InfoCube BW WHM by sanmelody

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									SAP Strategic Enterprise Management                                                                     Glossar




Activity-based Management
Prozeßmanagement, das versucht, alle Prozesse und Ereignisse in einem Unternehmen bewußt
wahrzunehmen und seine Handlungen danach auszurichten. Es stellt eine Ergänzung der traditionellen
Kostenrechnung aus Prozesssicht dar. Eckpfeiler des „Magischen Dreiecks“ (Qualität, Kosten und Zeit) ist
neben der Qualitätssicht die Kostenbetrachtung. Die Kosten der Prozesse sind Hauptmeßgröße und ein
wesentlicher Hebel zur effizienten Gestaltung der Abläufe.

Sie verwenden diese Funktion, um mit Hilfe von Prozesskostenmodellen Simulationen zu erstellen, die
Unternehmensleistung zu beurteilen und auf der Basis dieser Ergebnisse Entscheidungen für die
strategische Planung zu treffen. Activity-based Management hilft Ihnen bei der Beantwortung von
Fragestellungen wie z.B.:

        Welches Kosteneinsparungspotential bietet sich aufgrund veränderter Fertigungsprozesse?
        Wie wirkt sich eine Erhöhung der Produktionszahlen auf die Ausgabenstruktur des Unternehmens
         aus?
        Welche Folgen hat ein Wechsel des Vertriebswegs vom Direktvertrieb zum Einzelhandel?

Sie erstellen zunächst ein Modell für die Prozesskostenrechnung (activity-based costing), um aus einer
prozessorientierten Sicht die in einem Unternehmen durchgeführten Aktivitäten daraufhin zu untersuchen, ob
sie zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen. Durch Attribute, die für jede Aktivität gepflegt werden,
lässt sich außerdem feststellen, ob eine bestimmte Aktivität mit der übergreifenden Unternehmensstrategie
in Einklang steht. Aktivitäten, die diese Anforderungen nicht erfüllen, können im Rahmen der
Prozesskostenrechnung überarbeitet und in die Datenbasis von SEM-BPS übernommen werden.


Asset Liability Management (SAP Banking)
Die Bilanzstruktur- und GuV-Simulation im Rahmen der Komponente Asset Liability Management (IS-B-SA-
ALM) zielt darauf ab, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Geschäftsstrukturentwicklungen sowie Zins-,
Währungs- und Volatilitätsszenarien, die Ergebniswirkung unter strategischen Gesichtspunkten zu
untersuchen.

Entsprechend der definierten Portfoliohierarchien können auf frei wählbaren Aggregationsstufen
szenarioabhängige periodische Zinsergebnisse und GuV-wirksame Bewertungsergebnisse kalkuliert werden.
Über die Ermittlung von Bewertungsgrößen werden die bilanziellen Abschreibungsrisiken, die sich aus
Marktpreisrisiken von Wertpapieren und Derivaten des Non-Trading-Bereiches ergeben, mit in die Gewinn-
und Verlust-Rechnung einbezogen


Balanced Scorecard
Die Balanced Scorecard ist ein von Robert S. Kaplan und David P. Norton entworfenes Konzept, das sich
zum Ziel setzt, das traditionelle Modell des Rechnungswesens um Informationen über nicht-finanzielle
Vermögenswerte eines Unternehmens (z.B. Produktqualität, effektive interne Prozesse, Motivation und
Ausbildungsstand der Mitarbeiter usw.) zu erweitern.

Im Rahmen einer Balanced Scorecard wird wie im herkömmlichen Rechnungswesen weiterhin über
traditionelle finanzielle Kennzahlen berichtet, die auf das Ergebnis zurückliegender Perioden ausgerichtet
sind. Zusätzlich schafft die Balanced Scorecard jedoch die Möglichkeit, die treibenden Faktoren zukünftiger
Leistungen zu erfassen, die sich nicht in Form finanzieller Kennzahlen darstellen lassen, aber u.U.
erfolgskritischer sind als traditionelle Indikatoren. Hierzu definiert die Balanced Scorecard eine Gesamtsicht
des Unternehmens, die zumeist vier Perspektiven mit bestimmten Leitfragen umfasst:

        finanzielle Perspektive: "Wie sollen wir gegenüber Teilhabern auftreten, um finanziellen Erfolg zu
         haben?"


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        Kundenperspektive: "Wie sollen wir gegenüber unseren Kunden auftreten, um unsere Vision zu
         verwirklichen?"
        Perspektive interner Geschäftsprozesse: "In welchen Geschäftsprozessen müssen wir die Besten
         sein, um unsere Teilhaber und Kunden zu befriedigen?"
        Innovationsperspektive: "Wie können wir unsere Veränderungs- und Wachstumspotentiale fördern,
         um unsere Vision zu verwirklichen?"

Durch die Beantwortung dieser Leitfragen ermöglicht die Balanced Scorecard Ihnen die Umsetzung Ihrer
unternehmerischen Strategie in operative Größen


Business Consolidation (SEM-BCS)
Einsatzmöglichkeiten
Mit der Komponente Business Consolidation (Konsolidierung) können Sie die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage eines Konzerns oder einer konzernähnlichen Organisationseinheit ermitteln und für die interne
und externe Konzernberichterstattung darstellen.

Sie können die Konsolidierung auf der Basis frei definierbarer Konsolidierungseinheiten durchführen. Als
Konsolidierungseinheiten können z.B. Gesellschaften, Betriebsstätten, Geschäftsbereiche, Profit-Center und
Kostenstellen fungieren. Sie können auch eine Matrixorganisation (z.B. mit der Kombination aus
Gesellschaften und Profit-Centern) abbilden.

Mit der Konsolidierung können Sie die Meldedaten aus den einzelnen Konsolidierungseinheiten so
anpassen, dass sie den einheitlichen Ansatz- und Bewertungsrichtlinien des Konzerns entsprechen.
Anschließend rechnen Sie die angepassten Meldedaten von den unterschiedlichen Hauswährungen in die
Konzernwährungen um. Schließlich können Sie die Effekte eliminieren, die aus innerkonzernlichen
Verflechtungen resultieren (z.B. aus innerkonzernlichen Lieferungen und Leistungen). Mit der Konsolidierung
ermitteln Sie also den Konzernabschluss so, als sei der Konzern ein einheitliches Unternehmen.

Für die Auswertung des Konzernabschlusses stehen Ihnen die Analysefunktionen des Strategic Enterprise
Management sowie des Business Information Warehouse (BW) zur Verfügung.

Funktionsumfang
Versionen

Über Versionen können Sie parallele Konsolidierungen durchführen für verschiedene Datenkategorien (z.B.
Istdaten, Plandaten und Prognosedaten), Rechnungslegungen (z.B. US-GAAP, IAS und HGB), Bewertungen
und/oder Simulationen.

Hierarchien

Zu nahezu allen Merkmalen (z.B. Konsolidierungseinheit, Position) können Sie Hierarchien anlegen, wobei
manche Hierarchien besondere konsolidierungsspezifische Eigenschaften haben.

Positionspläne

Sie haben die Möglichkeit, verschiedene Positionspläne für Konsolidierungen zu verwenden. Dadurch
können Sie beispielsweise parallele Konzernabschlüsse nach verschiedenen
Rechnungslegungsanforderungen durchführen.

Datenübernahme, Anpassung von Meldedaten

Per Online-Erfassung oder per flexiblem Upload können Sie Einzelabschlussdaten sowie andere
konsolidierungsrelevante Daten in das Konsolidierungssystem übernehmen.

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Sie können manuelle Buchungen durchführen, beispielsweise zur Anpassung der Meldedaten an die
Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien des Konzerns.

Konsolidierungsmaßnahmen

Sie können folgende Konsolidierungsmaßnahmen automatisiert durchführen:

        Währungsumrechnung (Umrechnung der Meldedaten in die Währung des Konsolidierungskreises)
        Validierung
        Konzernaufrechnungen (z.B. Schuldenkonsolidierungen, Aufwands- und Ertragskonsolidierungen,
         Beteiligungsertragseliminierungen)
        Zwischenergebniseliminierung im Umlaufvermögen
        Kapitalkonsolidierung
        Umgliederung
        Allokation
        Saldovortrag

Die automatisierten Buchungen werden gesteuert durch die Einstellungen, die Sie zuvor im Customizing
vorgenommen haben.

Reporting

Nachdem Sie die Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt haben, können Sie die Daten in BW-Berichten
auswerten. Dazu können Sie den von SAP vordefinierten BW-Business Content (InfoCubes, Queries etc.)
verwenden.

Sie können Einzel- oder Konzernabschlüsse mit XBRL erstellen.

Durchführen und Überwachen des Konsolidierungsprozesses

Mit dem Konsolidierungsmonitor starten Sie die Konsolidierungsmaßnahmen und überwachen den
kompletten Konsolidierungsprozess.

Einschränkungen
        Die Zwischenergebniseliminierungen im Anlagevermögen können Sie zur Zeit noch nicht
         automatisiert durchführen.
        In der Kapitalkonsolidierung können Sie lediglich die Vollkonsolidierung mit den Vorgängen Erst- und
         Folgekonsolidierung automatisiert durchführen.

Um den gesetzlichen Anforderungen an die Konzernabschlusserstellung zu genügen, können Sie noch nicht
automatisch durchführbare Konsolidierungsmaßnahmen mit manuellen Buchungen durchführen.


Business Information Collection (SEM-BIC)
Einsatzmöglichkeiten
Die Komponente SEM-BIC dient dazu, unternehmensexterne Informationen, die für Ihr Unternehmen
relevant sein können, aufzufinden, zu bewerten und strukturiert im System abzulegen. Anders als bei den
Daten, die in den operativen Systemen im Rahmen üblicher Geschäftsvorfälle anfallen und in aggregierter
Form an SAP SEM geliefert werden, handelt es sich bei den Daten, die mit SEM-BIC verarbeitet werden, in
erster Linie um qualitative Informationen, die interpretiert und bewertet werden müssen, um
unternehmerische Entscheidungen zu unterstützen. Bei diesen qualitativen Informationen kann es sich z.B.
um Markteinschätzungen, Presseerklärungen konkurrierender Unternehmen, Geschäftsberichte,
Börsentrends, wirtschafts- und steuerpolitische Entscheidungen, akademische Publikationen usw. handeln.


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Mit Hilfe von SEM-BIC finden Sie derartige Veröffentlichungen – vor allem im World Wide Web (WWW),
identifizieren die relevanten Textpassagen, bewerten sie durch Hinzufügen von Kommentaren und
archivieren sie unter Angabe von Fundstellen und administrativen Daten. Außerdem können Sie dem
Auftraggeber die Ergebnisse einer Recherche direkt per E-Mail zustellen.

Funktionsumfang
Die Komponente SEM-BIC umfaßt folgende Funktionen:

        Durchführung und Verwaltung von Rechercheaufträgen
        Aufruf von und Navigation zwischen Web-Seiten mit integriertem Web-Browser
        Verwaltung von Quellenanbietern für die Informationsrecherche
        Übernahme von markierten Inhalten in einen Editor für redaktionelle Bearbeitung und Abspeicherung
         im System
        Zuordnen von Dokumenten zu Bewegungsdaten des SAP Business Information Warehouse


Business Planning and Simulation (SEM-BPS)
Einsatzmöglichkeiten
Die Unternehmensplanung (SEM-BPS) ermöglicht Ihnen das Erstellen eines konzernweiten strategischen
Unternehmensplans. Der Unternehmensplan ergänzt die mit den Komponenten der operativen Systeme
erstellten Detailpläne um eine Planung über einzelne Organisationseinheiten hinweg. Ziel der strategischen
Unternehmensplanung ist es, einen konsistenten und realistischen Plan aus verschiedenen Sichtweisen zu
erstellen, der die Effizienz des Unternehmens und des Führungsprozesses steigert. Dabei geht es – anders
als in den operativen Teilplänen – weniger um einen hohen Detaillierungsgrad, sondern um die Planung der
Unternehmensentwicklung mit einem weit in die Zukunft reichenden zeitlichen Horizont.

SEM-BPS unterstützt die webbasierte Planung mit Hilfe von Planungsanwendungen und einem Status- und
Trackingsystem. Mit diesen Mitteln können Sie auch in räumlich weitverzweigten Unternehmen verteilte
Planungsszenarios aufbauen, wobei sich der technisch-administrative Aufwand auf die Bereitstellung eines
Internet-Anschlusses beschränkt.

Die Komponente SEM-BPS ist weitgehend modular aufgebaut. Dies erlaubt es, die Funktionalität in
künftigen Releases schrittweise zu erweitern, ohne an der grundsätzlichen internen Architektur der
Komponente Änderungen vornehmen zu müssen. Die folgende Grafik zeigt den derzeitigen inneren Aufbau
von SEM-BPS:




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Der in der Grafik dargestellte modulare Aufbau hat auch eine weitere Konsequenz: Durch die klare Trennung
von Planungsebenen bzw. Planungspaketen einerseits und Planungsfunktionen andererseits sind beide
Bereiche technisch voneinander weitgehend unabhängig. Für die Nutzung von SEM-BPS hat dies zur Folge,
dass Sie eine einmal definierte Planungsfunktion auf beliebig viele Planungspakete anwenden können. Sie
müssen also die Funktionen nicht an die Daten anpassen, die Sie mit den Funktionen bearbeiten wollen.

Eine Einführung in die Art und Weise, wie Sie mit SEM-BPS planen können, erhalten Sie im Abschnitt
Planung mit SEM-BPS im Überblick. Ein stärker inhaltlich ausgeführtes Beispiel bietet das Szenario:
Absatzplanung.

Einführungshinweise
Die Unternehmensplanung ist ein Planungssystem, in dem Sie aggregierte Plandaten erfassen und
auswerten können. Es eignet sich für das Zusammenstellen und Führen von Daten aus den verschiedenen
funktionalen Teilplänen unter einer einheitlichen Sicht.

Integration
Die Ist- und Plandaten, die Sie mit SEM-BPS verarbeiten, werden aus den operativen Systemen automatisch
extrahiert und in das SAP Business Information Warehouse (SAP-BW) geschrieben. D.h., die Bereitstellung
der Daten ist eine Aufgabe der operativen Systeme, so dass Sie sich in SEM-BPS nicht mit der
Datenbeschaffung auseinandersetzen müssen. Sie können aber auch innerhalb von SEM-BPS Plandaten
direkt erfassen bzw. automatisch erzeugen lassen, ohne auf operative Systeme zugreifen zu müssen.

Die Unternehmensplanung basiert auf derselben Datenbasis und hat dieselben
Datenbeschaffungsmöglichkeiten wie die Komponenten SEM-BIC, SEM-CPM und SEM-SRM.

Funktionsumfang

Planungsobjekte

SEM-BPS stützt sich wie die Komponenten SEM-BIC und SEM-CPM auf Daten des SAP Business
Information Warehouse (SAP BW). Bei der Gestaltung von Planungsgebieten beziehen Sie sich auf
InfoCubes des SAP BW, die die erforderlichen Merkmale und Kennzahlen bereitstellen. Innerhalb eines
Planungsgebiets können Sie Pläne erstellen, die verschiedene Planungssichten (beispielsweise nach
Konzern oder Geschäftsbereich) bzw. Teilpläne (beispielsweise für Investitionen oder Absatz) darstellen. Sie


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können Ihre Plandaten entweder manuell eingeben oder mit Hilfe zahlreicher automatischer
Planungsfunktionen bearbeiten.

Versionen ermöglichen es, verschiedene Planszenarien für denselben Zeitraum vorzuhalten. Sie können
sowohl Pläne für ein Geschäftsjahr als auch jahresübergreifende Pläne erstellen (z.B. Juni 1998 bis März
1999).

Planungsfunktionen

Die manuelle Planung erfolgt mit Hilfe von Planungslayouts, die individuell gestaltbar sind. Dabei können Sie
nicht nur die Merkmale und Kennzahlen der Datenbasis verwenden, sondern auch Formeln für lokal
errechnete Kennzahlen definieren. Die geplanten Daten werden bottom-up gesichert, d.h. Daten auf einer
niedrigen Ebene werden aggregiert zur nächsthöheren Ebene.

Für die manuelle Planung nutzt SEM-BPS die Integration von Microsoft Excel in das SAP-System. Diese
Betriebsart verbindet die Microsoft-Excel-Oberfläche mit den Planungsfunktionen von SEM-BPS.
Plandokumente, die Sie mit Excel erstellen und bearbeiten, werden (zusammen mit den übrigen
Einstellungen eines Planungslayouts) im SAP-System gespeichert.

Um dynamische Abläufe im Unternehmen simulieren und daraus planerische Maßnahmen ableiten zu
können, bietet SEM-BPS Ihnen das Werkzeug Powersim Studio an. Hiermit können Sie komplexe Szenarios
definieren, in denen sie das Verhalten Ihres Unternehmens im zeitlichen Verlauf wechselnder Bedingungen
untersuchen und durch Veränderung der Parameter planerisch gestalten können.

In der maschinellen Planung erzeugt das System Plandaten aufgrund benutzerdefinierter Prämissen.
Nachdem Sie die Parameter für die maschinelle Planung gesetzt und den Planungsablauf gestartet haben,
werden die Plandaten automatisch erzeugt bzw. geändert und anschließend gebucht.

Neben dem Erfassen von Plandaten stehen Ihnen verschiedene Funktionen zur Bearbeitung der Daten zur
Verfügung. Durch Umwertungen können Sie die Plandaten um einen bestimmten Prozentsatz erhöhen bzw.
senken. Mit der Verteilungsfunktion verteilen Sie eine Gesamtsumme auf einer niedrigeren
Aggregationsstufe, z.B. von der Geschäftsjahres- auf die Periodenebene. Mittels statistischer Verfahren
können Sie Plandaten auf der Basis von Vergangenheitsdaten vom System hochrechnen lassen (Prognose).

Planungsanwendungen

Die Planungsanwendungen von SEM-BPS dienen dazu, Standardaufgaben der Unternehmensplanung wie
z.B. Bilanz- oder Ergebnisplanung mit möglichst geringem Konfigurationsaufwand zu lösen. Zu einer
Planungsanwendung gehören spezialisierte Typen von Planungsfunktionen (z.B. Barwert oder
Gegenbuchung), ggf. eine auf die Anwendung zugeschnittene Benutzungsoberfläche, Business Content des
SAP Business Information Warehouse (InfoCubes und InfoObjects) sowie darauf abgestimmte,
vorkonfigurierte Planungsobjekte wie z.B. Planungsgebiete, -ebenen und -funktionen. Mit diesen Mitteln
können Sie die jeweilige Planungsaufgabe unmittelbar ausführen. Planungsanwendungen bauen auf den
elementaren Planungsobjekten und Funktionen auf, die Sie in der Planungsumgebung bearbeiten.


Corporate Performance Monitor (SEM-CPM)
Einsatzmöglichkeiten
Die Komponente Corporate Performance Monitor deckt zwei große Bereiche ab: das Strategy Management
und das Performance Measurement. Im Rahmen des Strategy Managements haben Sie Zugriff auf
Anwendungen zur Abbildung und Operationalisierung von Strategien. Hierher gehören insbesondere die
folgenden Anwendungen und Funktionen:

        Balanced Scorecard
        Strategiemodellierung auf der Grundlage von Strategievorlagen
        Werttreiberbaum

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        Risiko Management

Im Rahmen des Performance Measurements haben Sie Zugriff auf Anwendungen zur Messung und
Beurteilung der Leistungen von Geschäftseinheiten (Business Performance). Dazu werden Ihnen
vorwiegend Reporting-Tools zur Verfügung gestellt, in denen die Daten vorzugsweise grafisch aufbereitet
werden, um ein schnelles Erfassen der Zusammenhänge zu ermöglichen. Hierher gehören insbesondere die
folgenden Anwendungen und Funktionen:

        Management Cockpit
        Measure Builder
        Benchmarking
        Auslieferung von Business-Content

Funktionsumfang

Funktionen im Strategy Management
Balanced Scorecard
Die Balanced Scorecard bietet einen Ansatz, um bei der Berichterstattung über die Unternehmensleistung
nicht nur traditionelle, auf die Vergangenheit bezogene finanzielle Kennzahlen zu berücksichtigen, sondern
auch qualitative Faktoren, die von großer Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens sein können (z.B.
Produktqualität, Mitarbeiterqualifikation usw.). Die Balanced Scorecard integriert beide Arten von Faktoren
durch ein benutzerdefiniertes Bewertungssystem zu einer umfassenden Sicht auf das Unternehmen als
Ganzes.
Strategievorlagen
Über die von der SAP ausgelieferten Strategievorlagen können Sie Ihre eigene Strategie im Rahmen der
Funktion Balanced Scorecard modellieren, indem Sie die Vorlagen an Ihre Bedürfnisse anpassen.
Werttreiberbaum
Mit dem Werttreiberbaum analysieren Sie die komplexen Zusammenhänge, die zwischen Werttreibern
bestehen, und wie Sie darauf Einfluss nehmen können. Dazu erstellen Sie sich eine Baumstruktur: Den
Wurzelknoten bildet ein komplexer, abstrakter Werttreiber. Daran hängen Sie all diejenigen Werttreiber, die
diesen komplexen Werttreiber – Ihrer Ansicht nach – unmittelbar beeinflussen, usw. Schließlich gelangen
Sie zu Werttreibern, auf die Sie selbst unmittelbar einwirken können. So können Sie indirekt den abstrakten
Werttreiber des Wurzelknoten manipulieren.
Risiko Management
Die Funktion Risikokataloge unterstützt Sie zusammen mit der Design-Funktion Risikoeinstellungen beim
Risiko Management. Sie etablieren mit diesen Funktionen ein Risiko Management, beispielsweise für eine
Scorecard. In diesem Zusammenhang legen Sie fest, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um
bestimmten Risiken zu begegnen. Mit Hilfe des zeitnahen Risiko-Controllings zusammen mit dem Risiko-
Reporting können Sie frühzeitig auf Ereignisse reagieren und Schaden vom Unternehmen abwenden.
Funktionen im Performance Measurement
Management Cockpit
Mit dem Management Cockpit erstellen Sie Diagramme verschiedener Typen, die auf Daten aus dem SAP
BW beruhen; außerdem können Sie Übersichtsseiten über Dokumente anzeigen, die mit Bezug auf
bestimmte Merkmale und Kennzahlen angelegt wurden. Das Werkzeug hilft, diese Diagramme so zu
organisieren, dass sich inhaltlich zusammenhängende Kennzahlgruppen ergeben, die für die Präsentation in
einem speziell vorbereiteten Raum vorgesehen sind. Die spezielle Art der Präsentation bietet eine
besonders ergonomische Sicht auf die Unternehmensdaten. Dadurch lässt sich die Komplexität der
zugrundeliegenden Daten reduzieren, und strategische Entscheidungen können sicherer und schneller
getroffen werden.
Measure Builder
Mit dem Measure Builder stellen Sie unter rein betriebswirtschaftlichem Aspekt Kataloge von Kennzahlen
zusammen, die Sie durch Formeln aus anderen Kennzahlen ableiten, ausführlich dokumentieren und mit
Verwendungsvorschriften versehen können. Auf die hier definierten Kennzahlen beziehen Sie sich u.a. in
den Funktionen Balanced Scorecard, Werttreiberbaum und Management Cockpit, wobei konkrete Werte erst


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dann angezeigt werden können, wenn die mit Hilfe des Measure Builder definierten Kennzahlen den
technischen Kennzahlen des SAP BW zugeordnet wurden. Auch diese Zuordnung nehmen Sie im Measure
Builder vor.
Benchmarking
Über den Austausch von Benchmarks und dem Vergleich der eigenen Kennzahlen mit Benchmark-Werten
stellen Sie fest, wo sich Ihr Unternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen wirtschaftlich befindet.
Business Content
Durch die Auslieferung von Business Content, wie beispielsweise dem SAP Kennzahlenkatalog, wird der
administrative Aufwand für die Definition und Dokumentation von Kennzahlen im Measure Builder erheblich
reduziert.


Marktrisikoanalyse (SAP Banking)
Die Komponente Marktrisikoanalyse (IS-B-RA-MR) der Branchenlösung mySAP Banking dient dem
globalen Risikomanagement von Kreditinstituten. So werden zum Zwecke des Risikocontrollings
Marktpreisrisiken des Handelsbuches sowie Marktpreis- und Ertragsrisiken im Bereich des Bankbuches
transparent abgebildet. Aufbauend auf den kalkulierten Risikogrößen dient ein flexibles Limitsystem der
permanenten Überwachung und Kontrolle von unterschiedlichen Risikoarten in der Gesamtbank. Die
Berücksichtigung von fiktiven Geschäften unterstützt darüberhinaus den Treasurer bzw. die Handelsbereiche
bei der Steuerung von aufgezeigten Risikokonstellationen.

Die Risikoanalyse läßt sich somit als internes Risikosteuerungsmodell sowohl für die externe Steuerung
nach dem Aufsichtsrecht als auch zur bankinternen Risikosteuerung verwenden. Diese gemeinsamen
Verfahren werden beispielsweise in der Kapitaladäquanzrichtlinie gefordert, damit keine unterschiedlichen
Steuerungsimpulse aus dem internen bzw. externen Risikocontrolling resultieren.

Die gängigen Konzepte zum Risikomanagement zielen entweder auf eine barwertige Zielgröße wie z.B. den
Eigenkapitalbarwert oder auf ein periodisches Ergebnis ab. Im Rahmen des Risikomanagement können
beide Zielgrößen zur Steuerung herangezogen werden.


Stakeholder Relationship Management (SEM-SRM)
Einsatzmöglichkeiten
Die Komponente Stakeholder Relationship Management ermöglicht Ihnen, die Personen und Institutionen,
die ein Interesse an Ihrem Unternehmen haben, zu erfassen, zu gruppieren und gezielt mit Informationen
über Ihr Unternehmen zu versorgen. Gleichzeitig gibt die Komponente Ihnen Mittel an die Hand, um die von
Ihnen durchgeführten Aktionen zurückverfolgen zu können, so dass Sie jederzeit sagen können, welcher
Stakeholder von Ihnen mit welchen Informationen versorgt wurde.

Falls Ihr Unternehmen Anteile in Form von Namensaktien ausgibt, bietet es sich an, die im Aktienbuch
enthaltenen Angaben über Ihre Anteilseigner auch für das Stakeholder Relationship Management zu nutzen
(Investor-Relations-Management). Sofern Sie das Aktienbuch als elektronisches Register führen, können Sie
die darin enthaltenen Daten nach SEM-SRM importieren und hier weiternutzen. Voraussetzung hierfür ist,
dass das elektronische Aktienbuch eine Möglichkeit zum Export der Daten in eine sequentielle Datei bietet.
Eine derartige Datei können Sie mit den Mitteln der Fremddatenübernahme in das SAP-System übernehmen
und daraus Stammdatensätze für Stakeholder erzeugen.

Der Einsatz der Fremddatenübernahme ist auch dann sinnvoll, wenn Ihr Unternehmen keine Namens-,
sondern Inhaberaktien ausgibt: Hier besteht unter Umständen die Möglichkeit, durch spezialisierte
Finanzdienstleistungsunternehmen Informationen über die Identität der Aktionäre Ihres Unternehmens zu
erhalten.

Je nachdem, welcher speziellen Gruppe ein Stakeholder angehört, entwickeln Stakeholder spezifische
Interessenschwerpunkte in Bezug auf das Unternehmen. Solche Interessen muss das Unternehmen als

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externe Erwartungshaltung in seine strategischen Entscheidungsprozesse einbeziehen und einen möglichst
weitgehenden Interessenausgleich herbeiführen, um erfolgreich agieren zu können.

So kann z.B. die von Investoren zumeist geforderte Unternehmensführung nach dem Shareholder-Value-
Ansatz, der auf die Erhöhung des Unternehmenswerts zielt, in Widerspruch zu den Interessen der
Mitarbeiter stehen. Ebenso können Veränderungen der lokalen Infrastruktur, die von Lieferanten gewünscht
werden, in Konflikt mit übergreifenden Interessen der zuständigen Kommunalbehörden treten.

Sie setzen SEM-SRM ein, um die verschiedenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Interessengruppen
überblicken und in angemessener Weise darauf reagieren zu können. Damit stellen Sie sicher, dass die
strategischen Entscheidungen Ihres Unternehmens so weit wie möglich im Einklang mit den Erwartungen
Ihrer Stakeholder stehen und damit zum Unternehmenserfolg beitragen.

Funktionsumfang
Sie können zu jedem Stakeholder eine große Anzahl von Informationen festhalten (z.B. Anzahl gehaltener
Aktien, eine Einschätzung des Einflusses, den ein Stakeholder auf das Unternehmen hat, Angaben zum
individuellen Informationsbedarf usw.). Diese Informationen nutzen Sie als Filter und Sortierkriterien in
zahlreichen Queries, die zum Lieferumfang von SEM-SRM gehören und mit deren Hilfe Sie die zu den
Stakeholdern erfassten Daten auf verschiedenste Weise auswerten können. Viele der zu einem Stakeholder
erfassten Daten werden zusammen mit dem jeweils gültigen Datum abgespeichert, so dass Sie auch die
historische Entwicklung bestimmter Werte nachzeichnen können.

Sie können beliebig viele Stakeholdergruppen nach inhaltlichen Kriterien definieren, und Sie können jeden
Stakeholder beliebig vielen solcher Gruppen zuordnen. Die so gebildeten Gruppen setzen Sie für eine
zielgruppengerechte Unternehmenskommunikation ein, indem Sie sie als Verteilerlisten für Mailing-Aktionen
nutzen – am einfachsten mit der integrierten E-Mail-Funktion von SEM-SRM.

Aktionen, die Sie starten, um die Informationsbedürfnisse der Stakeholder zu befriedigen, werden von SEM-
SRM protokolliert und können mit Hilfe der ausgelieferten Queries nach unterschiedlichen Kriterien
ausgewertet werden. Damit sichern Sie sich jederzeit die Übersicht darüber, welche Aktionen bereits
durchgeführt wurden und an wen sie sich gerichtet haben.


Syndizierung
(Syndication) Ein Weg der Finanzierung vor allem im internationalen Großkreditgeschäft. Bildung von
Bankenkonsortien (Bankengruppen) zur Vergabe großvolumiger Kredite mit dem Ziel der Risikostreuung;
Einsatz auch bei der Platzierung größerer Kapitalmarktemissionen.


Target Costing
Unter Target Costing versteht man ein marktorientiertes Kostenmanagement, das sich aus einer
marktorientierten Zielkostenplanung, Maßnahmen einer möglichst frühzeitigen Kostenbeeinflussung sowie
einer kostenorientierten Koordination von beteiligten Unternehmensbereiche bezogen auf die Lebensdauer
für ein Produkt vorgegebener Qualität zusammensetzt. Target Costing ist ein strategisches
Controllingwerkzeug.

Das Target Costing ist aus der Praxis japanischer Unternehmen entstanden und hat somit keinen
wissenschaftlichen, sondern einen praktischen Ursprung. Die erste Anwendung des Target Costing fand bei
Toyota 1965 statt.

Die klassischen Kostenrechnungsinstrumente dienen für gewöhnlich zur Ermittlung der durch ein Produkt
entstandenen Kosten, welche schließlich, unter Berücksichtigung der gewünschten Gewinnspanne, als
Grundlage für die Preisgestaltung des Produkts herangezogen werden.




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Diese Vorgehensweise vernachlässigt jedoch die Gegebenheiten und Anforderungen des Marktes an das
jeweilige Produkt. So kann es in wettbewerbsintensiven Märkten mit hohen Preis- und Kostendruck dazu
kommen, dass der ursprünglich über die Kosten ermittelte Preis zu Lasten der Gewinnspanne reduziert
werden muss, damit das Produkt am Markt gehalten werden kann.

Um dieser Problematik aus dem Wege zu gehen, wird im Target Costing, aufgrund verschiedener
Marktforschungsergebnisse, von einem am Markt realisierbaren Preis ausgegangen und die zulässigen
Kosten (allowable costs) für ein Produkt daraus abgeleitet.

Alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmensbereiche richten sich an dieser Zielgröße aus. So
werden die Markteinflüsse bereits schon in der Planungs- und Entwicklungsphase eines Produktes
berücksichtigt sowie in den nachfolgenden Phasen der Konstruktion und Produktion.


Value based Management
Wertorientiertes Management oder value-based Management bemüht sich um die Straffung der
Wertschöpfungsaktivitäten, wobei neben der Optimierung der Kundenbeziehungen die Eliminierung nicht-
wertschöpfender Aktivitäten und Kostentreiber (cost drivers) im Mittelpunkt stehen. Dabei werden
betriebliche Prozesse auf ihren Einfluß auf den Unternehmenswert hin untersucht. Das Management
konzentriert sich auf Schlüsselprozesse und auf die (finanziellen und nicht finanziellen) Werttreiber innerhalb
der Schlüsselprozesse. Durch richtiges Management der Werttreiber soll eine optimale Verbesserung des
Gesamtunternehmenswertes erreicht werden. Unterstützt wird der Gedanke des Value based Managements
durch die weite Verbreitung und Akzeptanz des Shareholder Value Konzepts. Zunehmend gewinnen auch
weitere Stakeholdergruppen Einfluss deren Erwartungen müssen bei der Strategiedefinition berücksichtigt
werden.




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