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powerpoint Prsentation Friedrich Schiller Universitt Jena

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                                           (1.1) Definition
     Messen ist … die homomorphe Abbildung eines
     empirischen Relativs in ein numerisches Relativ.―
     Sedelmeier & Renkewitz, 2007, S. 57



                                  Jenny
                        Susi
                                     Sven                                                       1
                    Monika               Hugo
                           Ernst                                                                0
                                       Timo


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie       1
                        Messen
                  (1.2) Definition
„Nun ist selbstverständlich nicht jede beliebige Zuordnung
von Zahlen zu Merkmalsausprägungen
eine Messung. (…) beim Messen kommt es zunächst
darauf an, empirische Relationen zwischen den zu
messenden Objekten zu ermitteln. Mit Hilfe einer
geeigneten Zuordnungsregel sollen den Objekten dann
Zahlen zugewiesen werden, deren Relationen die
empirischen Relationen widerspiegeln.― (Sedelmeier &
Renkewitz, 2007, S. 54f.)

Am Beispiel: empirisches Relativ = Geschlechtskategorie
                                                         Messen
              (2) Eigenschaften von Mess-Skalen
• Kategoriale Unterschiede (differences)
       – Zugehörigkeit zu einer Kategorie, z.B. Mann, Frau
• Größen- oder Rangunterschiede (magnitude)
       – Unterschiede in Quantität oder Qualität, z.B. „Jaguar gefällt
         mir besser als Opel―
• Gleiche Intervalle (equal intervals)
       – Einheiten der Skala haben gleiche Abstände, z.B. Celsius-
         Skala
• Wahrer Nullpunkt (true zero)
       – Es gibt einen wahren Nullpunkt (keine Quantität), z.B. Kelvin-
         Skala
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   3
                                                         Messen
                    (3) Skalentypen (Skalenniveau)
 Eigenschaften der Skala                                                       Niveau der Skala


              Unterschiede                                                          Nominal
              Größe / Rang                                                          Ordinal
              Gleiche Intervalle                                                    Intervall
              Wahrer Nullpunkt                                                      Verhältnis (Ratio)

             (Natürliche Maßeinheit                                                 Absolut)

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                                                         Messen
                                        (4) Nominalskala
•    Misst kategoriale Unterschiede und sonst nichts.
•    Arithmetische Operationen sind nicht zulässig.
•    Lagemaße: Modus
•    Typische Beispiele:
       – Geschlecht
       – Schichtzugehörigkeit
       – Familienstand:

           [1] ledig ( ) [2] verheiratet ( )                                      [3] geschieden ( )
                                                Skala: 1—2—3

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                                                         Messen
                                          (5) Ordinalskala
• Misst Größen- oder Rangunterschiede. Abstände zwischen den
  Einheiten sind nicht bestimmbar.
• Lagemaße: Modus, Median
• Arithmetische Operationen sind nicht zulässig.
• Typisches Beispiel:
       – Präferenzrangfolgen




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   6
                                                         Messen
            (6.1) Bildung von Rangreihen, Demo
Aufgabe: Bildung einer Attraktivitätsreihe über 4
Stimuluspersonen mittels Paarvergleichmethode.

A                               B                                                          C    D




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   7
Schreiben Sie für jeden Paarvergleich den Buchstaben der
Person auf, die Sie für attraktiver halten.

          A                                 B                                    D              A
                oder                                   ?                               oder         ?

          B                                 C                                    A              C
                oder                                   ?                               oder         ?

          C                                 D                                    B              D
                oder                                   ?                               oder         ?

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie       8
Bilden Sie nun eine Rangreihe


• Möglichkeit 1: Versuch der Bildung einer transitiven
  Rangreihe, z.B. D=C > A = B
       – Problem: Bei Objekten, die multiple Merkmalsdimensionen
         haben, tritt häufig bei Paarvergleich Intransitivität auf.
• Möglichkeit 2: Anwendung einer Scoring-Regel
  Zählregel), z.B. „Summiere die Anzahl der Gewinne―
  D=2, C=2, A=1, B=1
       – Aber merke: Scoring erhöht nicht die Skalenqualität. Die
         Skala ist nach wie vor ordinal. D.h., man darf nicht sagen, dass
         D oder C doppelt so attraktiv wären wie A oder B!

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   9
   (6.2) Beispiel zur Verletzung des Prinzips der
                    Transitivität

• Untersuchung von Amos Tversky (1969)

Optionen     Wahrschein-   Wert (in $) Erwarteter
             lichkeit                  Wert
Lotterie A        7/24       5.00         1.46
Lotterie B        8/24       4.75         1.58
Lotterie C        9/24       4.50         1.69
Lotterie D       10/24       4.25         1.77
Lotterie E       11/24       4.00         1.83
                 Paarvergleichsmethode

• Dominanz-Paarvergleich: Welches von zwei Objekten ist auf einer
  Merkmalsdimension stärker ausgeprägt?
• Bei vollständigem Paarvergleich sind bei n Objekten n x (n-1) / 2
  Paarvergleiche durchzuführen
• Identifikation zirkulärer Triaden (intransitive Urteile): A>B, B>C,
  C>A
• Dominanzmatrix zur Bestimmung der Präferenzordnung in
  Gruppen 
                 Normative Dominanzmatrix
           am Beispiel der Tversky Aufgabe für 10 Probanden

Lotterie     A          B          C          D          E
A            -          10         10         10         10
B            0          -          10         10         10
C            0          0          -          10         10
D            0          0          0          -          10
E            0          0          0          0          -
             0          10         20         30         40

Abweichung von normativer Dominanzmarix als Indikator für
                    Intransitivität !
                                                         Messen
                                         (7) Intervallskala
• Die Intervallskala bildet zusätzlich zu Größen- oder
  Rangunterschieden das Ausmaß der Unterschiede ab.
• Lagemaße: Modus, Median, arithmetisches Mittel
• Subtraktion und Addition von Skalenwerten ist möglich, da die
  Abstände der Einheiten auf der Skala gleich sind (Gleichheit der
  Differenzen).
• Beispiel:
   – Temperaturskala in Celsius:
       „Gestern war es 10°. Heute sind 20°, also ist es 10° wärmer.― 
       „Heute ist es doppelt so warm, wie gestern. 

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                                                         Messen
                             (8) Verhältnis/Ratioskala
• Eine Verhältnis/Ratioskala misst Größen- und Rangunterschiede
  bei Intervallgleichheit und wahrem Nullpunkt.
• Lagemaße: Modus, Median, arithmetisches und geometrisches
  Mittel
• Alle arithmetischen Operationen sind erlaubt.
• Beispiel:
   – Temperaturskala in Kelvin




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   14
(9) Zum Vergleich: Sedlmeier & Renkewitz S.68
                                                         Messen
                                           (10) Skalierung
• Definition: Bildung einer Skala, die die Ausprägung
  eines Konstruktes auf einem numerischen Kontinuum
  abbildet.
• Skalierungsverfahren: Regeln nach denen die
  Konstrukte gemessen und auf einer Skala abgebildet
  werden, z.B. Guttman- und Likert-Skalierung




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                                                         Messen
                             (11) Guttman-Skalierung
• Nach Louis Guttman (1916-1987), Psychometriker und
  Soziometriker
• Die Guttman-Skala ist eine kumulative Skala, bei der
  die Häufigkeit der Zustimmung oder Ablehnung von
  Items gemessen wird. Die Items sind nach
  „Schwierigkeit― geordnet, so dass im Idealfall die
  Zustimmung oder Ablehnung zu einem Item, die
  Zustimmung oder Ablehnung zu allen vorgeordneten
  Items impliziert.

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   17
                                                         Messen
   (12) Guttman-Skalierung, Beispiel: Körpergröße
(1)    Ich bin größer als 140 cm                                     ja ( ) nein ( )
(2)    Ich bin größer als 150 cm                                     ja ( ) nein ( )
(3)    Ich bin größer als 160 cm                                     ja ( ) nein ( )
(4)    Ich bin größer als 170 cm                                     ja ( ) nein ( )
(5)    Ich bin größer als 180 cm                                     ja ( ) nein ( )
(6)    Ich bin größer als 190 cm                                     ja ( ) nein ( )
(7)    Ich bin größer als 200 cm                                     ja ( ) nein ( )

             Zählen der Anzahl der „ja― Antworten. Skala:
                klein 0—1—2—3—4—5—6—7 groß
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   18
                                                         Messen
                                (13) Guttman-Skalierung
                Beispiel: Einstellung zu Schwaben (S)
(1)     Ich würde mit S in der gleichen Gegend wohnen.   ja ( ) nein ( )
(2)     Ich würde mit S im gleichen Haus wohnen.         ja ( ) nein ( )
(3)     Ich würde S in meiner WG wohnen lassen.          ja ( ) nein ( )
(4)     Ich würde mit S auch mal abends ausgehen.        ja ( ) nein ( )
(5)     Ich würde einem S auch mal Geld leihen.          ja ( ) nein ( )
(6)     Ich würde auch Freundschaften mit S haben können.ja ( ) nein ( )
(7)     Ich würde auch mit S ins Bett gehen.             ja ( ) nein ( )
(8)     Ich würde auch einen / eine S heiraten.          ja ( ) nein ( )

                               Einstellung zu Schwaben
                     negativ 0—1—2—3—4—5—6—7—8 positiv
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                                                         Messen
                     (14) Güte einer Guttman-Skala
• Reproduktionskoeffizient (coefficient of reproducibility)
• Misst das Verhältnis von angemessenen zu allen
  Antworten über die gesamte Stichprobe. Sollte
  wenigstens den Wert .90 haben.
• Eine unangemessene Antwort tritt dann auf, wenn zu
  einem Item zugestimmt wird, obwohl das vorgeordnete
  abgelehnt wurde.
       – Am vorigen Beispiel: Zustimmung zu „Freundschaft mit S
         haben― (Item 6) aber Ablehnung zu „S Geld leihen― (Item 5)

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   20
                                                         Messen
                                (13) Guttman-Skalierung
                Beispiel: Einstellung zu Schwaben (S)
(1)     Ich würde mit S in der gleichen Gegend wohnen.   ja (x) nein ( )
(2)     Ich würde mit S im gleichen Haus wohnen.         ja (x) nein ( )
(3)     Ich würde S in meiner WG wohnen lassen.          ja (x) nein ( )
(4)     Ich würde mit S auch mal abends ausgehen.        ja (x) nein ( )
(5)     Ich würde einem S auch mal Geld leihen.          ja ( ) nein ( )
(6)     Ich würde auch Freundschaften mit S haben können.ja (x) nein ( )
(7)     Ich würde auch mit S ins Bett gehen.             ja ( ) nein ( )
(8)     Ich würde auch einen / eine S heiraten.          ja ( ) nein ( )

                               Einstellung zu Schwaben
                     negativ 0—1—2—3—4—5—6—7—8 positiv
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                                                         Messen
                                        (15) Likert-Skala
• Nach Rensis Likert, (1903-1981), Sozialwissenschafter
  (Ökonom und Soziologe)
• Entwickelte eine Methode zur Bildung summativer
  Ratingskalen.
• Einzelne Items werden auf einer Skala (z.B. von 1-7)
  bewertet. Die Position einer Person auf der Gesamtskala
  ergibt sich aus der (gemittelten) Summe der
  Bewertungen (ratings) aller Items.


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   22
                                                         Messen
                       (16) Likert Skala
             Beispiel Einstellungen zu Schwaben
Ich würde mit S auch mal abends ausgehen.
                  Stimme voll zu 1—2—3—4—5—6—7 lehne ab
Ich würde S in meiner WG wohnen lassen.
                  Stimme voll zu 1—2—3—4—5—6—7 lehne ab
Ich würde auch einem S Geld leihen.
                  Stimme voll zu 1—2—3—4—5—6—7 lehne ab
Ich würde mit S auch ins Bett gehen.
                  Stimme voll zu 1—2—3—4—5—6—7 lehne ab
....

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   23
                                                         Messen
            (17) Messung impliziter Kognitionen
Zur Terminologie:
 „The signature of implicit cognition is that traces of past
  experiences affect some performance, even though the
  influential earlier experience is not remembered in the
  usual sense -- that is, it is unavailable to self-report or
  introspection.―
 Greenwald & Banaji (1995), Psychological Review, 102, pp.4-5




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   24
                                                         Messen
 (18) Implizite Messung am Beispiel des IAT
IAT: Implicit Association Test

 Greenwald, A.G., McGhee, D.E., & Schwartz, J.L.K. (1998).
  Measuring individual differences in implicit cognition: The
  Implicit Association Test. Journal of Personality and Social
  Psychology, 74, 1464-1480.
 Plessner, H., & Banse, R. (2001) (Eds.). Zeitschrift für
  Experimentelle Psychologie, Themenheft: Attitude measurement
  using the Implicit Association Test, 48, 2.
 http://www.yale.edu/implicit


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   25
                                                         Messen
                            (19) IAT: Funktionsweise
• Grundprinzip: Vergleich von Reaktionszeiten in einer
  kategorialen Diskriminationsaufgabe.
• Theoretische Grundannahme: Implizite Kognition
  reflektiert die Assoziationsstärke zwischen Elementen,
  Kategorien und Valenzen (+ / -)
• Anwendung: z.B. Messung von Stereotypen und
  Einstellungen
                          Beispiel Geschlechtsstereotype


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   26
                                                         Messen
                                          (20) IAT: Demo
Instruktion:
• Ihre Aufgabe besteht darin, auf ein Stimuluswort
  möglichst schnell zu reagieren.
• Es gibt zwei Reaktionen:
  A: mit linker Hand auf die Tischplatte schlagen
  B: mit rechter Hand auf die Tischplatte schlagen
• Legen Sie nun bitte beide Hände auf die Tischplatte und
  folgen Sie den weiteren Anweisungen.

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   27
Es erscheinen männliche und weibliche Begriffe. Reaktionsregel:
Männlicher Begriff  linke Hand
Weiblicher Begriff  rechte Hand auf Tischplatte schlagen

                                                     Männlich
                                                           Herr
                                                           Frau
       LINKE                                                Er                                  RECHTE
       HAND                                                                                      HAND
                                                      Weiblich
                                                           Rose
                                                        Panzer
                                                             Sie
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie            28
Es erscheinen künstlerische und mathematische Begriffe. Regel:
Künstlerischer Begriff  linke Hand
Mathematischer Begriff  rechte Hand


                                                         Musik
                                                       Gedicht
                                                        Formel
       LINKE                                            Pinsel                                  RECHTE
       HAND                                                                                      HAND
                                                       Algebra
                                                    Gleichung
                                                      Chanson
                                                         Minus
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie            29
Es erscheinen männliche, weibliche, künstlerische und
mathematische Begriffe. Regel:
Männlicher oder künstlerischer Begriff  linke Hand
Weiblicher oder mathematischer Begriff  rechte Hand

                                                         Musik
                                                         Mann
                                                        Formel
       LINKE                                              Er                                    RECHTE
       HAND                                                                                      HAND
                                                             Sie
                                                      Chanson
                                                         Minus
                                                           Rose
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie            30
Es erscheinen mathematische und künstlerische Begriffe. Regel:
Mathematischer Begriff  linke Hand
Künstlerischer Begriff  rechte Hand


                                                         Musik
                                                       Gedicht
                                                        Formel
       LINKE                                            Pinsel                                  RECHTE
       HAND                                                                                      HAND
                                                       Algebra
                                                    Gleichung
                                                      Chanson
                                                         Minus
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie            31
Es erscheinen männliche, weibliche, mathematische und
künstlerische Begriffe. Regel:
Männlicher oder mathematischer Begriff  linke Hand
Weiblicher oder künstlerischer Begriff  rechte Hand

                                                           Lied
                                                           Herr
                                                    Gleichung
       LINKE                                           Sie                                      RECHTE
       HAND                                                                                      HAND
                                                             Er
                                                          Geige
                                                       Algebra
                                                        Mutter
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie            32
                                                         Messen
                   (21) IAT: Struktur des Beispiels
                  Schritt           Konzept für links Konzept für rechts
                  1                 männlich                             weiblich

                  2                 künstlerisch                         mathematisch

                  3                 männlich oder                        weiblich oder
                                    künstlerisch                         mathematisch
                  4                 mathematisch                         künstlerisch

                  5                 männlich oder                        weiblich oder
                                    mathematisch                         künstlerisch
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   33
                                                         Messen
                                 (22) IAT: Auswertung
• Vergleich der Reaktionszeiten von Schritt 3 und 5
• Wenn Personen schneller bei Schritt 5 reagieren, dann
  indiziert dies, dass die Assoziationen zwischen den
  Kategorien männlich-mathematisch (bzw., weiblich-
  künstlerisch) stärker sind als Assoziationen von
  männlich-künstlerisch (bzw. weiblich-mathematisch).
• Interpretation: Je größer diese Unterschiede, desto
  stärker ist das Stereotyp (hier „Männer sind eher
  mathematisch begabt―) ausgeprägt.

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   34
                                                         Messen
                          (23) Reliabilität von Skalen
• Reliabilität bezieht sich auf die Zuverlässigkeit oder
  Konsistenz eines Maßes. Wenn ein Maß reliabel ist,
  dann erzielt man zu zwei Messzeitpunkten dasselbe
  Ergebnis, gegeben, dass sich die zu messende Größe
  nicht verändert hat.
       – Beispiel: Eine Waage die zum Zeitpunkt t1 ein 1 kg Eich-
         gewicht als 1000g schwer anzeigt, und zu t2 für dasselbe
         Gewicht 1020g anzeigt, ist nicht reliabel.
• Methoden zur Bestimmung der Reliabiliät:
       – Test-retest
       – Parallel-Test (parallel forms method)
       – Split-half
Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   35
                                                         Messen
                                           (24) Test-retest
• Testwiederholung an derselben Stichprobe innerhalb
  eines kurzen Zeitintervalls. Messung der Korrelation (des
  statistischen Zusammenhangs) zwischen Erst- und der
  Zweitmessung.
• Problem:
     – Veränderung der zu messenden Größe über die Zeit
     – Übungseffekte
     – Erinnerungseffekte



Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   36
                                                         Messen
                                        (25) Parallel-Test
• „Auch bei der Parallel-Test-Methode werden an derselben
  Stichprobe von Probanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwei
  Messungen durchgeführt und die Ergebnisse dieser Messungen
  korreliert. Allerdings werden bei den beiden Messungen nicht
  genau dieselben Test-Items eingesetzt, sondern es werden
  parallele oder äquivalente Formen eines Tests verwendet.―
     Sedelmeier & Renkewitz, 2007, S. 75
• Vorteil: kann auch ohne Auftreten von Erinnerungseffekten
  innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden
• Probleme:
       – Übungseffekte
       – man benötigt zwei parallele Formen des Tests


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   37
                                                         Messen
                            (26) Split-half Reliabilität
• Test wird an einer Stichprobe durchgeführt. Die Anzahl der Items
  wird willkürlich geteilt. Die Korrelation zwischen den Testhälften
  wird ermittelt.
• Problem: Äquivalenz der Testhälften muss gewährleistet sein
• Am Beispiel IAT:
       – Teilen der Menge der kritischen Stimuli aus Schritt 3 und 5. Vergleich der
         mittleren Reaktionszeiten die bei den zwei Testhälften gemessen wurden.




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   38
                                                         Messen
                               (27) Validität von Tests
• Validität bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass der Test das
  misst, was er messen soll.
• Es werden verschiedene Formen der Validität unterschieden:
  Inhaltsvalidität, Kriteriumsvalidität und Konstruktvalidität (vgl.
  hierzu Sedlmeier & Renkewitz, 2007)
• Man unterscheidet verschiedene Methoden zur Bestimmung der
  Konstruktvalidität:
       – Konvergente Validität
       – Diskriminante Validität
       – Prädiktive Validität



Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   39
                                                         Messen
                           (28) Konvergente Validität
• Konstruktvalidität kann abgesichert werden durch die
  Bestimmung der Korrelation der Testergebnisse mit den
  Ergebnissen anderer Tests, die dasselbe Konstrukt
  messen.
• Am Beispiel IAT:
       – Der IAT korreliert moderat mit anderen Methoden zur
         Messung impliziter Kognitionen.




Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   40
                                   Messen
                         (29) Diskriminante Validität
• Konstruktvalidität kann abgesichert werden durch die
  Bestimmung der diskriminanten Validität. Diese ist
  hoch, wenn der Test die Identifikation von Gruppen
  erlaubt, die sich auch nach externen Kriterien auf dem
  relevanten Merkmal unterscheiden.
• Am Beispiel IAT:
       – Mit dem IAT erhobene Einstellungen gegenüber Eigen- und
         Fremdgruppe reflektieren häufig die reale Gruppen-
         zugehörigkeit (z.B., Ostdeutsche vs. Westdeutsche, Schwarze
         vs. Weiße etc.).


Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   41
                                      Messen
                              (30) Prädiktive Validität
• Konstruktvalidität kann abgesichert werden durch die
  Bestimmung der prädiktiven Validität. Prädiktive
  Validität bezieht sich auf den statistischen
  Zusammenhang zwischen der Messung und einem
  Kriterium, z.B. der Genauigkeit mit der aufgrund eines
  Testergebnisses Verhalten vorhergesagt werden kann.
• Am Beispiel des IAT:
       – Mit dem IAT gemessene Einstellungen können mit Verhalten
         korrelieren. Eine Studie ergab, das die impliziten
         Einstellungen zu Produkten mit tatsächlichem Kaufverhalten
         korrelierten.

Einführung in die Methoden der Psychologie, Tilmann Betsch Universität Erfurt, FR Psychologie   42
                               Messen
                   (31) Was sie jetzt kennen sollten
• Definition Messen                                                  • IAT
• Eigenschaften v. Skalen                                            • Test-retest
• Skalentypen                                                        • Parallel-Test
• Paarvergleich                                                      • Split-half
• Intransitivität                                                    • Konstruktvalidität
• Dominanzmatrix                                                     • Konvergente Validität
• Guttman-Skalierung                                                 • Diskriminante Validität
• Likert-Skalierung                                                  • Prädiktive Validität



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