer-Ampulle - exklusive US-Vertriebslizenz für Hospira Inc. - Chance, den US-Export in den nächsten Jahren um mehrere Mio. € p.a. auszubauen Apo-go® - Zulassungen für Apo-go®3) für Fertigspritze in 6 europäischen Ländern in 2008 - Ausbau der internationalen Vermarktung dieses bisher überwiegend in GB und Irland vertriebenen Markenprodukts - Chancen für signifikante Mehrumsätze im zweistelligen Mio. €-Bereich innerhalb der nächsten 3 Jahre 1) Food and Drug Administration (FDA): Zulassungs-, Aufsichts- und Überwachungsbehörde für den Pharmamarkt in den USA. 2) Injizierbares Methylprednisolon (systemisch wirksames Corticosteroid aus Substanzklasse der Glucocorticoide) in den Wirkstärken 40 mg sowie 125 mg in spezieller Doppelkammer-Ampulle. Lemod Solu wird zur Akutbehandlung entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. 3) Apo-go® wurde im Rahmen der Forum Bioscience-Akquisition in 2007 mit erworben. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Ein weiteres erfolgreiches spezielles Entwicklungsprojekt kommt aus unserem serbischen Entwicklungszentrum. Auf der Basis der dortigen Arbeiten konnte im 4. Quartal 2008 eine Zulassung der FDA, d.h. der USamerikanischen Zulassungsbehörde, USA erreicht werden. für das Produkt Lemod Solu® für die Produktion und den Export in die Es gilt das gesprochene Wort Seite 45 Lemod Solu® enthält einen bekannten und seit langem patentfreien Wirkstoff aus der Substanzklasse der Corticoide zur Akutbehandlung von entzündlichen Erkrankungen, nämlich injizierbares Methylprednisolon. Das besondere Merkmal dieses Produktes ist die neue Applikationsform einer Doppelkammer-Ampulle, die eine komfortable, d.h. schnelle und sichere Anwendung ermöglicht und die bisher noch kein anderer GenerikaHersteller weltweit in dieser Form in seinem ProduktPortfolio hat. Vor diesem Hintergrund besteht für den STADA-Konzern die Chance, den Export in die USA in den nächsten Jahren um jährlich mehrere Millionen Euro auszubauen. Ein anderes Beispiel für ein erfolgreiches spezielles Entwicklungsprojekt ist schließlich Apo-go®, ein Mittel zur Behandlung von ansonsten und therapieresistenen Wirkstoff Formen der langem Apomorphin. STADA hat für dieses in 2007 im Rahmen der Akquisition der britischen Forum Bioscience-Gruppe mit erworbene Markenprodukt im Geschäftsjahr 2008 in sechs europäischen Ländern erstmals Zulassungen für die spezielle Darreichungsform einer Fertigspritze erhalten. Parkinsonschen Krankheit mit dem seit patentfreien bekannten Es gilt das gesprochene Wort Seite 46 Die internationale Vermarktung dieses bisher überwiegend in Großbritannien und Irland vertriebenen Markenprodukts gibt damit wichtige Impulse, was Chancen für signifikante Mehrumsätze mit diesem Produkt im zweistelligen Millionenbereich innerhalb der nächsten drei Jahre eröffnet. Chart 13: Internationale Vertriebsstruktur Internationale Vertriebsstruktur Eigene Vertriebsgesellschaften in Europa: Belgien, Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Österreich, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Serbien, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ukraine seit Anfang 2009 neu operativ aktiv: Bulgarien, Polen Weitere eigene Vertriebsgesellschaften in Asien: China, Kasachstan, Philippinen, Thailand, Vietnam Weltweiter Export STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Auch eine noch so gut gefüllte Produkt-Pipeline, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist ohne eigenen Vertrieb nur halb so viel wert, denn sonst ist man vom Markterfolg Dritter abhängig. Es gilt das gesprochene Wort Seite 47 Gerade in Europa, wo sich die einzelnen nationalen Märkte in ihrer regulatorischen Ausgestaltung so sehr voneinander unterscheiden, ist deswegen ein wichtiger Erfolgsfaktor für jeden Generika-Anbieter eine breite vertriebliche Präsenz – und auch dabei kann STADA unverändert mit einer guten operativen Aufstellung aufwarten. Zurzeit ist der Konzern mit 45 eigenen Vertriebs- gesellschaften in 30 Ländern vertreten. Schwerpunkt ist dabei unverändert Europa, wo STADA momentan mit 39 Vertriebsgesellschaften in 25 nationalen Märkten agiert. In Asien sind wir aktuell in fünf ausgewählten Märkten mit eigenen Vertriebsgesellschaften aktiv. Zudem führte STADA in 2008 Exportgeschäfte in mehr als 50 Ländern ohne eigene lokale Tochtergesellschaften aus. Wir sind damit in allen wichtigen Märkten der EU, aber auch in den wichtigsten europäischen Nicht-EU-Ländern vertrieblich vertreten und können so, insbesondere hier in Europa, die Skaleneffekte eines internationalen Vertriebs bei Zulassung, Beschaffung und Produktion nutzen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 48 Wir verfolgen auch weiterhin das Ziel, die Zahl und ggf. auch die Struktur unserer lokalen Vertriebsgesellschaften kontinuierlich auszubauen. Damit schafft sich der Konzern eine immer stärkere internationale Vertriebs-Infrastruktur, um so zum einen die bestehenden Wachstumspotenziale der einzelnen Märkte optimal nutzen zu können und zum anderen die Abhängigkeit von einzelnen nationalen Märkten weiter zu reduzieren. Denn die Internationalisierung, die wir bekanntlich seit Jahren konsequent vorantreiben und die den DeutschlandAnteil in unserem Konzern von ehedem weit über 50% auf etwa ein Drittel zurückgeführt hat, ist natürlich auch ein wichtiges Element unserer Risikodiversifizierung. Chart 14: Kontinuierliche Kostenoptimierung Kontinuierliche Kostenoptimierung Unveränderter Fokus auf kontinuierlicher Kostenoptimierung: Herstellungskosten: - planmäßige Verschiebung aus Lohnherstellung zu eigenen „Low cost“Produktionseinheiten (Hemofarm-Konzern, Russland, Vietnam) - vermehrte Eigenentwicklungen mit dem Ziel einer Reduzierung der Kosten des Rohstoffbezugs in der initialen Vermarktungsphase von Neuprodukten - Optimierung von Beschaffungskosten, z.B. durch API-Sourcing in Niedriglohnländern - Volumeneffekte durch Wachstum und fortschreitende Hemofarm-Integration Marketing und Vertrieb: - zunehmende Skaleneffekte durch gut etablierte Vertriebsstrukturen in wichtigen Ländern Ziel: Kostenoptimierung ≥ Preiserosion (Preiserosion 2008: > 5% des Konzernumsatzes) API = aktiver pharmazeutischer Wirkstoff. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Es gilt das gesprochene Wort Seite 49 Generika-Unternehmen verfolgen ein sehr preis- und damit auch sehr kostensensibles Geschäftsmodell – und eine kontinuierliche Kostenoptimierung ist damit ein unverzichtbarer Branche. STADA verfügt in diesem Bereich seit Jahren über bewährte und fortlaufende Instrumente, die ich Ihnen bereits in den letzten Jahren vorgestellt habe und die ich deswegen heute nur kurz ansprechen möchte. Wir verfolgen bekanntlich eine aus seit dem einigen Jahren von an Erfolgsfaktor für jeden in unserer systematisch Verschiebung Outsourcing Produktionskapazitäten Lohnhersteller – historisch bei STADA traditionell sehr ausgeprägt – in die Eigenproduktion insbesondere an Standorten in Niedrigkostenländern. Und wir erzielen dabei messbare Effekte, wie man am Anstieg des Anteils unserer Eigenfertigung von nur 30% in 2005 auf 54% in 2008 erkennen kann. Dabei liegen heute ca. zwei Drittel der STADA-eigenen Produktionskapazitäten verglichen fünf Jahren. mit nahezu in Niedrigkostenländern, keinen STADA-eigenen Produktionsstandorten in Niedrigkostenländern vor noch Es gilt das gesprochene Wort Seite 50 Jüngstes Mitglied unserer Fabrikfamilie ist dabei im Rahmen eines 50:50-Joint-Ventures mit einem bewährten lokalen Partner das im 1. Quartal 2008 eröffnete zweite pharmazeutische Werk im Großraum Ho Chi Minh-Stadt, das erste Pharmawerk in ganz Vietnam mit einer Zertifizierung für die Vermarktung der dort hergestellten Produkte in der EU. Auch in 2009 und den Folgejahren werden wir das Programm der hin uns Produktionsverlagerungen zu davon eigenen weitere Fabriken von in Lohnherstellern versprechen Niedrigkostenländern konsequent weiter abarbeiten und signifikante Einsparvolumina. Unverändert zielen wir zudem darauf ab, mit vermehrten Eigenentwicklungen insbesondere für strategisch wichtige und große Produkte eine Reduzierung der Kosten des Rohstoffbezugs gerade in deren initialer Vermarktungsphase zu erreichen. Denn nur mit solchen Eigenentwicklungen kann man langfristige Lieferbindungen vermeiden, die sonst fast immer mit den Zukäufen von Dossiers und Zulassungen verbunden sind. Es gilt das gesprochene Wort Seite 51 Weitere Elemente unserer auf kontinuierlichen die Kostenvon verbesserung zielen Optimierung Beschaffungskosten, z.B. durch eine immer globalere Beschaffung unserer Wirk- und Hilfsstoffe. Zusätzlich werden auch wachstumsbedingte Skaleneffekte weiter zur Kostenoptimierung beitragen, und zwar nicht nur im Beschaffungs- und Produktionsbereich, sondern auch im Vertrieb, denn der kontinuierliche Ausbau des Produkt-Portfolios bedingt keinesfalls einen ebenso kontinuierlichen Vertriebsausbau. In zunehmend von Ausschreibungen geprägten Märkten kann zudem auch ein Vertriebsabbau zur Kostenoptimierung beitragen, wie dies von uns bekanntlich im deutschen Generika-Markt bereits durch Auflösung des eigenen Arztaußendienstes im Jahr 2007 praktiziert worden ist. Unsere deswegen Marketingin den und Vertriebskostenquote Jahren ist letzten kontinuierlich zurückgegangen und wir können erwarten, dass sich dieser Trend auch weiter fortsetzen wird. Natürlich stellt sich die Frage, wie sich unsere operative Marge wird. unter den gegenläufigen Einflüssen von Margendruck und Kostenoptimierung weiter entwickeln Es gilt das gesprochene Wort Seite 52 Hier müssen wir zunehmend zu einer differenzierten Betrachtung kommen. Außerhalb von Tendern, wozu ich auch die deutschen Rabattverträge zähle, also im klassischen vertriebsgetriebenen Konzerngeschäft, stellen wir uns unverändert unserem Ziel einer operativen Gewinnmarge von mindestens 15%. Es wäre ganz einfach, dieses Margenziel auch konzernweit zu postulieren und zu erfüllen – STADA müsste sich nur von Tendern fernhalten. Das ist aber lebens- und marktfern. Vielmehr muss sich jeder Anbieter – so auch STADA – bei jedem einzelnen Tender die Frage stellen, ob das Margenziel mit dem Risiko der Nichtberücksichtigung durchgesetzt werden soll oder ob aus spezifischen Gründen – etwa der lokalen Marktstrategie – Gebote mit niedrigeren Margen abgegeben werden, um absolut gesehen zusätzliche Deckungsbeiträge zu gewinnen. Es gilt das gesprochene Wort Seite 53 Mit anderen Worten: In einer mehr und mehr von Tendern getriebenen Generika-Welt können undifferenzierte Margenbetrachtungen nicht mehr als Erfolgskriterium herangezogen werden. Eine solche Sichtweise würde Unternehmen sogar ins strategische Abseits führen. Für Generika-Unternehmen relevante Erfolgskriterien erscheinen uns vielmehr Marktanteil, bereinigtes EBITDA und Konzerngewinn, sprich Nettogewinn, zu sein, und daran wollen wir uns auch messen lassen – in guten wie in schwierigen Zeiten. Chart 15: Sinkende Transaktions-Multiples: Mehr Chancen für behutsame Akquisitionspolitik Sinkende Transaktions-Multiples: Mehr Chancen für behutsame Akquisitionspolitik Transaktionswert/Umsatz-Multiple in der Generika-Branche 4,7x 3,5x 3,2x 2,7x 2005 2006 2007 2008 2009 Transaktionswert/EBITDA-Multiple in der Generika-Branche 14,4x 16,9x 13,4x 13,8x 2005 2006 2007 2008 2009 Quelle: 2005-2008 Morgan Stanley/Bloomberg 2009; 2009: STADA-Erwartung. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Es gilt das gesprochene Wort Seite 54 Meine Damen und Herren, lassen Sie mich noch kurz auf das Thema Akquisitionspolitik zu sprechen kommen. Seit jeher zählt es schließlich zum Geschäftsmodell von STADA, das organische Wachstum durch sorgfältig ausgewählte Akquisitionen mit zusätzlichem externem Wachstum zu ergänzen. Im Jahresverlauf 2008 sowie im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2009 haben wir jedoch auf größere Akquisitionen verzichtet und lediglich in insgesamt sehr geringem Umfang im Produktbereich, zur Aufstockung bereits bestehender Beteiligungen sowie zum Ausbau bestehender Geschäfte in einzelnen ausgewählten nationalen Märkten zugekauft. Der Grund dafür liegt in der dezidiert behutsamen Akquisitionspolitik, die wir vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise schon frühzeitig eingeschlagen haben. Bei der Prüfung der zahlreichen Akquisitions- möglichkeiten legte der Vorstand bereits im 1. Halbjahr 2008, d.h. noch vor dem vollen Ausbruch der aktuellen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, besonders strenge Maßstäbe an Rentabilität und Angemessenheit des Kaufpreises an. Es gilt das gesprochene Wort Seite 55 In 2008 wurden aber im Generika-Bereich nach uns vorliegenden Daten für eine Transaktion im Schnitt über viereinhalbmal Umsatz und fast 17mal EBITDA gezahlt – so viel wie nie zuvor. Und dann werden Sie verstehen und gutheißen, dass man in dieser Phase überhitzter Märkte eben warten muss, bis sich der Markt wieder beruhigt hat, was allmählich der Fall zu sein scheint. Manches Objekt, das wir vor einem Jahr als überteuert abgelehnt niedrigerem haben, liegt jetzt auf wieder unserem mit deutlich – Multiple Tisch möglicherweise immer noch überteuert, aber doch schon eher einen tieferen Blick wert. Natürlich werfen wir dabei nicht unsere Vorsicht über Bord – gerade in diesen Zeiten wollen und können wir uns keinen Fehlgriff bei Akquisitionen leisten. Es gilt das gesprochene Wort Seite 56 Chart 16: TOP 6: Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien TOP 6: Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien Beschlussantrag zum Erwerb eigener Aktien bis zu 10% des derzeitigen Grundkapitals Ermächtigung ist gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz immer nur auf 18 Monate beschränkt Ablauf der Ermächtigung der letzten HV am 10.12.2009 Üblicher Beschlussantrag, der aufgrund dieser zeitlichen Beschränkung jedes Jahr auf der Tagesordnung steht Beschluss gibt dem Vorstand strategische Handlungsoptionen Aus heutiger Sicht also reiner Vorratsbeschluss STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Meine Damen und Herren, bevor ich zu meiner abschließenden Zusammenfassung komme, noch einige kurze Erläuterungen zum Tagesordnungspunkt 6. In den vergangenen Jahren hat die Hauptversammlung stets einen Vorratsbeschluss zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien gefasst. Auch in 2008 haben wir von diesem Vorratsbeschluss wiederum keinen Gebrauch gemacht, denn im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir ausschließlich im Rahmen der Durchführung eines auf einer Betriebsvereinbarung basierenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms in Deutschland 127 eigene Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 45,65 Euro gekauft und 4.819 eigene Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 32,90 Euro verkauft. Es gilt das gesprochene Wort Seite 57 Dennoch wollen wir uns auch in diesem Jahr unter TOP 6 wieder die Ermächtigung, eigene Aktien zu erwerben und zu verwenden, im faktischen Ergebnis um ca. ein weiteres Jahr, nämlich bis zum 10.12.2010, verlängern lassen. Unverändert ist dies kein Einstieg in ein Programm zum Aktienrückkauf, sondern eine zusätzliche strategische Handlungsoption für Vorstand und Aufsichtsrat – und in diesen Zeiten sollten nach Meinung beider Gremien alle strategischen Optionen grundsätzlich offen gehalten werden. Ohne einen Neubeschluss heute würde diese Möglichkeit jedoch am 10. Dezember dieses Jahres auslaufen. Chart 17: STADA-Wachstumsperspektiven STADA-Wachstumsperspektiven STADA hat eine starke strategische und operative Basis für weiteres Wachstum: - Positionierung in Wachstumsmärkten - starke Produktentwicklung - breite internationale Vertriebs-Infrastruktur - kontinuierliche Kostenoptimierung - Fähigkeit zu Change-Prozessen - engagierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vor diesem Hintergrund hält der Vorstand das operative Geschäftsmodell von STADA weiter für nachhaltig und zukunftsfähig und sieht aus heutiger Sicht für die kommenden Jahre die prinzipielle Chance, ungeachtet eines weiterhin herausfordernden Umfelds Wachstum bei Umsatz und Konzerngewinn erzielen zu können. STADA-Hauptversammlung 10. Juni 2009 1 Es gilt das gesprochene Wort Seite 58 Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Abschluss meine Ausführungen wie folgt zusammenfassen: Wir können davon ausgehen: Die Märkte, auf die das Geschäftsmodell von STADA fokussiert ist, sind und bleiben Wachstumsmärkte. Natürlich ist damit – wie von uns im Risikobericht unseres letzten Geschäftsberichts ausführlich dargelegt – auch weiter untrennbar ein herausforderndes Umfeld verbunden, denn die langfristigen Wachstumschancen ziehen einen intensiven führt zudem Wettbewerb in vielen an. Das kontinuierliche Nachfragewachstum im Gesundheits- und Pharmamarkt nationalen Gesundheitssystemen zu einem konstanten Kostendruck, der regelmäßig kostendämpfende staatliche Regulation nach sich zieht. Und die globale Finanzund Wirtschaftskrise bringt auch für STADA möglicherweise noch manche Herausforderung mit sich. Es gilt das gesprochene Wort Seite 59 Doch STADA hat unverändert die bekannten und bewährten operativen Stärken: - 1. - 2. - 3. eine ein eine umfassende und erfolgreiche Vertriebsnetz Produktlokaler, mit entwicklung, internationales kontinuierliche marktnaher Vertriebsgesellschaften, Kostenoptimierung signifikanten Einsparpotenzialen durch zunehmende Eigenfertigung in Niedrigkostenländern, - 4. die immer wieder nachgewiesene Fähigkeit der schnellen und flexiblen Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen sowie - 5. engagierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit sollte es möglich sein, dass wir uns vom prognostizierten Marktwachstum auch zukünftig ein signifikantes Stück abschneiden. Wir halten somit das operative Geschäftsmodell von STADA weiter für nachhaltig und zukunftsfähig und sehen aus heutiger Sicht für die kommenden Jahre deswegen auch unverändert die prinzipielle Chance, ungeachtet eines weiterhin herausfordernden Umfelds wieder Wachstum bei Umsatz und Konzerngewinn erzielen zu können. Es gilt das gesprochene Wort Seite 60 Ob dies auch im Umfeld der aktuellen globalen Finanzund Wirtschaftskrise im laufenden Geschäftsjahr 2009 gelingen kann, ist – wie bereits ausgeführt – noch offen. Die Möglichkeit besteht jedoch durchaus. Vorstand, Management und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hart dafür arbeiten und die vor uns liegenden Herausforderungen aktiv angehen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Chart 18: Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Es gilt das gesprochene Wort Seite 61 Chart 19: Hauptversammlung 10. Juni 2009 HAUPTVERSAMMLUNG 10 . J U N I 2 0 0 9

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