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   2 > VIA > Editorial
M e n s c h - M e d i z i n - Te c h n i k




                             UNSER WEG
                                                                    ST.   VINCENZ und ST. ANNA
D A S K L I N I K M A G A Z I N D E R K R A N K E N H A U S G E S E L L S C H A F T S T. V I N C E N Z m b H




                                         Schlaganfall:
                                         Jede Minute zählt!
                                         > Seite 8




                                 Verdacht auf Brustkrebs?
                                 Vakuumbiopsie erspart
                                 vielen Frauen eine Operation
                                 > Seite 10


                                 Gesundheitsreform
                                 bedroht Kliniken
                                 Wohnortnahe Patienten-
                                 versorgung in Gefahr.
                                 > Seite 4


  Neue Therapien
  gegen Inkontinenz und Senkungsleiden                                         KRANKENHAUSGESELLSCHAFT
                                                                                        ST. VINCENZ mbH
  > Seite 12
                                                                             INHALT
2 > VIA > Editorial
                                                                             Geschäftsführer verlässt St. Vincenz           3
                                                                             Gesundheitsreform bedroht Kliniken             4
                                                                             Am Puls des Lebens:                            6
                                                                             Frauenklinik und Anästhesie informieren
                                                                             bei den 17. Limburger Gesundheitstagen
                                                                             Herzrhythmusstörungen im Focus                 7
                                                                             Schlaganfall                                   8
                                                                             Jede Minute zählt!
                                                                             Verdacht auf Brustkrebs:                      10
                                                                             Vakuumbiopsie erspart Operation
                                                                             Erster Limburger Diabetestag                  11
                                                                             Neue Therapien gegen                          12
                                                                             Inkontinenz und Senkungsleiden
                                                                             Säuglings- und Kindernotfallkurs              13
                                                                             an der Frauenklinik
                                                                             Startschuß für das Ärztehaus                  14
                                                                             Ambulante Medizin, kurze Wege,
                                                  KRANKENHAUSGESELLSCHAFT    neue Konzepte und mehr Parkplätze
                                                           ST. VINCENZ mbH
                                                                             Barrierefreie Informationspolitik:            16
                                                                             Soziale Kompetenz auch auf
Liebe Leserinnen und Leser,                                                  digitaler Ebene
                                                                             Sommerengpaß bei den Blutkonserven:           18
die Chinesen haben in der ihnen zugeschriebenen Weisheit für die Begrif-     Sonder- Blutspendeaktion am
fe „Krise“ und „Chance“ ein gemeinsames Schriftzeichen. Das passt auch       St. Vincenz-Krankenhaus
auf die generelle Situation des Gesundheitswesens. Der allgemeinen Krise     Patientenforum in Hadamar:                    20
                                                                             Nachrückliches Plädoyer zur Veränderung
können wir die Chance der eigenen Möglichkeiten entgegen setzen. Das
                                                                             Das Leben bewegen:                            22
haben wir getan.                                                             Weg vom Schmerz hin zur Kreativität
                                                                             Anleiten und Beraten:                         24
Wir haben unser Qualitätsmanagement forciert und dafür die Zertifizie-       Pflege mit Empathie und
rung erhalten. Wir haben die Fusion von St. Vincenz und St. Anna in          Interesse am Menschen
Form zukunftsweisender medizinischer Strukturen mit Inhalt gefüllt und       Gesundheitsförderung                          25
                                                                             in der Pflegeausbildung
– auch wenn diese Umstrukturierung vor Ort unpopulär war – auf diese         Erfahrungsbericht:                            26
Weise die 100 Arbeitsplätze in St. Anna gesichert. Wir haben Investitio-     „Man sieht sein Leben plötzlich anders.”
nen in Millionen-Höhe getätigt, unsere hochqualifizierte medizinische        Leitbild Dokumentation Teil 3:                28
Führungsebene u.a. durch die Ernennung einer neuen Chefärztin und ei-        Mit Menschen für Menschen
                                                                             & ProCum Cert konkret
nes neuen Chefarztes weiter ausgebaut und nicht zuletzt dadurch die Qua-
                                                                             Ein leises, aber eindringliches Plädoyer      30
lität unseres Angebots an die Patienten noch weiter verbessert. Wir haben    für Menschenwürde und Respekt
sehr viel auf den Weg gebracht, das jetzt „abgearbeitet“ werden muss.
                                                                             Wiedereröffnung der Station 6/1-2             30
                                                                             im Bettenhaus Ost, St. Vincenz
Es ist uns auch gelungen, die Folgen des Ärzte-Streiks zu begrenzen.
Aktuell hat dieser Arbeitskampf unser Haus rund 500.000 Euro gekostet.       Dr. Wolfgang Meister:                         31
                                                                             Engagierter Libero der Anästhesie
Doch in gegenseitiger Einsicht von Ärzten und Klinikleitung wurden wei-      tritt in den Ruhestand
tere Streiktage und ein „Millionen-Verlust“ verhindert.
                                                                             Fußball: Deutsche Krankenhaus-                32
Das Ergebnis des Streiks wird neben den Auswirkungen der momentan            Meisterschaft 06: Dabei sein ist alles!
diskutierten Gesundheitsreform und der Erhöhung der Mehrwertsteuer im
                                                                             Was hat er bloss mit Luise?             34
Jahr 2007 unseren Handlungsspielraum weiter einengen. Denn diese             Zum „Jubiläum” der beiden Namenspatrone
Mehrbelastungen werden von den Krankenkassen nicht ausgeglichen. Des-
halb machen wir jetzt aus der Not eine Tugend und nutzen die Chance,         Kurzgeschichte „Engel der Ruhe”               35
durch Veränderungen der Krise zu begegnen. Wir werden die interdiszi-        St. Vincenz aus der Vogelperspektive    35
plinäre Zusammenarbeit stärken und durch noch stärkere Differenzierung       Personalnachrichten & In Kürze       35-37
unseres medizinischen Angebots auch im St. Anna-Krankenhaus unsere           Kunst im St. Vincenz:                   38
ausschließliche Patienten-Orientierung unter Beweis stellen.                 Farbenfroh, lebensbejahend und
                                                                             mit unverwechselbarer Handschrift
Apropos Chancen: Auch ich habe eine Chance genutzt, eine berufliche.
Ich bin zwar sehr gerne Geschäftsführer in Limburg und Hadamar, habe         IMPRESSUM
aber die Chance auf eine interessante Führungsposition bei einer der größ-
ten deutschen privaten Krankenhausmanagementgruppen bekommen.                HERAUSGEBER:
                                                                             Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
Deshalb bin ich dem Verwaltungsrat dankbar, dass eine einvernehmliche        Auf dem Schafsberg, 65549 Limburg
Lösung gefunden worden ist und ich Ende des Jahres frühzeitig aus mei-       Tel.: (06431) 292-0, Fax: (06431) 292-4118
nem Vertrag ausscheiden und meine Chance nutzen kann.                        Tel.: (06433) 87-0, Fax: (06433) 87-6344
                                                                             E-Mail: info@st.vincenz.de
                                                                             E-Mail: info@anna-kh.de
Herzlichst                                                                   www.st-vincenz.de, www.anna-kh.de
Ihr                                                                          REDAKTION:
                                                                             Nicola von Spee, UlrichHaßler,
                                                                             Petra Hoffmann, Anna-Team-Ansprech-
                                                                             partnerin: Renate Sietzke
                                                                             V.i.S.d.P Hans-Joachim Ehrhardt
Hans-Joachim Ehrhardt
Geschäftsführer                                                              Konzept & Layout: Natascha Schäfer
der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH                                  S!DESIGNMENT, www.s-designment.net
                                                                             Bilder: Archiv KH St. Vincenz & KH St. Anna
                                                                             Druck: Druckerei Bender, Wettenberg
                                                                             Auflage: 3.500
                                                                             Die Beiträge geben die Meinungen
                                                                             der jeweiligen Verfasser wieder.
                                                                                                                          Aktuell < VIA < 3




Geschäftsführer
                   verlässt St. Vincenz
Hans-Joachim Ehrhardt wird
Generalbevollmächtigter bei Sana Kliniken.
                                                                                               Hans-Joachim Ehrhardt
Nachfolge bereits gesichert.                                                                   Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH




Hans-Joachim Ehrhardt, seit eineinhalb Jahren Geschäftsführer der Krankenhaus-
gesellschaft St. Vincenz mbH, Limburg, wird zum Jahresende das Unternehmen
vorzeitig verlassen und eine Position als Generalbevollmächtigter der Sana Kliniken
GmbH & Co. KGaA, München, übernehmen.
>> Ehrhardt hatte die Geschäftsführung von St. Vincenz am 01. März 2005 über-             der Ägide Ehrhardts für beide Betriebsstät-
nommen. Jetzt einigten sich Verwaltungsrat und Geschäftsführer auf eine vorzeitige        ten die Qualitäts-Zertifizierung nach pro-
Auflösung des Vertrages zum 31. Dezember diesen Jahres, eine vakanzfreie Nachfol-         Cum Cert, wegweisend waren auch seine
ge für die Führung der Kliniken zum 01. Januar 2007 ist bereits gesichert. Ehrhardt:      vertrauensbildenden Maßnahmen für Pa-
„Ich bin dem Verwaltungsrat dankbar, dass man mir keine Steine in den Weg legt und        tienten und Angehörige: die Etablierung der
ich diese berufliche Chance nutzen kann“. Die Sana-Gruppe zählt mit einer Bilanz-         Patientenforen sowie die Ernennung zweier
summe von über einer Milliarde Euro und 9500 Mitarbeitern zu den Größten der Bran-        Patientenfürsprecherinnen. Zudem wurden
che. Der private Krankenhausträger führt 33 eigene Krankenhäuser sowie 24 kommu-          in Fortführung der Strategien seines Vorgän-
nale Kliniken im Management auf Zeit.                                                     gers Horst Schneider Investitionen in Milli-
In seiner knapp zweijährigen Tätigkeit hatte Hans-Joachim Ehrhardt erhebliche Ver-        onenhöhe getätigt: u.a. der Bau der zentralen
änderungen und Verbesserungen in die Wege geleitet – eine zukunftsweisende Stra-          Patientenaufnahme und zusätzlicher OP-Ein-
tegieentwicklung, die „von einem Nachfolger – wenn denn gewollt – ohne weiteres           heiten. Darüber hinaus hat Ehrhardt mit dem
weitergeführt und vollendet werden können“, so Ehrhardt. Dass dem so sein wird, dar-      von ihm initiierten Bau des Ärztehauses
an lässt auch Erwin Reuhl, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Krankenhausge-        durch den Investor Georg Reusch entschei-
sellschaft, keinen Zweifel: „Die Projekte Hans-Joachim Ehrhardts waren nicht nur pro-     dende zukunftssichernde Maßnahmen für
videntiell und zukunftweisend. Sie sind die einzige Chance für ein Haus unserer           das Limburger Krankenhaus auf den Weg
Größenordnung, im gnadenlos umkämpften Krankenhausmarkt als selbstständiges, au-          gebracht (siehe auch Seiten 14 und 15).
tarkes Unternehmen zu überleben, kurz: er hat die Krankenhausgesellschaft auf den
richtigen Kurs gebracht.“ Von daher habe sich der Verwaltungsrat sich für einen           Zuletzt war es dem scheidenden Geschäfts-
Nachfolger entscheiden, der kraft seiner Persönlichkeit für eine Fortführung dieser mo-   führer gelungen, durch Gespräche und Ver-
dernen Unternehmensführung stehe. Reuhl: „Wir wollten der beruflichen Chance von          handlungen mit den streikwilligen Ärzten,
Herrn Ehrhardt nicht im Wege stehen. Aber die von ihm eingeschlagene Strategie so-        deren Teilnahme an dem unbefristeten Ar-
wie die zahlreichen, von ihm initiierten Projekte, werden damit auf keinen Fall obso-     beits-Ausstand zu verhindern. „Damit haben
let oder gar rückgängig gemacht.“                                                         wir mehr als zehn Streiktage weniger gehabt
Unter Ehrhardts Führung wurde insbesondere der Zusammenschluss mit dem Kran-              und das Krankenhaus vor noch grö-ßerem
kenhaus St. Anna in Hadamar durch den Feststellungsbescheid der hessischen Lan-           Schaden bewahren können. Immerhin koste-
desregierung und den damit verbundenen Nutzungsänderungen vollzogen und so der            te uns jeder Streiktag rund 100.000 Euro“,
Fortbestand des Hauses gesichert. Außerdem erhielt die Krankenhausgesellschaft unter      betont Ehrhardt.
4 > VIA > Gesundheitsreform




             Gesundheitsreform
                              bedroht Kliniken
                                                                         Die Bundesregierung will die Kran-
                                                                         kenhausbudgets um 750 Millionen                               !
                                                                         Euro kürzen.

                                                                           Kommt die Gesundheitsreform
                                                                           2006, stehen viele Kliniken in
                                                                           Deutschland vor dem Aus. Die ge-
                                                                            plante Zwangsabgabe der Kran-
                                                                            kenhäuser lässt die Patienten im
                                                                            Regen stehen. Jede Klinik müsste
                                                                             durchschnittlich 375.000 Euro
                                                                             einsparen – damit wären im
                                                                             Schnitt jeweils Stellen für sieben
                                                                              Ärzte oder elf Pflegekräfte ge-
                                                                              fährdet. Dabei ist die wirtschaft-
                                                                              liche Lage der Kliniken bereits
                                                                               so dramatisch wie nie zuvor in
                                                                               der Geschichte der Bundesre-
                                                                                publik.
                                                                                Zu Ihrer Hintergrundinforma-
                                                                                 tion zeigt VIA einige Aspekte
                                                                                 der Debatte auf.


>> Angesichts massiver Budgetkürzungen in den letzten Jahren und explodierender
Personalkosten, stehen viele der 2.166 Krankenhäuser bereits heute finanziell am Abgrund.
Die „Sparzitrone Krankenhaus“ ist längst ausgepresst! Zusätzliche Belastungen können von    Die Folge:            Weniger Personal,
den Kliniken nicht verkraftet werden. Sie sind durch die wochenlangen Streiks an Unikli-    weniger Fortschritt, Wartelisten für Pa-
niken und kommunalen Krankenhäusern extrem belastet: Die Erhöhung der Gehälter im           tienten. Die Krankenhäuser fordern da-
Jahr 2006 von bis zu 20 Prozent summieren sich auf 1,5 Milliarden Euro.                     her die Bundesregierung auf, die beab-
                                                                                            sichtigte Erhebung eines „Sanierungs-
Die Politik will die Kliniken zwingen, diese Mehrkosten aus eigenen Mitteln zu überneh-     beitrags“ von 750 Millionen Euro zu-
men. Gleichzeitig dürfen die Einnahmen der Krankenhäuser per Gesetz nicht steigen. Dies     rückzunehmen und die gestiegenen Ta-
ist unverantwortlich und übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Krankenhäuser bei    rifgehälter auszugleichen. Fest steht:
weitem. Die Bundesregierung ignoriert die ohnehin hohen Lasten der Krankenhäuser            Die Kliniken können keinen Beitrag zur
schlichtweg. Kürzungen und Personalmehrkosten verschlechtern die Arbeitsbedingungen         Sanierung der Krankenkassen leisten –
in den Kliniken drastisch und werden die Versorgung der Patienten beeinträchtigen.          sie sind selbst sanierungsbedürftig.
                                                                                                                  Aktuell < VIA < 5



 !      INFO
  Das leisten die Krankenhäuser:                 Perspektive für die Zukunft:
  > 24-Stunden-Notfallversorgung
  > wohnortnahe Behandlung                           „Die flächendeckende, hochwertige
  > Zuwendung zum Patienten
  > zeitnahe medizinische Versorgung
                                                      Krankenhausversorgung hängt am
  > Hochleistungsmedizin auf neuestem Stand           seidenen Faden. “
                                                                                              „Bei einer Realisierung
  Das droht durch die Reform:                                                                  der Reformpläne kom-
  > eingeschränkte Notfallbehandlung                                                           men erhebliche Budget-
  > weite Anfahrtswege                           räten. Doch die persönliche Betreu-
  > gestresstes Personal – weniger Fürsorge
                                                                                               kürzungen auf die Kran-
                                                 ung gerät in Gefahr, wenn sich die
  > Wartelisten wie in anderen Ländern           ökonomischen Zwänge weiter ver-               kenhäuser zu ...”
  > Überalterung der medizintechnischen          schärfen. Es darf nicht sein, dass Ent-
    Ausstattung                                  scheidungen im Krankenhaus, die die Patienten betreffen, mehr und mehr von
                                                 wirtschaftlichen Zielen überlagert werden. Daher appellieren die Krankenhäuser an
                                                 die Politik: Der Mensch ist der Maßstab – nicht die Finanzsituation. Alle Patien-
Mehr Last für Kranken-                           ten müssen auch in Zukunft erstklassig versorgt werden. Die Politik muss den Kli-
häuser geht nicht                                niken hierfür vernünftige Rahmenbedingungen bieten und nicht mit einer plan-
                                                 losen Gesundheitsreform kürzen.
Die wirtschaftliche Lage der Kliniken in
Deutschland ist dramatisch. Die Hälfte der       Gesundheitsreform bringt medizinischen Fortschritt in Gefahr
2.166 Krankenhäuser schreibt schon heute         Für seinen hohen Qualitätsstandard wird das deutsche Gesundheitswesen welt-
rote Zahlen. Zusätzliche Belastungen sind        weit beneidet. Die Krankenhäuser sind der zentrale Ort, an dem medizinische In-
nicht mehr verkraftbar. Die flächendeckende,     novationen entwickelt und angewendet werden. Aufwändige Behandlungen – et-
hochwertige Krankenhausversorgung hängt          wa künstliche Organe, schonende Bestrahlungen oder moderne Medikamente –
am seidenen Faden.                               erlauben heute vielen Patienten ein beschwerdefreies Leben. Noch werden bei uns
                                                 keinem Bürger Operationen oder Untersuchungen vorenthalten – noch haben wir
Die Lasten:                                      keine Wartelisten wie in anderen Ländern. Mit den willkürlichen Kürzungen der
Gesetzliche und tarifbedingte                    Krankenhausbudgets in Höhe von 750 Millionen Euro könnte sich das ändern. Die
Kosten- und Ausgabensteigerungen:                Gesundheitsreform ebnet den Weg in die Leistungskürzung und die Billigmedizin.
> 1,5 Mrd. Euro (TVöD-Umstellung, neue und
  erwartete Tariferhöhungen für Klinikärzte)     Politik überzeugen - Kollaps der
> 1,3 Mrd. Euro (erwartete Mehrkosten durch
  Änderung Arbeitszeitgesetz)
                                                 stationären Versorgung verhindern
> 500 Mio. Euro (gesetzliche Vorgaben            Landesweite Aktionen der Krankenhäuser gegen Kürzung der Klinikbudgets
  Abschaffung AiP, Pflegeausbildung,             infolge der Gesundheitsreform 2006
  DRG-Systemkosten)                              „Die Zitrone Krankenhaus ist ausgepresst“ – unter diesem Tenor ha-
> 500 Mio. Euro                                  ben die rund 170 Krankenhäuser in Hessen und ihr Dachverband, die Hessische
  (Mehrwertsteuererhöhung ab 2007)               Krankenhausgesellschaft (HKG), eine Protestaktion gegen die Eckdaten der Ge-
> 1 Mrd. Euro (durch gesetzliche Auflagen        sundheitsreform initiiert. Bei einer Realisierung der Reformpläne kommen er-
  wie Naturalrabattverbot, steigende             hebliche Budgetkürzungen auf die Krankenhäuser zu, welche auch die Kran-
  Anforderungen an Qualitätssicherung,           kenhausversorgung in Hessen nachhaltig beeinträchtigen werden. So ist u. a.
  sicherheitstechnische Auflagen)                eine einprozentige Pauschalkürzung der Krankenhausbudgets sowie eine weite-
                                                 re Kürzung der Klinikbudgets um nochmals 0,5 Prozent als Beitrag zur An-
24 Stunden                                       schubfinanzierung für die Erbringung hochspezialisierter ambulanter Behand-
im Dienst des Patienten                          lungsleistungen vorgesehen. Laut Berechnungen der HKG bedeutet dies für die
                                                 Krankenhäuser in Hessen Mehrkosten von rund 152 Mio. Euro. Eine Ausgleich-
– Der Mensch ist der Maßstab                     smöglichkeit für diese Mehrkosten besteht nicht, da die Kliniken maximal eine
Für den Patienten ist ein Krankenhausaufent-     Budgeterhöhung mit den Krankenkassen in Höhe von 0,63 Prozent aushandeln
halt oftmals mit Ängsten verbunden. Daher ist    dürfen. Die infolge der Budgetdeckelung in den vergangenen Jahre bereits ein-
es besonders wichtig, dass Ärzte und Pflege-     getretene Unterfinanzierung der Krankenhäuser wird dadurch weiter verschärft.
kräfte durch Kompetenz und persönliche Zu-       Unter Einbeziehung weiterer Faktoren wie beispielsweise der streikbedingten Ta-
wendung Vertrauen herstellen.                    riferhöhungen rechnet die HKG im nächsten Jahr mit einer Mehrbelastung der
                                                 Krankenhäuser in Hessen in Höhe von rund 223 Mio. Euro. Nur ein harter Spar-
Unter diesem Leitgedanken leisten die Kran-      kurs zu Lasten der Patienten könnte viele Kliniken vor dem Aus retten. Das kann
kenhausmitarbeiter jeden Tag qualifizierte Me-   niemand wollen. Deshalb müssen die Personalmehrkosten von den Krankenkas-
dizin nach dem neuesten Stand der Forschung      sen ausgeglichen werden.
mit modernsten medizinisch-technischen Ge-
   6 > VIA > St. Vincenz



Frauenklinik und Anästhesie
informieren bei den 17. Limburger Gesundheitstagen

   Am Puls
   des Lebens:
    Mit schmerzarmer Geburt,
    optimierter Brustkrebsdiagnostik
    und mehr Lebensqualität
    bei Inkontinenz!
    >> Am Puls des Lebens – unter diesem Tenor steht in diesem Jahr die Präsentation der Kran-
    kenhausgesellschaft St. Vincenz mbH auf den 17. Limburger Gesundheitstagen am 4. und
    5. November 2006. Im Blick auf ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit werden sich dort die
    Frauenklinik sowie die Anästhesie des St. Vincenz-Krankenhauses mit den neuen Chefärzten
    Dr. Peter Scheler und der Privatdozentin Dr. Dorothee Bremerich präsentieren.

    So ist insbesondere auch die schmerzarme     en der Region über die neueste Errungen-
    Geburt ein Schwerpunkt des Informa-          schaft seiner Klinik zu informieren: dank
    tionsstandes: So sicher, so geborgen und     einer Investition von 200.000 Euro ist
    so natürlich wie möglich solle die Geburt    dort nun die sog. stereotaktische Vaku-
    am St. Vincenz sein, heißt es auf den Pla-   umbiopsie möglich. Schonend und sicher
    katen zu den Gesundheitstagen. Gynäko-       zugleich soll sie nicht nur Frauen zur Frü-
    logien, Anästhesisten und Hebammen           herkennung motivieren, sondern gleich-        Am Sonntag, 5. November 2006,
    wollen darüber informieren, welche Mög-      zeitig auch die Aussagekraft der Diagno-      repräsentieren medizinische Fach-
    lichkeiten die moderne Anästhesiologie       se optimieren. Nach Überzeugung des           vorträge das therapeutische Spek-
    bereithält, um eine weitgehend schmerz-      Chefarztes der Frauenklinik ein überzeu-      trum der Krankenhausgesellschaft
    arme Geburt zu ermöglichen. Vor allem        gender Beitrag zu besserer Früherken-         St. Vincenz:
    aber wollen sie in vielen persönlichen Ge-   nung in der Region.
    sprächen und Begegnungen deutlich ma-                                                      Nach der Begrüßung um 14 Uhr wird der
    chen, was individuelle persönliche Be-       „Leben Sie los“ heißt es beim dritten         Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Jörg
    treuung in der Geburtshilfe am St.           Schwerpunkthema des Informationsstan-         Kreuzer, über Vorbeugung und Behand-
    Vincenz ganz konkret bedeutet. „Die wer-     des, dem Engagement des Teams der uro-        lung des Herzinfarktes sprechen (bis ca.
    denden Mütter sollen der Geburt ihres        gynäkologischen Sprechstunde. Lebens-         15 Uhr). Die minimalinvasive Endopro-
    Kindes ohne Ängste und Befürchtungen         qualität trotz Harninkontinenz haben sich     thetik von Hüft- und Kniegelenk ist das
    entgegensehen können. Wir wollen Vor-        die Gynäkologen des St. Vincenz auf die       Thema des Chefarztes der Abteilung für
    behalte ausräumen helfen und die künfti-     Fahnen geschrieben und werden die Be-         Unfall- und Orthopädische Chirurgie, PD
    gen Eltern mit den verschiedensten Mög-      sucherInnen über neue Therapien gegen         Dr. Joachim Hillmeier (15.00 bis 15.45
    lichkeiten moderner Schmerzlinderung in      Inkontinenz und Senkungsleiden aufklä-        Uhr). „Volkskrankheit Darmkrebs – wie
    der Geburtshilfe vertraut machen“, beto-     ren. Unter dem Tenor „die Kunst der klei-     kann ich vorbeugen?“ – so lautet das
    nen PD Dr. Bremerich und Dr. Scheler.        nen Schnitte“ soll über moderne operati-      Thema von Chefarzt PD DR. Erhard
                                                 ve Techniken zur Behebung von                 G. Siegel, dem Leiter der Abteilung
    „Prognose Leben“ – unter diesem Thema        Senkungs- und Inkontinenzleiden, aber         Gastroenterologie, Diabetologie, Hepato-
    steht ein weiterer Informationsschwer-       auch über die neuesten Erkenntnisse in        logie und Stoffwechsel (15.45 Uhr bis
    punkt der Gesundheitstage zur Mamma-         der Diagnostik von Senkung und Blasen-        16.15 Uhr). Über Diagnostik und Thera-
    diagnostik am St. Vincenz-Krankenhaus.       schwäche informiert werden.                   pie des Mammakarzinoms wird der
    „Früherkennung ist das Schlüsselwort“,                                                     Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Peter Sche-
    konstatiert Chefarzt Dr. Scheler. Daher
    liegt ihm besonders am Herzen, die Frau-       !      INFO                                 ler, referieren (16.15 bis 17 Uhr).



                                                    Nähere Informationen zum
                                                    1. Limburger Diabetestag
                                                    auf Seite 11.
                                                                                                           Gesundheit < VIA < 7




Herzrhythmusstörungen im Focus
   Forum Gesundheit
Das „Forum Gesundheit“ ist eine Vortragsreihe, welche die Kreisvolkshochschule Limburg in Zu-
sammenarbeit mit der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH organisiert. Aktuelles medizinisches
Wissen soll in allgemeinverständlicher Form einem breiteren Publikum nahegebracht werden. Es wird
jeweils ein Unkostenbeitrag von vier Euro erhoben.




Welche Rhythmusstörung ist gefährlich?
        Vortrag ohne Voranmeldung
Herzrhythmusstörungen sind vor allem Symptome kardialer, das heißt das Herz betreffender Er-
krankungen. Nicht alle Rhythmusstörungen sind jedoch gleich. Manche Herzrhythmusstörungen
sind harmlos, andere sind tödlich.
Ob eine Rhythmusstörung gefährlich, ist ergibt sich vor allem aus dem Ausmaß der Beeinträchtigung der
Pumpleistung des Herzens. Wie Rhythmusstörungen am Herzen entstehen und wie man helfen kann ist
Thema dieses Vortrages.



       Leitung:              Prof. Dr. med. Jörg Kreuzer
       Ort:                  Josef-Kohlmaier-Halle, Konferenzraum
       Termin:               Mittwoch, 8. November 2006, 20:00 – 22:00 Uhr
       Gebühr:               4,00 Euro




Wenn das Herz zu langsam schlägt
        Vortrag ohne Voranmeldung
Der Reiz zur Erregung des Herzens entsteht im Sinusrhythmusknoten. Daher bezeichnet man den
normalen Herzrhythmus auch als Sinusrhythmus. Die reguläre Pulsfolge (Frequenz) in Ruhe beträgt
50- 70 pro Minute.
Herzrhythmusstörungen verursachen einen Abfall unter ein für die Organerhaltung notwendiges Limit.
Unterhalb der Grenzfrequenz verursacht das unzureichende Pumpvolumen des Herzens Symptome. Das
klinische Bild hängt vom Ausmaß der verminderten Herzleistung ab. Die Extremform entspricht dem
Herzkreislaufstillstand und ist durch Bewusstlosigkeit, weite reaktionslose Pupillen, Atemstillstand und
Pulslosigkeit gekennzeichnet. Herzrhythmusstörungen können sowohl im Rahmen von primären Herz-
erkrankungen als auch durch andere internistisch/neurologische Erkrankungen entstehen. Die Ent-
scheidung über das therapeutische Vorgehen muss individuell unter Berücksichtigung der zugrunde lie-
genden Erkrankung getroffen werden. Neben medikamentösen Maßnahmen ist die Herzschritt-
macherversorgung die Therapie der Wahl. Beide Behandlungsmethoden und deren Konsequenzen wer-
den im Arztvortrag ausführlich dargestellt.

       Leitung:              Dr. med. Klaus Nitsche
       Ort:                  Josef-Kohlmaier-Halle, Konferenzraum
       Termin:               Mittwoch, 29. November 2006, 20:00 - 22:00 Uhr
       Gebühr:               4,00 Euro
   8 > VIA > St. Vincenz




Schlaganfall:                                                                                Der Schlaganfall ist ein sehr komplexes Krankheitsbild und erfor-
                                                                                             dert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen


Jede Minute zählt!                                                                           medizinischen Fachabteilungen und Berufsgruppen (insbeson-
                                                                                             dere Neurologie, Kardiologie, Radiologie, Pflege, Physio- und
                                                                                             Ergotherapie sowie Logopädie). Am St. Vincenz-Krankenhaus steht
                                                                                             in vorderster Front das Team unter Dr. Christoph Oberwittler OA
                                                                                             Dr. Mario Schäff für eine solche interdisziplinäre Versorgung.

St. Vincenz-Neurologie zertifiziert: Schlaganfallbehandlung auf der Stroke Unit




    Wer einen akuten Schlaganfall erleidet, profitiert von ra-                                Rauchen, Herzrhythmusstörungen). In
                                                                                              der Akutsituation ist das Ziel, den Ge-
    scher und kompetenter Behandlung. Spezialisierte Konzep-                                  websschaden im Gehirn so klein wie
    te der Schlaganfallversorgung sorgen nachweislich dafür,                                  möglich zu halten. Diesem Ziel dient das
    dass die Zahl der Todesfälle und der Grad der Behinderung                                 Konzept der deutschen Stroke Units, die
                                                                                              eine Intensivbeobachtung mit Monitor-
    nach Schlaganfall wesentlich verringert werden können.                                    überwachung der Herz-und Kreislauf-
                                                                                              funktionen mit den Prinzipien einer sehr
                                                                                              frühen funktionellen Therapie der Defi-
    >> Die seit 1998 bestehende Schlagan-        Hirnblutungen, Subarachnoidalblutun-         zite durch ein interdisziplinäres Team
    fallstation im St. Vincenz-Kranken-          gen aus Aneurysmen, und venöse               verbinden. Ein weiteres Ziel der Stroke
    haus versorgt im Jahr ca 500 Patienten       Thrombosen zusammengefasst. Die häu-         Unit ist die möglichst genaue Feststel-
    der Region, jetzt bekam sie ein exter-       figste Form ist der Hirninfarkt, dem         lung der Ursachen. Dazu ist neben der
    nes Gütesiegel: Von der Deutschen            nicht selten ein flüchtiges Erscheinungs-    Neurologie auch die kardiologische Dia-
    Schlaganfallgesellschaft wurde sie als       bild mit einer nur vorübergehenden           gnostik mit Echokardiographie und
    regionale „Stroke Unit“ zertifiziert. In     ischämischen Attacke (TIA) vorausgeht.       Langzeit-EKG, sowie die Radiologie mit
    einer Stroke Unit wird der Patient von       Viele Menschen bekommen also vor dem         CT, MRT und DSA erforderlich.
    einem speziell geschultem Team be-           „richtigen“ erst einen oder mehrere
    handelt, umfassende Diagnostik und           „kleinere“ Schlaganfälle. Die Symptome       Prähospitalphase
    Therapie stehen rund um die Uhr              sind gleich, nur verschwinden sie wieder     Eine effektive Schlaganfallbehandlung
    zur Verfügung. Die Neurologie des            vollständig, häufig sogar nach wenigen       muss sofort nach dem Auftreten der
    St. Vincenz-Krankenhauses ist nun-           Minuten. Die häufigsten Ursachen der         neurologischen Defizite eingeleitet wer-
    mehr eine von 13 Kliniken in Hessen,         TIA und Hirninfarkte sind Embolien aus       den, da für das Gehirn jede Minute zählt
    die eine zertifizierte Stroke Unit betrei-   arteriosklerotischen Wandveränderun-         (‚Time is brain’). Viele Menschen kennen
    ben. Lesen Sie aus diesem Anlassß ei-        gen oder Stenosen (Verengungen) der          die Zeichen eines Schlaganfalls aller-
    nen Hintergrundbericht zur Schlagan-         hirnversorgenden Arterien des Herzens        dings nicht oder melden sich zu spät
    fallversorgung vom Chefarzt der              oder eine Erkrankung der kleinen Hirn-       (siehe Kasten Leitsymptome Schlagan-
    Neurologie, Dr. Christoph Oberwittler.       arterien (cerebrale Mikroangiopathie).       fall). Der Notarzt und der Rettungsdienst
                                                 Die mögliche Ursachenliste ist aber noch     sollen den Patienten schnell in ein Kran-
    Mit Schlaganfall (engl. stroke) wird in      wesentlich umfangreicher und erstreckt       kenhaus mit CT und Stroke Unit bringen.
    der klinischen Medizin eine akut einset-     sich auch auf seltene genetische und         Der Umweg über den Hausarzt ist bei kla-
    zende vaskuläre Erkrankung des Gehirns       entzündliche Gefäßerkrankungen.              ren Schlaganfallzeichen ein unnötiger Zeit-
    bezeichnet, die zu Störungen der neuro-      Zu den Zielen der Schlaganfallmedizin        verlust für potentielle Lysepatienten inner-
    logischen Funktionen führt. Mit der          gehört zu allererst die Vermeidung von       halb des Zeitfensters von drei Stunden.
    undifferenzierten, aber treffenden Be-       Schlaganfällen und Rezidiven durch
    zeichnung Schlaganfall werden ischä-         konsequente Therapie und die Kontrolle       Akutbehandlung im Krankenhaus
    mische Infarkte (Infarkte durch man-         der Schlaganfall-Risikofaktoren (Blut-       Bereits vom Notarzt werden wichtige
    gelnde     Blutversorgung),    spontane      hochdruck, Diabetes Mellitus, Blutfett,
                                                                                                                              Aktuell < VIA < 9




Abb. 1: CT-Infarkt           Abb. 2: CT-Blutung              CT-Kraniotomie                  Abb. 4: MRT-Cortikaler Infarkt


Fragen geklärt, das Routinelabor abge-            angrenzenden, noch unversehrten Hir-           Die Entwicklung der Therapie auf der Stroke
nommen und der Patient mit einer intra-           narealen zu verbessern.                        Unit wird darauf abzielen, einen Gefäßver-
venösen Flüssigkeit versorgt, sowie bei           Auf der Stroke unit wird der Patient von ei-   schluss im Gehirn noch schneller und sicherer
Bedarf eine Blutdrucktherapie eingeleitet.        nem interdisziplinären Team aus Ärzten,        zu eröffnen. Die Voraussetzung für schnelle
In der Notaufnahme erfolgt eine sofortige         Pflege, Physiotherapie, Logopädie, Ergo-       Interventionen ist ein gutes Zusammenwirken
neurologische Evaluation und Klärung              therapie und Sozialdienst behandelt. Stro-     zwischen Notfallmanagement in der Prähospit-
von neurologischen Differentialdiagno-            ke Units führen zu einem besseren outcome      alphase und der spezialisierten Stroke Unit. Die
sen, die einen Schlaganfall oder eine TIA         der Patienten als eine Behandlung auf einer    Langzeitprognose hängt außerdem von der an-
vortäuschen können, wie z.B ein vestibu-          Normalstation ohne Monitoring. Typische        schließenden Rehabiliation und einer konse-
lärer Schwindel, ein epileptischer Anfall         Komplikationen wie Pneumonie infolge           quenten Sekundärprophylaxe ab.
oder ein Migräneanfall. Anschließend er-          Schluckstörungen, Hirnödeme, sekundäre
folgt eine cerebrale Bildgebung. Es muss          Einblutungen, epileptische Anfälle, Stürze,    Leitsymptome eines Schlaganfalls
immer wieder betont werden, dass klinisch         Decubiti, Harnwegsinfekte, Entgleisungen       Akutes Auftreten von flüchtigen oder bleiben-
nicht sicher zwischen Blutungen und In-           von Blutdruck und Zucker werden auf ei-        den neurologischen Ausfallssymptomen:
farkten differenziert werden kann. Mit            ner Stroke Unit schneller erkannt oder gar       > Halbseitige Lähmungen
modernen MRT-Geräten ist es möglich,              verhindert und auch besser behandelt.            > Halbseitige Gefühlsstörungen
auch kleinste Infarkte kurz nach dem Auf-                                                          > Sprech- oder Sprachstörungen
treten sichtbar zu machen (Abb 4).                Hirnblutung                                      > Gesichtsfeldausfälle
                                                  Im Falle von Blutungen (Abb 2) erfolgt im        > Doppelbilder
Lysetherapie und Stroke unit                      St. Vincenz-Krankenhaus bei Bedarf die           > Schwindel
Das Ziel der systemischen intravenösen            telemedizinische Konsultation einer Neu-         > Gangunsicherheit
Lysetherapie innerhalb von drei Stunden           rochirurgie und ggf. die Verlegung mit           > Unklare Bewusstlosigkeit
nach Auftreten der Symptome ist die
Wiedereröffnung des durch einen Embo-
lus verschlossenen Hirngefäßes beim
Hirninfarkt. Je eher dies geschieht, desto
                                                  dem Hubschrauber. Die überwiegende
                                                  Zahl der Blutungspatienten wird nicht
                                                  operativ behandelt und kann in Limburg
                                                  versorgt werden. Die Patienten müssen
                                                                                                     oder Verwirrtheit

                                                                                                 Die wichtigsten Risikofaktoren:
                                                                                                    > Rauchen
                                                                                                                                                  !
besser die Prognose des neurologischen            ebenfalls am Monitor auf der Stroke Unit          > Bluthochdruck
Defizits. Daher haben Lysepatienten in der        behandelt werden.                                 > Herzerkrankungen
Notaufnahme und im CT absolute Prio-                                                                > Blutzuckererkrankungen
rität. Die Zeitüberschreitung bei der Auf-        Sekundärprophylaxe                                > Fettstoffwechselstörungen
nahme sind neben einer langen Liste von           Neben der medikamentösen Sekundär-                > Übergewicht und Bewegungsmangel
Kontraindikationen der Grund, warum               prophylaxe reduziert die Therapie aller be-
nur ein kleiner Prozentsatz von ca fünf           einflussbaren Risikofaktoren, insbesonde-      Was können die Angehörigen
Prozent der Patienten hessenweit eine Ly-         re die Senkung des Bluthochdruckes,            im Notfall unternehmen?
se erhalten. Die Zahl der Lysepatienten           ebenfalls das Wiederholungsrisiko. Der         Beim Schlaganfall zählt genau wie beim Herz-
kann durch eine bessere Aufklärung der            Zielwert für den Blutdruck ist unter           infarkt jede Minute. Daher soll über die Not-
Bevölkerung über Frühsymptome und ein             140/90 mmHg. Dies wird in der täglichen        fallrufnummer 112 sofort der örtliche Ret-
effektives NAW (Notarztwagen-) Konzept            Praxis leider häufig nicht erreicht, wo-       tungsdienst informiert werden. Risikopa-
deutlich gesteigert werden.                       durch das Risiko von Hirnblutungen ins-        tienten sollten eine Liste der Vorerkrankun-
Auf der Stroke Unit werden Patienten              besondere bei Therapie mit oralen Gerin-       gen und Medikamente mit sich führen, even-
mit akuten Schlaganfällen und TIA mit             nungshemmern (z.B. Marcumar) steigt.           tuell auch den letzten Krankenhausentlas-
hohem Rückfallrisiko am Monitor über-             Die Therapie von Stenosen der hirnver-         sungsbericht.
wacht und regelmäßig neurologisch                 sorgenden Gefäße kann operativ oder
überprüft. Die enge Steuerung eines für           interventionell mit Dilatation und Stent-      Die Ärzte brauchen
den jeweiligen Patienten optimalen Blut-          Implantation erfolgen. Die Verfahren sind      unbedingt folgende Informationen:
drucks, die Messung der O2 Sättigung,             vergleichbar sicher. Die Indikationsstel-         > Zu welcher Uhrzeit traten die ersten
der Temperatur, des Blutzuckers und ei-           lung basiert auf der neurologischen An-             Symptome auf?
ne bilanzierte intravenöse Flüssigkeits-          amnese und dem Befund zusammen mit                > Vorerkrankungen sind bekannt?
therapie zielen darauf ab, die Hirnperfu-         dem Stenosegrad, der mittels Ultraschall          > Welche Medikamente wurden
sion in dem betroffenen Areal und den             oder Angiographie bestimmt wird.                    in letzter Zeit eingenommen?
10 > VIA > St. Vincenz




Verdacht auf Brustkrebs:
Vakuumbiopsie erspart
vielen Frauen eine Operation
                                                                              Interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Frauen der Region: die Chefärz-
St. Vincenz-Krankenhaus:                                                      te Dr. Peter Scheler (links) und Dr. Thomas Heß (rechts) sowie die Funk-
                                                                              tionsärztin Dr. Ulrike Gürtler und Oberarzt Dr. Sebastian Eichinger.
Qualitätssprung in der Brustkrebsdiagnostik


>> Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei
Frauen: Rund 48.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich neu an
dieser Krebsart, rund 18.000 Frauen sterben jährlich daran. Trotz großer
Heilungschancen bei der Früherkennung liegt diese jedoch nach wie vor
im Argen: Zwei Drittel aller Brusttumore werden erst entdeckt, wenn sie
größer als zwei Centimenter sind. Die Folge sind radikale Operationen und
belastende Therapien, die Heilungschancen sind gering.

Einen überzeugenden Beitrag zu besserer     interdisziplinären Zusammenarbeit von         nendste aller diagnostischen Verfahren
Früherkennung liefert nun die neueste       Radiologie und Frauenklinik des Hauses        darstellt: „Vielen unserer Patientinnen
diagnostische Methodik am Limburger         sind gleich zwei wichtige Bausteine           können wir jetzt eine konventionelle Ope-
St. Vincenz-Krankenhaus, die sog. stere-    moderner Brustkrebsdiagnostik am              ration mit Vollnarkose ersparen“, konsta-
otaktische Vakuumbiopsie. Schonend und      St. Vincenz etabliert: Zum einen können       tiert Dr. Scheler. Der Gynäkologe ist zu-
sicher zugleich soll sie nicht nur Frauen   Gewebeproben (Biopsien) der Brust ab so-      dem davon überzeugt, dass die neue
zur Früherkennung motivieren, sondern       fort ohne Operation und Vollnarkose ent-      Untersuchungsmethode zu einer deut-
gleichzeitig auch die Aussagekraft der      nommen werden, zum anderen ermög-             lichen Verbesserung der Brustkrebsdiag-
Diagnose optimieren.                        licht die neue Diagnostik eine sehr frühe     nostik der Region beiträgt. Denn das Ge-
                                            Abklärung von Verdachtsmomenten.              rät ist gleichzeitig wichtiges Standbein
Selbst bei früher Abklärung eines                                                         zur Forcierung des immer noch unter-
verdächtigen Befundes war bislang ein       „Wir wollten die Qualitätssicherung           entwickelten Bewusstseins für die Not-
operativer Eingriff notwendig. Am           unserer Brustkrebsdiagnostik weiter ver-      wendigkeit der Früherkennung: „Ein
St. Vincenz-Krankenhaus kann dies nun       bessern“, kommentieren die behandeln-         solch schonendes und sensitives Verfah-
dank der neuen Untersuchungstechnik         den Chefärzte, Dr. Peter Scheler (Frauen-     ren wie die Vakuumbiopsie wird dazu
vermieden werden: Mit der stereotakti-      klinik) und Dr. Thomas Heß (Radiologie)       beitragen, die Frauen hierfür noch mehr
schen Mammographieeinheit, auch „Fi-        die 200.000 Euro-Investition. Entschei-       zu motivieren“, betont Dr. Peter Scheler.
scher-Tisch“ genannt, sowie dank der        dendes Argument für die Anschaffung sei       Die Heilungschancen eines frühen, nur
                                            zudem gewesen, dass dieser Eingriff für       auf die Brust begrenzten Tumors, lägen
                                            die betroffenen Frauen das derzeit scho-      bei über 90 Prozent. Aufgrund der Fort-
                                                                                          schritte in der Röntgen- und Ultraschall-
                                                                                          technologie lassen sich heute bereits
                                                                                          kleinste, nicht tastbare Veränderungen in
                                                                                          der Brust feststellen. Für die endgültige
                                                                                          Diagnosestellung ist jedoch fast immer
                                                                                          eine Biopsie notwendig. Studien zufolge
                                                                                          erweisen sich über 70 Prozent der auf die-
                                                                                          se Weise früh untersuchten Brustverände-
                                                                                          rungen als gutartig.

                                                                                          „Die stereotaktische Vakuumbiopsie ist
                                                                                          ebenso schonend wie sicher zugleich“ –
                                                                                          dies bestätigt auch Dr. Thomas Heß, Chef-
                                                                                          arzt der Abteilung für Diagnostische und
                                                                                          Interventionelle Radiologie. Die neue Me-
                                                                „Die stereotaktische                                                     Gesundheit < VIA < 11

                                                                 Vakuumbiopsie ist ebenso
                                                                 schonend wie sicher zugleich.”

                                                              Die Frauen der Region werden sich am
                                                              Samstag, 18. November 2006, von 12 bis
                                                              14 Uhr bei einem Informationstag zur
                                                              Mamma-Diagnostik ein eigenes Bild vom                 kann rund um die Einstichstelle Gewebe
                                                              Leistungsspektrum des St. Vincenz-                    entnommen werden. Auf diese Weise ist es
                                                              Krankenhauses in diesem Bereich ma-                   möglich, Veränderungen von bis zu zwei
                                                              chen können. Das genaue Programm                      Centimetern vollständig zu entfernen.
                                                              wird zeitnah veröffentlicht werden.
                                                                                                                    Die Patientin liegt bequem in Bauchlage
                                                              So verläuft eine stereotaktische                      auf dem Untersuchungstisch. Dieser hat
                                                              Vakuumbiopsie:                                        eine große Öffnung, durch welche die zu
          thodik vereinige die diagnostische                  Unter stereotaktischen Biopsien versteht              untersuchende Brust nach unten hängt.
          Sicherheit einer chirurgischen Biopsie mit          man Gewebeentnahmen, bei denen der                    Die Gewebeentnahme erfolgt in örtlicher
          den Vorteilen der minimal-invasiven,                genaue Entnahmeort durch Röntgenauf-                  Betäubung. Das Verfahren ist sehr zielge-
          aber diagnostisch nicht sehr sicheren Ver-          nahmen aus verschiedenen Richtungen                   nau und deshalb diagnostisch zuverlässig.
          fahren der Stanzbiopsie. Dies hätten zahl-          bestimmt wird. Diese Aufnahmen werden                 Im Gegensatz zu operativen Gewebeent-
          reiche klinische Studien nachgewiesen.              im Computer gespeichert, hieraus lässt                nahmen hinterlässt es keine inneren Nar-
          Die äußerst sensitive Methode gilt zudem            sich das Ziel der Gewebeentnahme exakt                ben und erschwert von daher auch nicht
          in Fachkreisen als sehr zuverlässig. „Wir           berechnen. Die eigentliche Biopsie erfolgt            weitere Beurteilungen bei späteren Mam-
          sind sehr froh, den Frauen der Region               mit einer Hohlnadel von drei Millimetern              mographien.
          diese sichere Alternative anbieten zu kön-          Durchmesser, die nahe der Spitze eine
          nen“, betonen sowohl der Radiologe, als
          auch der Gynäkologe übereinstimmend.
          Die fachübergreifende Zusammenarbeit
                                                              seitliche Öffnung aufweist. Durch ein Va-
                                                              kuum wird das zu entfernende Gewebe
                                                              sanft in diese Öffnung gesaugt und an-
                                                                                                                     !          INFO
          der beiden medizinischen Disziplinen soll           schließend mit einem winzigen Hochge-                    Nähere Informationen und
          künftig durch die Teilnahme des St.                 schwindigkeits-Rotationsmesser abge-                     Anmeldungen im Sekretariat der
          Vincenz-Krankenhauses am Mammogra-                  trennt. Durch schrittweises Drehen der                   Frauenklinik: 06431 / 292-4451
          phiescreening intensiviert werden.                  Nadel und Wiederholung dieses Vorgangs




        Erster Limburger Diabetes-Tag: Diabetes - und gut leben!
         >> Im Rahmen der 17. Limburger Gesundheitstage findet am Samstag, 4. November 2006 von 10 bis 17 Uhr der erste Limburger
         Diabetes-Tag in der Limburger Stadthalle statt. Konzipiert von der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und
         Stoffwechsel am St. Vincenz-Krankenhaus unter Chefarzt PD Dr. Erhard G. Siegel in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fach-
         ärzten das folgende Programm zusammengestellt:
DAS PROGRAMM




          10.00-10.30 h       Begrüßung
                              Konferenzraum (2. OG)                               Clubraum                                             Bühne
          10.30 - 11.15 h     Vortrag:                                            Vortrag:                                             Workshop:
                              Moderne Diabetestherapie:                           Ein Pass für Diabetes                                Gut zu Fuß mit Diabetes
                              Gestern- heute- morgen                              (Dr. Fischer)                                        Gut zu Fuß mit Diabetes
                              (Dr. Fester, Dr. Kerum)                                                                                  (K. Bormann)
          11.15 - 12.00 h     Clubraumebene:
                              Diabetes in Zeiten der Gesundheitsreform: DMP-Diabetes:
                              Was nutzt es? Sind moderne Insuline noch verordnungsfähig?
                              (Vertreter der Krankenkassen, Deutscher Diabetiker Bund, ärztl. Referenten)
          12.00 – 12.15 h     Kabarettistische Überraschung mit „Agathe“
          12.15 – 13.00 h     Mittagspause
          13.00 – 13.30 h     Workshop:                                                      Vortrag:
                              Blutzucker messen; Insulin spritzen:                           „Das tödliche Quartett“
                              Wie mach` ich es richtig?                                      (PD Dr. Siegel o. OÄ M. Siebein)
                              (Fr. Jenniches, Fr. Werner)
          13.30 – 14.00 h     Vortrag: „Verrückt“ mit Diabetes (Psychologe)                  Workshop: Bewegung macht Spaß             Workshop:
                                                                                             (Physiotherapie)                          Gut zu Fuß mit Diabetes
                                                                                                                                       (K. Bormann)
          14.00 – 14.30 h     Workshop: „Gut essen macht gesund“                             Vortrag: Ein Pass für Diabetes
                              (Fr. Tilli, Fr. Baumann)                                       (Dr. Fischer)
          14.30 – 15.00 h                                                                    Workshop: Bewegung macht Spaß
                                                                                             (Physiotherapie)
          15.00 – 15.30 h     Workshop: Blutzucker messen; Insulin spritzen:                 Vortrag: „Das tödliche Quartett“
                              Wie mach` ich es richtig?                                      (PD Dr. Siegel o. OÄ M. Siebein)
                              (Fr. Jenniches, Fr. Werner)
          15.30 – 16.00 h     Workshop: „Gut essen macht gesund“                             Vortrag: „Verrückt“ mit Diabetes
                              (Fr. Tilli, Fr. Baumann)                                       (Fr. Horz)
   12 > VIA > St. Vincenz




Neue Therapien gegen
Inkontinenz und Senkungsleiden
Leiter der urogynäkologischen Sprechstunde
informierte beim Patientenforum der Frauenklinik.
                                             Denn neben den Fachdisziplinen aus der
                                             Urologie und der Neurologie nehmen
                                             sich insbesondere die Urogynäkologen
                                             des oben skizzierten Problemfelds an.
                                             Über das breite Diagnostik- und Thera-
                                             pierepertoire der Urogynäkologischen
                                             Sprechstunde, die in Kooperation mit
                                             den anderen Fachrichtungen in der
                                             Frauenklinik etabliert wurde, wurden die
                                             Frauen der Region auch im Rahmen ei-
                                             ner Informationsveranstaltung infor-
                                             miert. Oberarzt Waldemar Schmidt, der
                                             die Urogynäkologische Sprechstunde in
                                             Kooperation mit den jeweils beteiligten
                                             anderen medizinischen Disziplinen lei-
   >> In Deutschland leiden im Laufe ei-     tet, informierte betroffenene und inter-
   nes Jahres ca. fünf Millionen Frauen      essierte Frauen über die neuesten Ent-
   vorübergehend oder dauerhaft an Har-      wicklungen in Diagnostik und Therapie
   ninkontinenz und Blasenbeschwerden.       informieren.
   Dazu zählt jede dritte Frau über 55
   Jahre, aber auch jüngere Patientinnen -
   zumindest jede vierte Frau vorüberge-           „Nicht immer muß
   hend nach der Entbindung. Die betrof-
   fenen Patientinnen sind nicht jedoch             geschnitten werden ...“
   mehr bereit, sich den Rest ihres Lebens
   mit diesem Leiden abzufinden. Gibt es
   schließlich neue Therapieformen, dieser   Nicht immer muß geschnitten werden,
   tabuisierten Krankheit zu begegnen.       vielmehr kann oft durch einfache kon-
   Diese werden nun auch in der Frauen-      servative Maßnahmen das Leiden deut-
   klinik des St. Vincenz-Krankenhauses      lich gelindert werden, so Schmidt. Viele
   angeboten: In der urogynäkologischen      Kriterien müssten hierbei beachtet wer-       Kunst der kleinen Schnitte – moderne
             Sprechstunde, jeweils mitt-     den. Daher seien die richtige Diagnose        operative Techniken zur Behebung von
             wochs von 14 bis 16 Uhr.        und die Einleitung der passenden Thera-       Senkungs- und Inkontinenzleiden“ erläu-
                                             pie in der Urogynäkologischen Sprech-         terte Schmidt die verschiedensten Metho-
                                             stunde von großer Bedeutung.                  den dieser hochmodernen Techniken.

                                             Werde jedoch dennoch ein operativer
                                             Eingriff erforderlich, so sollte nach Über-
                                             zeugung des Urogynäkologen keine
                                                                                            !      INFO
                                             leichtfertige Entscheidung sein: Mithilfe
                                             von Netzimplantaten und ganz neuarti-           Nähere Informationen zur uro-
                                             gen Zugangswegen könne den Patien-              gynäkologischen Sprechstunde:
                                             tinnen sehr schonend und meist unter            im Sekretariat der Frauenklinik
                                             Vermeidung eines Bauchschnittes gehol-          unter der Telefonnummer:
                                             fen werden. In seinem Vortrag „Die              0 64 31 / 292-44 54
                                                                                                          St. Vincenz < VIA < 13
                   „Die Eltern wurden geschult, die Dringlichkeit
                    einer kritischen Situation zu erkennen ...”

Großen Anklang fand der                    Alltags fit zu machen. Dozent Stefan
                                           Zachmann, Oberarzt für Frauenheilkunde
Säuglings- und Kindernot-                  und Geburtshilfe, war als langjähriger
fallkurs, den die Frauen-                  Ausbilder von Rettungsassistenten sowie
klinik des St. Vincenz-                    durch die langjährige Besetzung des Ba-
                                           by-Notarztwagens in Freiburg besonders
Krankenhauses kurz vor der                 vertraut mit der Problematik; besondere
Ferienzeit angeboten hatte.                Kompetenzen hat er in diesem Zu-
                                           sammenhang jedoch auch als Vater
                                           zweier Kinder aufzuweisen…
>> Hintergrund des Angebots
war die Tatsache, dass gerade              „Die Eltern wurden geschult, die Dring-      > Herz-Lungen-Wiederbelebung eines Neuge-
junge Eltern häufig über Unsi-             lichkeit einer kritischen Situation zu er-     borenen und älterer Kinder in Übungen am
cherheiten im Umgang mit Not-
                                           kennen und die wertvolle Zeit, die bis         Phantom
fallsituationen ihrer Kinder be-
                                           zum Eintreffen professioneller Hilfe ver-    > Akute Atemwegserkrankungen, wie bei-
klagen. Zielgruppe waren jedoch
                                           streichen kann, sinnvoll zu überbrücken“,      spielsweise Asthma, Pseudokrupp, Erstik-
neben den Eltern auch die Groß-
eltern, Geschwister und Erzieher,          resümiert der Gynäkologe. Neben der            kung durch Ertrinken oder Fremdkörper
aber auch Babysitter. Letzteren            klassischen Ersten Hilfe und dem Thema       > Häufige Verletzungsmuster wie Verbren-
wurde sogar ein Zertifikat aus-            Vorbeugung wurde auf folgende The-             nungen, Stromunfälle, Stürze, Verätzungen,
gestellt – eine ausgezeichnete             mengebiete besonderer Wert gelegt:             Schnittwunden, Knochenbrücke, starke Blu-
Referenz, wie viele Teilnehmer                                                            tungen
konstatierten.                             > Was ist ein Notfall? Unterscheiden         > Innere Erkrankungen wie zum Beispiel Fie-
                                             zwischen lebensbedrohlichen                  ber, Bauchkrämpfe, Vergiftungen.
Ziel des Seminars war es, die Teilnehme-     und „harmlosen“ Situationen
rInnen für die gängigsten Notfälle des




Krisen sicher erkennen und richtig reagieren:

Säuglings- und Kindernotfallkurs
an der Frauenklinik

                                                                                        Anhand umfangreichen Bildmaterials wurden
                                                                                        den Interessierten Einblick in die Funktions-
                                                                                        weise des kindlichen Organismus mit den ver-
                                                                                        schiedensten Notfallbildern gewährt. Zudem
                                                                                        wurden praktische Übungen wie Druckverband
                                                                                        und spezielle Lagerungen durchgeführt.

                                                                                        Alles in allem ein origineller Auftakt des neu-
                                                                                        en Teams unter Chefarzt Dr. Peter Scheler!
14 > VIA > St. Vincenz




Startschuss für den Bau des Ärztehauses




Vision konkret:
Ambulante Medizin, kurze Wege,
neue Konzepte und mehr Parkplätze
Von Ulrich Haßler

>> Im Oktober 2006 beginnt die Bau-        weiterhin gut erfüllen kann. Noch         bulance nur noch über die Westseite des
maßnahme „Errichtung eines Ärzte-          mehr Kooperation und Verzahnung mit       Plateaus vom Talbau bis zur neuen
hauses“ durch den Investor der Grund-      exernen Partnern werden dazu beitra-      Rampe erfolgen. Eine Zufahrt über den
stücksgemeinschaft Reusch aus Lim-         gen, dass unsere Patienten noch besser    Haupteingang ist nur noch in Ausnah-
burg-Offheim. Nach jahrelangen Vor-        versorgt werden.                          mefällen möglich.
planungen ist ein optimaler Plan für
diese Institution herangereift, der dem    In den vorangegangenen zwei Monaten       Bei dem Ärztehaus handelt es sich um
St. Vincenz viele Vorteile bringen wird:   wurde als vorbereitende Maßnahme die      ein siebenstöckiges Gebäude mit einer
im Rahmen der Abfallwirtschaft und         blaue Stahlrampe, die 1993 für die Er-    Grund-fläche von 800 tlw. 1000 Qua-
des Brand- und Katastrophenschutzes        richtung des Neubaus gebaut wurde, ab-    dratmetern. Die ersten vier Geschosse
sowie auch in Bezug auf die Mitarbei-      gerissen und durch eine breite Beton-     sind Garagengeschosse, davon werden
terparkplätze. Genrell gilt: Das Ärzte-    rampe ersetzt, die es jetzt ermöglicht,   dem Krankenhaus zwei Ebenen à
haus wird einen wesentlichen Beitrag       sogar mit Gegenverkehr die Rampe zu       35 Plätze für die Mitarbeiter zur Verfü-
dazu leisten, dass das St. Vincenz-        befahren. Die Fertigstellung der Rampe    gung gestellt. Insgesamt werden für die
Krankenhaus seinen Versorgungsauf-         ist Voraussetzung für den Beginn der      Mitarbeiter zusätzlich mehr als 20 Plät-
trag als einziges Schwerpunktkranken-      Baumaßnahme. Ab Oktober wird die Lie-     ze bereitgestellt werden können.
haus im Umfeld von 50 Kilometern           gendanfahrt durch DRK und City Am-


  Grundriss Parkhaus Untergeschoß 1
                                                                                                       News < VIA < 15




                                            Ärzten und Krankenhäusern vom Ge-
                                            setzgeber, dem Hessischen Sozialmini-
                                            sterium und den Krankenkassen gewollt
Die Garagengeschosse III und IV sind für    und liegt somit gar im öffentlichen
die Besucher und Patienten des Ärzte-       Interesse. Ziel ist es, Patienten in kürze-
hauses und des Krankenhauses reserviert,    ster Zeit bestmöglich zu diagnostizieren
die Bedienung der Parkebenen I und II er-   und zu therapieren, um somit eine
folgt über die Schranke am Talbau, die      schnellstmögliche Patientengenesung zu
Anfahrt zu den Parkebenen 3 und 4 über      gewährleisten und damit nicht zuletzt
die Schranke am Haupteingang.               die knappen Finanzmittel im Gesund-
                                            heitswesen zu schonen.
Damit besteht eine getrennte Wegefüh-
rung von Mitarbeitern, City Ambulance       Durch den Bau des Ärztehauses erge-
und DRK gegenüber Besuchern und Pa-         ben sich für alle Beteiligten, vor allem
tienten des Kranken- und des Ärztehauses.   für unsere Patienten und Besucher,
                                            zahlreiche Vorteile und Kooperations-
                                            möglichkeiten:
Die folgenden drei Geschosse sind für       > Kurze Wege für Belegärzte, Patienten
die Unterbringung einer Einrichtung für       und Besucher zwischen Praxis, OP
ambulante Rehabilitation und Orthopä-         und Krankenhaus sowie Nachversor-
dietechnik sowie für niedergelassene          gung der Patienten,
Ärzte vor-gesehen. Die Anbindung des        > ambulantes Operieren durch Fach-
fünften Geschosses das Krankenhaus er-        ärzte im St. Vincenz-Krankenhaus,
folgt über das erste Obergeschoss im Be-    > ambulante Reha-Behandlungen un-
                                                                                                                Westansicht
reich der ehemaligen D S A. Eine weite-       mittelbar nach dem Abschluss der
re Aufstockung um bis zu zwei                 stationären Versorgung,
Geschosse ist statisch vorgesehen und       > Etablierung integrierter Versor-
hängt von der Nachfrage der Räume ab.         gungskonzepte,
Das Ärztehaus erhält selbstverständlich     > Verzahnung vor- und nachstationä-
einen eigenen, attraktiven und gut ange-      rer Versorgung von Patienten.
bundenen Haupteingang, damit der Be-
sucher- und Patientenstrom des Ärzte-
hauses nicht komplett den ersten Stock
des St. Vincenz-Krankenhauses passie-
ren muss. Auf der untersten Parkebene
befindet sich dann die Abfallentsorgung,
der Containerplatz ist zukünftig nicht
mehr offen einsehbar, die Beschickung
erfolgt über die darüberliegende Ebene                                                    Ostansicht
mit einem Verbindungstunnel unter der
Strasse zum St. Vincenz-Krankenhaus.
In den letzten Jahren haben viele Klini-
ken Ärztehäuser in unmittelbarer Nähe
angesiedelt: Schließlich ist eine enge
                                             Schnitt durch die Decks und Stockwerke
Verflechtung zwischen niedergelassenen


  Grundriss Parkhaus Obergeschoß 1
 16 > VIA > St. Vincenz


                          @
Krankenhausgesellschaft setzt




                                                    @
auf barrierefreie Informationspolitik:




 Soziale Kompetenz
                auch auf digitaler Ebene
                                                            >> Die Krankenhausgesellschaft
 Barrierefrei – ein Begriff, ...                            St. Vincenz mbH hat nun im Zu-
                                                            ge eines Relaunches ihrer Home-
  ... der bislang vornehmlich im Zusammenhang mit           page auch auf Barrierefreiheit
                                                            gesetzt, sprich: ihre Seiten somit
  Architektur und behindertengerechten Wohnen landläu-      auch für Menschen mit Behinde-
  fig bekannt ist. Barrierefrei ist jedoch zunehmend auch   rungen zugänglich gemacht.
  im Zusammenhang mit Internetauftritten ein Thema –
                                                            Geschäftsführer        Hans-Joachim
  spätestens, seitdem die sogenannte Barrierefreiheit       Ehrhardt: „Wir fallen zwar nicht
  für die Websites öffentlicher Einrichtungen rechtlich     unter die Auflagen des Gesetzge-
                                                            bers, haben uns aber, auch in
  verpflichtend geworden ist.                               Anlehnung an unser Leitbild, frei-
                                                            willig an den Vorgaben der Barrie-
                                                            refreiheit orientiert. Gerade für uns
                                                            als Gesundheitsanbieter gehört dies
                                                            zum elementaren Bestandteil der
                                                            sozialen Kompetenz unserer Ein-
                                                            richtung.“

                                                            Vor diesem Hintergrund seien
                                                            technische Barrieren, die Men-
                                                            schen vom Zugang zu den Infor-
                                                            mationen über die Angebote
                                                            der Krankenhausgesellschaft aus-
                                                            grenzen, nicht vertretbar. Die Ge-
                                                            sellschaft wolle damit die beson-
                                                            dere Verantwortung unterstrei-
                                                            chen, die sie gegenüber der Gleich-
                                                            stellung behinderter Menschen
                                                            empfinde. Dies könne sich nicht
                                                            nur auf Rollstuhlrampen und Auf-
                                                            züge beschränken: „Zu Selbststän-
                                                            digkeit und Selbstbestimmung ge-
                                                            hört unabdingbar auch ein freier
                                                                                                                         News < VIA < 17




 „Die Homepage kommt weitestgehend
  ohne propietäre (das heißt hersteller-
  abhängige) Techniken wie Flash oder
  Quicktime aus und ist somit für nahe-
  zu alle Web-Browser darstellbar. .“



und problemloser Zugriff auf das Inter-      (W3C) vorgibt. Es kommen daher keine Frames zum Einsatz, da              „Dieser Relaunch
net als Informations- und Kommunika-         diese weder barrierefrei noch suchmaschinen- oder benutzer-
tionsplattform ohne jedwede Einschrän-       freundlich sind (ein Frame ist ein feststehender Homepage-Be-             kommt zudem
kung. Dies gehört heute elementar zur        reich, in den andere Inhalte nachgeladen werden können, ohne              eigentlich jedem
gleichberechtigten Teilnahme am gesell-      dass sich die gesamte Seite neu geladen muss, z.B. eine festste-
schaftlichen Leben.“ Nicht umsonst sei       hende Navigation. Eine Technik, die sich von erfahrenen Pro-              Nutzer zugute ... “
ein barrierefreier Internetzugang in vie-    grammieren auch mit W3C-Standars umsetzen läßt).
len anderen Ländern einklagbares Recht.
                                             Dieser Relaunch kommt zudem eigentlich jedem Nutzer zugute:
So wurden nun bei der Programmierung         Schließlich entmutigen fehlende Texte zur Beschreibung von
der Vincenz-Website bewusst bestimmte        Graphiken, eine unglückliche Auswahl der Farbkombinationen,
Techniken vermieden, die etwaige Bar-        unklare Strukturen oder schlecht bedienbare Navigationsmecha-
rieren darstellen können, stattdessen        nismen auch den gewöhnlichen, sprich: handicapfreien „User“.
orientierte sich der Internetdienstleister
der Krankenhausgesellschaft ganz nach
behindertengerechten Standards. So             Die Anforderungen der barrierefreien




                                                                 @
lässt sich beispielsweise mittels eines
komfortablen Schriftgrößenswitches die
                                               Informationstechnik-Verordnung BITV im Überblick:
Schriftgröße nach Gusto ändern und auf
Wunsch vergrößern. Mittels Hilfsmitteln
                                                   > Die Homepage muss von sog. Screenreader vorlesbar sein
wie Screenreader und Braille-Zeile kön-
nen sich blinde und sehbehinderte Inte-            > Texte und Graphiken müssen auch dann verständlich sein,
                                                     wenn diese ohne Farbe betrachtet werden.
netnutzer schneller Zugang zu den Sei-
                                                   > Trennung von Inhalt und Layout: Markup-Sprachen
ten von St. Vincenz und St. Anna
                                                     (insbesondere HTML) und Stylesheets (CSS) sind entsprechend
verschaffen. Über die gesetzlichen An-               ihrer Spezifikationen und formalen Definitionen zu verwenden.
forderungen hinaus verfügt die neue Ho-            > Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente
mepage über einen feststehende Naviga-               Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche
tionsbereich und ist auch als reine                  Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.
Textversion betrachtbar (bedeutend bes-            > Internetangebote müssen auch dann nutzbar sein, wenn der
sere Indizierbarkeit bei Suchmaschinen,              verwendete Benutzeragent neuere Technologien (z.B. JavaScript,
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(das heißt herstellerabhängige) Techni-
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somit für nahezu alle Web-Browser dar-               wie z. B. die vom World Wide Web Konsortium entwickelten
stellbar. Somit bleiben die eingestellten            Technologien.
Inhalte unabhängig vom technischen                 > Der Nutzerin/dem Nutzer sind Informationen zum
Stand des Nutzers plattformübergreifend              Kontext und zur Orientierung bereitzustellen.
einsichtig und navigierbar. Zudem ent-             > Navigationsmechanismen sind übersichtlich
spricht die neue Vincenz-Website zu 100              und schlüssig zu gestalten.
Prozent den gängigen Web-Standards,
wie sie das Worl Wide Web - Konsortium


                                                                             www.st-vincenz.de
18 > VIA > St. Vincenz




Alarmierender Sommerengpaß
bei den Blutkonserven:
Sonder- Blutspendeaktion
am St. Vincenz-Krankenhaus
      In der gesamten Bundesrepublik, so auch in Hessen,
      herrschte in diesem Sommer ein akuter, in diesem
      Maße außergewöhnlicher Notstand bei der Versor-
      gung mit Blutkonserven.
                                                                                                              Aktuell < VIA < 19


„Trotz vieler Forschungsarbeiten ist Blut
 immer noch nicht industriell herstellbar.“

                                                                                        !     INFO BOX

                                                                                        Blut spenden können alle gesunden
                                                                                        Menschen von 18 bis 68 Jahren.
                                                                                        Bitte Lichtbildausweis (Personalaus-
                                                                                        weis, Reisepass oder Führerschein)
                                                                                        zum Blutspendtermin mitbringen.

                                                                                        Kostenlose Info-Hotline:
                                                                                        0800 11 949 11
                                                                                        Der hohe Bedarf an Blut ist in erster
                                                                                        Linie eine Folge des medizinischen
                                                                                        Fortschritts: Viele Operationen, Organ-
                                                                                        übertragungen und die Behandlung
                                                                                        von Patienten mit bösartigen Tumoren
                                                                                        sind nur dank moderner Transfusi-ons-
                                                                                        medizin möglich geworden. Statistisch
                                                                                        gesehen wird das meiste Blut inzwi-
                                                                                        schen für die Behandlung von Kreb-
                                                                                        spatienten benötigt. Es folgen Erkran-
                                                                                        kungen des Herzens, Magen- und
                                                                                        Darmerkrankungen. Verletzungen fol-
                                                                                        gen erst an vierter Stelle.

                                                                                        Die gespendete Blutmenge ist im Ver-
                                                                                        hältnis zur Gesamt-blutmenge des
                                                                                        Körpers so gering, dass der Verlust vom
                                                                                        Organismus schnell wieder ausge-
                                                                                        glichen wird. Die für die Abwehr von
 >> Die Krankenhausgesellschaft St.         benötigt. Trotz vieler Forschungsarbei-     Krankheitskeimen besonders wichtigen
 Vincenz mbH beschloß, sich dem             ten ist Blut immer noch nicht industriell   weißen Blutkörperchen und die Blut-
 Appell des DRK-Blutspendedienstes          herstellbar.                                flüssigkeit, das so ge-nannte Plasma,
 anzuschließen und mitzuhelfen,                                                         werden schon innerhalb nur eines Ta-
 schnellstmöglich für eine Entspan-         Deshalb rettet jede Spende ganz kon-        ges ersetzt – bei den roten Blutkörper-
 nung der Situation zu sorgen. Des-         kret Leben: Sowohl zahlreichen Unfall-      chen dauert dies etwas länger. Wohl-
 halb knüpfte das St. Vincenz-Kran-         opfern, als auch vielen onkologischen       befinden und Leistungsfähigkeit wird
 kenhaus Limburg an seine alte              Patienten. Denn bei fast jeder Chemo-       jedoch zu keiner Zeit durch eine Blut-
 Tradition der Blutspende im Hause          therapie ist die Gabe von Blut unerläss-    spende beeinträchtigt.
 an und richtete einen eigenen              lich. „Blut, das heute gespendet wird,
 Spendetermin ein.                          kann morgen das Leben eines Mitbür-         Außerdem gibt es auch für den Spender
                                            gers retten“, so Vincenz-Laborleiterin      einen Benefit: Das gespendete Blut
 Gerade in den Ferienmonaten kommt es       Hanna Kujawska, die die Aktion in der       durchläuft zur Sicherheit wichtige La-
 trotz eingeplanter Sicherheitsreserven     Limburger Klinik gemeinsam mit Ver-         boruntersuchungen. Ein Antikörper-
 immer wieder zu gefährlichen Engpäs-       tretern des Deutschen Roten Kreuzes         suchtest spürt Sub-stanzen auf, die ge-
 sen in der Blutversorgung. Diesmal war     (DRK) organisierte. Ihr Appell an die       gen körperfremde Blutzellen gerichtet
 der Notstand besonders gravierend: die     MitarbeiterInnen der Krankenhausge-         sind. Das Ergebnis dieses Tests ist na-
 Blutvorräte in Hessen reichten nur für     sellschaft, sich sowohl selbst an der       türlich nicht nur für den Empfänger,
 etwas mehr als einen Tag. Allein das St.   Blutspendeaktion zu beteiligen, als auch    sondern auch für den Spender von Be-
 Vincenz-Krankenhaus verbraucht im          bei Freunden, Angehörigen und Be-           deutung. Ergeben sich auffällige Labor-
 Jahr ca. 5000 Erythrozytenkonzentrate      kannten für die Aktion zu werben, stieß     ergebnisse, werden die Spender vom
 (Blutkonzentrate). Täglich werden in       nicht auf taube Ohren: Die Beteiligung      Blutspendedienst unterrichtet, Befunde
 Hessen fast eintausend Blutkonserven       war außerordentlich!                        werden auf Wunsch weitergeleitet.

                                                                                        Alles in allem dauert das Blutspenden
                                                                                        weniger als eine Stunde – Zeit, die
                                                                                        ein Menschenleben retten kann.
        20 > VIA > St. Anna




         >> Die Betonung lag auf Zukunft: angeregt, teils emotio-   ments beider Vertreter der Krankenhausgesellschaft. Ohne
         nal geladen war die Atmosphäre beim Patientenforum in      Veränderungen ist St. Anna sowohl nach Überzeugung der
         der Hadamarer Stadthalle, zu der Geschäftsführer Hans-     Geschäftsführung, als auch des Verwaltungsrates nicht zu
         Joachim Ehrhardt alle interessierten Bürger eingeladen     retten: „Krankenhäuser dieser Größenordnung sind poli-
         hatte. Gemeinsam mit Bürgermeister Hans Beresko, zu-       tisch nicht gewollt“, konstatierte Bürgermeister Beresko.
         gleich auch stellvertretender Vorsitzender des Verwal-     Wolle man den Erhalt von St. Anna sei Fortentwicklung
         tungsrates der Krankenhausgesellschaft, stand er im Rah-   einfach zu akzeptieren. Nach Angaben von Geschäftsfüh-
         men einer Podiumsdiskussion Rede und Antwort.              rer Ehrhardt bringen die neuen Strukturen zudem medizi-
         Veränderung – das war das Schlüsselwort in den State-      nische Angebote, die es bisher nicht im St. Anna gab.




        Nachdrückliches Plädoyer
        zur Veränderung
         Patientenforum in Hadamar: Geschäftsführer und
         Bürgermeister standen Bürgern Rede und Antwort


Bekräftigten übereinstimmend die
Notwendigkeit des neuen Konzepts
für St. Anna: Hadamars Bürgermei-
ster Hans Beresko, gleichzeitig stell-
vertretender Verwaltungsratsvorsit-
zender der Krankenhausgesellschaft,
und Geschäftsführer Hans-Joachim
Ehrhardt.
                                                                                                                Aktuell < VIA < 21


„St. Anna soll und wird
 bestehen bleiben. Gemein-
 sam mit seinem großen
                                              Zum Jahreswechsel stehe zudem die Er-
 Bruder in Limburg hat es                     öffnung der neuen Palliativ-Station an,
 sogar eine gute Zukunft.“                    dann der Aufbau der Pulmologie bis
                                              Ende 2007 – laut Geschäftsführer Ehr-
                                              hardt „ein Segen für Lungenheilkranke
                                              aus dem hiesigen Raum, da Wetzlar als
                                              nächste Station in den nächsten Jahren
                                              geschlossen werden soll.“

 Beresko und Ehrhardt wurden nicht            Mit einer Geriatrie, in der ältere Patien-   schließlich mit dem als Folge der
 müde zu versichern: St. Anna soll und        ten für eine Rückkehr in ihre gewohnte       Gesundheitsreform unausweichlichen
 wird bestehen bleiben. Gemeinsam mit         heimische Umgebung therapiert werden         Trend zur ambulanten Behandlung zu-
 seinem großen Bruder in Limburg habe         sollen, wolle die Krankenhausgesell-         sammen: „Krankheitsbilder, für deren
 es sogar eine gute Zukunft. Allerdings       schaft dem demographischen Wechsel           Behandlung man früher sieben Tage ein
 nur unter der Voraussetzung einer völ-       Rechnung tragen. Die Schmerztherapie         Bett belegt hat, behandelt man heute
 ligen Umstrukturierung: Es dürfe in Ha-      werde in Hadamar bleiben, ebenso die         ambulant. Und damit sich Hadamar
 damar nur noch angeboten werden, was         internistische Abteilung, die erst beim      aufgrunddessen nicht selbst schließt,
 es in Limburg nicht gibt. Deshalb müs-       Auslaufen der Verträge mit den Beleg-        brauchen wir die neue Konzeption. Wir
 se sich das Haus in zwei bis drei Jahren,    ärzten in einigen Jahren geschlossen         sind nun einmal ein Krankenhaus mit
 beim Erreichen des Pensionsalters von        werden soll.                                 zwei Betriebsstätten!“
 Belegarzt Dr. Bernhard Bremer, von sei-
 ner ebenso beliebten wie erfolgreichen       Die Verluste in Höhe von 1,2 Millionen
 Geburtshilfe verabschieden.                  Euro, die man in diesem Jahr im Hada-
                                              marer Krankenhaus erwarte, machten
 Denn der Feststellungsbescheid der           eine Weiterführung im gewohnt-
 Landesregierung verbiete nun einmal,         bewährten Muster einfach unmöglich.
 an zwei Betriebsstätten einer GmbH           St. Anna würde sich nach dem derzeiti-
 gleiche Abteilungen vorzuhalten. Der         gen Stand der Dinge vielmehr selbst
 Widerspruch, den die Krankenhausge-          schließen, wenn man nicht gemeinsam
 sellschaft zunächst eingelegt hatte, sei     strukturelle Veränderungen angehe. Die
 rein prophylaktisch: „Wir wollen nicht       rückläufige Belegung in St. Anna sei
 das Rad zurückdrehen! Vielmehr geht es       nicht etwa der politische Wille der Ge-
 um Fragen der Organisation, Umset-           schäftsführung, sondern hänge aus-
 zungsfristen und die Wahrung gewisser
 Handlungsfreiheiten“, konnten Ge-
 schäftsführer und Bürgermeister Irrita-
 tionen im Publikum auflösen.

 Einmal mehr nutzten sie die Gelegenheit,
 auch die zahlreich vertretenen Mitarbei-
 ter der Belegschaft von der nach Mei-
 nung aller beteiligten Fachleute sinnvol-
 len Aufgabenteilung zwischen beiden
 Häusern zu informieren: St. Anna soll
 als sogenanntes Portal-Krankenhaus er-
 halten bleiben – eine Anlaufstelle für die
 Menschen der Region, in der sie den Ser-
 vice erhalten, der ihnen anschließend die
 medizinische Versorgung sichert, sei es
 nun in Hadamar oder auch in Limburg.
 Eine starke Kurzzeitchirurgie mit Chirur-
 gie werde erhalten bleiben und solle im
 ersten Quartal 2007 Einzug halten. Statt
 lediglich zwei werde es vier oder fünf
 Ärzte geben, die unter den bekannten
 Limburger Chefärzten auch in Hadamar
 Stationen versorgten.



„Zum Jahreswechsel steht zudem die Eröffnung der neuen Palliativ-Station an, dann der Aufbau der Pulmologie bis Ende 2007.“
    22 > VIA > St. Anna


Neuer Service für die Patienten in St. Anna: Insbesondere für die Klienten der stationären
Schmerztherapie wird jetzt die sogenannte Mal- und Kreativtherapie an der Hadamarer Klinik
angeboten. Eine Offerte, bei welcher weder Vorkenntnisse noch besondere Begabungen erwar-
tet werden. Vielmehr eröffnet gerade diese Therapieform eine Möglichkeit, einen persönlichen
Ausdruck für die eigenen Gefühle zu finden. Die Therapeutin bietet hierfür lediglich Anregungen
und Hilfestellung. Anne Geis, unter deren Regie dieses Angebot stattfindet, berichtet über die
Hintergründe ihrer Arbeit in St. Anna.




Ein Plädoyer für die Sprache der inneren Bilder
Das Leben bewegen:
Weg vom Schmerz hin zur Kreativität
     >> Therapeutisches Konzept im Rahmen          Mal- und Kreativtherapie                      „außen“ und können dort betrachtet wer-
     der stationären Schmerztherapie auf           als heilender Faktor                          den. Das innere Bild besteht aus Wün-
     dem Hintergrund der Maltherapie und           Kinder greifen bei traumatischen Ereig-       schen, Sehnsüchten, aber auch aus Be-
     kreativer Medien, sowie biodynamischer        nissen, z.B. dem Verlust einer Bezugsper-     fürchtungen. Dieser Prozeß kann heilende
     Körperarbeit                                  son, intuitiv zu bildhaften Mitteln, um das   Kräfte zu mobilisieren. Wenn es dem Pa-
                                                   Erlebnis zu verarbeiten. Beim Zeichnen,       tienten als Gestalter seiner Bilder gelingt,
     Die Methode                                   Malen und im Spiel mit einfachen, selbst      die eigenen dargestellten Probleme aus
     In der Maltherapie-Gruppe haben die Pa-       gefertigten Figuren wiederholen sie das       der Distanz zu betrachten, können sich
     tienten die Möglichkeit, je nach Bedürfnis    Erlebte, tauschen Rollen und drücken ihre     neue Aspekte und Einsichten einstellen.
     zwischen Kreiden, Fingerfarben, Wasser-       Wünsche aus.
     farben, Ton etc. zu wählen. In der Regel      Die meisten Erwachsenen haben im Laufe        2. Phase: Betrachtung
     gestalten die Patienten frei, wir haben je-   ihrer Entwicklung die Möglichkeit verlo-      von gestalteten Objekten
     doch auch die Möglichkeit, mit Musik,         ren, sich im gestaltenden Tun wieder neu      Bei der Betrachtung und Besprechung der
     Themenvorgaben, Märchen etc. je nach          zu erfahren und innerlich zu ordnen. In       Bilder und der gestalteten Objekte geht es
     Indikation und Fokus Struktur zu geben        Zeiten starker innerer Spannung, in Kon-      zuerst einmal vordergründig um die Er-
     beziehungsweise Emotion und Phantasie         fliktsituationen und in Lebenskrisen ste-     fahrung, etwas geschaffen zu haben, aber
     anzuregen. Kreativität wird gefördert, ein    hen ihnen deshalb nicht genügend Aus-         auch um den Ausdruck, die Mitteilung der
     Zugang zu inneren Bildern und verdräng-       drucksmöglichkeiten zur Verfügung. An         inneren Befindlichkeit. Während der Pha-
     ten Wünschen und Bedürfnissen wird            die Stelle von natürlichen Gefühlsäuße-       se der Betrachtung können im gemeinsa-
     möglich und reflektierbar. Die Struktur der   rungen treten dann körperliche und seeli-     men Gespräch neue Strategien und
     Gestaltung gibt dem Patienten Hinweise        sche Beschwerden und oft chronische           Lösungswege herausgearbeitet werden.
     auf seine individuelle innere Struktur, auf   Schmerzzustände. Die befreiende, heilende     Manchmal passen diese Erfahrungen und
     Blockaden und Ressourcen. Spielerisch         Wirkung der spontanen Darstellung wird        Impulse auch zur Lebenswirklichkeit des
     kann Zugang zu neuen Bild-Räumen ge-          in der Mal- und Kreativtherapie genutzt.      Patienten und können Anstöße geben, et-
     funden werden. Mögliche Alternativen          Hier einige Beispiele für die Phasen der      was zu ändern.
     können im Sinne eines Probehandelns           Gruppenarbeit in der Mal- und Kreativ-
     entwickelt werden, blockierte Energie         therapie:                                     3. Phase: Mal- und Kreativtherapie
     kommt in Fluss, neue Wege und Perspek-                                                      als Arbeit in der Gruppe
     tiven werden eröffnet. Der Fokus wird         1. Phase : Das kreative Schaffen              Die Arbeiten in Farbe oder Ton werden
     vom Schmerz weg, hin zum kreativen            Wenn er etwas aktiv gestaltet, begibt sich    auch zum Ausgangspunkt für die Grup-
     Ausdruck gelenkt.                             der Mensch in einen schöpferischen Pro-       penarbeit. Bildnerische Vergleiche ermög-
                                                   zess. Seine inneren Bilder gelangen nach         lichen es den Teilnehmern, die eigene
                                                                                                                     News < VIA < 23




                                                               „Die befreiende, heilende Wirkung
                                                                der spontanen Darstellung wird in der
                                                                Mal- und Kreativtherapie genutzt.“
                                                     Anne Geis
                                                                                            endigung. Die körperlichen An- und Entspan-
                                                                                            nungen verknüpfen sich eng mit den Gefühlen.
                                                                                            Im entspannten Zustand können sich diese aus-
                                                       > Geleitete Phantasie und            breiten, in der Anspannung bleiben sie dem
                                                bildnerisches Gestalten                     Bewusstsein weitgehend entzogen.
                                              > Gruppen- und Einzelarbeit
                                              > Freies Malen, Umsetzen innerer              2. Impulse von innen
                                                Bilder und eigener Ideen                    (Bedürfnisse wahrnehmen):
                                              > Meditatives Malen                           Das Gegenbild des entspannten ist der gepan-
                                                                                            zerte Körper, in dem chronisch angespannte Mu-
                                              Biodynamische Körperarbeit:                   skeln das emotionale Innenleben einzwängen.
                                              Biodynamische Arbeit ist ein holistisches     „Impulse von Innen“ werden nicht mehr wahr-
                                              Konzept, das Wohlbefinden und Gesund-         genommen oder zugelassen und wir verlieren die
Situation besser wahrzunehmen. Sichtwei-
                                              heit als Ausdruck frei pulsierender und       Lust uns zu bewegen, empfinden keine oder nur
sen erweitern sich, neue Aspekte kommen
                                              fließender Lebensenergie versteht. Festsit-   wenig Lebensfreude und verlieren den Kontakt
hinzu. Schon während des Gestaltens kön-
                                              zender Stress, Unwohlsein, Pessimismus        zu unserer Kreativität.
nen sich die Gruppenmitglieder gegensei-
                                              und Resignation – in der Folge dann auch
tig inspirieren und anregen lassen. Bei der
                                              Krankheiten und chronische Schmerzzu-         3. Der freie Bauch:
Betrachtung der einzelnen Objekte in der
                                              stände – weisen hingegen darauf hin, dass     Der Begriff der „freie Bauch“ beschreibt ein Ver-
Gruppe besteht nun die Möglichkeit, viele
                                              die inneren Energiequellen entweder ver-      dauungssystem, in dem aus psychischem Mate-
Ideen und Ansichten zu sammeln und die
                                              schüttet oder einseitig genutzt werden.       rial zügig und ohne Reste verarbeitet wird. Die
hilfreichsten Äußerungen der Gruppenmit-
                                              Frei übersetzt bedeutet Bio-Dynamik: Das      damit korrespondierenden peristaltischen Bewe-
glieder für sich zu nutzen, um individuel-
                                              Leben bewegen! Es geht also darum, den        gungen können die Serotoninproduktion und die
le Lösungswege zu finden. In der dritten
                                              Organismus durch spezielle biodynami-         emotionalen Ströme aus dem Bauch heraus aus-
Phase besteht die Möglichkeit, mit den neu
                                              sche Übungsstrukturen so zu stimulieren,      lösen und verstärken. Das Gegenbild ist ein Ver-
gewonnenen Ideen die vorhandenen Ob-
                                              dass das chronisch oder temporär einge-       dauungstrakt, in dem sich Spannung nicht gelö-
jekte weiterzuentwickeln.
                                              schränkte Vitalitätspotential erweitert und   ster emotionaler Prozesse (Steine im Bauch) in
                                              energetische Blockaden auf natürliche         den Darmwänden halten und deren Bewegungen
Ziele in der Mal- und Kreativtherapie:
                                              Weise sowohl körperlich als auch psy-         stark einschränken können.
> Aktivierung kreativer Kräfte und
                                              chisch gelöst werden. Biodynamische Ar-
  Stärkung des Selbstausdrucks
                                              beit besteht aus der Wechselwirkung zwi-      4. Biodynamische Arbeit:
> Relativierung des häufig überhöhten
                                              schen mobilisierenden und harmoni-            Wunderbare Bewegungen und Befreiung aus
  Leistungsanspruches
                                              sierenden Übungen.                            dem Bauch heraus. Sie macht zuerst wach (Bele-
> Erleben von Entspannung, Freude
                                              Der Fokus liegt auf der Arbeit mit Pola-      bung des emotionalen Kanals), dann können die
  und Zufriedenheit
                                              ritäten wie Bewegung – Ruhe, Anspannen        Teilnehmer ihre lebendigen Kräfte wiederfinden
> Auseinandersetzung mit Schwierigkei-
                                              – Entspannen, schnell – lang-sam, An-         und schließlich das genießen, was jede Anstren-
  ten, Problemen und chronischem
                                              strengung – Erholung, Musik – Stille, ge-     gung lohnend macht: der Kopf schaltet ab und
  Schmerz
                                              meinsam – allein, innere – äußere Welt.       das innere Strömen setzt ein, der Flow. In die-
> Verbesserung der Mitteilungsfähigkeit
                                              Die Anwendung solcher Polaritäten ver-        sem Zustand sind wir offener, unser kreatives
  gegenüber anderen Menschen
                                              mag das unangenehme, aber vertraute           Potential auszudrücken, das heißt innere Bilder
> Kontakt zu den eigenen Empfindungen
                                              Stressmuster auf indirekte und im günsti-     im Außen kreativ zu gestalten und bisher Unbe-
  herstellen
                                              gen Fall ganz beiläufige Weise zu lösen.      wusstes ins Bewusstsein zu holen, sich aktiv mit
> Verlagerung der Aufmerksamkeit vom
                                              So können auch Teilnehmer mit Wider-          den Themen (z. B. der Endlosschleife Schmerz –
  Schmerz zum Erleben eigener
                                              ständen (z.B. gegen vordergründige „Lern-     Schonung - Bewegungsmangel - Depression)
  Ressourcen im kreativen Prozess.
                                              programme“) erreicht werden.                  auseinander zu setzen. Die Wirksamkeit der bio-
> Entwicklung von Zukunftsperspektiven
                                                                                            dynamischen Techniken wurde auch außerhalb
  und Zielvorstellungen
                                              Zu den Einflussfaktoren, die für die Mo-      der Gerda-Boyesen-Clinic mit wissenschaftlichen
> Stabilisierung der Persönlichkeit
                                              bilisierung der Lebensenergie eine über-      Methoden evaluiert, z. B. im Rahmen eines For-
> Steigerung des Selbstbewusstseins
                                              ragende Bedeutung ausüben, gehören:           schungsprojekts an der Uni Salzburg. Die biody-
  und Stärkung der eigenen Fähigkeiten
                                                                                            namische Arbeit ist als Gruppentherapie und als
                                              1. Der entspannte Körper:                     Einzelttherapie wirksam. Die Patienten werden
Methoden der Mal- und Kreativtherapie
                                              Der entspannte Körper ist atmend und          mit dem Thema Eigenverantwortung konfron-
> Experimentieren mit Farbe
                                              auch beweglich. Ein inneres Netzwerk          tiert und erhalten die Möglichkeit, entsprechen-
  und Ton-Material
                                              sorgt für optimale Anspannung bei Bela-       de Übungen und Erfahrungen in den Lebensall-
> Gestalterisches Arbeiten zu
                                              stungen und zeitnahe Auflösung nach Be-             tag zu integrieren.
  vorgegebenen Themen
24 > VIA > St. Vincenz




➚    16 erfolgreiche Absolventen an der Krankenpflegeschule

     Für 16 ehemalige Krankenpflegeschüler wird das Datum des 11. September nicht
     mehr nur allein Assoziationen mit der Katastrophe in New York wachrufen:
     Denn an genau diesem Datum haben sie erfolgreich ihr Examen an der Kran-
     kenpflegeschule des St. Vincenz-Krankenhauses abgelegt.


 Anleiten und Beraten:
     Pflege mit Empathie und Interesse am Menschen
 >> Die Tatsache, dass nur zwei der er-      Franz-Josef Pitton: „Die stärkere           Ausbildung neben 2100 Theoriestunden
 folgreichen Absolventen an der Kran-        Einbindung in die Krankenversorgung         sowie 2500 Praxisstunden, davon 2000
 kenhausgesellschaft St. Vincenz mbH         forciert nicht nur das Engagement, son-     in der Klinik selbst sowie rund 500
 weiterbeschäftigt werden können, ist        dern auch die Zufriedenheit mit der         Stunden im Bereich der Palliativbetreu-
 kennzeichnend für die prekäre Lage im       Arbeit selbst.“ So nennt Pitton insbe-      ung, der Rehabilitation, der Sozialsta-
 Gesundheitswesen. Jedoch rechnet sich       sondere das Projekt der Bereichspflege      tionen und der Tagesklinik. Inhaltlicher
 der Leiter der Krankenpflegeschule,         in der Onkologie des St. Vincenz-Kran-      Schwerpunkt sei zudem das Prinzip der
 Franz Josef Pitton, gute berufliche         kenhauses als wegweisend: Ein Schüler       Hilfe zur Selbsthilfe: Anleitung und Be-
 Chancen für seine Schützlinge aus: „Sie     ist jeweils für eine bestimmte Patienten-   raten der Patienten, Defizite kompensie-
 werden insbesondere bei Bewerbungen         gruppe zuständig, darf unter erfahrener     ren, Fähigkeiten fördern. Alles in allem
 im Rhein-Main-Gebiet beste Chancen          Anleitung mit festen Ansprechpartnern       ein Ausbildungskonzept, das nach
 im Klinikbereich sowie bei den ambu-        vieles selbst gestalten. „Ein sehr an-      Überzeugung Franz-Josef Pittons den
 lanten Diensten haben.“                     spruchsvoller Einsatz“, wie der Leiter      Blick für vielfältigste Aspekte der Pfle-
                                             der Krankenpflegeschule betont, aber        ge weitet: „Mit dieser differenzierten
 Dies auch deshalb, weil sich die Dozen-     ein Engagement, von dem die Schüler         Qualifizierung sind unsere Schüler für
 ten und Dozentinnen an der Kranken-         wertvolle Erfahrungen für ihre weite-       die verschiedensten beruflichen Per-
 pflegeschule des St. Vincenz gerade un-     re berufliche Entwicklung mitnähmen.        spektiven gewappnet!“
 ter den immer schwieriger werdenden         Ein Weg der Zukunft, wie Pitton pro-
 Rahmenbedingungen dazu verpflichtet         phezeit: „Wir setzen diese neue Betreu-     Folgende Schüler
 fühlen, ihre Schüler im Blick auf eine      ungsform ganz bewusst ein. Denn neben       haben die Prüfung bestanden:
 ganzheitliche, umfassende und geplante      der professionellen Hinführung zu           Bianca Abram (Idstein-Wörsdorf),
 Pflege zu qualifizieren. Wertvolles Rüst-   selbstständigem Arbeiten lernen die         Stefanie Elsholz (Schenklengsfeld),
                                                                                         Stefanie Flügel (Hadamar),
 zeug, das den Absolventen helfen wird,      Schüler hier vor allem, wie viel Empa-
                                                                                         Christina Hönig (Hundsangen),
 die zahlreichen neuen Herausforderun-       thie und Interesse am Menschen bewir-       Doreen Jazura (Gückingen),
 gen und Strukturveränderungen ihres         ken können.“                                Bettina Kriks (Thalheim),
 Berufsstandes zu meistern.                                                              Sabrina März (Limburg)
                                             Soziale und kommunikative Kompeten-         Adrian Marschel (Limburg)
 So hat die Veränderung innerhalb dieser     zen als unverzichtbares Element patien-     Ina Neufeld (Hillscheid)
 größten Berufsgruppe im Gesundheits-        tengerechter und humaner Kranken-           Nicole Schellong (Oberneisen)
                                                                                         Lorena Theis (Katzenelnbogen)
 wesen trotz wachsender Anforderungen        versorgung sind ohnehin besondere
                                                                                         Janine Wagner (Dornburg-Frickhofen)
 durchaus auch positive Aspekte: Die         Schwerpunkte der Krankenpflegeschule        Katrin Wiesner (Limburg)
 Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten      am St. Vincenz. Ganz generell entwik-       Aglena Winiecki (Aarbergen-Michelbach)
 wird größer, die Akzeptanz qualifizier-     keln sich die Inhalte der Ausbildung zu-    Stephanie Zeuner (Runkel-Dehrn),
 ter Pflege steigt und damit auch das        nehmend auch in Richtung ambulanter         Silvia Szlenk (Waldbrunn-Ellar).
 Selbstbewußtsein derer, die sie ausüben.    Betreuung. So beinhaltet die dreijährige



„Soziale und kommunikative Kompetenzen als unverzichtbares Element ...“
                                                                                                          St. Vincenz < VIA < 25




Gesundheitsförderung
                    in der Pflegeausbildung
Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits-                                      Nach der Pause ging es zügig weiter tal-
                                                                                     abwärts. Hier liegt am Wanderpfad der so
und Krankenpfleger – schon die neue Berufsbezeich-                                   genannte „11-Uhr-Stein“. Er dreht sich der
nung für Krankenschwestern und Krankenpfleger                                        Sage nach täglich einmal um die eigene
                                                                                     Achse – und das bei einem Gewicht von
signalisiert eine Weiterentwicklung in der Pflegeaus-                                immerhin rund 15 Tonnen. Der Volks-
bildung: Gesundheit als Lebensstil, Beratung von                                     mund sagt, man müsse das Läuten der
Patienten in Fragen der Gesundheitsförderung, so-                                    Kördorfer Kirchenglocken hören, um die
                                                                                     wundersame Drehung zu beobachten.
wie den Erhalt der eigenen Gesundheit.                                               Dieses Wunder wurde den tapferen Wan-
                                                                                     derern nicht zuteil. Dafür konnten sie sich
>> Gesundheit erleben, sich erholen und auftanken, dazu war der „Tag der Ge-         an der Mittelmühle bei Speis und Trank
sundheit“ geradezu perfekt. 23 Schüler- und Schülerinnen des Unterkurses             erholen.
unternahmen gemeinsam mit dem Schulteam bei herrlichem Sonnenschein ei-
ne Wanderung durch das romantische Jammertal. Der Weg führt entlang des              Nach all den Eindrücken dieser ganz be-
Dörsbachs vorbei an zahlreichen Mühlen. Die Gruppe marschierte ungefähr              sonderen Landschaft stellte sich natür-
15 km des insgesamt 34 km langen Wanderweges von Katzenelnbogen bis zur              lich die Frage: „Wie kommt dieser schö-
Mittelmühle.                                                                         ne stille Winkel zu seinem Namen?“ Die
                                                                                     Bezeichnung Jammertal ist bis heute
In diesem Teil beginnt sich der Bacheinschnitt allmählich zu verengen: Bewalde-      nicht eindeutig genau geklärt. Mal soll es
te Abhänge, schroffe Felsen, moosbedeckte Flachtücke und steinige Auf- und           der Tod von 200 österreichischen Solda-
Abstiege prägen hier den Talcharakter. Um den Erhalt der Mühlen und den Ge-          ten im 18. Jahrhundert gewesen sein,
wässerverlauf kümmern sich freiwillige Helfer aus den anliegenden Gemeinden.         mal die in dem Schneesturm erfrorenen
An der Ruine der Jammertalsmühle entstand so ein ansprechender Rastplatz der         Kinder oder das Lasterleben des Grafen
zum Verweilen einlädt.                                                               von Katzenelnbogen, der Leid und Tod
                                                                                     über die schöne Müllerstochter brachte.
Den flachen Bachabschnitt nutzen einige Schülerinnen und Schüler zur Erprobung
der Wasserheilkunde nach Sebastian Kneipp. Das klare, kühle Wasser ermöglichte       Wie dem auch sei, es sind die Sagen die
ein ausgiebiges Wassertreten im Storchengang was nach der ersten Schrecksekun-       dem Jammertal einen gewissen Charme
de bei der Hitze als äußerst wohltuend empfunden wurde. Wassertreten fördert als     verleihen und eins steht fest: Wer einmal
präventive Maßnahme die Durchblutung der Beine und beugt Venenproblemen vor.         im Dörsbachtal war, kommt wieder!
                                                                                                                  Jutta Harbach




                                                                                   „Wer einmal im
                                                                                    Dörsbachtal war,
                                                                                    kommt wieder!“



  „Gesundheit erleben, sich erholen und auftanken,
   dazu war der „Tag der Gesundheit“ geradezu perfekt.“
 26 > VIA > St. Vincenz




                                                                                  „Man hat nie das
                                                                                   Gefühl alleine
                                                                                   gelassen oder
                                                                                   gar überflüssig
                                                                                   zu sein... “


Drei Krankenpflegeschülerinnen auf der Onkologie
Ein Erfahrungsbericht von Doreen Jazura, Lorena Theis und Katrin Wiesner
                                                                               Auf der Onkologie findet man Patienten
                                                                               mit den unterschiedlichsten Krebserkran-
                                                                               kungen, in erster Linie Bronchialkrebs,
                                                                               Brustkrebs, Leukämieerkrankungen und
                                                                               Darmkrebs. Was einem hier schnell be-
                                                                               wusst wird, ist die Tatsache, dass Krebser-
                                                                               krankungen Menschen in jedem Alter
                                                                               treffen können und fast alle Organe be-
                                                                               troffen sein können. Es ist keinesfalls so,
                                                                               dass nur ältere Menschen erkranken. Oft
                                                                               trifft man hier auf Menschen, die in der
                                                                               Blüte ihres Lebens stehen, die vielleicht
                                                                               gerade eine Familie gegründet haben. Ge-
                                                                               rade diese Fälle bedeuten für die Mitar-
                                                                               beiter eine besondere psychische Bela-
                                                                               stung. Man sieht sein Leben plötzlich mit
                                                                               anderen Augen, die eigene Gesundheit

„Man sieht                                                                     bekommt einen höheren Stellenwert. Vie-
                                                                               le Schüler, die bis zu ihrem Einsatz auf der
                                                                               Onkologie geraucht haben, hören ange-

 sein Leben plötzlich                                                          sichts der schweren Krankheiten, die ge-
                                                                               rade das Rauchen verursacht, auf.

 mit anderen Augen…“                                                           Um die physische und psychische Mehr-
                                                                               belastung im Stationsalltag tragen zu
                                                                               können, pflegt das Team der Onkologie
>> Dass soziale und kommunikative Kompetenzen unverzichtbare Elemen-           nach dem Prinzip der Bereichspflege. Be-
te patientengerechter und humaner Krankenversorgung sind – auf einer           reichspflege bedeutet, dass die Station in
onkologischen Station wird dies ganz unmittelbar spürbar. So verwundert        vier Bereiche mit jeweils drei oder vier
es nicht, dass die Krankenpflegeausbildung am St. Vincenz-Krankenhaus in       Zimmern aufgeteilt wird. Jeder Bereich
diesem Bereich besondere Schwerpunkte setzt. Als wegweisend gilt das           wird nur von einer Pflegeperson betreut.
Projekt der Bereichspflege auf der Station E/1-2, der onkologischen Abtei-     Evtl. werden dieser verantwortlichen Per-
lung unter Chefarzt Dr. Klaus-Peter Schalk. Ein Schüler ist jeweils für eine   son Helfer zur Seite gestellt. In den Berei-
bestimmte Patientengruppe zuständig, darf unter erfahrener Anleitung mit       chen wird patientenzentriert gearbeitet.
festen Ansprechpartnern vieles selbst gestalten. „Ein sehr anspruchsvoller
Einsatz“, wie der Leiter der Krankenpflegeschule, Franz-Josef Pitton betont,   Durch die Bereichspflege entsteht eine en-
aber ein Engagement, von dem die Schüler wertvolle Erfahrungen für ihre        ge Bindung zwischen Pflegeperson und
weitere berufliche Entwicklung mitnähmen. Ein Weg der Zukunft, wie Pit-        Patient. Es kann ein Vertauensverhältnis
ton prophezeit: „Wir setzen diese neue Betreuungsform ganz bewusst ein.        aufgebaut werden, das dem Patienten er-
Denn hier lernen die Schüler vor allem, wie viel Empathie und Interesse am     laubt, frei und ungeniert über seine Pro-
Menschen bewirken können.“ Wie dies konkret aussieht, beschreiben drei         bleme zu sprechen. Zudem ist es bei-
Krankenpflegeschülerinnen in einem ganz persönlichen Erfahrungsbericht:        spielsweise auch angenehmer für einen


                                                „Oft trifft man hier auf Menschen,
                                                 die in der Blüte ihres Lebens stehen ..."
                                                                                                                 St. Vincenz < VIA < 27




Katrin Wiesner    Lorena Theis     Doreen Jazura


                                                                                            „Wir Auszubildenden haben
                                                                                             dadurch eher die Möglich-
Patienten, immer wieder von der gleichen      Sie stehen uns zur Seite, auch wenn wir
                                                                                             keit, über wenige Patienten
Pflegeperson gewaschen zu werden.             uns nur mal etwas von der Seele reden          viel, statt über viele
Durch die Bereichspflege erhält die Pfle-     möchten. Man hat nie das Gefühl alleine        Patienten wenig zu wissen."
geperson oft tiefe Einblicke in den seeli-    gelassen oder gar überflüssig zu sein, son-
schen und körperlichen Zustand des Pa-        dern fühlt sich als Teil des Ganzen.
tienten. So können Pflegemaßnahmen
orientiert an den Bedürfnissen des Patien-    Man versteht den Schmerz…
ten individuell geplant werden. Durch den
Kontakt zu Angehörigen kann der Über-         Die Onkologie ist also eine der lehrreich-    Die Gefühle, die man auf der Onkologie
gang vom stationären Aufenthalt bei der       sten Stationen, die wir während unserer       erlebt sind also sehr unterschiedlich. Ein-
Entlassung in das häusliche Umfeld besser     Ausbildung kennen lernen. Trotzdem er-        erseits freut man sich auf die Arbeit, die
gestaltet werden. Man kann Angehörigen        lebt jeder Schüler die Station anders. An-    Selbständigkeit und die Tatsache, Zeit für
mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für uns     fangs geht man oft mit gemischten Ge-         den Patienten zu haben und ihm seine
Schüler hat sich die Bereichspflege auch      fühlen zur Arbeit. Mit der Zeit erst          Wünsche so gut es nur geht zu erfüllen.
in der Ausbildung bewährt.                    gewöhnt man sich an das neue Umfeld,          Auf der anderen Seite muss man jeden
                                              den ungewohnten Stationsablauf, die           Tag aufs Neue mit den schweren Schik-
Bereichspflege: Über wenige Pa-               neue Selbständigkeit und die schwer-          ksalen und Sorgen umgehen.
tienten viel, statt über viele Pa-            kranken Patienten. Das Team auf Station
tienten wenig wissen…                         tut alles, um den Schülern den Stations-      Die Onkologie ist, was die Krankheitsbil-
                                              einsatz so angenehm wie möglich zu            der angeht, keine einfache Station. Aber
Kleine Bereiche sind übersichtlicher als      machen. Sie geben den Schülern Zeit,          wenn es darum geht, zu lernen, wie man
die gesamte Station. Wir Auszubilden-         sich an alles zu gewöhnen und führen sie      mit Menschen umgeht, die schwerst
den haben dadurch eher die Möglichkeit,       Tag für Tag einen Schritt mehr an die         krank sind, zu lernen mit der Situation
über wenige Patienten viel, statt über        Selbständigkeit und die Bereichspflege        zwischen Leben und Tod umzugehen,
viele Patienten wenig zu wissen. Auch         heran. So ist es möglich, schon nach we-      und auch zu lernen, seinen Arbeitsablauf
Zusammenhänge zwischen der Verände-           nigen Diensten kleinere Bereiche (meist       selbst zu koordinieren und den Patienten
rung des Zustandes der Patienten und          ein oder zwei Zimmer) selbst zu versor-       in seinem Bereich ein Stück zufriedener
der folgenden Anpassung von Therapie          gen und mit der besonderen psychischen        zu machen, dann ist die Zeit auf der
und Pflege sind leichter nachzuvollzie-       und physischen Situation der Patienten        „ONK“ eine unersetzbare Lebenserfah-
hen. Daher kann man sagen, dass die Ar-       umzugehen bzw. auf sie einzugehen.            rung.
beit auf der Onkologie für unsere Ausbil-     Allerdings gibt es auch Tage, an denen
dung sehr wichtig ist.                        der Dienst nicht so schön ist. Oft gehen
                                              Patienten von uns. Angehörige stehen
Da die Pflegearten und Anforderungen so       aufgelöst auf dem Flur und man versucht
vielfältig sind, werden den Schülern Men-     sie zu trösten oder hört einfach nur zu.
toren zugewiesen. Die Mentoren sind die       Gerade dann fühlt man sich hilflos und
wichtigsten Ansprechpartner für uns           selbst auch traurig, da man sich durch
Schüler. So weit es der Dienstplan zulässt,   die Bereichspflege sehr an die Menschen
arbeiten Mentor und Schüler in einem Be-      gewöhnt hat. Man versteht den Schmerz,
reich. Dies gibt uns Schülern gerade in       den Menschen leiden, wenn sie jeman-
der Anfangszeit eine gewisse Sicherheit       den ziehen lassen müssen, den sie ihr Le-
bei der Bewältigung unserer Aufgaben.         ben lang geliebt haben.



                                                               „Die Zeit auf der „ONK“ ist eine
                                                                unersetzbare Lebenserfahrung ..."
        28 > VIA > LEITBILD KHG St. Vincenz mbH




                                                       Dokumentation Teil 2 | Mittelpunkt Mensch
LEITBILD der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH




                                                       Mit
                                                       Menschen
                                                       für Menschen
                                                       Orginal-Auszüge aus dem neuen Leitbild:

                                                       Kollegialität und Hilfsbereitschaft sind die
                                                       wesentlichen Kennzeichen der interdiszi-
                                                       plinären Zusammenarbeit zwischen den
                                                       einzelnen Abteilungen bzw. zwischen allen
                                                       Berufsgruppen.
                                                       Für alle Mitarbeiter gilt:
                                                       > partnerschaftliches Zusammenarbeiten                            Leistungsbereitschaft und Flexibilität die Einrich-
                                                       > gegenseitiger Respekt                                           tung unterstützen und sich mit deren Zielen iden-
                                                       > Transparenz der Informationen                                   tifizieren, aber auch Probleme offen ansprechen,
UNSER




                                                       > offene Kommunikation zwischen allen Ebenen                      bevor sich gravierende Missstände einstellen, die
                                                       > Bereitschaft zur Kooperation                                    allen schaden.
                                                       Besonders leitende Mitarbeiter haben in Bezug auf
                                                       diese Merkmale eine Vorbildfunktion!                              Sicherheit und Verantwortung
                                                                                                                         Im Interesse der Gesundheit und Gesunderhaltung
                                                                                Fortbildung und Engagement               der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird auf Ge-
                                                                                Der Einsatz der Mitarbeiter erfolgt in   sundheitsvorsorge, Unfallverhütung und die not-
                                                                                Arbeitsbereichen, die ihren Fähigkei-    wendige Sicherheit beim Umgang mit gesund-
                                                                                ten und Leistungen entsprechen. Im       heitsgefährdenden Stoffen geachtet und eine
                                                                                 Rahmen unserer Möglichkeiten för-       gesunde und ausgewogene Ernährung am Ar-
                                                                                 dern wir unsere Mitarbeiter durch       beitsplatz angeboten.
                                                                                  gezielte Fort- und Weiterbildungs-
                                                                                  maßnahmen.                             Die Krankenhausgesellschaft ist bestrebt, die Or-
                                                                                   Die Mitarbeiter stellen sich der      ganisation und den Betrieb ihrer Häuser so wirt-
                                                                                   Aufgabe, ihr Wissen und ihre Fer-     schaftlich zu führen, dass der Bestand und die
                                                                                   tigkeiten zu entwickeln und sich      Arbeitsplätze - nicht nur in unmittelbarer Zukunft
                                                                                    im Sinne einer auf neuesten wis-     - gesichert sind.
                                                                                     senschaftlichen Erkenntnissen be-
                                                                                     ruhenden, qualifizierten medizi-    Das Engagement der ehrenamtlichen Mitbürge-
                                                                                      nischen Behandlung weiter-         rinnen und Mitbürger, die in unseren Häusern tä-
                                                                                      bilden. Von den Mitarbeiterin-     tig sind (z.B die Grünen Damen und die Mitarbei-
                                                                                       nen und Mitarbeitern wird         ter von Kanal Vincenz TV), wird ausdrücklich
                                                                                       erwartet, dass sie durch          begrüßt und nachhaltig unterstützt.
                                                                                        ProCum Cert konkret
                                                                                        Aktuell laufende Projekte:
                                                                                        1. Förderung der interdisziplinären
                                                                                           Zusammenarbeit
                                                                                           Projektleitung: Hans-Joachim Ehrhardt
                                                                                           Projektzeitraum: ab 04.09.06

                                                                                        2. Implementierung eines Ethikkomitees für
                                                                                           die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
                                                                                           Projektleitung: Dr. Christoph Lerchen
Qualität mit Brief und Siegel:                                                             Projektzeitraum: 01.01.06 – 31.03.07

„Nutzen Sie die Chance…“                                                                3. Erstellung und Implementierung des Leitfa-
                                                                                           dens Schmerztherapie im St. Vincenz Kran-
pCC-Zertifikat setzt Maßstäbe: Christlichkeit als Wett-                                    kenhaus unter Einbeziehung des Nationalen
                                                                                           Expertenstandards
bewerbsvorteil                                                                             Projektleitung: Dr. Christoph Lerchen
  >> Qualität mit Brief und Siegel: die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH            Projektzeitraum: 01.03.06 – 15.10.06
  bekam nun auch schriftlich und ganz offiziell, dass in ihren Kliniken nach den
  strengen Kriterien der pro CumCert und der KTQ gearbeitet wird.                       4. Einrichtung eines Fachbereiches
                                                                                           Pulmologie im St. Anna-Krankenhaus
  Clemens Gattinger, Geschäftsführer der pCC-GmbH, überreichte in Limburg das
                                                                                           Projektleitung: Dr. Klaus-Peter Schalk
  Zertifikat an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Erwin Reuhl, und Geschäfts-
                                                                                           Projektzeitraum: 01.05.06 – 30.11.06
  führer Hans-Joachim Ehrhardt (unser Bild). Neben Ehrhardt die Qualitätsmanage-
  mentbeauftragte der Krankenhausgesellschaft, die das Haus mit ihrem Kollegen Jo-      5. Einrichtung einer Abteilung für
  achim Becker in nur neun Monaten zu dieser Zertifizierung nach explicit                  Kurzzeitchirurgie im St. Anna-Krankenhaus
  christlichen Maßstäben geführt hatte.                                                    Projektleitung: Dr. Udo Heuschen
                                                                                           Projektzeitraum: 01.05.06 – 31.10.06
  Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl hatte dieses Bemühen im Rahmen der
  festlichen Übergabe als klares Votum für Werteorientierung als Wettbewerbsvorteil     6. Aufbau und Zertifizierung eines Brust-
  gewertet.: „Nicht nur aus ihrer Tradition heraus ist diese Auszeichnung eine wich-       zentrums im St. Vincenz-Krankenhaus
  tige Zielvorgabe für die Krankenhausgesellschaft, sondern sie ist auch Zeichen für       Projektleitung: Martina Weich
                                                                                           Projektzeitraum: 12.06.06 – 31.12.06
  eine besondere Form der Qualität.“ Denn wenn Qualität durch Werte definiert wer-
  de, dann verliere beispielsweise das Wort „Prozessoptimierung“ seine Kälte: „Dann
                                                                                        7. Einführung eines zentralen Bettenmanage-
  ist das Bemühen um solche Optimierung von Arbeitsabläufen, das gesamte Qua-              ments im St. Vincenz-Krankenhaus
  litätsmanagement letztlich nichts anderes als Mitmenschlichkeit“, konstatierte           Projektleitung: Helmut Petri,
  Reuhl. Qualität durch Christlichkeit, Herzensbildung, dies sei nicht nur eine hohe       Bärbel Müllner, Dr. Oliver Schellein
  Auszeichnung sondern auch eine gute Orientierung, in schwierigen Zeiten auf              Projektzeitraum: 22.08.06 – 31.12.06
  dem richtigen Weg zu bleiben.
                                                                                        8. EDV-Arbeitsgruppe Schwerpunkt:
  Das Zertifikat signalisiere nun sowohl nach innen, wie auch nach draußen, dass in        EDV-Anwendung im ärztlichen und
  Limburg und Hadamar gute Leistung gebracht werde. Ausschlaggebend sei jedoch             pflegerischen Leistungsbereich
  eines: diese Leistungen müssten kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert wer-      Projektleitung: Dr. Stephan Walter
                                                                                           Projektzeitraum: ab 01.07.06
  den: „Wir wissen, dass wir mit dieser Zertifizierung nicht am Ende sind“, betonte
  Reuhl. Eine Einschätzung, die auch pCC-Geschäftsführer Gattinger teilte. Das QM-
                                                                                        9. Entwicklung von Beurteilungskriterien zur Ein-
  Verfahren diene ausschließlich dazu, die Verfahren in beiden Häusern sicherer und        führung einer leistungsgerechten Vergütung
  transparenter zu machen. Indem bestehende Verfahren laufend auf den Prüfstein ei-        Projektleitung: Ludwig Schmitt
  nes optimalen Ablaufs gestellt würden, eröffneten sich große Chancen zu perma-           Projektzeitraum: 01.09.06 – 31.12.06
  nenter Verbesserung des Unternehmens. Sein Appell an die Mitarbeiter der Kran-
  kenhausgesellschaft: „Es ist Ihr System, nutzen Sie die Anregungen, Hinweise und      10. Optimierung der Archivierung der
  Verbesserungspotentiale, um sich weiter auf diesem Weg unterstützen zu lassen.“           Patientenakten in beiden Häusern der
                                                                                            Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
                                                                                            Projektleitung: Gunther Butzbach
                                                                                            Projektzeitraum: 01.01.06 – 31.12.06
News < VIA < 30



Wiedereröffnung
der Station 6/1-2
im Bettenhaus Ost
Nach einer Bauzeit von rund sechs Monaten wird die                                         nen im Bettenhaus West angeordnet. Da
Station 6/1/2 zum November 2006 wiedereröffnet. Vor-                                       jedoch die Flurlänge um rund elf Meter
                                                                                           länger ist als im Bettenhaus West, konn-
aussichtlich werden die maximal 36 zu belegenden Bet-                                      ten zusätzliche Arzt- und Untersu-
ten mit der Nephrologie, der Gefäßchirurgie, der Diabe-                                    chungszimmer sowie größere Umklei-
tologie und der Angiologie belegt. Das Konzept des                                         den für Mitarbeiter geschaffen werden.

Regelgrundrisses wurde großteils von der Station 7/1/2                                     Für die restlichen, noch zu sanierenden
übernommen. Die 14 Patientenzimmer teilen sich in acht                                     Geschosse des Bettenhauses Ost ab dem
Drei-Bett-Zimmer und sechs Zwei-Bett-Zimmer auf,                                           fünften Obergeschoss abwärts wurden
                                                                                           über das Regierungspräsidium Gießen
darunter sind zwei mögliche Infektionszimmer mit                                           schon vor mehreren Jahren zwei För-
Schleuse sowie großer Nasszelle.                                                           dermittelanmeldungen an das Land
                                                                                           Hessen gestellt. Eine weiterhin zeitna-
>> Wie bei allen vorangegangenen Sa-        wurden neu verlegt. Brandschutzmaß-            he und möglichst kontinuierliche Um-
nierungen war auch dies eine Kernsan-       nahmen wie die Sanierung der Rippen-           setzung wurde uns von den Behörden
ierung, der gesamte Stock wurde im          decke, neue T-30-RD-Türen, flächendek-         avisiert. Alle anderen Geschosse werden
Ausbau abgebrochen, nicht tragende          kende Brandmeldeanlagen wurden                 dem Regelgrundriss im sechsten Ober-
Wände teilweise demontiert und neu ge-      konsequent nach den neusten Anforde-           geschoss konsequent folgen, Ausnah-
setzt, um so möglichst einen praktische-    rungen umgesetzt.                              men bilden die internistische Intensiv-
ren Grundriss zu erhalten. Alle Ver- und                                                   station, die Station U/1 und die
Entsorgungsleitungen (Stark- und            Die Nebenräume auf der Nordseite der           Physikalische Therapie.
Schwachstrom, Wasser/Abwasser, Gase)        Station sind ähnlich wie auf den Statio-                                           u.h.




Ein leises, aber eindringliches Plädoyer
für Menschenwürde und Respekt
Claudio Kürten referierte beim Vincenz-Fest 2006
>> Er weiß, wovon er spricht: Claudio       mensberater seinen Zuhörern, viel Un-          und Organisationsentwicklung überwie-
Kürten, seit einem schweren Verkehrsun-     gewohntes auch zum vielzitierten Spagat        gend in Einrichtungen des Gesundheits-
fall querschnittsgelähmt, hat als Patient   zwischen Fachlichkeit und Menschlich-          wesens spezialisiert hat. Und ein Vin-
fast drei Jahre in unterschiedlichen Kli-   keit. Und letztlich war die Quintessenz        cenz-Fest, das gerade im Jahr der
niken verbracht. Und es war nicht zuviel    seines Vortrags ein Verweis auf die ei-        Zertifizierung nach proCum Cert be-
versprochen, als die Krankenhausgesell-     gentlichen Ursprünge des Hospitalwe-           sonders nachdenklich machte…
schaft in der Einladung zum Vincenz-        sens: Klinik-Mitarbeiter als Gastgeber für
Fest (dessen Referent Kürten war) über-     Menschen in Not und auch als Gäste im
raschende Denkanstöße versprach…            Leben (Zimmer) ihrer Patienten.
Kürtens Vortrag sensibilisierte für eine    Kürtens Vortrag war ein leises, aber ein-
Perspektive, die im Alltag einer Klinik     dringliches Plädoyer für die Achtung der
leicht in Vergessenheit gerät: die Sicht-   Menschenwürde - auch oder gerade im
weise und das Empfinden des hilflosen       Krankenhaus. Ein Plädoyer für das Er-
Patienten, der sich – wie im Falle Kürten   kennen von Individualität, den Respekt
– zuweilen nur dank unkonventioneller       vor Intim- und Privatsphäre. Eine Bot-
Maßnahmen Gehör verschaffen kann.           schaft, die eigentlich jeder Mitarbeiter ei-
Ungewohnte Einsichten zum Thema „Le-        ner Klinik verinnerlichen müsste. Ein
bensqualität bei schwerer Krankheit“        Hoffnungszeichen von daher, dass sich
vermittelte der Buchautor und Unterneh-     Claudio Kürten heute auf die Personal-

                                                                                                                     Claudio Kürten
                                                                                                                   News < VIA < 31


„Während Dr. Meisters Tätigkeit erlebte insbesondere die operative
 intensivmedizinische Behandlung eine rasante Entwicklung ... “


Engagierter Libero
für das Fach der Anästhesie
                                                                                                             Dr. Wolfgang Meister

Dr. Wolfgang Meister tritt nach 34 Jahren am St. Vincenz in den Ruhestand
                                              des Anästhesiologen und dessen lücken-      Ausstattung, als auch in der Betreuung
                                              loser Überwachung der Körperfunktionen      der Patienten. Wegweisend war in diesem
                                              des Patienten abhängig.                     Zusammenhang auch Meisters Einsatz als
                                                                                          ärztlicher Leiter der Fachweiterbildungs-
                                              Als Dr. Meister 1972 seinen Dienst in       stätte für Anästhesie und Intensivpflege
                                              Limburg antrat, war eine „starke“ Anäs-     am St. Vincenz Krankenhaus, die unter
                                              thesie noch kein selbstverständliches       Insidern auch überregional als Garant für
                                              Standbein des St. Vincenz. Damals war       professionelle Qualifizierung des Kran-
                                              es erst vier Jahre her, dass unter          kenpflegepersonals gilt.
                                              Dr. Klaus Gary an damals noch zwei „Be-
                                              triebsstätten“, nämlich am Huttig sowie     Alles in allem eine eminent wichtige Po-
                                              auf dem Schafsberg, Patienten anästhe-      sitionierung, da gerade in diesem be-
>> „Die technischen Möglichkeiten             siologisch betreut wurden. „Limburg         sonders sensiblen Sektor der Medizin
der Intensivmedizin, gern als inhu-           glich auf diesem Gebiet einem weißen        immer wieder Grenzbereiche des Lebens
mane Apparate-Medizin abqualifi-              Fleck auf der Landkarte“, so Wolfgang       berührt werden – Themen, die auch Dr.
ziert, sind nicht der Zweck, sondern          Meister bei einem Rückblick zur Aufbau-     Wolfgang Meister immer wieder aufge-
die Mittel zum Zweck: Nämlich                 arbeit der Abteilung, an der er zunächst    griffen hat. Alles tun, was dem Patienten
temporär die vitalen Funktionen zu            als Oberarzt, Leitender Arzt, Chefarzt im   nutzt, dass konnte nach seinem Verständ-
unterstützen bzw. zu ersetzen.“               Kollegialsystem mit Dr. Gary und seit       nis auch den Verzicht auf weitere intensi-
                                              1999 in alleiniger Verantwortung als        ve Therapie bedeuten – dann nämlich,
Der dies sagt, ist wie kaum ein Zweiter       Chefarzt tätig war. Für diesen langjähri-   wenn diese nicht mehr bestmögliche Hil-
mit Aufbau, Aus- und Weiterentwik-            gen und überaus engagierten Einsatz         fe, sondern Verlängerung des Sterbens be-
klung der Abteilung für Anästhesie- und       sprachen Verwaltungsrat und Kranken-        deutet. Wohl nicht zuletzt aus diesem
operative Intensivmedizin verbunden:          hausleitung dem Anästhesisten, der am       Grund war der Anästhesist ein engagierter
Chefarzt Dr. Wolfgang Meister, der heu-       Mittwoch auch seinen 65jährigen Ge-         Verfechter eines Ethik-Komitees, das ins-
te (Donnerstag, 31. August 2006) nach         burtstag feierte, heute ihren ganz beson-   besondere in den schwierigen Fällen im
34jähriger Tätigkeit am St. Vincenz-          deren Dank aus!                             Spannungsfeld zwischen juristischer
Krankenhaus in den Ruhestand geht. Für                                                    Hilfspflicht und operativen Möglichkeiten
Kontinuität und Weiterentwicklung sei-        Während Dr. Meisters Tätigkeit am St.       tragbare Lösungen für alle Beteiligten
nes umfassenden Engagements bürgt             Vincenz erlebte insbesondere die opera-     ausarbeiten kann.
nun die erste Chefärztin an der Limbur-       tive intensivmedizinische Behandlung
ger Klinik, die Privat-Dozentin Dr. Doro-     eine rasante Entwicklung, analog der        Nicht zu vergessen sind auch Meisters
thee Bremerich, die ihr Amt am 1. Sep-        difficilen Spezifizierungen in den ande-    Verdienste in Ausbau und Weiterentwik-
tember antreten wird.                         ren medizinischen Disziplinen. Während      klung des am Krankenhaus angesiedelten
                                              die Intensivmedizin 1972 noch in den        Notarztsystems, das mit 2000 Einsätzen
Während Dr. Meisters Amtszeit hat sich        Kinderschuhen steckte, kann die Abtei-      im Jahr zu einem elementaren Faktor der
nicht nur das Fach der Anästhesiologie        lung heute nicht nur über modernste Nar-    medizinischen Versorgung im Landkreis
als solches große Bedeutung verschafft,       kosearbeitsplätze in sechs zentralen Ope-   zählt, sowie Meisters Engagement als
auch die erst 1968 als eigene Abteilung       rationssälen, sondern auch über zehn        Ärztlicher Direktor des Hauses in der Zeit
eingerichtete Anästhesie am St.Vincenz-       Intensivtherapie und -überwachungsplät-     von 1995 bis 1998. In den 70erJahren
Krankenhaus hat sich als elementarer          ze verfügen – nicht zuletzt dank hartnäk-   engagierte sich der Chefarzt auch im Be-
Baustein der Schwerpunktversorgung            kigen Engagements ihres langjährigen        triebsrat der Klinik für die Belange sei-
der Patienten der Region etabliert. Sie       Chefarztes für einen dem übrigen Lei-       ner Mitarbeiter. In dieser Zeit konnte -
steht unverzichtbar für Erfolg und Sicher-    stungsspektrum des Hauses angepassten       last, but not least - auch die Fußball-
heit bei Narkosen, postoperativer Über-       Ausbau seines Fachbereichs. Meilensteine    mannschaft des Krankenhauses, die
wachung und Schmerztherapie. Denn             auf diesem Weg waren der Umbau der          „Vincenz-Kicker“, mit einem furios agie-
schließlich ist die Ergebnisqualität in der   Interdisziplinären Intensivstation sowie    renden, angriffsstarken Libero aufwar-
operativen Medizin nicht allein von den       des Zentral-OP`s nach modernsten wis-       ten: eben Dr. Wolfgang Meister.
Fähigkeiten des Operateurs, sondern in er-    senschaftlichen Erkenntnissen und Stan-
heblichem Maß auch von der Kompetenz          dards sowohl in der medizintechnischen
News < VIA < 32




Dabeisein ist alles…




Revival der Vincenz-Kicker bei den
Deutschen Krankenhausmeisterschaften 2006 in Melsungen
 >> Nach langer Funkstille gibt es         Alexander Seif, Thomas Stillger und       4. Spiel:
 wieder Neues von den Vinzenz-             Jens Wagner mit. Peter Hahmann und        Uni Klinik Marburg 1 : Vincenz-Kicker 2:4
 Kickern! Wohl beflügelt durch die         Horst Kleinschmidt versuchten sich als    Nach zwei Minuten kam der erste Rük-
 Weltmeisterschaft im eigenen Land         Betreuer. Die Vorrundenspiele fanden      kstand für unsere Mannschaft – 1:0 für
 qualifizierte sich die Mannschaft         auf der sogenannten „Freundschaftsin-     Marburg. Dieser wurde allerdings 18 „Se-
 für die Deutschen Krankenhaus-            sel“ statt.                               kunden“ später durch Uli Kamps wieder
 meisterschaften 2006 in Melsun-                                                     ausgeglichen. Weitere 65 Sekunden ver-
 gen. Obwohl sie nicht in die End-         Immer wieder gab es besorgte Blicke       gingen, bis die Welt wieder in Ordnung
 runde kamen: Ein beachtlicher             zum Himmel, da die Wolken sehr tief       war. Stephan Jung schoss das 1:2 für uns.
 Erfolg für die Vincenz-Kicker, zu         hingen. Dadurch war allerdings die Tem-   Eine gute Minute später machte der Mar-
 dem das VIA-Redaktionsteam ganz           peratur für die Spieler erträglich.       burger Torwart einen Ausflug über das
 herzlich gratuliert, auch wenn man                                                  Feld und schoss das 2:2!!!
 unserem Berichterstatter die Ent-         1. Spiel                                  Nach weiteren vier torlosen Minuten
 täuschung deutlich anmerkt ...            Aurich 2 : Vincenz-Kicker 0:2             schoss Jens Wagner fast von der Eckfah-
                                           Dem 0:1 von Uli Kamps ließ Stephan        ne aus das 2:3. Kurz vor Schluß markier-
                                           Jung nach einem schönen Solo über         te Thomas Stillger noch das 2:4 für uns.
 Lesen Sie einen Spielbericht              das halbe Feld das 02 folgen.             Ein Marburger Spieler trat unserem Tor-
 von Horst Kleinschmidt:                                                             wart Frank Ludwig-Pistor noch aus Ver-
                                           2. Spiel                                  sehen auf den Arm. Doch darunter litt
 Die Freude über die Teilnahme an den      Vincenz-Kicker : Leverkusen 1 : 0         das gute Verhältnis zu den Marburger
 Kankenhausmeisterschaften war riesen-     Nach knapp 4 Minuten Spielzeit erziel-    Spielern nicht, wir feuerten uns weiter
 groß: Schließlich hatten wir im vergan-   te Jens Wagner den einzigen Treffer       gegenseitig an.
 genen Jahr überhaupt keine Mannschaft     zum 1:0. – 2. Spiel – 2.er Sieg
 zu-sammenbekommen!                                                                  Dann kam der große Regen und das Tur-
                                           3. Spiel                                  nier musste für eine halbe Stunde unter-
 Als Spieler fuhren Frank Hesse, Marcel    Vincenz-Kicker : Merzig 1 : 0             brochen werden. Alles war klatschnass.
 Jansen, Stephan Jung, Uli Kamps, Frank    Auch dieses Spiel endete mit 1:0          Christopher Muth löste Frank Ludwig-
 Ludwig-Pistor, Christopher Muth, Karl-    durch Stephan Jung.                       Pistor im Tor ab.
                                                                                                       News < VIA < 33




5. Spiel                                      1.                             Nach Abschluß aller Vorrundenspiele ha-
Vincenz-Kicker : Neuss 4 : 1                  0:0   Uli Kamps verschießt     ben die Vincenz-Kicker einen hervorra-
Es kam zu einem Entscheidungsspiel zwi-       0:1   Andernach trifft         genden 9. Platz von 162 teilnehmenden
schen Neuss und uns um den Gruppen-                                          Mannschaften erreicht – aber eben leider
sieg. Die Neusser hatten bis dahin genau-     2.                             nicht die Endrunde. Bei der anschließen-
so wie wir ihre 4 Spiele gewonnen.            0:1   der Schuß von Jens       den Siegerehrung wurde zwar noch ge-
Es fing nach zwei Minuten gut an, Uli               Wagner wird gehalten     feiert, aber die Stimmung war nicht so,
Kamps gelang auf schöne Vorlage von           0:2   Andernach trifft         wie sie hätte sein können…
Stephan Jung das 1:0. Knapp drei Minu-
ten später legte Uli das 2:0 nach. Nach       3.
dem zwischenzeitlichen 2:1 schoss Ste-        1:2   Thomas Stillger trifft
phan Jung nach einem Solo das 3:1 be-         1:2   Christopher Muth hält
vor er den Schlusspunkt des Spieles mit             den Andernacher Schuß
dem 4:1 setzte.
                                              4.
Nun begann das Warten auf unseren             2:2   Stephan Jung trifft
Gegner für das Entscheidungsspiel. Der        2:3   Andernach trifft – aus
Sieger sollte an der Endrunde der Deut-             und vorbei
schen Krankenhausfußballmeisterschaft
teilnehmen. Der Gegner war die Mann-
schaft der Rhein-Mosel-Klinik, Ander-
nach.

6. Spiel
Vincenz-Kicker : Andernach 2 : 3 n.E
In den knapp elf Minuten Spielzeit gelang
                                                                               !      INFO
keiner Mannschaft ein Treffer, obwohl un-                                       Interessierte Fußballer zur Ver-
sere Jungs das Spiel ziemlich sicher in der                                     stärkung der Vincenz-Kicker sind
Hand hatten. So kam es zum Siebenme-                                            natürlich jederzeit herzlich will-
terschiessen. Je Mannschaft mussten vier                                        kommen!
Strafstöße geschossen werden.
                                                                                Nähere Informationen bei
                                                                                Horst Kleinschmidt 292-4117
 34 > VIA > Kunst in St. Vincenz
                                                                                       Pfarrer Norbert Lixenfeld




„WAS HAT ER BLOSS
MIT DER LUISE?“
Von Pfarrer Norbert Lixenfeld*

 Schwester Maria Osmunda, die am
 20. Juli im Mutterhaus Heppenheim
 verstorbene langjährige Oberin und
 Schulleiterin im St. Vincenz Kran-
 kenhaus, hat mich manchmal mit
 unschuldigem Spott gefragt: „Was                                                                         geschichte des Hl. Vincenz nichts wusste,
 hat er bloß mit der Luise?“                                                                              fuhr ich zu ihm nach Mainz und setzte ihn
                                                                                                          sozusagen ins Bild. Er war begeistert. Im
                                                                                                          Langedoc, der französischen Heimat des
 Damit meinte sie die Stifterin der                                                                       Vincenz von Paul, besorgte er den Stein
                                                                                                          für die Stehle.
 Kongregation der „Töchter der
 Nächstenliebe“, die Vincentinerin-                                  Ein Ausspruch der Hl. Luise von      Bei der Einweihung am Vincenzfest 1996
 nen, zu denen sie selbst gehörte.                                   Marillac, den ich ähnlich wie ein    unterbreitete ich ihm die Bitte, auch ein
                                                                     Wort des Hl. Vincenz zusammen        Bronzebild der Hl. Luise anzufertigen. Auch
>> Der Grund ihrer Frage: Das Bild der heiligen Luise                mit Sr. Maria Osmunda seinerzeit     sie als Mutter der Ärmsten und geniale
von Marillac hatte ich zusammen mit dem Bild des Na-                 ausgewählt hatte. Im Eingangs-       Gründerin sollte in Zukunft nicht aus dem
mensgebers unseres Krankenhauses, des Hl. Vincenz von                bereich des St. Vincenz- Kran-       Blick geraten. Herr Oswald war wieder be-
Paul, vor den Konferenzräumen anbringen lassen.                      kenhauses hängt er über der Bü-      geistert und versprach, nur ein halbes Ho-
                                                                     ste der Heiligen.                    norar zu verlangen für die Ausführung sei-
Vermutlich liege ich falsch mit dem Eindruck, dass auch                                                   nes Werkes. Ich selbst - das muß ich
fromme Frauen bisweilen etwas gegen fromme Frauen ha-                Nachdem dort das Bronzebild des      unbescheidener Weise sagen - stiftete,
ben können...                                                        Hl. Vincenz am 27.September          „weil ich wirklich etwas mit der Luise habe.“
Den Hl. Vincenz von Paul (1581 – 1660 empfand ich schon              1996 aufgestellt und eingeweiht
immer als etwas Besonderes. Er war ein Genie der Näch-               wurde (der 27. September ist der     Am 15. März 1997 war dann die Einwei-
stenliebe in der Notzeit des 17. Jahrhunderts, also der Zeit         Todestag des Heiligen), kam am       hung. Seit einem Jahrzehnt, haben beide
des 30jährigen Krieges. Bahnbrecher war in der bisherigen            15. März 1997 das Bronzebild der     Heiligen der Nächstenliebe und der Caritas
Ordensgeschichte mit der neuartigen Gründung der Laza-               Hl. Luise, seiner Gefährtin in der   nun also ihren Platz im Eingangsbereich.
risten und der von ihm inspirierten und von Luise 1633 ge-           Sorge um die Armen und Kran-
gründeten Schwesterngemeinschaft. Diese wird bis heute               ken, hinzu.                          Werden sie von den vielen Vorübergehen-
nach Vincenz benannt, obwohl Luise die Gründerin war.                Am 15.03.1660 starb sie im Alter     den beachtet? Werden ihre Worte gelesen?
                                                                     von 69 Jahren in Paris.              „Gott halte den Geist des Mitgefühls und
„Ja, was hat er nur mit der Luise?“ Ihre uneheliche Ge-                                                   der Barmherzigkeit lebendig“ – im St. Vin-
burt als Tochter eines Grafen von Marillac und einer Un-             Im Verwaltungsrat des St. Vin-       cenz-Krankenhaus! Eben der Geist, von
bekannten, die abgefunden und weggeschickt wurde, stör-              cenz Krankenhauses hatten wir        dem der Hl. Vincenz und die Hl. Luise er-
te das Bild einer Heiligen, wie es sich auch Vincen-                 zunächst nur die Aufstellung ei-     füllt waren. Mögen beide den Eingang und
tinerinnen machten.                                                  ner Büste des Hl. Vincenz geplant    den Ausgang der vielen Menschen seg-
Luise hatte eine nicht glückliche Kinderzeit in einer Klo-           und mit dem Entwurf und der          nen! Mögen sie die im Vincenz Kranken-
sterschule, lebte nach ihrer Heirat in einer nicht glückliche        Ausführung den Mainzer Künst-        haus Tätigen zu wahrer christlichen Näch-
Ehe, dann kam der Sohn und die frühe Witwenschaft.                   ler Karlheinz Oswald beauftragt.     stenliebe inspirieren!
Schließlich begegnete sie „Monsieur Vincent“ in der Chari-           Da dieser bisher von der Lebens-
te von Paris. Das war der Beginn eines ganz anderen, aber
glücklichen Lebens im Dienste der Armen mit den „Barm-
herzigen Schwestern“, deren Gründerin sie wurde, und zwar
in der „Rue de Bac 4“ unterhalb des Montmartre.

„Geht nie mit Kranken nachlässig um, versorgt sie mit
warmherziger Liebe ohne Hast!“
 * Pfarrer Lixenfeld war von 1995 bis 1997 Vorsitzender des
   Verwaltungsrates des St. Vincenz-Krankenhauses und als ehemali-
   ger Limburger Dompfarrer lange Jahre Mitglied dieses Gremiums.
                                                                                                                      St. Vincenz < VIA < 35




    Eine Kurzgeschichte - für unsere Leser ausgewählt von




                                                                                                                                               Schwester Elisabeth
    Schwester Elisabeth, Seelsorgerin im St. Anna-Krankenhaus:

    Der Engel der Ruhe
     >> Nach Ruhe sehnen wir uns alle. Aber sobald wir einmal               Fehler doch dein Engel, der dich nicht verlässt.“ Der Engel der
     Zeit haben, auszuruhen, spüren wir, dass sich nicht automa-            Ruhe tröstet uns, wenn er Enttäuschung über unser vertanes
     tisch Ruhe einstellt. Im Gegenteil – die äußere Ruhe macht uns         Leben über uns kommt. Er lädt uns ein, alles zu lassen, wie es
     innerlich unruhig. Da tauchen viele Gedanken auf, die wir              ist. Und im Schatten seiner Flügel können wir zur Ruhe kom-
     sonst verdrängen. Da erinnern wir uns an die Arbeitskollegin,          men. Da verfolgt uns der Schatten nicht mehr, vor dem wir so
     die uns gekränkt hat. Da taucht der Chef in unserer Vorstellung        rastlos davongelaufen sind.
     auf als einer, der uns ständig klein machen möchte. Da kommt
     die Enttäuschung über all das ungelebte Leben in uns hoch. Da          Ruhe ist nicht nur Unterbrechung des Lebens, nicht nur Pause,
     nagen Schuldgefühle an unserem inneren Frieden. Wir grübeln            sondern eine eigene Lebensqualität, die Qualität der Muße. In
     und kommen mit unseren Gedanken einfach nicht zur Ruhe.                der Muße genieße ich das Leben, nehme ich wahr, was um
     Da brauchen wir den Engel der Ruhe, der uns ausruhen lässt.            mich herum ist, freue ich mich an der Schöpfung, an der Kunst,
     Er gibt uns das Gefühl, dass wir die vielen Probleme, die uns          an mir selbst und an der Gemeinschaft. In der Muße bin ich
     beschäftigen jetzt nicht zu lösen brauchen. Er steht bei uns,          ganz bei Dir, lebe ich aus meiner Mitte heraus. Wenn Du in
     wenn wir uns mit Schuldgefühlen zerfleischen. Er sagt uns: „Es         Deiner Mitte daheim bist und dort ruhst, dann kannst du viel
     ist gut so, wie es ist. Ich stehe zu Dir. Ich bin trotz all deiner     tun, ohne dass du dich hetzen musst.




    „Es war ein unvergessliches Erlebnis!“


     St. Vincenz aus der Vogelperspektive
    Ursula Matz ging zum Abschied in die Luft
Manchmal ist es einfach wichtig, Abstand zu bekommen – frei von der täglichen Routine
wieder offen zu werden für das Eigentliche.
>> Wie die wesentlichen Linien einer Landschaft aus der Vo-
gelperspektive klarer, konturierter hervortreten, so können aus
neuer Distanz oder einem abgeklärteren Blickwinkel auch beruf-
liche Zusammenhänge, eine Bilanz oder ein Rückblick auf ein
langes Arbeitsleben völlig neue Aus- oder Einblicke gewähren.
Die Mitarbeiter der Kardiologie unter Professor Dr. Jörg Kreuzer
haben dies ihrer Kollegin Ursula Matz gegönnt: Nach 25 Jahren
im EKG des St. Vincenz schenkten sie ihr zum Abschied in den
Ruhestand einen Flug über das St. Vincenz. Eine gelungene Über-
raschung, die es wert ist, auch in VIA dokumentiert zu werden.
Ein ganz persönlicher Erlebnisbericht von Ursula Matz:

„Vom Elzer Flugplatz aus sollte es in die Luft gehen. Mein erster
Flug in einer so kleinen Maschine. Aufgeregt und voller Span-             als wir den Hubschrauberlandeplatz überflogen, ich die Kolle-
nung beobachtete ich jeden Handgriff des Piloten. Den ganzen              ginnen und Kollegen dort stehen sah, winkend und mit einem
Tag vor lauter Aufregung nichts gegessen und kaum etwas ge-               großen Transparent mit der Aufschrift „Ursula, mach`s gut!“, da
trunken – na hoffentlich geht das gut, fragte ich mich leicht be-         war es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei. Kurz darauf wur-
sorgt. Zunächst flogen wir über die Dörfer rund um Limburg – er-          de mir sehr übel, und wir mussten den Flug, der eigentlich noch
staunlich, wie wenig ich zuordnen konnte – und dann drehte der            bis zum Deutschen Eck gehen sollte, leider vorzeitig abbrechen.
Pilot ab Richtung St. Vincenz. Ich muß gestehen: Mein Puls ging           Nichtsdestotrotz: Es war ein unvergessliches Erlebnis!“
schneller. So viele Jahre, fast mein ganzes Arbeitsleben, habe ich
dort verbracht. Habe aus dem kleinen Hildegardis das heutige              Das VIA-Redaktionsteam wünscht Ursula Matz – auch ohne die
St. Vincenz entstehen sehen, viele Kollegen kennengelernt, man-           Hilfe aus der Luft - für Ihren Ruhestand viele Momente des Ab-
che auch verabschiedet – heute war ich an der Reihe….                     stands, der Zeit für die Gedanken zum Eigentlichen, für das, was
Den letzten Arbeitstag hatte ich ohne Tränen überstanden. Aber            wirklich wichtig ist!
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Personalnachrichten
KRANKENHAUSGESELLSCHAFT ST. VINCENZ mbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Giessen

St. Vincenz Krankenhaus Limburg
  Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
NAME                              EINSATZORT                           EINTRITT
Haase, Hans                       Allgemeinchirurgie                   01.07.2006
Sassani, Kiarash                  Med. Klinik                          01.07.2006
Horz, Yannick                     Zivildienstleistender                03.07.2006
Hardt, Tirza                      Küche                                11.07.2006
Burek, Thomas                     Zivildienstleistender                01.08.2006
Gürtler Dr., Ulricke              Frauenklinik                         01.08.2006
Kaspar, Mathias                   Med. Klinik                          01.08.2006
Laux, Luisa                       Verwaltung                           01.08.2006
Schmidt, Mareike                  Med. Klinik                          01.08.2006
Urban, Anke                       Frauenklinik                         01.08.2006
Zipf, Michelle                    Apotheke                             01.08.2006
Bremerich PD Dr. Dorothee         Anästhesie                           01.09.2006
Menz, Maike                       Station 5/1-2                        01.09.2006
Reuter, Maximilian                Station 4/1-2                        01.09.2006
Stöppler, Benedikt                Küche                                01.09.2006
Werner Johanna                    Med. Klinik                          01.09.2006
Steffens, Marc                    Zivildienstleistender                04.09.2006
Marbs, Sabrina                    Frauenklinik                         18.09.2006


  Jubiläen Juli bis September 2006:
 NAME                             ABTEILUNG               DATUM            JAHRE
 Hentrich, Silke                  Station 7/1-2           01.07.2006            10
 Hennen, Bianka-Maria             Dialyse                 01.07.2006            10
 Albracht, Petra                  OP                      01.07.2006            10
 Fend, Kati                       Unfallchirurgie         01.08.2006            10
 Rabe-Schmidt Dr. Felicitas       Allgemeinchirurgie      01.09.2006            10
 Engel, Sabine                    Labor                   01.05.2006            20
 Reitz, Bernhard                  Station 2/1-2           01.09.2006            20
 Blum, Margit                     Personalabteilung       01.07.2006            25
 Theunisz, Waltraud               Labor                   01.07.2006            25
 Koulpy, Roswitha                 Dialyse                 01.07.2006            25
 Schneider, Doris                 Sozialdienst            01.07.2006            25
 Nieter Dr. Michael               Anästhesie              01.07.2006            25
 Wohnbach, Petra                  Patientenaufnahme       01.08.2006            25
 Rath, Karl                       Technik                 01.09.2006            25
 Schlau, Christa                  Station 4/3             01.07.2006            30
 Ludwig, Christine                Küche                   01.08.2006            30
 Wald, Brigitte                   Station 7/1-2           15.09.2006            35


  Ruhestand:
NAME                              ABTEILUNG                            AUSTRITT
Hoss, Christoph                   Anästhesie-Abt./OP                   31.07.2006
Matz, Ursula                      EKG                                  31.08.2006
Meister Dr., Wolfgang             Anästhesie                           31.08.2006
Roth, Brigitte                    Med. Klinik                          31.07.2006
Thorn, Ulrike                     Anästhesie                           31.08.2006


  Verstorbene:
NAME                              ABTEILUNG                            STERBEDATUM
Kramberger, Elisabeth             Wäscheversorgung                     18.08.2006
                                                                                                               In Kürze < VIA < 37




                                                          !       NOTIZ
                                                           Herr Werner Reusch wurde zum stellvertrenden Datschutzbeauftragten
                                                           der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz ernannt und ist somit in die-
                                                           ser Funktion Stellvertreter von Katja Streckbein, über deren Tätigkeit wir
                                                           in der letzten VIA berichteten. Allerdings wurde versäumt, über ihren
                                                           Stellvertreter, eben Herrn Reusch, zu informieren - dies bitten wir zu
                                                           entschuldigen!




St. Anna Krankenhaus Hadamar
 Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
 NAME                                              EINSATZORT                                           EINTRITT
 Zernig, Samuel                                    Zivildienstleistender                                03.07.2006
 Rubel, Julian                                     Zivildienstleistender                                01.08.2006


 Jubiläen Juli bis September 2006:
 NAME                                              ABTEILUNG                     DATUM                       JAHRE
 Wagner, Iris                                      Station 1                     01.07.2006                         10
 Roth, Friederike                                  Röntgen                       01.07.2006                         10
 Kremer, Markus                                    Pforte/Pat.-Aufnahme          01.08.2006                         20
 Knobl, Anneliese                                  Station 3                     01.07.2006                         25
 Dillmann, Charlotte                               Küche                         01.09.2006                         25


                                                                              Dr. Werner Adolphs bei der Eröffnung der Vernissage eines seiner langjähri-
                                                                              gen Patienten, der ihm besonders ans Herz gewachsen war: Andreas Kuhn,
Pater Bleuel                                                                  der derzeit im Foyer des St. Vincenz Fotographien aus Irland ausstellt.



feiert Goldenes                                                              Abschied von
                                                                             einer Institution
Priesterjubiläum                                          Pater Bleul        des St. Vincenz!
>> Der langjährige Krankenhauseelsorger am St. Vincenz-Kran-                 >> Im Ruhrgebiet großgeworden, bei den Franken studiert,
kenhaus, der Pallottinerpater Fridolin Bleuel, feierte im Juli               in Finnland bei arktischen Temperaturen die Lappen behandelt.
sein Goldenes Priesterjubiläum.                                              Dann der Ernst: die chirurgische Ausbildung in Marktredwitz in
Pater Bleuel, 1924 in Steinau bei Fulda geboren, wurde zunächst Stein-       der Oberpfalz. 1979 landete er als frisch gebackener Facharzt zur
metz, ehe er - im Krieg schwer verwundet - die Spätberufenenschule           unfallchirurgischen Weiterbildung, einem damals gerade neu
der Pallottiner in Limburg besuchte und 1949 mit dem Abitur an der Ti-       entstandenem Spezialgebiet der Chirurgie, in Limburg. Er blieb
lemannschule abschloss. Es folgte das Noviziat in Olpe im Sauerland          27 Jahre und wurde sozusagen ein „Urgestein“ des St. Vincenz-
und das Studium der Philosophie und Theologie in Vallendar. Dort             Krankenhauses. Die Rede ist von Dr. Werner Adolphs, dem lang-
wurde er am 22. Juli 1956 zum Priester geweiht. Pater Bleuel wirkte zu-      jährigen Oberarzt der Abteilung für Unfall- und Orthopädische
nächst in der Studentenseelsorge und bis 1967 als Lehrer für Mathe-          Chirurgie, der jetzt in den Ruhestand verabschiedet wurde. Sein
matik, Biologie und Chemie am Bischof-Vieter-Kolleg. Von 1963 an             Chef bei seinem Start in Limburg, Dr. Christian Voorhoeve, hat-
war er auch nebenamtlich als Krankenhausseelsorger in Limburg tätig.         te schnell Vertrauen zu seinem neuen Mann gefaßt, was sich
Am 1. September 1967 übernahm er für 24 Jahre hauptamtlich die               seinerzeit im Originalton folgendermaßen anhörte: „Ich gehe in
Seelsorge am St. Vincenz-Krankenhaus. Neben seinem Einsatz für die           Urlaub, ab morgen sind Sie Oberarzt und mein Stellvertreter.“
Kranken, das Pflegepersonal und die Ärzteschaft gründete Pater Bleu-         Ein Posten, den er dann auch für die nächsten 25 Jahre inno-
el eine Patientenbücherei, entwickelte einen hausinternen Radiosender,       vativ ausfüllte: mit dem Aufbau der modernen Endoprothetik,
mit dem er sich allabendlich an die Patienten wandte, und wirkte maß-        der Arthroskopie und der Traumatologie in Limburg. Der jetzi-
geblich in der Initiative für die Radaranlage auf dem Elzer Berg mit, ei-    ge Chefarzt, PD Dr. Joachim Hillmeier, dankte dem Chirurgen
ner unfallträchtigen Gefahrenstelle auf der Autobahn Limburg/Köln.           ganz besonders für seinen engagierten Beitrag zur weiteren Eta-
Die Unfallopfer, deren Angehörige oder Hinterbliebene, die er im St.         blierung der Abteilung im Gesamtgefüge des St. Vincenz. Be-
Vincenz-Krankenhaus betreute, gaben ihm dazu die nötige Energie.             sonders dankte Hillmeier für Adolphs unermüdliches Engage-
1990 wechselte Pater Bleuel auf Wunsch seiner Ordensleitung in das           ment für die jungen Assistenten und Studenten: „Nach beinahe
Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt. Dort beging der beliebte Prie-          35 Chirurgenjahren assistiert, erklärt und doziert Herr Adolphs
ster, der das St. Vincenz noch regelmäßig auch anlässlich von Veran-         immer noch mit Engelsgeduld!“ Die Krankenhausleitung des
staltungen besucht (unser Bild zeigt ihn beim diesjährigen Vincenz-          St.Vincenz schließt sich diesem
Fest), sein Goldenes Weihejubiläum mit einem Festgottesdienst!               Dank nach Kräften an!
flu
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  38         Kunst




   Farbenfroh, lebensbejahend
   und mit unverwechselbarer
   Handschrift




Fünf Künstler der Galerie auf der Treppe im Foyer des St. Vincenz
   >> „Jeder Künstler ist ein Meister auf             Werke im Vincenz-Foyer werden diesem        Phantasiewelt. Skurile Ideen, die den Be-
   seine Art: national und Internation be-            Anspruch in besonderem Maße gerecht“,       trachter dazu einladen, in seiner Welt
   kannt und erkennbar durch seine un-                freute sich Kirsten Zabel-Leutheuser.       spazieren zu gehen.
   verwechselbare Handschrift“ – so cha-
   rakterisierte Galeristin Kirsten Zabel-            Für die Freunde der Kunst, die Entdek-      Auch der aus Japan stammende Künstler
   Leutheuser ihre Präsentation im St.                kungen und Humor schätzen, lag sicher       Yoshi Taka-hashi fordert auf, den Alltag
   Vincenz-Krankenhaus.                               Walter-W. Leutheuser, ein großer Könner     zu verlassen und den reichen Garten einer
                                                      des humoristischen Strichs, in der Be-      sich immer wieder verwandelnden Poesie
   Den gesamten Sommer über bestritt die              liebtheitsskala ganz oben. Die grazile      zu betreten: Farbklänge streicheln die Au-
   Galerie auf der Treppe mit einem bunten            Linie, die dem Betrachter viel zu entdek-   gen, Pflanzen und Tiere drängen sich dem
   Spektrum der von ihr vertrete-nen                  ken aufgibt, gepaart mit einer kräftigen    Betrachter nicht auf, sondern wollen ent-
   Künstler das „Sommerloch“ in den Aus-              Portion Witz sind die Nische, die Leu-      deckt werden. Mara Schmitt-Leibingers
   stellungen des St. Vincenz-Krankenhau-             theuser für sich in Besitz genommen hat.    Arbeiten in Siebdruck mit Goldauflagen
   ses. Bunt, farbenfroh und lebensbeja-              Die Städteradierungen des Künstlers         vereinen Farbenspiel und Traumwelt auf
   hend ist das Konzept der Galerie – ein             Klaus Panzner zeigen akribisch genau        dem Papier. Was Wunder, dass dabei auch
   Entwurf der wie geschaffen ist, um die             vielen vertraute Plätze, Straßen und        der kleine Prinz im Spiel ist…
   Atmosphäre gerade eines Krankenhaus                Häuser: spiegelverkehrt auf die Radier-
   positiv zu beeinflussen. Die fünf Künst-           platte gebracht und somit in die Realität
   ler, die im St. Vincenz zu sehen waren,            umgesetzt. Äußerst sensibel gelingt dem
   hatte die Galeristin insbesondere unter            Künstler Josef Werner in seinen Arbeiten
   diesem Gesichtspunkt ausgewählt: „Die              eine bemerkenswerte Symbiose von Be-
                                                      wusstem und Unbewusstem – einem
                                                      Schwebezustand zwischen Realität und




                                                                                             „...bemerkenswerte Symbiose
                                                                                                 von Bewusstem und Unbe-
                                                                                                 wusstem – einem Schwebe-
                                                                                                 zustand zwischen Realität
                                                                                                 und Phantasiewelt.“
   Galeristin Kirsten Zabel-Leutheuser im Gespräch mit einem interessierten Besucher.
                                                                        In Kürze < VIA < 39




Mit Guter Laune durch das Lahntal
Treffen der Rentnerinnen und Rentner des St. Vincenz-Krankenhauses

Die Rentnerinnen und Rentner des St. Vincenz – Krankenhauses treffen sich regelmäßig
zum Erfahrungsaustausch. Höhepunkt ist jedoch alle Jahre wieder der gemeinsame Ausflug.

>> In diesem Jahr führte er bei herrlichem Sonnenschein und guter
Laune durch das Lahntal nach Koblenz zum Deutschen Eck.

Nach kurzen Aufenthalt ging es weiter der Mosel entlang nach Treis–
Karden, später nach Cochem. Unser Foto dokumentiert die gute Stim-
mung.

Ein guter Anlaß, darauf hinzuweisen, dass der nächste Treff der ehe-
maligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am ersten Donnerstag im
Dezember in der Gaststätte „Zum Schlößje“ am Bischofsplatz in Lim-
burg stattfinden wird. Um rege Beteiligung wird ausdrücklich gebeten!
                                                    Susanne Wagner
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