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Handbuch Gesundheitswirtschaft

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					Handbuch Gesundheitswirtschaft

1.
Mechanische Kreislaufunterstützung
Roland Berger

Systeme der mechanischen Kreislaufunterstützung wurden
eingeführt, um das Leben auch Schwerstkranker im Herzversagen
zu erhalten. Solche Systeme sind konzipiert für
den kurzfristigen Einsatz zur Unterstützung nach Infarkt
oder nach Herzoperationen, weiterführende (sogenannte
künstliche Herzen) können über Monate und Jahre bis zur
späteren Herztransplantation, bis zur Herzerholung oder
auch als Dauerlösung die Herzfunktion ersetzen. Berlin hat
eine lange Tradition in der Entwicklung „künstlicher Herzen“,
am Deutschen Herzzentrum Berlin wurde die größte
Zahl solcher Systeme weltweit angewendet. Die aus dem
Zentrum hervorgegangene Firma Berlin Heart hat eine
Führungsrolle weltweit in der Herstellung von Systemen
für Kinder und solchen mit modernster Technik, die auf
Dauer implantiert werden können.

Systems of mechanical circulatory support were developed
to keep patients alive who would otherwise die from heart
failure. Such systems were designed for short-term use after
heart infarcts or after open-heart operations. More advanced
systems (so called artificial hearts) may support or
even replace heart function for months and years till later
on heart transplantation, till heart recovery or as a permanent
implant. Berlin has a long tradition in the development
of such systems. At Deutsches Herzzentrum the largest
number worldwide of “artifical hearts” were implanted.
The offspring company Berlin Heart has a leading role in
the world in creating systems for children and for systems
which can be reliably implanted for several years due to
their magnetic bearings.

2.
Aktuelle Konzepte in der Diagnostik
und neurochirurgischen Therapie
des sogenannten „Altershirndrucks“
(idiopathischer Normaldruckhydrozephalus)
Ullrich Meier, Sven Mutze

Unter der Vielzahl degenerativer Erkrankungen des Gehirns,
die in den demografisch alternden Gesellschaften
der westlichen Industrienationen an immer größerer Bedeutung
gewinnen, besitzt der „Altershirndruck“ aufgrund
der neurochirurgischen Therapieoption eine herausgehobene
Stellung. In der Praxis kommt es darauf an, die mit
einer Symptomatik bestehend aus Gangstörungen, Kurzzeitgedächtnisstörungen
und Kontrollverlust beim Wasserlassen
(Urininkontinenz) auffällig werdenden Patienten im
Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit rechtzeitig
zu diagnostizieren, einer modernen operativen Therapie
zuzuführen und anschließend in regelmäßigen Abständen
nachzuuntersuchen. Ein hoher positiver Vorhersagewert
wird am ehesten durch eine sinnvolle Kombination von
nichtinvasiven (Diagnostikmethode außerhalb des menschlichen
Körpers) und invasiven diagnostischen Maßnahmen
(Instrumentelle Diagnostik innerhalb des Körpers) erzielt.
Dabei kommen neben den Methoden der Neuroradiologie
(Computertomographie und Magnetresonanztomographie)
die probatorische Hirnwasserentnahme bzw. die Volumen-
Druckuntersuchung über eine Lumbalpunktion oder
die lumbale Liquordrainage über 72 Stunden zum Einsatz.
Die Autoren stellen dazu ein Diagnostikschema vor, welches
sich in der klinischen Praxis bewährt hat. Ist ein „Altershirndruck“
diagnostiziert, empfiehlt sich die Operation,
bei welcher das überschüssige Hirnwasser mittels ventilgesteuertem
Schlauchsystem, im Unterhautfettgewebe
platziert, in den Bauchraum abgeleitet wird. In einer klinischen
Verlaufsbeobachtung von Patienten mit „Altershirndruck“
über durchschnittlich 3 Jahre nach der operativen
Therapie konnten die Autoren zeigen, dass mit der Implantation
von Gravitationsventilen sehr gute klinische Ergebnisse
erzielt werden können.

The numerous degenerative brain diseases, especially
adult hydrocephalus, is a focus of growing interest because
of the changing demographics of the elderly in the wes tern
industrial community and due to the existence of satisfactory
neurosurgical treatments. In practice, it is of great
importance to identify those patients with adult hydrocephalus
who have the clinical triad of gait disturbance,
short memory deficit and the inability to control the bladder
function, so that they can receive interdisciplinary diagnostics,
so as to offer the proper modern treatment and
regular clinical follow-up. There is high predictive value in
the effective combination of invasive and non-invasive diagnostic
methods. In fact, the combination of neuro-radiological
functional and morphological methods with probatory
cerebrospinal fluid (CSF) tapping through a single
or sequential lumbar puncture or a continuous lumbar CSF
drainage for 3 days are the best examples of treatments
with a satisfactory outcome. The authors show a diagnostic
scheme which was of great practical use in the diagnosis
of adult hydrocephalus. Here, the therapy of choice is
shunting procedures, where the excessive CSF is transported,
via a valve-regulated subcutaneous catheter system,
in the intra-peritoneal cavity. Through a clinical 3 year postoperative
follow-up study of shunted patients with adult
hydrocephalus using gravitational valve-systems, the authors
demonstrated very good results.
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3.
Standards in der geriatrischen Behandlung/
Herausforderungen für die geriatrische Versorgung
Wayan Kohlmann, Rahel Eckardt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen

Die allgemeine demographische Entwicklung in Deutschland
ist durch einen kontinuierlichen Anstieg der Lebenserwartung
bei stetigem Geburtenrückgang gekennzeichnet.
Der Anteil älterer Menschen > 65 Jahre wird sich deutlich
erhöhen. Es ist daher auch mit einer weiteren Zunahme
der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit zu rechnen. Die
zukünftige demographische Entwicklung sollte allerdings
nicht nur negativ bewertet werden, da sie auch einen signifikanten
und anhaltenden Anstieg der Lebenserwartung
widerspiegelt. Wir werden nicht nur älter, sondern altern
auch bei besserer Gesundheit.
Angesichts der demographischen Entwicklung gewinnt
die Geriatrie als medizinische Fachrichtung zunehmend an
Bedeutung. Die Geriatrie befasst sich mit den Alterungsprozessen
und den diagnostischen, therapeutischen, präventiven
und rehabilitativen Aspekten der Erkrankung alter
Menschen. Geriatrie ist nicht gleich Rehabilitation, aber
die Rehabilitation ist das Herzstück der Geriatrie. Ziel ist
immer die Wiedergewinnung, Verbesserung oder der Erhalt
einer möglichst weitgehenden Selbständigkeit des
Patienten sowie die Vermeidung und Verminderung von
Pflegebedürftigkeit. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die
den Alterungsprozess beeinflussen; hierzu gehören der
Gesundheitsstatus, funktionaler, emotionaler und kognitiver
Status, soziale Kontakte, produktives Engagement sowie
biographische Erfahrung und Ereignisse. Auch Ernährung
und körperliche Bewegung spielen eine entscheidende
Rolle.
Mit Hilfe des geriatrischen Assessments ist es möglich,
medizinische, funktionelle, kognitive, psychische und soziale
Probleme sowie die therapeutischen Möglichkeiten
standardisiert zu erfassen, um einen individuellen Behandlungsplan
erstellen zu können.
Der ältere Mensch weist eine Fülle von Ressourcen auf,
die bisher nicht in vollem Maß bekannt sind und zu wenig
gefördert werden.
Mögliche Strategien für ein gesundes Altern könnten
darin bestehen, die Bedeutung der Prävention und Rehabilitation
bei älteren Menschen hervorzuheben, Chancen
für den Einsatz neuer Medien in der Versorgung älterer
Menschen zu nutzen und für eine zunehmende Geriatrisierung
der Aus- und Fortbildung medizinischer Berufe zu
sorgen.
Präventive, kurative und rehabilitative Aspekte der Behandlung
geriatrischer Patienten sind unter Berücksichtigung
somatischer, psychischer und sozialer Faktoren gleichermaßen
als kontinuierliche langfristige Aufgabe zu verstehen,
die nur in einem multiprofessionellen Team bzw.
einer tragfähigen Beziehung zwischen Arzt, Patient und
therapeutischem Team gelöst werden kann.

The general demographic development in Germany is characterized
by a continuous rise in life expectancy and a constant
decline in the birth-rate, which is why the portion of
older people above 65 years will dramatically increase.
Therefore the number of people in need of care will also
rise. However, the future demographic development
should not only be evaluated negatively, since it also reflects
a significant and continuous rise in life expectancy.
We do not only reach a higher age, but we become older
with significant better health. In view of the demographic
development Geriatrics becomes more and more important.
Geriatrics is concerned with the aging processes and
the diagnostic, therapeutic, preventive and rehabilitative
aspects of the illnesses of the elderly. Geriatrics is not the
same as rehabilitation, but rehabilitation is the heart of
Geriatrics. One aim is always recovery; other aims are to
support the ability of the patient to remain independent
as long as possible and to reduce the need for care.
There are multiple factors that affect the aging pro cess;
health-, functional-, emotional- and cognitive- status, social
contacts, productive commitment and biographical experiences
and events. Nutrition and physical exercise are also
crucial. Through geriatric assessments it is possible to
standardize the medical, functional, cognitive, psychological
and social problems and the therapeutic possibilities
in order to provide an individual treatment plan.
Elderly patients have a lot of resources, which have not
been fully explored and are not sufficiently supported. Possible
strategies for healthy aging could consist of emphasizing
prevention and rehabilitation, using the opportuni-
ties of new media for the support of the elderly and ensuring
the increasing “Geriatricisation” of the basic and advanced
training of medical occupations.
Taking into account psychological and social factors
preventive, curative and rehabilitative aspects of the treatment
of geriatric patients have to be understood as a longterm
task that can only be handled by a multi-professional
team and solved where there is a good relationship between
the physician, the patient and the whole therapeutic
team.
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4.
Aktuelle Trends in der
gastroenterologischen Forschung
Severin Daum, Britta Siegmund, Martin Zeitz

Die gastroenterologische Forschung hat durch Einbeziehung
neuer Methoden und Ergebnisse der Grundlagenfächer
wesentliche Fortschritte erzielt. Diese beziehen sich
sowohl auf ein besseres Krankheitsverständnis als auch
auf eine bessere und weniger belastende Diagnostik und
neue therapeutische Strategien. Durch die Erforschung der
immunologischen Zusammenhänge ist auch ein gezieltes
Eingreifen in Entzündungsprozesse möglich geworden.
Eine Modulation des körpereigenen Immunsystems zur
Entzündungskontrolle oder zur Verbesserung der Tumorabwehr
ist in den Bereich des Möglichen gerückt. Diese
Fortschritte sollen hier an verschiedenen Beispielen von
gastroenterologischen Krankheitsbildern erläutert werden.
Der Einsatz neuer endoskopischer Techniken einschließlich
der konfokalen Endomikroskopie führt zu einer
genaueren Krankheitsbeschreibung mit Früherkennung
prämaligner Veränderungen. Auch wenn durch den Einsatz
der modernen Medizin Heilungen zum Großteil noch immer
nicht möglich sind, so sind durch die aktuellen Entwicklungen
signifikante Fortschritte erreicht worden.
Research in gastroenterology has taken advantage of the
profound progress being made in basic research. Translational
approaches have transferred these findings to develop
novel diagnostic procedures as well as targeted therapies.
Current research in immunology has led to targeted
therapies in inflammation control and tumor progression.
Approaches to modify the immune system might lead to
therapies with fewer side effects. These developments are
described in examples of gastrointestinal diseases. The use
of high resolution endoscopy including confocal endomicroscopy
results in more detailed characterization of disease
processes with the potential for early detection of
premalignant lesions. Although the application of this
modernized medicine does not necessarily result in the
cure of the respective disease, promising new treatment
options have already been developed.
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5.
Standards in der Behandlung des Burnout-Syndroms
bei Fach- und Führungskräften
Bernd Sprenger

Zunächst wird die Geschichte des Burnout-Begriffs beschrieben:
ausgehend von der Atomtechnologie, wo ‚Burnout‘
das Durchbrennen eines Reaktors infolge mangelnder
Kühlung beschreibt, wird der Begriff 1974 durch Freudenberger
erstmals medizinisch verwendet. Er beschreibt einen
Zustand chronischer Erschöpfung mit multiplen körperlichen
Symptomen, der in vieler Hinsicht Krankheitsbildern
aus dem depressiven Formenkreis ähnelt. Burnout-
Zustände ergeben sich als ‚Knotenproblem‘ an der
Schnittstelle von objektiver Arbeitsbelastung und individuellen
psychosomatischen Faktoren wie Konstitution und
Stress-coping-Mechanismen.
Der Prozess der Burnout-Entstehung gliedert sich in
vier Phasen:
        präklinische Phase
        somatische Phase
        psychosomatische Phase
        Vollbild des Burnout
Ein Exkurs beleuchtet das Problem der Suchtentwicklung
in Phase zwei, ein weiterer Exkurs beschäftigt sich mit der
Abgrenzung von Burnout und Depression.
Schließlich geht es um die Diagnose- und Behandlungsstandards:
In der Diagnostik müssen die konkrete Arbeitssituation,
der somatische und der psychische Status des Patienten
einschließlich seiner Ressourcen und Stärken sowie die
Frage des Umgangs mit potentiellen Suchtmitteln geklärt
werden. Daraus ergibt sich der Behandlungsplan, der immer
stark individuell auf den Patienten zugeschnitten sein
muss.
Die Behandlung gliedert sich in
körperliche Regeneration und physischer Konditionsaufbau
bei Abhängigkeitserkrankungen: Entgiftung/Entwöhnung
Psychotherapie: dysfunktionale Haltungen und Stress
– Coping – Muster erkennen und verändern
Planung konkreter Veränderungsschritte im beruflichen
Alltag.

This article begins by describing the history of the term
“burnout”: it was first used in nuclear technology, describing the
burning out of a nuclear reactor when the core
becomes too hot. The term was used in medicine for the
first time in 1974 by Freudenberger.
It describes a state of chronic exhaustion with multiple
physical symptoms, which is to some extent similar to certain
forms of depression.
The state of burnout results from a number of different
factors: the work situation on the one hand, and individual
psychosomatic factors such as physical constitution and
mechanisms of coping with distress on the other.
The process of burning out is divided into four phases:
         pre-clinical phase
         phase of physical symptoms
       psychosomatic phase
       the fully realized burnout-state
In phase two, the danger of the development of an addiction
is described; as is the question of discriminating in
diagnosis between depression and burnout.
Finally the standards appropriate to diagnosis and
treatment are shown. The actual work situation must be
diagnosed together with the physical and psychological
state of the patient, particularly regarding his or her resources;
how the patient copes with drugs, alcohol and
nicotine should be explored.
The therapy must be highly individualized and must
take place in the following fields:
physical recreation and conditioning
detoxification treatment, if there is an addiction:
psychotherapy: recognition of dysfunctional attitudes
and coping mechanisms for distress, showing ways for
changing these patterns changing everyday workplace behaviour.
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6.
Aktuelle Trends in der Kardiologie
Dietrich Andresen

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stehen weltweit
an der Spitze der Todesursachen. Unter ihnen spielt die
Herzkranzgefäßkrankheit (Koronare Herzerkrankung) sowie
Herzrhythmusstörungen eine herausragende Rolle.
Allein in Deutschland wurden im Jahr 2004 deshalb eine
Million Patienten stationär behandelt.
In diesem Artikel wird am Beispiel der Herzkranzgefäßerkrankung
und der Rhythmusstörungen die aktuelle Versorgungsqualität
herzkranker Patienten dargestellt und
das medizinische Forschungs- und Entwicklungspotenzial
aufgezeigt. Insbesondere im medizinisch-technologischen
Bereich könnte Berlin international eine herausragende
Rolle einnehmen. Seine exzellente medizinische Versorgungs-
und Forschungsstruktur muss allerdings konsequent
weiterentwickelt werden. Darum benötigen wir eine
Forschungskultur, die von einer breiten Öffentlichkeit befürwortet
wird. Wenn es uns gelingt, in Berlin ein Klima
der Forschungsfreundlichkeit zu schaffen, dann braucht
sich diese Stadt keine Sorgen darum zu machen, wie sie
Spitzenkräfte nach Berlin holt oder sie hält.
So wie es gelungen ist, Berlin als Kulturmetropole aufzubauen,
so gilt es, diese Stadt zur florierenden Gesundheits-
und Forschungsmetropole weiterzuentwickeln.
Diseases of the cardiovascular system are among the most
common causes of death in the western world. In particular,
diseases affecting the coronary vessel and cardiac arrhythmia
have a major impact. In Germany, more than half
a million patients were admitted to hospital in 2004.
In this article the current quality of therapy is discussed,
focusing on patients with diseases of the coronary
vessel and cardiac arrhythmia. The article identifies medical
technology as an area in which Berlin could reach an
internationally outstanding position. However, the unique
and excellent structure of the medical treatment and research
facilities in Berlin require continuous enhancement.
Therefore we need widespread understanding and support
from the public.
If it is possible to establish this public understanding
in Berlin it will automatically bring highly qualified human
resources for research and science. In the past years Berlin
reached the state of an international capital of culture and
following this it should be the goal to build a capital of
medical research.


7.
Metabolisches Syndrom im Spannungsfeld
zwischen Prävention und Rehabilitation
Heinz Völler

Das metabolische Syndrom besteht aus einem Cluster von
kardiovaskulären Risikofaktoren, denen eine Insulinresistenz
und/oder viszerale Adipositas zugrunde liegt. Im Fettgewebe
werden eine Reihe von Substanzen produziert
(z. B. Hormone, Zytokine), die eine Insulinresistenz und die
Entwicklung eines metabolischen Syndroms begünstigen.
Dem viszeralen Fett kommt dabei aufgrund besonderer
biochemischer Eigenschaften und seiner Lokalisation im
Körper eine Sonderrolle zu. Klinische Komponenten des
metabolischen Syndroms sind eine viszerale Fettvermehrung,
ein erhöhter Blutdruck, erhöhte Triglyzeride, niedriges
HDL-Cholesterin und ein erhöhter Blutzucker.
Da die Insulinresistenz und alle Komponenten des metabolischen
Syndroms kardiovaskuläre Risikofaktoren sind,
implementieren sie ein hohes Risiko für atherosklerotische
Erkrankungen; Auswirkungen sind vorwiegend bei koronarer
Herzerkrankung und Schlaganfall, kaum hingegen bei
peripherer arterieller Verschlusskrankheit zu erwarten.
Die Therapie des metabolischen Syndroms besteht im
Regelfall in einer Änderung der Lebensweise. Da Fehlernährung
und körperliche Inaktivität die Hauptursachen
sind, stellt eine Korrektur der Lebensweise eine ursächliche
und damit sehr effektive Behandlung dar. Die Ernährung
sollte energiearm sein, durch Reduktion von Fetten und
Zuckern und vermehrtem Konsum an Ballaststoffen. Gesättigte
Fettsäuren sollten durch einfach- und mehrfach ungesättigte
Fettsäuren ersetzt werden. Der glykämische Index
sollte niedrig sein, insbesondere bei Diabetikern. Die
körperliche Aktivität ist auf einen Energieverbrauch von
1500 kcal pro Woche zu steigern, was am besten mit einem
Ausdauertraining gelingt; ein zusätzliches Krafttraining ist
wünschenswert. Art und Dauer und Intensität der Bewegungstherapie
richten sich nach individuellen Gegebenheiten;
eingeschränkt sind sie oft durch die Adipositas. Da
Essgewohnheiten und Bewegung verinnerlichte Verhaltensweisen
sind, bedarf es einer begleitenden Verhaltensänderung
im Gruppensetting.
The metabolic syndrome (MetS) consists of a cluster of cardiovascular
risk factors with insulin resistance and/or visceral
obesity as the underlying reason. In adipose tissue a
number of substances are produced (i. e. hormones, cytokines)
favouring insulin resistance and the development
of MetS. Due to its special biochemical characteristics and
location within the body, visceral adipose tissue plays an
exceptional role with respect to these metabolic changes.
Clinical components of the MetS are accumulation of visceral
adipose tissue, high blood pressure, elevated triglycerides,
low HDL-cholesterol, and elevated blood sugar.
Since insulin resistance and all components of the
MetS are cardiovascular risk factors, there is a high risk for
atherosclerotic diseases with respect to coronary artery
disease, stroke and to a lesser extent peripheral occlusive
disease.
Usually the treatment of the MetS consists of changes
in lifestyle. Since malnutrition and physical inactivity are
the main reasons for the development of a MetS, a correction
of lifestyle proves to be a causative and effective treatment.
Nutrition should be low in energy by reducing consumption
of fat and sugar and increasing fiber content.
Saturated fatty acids should be replaced by mono- and
poly- unsaturated fatty acids. The glycemic index should
be kept low, especially for diabetics. Physical activity
should be increased at least up to 1500 kcal/week, preferably
by endurance exercise, and strength training should
be considered. The appropriate type, duration, and intensity
of exercise depends on individual circumstances: they
are often limited by the obesity. Since eating and exercise
are internalized behaviours, it is necessary to achieve
changes in behaviour through group settings.
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8.
Stand und Perspektiven der Lasermedizin
Hans-Peter Berlien, Margitta Poetke

Der Einsatz des Lasers in der Medizin ist seit den sechziger
Jahren bekannt. Hierbei konnte er sich in dieser Zeit als
wertvolles Instrument in zahlreichen Fachgebieten der Medizin
etablieren, insbesondere der Augenheilkunde, Dermatologie,
HNO, Gastroenterologie, Gynäkologie, Urologie
und Neurochirurgie. Die Anwendungsbereiche erweitern
sich seitdem ständig und neue Lasersysteme finden ihre
Anwendung. Hierbei ist entscheidend, daß die Behandlung
den entsprechenden technischen Möglichkeiten ausgerichtet
ist. Erkrankungen sind wesentlich früher und auch schonender
behandelbar, Komplikationen können frühzeitig
vermieden werden. Unabhängig davon, ist die Indikationsstellung
für die Laserbehandlung sorgfältig zu stellen. Der
Artikel soll einen Überblick über typische Indikationen zur
Laserbehandlung vermitteln.

Lasers have been a part of medicine since the late sixties.
In this time, the laser has been adequately established in
numerous specialisms, especially ophthalmology, dermatology,
ENT, gastroenterology, gynaecology, urology, and
neurosurgery. The field is evolving rapidly and new laser
systems have been commercialized. It is important that
the appropriate laser and application method be used.
Nowadays, we are treating lesions much earlier to avoid
complications and progression of the disease, and our expectations
are much higher. Nevertheless, we have to look
carefully for the diagnosis and indications for treatment.
This article will give a short overview about typical indications
for laser treatment.
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9.
Heilender Ionenstrahl
Wolfgang Bayer

Die Partikeltherapie etabliert sich weltweit als neues Verfahren
zur Behandlung von einigen Tumorarten, die bislang
als schwer behandelbar gelten. Experten befürworten die
Errichtung einer solchen Ionenstrahl-Anlage am Standort
Berlin als wichtige Ergänzung zu herkömmlichen Bestrahlungsformen.
Das neue Behandlungszentrum soll indes
nicht nur den Berlinern, sondern auch den Einwohnern der
benachbarten Bundesländer zu Gute kommen.

Particle therapy is going to establish itself worldwide as a
new method to treat some tumor entities, which until now
could not be treated adequately. Experts support the construction
of a particle therapy facility in Berlin as an important
extension of conventional radiation therapy methods.
Not just the citizens of Berlin, but also patients of the
neighbouring federal states would profit from the new facility.
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10.
Maßgeschneiderte Cellulosesulfate
zur Verkapselung von Zellen und
anderen biologischen Objekten
Kay Hettrich, Wolfgang Wagenknecht, Bert Volkert,
Steffen Fischer, Oliver Hauser, Walter Tabotta

Obwohl sulfatierte Polysaccharide mit bestimmten Eigenschaften,
wie Heparin oder Agar(-Agar), in der Natur vorkommen,
stand bisher die Synthese, die Eigenschaften und
mögliche Anwendungen von Cellulosesulfat nicht so im
Fokus wie andere Cellulosederivate, wie z. B. Celluloseacetat
oder -nitrat.
Die Herstellung von Cellulosesulfat kann durch eine
heterogene, homogene oder quasihomogene Synthese erfolgen.
Dabei wird der Übergang von einem Zwei-Phasen-
System zu einem Ein-Phasen-System während der Reaktion
als quasihomogener Prozess verstanden. Mit Hilfe der erwähnten
Synthesewege sind Cellulosesulfate mit ganz bestimmten
Eigenschaften zugänglich. Entscheidende Eigenschaften
von Cellulosesulfaten hinsichtlich ihrer Anwendungen
sind Löslichkeit (z. B. in Wasser), rheologisches Verhalten,
Wechselwirkung mit niedrig oder hoch molekularen
Kationen, thermoreversible Gelbildung, enzymatischer Abbau,
blutgerinnungshemmende und antivirale Aktivität.
Die Eigenschaften der Cellulosesulfate sind abhängig
vom Polymerisationgrad (DP), Substitutionsgrad (DS), von
der Regioselektivität in der Anhydroglucoseeinheit (AGE) und
von der Verteilung der Substituenten entlang der Polymerkette.
Besonders die Verteilung entlang der Kette bestimmt
entscheidend die Eigenschaften des Cellulosesulfats.
Für die biomedizinische Anwendung von Cellulosesulfat
ist insbesondere die Regioselektivität innerhalb der AGE ein
wesentliches Merkmal. Ausgehend von kommerziellen Cellulosetriacetat
können durch regioselektive Deacetylierung
und anschließender Sulfatierung der freien OH-Gruppen
durch Reaktion mit Chlorsulfonsäure oder Amidoschwefelsäure
in einem nicht wässrigen Medium C-2,3 substituierte
Cellulosesulfate erhalten werden. Im Gegensatz dazu führt
die simultane Acetylierung und Sulfatierung von Cellulose
mit Essigsäureanhydrid und Chlorsulfonsäure zur Substitution
in C6-Position nach Verseifung der Acetylgruppen.
Zur Symplex-Mikroverkapselung geeignete Natrium-Cellulosesulfate
sollten in C6-Position mit einem DS von 0,3 bis
0,7 regioselektiv substituiert vorliegen.

Cellulose sulfate have so far received rather little attention
in the study of cellulose derivatization reactions, as compared,
for example to acetylation or nitration. Although
sulfated polysaccharides like heparin or agar[-agar] occur
naturally, the study of their properties and applications
have not received comparable research attention.
The synthesis of cellulose sulfate can occur through
heterogeneous, homogeneous or quasi-homogeneous processes.
The transition from a two-phase to a one-phase system
during the reaction is understood as quasi-homogeneous
process. Cellulose sulfates with defined properties
can be formed applying the aforementioned three different
routes for synthesis. The important characteristics of cellulose
sulfates regarding their applications are solubility (e. g.
in water), rheological behavior, various interactions with
low or high molecular cations, thermo-reversible gel formation,
enzymatic degradability, anticoagulant and antiviral
activity.
The properties of polysaccharide sulfates depend on the
degree of polymerization (DP), the degree of substitution
(DS), the regioselectivity of substitution in the anhydroglucose
unit (AGU) and the substitution distribution along the
polymer chain. It is worth noting that the substitution distribution
along the polymer chain determines the properties
of cellulose sulfate exceptionally.
The regioselectivity of substitution within the AGU is
relevant with regard to the application of cellulose sulfate
in the biomedical field. From commercial cellulose triacetate
a C-2,3 substituted sulfate is obtained by a regioselective
deacetylation at C-2,3-position and subsequent sulfation
of the free OH-groups by reaction formed with chloro-
sulfuric acid or amidosulfuric acid in non-aqueous media.
Furthermore a simultaneous acetylation and sulfation of
cellulose with acetic anhydride and chlorosulfuric acid leads
to a substitution of cellulose in C-6-position after saponification
of the acetyl groups.
For the simplex micro-encapsulation suitable sodium
cellulose sulfate should be substituted regioselectively in
C6 position with a DS between 0.3 and 0.7.
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11.
Radiologie als Produkt: Entwicklung hochwertiger
radiologischer Dienstleistungen im Imaging Science
Institute Charité Berlin – Siemens
Alexander Huppertz, Bernd Hamm

Das Imaging Science Institute (ISI) ist eine wissenschaftliche
Kooperation der Charité, Universitätsmedizin Berlin und
Siemens Medical Solutions. In repräsentativen Räumlichkeiten
in der historischen Mitte Berlins werden hochmoderne
Geräte von Siemens, derzeit ein Ganzkörper MRT (MAGNETOM
Avanto mit TIM-Technologie, total imaging matrix),
ein 64-Zeilen CT (SOMATOM Sensation 64) und hochleistungsfähige
IT von den Ärzten der Charité eingesetzt. In
täglicher Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Applikationsspezialisten
und Management der Siemens AG werden neueste
MRT und CT Untersuchungen, unter anderem die CT
der Herzkranzgefäße, die virtuelle Endoskopie des Dickdarmes,
die Herz-MRT sowie Ganzkörper MRT Untersuchungen
im Rahmen kardiovaskulärer Präventionsprojekte durchgeführt
und kontinuierlich weiter entwickelt. Das Ziel der Projektes
ist eine Weiterentwicklung der Untersuchungen mit
einem Fokus auf Standardisierung der Untersuchungsprotokolle
und vereinfachtes Post-processing der Daten, um
schneller und effizienter mit den Patienten und den zuweisenden
Ärzten kommunizieren zu können. Derzeit wird im
ISI mit 3D Darstellungen der Herz-CT, welche den Bildern
der Katheter-Angiographie („Cath view“, Katheterblick) ähneln
sowie an neuen Darstellungen der virtuellen Endoskopie
mit Ähnlichkeit zur konventionellen Endoskopie gearbeitet.
Außerdem werden neue Software-Lösungen zur Erleichterung
der Diagnose von Ganzkörper-MRT Untersuchungen
verwendet. In Zusammenarbeit mit Unternehmen
der Region und bestimmten Krankenkassen, welche die
Forschung des ISI unterstützen, werden diese innovativen
Untersuchungen mit ihrem patientenfreundlichen Ablauf
im ISI durchgeführt.

The Imaging Science Institute (ISI) is a scientific cooperation
between the Charité university hospitals in Berlin and
Siemens Medical Solutions. In the historic center of Berlin,
there is a representative location with the newest equipment
developed by Siemens, currently a whole-body MRI
scanner (MAGNETOM Avanto with TIM technology, total
imaging matrix), a 64-slice CT (SOMATOM sensation 64),
and top performance IT equipment, which is used by Charité
physicians. In daily cooperation with engineers, application
specialists and management from Siemens, the
newest MRI and CT examinations – including CT of the
coronary arteries, virtual endoscopy, cardiac MRI and
whole-body MR cardiovascular preventive examinations –
are performed and continuously developed. The aim of the
project is to further develop diagnostic examination with
a focus firstly on standardization of the examinations, and
second on the facilitation of post-processing in order to
communicate faster and more efficiently with the patients
and the referring physicians. Currently ISI is working on 3D
representation of cardiac CT in a format resembling catheter
angiography (cath view) and of virtual endoscopy in
a format resembling conventional endoscopy. In addition,
new software tools to facilitate the diagnosis of wholebody
MRI are used. The innovative examinations and their
patient-friendly workflow as performed in the ISI are carried
out by the ISI in cooperation with companies and selected
health-care insurance providers from the Berlin region
supporting the research projects in the ISI.
12.
Arbeitswissenschaft im Gesundheitswesen –
Balancierte Rationalisierung statt
banaler Rationierung
Ingo Marsolek, Wolfgang Friesdorf

Weltweit steht der Gesundheitssektor unter wachsendem
Kostendruck. Nicht nur in Deutschland scheint daher eine
Rationierung (Beschränkung) des medizinischen Leistungsangebots
unerlässlich, wenn nicht auf allen Systemebenen
vorhandene Rationalisierungspotenziale zusammen mit
den medizinischen Leistungserbringern möglichst systematisch
freigesetzt und zur Erschließung innovativer Marktfelder
eingesetzt werden. Aufbauend auf unserer Erfahrung
aus mehr als 30 arbeitswissenschaftlichen Analyse- und
Optimierungsprojekten im klinischen Umfeld setzen wir
hierfür auf eine „Balancierte Rationalisierung“ und deren
fraktale Projektumsetzung mit dem Ziel der Etablierung
einer kontinuierlichen Strategie-Optimierung auf allen Systemebenen.
Nur so kann langfristig sicher gestellt werden,
dass möglichst viele Mitarbeiter des betroffenen Arbeitssystems
ihr Expertenwissen in die notwendigen Veränderungsprozesse
einbringen und mit Hilfe der freigesetzten
Ressourcen neue erfolgversprechende Marktfelder gemeinsam
angegangen werden.
Increasing cost pressures characterize the healthcare sector
all over the world. Therefore, not only in Germany does
a rationing of available medical treatment seem to be unavoidable,
if the existing potential for rationalization is not
taken advantage of together with the integration of the
involved medical staff at all levels and these opportunities
are taken for the re-investment into innovative market segments
as systematically as possible. Based on our experience
from over 30 analysis and optimization projects in
the clinical environment, we are using “balanced rationalization”
and its ramifications to establish a continuous
strategic optimization on all system layers. Only in this
way, in the long term, will as many medical staff members
as possible integrate their expert knowledge into the necessary
change processes, allowing the thereby released
resources to be used together again for targeting new and
promising markets.
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13.
Virtuelle Mikroskopie: Eine neue Qualität
in der telepathologischen Zweitbefundung
Manfred Dietel, Thomas Schrader

Die Virtuelle Mikroskopie stellt mit ihren Verfahren neue
Möglichkeiten zur Kommunikation und Konsultation für die
Pathologie bereit. Indem der gesamte Glasobjektträger eines
histologischen Präparates gescannt, abgespeichert und
über das Internet als digitales Bild betrachtet werden kann,
ist ein deutlicher Entwicklungsschub in der Telepathologie
zu spüren.
Im Rahmen des Brustvorsorgeprogramms wurden nationale
und internationale Qualitätsrichtlinien zur Prozessund
Ergebnisqualität gesetzlich verankert. So ist vorgeschrieben,
dass alle diagnostischen Schritte (die Röntgen-
Untersuchung der weiblichen Brust als auch die histologische
Untersuchung von Gewebe) durch einen zweiten
Experten kontrolliert werden müssen. Für die Pathologie
bedeutet dies, dass die histologischen Schnitte zu einem/r
Pathologen/in einer anderen Einrichtung gesandt werden
müssten. Für diese Situation einer regulären Zweitbefundung
ist die Telepathologie sehr gut geeignet, was in verschiedenen
Studien bestätigt werden konnte. Eine besondere
Rolle spielt dabei die Virtuelle Mikroskopie.

Virtual microscopy offers new technologies for scanning,
storing, and providing complete digitalized histological
glass slides. The whole slide images (WSI) can be viewed
from the Internet anytime and anywhere. This provides
new impulses for the development of telepatholocial applications.
In the German Breast Cancer Screening Program national
and international rules of quality assurance were
implemented including measures dealing with process and
outcome quality. Every diagnostic step in the process of the
screening program has to be controlled by a second expert.
In a pathology department the glass slides of a case should
usually be sent from one pathology department to another
expert. But for this use case, telepathological consultation
is the best option for a secure and fast consultation. In this
scenario, virtual microscopy plays an important rule because
of the possiblity of reviewing all digitalized slides in
their entirety.
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14.
Moderne Bildgebung ermöglicht
schonenden Blick ins Herz
Marc Dewey, Bernd Hamm

Die koronare Herzkrankheit (KHK) wird durch die Atherosklerose
der Herzkranzgefäße (Koronararterien) und dadurch
bedingte bedeutende Einengungen (Stenosen) hervorgerufen.
Diese Einengungen frühzeitig zu erkennen und
einer optimalen Behandlung zuzuführen ist eines der vorrangigen
Ziele der kardiovaskulären Medizin. Bisher wurde
zur definitiven Diagnose der KHK die konventionelle Koronarangiographie
mittels Herzkatheterisierung benutzt.
Nicht-invasive schonende Methoden wie die Mehrschicht-
Computertomographie (MSCT) aber auch die Magnetresonanztomographie
(MRT) sind Alternativen zur Darstellung
von Verengungen der Herzkranzarterien, wobei sich in einer
aktuellen Studie der Charité gezeigt hat, dass die MSCT der
MRT hierbei signifikant überlegen ist. Auch die Funktion des
Herzens scheint mit der MSCT exakter analysierbar zu sein
als mit herkömmlichen Methoden wie der Echokardiographie
und der Herzkatheteruntersuchung. Bei der Frage der
Herzdurchblutung und -vitalität ist jedoch die MRT das optimale
nicht-invasive Verfahren mit der höchsten Aussagekraft.
Weitere Innovationen der MRT und MSCT betreffen
sowohl die Entwicklung von intravaskulären MRT-Kontrastmitteln
als auch die 256-Schicht-CT, die beide in naher Zukunft
auf neuen Gebieten klinisch relevante Informationen
liefern könnten.

Coronary artery disease (CAD) is caused by atherosclerosis
of the coronary arteries and leads to stenoses of these vessels.
To detect these stenoses early on and initiate subsequent
optimized therapeutic management is one of the
foremost aims of cardiovascular medicine. Until now, definitive
diagnosis of CAD was performed using invasive
(catheter-based) approaches. Non-invasive gentle tests
such as multislice computed tomography (MSCT) and magnetic
resonance imaging (MRI) are alternatives to detection
of stenoses of the coronary arteries. A recent study
carried out at Charité showed that MSCT is significantly
superior to MRI in detecting patients with CAD. Also analysis
of cardiac function is more accurate using MSCT than
conventional tests such as those using echocardiography
or cardiac catheterization. In regards to myocardial perfusion
and viability MRI is the optimal non-invasive test
with the highest diagnostic accuracy. Further innovations
of MRI and MSCT will occur in the development of intravascular
MR contrast agents and 256-slice CT – both of
them being rather likely to result in the availability of relevant
additional clinical information in the near future.
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15.
Stand und Perspektiven der
Bildgebenden Verfahren in der Medizin
Cosima Jahnke, Ingo Paetsch, Eckart Fleck

Grundlegend für die moderne kardiologische Diagnostik
und Therapie sind bildgebende Verfahren. Weit verbreitet
und am bedeutendsten sind hierbei die Echokardiographie
und die konventionelle Röntgenkoronarangiographie. Die
Echokardiographie erlaubt in kurzer Untersuchungszeit
eine Einschätzung der regionalen und globalen Myokardfunktion
sowie die Beurteilung und Quantifizierung von
Klappenvitien. Die Domäne der invasiven Koronarangiographie
ist die Darstellung der Herzkranzgefäße und die Detektion
obstruierender Koronarstenosen; bei Nachweis einer
koronaren Engstelle wird die ursprünglich diagnostische
Prozedur zur Intervention ausgebaut und die Therapie
kann sofort erfolgen.
Ungeachtet der unbestreitbaren Erfolge haben die derzeit
in der Kardiologie verwendeten Bildgebungsverfahren
doch auch spezifische Nachteile: so ist die Diagnosegenauigkeit
der Echokardiographie sehr von der Schallqualität
des individuellen Patienten abhängig und gerade bei Patienten
mit Zustand nach Thorakotomie häufig deutlich reduziert.
Wünschenswert wäre daher ein nicht invasives, bildgebendes
Verfahren, dass neben der Darstellung der Kranzgefäße
in gleicher Sitzung einen Ischämienachweis liefern
könnte. Die Verbesserung und die Erhaltung der Myokardfunktion
spielen eine zentrale Rolle in der kardiologischen
Therapie: moderne bildgebende kardiale Diagnostik muss
dem behandelnden Kliniker daher die relevanten Informationen
liefern, um die entsprechenden therapeutischen
Strategien (z. B. medikamentöse versus interventionelle
Therapie) einleiten zu können.
Die rasante technische Entwicklung schnittbildgebender
Verfahren im Zusammenspiel mit intensiver klinischer
Forschung führten dazu, dass die kardiale Magnetresonanztomographie
(CMR) und die Computertomographie mittlerweile
eine wohl definierte Rolle in der Diagnostik einer
Vielzahl kardialer Erkrankungen einnehmen.
Der zunehmenden Verbreitung der CMR-Diagnostik wie
auch dem anerkannt großen Potenzial dieser Modalität
wurde in den erst kürzlich von den kardiologischen Fachgesellschaften
(American College of Cardiology, European Society
of Cardiology und Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)
herausgegebenen Richtlinien hinsichtlich des Indikationsspektrums
Rechnung getragen [1–3]. Im Folgenden sollen
die derzeit etablierten klinischen Indikationen der CMR
erörtert werden, gefolgt von einem Ausblick auf weitere
Entwicklungen dieser Bildgebungsmodalität.
Morphological and functional imaging of the heart plays
a pivotal role in clinical decision making. Generally, such
information is derived from traditional imaging methods
like echocardiography and invasive angiography. Echocardiography
provides relevant information regarding regional
and global left ventricular function and characterizes
valve function, while coronary angiography is mainly used
for depicting the coronaries and determining atherosclerotic
lesions. In case of detection of coronary luminal obstruction,
therapeutic dilatation can be performed during
the same invasive examination.
Though the diagnostic value of these widely employed
imaging modalities cannot be argued, there are some inherent
and specific limitations, e. g. the diagnostic accuracy
of echocardiography mainly depends on the individual
patient’s acoustic window and, thus, is severely reduced
after thoracotomy or if chronic obstructive lung disease is
present.
The majority of modern cardiological therapeutic strategies
have a common goal which is the preservation or even
improvement of myocardial contractile function. Hence, an
ideal cardiac imaging modality should reliably and reproducibly
characterize myocardial function and structure
thereby representing the basis for choosing an adequate
cardiological treatment (e. g. medical versus interventional/
surgical therapy). Most attractively, it should also allow
depiction of coronary pathology and detection of its functional
significance to the myocardium (i. e. ischemia) during
a single session examination.
The rapid technical development of tomographic imaging
methods together with intense clinical evaluation of
their application has increased our knowledge about car-
diac and coronary diseases tremendously. Both cardiac magnetic
resonance (CMR) and computed tomography now
have a quite well-defined role in the clinical arena. This has
recently been acknowledged in guidelines issued by the
American College of Cardiology, the European Society of
Cardiology and the German Cardiac Society all of which
provide clear recommendations for the use of CMR as a
routine diagnostic tool. This article will briefly summarize
these well-recognized and established CMR indications and,
in addition, will provide an overview of potential applications
in the future.
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16.
Offene Hochfeld-MR-Tomographie:
Die Zukunft der bildgesteuerten Mikrotherapie
Jens Pinkernelle, Ulf Teichgräber, Bernd Hamm

Die MRT bietet unter den nicht invasiven bildgebenden Verfahren
die qualitativ hochwertigste morphologische Darstellung
auch ohne den Einsatz von Kontrastmitteln und
unter Verzicht auf ionisierende Strahlung. Zudem ermöglichen
Hochfeld-MRT-Systeme eine weitergehende Bildgebung,
z. B. zur Messung von Metabolitkonzentrationen im
Gewebe oder zur Bestimmung der Gewebetemperatur. Ein
klinisch routinierter Einsatz der MRT zur Überwachung minimal-
invasiver Eingriffe, die bisher weitgehend mittels CT
gesteuert werden, ist daher wünschenswert. Die Konzeptuierung
eines MRT-Systems kann in geschlossener und offener
Bauweise erfolgen. Offene MRT-Systeme bieten zusätzlich
zur hervorragenden MRT-Bildgebung auch eine gute
Zugänglichkeit zum Patienten, wodurch minimal-invasive
Eingriffe möglich werden. Trotz des seit fast 2 Jahrzehnten
erprobten, überwiegend experimentellen Einsatzes der offenen
MRT zur Steuerung minimal-invasiver Eingriffe, bestehen
weiterhin Hindernisse bei der Überführung in die
routinemäßige klinische Anwendung. Vorwiegend gilt es,
noch einige technische Schwierigkeiten zu überwinden.
Letztere beinhalten im Wesentlichen eine Echtzeitbildgebung
der jeweiligen Körperregion mit hoher Ortsauflösung
und andererseits eine hoch aufgelöste Darstellung des Instrumentariums.
Seit neuestem steht eine Generation von
offenen MRT-Systemen zur Verfügung, die im Hochfeldbereich
bei 1,0 Tesla arbeiten und alle Untersuchungsmethoden
der modernen MRT-Bildgebung unterstützen. Die innovative
offene Hochfeld-MRT ist zentraler Bestandteil eines
durch die Technologiestiftung Berlin (TSB) geförderten klinisch-
industriellen Verbundprojekts für die Entwicklung eines
anspruchsvollen MRT-tauglichen Eingriffs- und Überwachungsinstrumentariums,
mit der die minimal-invasiven
Therapien auf international führendem Niveau vorangetrieben
werden sollen.

MRI offers favourable imaging potential without using ionizing
radiation. Furthermore, in many cases there is no
need to inject intravenous contrast material. Beyond the
anatomic imaging, MRI also offers functional imaging options
such as MR-spectroscopy, functional MRI and diffusion
weighting. For this reason MRI is a highly demanded
technique to be used intraoperatively to better guide interventions
and surgical procedures. There are closed bore
and open bore MRI systems available. Open MRI is suitable
for image-guided interventions because of a much better
patient accessibility. MRI guided interventions have been
performed in experimental and clinical settings for about
two decades. However, a big body of literature deals with
feasibility and technical studies. Despite considerable technical
achievements there are still some technical obstacles
avoiding a routine usage of interventional MRI. A high
resolution time MR-imaging has to be established while
carrying out interventions and surgical procedures including
the positioning of imaging equipment and interventional
tools. Open MRI has recently been demonstrated
working at 1.0 Tesla, offering all imaging tools and providing
image quality comparable to conventional closed bore
scanners at 1.5 Tesla. Such a high end MRI system is currently
the focus of a research project initiated at Charité
funded by the Technologiestiftung Berlin (TSB ). The aim is
to develop advanced interventional and surgical instruments
and methods for lifting interventional MRI into clinical
routine.
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17.
Nanotechnik für die Molekulare Bildgebung;
Berliner Kristallisationspunkt für
ein bundesweites Verbundprojekt
Matthias Taupitz, Jörg Schnorr, Bernd Hamm

Mit dem Ziel, krankhafte Prozesse auf zellulärer oder molekularer
Ebene bildlich darzustellen, werden derzeit zahlreiche
Ansätze auf der Basis Magnetischer Nanopartikel (MNP)
als empfindlich nachweisbarer Marker für die Magnetresonanztomographie
(MRT) erforscht. Die verschiedenen MNP
unterscheiden sich bezüglich Partikelgröße (ca. 20–150 nm,
und darüber), Aufbau, magnetischen und biologischen Eigenschaften.
In einem Kooperationsprojekt zwischen dem
Institut für Radiologie der Charité, Campus Mitte, und dem
Teltower Start-up Unternehmen Ferropharm GmbH wurde
eine neue Klasse von MNP für die in vivo Anwendung entwickelt,
die sich bezüglich magnetischer und biologischer
Eigenschaften von bisherigen Ansätzen unterscheiden. Die
geringe Größe der neuartigen Nanopartikel (7 nm gegenüber
20–50 nm, daher Very Small Superparamagnetic Iron
Oxide Particles – VSOP) und die Oberflächenstruktur wird
als Voraussetzung für eine verbesserte Bioverfügbarkeit in
vivo am Ort des darzustellenden Krankheitsprozesses sowie
für Techniken der Zellulären und Molekularen MR-Bildgebung
angesehen. In einem seit 2005 durch das BMBF im
Programm Nano for Life geförderten Konsortium mit der
Bezeichnung Nano_AG arbeiten neben der Gruppe des Institut
für Radiologie der Charite und der Firma Ferropharm
Arbeitsgruppen der Universität Freiburg, der Firma MeVis
(Bremen), des Deutschen Krebsforschungszentrums (Heidelberg),
der Firma Siemens (Erlangen) und der Firma Bayer-
Schering Pharma (Berlin) daran, auf der Basis der VSOP
einen Marker für die Molekulare MR-Bildgebung zur Identifizierung
von gefährlichen atherosklerotischen Gefäßwandplaques
zu entwickeln. Weitere Kontrastmittel und
molekulare Marker für die MRT-Bildgebung des vulnerablen
Plaques werden in einem Berliner Konsortium gemeinsam
mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin und Bayer-Schering
Pharma erforscht, das seit 2005 durch die Technologiestiftung
Innovationszentrum Berlin (TSB) gefördert wird.

Much research focuses on the investigation of approaches
using magnetic nanoparticles (MNPs) as sensitive markers
for the detection by magnetic resonance imaging (MRI) of
disease at the cellular or molecular level. Various MNPs
are available that differ with regard to particle size (about
20–150 nm and greater), composition as well as magnetic
and biological properties. In a cooperative effort, the Department
of Radiology, Charité Campus Mitte, and Ferropharm
GmbH, a start-up company in Teltow near Berlin,
jointly developed a new class of MNPs for in vivo administration
that differ from earlier particles in terms of their
magnetic and biological properties. The small size of the
novel nanoparticles (7 nm versus 20–50 nm of available
products; therefore they are called Very Small Superparamagnetic
Iron Oxide Particles – VSOP) and their surface
structure are considered prerequisites for an improved bioavailability
at the target site and for using the particles
in cellular and molecular MR imaging. A research consortium
– Nano AG – has been working on the development
of a marker for molecular MR imaging on the basis of VSOP
aimed at identifying vulnerable atherosclerotic plaques of
the arterial wall. This consortium consists of the study
group of the Department of Radiology of the Charité and
Ferropharm as well as research groups from the University
of Freiburg, MeVis company (Bremen), the German Cancer
Research Center (Heidelberg), Siemens (Erlangen), and
Bayer-Schering Pharma (Berlin) and has been supported
by the “Nano for Life” program of the German Federal Ministry
of Education and Research (BMBF) since 2005. Further
contrasts media and molecular markers for MR imaging
of vulnerable plaques are under investigation within a Berlin
research consortium together with the German Heart
Institute Berlin and Bayer-Schering Pharma, which is funded
by the Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin
(TSB) since 2005.
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18.
Berlin bündelt seine Kompetenz
im Bereich Molekulare Bildgebung
Harald Mylord, Bernd Hamm, Eckart Fleck, Helmut Kunze

Die „Molekulare Bildgebung“ gilt unter Ärzten, Forschern
und Industrievertretern als zentrales Zukunftsfeld der modernen
Medizin, das die medizinischen Kernthemen wie
Herz/Kreislauf, Onkologie, Neurologie und Magen-Darm-
Erkrankungen in ausgeprägtem Maße betrifft. Mit ihr lassen
sich die mit der Entwicklung von Krankheiten verbundenen
molekularen Veränderungen abbilden und quantifizieren,
bevor sich erste morphologische Veränderungen vollziehen.
Berlin verfügt in mehrfacher Hinsicht über sehr gute Voraussetzungen,
um in dem Zukunftsfeld Molekulare Bildgebung
in Deutschland eine führende Rolle einzunehmen.
Sowohl von der Geräteausstattung als auch von der wissenschaftlichen
Exzellenz sowie von den Verbundprojekten zwischen
Industrie und Wissenschaft her bilden die Berliner
Akteure die Wertschöpfungskette der Molekularen Bildgebung
prominent ab. Das neu gegründete Imaging Netzwerk
Berlin (INB) hat daher das Ziel, die Zusammenführung und
Koordination der verteilten regionalen Aktivitäten im Bereich
Molekulare Bildgebung voran zu treiben und mögliche
Lücken im Wertschöpfungsprozess zu schließen. Die Etablierung
eines „Berliner Zentrums für Molekulare Bildgebung“
ist ein zentrales Anliegen des INB.

Among physicians, researchers and industry-representatives,
“Molecular Imaging” is considered as being a future
core field of medicine, which affects central medical topics
like cardiovascular diseases, oncology, neurology and gastro-
intestinal diseases to a great extent. It enables the
imaging and quantification of molecular changes which
are related to the development of diseases prior to the
manifestation of initial morphological changes. Berlin has
all the qualifications, in many respects, to take a leadership
role in Germany regarding the future field of Molecular
Imaging. Berlin’s strengths in capital, scientific research
excellence and cooperation between industry and science
through joint projects are the basis of the prominence of
the Molecular Imaging value-added chain shown by the
innovators in Berlin. The Imaging Network Berlin (INB) startup
therefore aims at supporting the consolidation and the
coordination of the widespread regional activities concerning
Molecular Imaging and at closing possible gaps within
the value-added chain. The establishment of a “Berlin Centre
of Molecular Imaging” is a central concern of the INB.
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19.
Neue Krankenhausarchitektur im Wandel
des Gesundheitswesens
Stefan Ludes

Das Krankenhaus hat sich im Laufe seiner Geschichte zu
einer heute hochdifferenzierten multiprofessionellen und
hochtechnisierten Einrichtung für die gesamte Bevölkerung
entwickelt. Die Einführung des pauschalierten Entgeltsystems,
der DRG und der Wandel im Gesundheitswesen verändert
die Krankhauslandschaft nachhaltig. Investitions-,
Kosten- und Konkurrenzdruck zwingt die Krankenhäuser zu
schlanken, wirtschaftlichen Strukturen und neuer Marktorientierung.
Der Weg zum medizinischen Dienstleistungszentrum,
zu prozessorientierten Arbeitsabläufen und kundenorientierten
Leistungs- und Serviceangeboten ist unumkehrbar.
Er bedingt innovative Lösungsansätze und vor allem
neue bauliche Strukturen und Qualitäten für eine
konkurrenzfähige Teilnahme am Gesundheitsmarkt der Zukunft.
Die Krankenhausarchitektur gewinnt dabei an entscheidender
Bedeutung für die strategische Entwicklung
und Gestaltung sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
der Gesundheitseinrichtungen.

In the course of its history until now, the changes in hospitals
have resulted in a highly differentiated, multi-professional
and highly engineered institution for the population.
The introduction of the lump-sum payment system,
DRG (Diagnosis Related Groups) and alterations in healthcare
system are subject to changes with long-term effects
on the hospital environment. Investment, costs and competitive
pressure constrains hospitals to lean, economic
structures and new orientation toward the market. The
way to a medical service centre, to process-oriented workflows
and client-oriented performance and service offers
is irreversible. It has induced innovative approaches to
problems and especially new physical structures and abilities
in order to participate in the future healthcare market.
Hospital architecture takes on decisive significance for strategic
development and design as well as for the economic
capability of healthcare facilities.
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20.
Leistungsfähiges Facility Management im
Krankenhaus mit privater Partnerschaft am Beispiel
der Charité CFM Facility Management GmbH
Frank-Michael Frede

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat im Januar 2006
die Verantwortung für die Erbringung sämtlicher nichtmedizinischen
Leistungen gebündelt und in eine Tochtergesellschaft
ausgegliedert. Die neu gegründete Charité CFM
Facility Management GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen
der Charité und der VDH Arbeitsgemeinschaft Charité
GbR, einem Zusammenschluss der VAMED Management
und Service GmbH Deutschland, der Dussmann-Gruppe und
der Hellmann Worldwide Logistics.
Die CFM hat die Aufgabe, durch die Installierung innovativer,
nutzerorientierter Strukturen insbesondere die Servicequalität
für die Nutzer in der Charité spürbar zu steigern.
Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, Einsparpotenziale
zu realisieren, die über die bloßen, mit der Gründung von
umsatzsteuerlichen Organschaften regelmäßig verbundenen,
steuerlichen Vorteile deutlich hinausgehen.

In January 2006, Charité – Universitätsmedizin Berlin consolidated
the responsibility for the entire scope of nonmedical
services to a subsidiary company as part of an
outsourcing strategy.
The newly established entity “Charité CFM Facility Management
GmbH” (CFM) is a joint venture between Charité
and VDH Bietergemeinschaft Charité GbR, the latter being
a consortium consisting of VAMED Management und Service
GmbH Deutschland, the Dussmann-Group and Hellmann
Worldwide Logistics.
CFM’s main objective is to achieve higher levels of quality
service with the introduction of innovative and user-oriented
structures and services. In addition, it is expected to
achieve costs savings for the client which go far beyond
these in form of tax advantages that are usually achieved
through the establishment of a taxable entity.
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21.
Outsourcing nicht-medizinischer Leistungen
für Krankenhäuser
Michael Kirchner

Politische und rechtliche Veränderungen sowie steigende
Patientenansprüche erhöhen den Wettbewerb unter den
Krankenhäusern und stellen diese unter wachsenden Finanzierungs-
und Kostendruck.
Der Text soll Aufschluss über die Methodik zur Analyse
und Optimierung nicht-medizinischer Dienstleistungen geben.
Es werden die kritischen Fragestellungen der Prozessauslagerung
und Analysetechniken zur Entscheidungsfindung
behandelt. Abschließend werden Chancen und Risiken
des Outsourcing hervorgehoben.
Der Autor vertritt die Hypothese, dass es eine Erfolg
versprechende Maßnahme sei, Dienstleistungen an externe
Firmen auszulagern, mit der Intention die Effizienz und Qualität
im Arbeitssystem Krankenhaus zu steigern.
Die SWOT-Analyse (engl. Akronym für Strengths, Weaknesses,
Opportunities und Threats) ist ein Werkzeug des
strategischen Managements und ein verbreitetes Instrument
zur Situationsanalyse, welches in der strategischen
Unternehmensplanung eingesetzt wird.
Make-or-Buy bzw. Eigenfertigung oder Fremdbezug ist
die Überlegung, ob einzelne Komponenten des Prozesses
im Eigenleistung erbracht werden oder ob es effizienter ist,
diese Leistung von Lieferanten zu kaufen (Fremdbezug).

Political and legal changes and rising patient demands are
the source of increased competition, increased financing
pressures and rising-cost pressures within the health care
industry, particularly in hospitals.
This article is a councellation on the methodology of
the analysis and optimization of supportive processes in
the health care industry. It deals with critical questions regarding
outsourcing processes and analysis techniques for
decision making, which are needed to ensure a successful
process execution. We emphasize the opportunities and
risks associated with outsourcing.
The author supports the hypothesis that it is a successpromoting
measure to outsource services to external companies
with the intention of increasing efficiency and quality
in hospitals.
A SWOT analysis is a strategic planning tool used to
evaluate the Strengths, Weaknesses, Opportunities, and
Threats involved in a project or in a business venture or in
any other situation faced by an organization or individual
who needs to make a decision in pursuit of an objective.
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22.
Das Sanitätshaus als moderner Dienstleister
für Patient, Arzt und Kostenträger
Bernd Hempel

Die Branche Sanitätshaus/Orthopädie & Rehatechnik als
Gesundheitsdienstleister steht zu Unrecht im Schatten der
Entwicklungen anderer bedeutender Anbieter im Gesundheitswesen
wie Pharmaindustrie, Ärzteschaft oder Krankenhäuser.
Perspektiven, Gesamtentwicklungen und Probleme
in der Finanzentwicklung und der politischen Betrachtung
beschäftigen sich hauptsächlich mit den Großen und lassen
für eine kleine Branche wenig Raum.
In Deutschland leben 6,7 Millionen körperlich als
schwerbehindert eingestufte Menschen, denen in vielen
Fällen nur durch den Einsatz eines modernen technischen
Hilfsmittels aus dem Sanitätshaus/Orthopädie & Rehatechnik
ein eigenständiges Leben in normaler Lebensqualität
möglich ist.
Eine Analyse der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung
des Faches ist schwierig, denn die geringe Größe der Branche
schließt den Vergleich mit anderen Leistungserbringern
im Gesundheitsmarkt aus. Umso mehr sollten sich Politik
und Kostenträger nicht nur dem ewigen Absenken von Preisen
widmen. Es ist die Einbindung von Sanitätshaus/Orthopädie
& Rehatechnik in vorbeugende Maßnahmen anzugehen
und damit auch die Verkürzung von kostenintensiven
stationären Aufenthalten gemeinsam zu gestalten.

The surgical appliances/orthopaedic and rehabilitation
technology sector as a source of health service provision
is unjustly left in the shadow of the developments of other
major suppliers in health care such as the pharmaceutical
and medical industries or hospitals. Established financial
and political points of view on the appropriate perspectives,
approach to development and the handling of problems
are mainly concerned with the large sectors and allow
little room for the small ones.
There are 6.7 million people living in Germany who are
classified as severely handicapped. In many cases they are
able to lead an independent life only through the use of
modern facilities from surgical appliances/orthopaedic and
rehabilitation technology.
An analysis of the total economic impact is difficult because
the relatively small size of the industry precludes
comparison with other care providers. This is even more
reason for politicians and financiers not to dedicate themselves
only to spending cuts. They should devise new methods
to integrate surgical appliances/orthopaedic and rehabilitation
technology into preventative measures and with
this the shortening of in-patient stays.
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23.
Warum brauchen Unternehmen innovative Konzepte
für die betriebliche Gesundheitsförderung?
Werner Fürstenberg

Die Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten Jahren
durch die Verschärfung des globalen Wettbewerbs verändert.
Neue Arbeitsformen und der ständige Rationalisierungszwang
führen zu höheren psychomentalen und psychosozialen
Belastungen. Von den Führungskräften und
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird mehr Leistung,
soziale Kompetenz und emotionale Stabilität gefordert.
Krankenkassen (z. B. DAK- und TK-Report) schlagen
Alarm: Der Anteil der Versicherten mit Krankschreibungen
wegen psychischer Beeinträchtigungen ist in den letzten
Jahren dramatisch gestiegen. Die Krankheitskosten für psychische
Probleme und Verhaltensstörungen liegen mittlerweile
jährlich bei ca. 23 Milliarden EURO.
Mit einem gezielten betrieblichen Gesundheitsmanagement
und innovativen Konzepten zur Gesundheitsförderung
können Unternehmen diesem Trend effizient entgegenwirken.
Wer die Gesundheit seiner Mitarbeiter fördert
und erhält, die Arbeitsbedingungen optimiert und die Mitarbeiterzufriedenheit
auf hohem Niveau hält, wird mittelbis
langfristig die Produktivität und Arbeitsqualität hoch
und die Fehlzeitenquote niedrig halten.
Nach einer Analyse der gegenwärtigen Situation in der
Wirtschaft wird ein in den angelsächsischen Ländern seit
vielen Jahren erprobtes Modell von Human Ressource and
Mental Health Services Programmen, das Employee Assistance
Program (EAP) vorgestellt.

In the last couple of years the working conditions have
changed through the intensification of global competition.
The new working form and permanent rationalization lead
to a higher psychological and social pressure. For both
management and colleagues higher achievement, social
competence and emotional stability are required.
Health insurance companies (i.e. DAK- and TK- report)
raise the alarm: the part of the insured with a certificate of
psychological impairment has dramatically gone up in the
last years, and the cost of psychological problems and behavioural
disorder have increased over the past year by 23
billion Euros.
The establishment can counteract this using a specific
operational management and innovative concept for health
promotion. Whoever supports the health of their employees,
optimizes the working conditions and keeps the employee’s
contentment at a high level, will keep the productivity
level and working quality high and the rate of absenteeism
low.
This article provides an analysis of the current economy
by the application of an established model – a model well
tested by the human resource and mental health service
programs in Anglo-Saxon countries, namely the Employee
Assistance Program (EAP).
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24.
Risikomanagement und Formen der
Risikoabsicherung in Krankenhäusern
Peter Gausmann

Einrichtungen des Gesundheitswesens, insbesondere Krankenhäuser
und Pflegeeinrichtungen, sind komplexe Organisationen,
die durch anspruchsvolle Strukturen und Prozesse
gekennzeichnet sind. Mit der Komplexität von Organisationen
erhöhen sich Risiken und damit die Wahrscheinlichkeit,
dass sich Fehler ereignen. Nicht umsonst wird der
Gesundheitsbereich als Hochrisikobereich bezeichnet, in
dem der Sicherheit der PatientInnen aber auch der MitarbeiterInnen
eine besondere Bedeutung zukommt. Der folgende
Beitrag beleuchtet das Thema Risikomanagement
und PatientInnensicherheit aus theoretischer und praktischer
Perspektive. Neben Schadenentwicklungstrends werden
daraus resultierende Präventionsmaßnahmen und deren
Anwendung und Erfolge in der klinischen Praxis dargestellt.

Health care facilities, particularly hospitals and care facilities,
are complex organizations which are characterized
by demanding structures and workflows. Risks increase
with the complexity of organizations, and with that the
probability that errors occur. Not for nothing is the health
sector called ‘high-risk sector’, in which patients’ and employees’
safety is of special importance. The following article
illuminates the topic risk management and patient
safety from a theoretical and practical perspective. Along
with trends in loss history, the resulting prevention measures
and their application and successes in clinical practice
are described.
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25.
Neue Versorgungsformen – Ein Vorgehensmodell
zur Entwicklung einer Integrierten Versorgung
Torsten Perschk

Mit der Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes
– GMG – zum 01.01.2004 hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen
für die Entwicklung und Umsetzung von
neuen Versorgungsformen wesentlich erleichtert, indem
er die Gestaltungsfreiheit für Modelle der Integrierten Versorgung
(IV) erheblich erweitert hat. Die Schaffung individueller
Vertragsfreiheit bei gleichzeitiger Aufhebung sektoraler
Grenzen von Versorgungs- und Vergütungsformen sowie
ausgeweitete finanziellen Möglichkeiten (Anschubfinanzierung)
markieren die wesentlichen Eckpfeiler dieser
Gestaltungsfreiheit. Seither sind insgesamt 3.309 Verträge
zur IV mit einem Gesamtvolumen von 627 Mio. EURO gemeldet
worden (Stand: 31.12.2006). Eine Vielzahl der von
den Leistungserbringern den Kostenträgern angebotenen
IV-Projekten haben hingegen keine Berücksichtigung gefunden.
Daraus resultiert für den Leistungserbringer das grundsätzliche
Risiko, Zeit, Arbeit und Geld für Entwicklungsarbeiten
zu investieren, ohne zu wissen, welche Realisierungsaussichten
sich damit verbinden (Risiko hoher Entwicklungskosten).
Der folgende Beitrag versucht aufzuzeigen,
was bei der Entwicklung von IV-Konzepten und ihrer vertraglichen
Umsetzung zu beachten ist, um auf diese Weise
ihre Realisierungschancen erhöhen zu können.

With the introduction of the health modernization law
(GMG: Gesundheitsmodernisierungsgesetz) on 01.01.2004
the legislative has substantially relaxed the constraints on
the development and conversion of new supply-forms deployed
as part of the extension of the freedom of scope for
models of integrated care (IV: Integrierte Versorgung).
This creation of individual freedom of contract together
with the abolition of limits by sectors of supply and reimbursement
modes as well as new financial possibilities
(start-up financing) marks the main cornerstones of this
new freedom.
Since that time altogether 3.309 IV contracts were announced
with a total volume of 627 million EURO (conditions:
31.12.2006). Many of the IV-projects that care providers
offered to health insurance funds remained out of consideration,
however. There is the fundamental risk for health
care provider that they invest time, work and money in the
development work without any certainty about the outcome
(risk of high development costs). This article states
what should be considered in the development of IV-concepts
and their contractual conversion in order to increase
their chances of being realized.
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26.
Arzneimittel im Rahmen der
Integrierten Versorgung
Reinhard Uppenkamp

Der gesundheitsbezogene demografische Dreifach-Trend
von Geburtenlücke, gestiegener Lebenserwartung und die
Zunahme von Multimorbidität wird bei der Gestaltung der
Zukunft eine tragende Rolle spielen. Die politischen Entscheider
haben erkannt, dass damit eine progressive Kostenentwicklung
verbunden ist. Um Rationierungen für die
Patienten und den daraus resultierenden Druck auf die Leistungserbringer
zu vermeiden bedarf es nachhaltiger struktureller
Veränderungen. Nach den Fallpauschalen im Krankenhaus
und Pauschalen für Hausärzte stellt die Arzneimittelpauschale
eine logische Konsequenz, vor allem für die
Chronikerversorgung der Zukunft, dar. Intelligente Wege in
der Arzneimittelversorgung, wie die Versorgung von Patienten
mit einer Arzneimittelpauschale, haben dabei bereits
nachweislich positive Effekte auf den Gesamtkostenverlauf
der medizinischen Versorgung gezeigt. Auch Vereinbarungen
auf Basis von „Cost-Offset-Analysen“ sind gesamtkostenrelevant.
Die Pharmaindustrie als Gestalter von Versorgungskontexten
ist bereit, sich mit ihren Konzepten der volkswirtschaftlichen
Verantwortung zu stellen.

The health-related demographic three-fold trend of the
baby gap, raised life expectancy and an increase in multimorbidities
will play a leading role in shaping the future.
Political decision makers have recognised that this will be
associated with a progressive increase in costs. Durable
structural changes are needed in order to avoid rationing
for patients and pressure on service providers. After the
adoption of case-based allowances by hospitals and for
family doctors, it follows that we should adopt a similar
allowance scheme for drugs, especially for chronic care.
Intelligent policies in drug care, such as the provision of
patients with a lump sum for drugs, have already shown
demonstrably positive effects on the growth of the total
cost of medical care. Agreements on the basis of cost-offset
analyses are also relevant for the total costs.
As a designer of care contexts, the pharmaceutical industry
is willing to assume economic responsibility with its
concepts.
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27.
Neue Modelle in der ambulanten Rehabilitation
Ursula Mootz, Jörg Wissel

Seit 1996 steht das Zentrum für Ambulante Rehabilitation
(ZAR) in Berlin-Mitte für die ambulante Rehabilitation zur
Verfügung. In den ersten Jahren zeigte eine Evaluation,
dass die Fallkosten im ZAR um etwa 45 % unter denen stationärer
Rehabilitationskliniken lagen. Als verursachender
Faktor konnte die Honorierung der Wochenenden beim
stationären Angebot bei vergleichbarem Therapieangebot
und nicht differenten Ergebnissen identifiziert werden. Natürlich
ist ein ambulantes Angebot keine für jeden Patienten
in jeder Rehabilitationsphase adäquate Form, sollte
aber bei regionalem Angebot und Indikation priorisiert
zum Einsatz kommen. Auch der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch
V (§ 40 I) der ambulanten Rehabilitation einen
klaren Vorrang eingeräumt. Dies berücksichtigend wird im
Beitrag das Modell der kombinierten Rehabilitation (so
genannte Kombi-Reha) bestehend aus einer initialen stationären
Rehabilitation in den Kliniken Beelitz und einer
Fortsetzung wohnortnah ambulant im ZAR in Berlin vorgestellt.
Im Jahr 2004 ist es bezüglich dieses Kombi-Reha-
Modells mit einem Kostenträger zu einem Integrierten
Versorgungsvertrag für Berliner Patienten gekommen. Die
Zukunft der ambulanten Rehabilitation sehen wir in einem
hoch spezialisierten rehabilitativ wohnortnahen multi- und
interdisziplinären Angebot über die Bereiche Psychosomatik,
Orthopädie und Neurologie hinaus, unter enger Einbindung
von niedergelassenen Ärzten, Akut- und Rehabilitationskliniken.
Durch abgestimmte Behandlungspfade in
der stationären und ambulanten postakuten Versorgung
kann so nicht nur der Patient eine optimale Rehabilitation
erfahren, sondern auch wirtschaftlich kommen solche Modelle
der gesamten Volkswirtschaft zugute.

For over ten years the ZAR (Clinic for Out-Patient Rehabilitation),
located in the centre of Berlin, has taken care of
out-patient neurological and orthopaedic rehabilitation
programs. Evaluation of cost-effectiveness studies in the
first years has shown that in our out-patient rehabilitation
programs the costs are about 45 % lower compared to inpatient
rehabilitation. These studies showed that there was
no difference in the amount of therapy given or the results
obtained by the different rehabilitation modes. Factors influencing
these significant higher costs of in-patient approaches
were identified as costs for the weekend stay in
the rehab-hospital. Also, German law promotes the outpatient
rehabilitation approach (SGB V § 40 I). However, in
not every case do these out-patient rehabilitation programs
fit the requirements of all neurological or orthopaedic
patients (e. g. limited mobility or restrictions upon activities
in daily life). Along these lines we have developed
for patients living in Berlin a so called “combination rehabilitation
program” (combi-rehab) in Berlin-Brandenburg
in which the post-acute rehabilitation care starts with an
in-patient phase in the Beelitz rehabilitation hospital followed
by a well adapted out-patient rehabilitation program
in the ZAR in Berlin. With this combi-rehab program,
which results in a single formal contract with German
health insurers, our rehabilitation network offers a welldesigned
rehabilitation approach which fulfils more adequately
the needs of most patients, e. g. with higher restrictions
in participation level, as well as the requirements
of the cost payers in the German health service. We believe
a modern out-patient rehabilitation approach should include
GPs, hospitals and rehabilitation centres in a regional
network for interdisciplinary rehabilitation provision. In
our opinion such well-adapted rehabilitation programs
such as combi-rehab offers the best solution for patients
and the budget constraints of the German health care system.
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28.
Erfolgsfaktoren für den Aufbau
Medizinischer Versorgungszentren
Felix Cornelius

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) – im Kern eine Wiederbelebung
der seit knapp 200 Jahren bekannten Poliklinik
im modernen Gewand – können seit Anfang 2004 an der
regulären ambulanten Versorgung in Deutschland teilnehmen.
Um von einem Versorgungszentrum auch im intuitiven
Sinne sprechen zu können, sollten mind. 12 Ärzte kooperieren.
Auch 3 Jahre nach der letzten Gesundheitsreform
gibt es kaum 50 Versorgungszentren dieser Größe in ganz
Deutschland. Das ist erstaunlich, weil für die große, integrierte
Versorgungsform – umfangreiches Fachspek trum unter
einem Dach, viele miteinander eng kooperierende Ärzte,
Skaleneffekte und damit Kostenvorteile – so viele Argumente
aus der „klassischen“ Betriebswirtschaft sprechen. Dieser
Umstand ist ein Indiz dafür, dass im ambulanten deutschen
Gesundheitsmarkt andere Regeln und Gesetze gelten als in
allen anderen Wirtschaftsbereichen, dass dem unternehmerischen
Arzt manches Hindernis im Wege steht. Die POLIKUM-
Gruppe unter Führung des Gründers Dr. Wolfram Otto
hat mit dem POLIKUM Friedenau, einem der größten MVZ
in Deutschland, gezeigt, dass diese Hindernisse zu überwinden
sind. Thema des Artikels ist zu zeigen, wie das gelungen
ist – und anderen gelingen kann.

Until the end of 2003 the German outpatient health care
market was by statute restricted to self-employed, (mostly)
single doctor practices. The health care reform of 2004 has
introduced the “Medizinische Versorgungszentren” (MVZ –
health care centres) as an additional organisational and
entrepreneurial form, in most cases limited companies, to
take part in this market. According to the law it requires
only two doctors from different specialisations to form an
MVZ. Intuitively however, the term care centre is only justified
when at least 12 doctors work under one umbrella.
More than 3 years after the reform, there are only 50 centres
that achieve this size in Germany. This is an interesting
fact because from an abstract point-of-view the idea of an
all-encompassing medical service with closely interacting
doctors benefitting from considerable economies of scale
would be very attractive in any other business sector. It
seems that the German market is governed by explicit and
implicit conditions effectively preventing such a development.
The POLIKUM group headed by its founder Dr. Wolfram
Otto has successfully built the „POLIKUM Friedenau“,
Germany’s biggest MVZ so far. This article discusses some
of its most important success factors.
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29.
Einsparpotenziale durch den Einsatz
moderner Medizintechnik im Krankenhaus
Bodo Ebens


Die Problematik der Leistungs- und Investitionsfinanzierung
in deutschen Krankenhäusern ist offensichtlich. Vor dem
Hintergrund einer zunehmend durch Wettbewerb geprägten
Gesundheitswirtschaft stellt sich in vielen Häusern die
Frage, wie zukünftig medizintechnische Excellence als Beitrag
zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs finanziert
werden kann. Der Technologie kommt dabei hohe Bedeutung
in Hinblick auf die durch Reorganisation der Abläufe
und Strukturen erforderliche Kostenanpassung zu. Heutige
apparative Strukturen folgen vielfach nicht den klinischen
Erfordernissen, sind durch Nachlassen der Finanzierung
durch die öffentliche Hand überaltert und verursachen dadurch
hohe Betriebskosten. Weitere Gründe für eine nicht
optimale Geräteausstattung liegen in der fehlenden strategischen
Leistungsstrukturplanung einiger Krankenhäuser.
Unter Berücksichtigung der Auslastung und des klinischen
Nutzwerts sollte somit eine medizintechnische Ausstattung
entwickelt werden, die maßgeblich zur Umsetzbarkeit ökonomisch,
medizinisch und qualitativ optimierter Prozesse
beiträgt. Angesichts der bestehenden Finanzierungsproblematik
sind geeignete Modelle zur Bereitstellung der Medizintechnik
zu finden. Zu diesen Modellen können z. B. Private-
Public-Partnership (PPP) gehören. In einer partnerschaftlichen
Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und
privaten Dienstleistern kann somit eine dauerhaft moderne
medizintechnische Ausstattung gewährleistet werden, die
zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs beiträgt. Die Effekte
aus gesamthafter Optimierung sowohl organisatorischer
als auch finanzieller und technologischer Parameter
werden hier anhand zweier Beispiele beschrieben.

The difficulty in financing the German statutory healthcare
market is evident. Against the background of increasing
competition between medical service providers, one of the
main challenges is how to achieve biomedical excellence,
as a major economic success-factor. The overall aim in hospitals
is to decrease costs by improving process performance
while optimizing clinical structures. With this context,
biomedical equipment as a class of process-resource is of
major importance. Today’s structures dealing with biomedical
equipment in hospitals do not adequately meet
clinical and economical needs. This is mainly because of
the limited nature of civilian financial capabilities. As a
result, biomedical equipment is often of a poor technological
level and has increased service costs. One of the
reasons for inadequate equipment is – among others – lack
of a strategic planning between hospitals. With respect to
improving process performance for economic, clinical and
technical reasons, an optimized structure for handling biomedical
equipment should be developed. It is therefore
reasonable to find dedicated financing models to address
the market, system and legal requirements. One of these
models is the introduction of Private-Public-Partnership
(PPP). In a cooperative manner, the private partner can
provide long-term biomedical supply to improve medical
performance and outcome and hospital efficiency. The efficiancy
of the overall optimization of financial, organisational
and technological parameters will be described in
two well-chosen examples.

30.
Innovative Medizintechnologien als
Motor der Gesundheitswirtschaft
Anton J. Schmidt

Medizintechnologien sind ein moderner und dynamischer
Teil der deutschen Gesundheitswirtschaft. Mit mehr als 20
Milliarden EURO Ausgabenvolumen und 150.000 Arbeitsplätzen
ist die Branche ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor.
Der Umgang mit medizinischen Innovationen ist eines
der wichtigsten Gestaltungsthemen im Gesundheitsmarkt.
Es betrifft die MedTech-Unternehmen in besonderem Maße.
Denn mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen
mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.
Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in
Forschung und Entwicklung investiert. Die Ausgangsbedingungen
sind gut. Erhebliche Defizite bestehen in Deutschland
allerdings bei der Einführung von Innovationen in die
Vergütungssysteme, sodass sie dann auch zeitnah beim
Patienten ankommen.
Wir benötigen daher den Willen, Innovationen in das
deutsche Gesundheitssystem einzuführen und Prozesse für
ihren zügigen Zugang zu etablieren. Dafür brauchen wir
eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen
Elementen, Wahlfreiheiten und mehr Eigenverantwortung
der Versicherten. MedTech-Innovationen können dann
ein wichtiger Motor der Gesundheitswirtschaft sein und
dazu beitragen, dass sich Deutschland als „Kompetenzzentrum
Gesundheit“ etabliert.

Medical technologies are a modern and dynamic part of
the German health economy. With an expenditure of more
than 20 billion euros and 150.000 jobs, the Medtech industry
is a significant economic and labour market factor.
The distribution and management of medical innovation
is one of the most important matters in the healthcare market.
The Medtech companies are particularly affected by this
matter, as more than half of their turnover comes from products
less than three years old. An average of 7 % of turnover
is invested in research and development.
The conditions are favorable. However, there are considerable
deficits in Germany when it comes to the introduction
of accomodating innovations into the remuneration systems,
so that they may then reach the patients in a timely manner.
We require the clear will to implement innovations in
the German healthcare system and to establish processes
for their swift adoption. We need a new health economy
with more competitive elements, increased freedom of
choice and more individual responsibility of patients for their
own health. Medtech innovations can then be an important
driving force for the health economy and contribute to establishing
Germany as a „competence center for health“.
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31.
Home Monitoring:
Botschaft direkt aus dem Herzen
Leila Sad

Jedes Jahr erhalten deutschlandweit mehr als 100.000 Menschen
einen Herzschrittmacher, einen implantierbaren Defibrillator
(ICD) oder ein Herzinsuffizienz-Therapiesystem für
die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Die Implantation
selbst stellt heute einen Routineeingriff dar und ist
in der Regel unproblematisch. Das hohe Nachsorgeaufkommen
dieser Patienten stellt Kliniken und Ärzte allerdings
zunehmend vor finanzielle und personelle Herausforderungen.
Moderne Technologien wie das Home Monitoring-System
ermöglichen es, den Gesundheitszustand der Patienten
nach der Schrittmacher-Implantation auch außerhalb der
Klinik weiter zu beobachten und die Versorgung dieser Patienten
nachweislich zu verbessern. Neben relevanten medizinischen
Daten zur Herzfunktion werden Informationen
zur Systemfunktionalität des Implantats drahtlos und vollautomatisch
an den Arzt übermittelt. Auftretende Komplikationen
können frühzeitiger erkannt und zeitnah behoben
werden.
Home Monitoring setzt nicht nur bei der Sicherheit und
Funktionalität neue Maßstäbe. Erstmals kann die Planung
der Nachsorgen ohne ein Sicherheitsrisiko individuell und
zielgerichtet an die gesundheitliche Situation des Patienten
angepasst werden. Mit Hilfe von Ereignis gesteuerten
Nachrichtenübertragungen trägt das System dazu bei, traditionell
zeitlich bestimmte Untersuchungsintervalle durch
medizinisch begründete Termine zu ersetzen und das Gesundheitswesen
so finanziell zu entlasten. Einige Krankenhausaufenthalte
lassen sich so vermeiden und fachliche Ressourcen effizienter nutzen.
Every year in Germany approximately 100,000 people receive
a pacemaker, an implantable defibrillator or a congestive
heart failure therapy system for cardiac resynchronization
therapy (CRT). Today the implantation is a routine
operation and unproblematic. However, the aftercare
presents clinics and physicians with great challenges. With
the help of a new telematic monitoring system, important
information on the functioning of the heart and the device
can be wirelessly transferred to a specialized service centre
from pacemakers and cardiac defibrillators. This allows the
safe early diagnosis of complications and a timely intervention
by the attending physician. Home monitoring does
not only set new standards in safety and functionality, but
also helps to reduce the cost of health care thanks to event
sensitive notification and regular observation cycles while
offering other benefits. Now clinics and practices can use
their specialized resources more efficiently. Bearing in
mind that doctor’s appointments can also be a burden for
the patient as it takes up valuable time from work and free
time. With the help of home monitoring, follow-up treatment
can be individually tailored and thus demonstrably
enhance the patient’s quality of life.
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32.
Telemedizinische Notfallversorgung
in Verkehrsflugzeugen
Peter Hufnagl, Martin Schultz

Ein medizinischer Zwischenfall an Bord eines Flugzeugs auf
einem Transatlantikflug ist durchaus kein überraschendes
Ereignis – dennoch stellt er für alle Beteiligten eine absolute
Ausnahmesituation dar. Da sich die medizinische Ausrüstung
sowie die Erste-Hilfe-Ausbildung der Crew von Airline
zu Airline zum Teil erheblich unterscheiden, ist auch
die Qualität bei der Notfallversorgung an Bord sehr variabel.
Unabhängig von der Fluggesellschaft war in der Vergangenheit
eine angemessene medizinische Behandlung auch auf
Grund fehlender fachlicher Kompetenz an Bord oft nicht
möglich. Selbst die hohe Wahrscheinlichkeit von bis zu
80 Prozent, zufällig einen Arzt unter den Passagieren zu
finden, steigert den Grad der diagnostischen Möglichkeiten
nur unwesentlich. Das telemedizinische Multifunktionsgerät
der Berliner GHC Global Health Care GmbH soll künftig
in Kombination mit der ärztlichen Kompetenz von am Boden
befindlichen telemedizinischen Service-Zentralen die Notfallversorgung
im Flugzeug revolutionieren. Mittels Videokonferenz
und Tele-Diagnostik werden Lebensretter an Bord
von Ärzten am Boden unterstützt. So werden in Zukunft
unnötige Zwischenlandungen vermieden oder, wenn notwendig,
professionell bis zur Übergabe des erkrankten Fluggastes
an Rettungskräfte nach der Landung betreut.

A medical incident on board of an aircraft during a transatlantic
flight is not a surprising event – nevertheless it
represents a completely exceptional situation for all concerned
parties. Quality of emergency care is very arbitrary
because the medical equipment and first aid training of
the crew varies from airline to airline. Regardless of the
airline, appropriate medical support in the past was possible
only to a limited degree due to the lack of medical
skills on board. Even the high probability of up to 80 per
cent of having a medical doctor on board does not positively
affect the diagnostic situation. The telemedical multi-
purpose equipment of the Berlin GHC Global Health Care
GmbH combined with the medical competence of a telemedical
service centre on ground should revolutionise the
emergency care on board aircrafts. Via videoconferencing
and tele-diagnostic providers of first-aid on board will be
advised by doctors on ground. It helps avoid needless diversions,
but in case of need it provides professional support
until the sick passenger can safely be transferred to
rescue teams after the landing.
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33.
IT-Unterstützung von Clinical Pathways
Bernhard Tenckhoff
Die Anwendungssoftware ClinPath
optimiert mit IT-gestützten klinischen
Behandlungspfaden die Behandlungsqualität
und senkt die Koste

ClinPath liefert als patientenbezogene Anwendung IT-gestützte
modulare Behandlungspfade und erleichtert Ärzten,
Pflegenden und Patienten den Behandlungsweg. Zusätzliche
Tools wie das Essensbestellsystem (NutriPath) und die
IT-gestützte Medikationsverordnung (PillPath) erhöhen die
Patientensicherheit und reduzieren die Kosten.

ClinPath is a patient related software application, designed
to support healthcare professionals in planning and documenting
individual therapies for patients and securing
high treatment quality. Based on modular clinical pathways,
created using the services of the Internet platform
ClinPath.de, doctors and nurses are guided through the
tasks planned and the documentation of the treatment
process. Additional tools such as the dietary and meal ordering
software (NutriPath) and the application for patient
related medication order entry (PillPath) contribute further
to patient safety and cost control.
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44.
Herausforderungen in der Dokumentation
und im Controlling
Christian Peters

Standardterminologien und einheitliche Bezugssysteme im
Gesundheitswesen erfahren derzeit nicht nur im Zusammenhang
mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte
einen Bedeutungszuwachs.
Mit dem semantischen Netz ID MACS® präsentiert
ID Berlin ein grundlegend neuartiges System zur Abbildung
medizinischer Sachverhalte auf terminologischer Basis. Diese
Technologie versetzt den Computer in die Lage, auch inhaltlich
zu „begreifen“, worum es sich bei einem Fachbegriff
handelt.
Bei der Entwicklung dieses Systems wurde in jahrelanger
Detailarbeit die gesamte medizinische Fachsprache in
ihre einzelnen Wortbestandteile zerlegt und zu einem semantischen
Netz verknüpft. Als Basis dienten unzählige
medizinische Fachtexte, Lehrbücher, Artikel und Epikrisen –
die Datenbank enthält nun annähernd den kompletten medizinischen
Wortschatz. Sämtliche resultierenden Elementarbegriffe
wurden mit Indizes versehen, definierten Bedeutungsachsen
zugeordnet und mit korrespondierenden Termini
vernetzt. Als Wissensbasis medizinischer Codiersoftware
eingesetzt, bildet ID MACS® die Grundlage für eine differenzierte
Dokumentation und ist z. B. in der Lage, auf Basis
einer codierten Diagnose und Lokalisation sinnvolle Prozeduren
vorzuschlagen. Die zur Leistungserfassung in DRGSystemen
genutzten Klassifikations-Codes können unter
Nutzung von ID MACS® in hervorragender Qualität ermittelt
werden Durch den multilingualen Ansatz wird es künftig
möglich sein, zur Laufzeit in verschiedene Sprachen umzuschalten
– eine interessante Funktionalität im Hinblick auf
die Synchronisation europäischer Gesundheitssysteme.
Der semantische Ansatz bildet auch die Grundlage für
den Zugriff auf Wissensbasen und Leitlinien sowie Plausibilitätsprüfungen
hinsichtlich Codierrichtlinien und Fehlbelegung,
Systeme zur Erfassung von Daten im Rahmen klinischer
Studien sowie für die Abbildung von Klinischen Pfaden
incl. Verknüpfung zu Ressourcenplanungs-Systemen.

The importance of explicit terminological standards and reference
values in the field of the health service has been recognized
at least since the introduction of DRG-systems and
the discussion about electronic health cards in general.
Medical reference systems undergo continual change
in Germany, as well as internationally, for example by the
introducion of new reimbursement systems. The generic
depiction of similar relevant standards in various languages
was the aim of the development of ID MACS® – medical
semantic network. With the logic resulting from it, one can
react quickly to changes in the health sector and applications
can be specified and developed efficiently.
Semantic networks like ID MACS® are basically new
developed systems which describe medical processes with
a standardized terminology. In this way, data processing
systems are able to „understand“ a respective medical
term, even in terms of its content.
For the development of ID MACS® the whole of medical
terminology has been split up into word components
and have been connected into a semantic network. Numerous
specific medical texts, textbooks, articles and findings
have provided a basis – the database now contains an almost
complete medical vocabulary; it can branch to the
most different terminologies and so it can meet all future
challenges. All of the resulting basic terminological concepts
have been numbered and networked with corresponding
termini.
As a knowledge base for medical coding software, ID
MACS® provides the basis for highly structured documentation
and it can recommend essential procedures, based
for example on a diagnosis code and localisation information.
The classification codes needed in DRG-systems can
be determined to a high level of quality. Due to the multilingual
capability it will be possible in the future to switch
the localisation of terms between various languages – an
interesting feature with respect to the synchronisation of
European health systems.
The semantic approach of ID MACS® constitutes the
basis for access to knowledge bases and guidelines, as well
as plausibility tests for coding guidelines, tools for the recording
of data in the context of clinical trials, as well as
the depiction of clinical pathways, including the connection
to resource planning systems.
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45.
Stand und Perspektiven von Systemen zum
Vitalfunktions-Monitoring im ambulanten Bereich
Herwig Freiherr von Nettelhorst


Erst die rasante Entwicklung in der Informations-, Telekommunikations-
und Mikrosystemtechnik in den 80er und 90er
Jahren, ihre Massennutzung im Konsumerbereich und eine
damit einhergehende dramatische Preisreduktion, haben
in den 80er Jahren die Überwachung von Personen im häuslichen
Bereich und Ende der 90er Jahre telemedizinische
Anwendungen auch außerhalb von Forschung und Raumfahrt,
in speziellen Arbeitsbereichen und militärischen Anwendungen,
realistisch werden lassen.
Der Beitrag beschreibt die erfolgreiche Einführung von
neuen Techniken zur Überwachung von Neugeborenen im
ambulanten Bereich. Die dabei gewonnene Erfahrung, insbesondere
die Verbesserung der Situation für alle Beteiligten
und eine einhergehende Kostenersparnis, sollten als
Vorbild für die Einführung der telemedizinischen Überwachung
von z. B. herzkranken Personen dienen.
Erste Studien zeigen, dass eine telemedizinische Überwachung
von herzinsuffizienten Patienten nicht nur die
Lebensqualität dramatisch verbessert, sondern auch eine
signifikante Kostenersparnis erreicht werden kann.
The breathtaking developments in information, communication
and microsystems technologies in the eighties and
nineties, coupled with dramatic price reductions for these
technologies through mass utilization in consumer products,
laid the foundation for, respectively, ambulatory patient
monitoring applications in the eighties and more
advanced telemedicine applications towards the end of
the nineties to become generally available and not just be
restricted to specialized research, aerospace or military
institutions.
This article describes the successful implementation of
these new technologies for the ambulatory monitoring of
newborns. The experiences described, especially the improvements
for all those involved and the resulting cost
reductions, should provide a best-practice guide for the introduction
of such applications based on these technologies
in other related areas, for example, patients suffering from
cardiac illnesses.
Recent studies have shown that telemonitoring applications
for patients suffering from congestive heart failure
not only help increase the quality of life for these patients
but also provide improved medical care along with significant
reductions in the cost of their care.
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46.
„Klinische Vernetzung“
Volker Brendel

Bereits in einer Studie der kassenärztlichen Vereinigung
Schleswig Holsteins aus dem Jahr 2005 wird auf die Bedeutung
der Vernetzung hingewiesen. Dort heißt es, die Vernetzung
sei in multidimensionalen und komplexen Systemen
ein zentraler Faktor für die Handlungsfähigkeit und
den Handlungserfolg der Akteure. Das Gesundheitssystem
sei ein solches System. Weiter in der Studie wird nach einer
Befragung der niedergelassenen Ärzte das Ergebnis skizziert,
es sei vor allem das Tempo der Befundübermittlung,
was sich deutlich negativ aus dem Gesamtkomplex der medizinischen
Zusammenarbeit herausbildet. Auch in anderen
Studien und Umfragen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.
Kommunikation, Qualität und Effizienz – das sind die Parameter,
mit der strukturelle IT-Lösungen das Gesundheitswesen
positiv und nachhaltig beeinflussen können. Zur IT im
Gesundheitswesen zählen neben den Rechnern an vielen
Arbeitsplätzen auch die verschiedensten Arten von Vernetzungen
zwischen Arbeitsplätzen, Messgeräten und externen
Beteiligten wie Arztpraxen und Laboren. Wie schnell
im Notfall agiert werden kann, wie flexibel auf geänderte
Rahmenbedingungen reagiert werden kann, wie groß z. B.
die Vorteile der Integrierten Versorgung sein können, sind
Fragen, die mit der klinischen Vernetzung einher gehen.
Mittlerweile können diese Fragen hinreichend beantwortet
werden, denn die klinische Vernetzung befindet sich seit
Jahren im kontinuierlichen Aus- und Umbau.
Gerade gesetzliche Rahmenbedingungen prägen inzwischen
weite Kreise der klinischen Vernetzung. Die Einführung
der Qualitätsberichte, die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten,
die DRG, die Integrierte Versorgung, die
Clinical Pathways, die Patientenakte, die Einführung der
Patientenkarte aber auch die verschiedenen Ärztekarten,
die effiziente OP-Planung und die technologischen Neuerungen
im PACS – Umfeld in der Pathologie und Radiologie
haben ihre Spuren hinterlassen. Heutzutage erzeugt eine
Klinik pro Tag einige Terrabyte an Daten, was Auswirkungen
auf alle Beteiligten hat. Beispielsweise tut sich der niedergelassene
Arzt schwer, über seine ISDN-Anbindung eine
MRT-Aufnahme mit einer Größe von mehreren Gigabyte aus
der Radiologischen Abteilung seiner verbundenen Klinik
anzusehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Anforderungen
an ein modernes medizinisches Netzwerk weit
über die klassischen Merkmale und Bandbreiten hinaus
gehen müssen. Die große Bedeutung der klinischen Vernetzung
als Wirtschaftsfaktor wird plausibel, wenn man das
gesamte klinische Umfeld näher betrachtet.

Already in 2005 a study of the Association of CHI Physicians
in Schleswig Holstein refers to the importance of crosslinking.
The study shows that crosslinking is a central factor
contributing to the effectiveness of the participants in multi-
dimensional and complex systems. Any health system is
such a complex system. The study reports after a questioning
of the established physicians that most of all the speed
at which diagnostic findings were transmitted is very slow,
which has bad consequences for medical co-operation.
Other studies show a similar picture. Communication, quality
and efficiency – these are the parameters which positively
and lastingly affect structural IT-solutions for the
health service. IT in the health service also includes many
different kinds of crosslinkage between workstations,
measuring instruments and external personnel like medical
practices and laboratories. How fast can responses be
in an emergency, how flexible can reactions be to changes,
what are the advantages of integrated supply, these are
questions that can be decided with the support of clinical
crosslinking. Today these questions can be answered adequately,
because clinical crosslinking has been growing
and changing for years now.
In the meantime, especially legal basic requirements
shape wide areas of clinical crosslinking. The introduction
of quality reports, legal retention obligations, the DRG, integrated
supply, clinical pathways, patient files, patient
cards and – in addition – the different physician cards, efficient
OP planning and technological innovations in the
PACS-environment of pathology and radiology have left
their impression. Nowadays, a hospital produces several
terabytes of data each day, which has effects on everyone
involved. For example, the established physician will hesitate
to study an MRT picture from the radiological department
of the affiliated hospital via an ISDN link when the
size is several gigabytes. Conversely that means that the
requirements for a modern medical network will exceed
established expectations. The importance of clinical
crosslinking as an economic factor becomes clear when we
take a closer look at the entire clinical environment.
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47.
Telemedizin verbessert Schlaganfallbehandlung
in strukturschwachen Regionen
Michael Schauer, Wolfgang Loos, Horst Richter, Gerhard W. Meyer

Von der Telemedizin werden einerseits die Verbesserung
der Patientenbetreuung und andererseits die Verringerung
des finanziellen Aufwandes für Gesundheitsdienstleister
erwartet. Während die technische Machbarkeit in vielen
Fällen demonstriert wurde, bleibt der angestrebte Regelbetrieb
nach dem Ende der Förderphase vieler Projekte aus.
Ein Beispiel für Telemedizin im Regelbetrieb ist das Telemedizinisches
Pilotprojekt zur integrierten Schlaganfallversorgung
(TEMPiS) in Süd-Ostbayern. Die wesentlichen Voraussetzungen
für diesen Erfolg werden dargestellt. Zum einen
hat das Projekt die telemedizinische Behandlung einer wesentlichen
Volkskrankheit zum Ziel, den Schlaganfall. Seine
Häufigkeit sowie seine Behandlungs- und Folgekosten zwingen
zum Handeln. Zum zweiten beinhaltet das Projekt die
Verbesserung der medizinischen Betreuung. Die Patienten
profitieren mit verringerten Beeinträchtigungen nach
Schlaganfall vom progressiven Einsatz der Lyse-Therapie
und erleben in vielen Fällen die Behandlung im Krankenhaus
ihres Wohnortes. Weiterhin weist das Projekt einen
zukunftsträchtigen Weg für die Modifikation des kostenintensiven
Konzepts der Stroke-Units und für die betriebswirtschaftliche
Aufwertung der regionalen Krankenhäuser.
Der Erfolg des Projektes gründet auf dem gleichberechtigten
Aufbau von technologischen und organisatorischen
Strukturen durch das Management im Konzept TEMPiS.
Nicht nur die Existenz der hochwertigen medizinischen Videokommunikation
und weiterer Informationsdienste, ihre
hohe Verfügbarkeit und zertifizierte Sicherheit, sondern
auch Weiterbildung von beteiligten Ärzten, Therapeuten
und Pflegepersonal sowie die Existenz des kontinuierlich
besetzten Telekonsil-Arbeitsplatzes im zentralen Krankenhaus
sind Voraussetzungen für Wirksamkeit, Akzeptanz und
betriebswirtschaftliche Effektivität der Telemedizin. Die
Wirksamkeit des Tempis-Konzeptes wurde in einer vergleichenden
Studie belegt.

Telemedicine promises on the one hand, improvement of
patient care and on the other hand, relief of health services
from financial burdens. Although the technical feasibility
of many projects has been successfully demonstrated, many
of these projects fail to succeed in their intended regular
operation when funding ends. An example of telemedicine
in regular operation is the Telemedic Pilot project for Integrative
Stroke Care (TEMPiS) in southeast Bavaria. The essential
prerequisites of that success are presented here.
Firstly, the project aims at the medical treatment of a frequent
endemic disease, the ischemic stroke. Its high incidence
and its high treatment and follow-up costs force action.
Second, the project exhibits improvement of treatment
quality. Affected patients benefit from reduced impairment
after stroke induced by progressive application of lyse-therapy
and undergo treatment in the hospital at their place of
residence. Furthermore, the project points the way to modify
the expensive concept of Stroke-Units and to improve
the commercial evaluation of rural hospitals.
The success of the project rests upon the appropriate
assembly of technological and organisational elements by
the project management of TEMPiS. Technological elements
include high-value medical video communication and other
information services, high availability and certified security.
Organisational elements include organization of advanced
training for concerned physicians, therapists and
nurses as well as allocation of enough staff for continuously
working neurological telemedical advice. Both types
of elements constitute prerequisites for efficacy, acceptance
and commercial effectiveness of telemedicine. The efficacy
of TEMPiS concept was proven by a comparative study.
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48.
Inhalte, Strukturen und Ziele einer
zukünftigen Medizin – Prävention als Leitmotiv
Jan Steffen Jürgensen, Detlev Ganten

Nach den großen Erfolgen der kurativen (versorgenden)
Medizin ist die Herausforderung der Zukunft die vorbeugende
Medizin (Prävention), bei der die Gesunderhaltung im
Mittelpunkt steht und verhindert werden soll, dass unsere
alternde Gesellschaft Kosten und Last chronischer kranker
Menschen nicht mehr tragen kann. Prävention muss verstärkt
in Forschung, Klinik, Lehre, Fort- und Weiterbildung
an Universitäten betrieben werden. Bei fast allen großen
Krankheitsgeschehen, wie z. B. Herzkreislauf-, Krebs- und
Hirnerkrankungen sowie Störungen des Bewegungsapparates
sind wirksame Möglichkeiten der Vorbeugung vorhanden.
Hier besteht in Deutschland, aber auch weltweit, hoher
Nachholbedarf. Die Charité war in der Vergangenheit
auf diesem Gebiet führend und will auf diesem zukunftsweisenden
Feld einen Schwerpunkt der Entwicklung setzen.
Dazu bedarf es innovativer Strukturen – der Verbindungen
der Gesundheitserziehung, ambulanter Behandlung, der
Primär- und Regelversorgung, der Hochleistungsmedizin
bis hin zur Rehabilitation.
Diese enge Zusammenarbeit und strukturelle Verbindung
mit Anbietern auf diesem Gebiet wird im Konzept des
„Charité Gesundheitssystems“ angestrebt.

The advancement of curative medicine is a major achievement
of recent decades. While increasing life expectancy,
however, this success has also led to a higher prevalence
of chronic diseases and morbidity and greater health care
expenditures. Prevention has been identified as a key factor
influencing the future of health care systems. Measures
for warding off diseases before they manifest or diagnosing
them in their early stages promise to further push back
the limits of life expectancy, reduce the burden of disease,
and improve the quality of life of entire populations. Preventive
medicine also has the potential to reduce health
care costs as they approach the limit set by society’s willingness
to pay.
Highly cost-effective preventive measures are available
for all leading causes of death and potential years of life
lost, e. g. cardiovascular diseases and cancer. This enormous
potential can only be fully tapped by intensified research,
clinical, and teaching efforts in preventive medicine. The
Charité – Universitätsmedizin Berlin was once a leading institution
in the field of preventive and social medicine and
is again prepared to head the challenge of transforming the
health care system and services in concert with its partners.
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49.
Gemeinnützige Träger im Berliner
Krankenhausmarkt – die künftige Bedeutung
des Non-Profi t-Sektors
Thomas Kersting, Bidjan Sobhani

Die Trägerformen von Krankenhäusern gliedern sich traditionell
in öffentlich, frei-gemeinnützig und privat. Nachfolgend
werden die Besonderheiten der frei-gemeinnützigen
Trägerschaft beleuchtet und das Krankenhausunternehmen
DRK Kliniken Berlin als ein innovativ-dynamisches Beispiel
frei-gemeinnütziger Unternehmen in Berlin vorgestellt.

The ways in which hospitals are funded are traditionally
differentiated into public, non-profit and private. This article
provides an account of the specific features of the nonprofit
form and presents the DRK Kliniken Berlin as an innovative
and dynamic example of a non-profit enterprise
in Berlin.
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50.
Positionierung eines gemeinnützigen
Krankenhauses auf dem Krankenhausmarkt
der Zukunft
Rainer Norden

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
(KEH) ist ein modernes Krankenhaus der Regelversorgung
im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg. Es verfügt über 602
Betten und Behandlungsplätze in neun Fachabteilungen
und zwei Psychiatrischen Tageskliniken. Das Klinikum steht
für qualitativ hochwertige medizinische Angebote in den
Kernkompetenzen Gefäßmedizin, Epileptologie, Psychiatrie
und Psychotherapie. Neben den ausgewiesenen Kernkompetenzen
zeichnet sich das KEH durch Alleinstellungsmerkmale
aus, wie etwa die Urologie, die bei der Behandlung
von Blasen-, Prostata- und Nierentumoren einen Spitzenplatz
in Berlin einnimmt. Mit rund 800 Mitarbeitern versorgt
das KEH vor allem Patienten aus der Region. Der hervorragende
Ruf der KEH-Spezialabteilungen reicht aber weit
über die Grenzen Berlins hinaus. Dem KEH ist es wichtig,
nicht nur die körperlichen oder psychischen Erkrankungen
zu behandeln, hier steht der ganze Mensch im Mittelpunkt.
Dieser Ansatz und vor allem die medizinischen und örtlichen
Möglichkeiten, die ein Miteinander von Somatik und
Psychiatrie bzw. Neurologie eröffnen, machen die Besonderheit
des KEH aus. Das Krankenhaus Königin Elisabeth
Herzberge ist ein diakonisches Haus.
The Evangelical Hospital Queen Elizabeth in Herzberge
(KEH) is a modern facility serving the people of the Lichtenberg
district of Berlin. The KEH has 602 beds, with facilities
for medical treatment in nine departments, as well
as two psychiatric day clinics. The hospital has some 800
employees, and while most of the patients come from in
and around the area of Lichtenberg, many patients come
from outside Berlin, owing to the hospital’s renown. The
hospital’s areas of core competence, which are internationally
regarded, are in the treatment of vascular disease,
epilepsy, and in psychiatry and psychotherapy. In addition
to these specializations, the KEH excels in urology and
treats most of the patients in Berlin who suffer from kidney,
bladder and prostate tumours. For the KEH, it is important
to care not only for the physical, but also the mental
state of their patients. The patient as a whole is therefore
the focus of their concern. It is this philosophy of patient
treatment, with the availability of a wide breadth of
medical expertise in one location, that allows the provision
of somatic, neurological and psychiatric treatments.
This is what defines the special character of KEH. The KEH
is part of Diakonie.
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51.
Erfolgreiche Positionierung von Krankenhäusern
in öffentlicher Trägerschaft – bei Vivantes gehen
Sanierung und Wachstum Hand in Hand
Hartwig Jaeger, Joachim Bovelet

Vivantes ist der größte kommunale Krankenhausverbund in
Deutschland. Über 100 Kliniken von Vivantes versorgen mit
ca. 5000 Betten an 9 Standorten in Berlin jährlich etwa
190.000 stationäre und 250.000 ambulante Patienten und
haben einen Umsatz von ca. 750 Mio. EURO jährlich. Das
Leistungsspektrum umfasst darüber hinaus Einrichtungen
zur Rehabilitation, Entwöhnung und Seniorenwohnheime.
Im siebten Jahre nach der Gründung blickt Vivantes optimistisch
in die Zukunft und lotet Wachstumsmöglichkeiten
aus. Das Kliniknetzwerk hat einen harten Sanierungskurs
hinter sich und geht zuversichtlich in die Zukunft. Vivantes
konnte zeigen, dass sich auch ein kommunales Gesundheitsunternehmen
erfolgreich im Markt behaupten kann.
Die Metropole Berlin wirft besondere medizinische Fragen
auf: Alterung und Migration, HIV/AIDS sowie andere
Infektionskrankheiten stellen große Herausforderungen an
die Gesundheitsdienstleister – und Vivantes ist die wichtigste
Säule für die Hauptstadt. Berlin wird aufgrund der Demografie
einer alternden Bevölkerung zunehmend mehr
Medizin brauchen – und Vivantes will an diesem Wachstum
überproportional partizipieren.
Aber auch der Wettbewerb wächst. Der Aufbau einer
starken Marke in Gesundheitswesen ist die Voraussetzung
für die erfolgreiche Positionierung in diesem Bereich. Markenmedizin
ist erst im Entstehen – der Markenauftritt und
die Orientierung an den Zielgruppen sind hierzu die Kernelemente.
Basierend auf einer Marktforschung will Vivantes
hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Angst als Kernassoziation
der Patienten gilt es zu adressieren – das Ziel
ist es, medizinische Qualität und Menschlichkeit erlebbar
zu machen.

With nine hospital sites and twelve nursing homes, Vivantes
is Germany’s largest public hospital group. Based in
Berlin, it is the leading health provider serving the population
of Germany’s capital. From A & E to Neurosurgery,
Vivantes covers almost all therapeutic areas at university
hospital level.
By contrast to 2000, when the financially crippled regional
hospitals were merged into one group, Vivantes rose
from the ashes like a phoenix. In an enormous effort, a
turnaround program was launched leaving Vivantes employees
with a big sacrifice in terms of salary reduction. This
effort was successful as Vivantes has since reached break
even.
Health challenges in a metropolis like Berlin are unique,
and Vivantes tackles the majority of those challenges such
as HIV/AIDS and psychiatry. Berlin is a market for growth
as the population gets older. Vivantes’ important role in
the future therefore will become even stronger.
Competition enters the health providers’ industry.
Building a brand as a hospital group will get more and more
important. Based on market research unrivalled in the providers’
business, Vivantes has identified areas for positioning.
Reducing the risk of a hospital stay, by visualizing both
the quality of care and the human touch, will be the leading
factor for successful operations in the future.
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52.
Zentrenbildung als Chance zur Profilierung
von „Allgemeinversorgern“
Clemens Fahrig, Markus Müschenich

Der medizinische Fortschritt und die damit einhergehende
Spezialisierung prägen das Gesundheitswesen. Es gibt immer
mehr „Spezialanbieter“ für bestimmte Erkrankungen
und immer weniger „Rundum-Versorger“. Der Verein zur
Errichtung evangelischer Krankenhäuser e. V. (VzE) deckt
mit seinen Einrichtungen sowohl den Aspekt der Allgemeinversorgung
als auch den Aspekt der hoch spezialisierten
Leistungen ab. Die Verfasser beschreiben in ihrem Beitrag
die Anforderungen an Medizinische Zentren und anhand
des Beispiels „Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg“ deren
erfolgreiche Realisierung.

Advancing medical knowledge and specialisation is a key
issue in the health care sector today. A rising number of
highly specialized treatment centres are now responding
to this demand and so the number of generalized inpatient
care beds is declining.
The Verein zur Errichtung ev. Krankenhäuser e. V. (VzE)
with its 5 hospitals provides generalized inpatient health
care as well as high-profile centres of medical excellence in
various disciplines.
This article describes the demands on medical centres
of excellence, referring to the example of the founding of
a highly specialized Vascular Surgery Clinic for the Berlin-
Brandenburg region and illustrates its successful transition.
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53.
Strategiefokussierte Kulturanalyse als Erfolgsfaktor
für nachhaltige Veränderung in Krankenhäusern
Christiane Dithmar

Um im Wettbewerb zu bestehen, entwerfen Geschäftsleitungen
von Krankenhäusern häufig neue Strategien, arbeiten
an schlagkräftigen Strukturen oder delegieren Verantwortung
– etwa indem sie versuchen, die Chefärzte verstärkt
zur Umsetzung strategischer Ziele heranzuziehen. So
richtig und wichtig diese Maßnahmen sind: Erfolgreich können
sie nur sein, wenn das gesamte Haus, Führungskräfte
und Mitarbeiter, hinter den Veränderungen stehen und
nicht in alte Verhaltensweisen zurückfallen. Letzteres ist
jedoch häufig der Fall, weil die gewachsene Unternehmenskultur
im Widerspruch zu den neuen Anforderungen steht.
Viele Krankenhäuser und Krankenhaus-Konzerne müssen
sich daher mit der Frage auseinandersetzen: Wie kann die
Unternehmenskultur schnell und effizient so geändert werden,
dass sie zu den neuen Erfordernissen passt?
Die Praxis in der Begleitung von Veränderungsprozessen
in der Gesundheitsbranche hat uns gezeigt: Voraussetzung
für einen erfolgreichen Wandel ist eine strategiefokussierte
Kulturanalyse mit folgenden Fragestellungen:
Welche Kulturelemente befördern die Strategie (funktionale
Elemente), welche stehen der Strategie dagegen im Weg
(dysfunktionale Elemente)? Ziel ist es, diese „Fehlhaltungen“
anhand eines Drei-Ebenen-Modells aufzuspüren (Analyse),
um schließlich einen unternehmensweiten Lernprozess
zu initiieren (Umsetzung), der die Kultur in Einklang
mit der neuen Struktur bringt.
In order to stand up to competition, hospital management
teams are busy designing new strategies, working on robust
management structures and delegating responsibility
to their senior consultants, for instance, in an effort to
enlist their aid in the implementation of strategic objectives.
Such measures are extremely important, yet success
is only possible if the entire facility – management as well
as personnel – throw their weight behind the changes and
resist falling back into old routines. These relapses occur
all too often, for the new standards conflict with a deeprooted
corporate culture. Many hospitals and hospital enterprises
are therefore faced with the same question: how
can you change the corporate culture quickly and efficiently
so that it fits with the new goals?
Lessons can be drawn from the experience of changes
already implemented in the health sector. The precondition
for a successful transformation is a strategic culture analysis
that formulates two principal questions: which cultural
aspects promote the strategy (functional elements) and
which aspects stand in the way of it (dysfunctional elements)?
This “error approach” should be identified by means
of a three-level model (analysis) with the aim of eventually
initiating a cross-corporate learning period (implementation)
that will bind the culture with the new structure.
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54.
Strategieentwicklung als Erfolgsfaktor
in Gesundheitsunternehmen
Stefan Drauschke

Um im Gesundheitsmarkt besser bestehen zu können, können
Manager von Gesundheitsunternehmen ihre Chance
wahrnehmen, durch die Entwicklung einer attraktiven Unternehmensstrategie
den Veränderungsprozess aktiv und
zielgerichtet voranzubringen. Dies ist ihre primäre Führungsaufgabe,
und wenn sie dabei auch noch die Mitarbeiter,
allen voran die Führungskräfte und Leistungsträger
„mitnehmen“, ist der Weg zum Erfolg schon beschritten.
Externe Strategieberater unterstützen das Management
als Lotsen im Zielfindungsprozess, denn ohne klare Ziele
kann keine Strategie entwickelt werden, und sie begleiten
den Prozess der Veränderung als solchen, damit die Strategie
nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch tatsächlich
in die Umsetzung gelangt.
Um eine Vision in konkrete Ziele umzusetzen, ist es
notwendig, Kenntnis über den aktuellen Stand des eigenen
Unternehmens und des Wettbewerbsumfeldes zu besitzen.
Aus dem aktuellen Unternehmensstatus, der Markt- und
Wettbewerbsanalyse sowie der eigenen Prozesslandschaft
sind strategische Geschäftsfelder abzuleiten. Die Ziele sind
„smart“ (situationsspezifisch, messbar, attraktiv, realistisch,
terminiert) zu formulieren und mit Maßnahmen zu
hinterlegen, so dass jeder weiß, wer was, warum und bis
wann zu tun hat. Die Strategie definiert die besten Prozesse,
diese wiederum die optimale Struktur.
Zur Operationalisierung der Gesamtstrategie ist intern
ein Kernteam zu beauftragen, das für das „Metaprojekt“
der Transformation verantwortlich ist – im Auftrag des Managements.
Unternehmensstrategie ist hierbei kein einmaliges
Projekt. Vielmehr ist der Erfolg und die Ausrichtung
der Transformation auf der Basis einer klaren Strategie neben
der operativen Führung durch ein im Unternehmen
verankerten kontinuierlichen Prozess regelmäßig zu überprüfen
und immer wieder anzupassen, insbesondere, wenn
Umweltfaktoren wie die Gesundheitsreform maßgebliche
Veränderungen mit sich bringen.
Konkret und ausführlich beschreibt dieser Beitrag, wie
die Strategieentwicklung erfolgen kann und was dabei zu
beachten ist.

The development of attractive corporate strategies can support
managers of healthcare companies in their efforts to
follow the healthcare market and maintain their change
processes proactively and without losing sight of their mission.
To ensure their way to success, the primary management
function has to involve all the staff, especially the
team leaders and executives. External strategy consultants
support the management by attending the targeting process.
Without clearly defined targets a corporate strategy
cannot be developed. External consultants follow the
change process, so that the strategy can be transferred into
the daily work process.
For transforming a vision into concrete aims, it is necessary
to be aware of one’s own company’s state and that
of the competitor. Strategic business fields can be derived
from the current state of the company, from the marketand
competition- analysis and from the company’s business
process landscape. Targets must be formulated to fit the
“smart” criteria (i.e. specific to the situation, measurable,
attainable, realistic, timebound) and the appropriate procedures
need to be determined. Everybody needs to know
who does what, why and when. Strategy defines the best
processes; processes define the best structure.
To make the corporate strategy operational a core team
has to be set up. By authority of the management the core
team will have responsibility for the “metaproject” of transformation.
Corporate strategy is not a one-time project.
In fact, the success and the direction of the transformation
have to be verified and adapted by a fixed, continuing
process. In particular, when significant changes like health
reform are implemented, an operational leadership and
clear strategy are necessary.
This article describes concretely and detailed how strategies
can be developed and what has to be considered.
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55.
Organisation rehabilitativer Leistungen
der Deutschen Rentenversicherung Bund
Thomas Keck

Auftrag: Die Rentenversicherung erbringt Rehabilitationsleistungen,
um ihren Versicherten dauerhaft die Teilhabe
am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Medizinische Rehabilitation: Ziel ist die berufliche Integration
der Menschen, denen krankheitsbedingt eine
Minderung ihrer Erwerbsfähigkeit droht. An 22 Standorten
betreibt die Deutsche Rentenversicherung Bund eigene
Reha-Zentren. Dort werden jährlich etwa 18 % aller medizinischen
Leistungen stationär oder ambulant durchgeführt.
Der ganz überwiegende Anteil der Reha-Leistungen
findet in einer der 320 stationären oder etwa 130 ambulanten
privaten Reha-Einrichtungen statt.
Reha-Nachsorge: Im Anschluss an eine stationäre oder
ambulante Leistung zur medizinischen Rehabilitation kann
zur Stabilisierung des Rehabilitationserfolges eine Rehabilitationsnachsorge
erforderlich sein. Die Träger der Deutschen
Rentenversicherung haben hierfür indikationsspezifische
Nachsorgeprogramme entwickelt.
Qualitätssicherung: Zur Sicherung und ständigen Verbesserung
der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
setzt die Deutsche Rentenversicherung Bund seit mehr als
10 Jahren verschiedene Instrumente im Rahmen des Qualitätssicherungsprogramms
ein.
Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben kommen in
Betracht, wenn der Beruf aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr ausgeübt werden kann. Dazu steht ein breites
Spektrum an Einzelleistungen zur Verfügung.
Reha-Budget: Für die Ausgaben der Träger der gesetzlichen
Rentenversicherung für Rehabilitationsleistungen
wurde am 01.01.1997 ein Ausgabendeckel als Obergrenze
eingeführt. Der Ausgabendeckel der Deutschen Rentenversicherung
Bund für 2005 lag bei 2093 Mio. EURO.
Reha-Beratung: Im Rahmen des Reha-Managements
beraten und unterstützen die Reha-Beraterinnen der Deutschen
Rentenversicherung Bund kostenlos in allen Fragen
der Rehabilitation. Gemeinsame Servicestellen für Rehabilitation
existieren bundesweit.
Fazit: Die Rehabilitation der Rentenversicherung ist gut
aufgestellt und wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems.
Mission: The German statutory pension insurance offers
rehabilitation measures aimed at keeping its clients in productive
permanent employment.
Medical rehabilitation: The aim is the professional integration
of people whose earning capacity is in danger of
being reduced due to sickness. The Deutsche Rentenversicherung
Bund runs its own rehabilitation centres at 22 locations.
At these centres, about 18 % of all the medical
measures are organised as inpatient or outpatient care each
year. However, most of the rehabilitation measures take
place in one of the 320 inpatient or 130 outpatient private
rehabilitation clinics.
Rehabilitation aftercare: Subsequent to an inpatient or
outpatient medical rehabilitation, rehabilitation aftercare
may be necessary in order to stabilise the person’s condition
after the successful rehabilitation measure. For this purpose,
the institutions of the German statutory pension insurance
have developed indication-specific aftercare programmes.
Quality Assurance: For more than 10 years, the Deutsche
Rentenversicherung Bund has been using different
tools within the scope of the Quality Assurance programme
in order to assure and continually improve our medical rehabilitation
measures.
Vocational rehabilitation measures can be considered
if the insured person is no longer able to work in their profession
for medical reasons. There are a wide range of individual
rehabilitation measures available.
Rehabilitation budget: On 01/01/1997, an upper expenditure
limit for the costs for rehabilitation measures of
the individual institutes of the German statutory pension
insurance was introduced. The upper expenditure limit of
the Deutsche Rentenversicherung Bund for the year 2005
was EURO 2093 million.
Rehabilitation counselling: Within the scope of the rehabilitation
management, the rehabilitation counsellors of
the Deutsche Rentenversicherung Bund provide counselling
and support on all the questions in connection with rehabilitation.
This service is free of charge. There are joint service
points for rehabilitation all over Germany.
Conclusion: Rehabilitation measures within German
statutory pension insurance form a well-established and
central components of the German health system.
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56.
Erfolgsfaktoren für Ärztehäuser: Ein Fallbeispiel
Günter B. Freye

Wegen des drastischen Verfalls der Büromieten ab ca. 1995
ergab sich die Idee, aus einem relativ modernen Bürogebäude
(Baujahr 1988) ein Ärztehaus zu entwickeln. Dieses
war erfolgreich möglich, weil sich das Haus in einer verkehrsgünstigen
Lage befindet und zusätzlich über PKW-Parkplätze
verfügt. Außerdem waren die vorhandenen Grundrisse
sehr gut für Arztpraxen geeignet.
Alle verbleibenden technischen Schwierigkeiten wurden
von Architekten und Sonderfachleuchten hervorragend
gelöst. Die beiden Hauptprobleme waren die Toilettenanlagen
(Arztpraxen benötigen eine zusätzliche Personaltoilette)
und die Wasseranschlüsse in allen Sprechzimmern.

Because of the drastic decline of office rents since 1995 we
had the idea of transforming a relatively new office building
into a medical practice. Success was possible because
the building is well connected to public transportation and
has car parking facilities for patients. Fortunately the original
floor plan of the office building was perfectly suitable
for medical practices.
All technical problems were solved by our architects
and specialists. The two main problems were the toilets
(medical practices need an additional staff toilet) and the
provision of water supply to every surgery.
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57.
Alternative Finanzierungsinstrumente
im Gesundheitswesen
Almut Steinmüller, Niels Hartermann

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor umwälzenden
Veränderungen. Steigenden Kosten steht ein immer knapper
werdendes Budget gegenüber. Gleichzeitig verändern
sich mit der Einführung von Basel II die Rahmenbedingungen
für Finanzierungen im Gesundheitswesen. Diese bevorstehenden
Änderungen werden kurz dargestellt. Nachfolgend
gibt die Abhandlung einen Überblick über die zur Verfügung
stehenden Finanzierungsalternativen, die im Bereich
des Krankenhauses geeignet sind, den steigenden
Investitionsbedarf zu befriedigen. Behandelt werden u. a.
Mezzanine Finanzierungen, Leasing, Forderungsverkauf sowie
ABS und Public Private Partnerships.

German public health care is faced with major changes.
Rising costs face diminishing budgets. At the same time,
the framework for financing changes in the health care
sector faces the introduction of the Basel II accords. This
article outlines these forthcoming changes, and then outlines
the alternative financing instruments which are available
to the health care sector to cover rising investment
requirements. Covered are mezzanine finance, leasing, forfeiting,
and asset-backed securities and public private partnerships.
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58.
Innovative Wege in der Krankenhausfinanzierung
Harald Eisenach

Der Gesundheitsmarkt hat Zukunft. Das gilt speziell für die
Hauptstadtregion mir ihrem engmaschigen Netzwerk von
Wirtschaft und Wissenschaft. Allerdings sind die Herausforderungen
auf dem Weg zu mehr Wachstum nicht zu unterschätzen.
Das gilt insbesondere für Krankenhausunternehmen,
die sich bei tendenziell knapper werdenden Mitteln
der öffentlichen Hand einem verstärkten unternehmerischen
Investitionsbedarf gegenübersehen. Steigender Wettbewerbsdruck
geht einher mit sich verändernden Rahmenbedingungen:
Stichworte sind hier u. a. DRG-System [1],
GV-Modernisierungsgesetz und Gesundheitsreform. Auch
die Finanzierung ist im Umbruch: Kapitalgeber stellen an
Krankenhäuser mehr und mehr die gleichen Anforderungen
wie an Unternehmen anderer Branchen. Neben potenziellen
Eigenkapital-Gebern gilt dies insbesondere auch für das
klassische Bankdarlehen nach der Veränderung bankenregulatorischer
Vorgaben in Gestalt von Basel II. Ein Ausdruck
dieser Entwicklung sind die gestiegene Bedeutung interner
Ratings zur Analyse der Unternehmensbonität. Ratings können
jedoch auch Impulsgeber für schrittweise unternehmerische
Verbesserungsprozesse sein. In deren Verlauf können
sich Krankenhäuser auch für andere, innovative Finanzierungsinstrumente
fit machen: Mezzanine-Kapital, Schuldscheindarlehen
und das Factoring sind drei Beispiele, die –
unter bestimmten Voraussetzungen angewendet – zu einer
Optimierung der Finanzierungsstruktur beitragen können.

The healthcare market has a potential for growth, especially
in the Berlin region with its close network of business
and scientific communities. However, the obstacles to further
growth should not be underestimated. Hospital operators,
particularly, are faced with the challenge of balancing
tighter public-sector funds with an increased need
for business investment. In addition, competitive pressure
is growing at the same time as overall conditions are
changing dramatically: the DRG system, the Statutory
Health Insurance Modernization Act and the healthcare
reform are notable examples. Fundamental changes are
also taking place on the financing side: capital providers
are increasingly expecting hospitals to meet the same criteria
as their counterparts in other industries. Along with
potential suppliers of equity capital, this also applies to
traditional bank loans – particularly in the wake of the new
Basel II requirements for banks. An indication of this trend
is the growing importance of internal ratings as a measure
of the creditworthiness of companies. On the positive side,
these ratings can serve as a catalyst for improving business
processes. As part of the streamlining of their operations
hospitals may qualify for other, innovative financing instruments
such as mezzanine capital, ‘Schuldscheindarlehen’
and factoring. All three are examples of new solutions
which can help optimize financing structures, provided
that certain preconditions are met.
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59.
Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich
der Gesundheitswirtschaft
Helmut Schuhmann

Berlin hat sich in den letzten Jahren von einer Stadt des
Wissens zu einer Stadt der Wissensvorsprünge und damit
zu einem der führenden Gesundheitsstandorte in Deutschland
entwickelt. Eine der tragenden Säulen ist dabei die
gute Vernetzung von Gesundheitswirtschaft und Gesundheitswissenschaft.
Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit,
Kundenorientierung und Wege zu modernen Dienstleistungsorganisationen
sind die bestimmenden Themen für
Unternehmen der Medizintechnik ebenso wie für Universitäten/
Universitätskliniken und Krankenhäuser. Dies erfordert
Flexibilität im wirtschaftlichen Handeln und neue
Wege zur Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen
für erforderliche Investitionen.
Der Markt für Finanzierungen und Finanzdienstleistungen
befindet sich in Deutschland seit einigen Jahren im
Umbruch. Durch die Umsetzung der Basel II-Richtlinie orientiert
sich die Kreditgewährung stärker als bisher am Risikoprofil
des Kreditnehmers. Besonders betroffen sind Unternehmen,
Einrichtungen und Krankenhäuser mit einer
traditionell geringen Eigenkapitalquote. Klassische Kreditfinanzierung
wird zunehmend durch alternative Finanzierungsformen
abgelöst oder ergänzt. In diesem Zusammenhang
hat besonders das sogenannte Mezzanine-Kapital an
Bedeutung gewonnen. Der folgende Beitrag dient dazu,
einen Überblick über Finanzierungsalternativen zum klassischen
Bankkredit zu geben und stellt die gesellschaftsrechtlichen,
steuerlichen und bilanziellen Auswirkungen in
Grundzügen dar.

In recent years Berlin has changed from a city of knowledge
into a city of knowledge leadership, and this is particularly
true in the area of life science. An important aspect
of this development has been the good network exchange
between healthcare providers and the life science
industry. Efficiency, productivity and customer orientation
are decisive factors for the future of medical technology
companies as well as for universities and hospitals. These
elements require flexibility in business thinking and, in
particular, in locating additional sources of financing for
new investments.
The financing and financial services market in Germany
has been in transition for several years. Loan approval has
more often depended on the risk profile of borrowers since
the implementation of the Basel II rules. Companies, institutions
and hospitals with historically low equity capital
ratios are particularly affected. Traditional loan financing
is being increasingly replaced or supplemented by alternative
financing sources. In this regard, mezzanine capital has
gained in importance. This article serves to provide an outline
of alternative financing to traditional bank loans as
well as basic information on the legal, tax and accounting
consequences of alternative financing.
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60.
Internationale Bilanzierungsnormen
im Gesundheitswesen –
Zukunftsvision oder Schreckgespenst?
Peter Lennartz

Eine Minderheit deutscher Unternehmen stellt aufgrund
der fortschreitenden Internationalisierung der Wirtschaft
ihre Jahresabschlüsse bereits nach international gültigen
Rechnungslegungsstandards auf – entweder aufgrund der
ab dem Geschäftsjahr 2006 geltenden Verpflichtung für börsennotierte
Unternehmen in Europa oder auf freiwilliger
Basis. Im Bereich der Gesundheitswirtschaft trifft dies vor
allem auf Unternehmen der Pharmaindustrie, der Medizintechnik,
auf private Krankenversicherungen sowie auf private
Krankenhausbetreiber zu.
Gesetzliche Krankenversicherungen waren bisher noch
nicht einmal zur handelsrechtlichen Bilanzierung verpflichtet
– für sie ist es bis zur Bilanzierung nach internationalen
Grundsätzen ein sehr weiter Weg. Für öffentlich-rechtliche
und gemeinnützige Krankenhäuser hingegen stellt ein international
ausgerichtetes Finanz- und Rechnungswesen
einen zusätzlichen wichtigen Erfolgsfaktor für ihre Wettbewerbsfähigkeit
in einem sehr schwierigen Umfeld dar.
Im Übrigen halten führende Bilanzexperten die deutsche
handelsrechtliche Bilanzierung für ein Auslaufmodell,
so dass internationale Bilanzierungsnormen früher oder
später für alle Unternehmen verpflichtend anzuwenden
sein werden.

Due to increasing globalisation a minority of German companies
are already preparing financial statements in accordance
with international financial reporting standards
either because they are registered at a European stock exchange
or on a voluntary basis. Within the German healthcare
industry especially pharmaceutical and other medical
companies, private healthcare plans and private owned
hospitals are also already reporting in accordance with international
standards.
Public healthcare plans, however, were not yet even
required to apply those accounting principles generally accepted
in Germany. Thus, applying international accounting
principles would be an extraordinary step. Publically owned
hospitals and hospitals owned by not-for profit organizations,
could, however, gain significant competitive advantages
if they would also conform to international reporting
standards.
Overall, financial experts are expecting that German
accounting principles will not last forever and that international
financial reporting standards must be applied by all
German companies – including public health care plans,
publically owned hospitals and hospitals owned by not-for
profit organisations.
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61.
Medizinische Versorgungszentren –
eine neue Versorgungsqualität in der Hauptstadt
Christian Dierks

Medizinische Versorgungszentren etablieren sich als neues
Element in der ambulanten Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten.
Vertragsärzte und Krankenhäuser wetteifern
als mögliche Träger dieser Einrichtungen um Anteile
am Versorgungsgeschehen. Für die Gesundheitsstadt Berlin
zeichnet sich ab, dass die MVZ einen erheblichen Anteil der
qualifizierten fachärztlichen Versorgung übernehmen werden.
Während positive Auswirkungen auf die Versorgungsqualität
zu erwarten sind, zeigt sich zugleich, dass die Verhandlungspositionen
zwischen Vertragsärzten, Krankenhäusern
und Krankenkassen verschoben werden. Zugleich
betreten die Krankenhäuser als Träger der MVZ ein interessantes,
aber auch konfliktträchtiges rechtliches Neuland.

Centres for Medical Care (CMCs) have been established as
a new, additional provider in the statutory health insurance.
Panel doctors and hospitals as potential agents bearing responsibility
for the CMCs find themselves in competitive
rivalry. CMCs will take over a significant part of specialist
care in the health capital of Berlin, yielding an improvement
in its quality. However, CMCs will also induce a readjustment
of market shares between the players. Moreover, hospitals
have entered the interesting, but highly disputed,
grounds of out-patient care.
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62.
Schadenprophylaxe durch
haftungsrechtliches Risk Management
Wolf Dieter Kelch

Haftungsrechtliche Risk Management Analysen sollen als
Werkzeug dienen, Risikopotenziale aufzuzeigen, um Entscheidungshilfe
einer praktischen Umsetzung im Sinne von
Risikominimierung und -Eliminierung zu sein. Es soll aufgezeigt
werden, wie die Optimierung von Leistungsprozessen
zu einem Ausschöpfen vorhandener Potenziale und Ressourcen
führen kann, um im Ergebnis auch unter betriebswirtschaftlicher
Betrachtung eine Leistungsoptimierung
hinsichtlich Struktur und Qualität zu bewirken.
Dieses Wissen ist nicht nur in der Kommunikation mit
und innerhalb eines Managements besonders wertvoll, die
Darstellung von Qualitätsmängeln (und ihrer Kosten) ermöglicht
die Festsetzung von Prioritäten bzw. die Abwägung
zwischen verschiedenen Lösungsansätzen aufgrund
des zu erwartenden Nutzens. Im Ergebnis wirkt sich ein
kontinuierliches Qualitätsmonitoring prädiktiv über die gesamte
Einrichtung aus!
Ausgehend von der Benennung methodisch-statistischer
Grundvoraussetzungen soll weiter aufgezeigt werden,
wie durch vorab definierte Fragebögen und Anforderungsprofile
die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfasst
und Effizienzparameter beurteilt werden können.

Judicial analyses of risk are designed to serve as a tool that
helps to identify potential risks. As such they serve as
guidelines for decisions in the context of minimizing and
eliminating risks.
The article wants to show how optimizing performance
allows us to explore existing potentials and resources and
at the same time also adds – from a business perspective –
structure and quality.
This information is particularly useful not only in communication
but also for management. Using information
about poor quality (and its costs) allows us to prioritise improvements
on the basis of economic criteria. A continuous
quality monitoring will have a predictive effect on the
whole organisation!
Describing the basic methods and statistics, this article
shows how to measure the quality of structures, processes
and performance through pre-defined questionnaires and
qualification profiles and furthermore explains how to evaluate
the achieved performance improvements.
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63.
Apothekenrecht im Wandel: neue
Herausforderungen für Krankenhausapotheken
Amel Schneider

Das rechtliche Umfeld für Apotheken befindet sich im Umbruch.
Im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes
(GMG) wurde der Versand mit in Deutschland zugelassenen
Arzneimitteln erlaubt und die Preise für rezeptfreie
apothekenpflichtige Arzneimittel freigegeben. Das im Jahre
2006 in Kraft getretene Arzneimittelversorgungswirtschaftlichkeitsgesetz
(AVWG) und das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz
sollen die Arzneimittelausgaben zu Lasten Versicherter
in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiter
senken. Nachdem bereits im Jahre 2004 eine begrenzte
Aufhebung des Mehrbesitzverbots stattfand, steht nun
auch das Fremdbesitzverbot für Kapitalgesellschaften im
deutschen Apothekenrecht auf dem Prüfstand des Europarechts.
Sollte es fallen, wird dies nicht ohne Preisfolgen
bleiben.
Die Arzneimittelversorgung von Krankenhäusern ist gegenwärtig
durch ein duales Versorgungssystem gekennzeichnet.
Krankenhäuser können sich wahlweise durch
Krankenhausapotheken oder krankenhausversorgende öffentliche
Apotheken versorgen lassen. Damit stehen sich
sowohl Krankenhausapotheken als auch öffentliche Apotheken
in einem Wettbewerb um Qualität und Preise gegenüber.
Änderungen, die sich im rechtlichen Umfeld für
öffentliche Apotheken ergeben, wirken sich somit grundsätzlich
auch auf Krankenhausapotheken aus.
Die deutsche Krankenhauspharmazie erfuhr durch zahlreiche
materielle Änderungen des Apothekengesetzes – wie
beispielsweise der Öffnung des Krankenhauses für Teilbereiche
der ambulanten Versorgung und weiteren sektorenübergreifenden
Versorgungsformen – neuen Aufschwung.
Damit einhergehend haben sich auch die klinisch-pharmazeutischen
Aufgabenstellungen der Krankenhausapotheke
erweitert. Trotz dieser gesetzgeberischen Aufwertung der
Krankenhausapotheke bleibt das gesetzliche Umfeld auch
hier wechselhaft.

The legal situation of pharmacies is undergoing an upheaval.
Within the framework of the Statutory Health Insurance
(SHI) Modernization Act (GMG: Gesundheitsmodernisierungsgesetz),
the shipping of drugs licenced in
Germany was permitted and the prices of over the counter
drugs were deregulated. The Act concerned the economic
supply with pharmaceuticals (AVWG:
Arzneimittelversorgungswirtschaftlichkeitsgesetz
), which came into force
in 2006, and the health care reform 2007 should further
cut the cost of drugs for those insured under the SHI. With
a partial abolition of the multiple pharmacy ownership
ban having taken place in 2006, the ban on outside ownership
for limited liability companies under German pharmacy
law is now being put to the test by European law. If
that ban should fall, this will have price repercussions.
Drug treatment in hospitals is presently marked by its
dual care system. Hospitals can either be served by an inhouse
hospital pharmacy, or by a public pharmacy serving
hospitals. It is therefore not just hospital pharmacies but
also public pharmacies who are in competition with regards
to quality and price. Changes which occur in the
legislation governing public pharmacies therefore also
have a fundamental effect on hospital pharmacies.
Hospital pharmacies in Germany have experienced an
upturn due to several material changes brought in by the
Pharmacy Act (Apothekengesetz) – such changes include
the opening of hospitals providing outpatient care for
small areas, and further types of care which span many
sectors. The clinical tasks of hospital pharmacies have also
expanded accordingly. Despite this legislative reevaluation
of the hospital pharmacy, the legal environment remains
unsettled.
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64.
Die zentralen Neuerungen des
Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes
Karl-Heinz Schnieder

Der Beitrag stellt die wesentlichen Änderungen, die durch
das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz in Kraft getreten
sind, vor. Dem Leser sollen dadurch die nötigen Kenntnisse
vermittelt werden, um sich den veränderten Umständen
anpassen zu können.
Obwohl das VÄndG aufgrund seiner wesentlichen Strukturänderungen
als Revolution bezeichnet werden kann,
wurde dem Gesetz nicht immer die nötige Aufmerksamkeit
zuteil, da parallel zum Gesetzgebungsprozess intensiv die
Diskussion über die „große Gesundheitsreform“ geführt
wurde. Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) erlangte
ungleich mehr Aufmerksamkeit, was jedoch bei den
im WSG vorgesehenen Änderungen durchaus verständlich
ist. Gegenstand dieses Beitrages ist indes allein das
VÄndG.

This article presents the primary changes which came into
force through the Vertagsarztrechtsänderungsgesetz (Accredited
Physician Amendment Law). Because of these
changes, affected parties should familiarise themselves
with the necessary requirements, in order to be able to
comply with the amended conditions.
Although the VÄndG is seen as a revolution due to its
fundamental structural changes, the law was not always
given appropriate attention due to the intensity of the discussions
about the “health service reform” taking place at
the same time as the legislation being agreed. The
GKVWettbewerbsstärkungsgesetz
(WSG) (Competition Strengthening
Law) took a disproportionate share of the attention,
which is understandable given the intended changes arising
from the WSG. However, this article is solely about the
VÄndG.
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65.
Qualität in der stationären und
ambulanten Rehabilitation
Hartmut Hain, Hans-Jürgen Eisele

Der Gesundheitsmarkt befindet sich im Umbruch. Patienten
und Dienstleister bewegen sich im Spannungsfeld zwischen
dem medizinischem Fortschritt sowie der Finanzierbarkeit
des Systems. Sparen auf der einen Seite, höchste Qualität
auf der anderen sind keine unüberbrückbaren Gegensätze.
Dass ein Unternehmen auf dem Gesundheitsmarkt nur
durch eine umfassende Qualitätsdefinition bestehen kann,
soll der folgende Artikel aufzeigen.
Die in der Akutmedizin eingeführten Fallpauschalen
haben die Verweildauer der Patienten auch nach schwierigsten
Operationen dramatisch verkürzt. Ob künstliche
Herzklappe, Schlaganfallbehandlung oder neues Hüftgelenk,
eine Akutklinik muss dafür Sorge tragen, so rasch wie
möglich eine qualitativ hochwertige Weiterbehandlung ihrer
Patienten außerhalb des eigenen Hauses sicher zu stellen.
All dies stellt höchste Anforderungen an Fachkliniken
für Frührehabilitation und Anschlussheilbehandlung.
Dieses Spannungsfeld, in dem die Medical Park AG als
Anbieter von Rehabilitationsmedizin heute arbeitet, wirft
Fragen zur Definition von Qualität auf: Insbesondere die
Fragen, was unsere Kunden als Qualität ansehen und ob
medizinische Ergebnisqualität alleine schon ausreichend
ist, um unsere Kunden rundum zufrieden zu stellen

The health care market in Germany is on the move. There
will be winners and losers. Those who prevail will be those
who have relevant and all-embracing quality management
with focus on the client.
All-embracing means that the quality management
does not only centre on the quality of medical results. Therefore,
Medical Park defines quality as a combination of outstanding
medical skills, best service and ambience. The integration
of the staff and their extensive education and the
structuring and refinement of the operational sequences
thereby ensure the claim of Medical Park to be leader of
quality in rehabilitation and service.
Another criterion for all-embracing quality is the methodical
integration of all health care providers into the
patient’s treatment process, which is actively practiced by
Medical Park. That assures the patient of comprehensive
quality in every part of medical treatment. Quality is an allembracing
challenge. The Medical Park group has accepted
this challenge and made the all-embracing idea of quality
central to their business philosophy.
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66.
Qualitätsvergleich medizinischer Leistung im
Krankenhaus auf der Basis von Routinedaten –
sinnvoll, machbar, aussagekräftig?
Ilona Michels, Saskia E. Drösler

Der Vergleich medizinischer Leistung kann nur auf der Basis
valider, reliabler, aussagekräftiger und risikoadjustierter
Daten erfolgen. Auswertungen, die diesen Anforderungen
gerecht werden, liegen in Deutschland jedoch noch nicht
in hohem Umfang vor. Zudem wünschen sich Fachpraktiker
Daten, die in Kliniken keinen zusätzlichen Erfassungsaufwand
erforderlich machen.
Den formalen Ansprüchen an Datenqualität in einem
standardisierten Verfahren entspricht in Deutschland nur
das externe Qualitätsmessverfahren der Bundesgeschäftsstelle
für Qualitätssicherung (BQS). Um allen Bedürfnissen
an geeigneten Daten zum Vergleich der Qualität medizinischer
Leistung entsprechen zu können, könnte eine sinnvolle
Ergänzung zu diesem in Deutschland etablierten Verfahren
der BQS das in den USA seit 2003 etablierte standardisierte
Verfahren zur Ermittlung von Indikatoren der Patienten
Sicherheit (Patient Safety Iindicators/PSI) aus
Routinedaten sein.
Der Vergleich medizinischer Leistungen wird immer
wieder von den verschiedensten Akteuren und insbesondere
den Patienten im Gesundheitswesen gefordert. Hierzu
sind geeignete Daten teilweise vorhanden und ergänzende
Verfahren bekannt. Es bleibt daher die Frage zu klären, warum
in Deutschland so defensiv mit den Möglichkeiten eines
Qualitätsvergleiches von medizinischen Leistungen im
Krankenhaus umgegangen wird.

Comparisons of medical performance should only be drawn
on the basis of valid, reliable, meaningful and risk-adjusted
data. Evaluations, which meet these requirements, are still
in a very early stage of development in Germany. Furthermore,
experts demand data which does not require additional
acquisition time and effort for the hospitals.
Only the external quality assurance programme (BQS)
meets the formal requirements of data quality and uses
standardized evaluation methods. A meaningful addition
to the established German BQS data set might be the USAmerican
Patient Safety Indicators (PSI). Established by the
Agency for Healthcare Research and Quality in 2003, these
indicators meet all needs regarding optimal comparability
of medical performance and are derived from routine
data.
The comparison of medical performance is in high demand
by the very diverse participants in the health service,
in particular by patients. Suitable data is partly available
and evaluation methods are well-known. This leaves the
unanswered the question, why do the players in the German
health system act so defensively when they have the
opportunity to compare medical performance in hospitals.
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67.
Qualitätsmanagement in einem Klinikkonzern
Joachim Manz

Das Qualitätsmanagement in der Rhön-Klinikum AG besteht
aus Aktivitäten auf drei Ebenen – Abteilung, Klinik,
Konzern. Die wesentliche inhaltliche Verantwortung liegt
in den Abteilungen und Kliniken; das Qualitätsmanagement
des Konzerns arbeitet überwiegend subsidiär. Zusätzlich
zu der Kernaufgabe betreut das Qualitätsmanagement
des Konzerns auch zwei benachbarte Bereiche bzgl. allgemeiner
Hygienefragen und der Beschreibung der medizinischen
Leistungsspektren.

The Quality Management of the Rhön-Klinikum AG comprises
activities on three levels – department, hospital, and
trust. The responsibility for the content lies with the departments
and clinics; the quality management of the
trust mainly works at the second degree. Besides this task
the quality management of the group also supervises two
neighbouring fields, namely general hygiene problems and
the description of the medical service spectrum.
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68.
Standards in der Abrechnung
medizinischer Leistungen
Jürgen Möller

Ärztliche Leistungen wurden in der Vergangenheit als Einzelleistungen
beschrieben und vergütet. Mit Einführung
der Diagnosis Related Groups (DRGs) und des EBM 2000 plus
ist man dazu übergegangen, diese Leistungen in Pauschalen
und Komplexen zusammenzufassen. Unter anderem
sollte damit eine vereinfachte Vergütung der Leistungen
erreicht werden. Der Beitrag soll aufzeigen, ob durch den
Einsatz von Behandlungspauschalen Transparenz und Kostenreduzierung
erreicht werden können.
In the past, medical treatment was typically classified and
paid according to individual services. With the introduction
of Diagnosis Related Groups (DRGs) and EBM 2000
plus, these individual services are now being subsumed
into larger groups and categories. One of the key objectives
of this new system is streamlined medical billing. This
article examines whether the use of DRGs can lead to greater
transparency and cost reductions.
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69.
Qualitätsvergleich der medizinischen
Leistungserstellung im Krankenhaus –
Standards und Verfahren
Bertram Häussler, Silvia Klein

Qualität im Krankenhaus ist in zunehmendem Maße ein
Thema für Patienten und Versicherte geworden. Im Zeitalter
der DRGs wird auch für die Kliniken dadurch die Qualität
neben dem Preis und der Menge zunehmend zu einem
Parameter, mithilfe dessen sie an ihrer Profilbildung arbeiten
und sich mit anderen Häusern messen können. Bereits
seit 2001 bemüht sich daher die BQS um mehr Transparenz
und Qualität in der Krankenhausversorgung; außerdem
muss seit 2004 jedes Krankenhaus einen Qualitätsbericht
veröffentlichen. Für die Patienten, Versicherten und Ärzte
als Nutzer der Krankenhäuser bzw. als Zuweiser sind die
genannten Ansätze der Qualitätsberichterstattung nicht
zufrieden stellend, da sie nicht die Informationen bieten,
die sie für die Klinikwahl benötigen. Ihren Ansprüchen kann
mit nutzerfreundlichen, verständlichen Übersichten genügt
werden, welche die Krankenhäuser beispielsweise
einer Region miteinander vergleichen. Einen solchen „Patientenwegweiser“
oder „Patientenführer“ forderte der
Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen
bereits in seinem Gutachten von 2003 [SVR
2003]. Der „Berliner Klinikführer“ und der „Klinik-Führer
Rhein-Ruhr“ sind in Deutschland bisher einzigartige Qualitätsvergleiche
der Krankenhäuser.
Im Folgenden werden wir uns den Antworten auf die
beiden Leitfragen dieses Beitrags nähern: (1) Wie kann Qualität
routinemäßig gemessen werden und (2) wie können
die Ergebnisse so zugänglich gemacht werden, dass sie die
Patienten und Zuweiser in der Wahl einer Klinik unterstützen.
Hierzu werden die wichtigsten Mess- und Vergleichsansätze
vorgestellt und bewertet.

The quality of hospitals has increasingly become a topic for
patients and insurers. Besides price and quantity, in the era
of DRGs (Diagnosis Related Groups), quality becomes an issue
which can help hospitals to strengthen their public
profile and compete with other hospitals. Therefore since
the year 2001 the BQS is trying to create more transparency
and quality in the hospital supply. In addition, since
2004 every hospital has to publish a quality report. For the
patients, insurers and doctors, as user of the hospitals or
as care providers, the aforementioned quality reporting attempts
are not satisfactory since they do not offer information
needed to choose a clinic. Their demands can be satisfied
with useful and comprehensible overviews which, for
example, provide comparisons of the hospitals in one region.
Such a patient guide was already required by the
Council of Experts for Concerted Action in Health Care in
their advisory 2003. Up until now, the „Berliner Klinikführer“
and the „Klinik-Führer Rhein-Ruhr“ have given unique
quality comparisons of German hospitals.
This article will provide answers to the two key questions
of this contribution: (1) How can quality be measured
routinely? and (2) how can the results be made accessible
and usable for the support of patients and allocators for
their choice of a hospital? To this end, this article introduces
and assesses some important measures and comparison
techniques.
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70.
Qualitätsmanagement in der Arztpraxis:
Bürde oder Chance?
Christian Friedrich Stoll

Das deutsche Gesundheitssystem steht wie kein anderes
im permanenten Fokus der Öffentlichkeit. Während die
Politik vor allem Kosten sparen will um das System finanzierbar
zu halten, stöhnen die Patienten über einen ständig
schrumpfenden Leistungskatalog bei gleichzeitig höherer
Eigenbeteiligung und steigenden Beiträgen. Die Ärzte als
Leistungserbringer drohen in diesem Spannungsfeld aufgerieben
zu werden.
Wie könnte also ein Modell für den niedergelassenen
Arzt aussehen, das sowohl den Belangen der Patienten,
aber auch dem Arzt, seiner Praxis und deren Mitarbeitern
gerecht wird? Dieser Artikel zeigt exemplarisch am Beispiel
des zertifizierten Kinderwunschzentrums Berlin ein mögliches
Modell für die Zukunft auf, wie mittels ausgewiesenem
Qualitätsmanagement ein exzellenter Service gegenüber
den Patienten bei gleichzeitiger effizienter Nutzung
der Praxisressourcen gelingen kann. Dieses System ist
nicht für immer fixiert, sondern einem permanenten Prozess
von Analyse und Optimierung unterworfen.

In these times of changing structures in Germany’s health
system it has become a real challenge for every doctor in
private practice to survive. How can he respond to decreasing
payment by the insurance companies and at the same
time offer compassion and best service to his patients?
Does evidence based medicine lead to dissatisfied clients?
In this article we describe a possible model for the future
which has been established in the fertility clinic
Kinderwunschzentrum Berlin. With the introduction of a
dedicated system of quality management, flowcharts and
standard operating procedures, the efficiency of working
processes and the satisfaction of patients, employees and
the owner of the centre has increased, while the costs for
expendable items have decreased. This system is not fixed
forever, but is subject to an ongoing flow of analyzing and
optimising processes.
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71.
Exzellent ausgebildete Führungskräfte und
Experten – Motor der Gesundheitswirtschaft
in der Region Berlin-Brandenburg
Heinz Naegler

Wachstum und Beschäftigung der Gesundheitswirtschaft
in der Region Berlin-Brandenburg hängen nicht zuletzt auch
davon ab, dass in der Region eine ausreichend große Zahl
von hervorragend qualifizierten Nachwuchskräften für die
Besetzung von Führungs- und Expertenpositionen zur Verfügung
steht. Diese Voraussetzung zu schaffen, ist eine der
Aufgaben auch der Hochschulen in der Region, die schon
jetzt ein sehr breit gefächertes, an den Bedürfnissen der
Praxis ausgerichtetes Bildungsangebot bereitstellen.
So bietet die Fachhochschule für Wirtschaft Berlin seit
2001, seit 2006 in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin
Berlin, den postgradualen Masterstudiengang
Health Care Management mit dem Abschluss Master
of Business Administration (MBA) an. Mit diesem Studiengang
werden die Teilnehmer, die als Voraussetzung für die
Zulassung zu diesem Studium eine umfangreiche praktische
Erfahrung nachweisen können, auf die Übernahme
von Führungspositionen in der Gesundheitswirtschaft vorbereitet.

Not least among the factors determining whether or not
the health-care sector of the Berlin and Brandenburg economy
can continue to grow and be a source of employment
in the region is the factor of the local availability of a sufficiently
large number of younger candidates who are required
to fill the positions of managers and experts within
this sector. The task of ensuring that such qualified candidates
will indeed be available is in large part that of the
region’s institutions of higher education, which already
offer a highly variegated range of training and education
courses geared to the concrete demands of professional
life and practice.
One such course is the post-graduate Masters course
in Health Care Management. Graduates of this course
(which has been offered since 2001, and since 2006 jointly
with Berlin’s Charité Teaching Hospital) are awarded the
title MBA (Master of Business Administration) by the Berlin
School of Economics. This course of study – whose prospective
participants must be able to demonstrate that they
have already acquired extensive practical experience in the
relevant professional fields – is designed to prepare those
admitted to it to take on leading management positions
within the health-care economy.
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72.
Stand und Entwicklung der
Gesundheitsstudiengänge in Berlin
Ulrike Maschewsky-Schneider

Gesundheitsstudiengänge sind in den letzten Jahren unverzichtbarer
Bestandteil akademischer Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
in Deutschland geworden. Der Begriff
„Gesundheitsstudiengang“ umfasst ein breites Spektrum
von neuen Studienangeboten, die auf das Gesundheitswesen
als Ganzes, seine Institutionen und Versorgungsprozesse
ausgerichtet sind. Hintergrund für ihre Einrichtung sind
Entwicklungen im Gesundheitswesen, die zunehmend wissensbasierte
Entscheidungen erfordern. Dazu müssen qualifizierte
Experten und Expertinnen ausgebildet werden. In
Berlin wurde bereits eine Reihe von grundständigen und
weiterbildenden Gesundheitsstudiengängen etabliert. Sie
sind in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe „gesundheitsstudiengänge-
berlin“ vernetzt. Eine besondere Rolle spielt die
neue Berlin School of Public Health (BSPH) an der Charité.
Sie soll Angelpunkt und Drehscheibe für Qualifizierungsmöglichkeiten
im Bereich Gesundheitswissenschaften/Public
Health in der Stadt werden. Die Charité wird zukünftig
Profil und Sichtbarkeit in diesem Bereich gewinnen; internationale
Kooperationen werden ausgebaut. An der BSPH
sollen Lehre und Forschung eng verbunden sein. Im Mittelpunkt
steht das Angebot von weiterbildenden Masterstudiengängen
im Bereich Public Health. Die Verzahnung mit
der Medizin z. B. in der Versorgungsforschung soll vertieft
werden.

In recent years, study programs in health sciences became
essential components of basic and continuing academic
education in Germany. Study programs in health sciences
comprise a broad spectrum of new study programs, which
are focussed to the entire health system, its institutions
and health services. These programs have been established
following changes in the health system, which demands
more science based decisions. This requires the education
of qualified experts. In Berlin basic and continuing education
programs have already been established. They work
together in the network “Degree Programs Health Sciences
– Berlin”. There is a special role in this for the new Berlin
School of Public Health (BSPH) at Charité, which will
become a hub for education programs in public health sciences
in the city. In the future, the Charité will gain profile
and visibility in public health and international cooperation
will increase. Education and research will be closely
tied at the BSPH. The heart of the school is continuing education
in Masters of Public Health programs. The ties with
medicine are to be strengthened.
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73.
Neue Berufe im Gesundheitswesen
im nicht-akademischen Feld
Rolf D. Müller

Das Gesundheitswesen ist die stärkste Wachstumsbranche
in Deutschland. Bereits heute beschäftigt sie 4,2 Millionen
Menschen. Würde man angrenzende und komplementäre
Sektoren wir Tourismus, Kommunikationsbranche, Wellness
etc. hinzuziehen, wäre diese Zahl noch weitaus größer. Der
u. a. durch das Wachstum bedingte Strukturwandel in der
Gesundheitswirtschaft erfordert die Entwicklung zahlreicher
neuer Berufsbilder. Hier sind insbesondere auch nichtakademische
Berufe in den Bereichen Pflege, Kuration, Rehabilitation
und Koordination/Kommunikation stark nachgefragt.
Eine hohe Bedeutung erhält in diesem Rahmen die
Flexibilisierung der Prozesse, die für das Entstehen neuer
Berufsbilder zuständig sind.
The health care system is the industry which has the highest
growth rate in Germany, which already employs 4.2
million people and which, if we include complementary
sectors such as tourism, communication, wellness etc.
would employ even more. Due to the growth and structural
change within the health care system, a lot of new
jobs will be created in non-academic fields such as longtime
care, recuperation and rehabilitation – as well as management
jobs requiring skills in coordination and communication.
Within this context, the restructuring of processes
to promote flexibility should be considered as one of
the main priorities to help successfully adapt to new challenges.
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74.
Bedarfe neuer Weiterbildungsformen und
Möglichkeiten zusätzlicher Weiterbildungsfelder
für nichtakademische medizinische Berufe
Jens Reinwardt

Work-life-balance und Lebenslanges Lernen erfordern angepasste
Formen der Weiterbildung: Zum einen hin zur
Flexibilisierung der zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen
und zum anderen durch die Individualisierung
der Lernformen hin zum eigenständigen und eigenverantwortlichen
Lernen. Deshalb ist eine Modularisierung durch
in sich abgeschlossene Bildungseinheiten nötig, die mit
einem hohen Anteil von gecoachtem, selbst organisiertem
Lernen verknüpft wird. Neue Beurteilungsformen und praxisorientierte
Gestaltungsspielräume geben dem Lebenslangen
Lernen dabei eine Fassbarkeit und Attraktivität, sodass
nicht nur der Bildungsteilnehmer, sondern auch die
Einrichtung der Gesundheitswirtschaft und der Endkunde
„Patient“ bzw. „Bewohner“ davon profitieren. Der nichtakademische
medizinische Raum verlangt nicht nur für Personen
aus diesem Berufskreis, sondern auch für Quereinsteiger
neue Felder der Weiterbildung; vor allem wenn es um
generalistische Einsätze bezüglich der Gesundheitsförderung
für ältere Menschen und Kinder geht.
Durch das Gestalten ansprechender Weiterbildungsformen
und das Erschließen neuer Weiterbildungsfelder folgt
der Weiterbildungstrend der von der EU vorgezeichneten
Richtung: beschäftigungs- und gesellschaftspolitisch das
große „Potential für Kreativität und Innovation in sämtlichen
Lebensbereichen“ [Kommission der Europäischen Gemeinschaften,
2000, S. 8] voll auszuschöpfen.

Today one of the most important aims of advanced vocational
training is to promote lifelong learning, taking into
account work-life-balance: a higher level of self-dependent
study needs appropriately adapted kinds of training. Therefore,
the “teacher” or “lecturer” has to be a “coach”, and
modular tutorials have to facilitate attractive and flexible
time management. Furthermore, there is a great demand
for new programmes of advanced vocational training for
non-academic health-care occupations that are oriented
to health promotion, especially for older people and children.
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75.
Berliner Medizin- und Wissenstransfer
im internationalen Bereich
Bernhard Motzkus

Sowohl die Berliner Hochschulen als auch der Senat von
Berlin pflegen erhebliche Aktivitäten zur Verbesserung der
Verwaltungskapazitäten im kommunalen Gesundheitssystem,
aber auch zur Verbesserung der Qualität der medizinischen
Dienstleistungen in Ländern der ehemaligen Sowjetunion
und Ostasiens. Die Schwerpunkte des entwickelten
Wissenstransfers im internationalen Bereich rühren zum
einen aus der Tatsache, dass es im gesamten ehemaligen
Ostblock im Krankenhausbereich keine ökonomisch ausgebildeten
kaufmännischen Direktoren gab, die in Krankenhaus-
und Gesundheitseinrichtungen tätig waren. Diese
Aufgabe wurde weitgehend von überlasteten Klinikärzten
und -direktoren wahrgenommen, die allerdings nicht über
eine Managementausbildung verfügten. Darüber hinaus
ist der medizinische Leistungsstandard in diesen Ländern
auch noch nicht den europäischen oder amerikanischen
Qualitätsstandards angepasst, sodass auch das Angebot
ärztlicher Fortbildungsmöglichkeiten in Berlin eine wichtige
Maßnahme zur Anhebung des medizinischen Leistungsniveaus
in diesen Ländern darstellt. Ausgehend von dem
ehemaligen Virchowklinikum und der nachfolgenden Charité
sind im Laufe der Jahre intensive Kontakte sowohl im
Bereich der Krankenversorgung als auch im Bereich der
Forschung und Lehre entwickelt worden, die aus Berlin heraus
nach Osteuropa und Asien wirkungsvolle Kooperationen
entstehen ließen, über die in den nachfolgenden Ausführungen
berichtet wird.

The universities of Berlin and the Berlin Senate foster a
wide range of activities in the field of health care with a
view to reforming and improving the administration of the
communal medical and public health systems available in
the former Soviet Union and East Asian countries; and furthermore
towards the improvement of the quality of medical
services there. The emphasis placed on the main features
in the transfer of know-how in the international arena
deal with facts gathered over a period of time which
show that in the entire former East Block there was a complete
lack of trained and qualified management personnel
at the executive level, in leadership positions in both the
hospital as well as the public health sector. This function
was more or less the responsibility of overworked clinical
directors and senior consultants, who admittedly did not
have the necessary education in management and administration.
Moreover, the standard of medical performance
and quality in these countries did not reach the international
standards of quality available in America or Europe,
so that the offer of further medical training programmes
in Berlin was presented as an important measure contributing
to the alleviation of the lack of trained personnel.
Over the years, intensive communication in the fields of
patient care, as well as research and medical education
have been established. These originated in the former Virchow-
Klinikum and were continued by Charité, which has
resulted in effective cooperations from Berlin to Eastern
Europe and East Asia; these will be described extensively
in this article.
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76.
Die Berliner Gesundheitswirtschaft:
Zahlen, Daten, Fakten, Strategien
Anja Georgi, Klaus-Dirk Henke

Die Berliner Gesundheitswirtschaft ist ein stetig wachsender
Markt, dessen Potentiale mehr und mehr erkannt werden.
Anhand von quantitativen Größen wird in dem vorliegenden
Beitrag die Bedeutung des Berliner Gesundheitsmarktes
als Wirtschaftsbranche aufgezeigt. Insbesondere
die Entwicklung von Umsatz und Beschäftigung in den letzten
Jahren veranschaulicht Trends und strukturelle Veränderungen.
Vor allem im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen
zeigen sich die Wachstums- und Beschäftigungsperspektiven
der Berliner Gesundheitswirtschaft. Vor diesem
Hintergrund gilt es, Berlin als Zentrum von Wissenschaft,
Industrie und Kliniken auszubauen.

Setting aside problems related to the financing, health
care is an important factor for economic prosperity. This
article serves to identify growth drivers of the Berlin Health
Care Market, emphasizing its impact on all business sectors.
In this context, the spread of revenues and employment
rates mirror structural changes, identify trends and
the comparison to other business sectors demonstrates in
particular the potentials for further growth. Given this, the
authors argue for the promotion of Berlin as a center for
industry, science, research and medical care in health related
sectors.
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77.
Wachstum und Innovation im Gesundheitswesen
Joachim Kartte

Die Prioritäten der Deutschen verschieben sich: Verstärkt
durch die steigende Lebenserwartung wird der Erhalt der
eigenen Gesundheit wesentlicher Lifestyle-Bestandteil und
damit zu einer wichtigen Triebfeder des Konsumverhaltens.
Zahlreiche Innovationen erzeugen zusätzliche Nachfrage –
Experten sprechen bereits vom Anbruch eines Gesundheitszeitalters.
Bereits heute ist das Gesundheitswesen die größte
Wirtschaftsbranche Deutschlands und stellt vorwiegend
Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Gestärkt durch diesen
Trend kann es Wachstum und Beschäftigung in den
nächsten Jahrzehnten entscheidend unterstützen. Verändern
wird sich jedoch die Finanzierung: Der Anteil privat
finanzierter Gesundheitsversorgung wird steigen. Neue diagnostische
und therapeutische Methoden werden erst im
zweiten Schritt durch die Solidargemeinschaft getragen.
Somit steigt die Notwendigkeit der Erschließung von Sparpotenzialen,
um Finanzierungsspielräume für die zügige
Verbreitung von Innovationen im Gesundheitswesen zu
schaffen. Damit die bestehenden Chancen für die Volkswirtschaft
genutzt werden können, sollten schließlich öffentliche
Impulse optimale Rahmenbedingungen für das Wachstum
dieser Branche herstellen.

Increasing life expectancy has led Germans to rethink their
priorities, making healthy lifestyles one of the main drivers
of consumer behavior. Healthcare is already Germany‘s
biggest industry, generating jobs mainly in the service sector.
And it appears that further growth is on the horizon:
thanks to innovations and increasing consumer demand,
experts say that the healthcare age has begun. It will be
characterized by far-reaching changes to the financing of
healthcare services: fewer therapies will be covered by
health insurance when they first become available, leaving
patients to bear some of the costs themselves. To ensure
that healthcare innovations can be financed and
spread quickly, the government must launch initiatives
that force providers to unleash savings potential wherever
possible. Furthermore, the government must push initiatives
that create an optimal framework for growth in the
healthcare industry.
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78.
Die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg:
Eine Chance für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik
Günter Stock

Basierend auf den modernen Entwicklungen der molekularen
Medizin und auf dem Vorhandensein der gesamten
Wertschöpfungskette im Bereich Gesundheit in unserer Region
haben sich der Senat von Berlin und die Regierung
Brandenburgs entschlossen, den Masterplan „Gesundheit
2015“ zu verabschieden und ihn zu einem zentralen Handlungsfeld
der Politik zu machen. Die Region verfügt über
exzellente Forschungsinstitutionen, Startup-Firmen im Bereich
Biotechnologie und Medizintechnik, viele Kliniken,
allen voran die Charité, viele – z. T. an der Börse notierte –
Firmen auf diesem Gebiet und über ein breites Angebot von
Ausbildungsgängen im Bereich der Gesundheit und der Gesundheitswirtschaft
bis hin zu Service-Angeboten im Bereich
der Telemedizin. Das hierfür eigens eingerichtete Cluster-
Management hat die Aufgabe, diesen Prozess zusammen
mit den anderen Institutionen der beiden Landesregierungen
voran zu treiben, um die Wirtschaftskraft in
diesem Dienstleistungssektor zu stärken und schließlich
auch Arbeitsplätze zu generieren.

Based on the modern development of molecular medicine
and the fact that our region has a complete value creating
chain for health industry, the governments of Berlin and
Brandenburg have decided on a plan which allows the region
to become a major health region within the next ten
years. The Berlin-Brandenburg region has a multitude of
excellent research institutions, startup-companies in the
field of biotechnology and in the area of technical devices.
The area has many clinical institutions, particularly the famous
Charité, and there are quite a number of companies,
which are traded on the stock market. Besides that, our
universities and other institutions provide a variety of innovative
approaches and projects in the area of health and
within the health industry, but there are also interesting
service companies, for example in the field of telemedicine.
The governments, together with private enterprises,
have introduced a cluster management in a public-private
partnership effort, which has the task to promote the realization
of the masterplan to make Berlin-Brandenburg a
health region, and especially also to integrate and to coordinate
the different activities along the value creating
chain. The final goal, of course, is to create more science
and economic strength, and to create interesting and sustainable
working places.
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79.
Standortvorteile Berlins
in der Gesundheitswirtschaft
Marion Haß, Stefanie Richter

Im Geschäft mit der Gesundheit geht es um Milliarden: Im
Jahr 2005 gaben Krankenkassen rund 145 Milliarden EURO
aus. Um die Höhe möglicher Einsparungen streiten sich die
Experten. Doch Gesundheit ist weit mehr als nur Kostenaspekt.
Mit ihrer Studie „Gesundheitsmarkt Berlin – Chancen
für Wachstum und Beschäftigung“ hat die IHK Berlin bereits
im Jahr 2002 belegt, dass das Gesundheitswesen ein bedeutender
Wirtschaftsfaktor ist und gerade Berlin gute Perspektiven
bietet.
Heute ist allen Beteiligten klar: Im Gesundheitsmarkt
steckt ein unglaubliches Potenzial. Hier sollen in den nächsten
zehn Jahren mehr als 800.000 Arbeitsplätze entstehen.
Dabei geht es nicht nur um Gesundheit, es geht um Standortpolitik.
Im Wettkampf um die Gesundheitsregion Nr. 1 in
Deutschland werben viele Standorte mit Fördergeldern,
Masterplänen und extra eingerichteten Projektbüros. Gesundheits-
Cluster heißt das Schlagwort. Neben den traditionellen
Spezialisierungen auf Medizintechnik, Pharma und
Biotechnologie, konzentrieren sich einzelne Regionen auf
den Gesundheitstourismus oder altersgerechte Dienste und
E-Health und fördern branchenübergreifende Netzwerke.
Auch wenn Deutschland im europäischen Raum derzeit
eine Spitzenposition in der Gesundheitswirtschaft einnimmt,
so sind sich die hiesigen Cluster-Initiatoren doch
bewusst, dass sie sich mit Standorten in USA und Asien in
einem Kopf an Kopf Rennen um die besten Gesundheitskonzerne
befinden.
Berlin hat sich diesem Standortwettbewerb gestellt.
Mehr noch: Die Stadt ist für diesen Wettbewerb bestens
gewappnet. Aufgrund einer konsequenten Konzentration
auf ihre Kernkompetenzen ist Berlin heute in der Lage, sich
als eine Gesundheitsstadt zu präsentieren, die die gesamte
Wertschöpfungskette in diesem Sektor abdeckt und ihre
einzelnen Glieder miteinander vernetzt: Grundlagenforschung
– Angewandte Forschung – Industrie – Handwerk –
Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung.

The health care industry is market measured in billions of
Euros: in 2005 German health insurance funds spent
145 billion EURO. Thus, experts are discussing how substantial
savings can be achieved. But health care means
much more than the cost involved. A survey, assigned by
the Berlin Chamber of Commerce and Industry in 2002, has
already proven the great potential of the regional health
care industry. Evaluating the sector’s influence on growth
and employment, the study demonstrated the economic
relevance particularly for Berlin.
Today, everybody involved is aware of the opportunities
the health care industry is offering. More than 800.000 new
jobs will be provided within the next ten years. That alone
makes clear: health care not only affects human health, but
also the development of regional economies. In a competition
to become „Germany’s Life and Health Science Region
No. 1“, several regions are trying to attract investments by
providing regional funding programmes, developing master
plans and establishing regional project managements. The
development of life and health science clusters dominates
regional agendas. Besides rather common specialisations
like medical technology, pharmaceutical and biotechnology
industry, some regions are focussing on health tourism,
age-based services and e-health technologies.
Although Germany is taking the leading position within
the European health care market at present, regional
cluster managers know about the fierce international competition,
namely in the U. S. and in Asia.
Berlin is facing this competition. The city has laid the
foundations to become one of the leading regions internationally.
Based on the resulting focus on its strengths, Berlin
has become an important health care region. Today institutions
and businesses comprising the whole of the value-
added chain are not only located here, they are closely
connected to each other. That includes basic research, applied
research, industry, craft, services and medical care.
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80.
Die Biomedizin als Motor der Gesundheitswirtschaft
Thilo Spahl, Kai Uwe Bindseil

Die medizinische Forschung ist heute in hohem Maße durch
die Biotechnologie geprägt. Sowohl in der Prävention als
auch in der Diagnostik und der Therapie basiert ein Großteil
aller Innovationen auf molekulargenetischen oder zellbiologischen
Erkenntnissen und Methoden. Berlin-Brandenburg
ist bereits einer der führenden Standorte der Biotechnologie
in Europa und hat das Potenzial, das Feld noch weiter
auszubauen.
Für die weitere Entwicklung der Gesundheitswirtschaft
in der Hauptstadtregion ist das Zusammenspiel der ausgezeichneten
Forschungseinrichtungen und der weit über
100 Unternehmen, die im Feld der medizinischen Biotechnologie
tätig sind, von großer strategischer Bedeutung.
Wir geben einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungen
in der biomedizinischen Forschung und gehen
exemplarisch auf die Entwicklung in Berliner Forschungseinrichtungen
und Firmen ein.
Medical research is now influenced to a considerable extent
by biotechnology. A large share of current innovations
in both preventive medicine and diagnostics and therapy
is based on molecular-genetic and cell-biological discoveries
and methods. Berlin-Brandenburg is already one of the
leading biotech locations in Europe and has the potential
for expanding the field further.
The cooperation among its outstanding research facilities
and more than 100 companies working in the field of
medical biotechnology is of great strategic importance to
the continued development of the health industry in the
Berlin region.
We present an overview of key developments in biomedical
research and exemplary developments in research
facilities and companies in Berlin.
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81.
Aktuelle Trends in der Infektiologie:
Das Koch-Metschnikow-Forum als eine
zivilgesellschaftliche Initiative des
Petersburger Dialoges zur internationalen
Bekämpfung von Infektionskrankheiten
Timo Ulrichs, Wilfried Bergmann, Rolf Engelbrecht,
Helmut Hahn, Jörg Seifart, Heinz Zeichhardt


Das Koch-Metschnikow-Forum ist eine Initiative von Wissenschaftlern
aus Berlin zur Zusammenarbeit mit russischen
Kollegen im Bereich der Bekämpfung der Infektionskrankheiten.
Der folgende Artikel beschreibt die Vorgeschichte,
die wissenschaftlichen Arbeiten des Koch-Metschnikow-Forums
sowie die Möglichkeiten einer Nutzung seines Netzwerkes
für eine wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit
in der Biomedizin.

The Koch-Metchnikov-Forum was initiated by scientists
from Berlin to further the collaboration with Russian colleagues
in fighting infectious diseases. This article presents
background information, the scientific work of the Koch-
Metchnikov-Forum and the opportunities for using its network
in scientific and economic cooperation in the field of
biomedicine.
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82.
Wirtschaftspolitische Aspekte der
Krankenhausversorgung in Berlin
Hartmann Kleiner

Für den Wirtschaftsstandort Berlin-Brandenburg ist die weitere
Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Berliner Krankenhausversorgung
von erheblicher Bedeutung. Die hohen
Krankenhauskosten in Berlin belasten über die Krankenkassenbeiträge
die Lohnzusatzkosten der Unternehmen und
verkürzen die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. Für das
Land Berlin gilt es deshalb, im Rahmen der weiteren Krankenhausplanung
durch eine vorausschauende Steuerung
die Überkapazitäten abzubauen.
Hierbei muss sich das Land Berlin darauf einrichten,
dass die ab 01.01.2010 in den Bundesländern bestehenden
unterschiedlichen Landesbasisfallwerte im Zuge der vom
Bundesgesetzgeber bereits heute beabsichtigten Weiterentwicklung
der Krankenhausvergütung schon bald auf einen
am Bundesdurchschnitt orientierten Basisfallwert zusammengeführt
werden.
Handelt hier die Berliner Landespolitik nicht umgehend,
dürften die Krankenhäuser in Berlin mit gravierenden
Finanzierungsproblemen konfrontiert werden und das Land
Berlin massive Zuschüsse zum Ausgleich der Defizite der
landeseigenen Krankenhäuser leisten müssen, wenn ab
01.01.2010 der Landesbasisfallwert noch nicht nahe dem
bundesdurchschnittlichen Basisfallwert liegen sollte.


A further improvement of hospital profitability in Berlin is
very important for our regional economy. High hospital
costs drive up medical insurance contributions to extremes
causing labour costs for businesses and lower the net income
of the employees. Therefore the Berlin state has to
develop a strategy to reduce over-capacity in its hospitals.
The Berlin state must take into account the fact that
the German government will change after the 1st January
2010 the different case-based lump sums of each federal
German state to one national average value.
If in January 2010 the amount of the case-based lump
sum of Berlin does not correspond to the national average
value, the hospitals will face severe financial problems. The
Berlin state will be forced to cover large deficits. To avoid
this, the government of Berlin must increase hospital profitability
and reduce hospital costs.
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83.
NEST – Das eHealth Netzwerk in Berlin-Brandenburg
Ywes Israel

NEST – das „Netzwerk für integrierte Systeme in der Telemedizin“
ist ein Zusammenschluss von 23 privatwirtschaftlichen
Unternehmen, Forschungs- und medizinischen Einrichtungen
aus der Region Berlin-Brandenburg. NEST unterstützt
die Netzwerkpartner nachhaltig bei der Entwicklung
und Vermarktung von Produkten, Systemen und Verfahren
im Bereich eHealth/Telemedizin. Schwerpunkte bilden die
Themen Notfallmedizin, HomeCare und klinische Studien.
Der Erfolg des Netzwerkes liegt in der Kooperation verschiedener
Akteure mit komplementären Kompetenzen begründet.
So umfasst ein Projekt von NEST jeden einzelnen
Aspekt von der Idee einer telemedizinischen Anwendung,
über die wissenschaftliche Forschung, die Umsetzung in
neuen Hard- und/oder Softwareprodukte, bis hin zur Anwendung
in Krankenhäusern. Die direkte Einbindung medizinischer
Versorgungseinrichtungen und Krankenkassen
stellt sicher, dass im Netzwerk konzipierte Produkte und
Dienstleistungen nah an konkreten Bedarfsfällen entwickelt,
implementiert und vermarktet werden. Dies steigert
die Akzeptanz der Netzwerkprodukte und -lösungen.
Im vorliegenden Artikel werden zwei Projekte sowie
Herausforderungen, Lösungsansätze und Perspektiven von
NEST vorgestellt. Eines der Projekte, der ALS-Manager, beschäftigt
sich mit dem Aufbau einer Internetplattform zur
Durchführung von klinischen Studien. Das andere Projekt,
StrokeNet, beinhaltet die Errichtung eines Schlaganfallnetzes
mit stationären und mobilen Komponenten.

„NEST – Network for Integrated Systems in Telemedicine“
is a consortium of 23 private companies, research and medical
institutions in the Berlin-Brandenburg region. NEST supports
its network partners in developing and marketing
products, systems and methods in the area of eHealth and
telemedicine. Activities are focused on the patient’s emergency
medical aid, home care and clinical studies. The reason
for the success of NEST lies in the cooperation of actors
with complementary competences. Therefore NEST projects
cover every single aspect from the idea of a telemedical application,
to scientific research, its implementation in new
hardware products and software products, to its every day
use in hospitals. The direct involvement of medical care facilities
ensures that products and services conceived in the
network are developed, implemented and marketed with
relevance to actual needs. This leads in turn to more acceptance
of the network and its products.
This article presents two current projects, challenges,
solutions and perspectives of NEST. One of the projects, ALSManager,
deals with construction of an internet platform
for pharmaceutical studies. The other project, StrokeNet,
contains the development of a telemedicine system with
both mobile and fixed components.
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84.
Berlin-Brandenburg – eine zukünftige
Metropole für die Gesundheit?
Uwe Ahrens

In dem Artikel wird kurz auf die historisch bedeutungsvolle
Entwicklung der Region hinsichtlich der Entwicklung der
medizinischen Versorgung eingegangen.
Danach wird die heutige Situation mit ihren möglichen
positiven Auswirkungen für die Zukunft der Region und den
Auswirkungen des Berlin-Brandenburger Masterplanes zur
Gesundheitswirtschaft hergeleitet.
Eine grobe Potenzialanalyse beleuchtet die volkswirtschaftlichen
Chancen einer gemeinsamen Umsetzung. Im
Folgenden werden die wesentlichen Ziele des Masterplanes
dargestellt und die aus Sicht des Autors notwendigen Schritte
vor allem hinsichtlich einer neuen Forschungs- und Entwicklungsphilosophie
und die notwendigen Vertriebs- und
Marketingaktivitäten der Beteiligten sowie der Bedeutung
von Kooperation erläutert.
Im Schlussteil wird die Vision einer eigenen Gesundheitsstadt,
die zu einem weltweiten Magneten für alle Gesundheits-,
Fitness- und Schönheitssuchenden werden
kann, beschrieben.

This article provides a short description of the historical
importance of developments in life science for the Berlin-
Brandenburg region, followed by a presentation of the opportunities
that arise as a result of the Masterplan für Gesundheitswirtschaft.
A rough potential-analysis is given explaining the economic
results and showing the necessary steps for research,
development, sales and marketing activities as well as the
necessity of cooperation among all players.
The article concludes with a draft vision for a future life
science city as a capital for health-, fitness- or beauty-seeking
people.
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85.
LIFESTYLE SCIENCE – SELF ASSESSMENT
Individuelle Gesunderhaltung in modernen Welten
Roman M. Skoblo

Der Begriff Prävention gewinnt angesichts der Zunahme von
Zivilisationserkrankungen an Gewicht. Prävention bedeutet
insbesondere die Änderung von Verhaltensweisen in modernen
Lebensumständen, die zunehmend die Körperlichkeit
des Lebewesens ‚Mensch‘ ignorieren. Es stellt sich die
Frage, wie unter diesen Bedingungen eine nachhaltige gesundheitsaktive
Lebensweise und eine darauf begründete
Eigenverantwortlichkeit etabliert werden können. Dies ist
Gegenstand einer neu aufzubauenden interdisziplinären
Forschung zum Thema Lifestyle Science, wobei hier der Teilbereich
Self Assessment weitergehend untersucht wird.
Am historischen Standort Jagdschloss Hubertusstock
im Nordosten Berlins entwickelt die Samuel Braun Group
HEALTH (Berlin) ein Gesundheitshotel mit integriertem Campus,
wo auf wissenschaftlicher Basis eine Lehr- und Lernwerkstatt
zum Thema Self Assessment entstehen wird.
Ein Schlüssel des Hubertusstock Mylife Konzeptes zum
,Self Assessment‘ ist ein positives Technologieverständnis.
Dies bedeutet den Zugang zu mehr objektivem Wissen um
den eigenen Gesundheitszustand aber auch eine Technologie,
die dem Individuum eine souveräne Nutzung als Akteur
ermöglicht und deren Zweckbestimmtheit im Umgang mit
der Natur und den Mitmenschen erkennen lässt.

The term “prevention” is becoming more and more important
in view of the increase in lifestyle diseases. Prevention
means, in particular, a change in modes of behaviour in
modern living situations which increasingly ignore the physical
nature of the “human” as a living being. This poses the
question, of how a sustainable, actively healthy lifestyle
and a sense of responsibility for oneself based on this can
be established. This is the subject of a new interdisciplinary
field of research to be developed dealing with lifestyle science,
in which the subsection of self-assessment is dealt
with here in some detail.
At the historical location, the Hubertusstock hunting
lodge in the northeast of Berlin, the Samuel Braun Group
HEALTH (Berlin) has developed a health hotel with an integrated
campus, where a teaching and learning facility is to
be set up to deal with the subject of self-assessment on a
scientific basis.
One key to the Hubertusstock Mylife concept on ’self
assessment’ is a positive understanding of technology. This
means access to more objective knowledge in matters concerning
ones state of health, but also a technology that
enables the individual to use it competently and actively,
as well as having a recognisably positive function in its dealings
with nature and with fellow human beings.
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85.
Synergieeffekte für Wirtschaft und Wissenschaft
im Gesundheitsmarkt
Ganzheitliche Unternehmensideen
am Beispiel der Medicallounge Berlin
René Wilms

Die Medicallounge ist ein einzigartiges, neutrales und interdisziplinär
agierendes Ausstellungs- und Fortbildungszentrum
für den Gesundheitsmarkt. Mit dem Ausstellungszentrum
verfügt die Hauptstadt Berlin über eine ganzjährig
zugängliche Anlaufstelle für alle Themen und Disziplinen
im Gesundheitswesen. Die permanente interdisziplinäre
Darstellung der Kernkompetenzen der beteiligten Partnerunternehmen
schafft für jeden Einzelnen Synergien.
Die Medicallounge-Akademie als neutraler Initiator und
Koordinator entwickelt in Kooperation mit Fachverbänden
zielgerichtete Fort- und Ausbildungsformate für alle Berufsgruppen
im Gesundheitswesen.
Das Informationszentrum der Medicallounge entwickelt
sich zu einer Anlaufstelle für Unternehmen und Dienstleistungsanbieter
aus allen Bereichen des Gesundheitswesens.
Das Business- und Eventcenter der Medicallounge initiiert,
begleitet oder veranstaltet zielgerichtete Fachkongresse
und Konferenzen.
So bietet die Medicallounge eine einmalige Plattform
für Networking, Präsentation, Wissenstransfer, Information
und Fortbildung für Partner und Nutzer. Dabei verbindet die
Medicallounge Wirtschaft, Politik, Akademisches Wissen
und Erfahrungen aus dem Gesundheitswesen.
The Medicallounge is a unique, neutral and interdisciplinary
exhibition and training centre for the health market.
With this exhibition centre, Berlin has a contact point for
all health-related themes and disciplines, accessible all
year round. The ongoing interdisciplinary presentation of
the core competences of the partner companies involved
creates synergies for all concerned.
As a neutral initiator and conductor, the Medicallounge
academy develops targeted initial and further training formats
for all healthcare-related professions in cooperation
with specialist associations.
The Medicallounge information centre is developing
into a contact point for companies and service providers
from all healthcare sectors.
The Medicallounge business and event centre initiates,
accompanies and organizes targeted specialist congresses
and conferences.
In this way, the Medicallounge offers a unique platform
for networking, presentation, knowledge transfer, information
and training for partners and users. The Medicallounge thus links business, politics,
academic knowledge and experience from the healthcare sector.
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86.
High-Tech-Medizin als
Wirtschafts- und Standortfaktor –
Die Bedeutung des internationalen Handels
Ulf Fink, Anne D. Köster

Die erfolgreiche Verflechtung in den internationalen Märkten
ist nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
Es sichert der Bundesrepublik Wirtschaftswachstum und
gesellschaftlichen Wohlstand. Ein wesentlicher Bestandteil
dieser internationalen Handelsbeziehungen sind Leistungen
der Gesundheitswirtschaft. Dies mag zwar auf den ersten
Blick nicht sofort ersichtlich sein, da die Gesundheitsversorgung
hierzulande stark national ausgerichtet und
organisiert ist. Dennoch werden Gesundheitsgüter und
Dienstleistungen in nennenswerter Größe international gehandelt.
Dies gilt in hohem Maße für Produkte der pharmazeutischen
Industrie und der Medizintechnik. Aber auch die
Bedeutung medizinischer Dienstleistungen im internationalen
„Güteraustausch“ nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich
zu. Maßgeblich hierfür sind im europäischen
Kontext v. a. die Vorgaben des Europäischen Binnenmarktes
sowie die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes
(EuGH).
Der nachfolgende Beitrag greift die Bedeutung des internationalen
Handels für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland auf und gibt einen kurzen
Überblick über die derzeitigen Austauschbeziehungen, zukünftigen
Entwicklungsmöglichkeiten sowie die sich in diesem Kontext ergebenden
Chancen für die deutsche Wirtschaft.

Successful participation in the international market is a
guarantee of economic growth and social welfare in Germany.
An important part of the international trade relations
are the services and goods in the health economy.
Maybe this is not at first obvious since the organization of
the German health care system has a very domestic nature.
Nevertheless, health goods and medical services are part
of international trade. This is especially true for medical
equipment, pharmaceutical products and drugs. But the
importance of medical services has also grown continuously
in the last years. In the European context, reasons
for this development are the regulations of the EC’s single
market and the precedents of the European Supreme Court
(EuGH).
This article takes up the importance of international
trade for the health care market in Germany. It gives a short
overview of current trade relations, possible developments
in the future and assesses the prospects for the German
health economy.