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Erfahrungen mit Teleneurologie

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Erfahrungen mit Teleneurologie Powered By Docstoc
					       Erfahrungen mit
       Teleneurologie

Kurzvortrag auf dem Expertenhearing Telemedizin
    in NRW am 2. Mai 2007 im MAGS NRW in
                   Düsseldorf


       Prof. Dr. Johannes Jörg
Em.Univ.-Professor für Neurologie der Universitäten
          Lübeck und Witten / Herdecke
            Helios Klinikum Wuppertal
Der Idealfall

R.F., m., 51 Jahre, schwere Hemiparese links, Kopf-/Blickwendung, NIHSS: initial=14, 24 h=1, 3 Monate=1


                        15.15          Symptombeginn
                  7 ‘ 15.22            Notruf Feuerwehrleitstelle
                15 ‘ 15.30             Ankunft RTW und Notarzt
                25 ‘ 15.40             Anmeldung Klinik
                30 ‘ 15.45             Abfahrt Wohnung mit Alarm
                45 ‘ 16.00             Ankunft Klinik
                50 ‘ 16.05             Neurologische Untersuchung
                61 ‘ 16.16             Computertomographie
     85 '       75 ‘ 16.30             Aufklärung

                85 ‘ 16.40             Thrombolyse mit rt-PA
                    Schlaganfall-Lyse
Entscheidend für die Effektivität einer Lyse sind die Faktoren
Kompetenz und Zeit.

Systemische Thrombolysetherapie bei akuten Mediainfarkten:
      2.1    Einschlusskriterien
      2.2    Ausschlusskriterien
      2.3    Relative Kontraindikationen
      2.4    Management
      2.5    Entscheidungskriterien
      2.6    Technische Durchführung: IVrtPA (10 % Bolus, gefolgt
                 von 60 min Infusion) ist die empfohlene Therapie des
                 akuten ischämischen Schlaganfalls im 3 Stunden
                 Zeitfenster
P.S.:   Die i. v. - Lyse im 3- bis 6-Stunden-Zeitfenster ist nicht zugelassen
        und als individueller Heilversuch anzusehen.
     Qualitätsfaktoren der Schlaganfall-Behandlung
1.   Aufgeklärte Öffentlichkeit

2.   Optimale Notfallkette

3.   Qualifizierte Diagnostik vor Ort
        3a. Stroke-Unit-Qualität
        3b. ggf. Teleneurologie bei nicht neurologischen Kliniken

4.   Frühzeitige Einleitung der Therapie
         4.1 Stroke-Unit
         4.2 Frührehabilitation
         4.3 Neurologische Intensivstation

5.   Dokumentation (u.a. Barthel)

6.   Entlassung aus der Akutklinik:     - nach Hause
                                        - Tagesklinik
                                        - geriatrische Rehabilitation
                                        - neurologische Rehabilitation
                                        - Altenheim
                                      Ausgangslage:
      1. Spezialisierung führt zu erhöhtem Kommunikationsbedarf
       zwischen Klinikern von Krankenhäusern der Maximal- und
                      Grund- oder Regelversorgung


2. Medizinische Spezialisierung verlangt immer effektivere Verfahren
    im Umgang mit komplexen Krankheitsbildern ( z. B. Lyseverfahren
   bei Schlaganfall oder Herzinfarkt )


3. Medizinische Spezialisierung führt auch dazu, daß in der Fläche der
    Wirkungskreis der Spezialisten kleiner ist als der Versorgungsbedarf
    des erkrankten Menschen
Konsequenz ist T E L E M E D I Z I N:
                                     a) sie ist effizient
                                     b) ist ökonomisch machbar
                                     c) bringt Expertenwissen in die Fläche
                                     d) hebt die Versorgung in der Fläche auf ein
                                           höheres Niveau
      Telemedizin = Telefon / Teleradiologie/ Teleneurologie
                        Telemedizin
•Telefon
•Teleradiologie:        Übertragung von CT- und MRT-Bildern
                        (DICOM-Standard)
•Teleneurologie:        körperliche Untersuchung und Befragung
                        am Bildschirm mit Teleneurologische Konsil
                           nach dem MOTTO: „Time is Brain“
       1. Pilotprojekte Regensburg und München-Harlachingen mit
                     12 Kreis- und Regionalkrankenhäusern sowie
                     2 neurologischen Abteilungen ( Stand: 13.5.2006)


            Ergebnisse:   - 250 Konsile / Monat / 12 Kliniken
                          - < 50% Expertenrat per Video
                          - > 50% Verdachtsdiagnose „Schlaganfall“ eine
                                  Fehldiagnose
                          - 2% erhielten eine Lyse
                          - Liegezeitverkürzung von 12,4 auf 9,8 %
                          - Mortalitätssenkung um 2 – 3 %
                          - Reduktion der schweren Behinderungen um 6, 7 %
                          Telemedizin
•Telefon
•Teleradiologie:          Übertragung von CT- und MRT-Bildern
                          (DICOM-Standard)
•Teleneurologie:          körperliche Untersuchung und Befragung
                          am Doppelbild-Video mit
                                 Telekonsil - Diagnose u.
                                             - Therapievorschlag
         1.Pilotprojekte Regensburg und München-Harlachingen
         2.Pilotprojekte Erlangen u. Nürnberg sowie Zentrum Günzburg:
                 - ähnliche Ergebnisse
        3.HELIOS-Kliniken:- Pilotphase in Wuppertal 2004 bis 31.12.2006
                              - 3 Zentren in Wuppertal, Aue und Erfurt ab
                                  1.1.2007 (HELIOS Neuronet)
  V o r a u s s e t z u n g e n : Neurologisches Zentrum mit Intensivstation, Stroke
                 Unit, Neuroradiologie und 24-h-Präsenz
                   Teleneurologie

Vorbedingungen für eine optimale Teleneurologie:
1. Schulung des Stroke-Teams in jeder Klinikeinheit durch:
   - Stroke Update 2 x / Jahr
   - Untersuchungskurse (u.a. Schlucktest / Laryngoskopie-Schluckkurs)
   - Hospitationen mit gemeinsamen Visiten


2. Apparativ: - Telemedizin (z.B. Vimed 2000 („Teledok“) mit 24-h-Hotline bei
                  DICOM-Übertragung (Tonqualität)........DSL..........Zentrum
              - Neuroradiologie im Zentrum,
              - Intensivstation mit CT und ggf. MRT vor Ort


3. Hohe Fachkompetenz (neurologisch, neuroradiologisch, gefäßchirurgisch,
             neurochirurgisch) der teleneurologischen Untersuchungszentren
        Strukturen für eine optimale Teleneurologie

1. Apparativ: - Telemedizin (z.B. Vimed 2000 („Teledok“) mit 24-h-Hotline
                 - Neuroradiologie im Zentrum,
                 - Intensivstation mit CT, ggf. MRT in Aufnahmeklinik vor Ort
2. Struktur von HELIOS NEURONET:
-   Regionale Neurologie-Zentrumsverantwortliche (Ost / Mitte / West)
-   Regionale Kooperations-Verantwortliche: intern ( in spe auch extern)
-   Zentrale Hotline mit vier D2-Handys zur ständigen Erreichbarkeit und    wöchentlicher
        Übergabe mit Rufumleitung der zentralen Hotline auf das jeweils regionale Handy
-   Einheitliche Teleneurologische Konsilbearbeitung durch den
         Spezialisten (mit Nutzung des zentralen HELIOS-Servers)
3. Vorteile der teleneurologischen Konsile: gleichzeitige Bearbeitung der
                 - radiologischen Bilder
                 - Videokonferenz mit dem Patienten
                 - Texten zur Befundung
Vielen Dank
für Ihre
Aufmerksamkeit
                              Telemedizin
efon
eradiologie: Übertragung von CT- und MRT-Bildern (DICOM-Standard)
eneurologie: körperliche Untersuchung und Befragung am Bildschirm
    Pilotprojekte Regensburg und München-Harlachingen mit 12 Kreis- und
    Regionalkrankenhäusern:
              - < 50% Expertenrat per Video
              - > 50% Verdachtsdiagnose „Schlaganfall“ eine Fehldiagnose
              - 2% erhielten eine Lyse
              - Liegezeitverkürzung von 12,4 auf 9,8%
    Für M-Harlachingen (Stand 13,05.06): Versorgung von 12 Regel- und
    Schwerpunkt-Krankenhäusern sowie 2 Kliniken mit kleinen neurologischen
    Abteilungen:        - 250 Konsile / Monat / 12 Kliniken
                        - Mortalitätssenkung um 2 – 3%
                        - Reduktion der schweren Behinderungen um 6,7%
    Pilotprojekte Erlangen und Nürnberg sowie Zentrum Günzburg:
              - ähnliche Ergebnisse
    Voraussetzungen: Neurologisches Zentrum mit Intensivstation, Stroke Unit und
                        24-h-Präsenz