Docstoc

Tests - PowerPoint

Document Sample
Tests - PowerPoint Powered By Docstoc
					• Die Ergebnisse von PISA, IGLU
  und Stiftung Lesen belegen ,
  dass es eine Gruppe gibt, die
  bereits im Jahrgang 4 nur
  unzureichende Leseleistungen
  zeigt. Sie umfasst 14% des
  Jahrgangs. Diese schwachen
  Leser sind in der Regel auch
  schwache Rechtschreiber.
• In Zahlen sind das in NRW
  26.700 SuS.
  25.03.2011      Dr. Schulze-Bergmann   1
Rechtschreibtests
Die Gruppe von schwachen Rechtschreibern wird mit 5 bis 20 % eines
Jahrgangs angegeben. Für diese SchülerInnen sind Fördermaß-
nahmen notwendig. Diese Schüler liegen bis zu einem Jahr hinter dem
Durchschnitt der eigenen Klasse zurück, fünf Prozent sogar bis zu zwei
Jahre.

Es stellt sich die Frage, was eine Lehrkraft tun kann, um auf
die Förderbedürftigkeit aufmerksam zu werden.

Als erstes wäre die rechtschreibliche Zensur zu nennen. Ist diese
wiederholt und über einen längeren Zeitraum schlechter als
ausreichend, besteht Handlungsbedarf.
Allerdings wird diese Zensur im Verhältnis zu der aktuellen Lerngruppe
gegeben, die mit ihrem Leistungsstand ein sehr individuelles Maß darstellt.
Lerngruppen der Parallelklassen oder der Nachbarschule desselben
Jahrgangs können deutlich andere Leistungen erbringen.


 25.03.2011                   Dr. Schulze-Bergmann                       2
Schüler mit einem durch einen Test belegten Entwicklungsrückstand
(PR < 25) haben kaum die Möglichkeit, den Anschluss an die eigene
Lerngruppe zu finden, er ist regelmäßig ausgeschlossen, wenn die Leistung
gleich oder geringer als Prozentrang 5 liegt.
Ein standardisierter Test vermeidet die nur individuelle Beurteilung durch die
Lehrkraft durch Anwendung eines Eichverfahrens.
Mit dem Testverfahren müsste weiterhin beschrieben werden, mit welcher
Zuverlässigkeit und Genauigkeit er bestimmte Eigenschaften der Testperson
erfasst.
Überblickt man die Testtradition für den Zeitraum von 1970 bis 2000, so
lassen sich zwei Formen von RS-Tests erkennen:

a.   selektionsdiagnostische Test
b.   förderdiagnostische Tests.

Diese Testformate sind direkt von der jeweiligen Fachdiskussion in der
Sprachdidaktik und damit von den Beschreibungen der
Gegenstände ‚Rechtschreibung‘ und ‚Erwerbs- oder Fördermodelle‘
abhängig.
 25.03.2011                  Dr. Schulze-Bergmann                        3
TraditionelleTestentwicklung
                                                      Fachwissenschaft

Fachliches Wissen
                                                Stand der sprachdidaktischen
vom Testgegenstand             1970             Forschung ?


                                                      Wie wird der Regelbestand
                                                      beschrieben?
Regelwerk des Duden                                   Welche psychologischen
Auswahl der Testwörter                                Modelle des rechtschreiblichen
                                                      Lernens liegen vor?


 Testaufgaben, = Lücken-
 o. Einzelwortdiktat



   Rohwert/
   Prozentrang                                         Ranking der Testpersonen
                                                       nach Jahrgangstufe und
                                                       Schulform, gelegentlich auch
25.03.2011                     Dr. Schulze-Bergmann                               4
                                                       nach Stadt/Land
Dieses Testformat untersucht die richtige Regelanwendung,
also das „rechtschreibliche Können“ des Schülers im bezug zu
den Regelbereichen des Dudens, es unterscheidet nicht
zwischen unterschiedlichen Fehlern und versucht nicht, diese
zu deuten.
Dieses Format versucht nicht, individuelle rechtschreibliche
Entwicklungen zu erfassen.
Es wird unterstellt, dass ein Bestand an rechtschreiblichem
Regelwissen erworben sein müsste, das für die richtige
Schreibung des Testwortes hinzugezogen werden werden
kann. Die Regeln selbst werden nicht nach dem Merkmal
‚einfach/ komplex‘ unterschieden.

Die verwendeten Wörter werden eher nicht nach dem Merkmal
‚Häufigkeit‘ aus einer repräsentativen Wortliste ausgewählt.

25.03.2011             Dr. Schulze-Bergmann              5
Der traditionelle RS-Test WRT4/5 von P. Rathenow überprüft die
rechtschreibliche Leistung an 34 Wörtern. Diese Wörter werden
nach Diktat in die vorgesehene Lücke im Satz geschrieben.
Die Bewertung unterscheidet zunächst nur falsch/richtig
geschriebene Wörter.
Der Prozentrang wird im Bezug zu Normtabellen ermittelt, die
für die einzelnen Schulformen vorliegen.

Qualitativ soll unterschieden werden nach folgenden
Fehlermerkmalen:
• Zerfall der Wortbilder
• Dialektgebundene Klangschreibung
• Auslassung der Dehnung /Schärfung
• Schwierigkeiten bei Groß-Kleinschreibung
• Verwechseln klangähnlicher Buchstaben
• Fehlen von OberzeichenDr. Schulze-Bergmann
   25.03.2011                                             6
    WRT 4/5 , 4. Klasse Mai 1986, Hamburg


          Michael S        Michael W.         Stefan H.     Andre F.



1         Achtzich         80                 achtzig       Achtzig
2         Stile            Stile              stille        Stille

3         plözlich         blozlich           plötzlich     plötzlich

4         trolige          Drolicke           drolige       Drolliege

5         holl             Holl               holl          holl

6         Dozenten         Dozenten           dozenten      Dutzenten

7         Singralampe      Sinkallambe        Sinnallampe   Signallampe

8           Orenazt
     25.03.2011            Oren Artzt           Ohrenarzt
                                Dr. Schulze-Bergmann        Ohrenarzt     7
 WRT 4/5

9            häufigenz   Heufichste          heuchfichte   heufigste


10           überfült    Überfüllt           überfüllt     überfült

11           trödelei    Trotelei            trödelei      Trodelei

12           amnesti     Amnestie            amnestie      Amnestie

13           Dedektif    Tetegtif            Dedektiev     Detektief


14           Bibel       Bibel               Bibel         Bibel

15           Akseln      Axeln               Acheln        Achsel

16           Dreisich    30                  dreizig       dreisig

17           gelerig     kelarich            gelerrich     Gehehrich

25.03.2011
RW           1           2    Dr. Schulze-Bergmann
                                              5            6           8
     WRT 4/5 4. Kl. Mai 1986

           Michael S           Michael W.           Stefan H.        Andre F.



18         Gritig              Gretieg              kretig           kretick
19         verstendlich        Verstantlich         verstentlich     verständlich

20         Elegtrische         elägtrasche          elegtrische      Elektrische

21         stimenter           Stümenter            Stimender        stimmender

22         die Sigreichen      die Sigreichen       die sigreichen   Die Siegreichen

23         nitlich             Nitlich              nieglich         niedlich

24         Filter              Fielter              Vilter           Filter

25         glenzenden          Klänsenten           glänzenden       Glänzenden
      25.03.2011                     Dr. Schulze-Bergmann                           9
 WRT 4/5



26   wisendliche       wiesentlich        wissentlich       wissendlich

27   Krankenfleger     Gragenfläger       krankenfleger     Krankenfleger

28   Abentdemerrung    Abenttemerung      Abenddemmerung Anddemmerung

29   anklefte          Ankläfte           abklefte          anklefte

30   beimspielen       sbillen            Beim spielen      beim spielen

31   uberkueren        übergüeren         überqueren        uberkweren

32   Krabelstube       Kabelstube         grabelschule      Krabelstube

33   Spazierenfahren   spazierenfaren     spazierenfahren   spatzierenfahren

34   beharte           beharte            beharte           beharte

RW 1                   0                  3                 5
PR 0                   0                  7                 14
 25.03.2011                 Dr. Schulze-Bergmann                          10
 • Bestimmen Sie in den ersten 8
   Testwörtern die rechtschreiblichen
   Schwierigkeiten und ordnen Sie diese
   den Rechtschreibstrategien von P.
   May zu.




25.03.2011      Dr. Schulze-Bergmann      11
Achtzig       Konsonanten-                  O
              häufung , g/ch
Stille        St/sch, l/ll                  0
plötzlich     kkk, ch/g                     0
drollig       d/t, l/ll, g/ch               0
hohl          o/oh                          0
Dozenten      Fremdwort                     A
Signallampe   ng/n, l/ll                    M
Ohrenarzt     oh/o, kkk                     0
häufigste     eu/äu, ch/g                   M,0
 25.03.2011          Dr. Schulze-Bergmann          12
überfüllt     l/ll                          M, 0
Kritik            Fremdwort, i/ie           0
verständlich      v/f, e/ä, d/t             M, 0
elektrische       g/k, kkk                  0
stimmender        Sch/st, m/mm, d/t
die Siegreichen   i/ie                      0
niedlich          i/ie, t/d                 0
Filter            v/f, i/ie                 M,0
glänzenden        e/ä, s/z                  M, 0
wissentlich       i/ie, d/t                 0,M
Abend-            d/t, e/ä, m/mm            M,0
 25.03.2011          Dr. Schulze-Bergmann          13
dämmerung
Zu den selektionsdiagnostischen Tests gehört eine
Ergebnisinterpretation, die von den Lehrkräften weitgehend als
Vorurteil gegenüber der Schülerleistung geäußert wird.
So werden folgende Aspekte zur Erklärung schwacher RS-Leistungen genannt:
• zu viel Fernsehen
• zu wenig Interesse am Buch
• zu wenig rechtschreibliches Training
• cerebrale Teilleistungsstörung (MCD)
• mangelnde Intelligenz.

Zur Erklärung guter RS-Leistungen heißt es:

•   großes Interesse am Lesen und Schreiben
•   gutes Lehrmaterial
•   gute Motivation durch den Unterricht
•   gute häusliche Unterstützung,
•   wenig Fernsehen.

Fazit:
Gute Schüler sind gut wegen der Schule,
schlechte sind schlecht wegen des Elternhauses! (nach P. May 1994)
    25.03.2011                Dr. Schulze-Bergmann                   14
 Der DRT 2 von R. Müller bietet 32 Testwörter.
 Er wird im letzten Drittel von Kl.2 durchgeführt.

Hand                       kommt                          dicht
Dach                       gelegen                        seinem
Roller                     lag                            dicker
Nacht                      rollt                          dünner
Stube                      fragt
Sommer                     bewegen
Geschirr                   schlüpft
Wurst                      bücken
Zweig                      trägt
Sprachbuch                 gräbt
Geschenk                   schluckt
Spruch                     fällt
Stricknadel                gewinnt
   25.03.2011                      Dr. Schulze-Bergmann            15
Sprung                     knurrt
• Bestimmen Sie bei den Testwörtern die
  in ihnen enthaltenen rechtschreiblichen
  Schwierigkeiten und ordnen Sie diese
  den Rechtschreibstrategien von P. May
  zu




25.03.2011       Dr. Schulze-Bergmann       16
Der DRT 2 bietet neben dem nur selektiven Vorgehen auch eine
qualitative Fehleranalyse. An diesem Beispiel sind die vorgeschlagenen
analytischen Merkmale interessant.
Fehler sind danach Ausdruck psychischer Funktionsstörungen.

• Merkfehler: Das Wortbild wird nicht hinreichend erinnert (M).

• Akustische Wahrnehmung: Genaue Wahrnehmung gelingt nicht, also
                          auch keine lautgetreue Verschriftung.

• Regelfehler->Fälschliche Groß/Klein-Schreibung (G)
            -> Doppelkonsonanten nicht bezeichnet (D)
            -> falsche Dehnung vor Doppelkonsonanten (D)
            -> Schlusslaut nicht erkannt, nicht abgeleitet ( A)
            -> Stammprinzip nicht angewendet (A)
            -> Schreibung von st , sp, (A)




    25.03.2011                 Dr. Schulze-Bergmann                      17
Wahrnehmungsfehler:
• Wahrnehmungsumfang (WU): nur Wortteile werden richtig wiedergegeben
  bzw. einsilbige Wörter
• Wahrnehmungsdurchgliederung (WD): Im Innern des Wortes fehlen
  Buchstaben, besonders bei Konsonantenhäufungen
• Wahrnehmungstrennschärfe (WT): d statt t, o statt u.
• Wahrnehmungsrichtung (WR): Reihenfolge der Buchstaben vertauscht,
• Wahrnehmung als Ganzes gestört (WG): Wort als Gestalt nicht mehr
  erkennbar, „Buchstabensalat“
• Logische Fehler (L): lautgetreues Schreiben, aber keine RS-Regeln
  erkennbar

• Alle anderen Fehler (S)

In einer Tabelle werden alle Fehler Wort für Wort markiert.
         M       G   D      A   St W W W W W L                   S
                                   U D T R G

  Hand
    25.03.2011                  Dr. Schulze-Bergmann             18
Empfehlungen zur Förderung:
Merkfehler: Kleinen Wortschatz als Wortbild einüben.
Regelfehler: RS-Regeln konkret und prägnant formulieren.
             Regelanwendung und Schreiben verknüpfen!
Wahrnehmungsfehler:
WU: Vom kurzen zum längeren Wortbild und von langer zu
     kürzerer Darbietung.
WD: Zur Wortbildanalyse erziehen!
WT: Auf deutliche Aussprache achten, auf kleine
    Lautunterschiede hinweisen!
WR: Üben von problematischen Buchstaben (-gruppen) = ie/ei.
WG: Einzelbetreuung mit Legastheniker-Material!



 25.03.2011            Dr. Schulze-Bergmann             19
   Neuere Testentwicklung                   Fachwissenschaft und Fachdidaktik




  Fachliches Wissen                          Stufenmodell rechtschreiblicher
  vom Testgegenstand                         Entwicklung:
                                             Phonologisches Wissen,
                                             Alphabetische Strategie,
                                             Orthographische Strategie,
  Testaufgaben:                              Morphematische Strategie,
  Wörter zum Bild +                          Lupenstelle
  nach Diktat




   Auswertung nach
   RS-Fehlern und nach
   Fehlern, die den Strategien zugeordnet werden:
   Anzahl der richtigen Graphemtreffer, der orthographischen
   Stellen, der morphematischen Stellen
25.03.2011
   Strategieprofile            Dr. Schulze-Bergmann                            20
HSP 2          Saskia              Jan                   Philip
11/1997,       (Lösung in          (Lösung in            Lösung in
Kl. 2          Druckschrift)       Schreibschrift)       Druckschrift
Baum (3) Baum                  3   Baumm             2   Baum            3
Riese     (4) Rise             3   Riese             4   Rise            3
Mäuse (4) Moüse            3       Meuse             3   MaUSe           4
Wind      (4) Wnd              3   Wind              4   Wint            3
Suppe (4) Sobe                 2   Suppe             4   Soper           3
Hammer(5) Hamer            4       Hamer             4   Hamer           4

Blätter (6) Bleiter        4       Bleter            4   Blar            4
Laterne (7) Laterne        7       Laterne           7   Latene          6
Schokolade Schokolade 8            Schokolade        8   Schokale         5
       (8)
Trompete Trapete               6   Trompete          8   Ropete          6
      (8)                          (Druckschrift)
Graphem-
25.03.2011
Treffer : 53               42 Dr. Schulze-Bergmann 48                   4121
HSP2

                    Die Kinder spielen im Garten.     (22)




 Jan                 die kinder spilen im garten      21
 Philip             die Kidar spilea im Gaten          17

 Saskia             Di kinder Schbilen im Garnten      18


  Gewertet werden:
  Alle Grapheme an der richtigen Stelle im Wort.

  Nicht gewertet werden:
  überflüssige Zeichen
  fehlende Umlautzeichen, i-Punkte
  Groß-/Kleinschreibung

 25.03.2011                    Dr. Schulze-Bergmann          22
HSP 3                  Michaela                Nicole           Björn

Möwe              4   Möwe 4                   Möwe             Möwe

Kleid             4   Kleid4                   Kleid            Kleid

Zähne             4   Zehne3                   Zähne            Zähne

Treppe            5   Trepe4                   Treppen          Treppe

Träume            5   Treume4                  Treume           Träume

Steckdose         8   Schstekdose5             Schtgdose        Steckdose

Streichholz       9   Schtreiholz 5            Schreichhols     Streichholz

Pudelmütze        9   Pudelmuze8               Pudelmüse        Budelmütze

Schraubenzieher   11 Schraubenzier9            Schraubenziehr   Schraubenziher

  25.03.2011                       Dr. Schulze-Bergmann                       23
                      48                       50               55
HSP3
                Die Schildkröte verkriecht sich im
                Pappkarton. Sie frißt Salatblätter.    40

 Michaela       Die Scholdkröte ferkricht siech im
                Papkoton. Sie friest salatbläter.      25

 Nicole         Die Schldkröte verkricht sich im
                pabckatong. Sie frisst saladblätter.   27

 Björn          Die Schildkröte verkriecht sich im
                Pappkarton.Sie friesst Salatblätter.   39




  Fehler sind:
  Durch Zusätze entstandene Grapheme
  Falsche Groß-/Kleinschreibung
  Falsch getrennt/zusammen


 25.03.2011                  Dr. Schulze-Bergmann           24
P. May geht von folgender RS-Entwicklung aus:

Logographemisches Strategie
Wörter und Wortteile werden als „Bild“ gespeichert.
Diese ‚Bildelemente‘ werden ggf. bei RS-Unsicherheiten
herangezogen und der Überprüfung ausgesetzt. Dazu
gehören ganze Wörter, Vorsilben, Nachsilben, Wortstämme.

Alphabetische Strategie
Kinder achten auf ihre Aussprache und erkennen die
Beziehung zwischen Laut und Schriftzeichen. Dabei durchlaufen sie
einen Entwicklungsgang. Zunächst werden einzelne Buchstaben,
später Konsonanten, dann alle hörbaren Laute verschriftet, zuletzt
werden die korrekten Phonem-Graphem-Korrespondenzen beachtet.




   25.03.2011                 Dr. Schulze-Bergmann                   25
Orthographische Strategie
Die Kinder erwerben bis zum Ende der Grundschule die wichtigsten
RS-Regeln. Dabei wird unterschieden zwischen
• Merkelementen-> Längezeichen
• Regelelementen -> Kürzebezeichnung, Auslautverhärtung,
                      Umlautableitung.

Morphematische Strategie
Kinder erkennen nun die Morphemstruktur der deutschen Sprache und
greifen auf diese bei der Lösung rechtschreiblicher Probleme zurück.
Dabei können zwei Zugriffe unterschieden werden:
Mit Hilfe der morphematischen Operation werden Wörter in ihre
bedeutungstragenden Teile zerlegt (Stammmorphem+ Vorsilben-
Nachsilben+unselbstständige Morpheme)und von dort auf die RS
geschlossen.
Mit Hilfe der morphologischen Operation wird ein Wort in seine Wortteile
(->Verkäuferin: Ver-käuf-er-in) zerlegt und von dort eine Lösung gesucht.
    25.03.2011                 Dr. Schulze-Bergmann                         26
Das Verhältnis der Strategien zueinander:

In der Regel durchlaufen die Lerner die einfacheren
Strategien bis zu einem hinreichenden
Verinnerlichungsgrad, danach werden die höheren Strategien
erworben, die durch die Angebote des Unterrichts auch
provoziert werden. Während des Erwerbprozesses sind
Strategiedominanzen erkennbar.
Bei dem Übergang zu einer neuen Strategie
kommt es in der Regel zu typischen ‚Übergeneralisierungen‘.

Es ist zu beobachten, dass dasselbe RS-Problem mit
unterschiedlichen Strategien bearbeitet wird
(Längsschnittuntersuchung Kl. 1 bis 4).

25.03.2011             Dr. Schulze-Bergmann             27
25.03.2011   Dr. Schulze-Bergmann   28
Klasse 5, 1.9.1998, Haupt- und Realschule, Hamburg
HSP 5-9

                Graphem-      Alphabeth. Orthograph Morphemat Richtige
                treffer       Lupenstelle Lupenstelle Lupenstelle Wörter
                                                                  (57)
                RW PR         RW PR       RW PR       RW PR       RW PR
 Sven W.        144/ 0,2      9 / 0,3       3 /4,4        1/ 1,8        5 / 1,4

 Christian C. 185/ 0,2        12/ 0,3       9/ 26         6/ 14         5/ 1,4

 Nikolina       245/ 26       24/ 64        14/ 51        7/ 19         22/ 23

 Helin          263/ 50       24/ 64        17/ 72        13/ 71        36/ 73

 Katrin         274/ 91       25/ 88        19/ 88        15/ 95        39/ 93


 Sven W. geht in der 5. Klasse in die Förderschule über.
 Christian C. bleibt an der Schule und erhält ein schwaches Hauptschulzeugnis.
 Helin geht nach der 6. Klasse ins Gymnasium.
 Katrin bleibt die beste Rechtschreiberin, sie erhält einen guten Realschulabschluss.
  25.03.2011                     Dr. Schulze-Bergmann                             29

				
DOCUMENT INFO