Leseprobe II _PDF_ - Rund um die Quinta Avenida
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192 Miramar
Rund um die Quinta Avenida
Für einen Spaziergang entlang der Museen und in den großen Einkaufs-
Quinta Avenida oder kurz der „Quinta“, zentren links und rechts der „Fünften“.
wie sie die Habaneros nennen, braucht Da diese allerdings weit verstreut lie-
man Zeit. Dies liegt nicht etwa daran, gen, sollte man sich überlegen, die Tour
dass der Boulevard mit einer Fülle von vielleicht doch per Mietwagen oder
Sehenswürdigkeiten gesegnet ist, son- Taxi zu unternehmen und einzelne
dern schlicht und einfach an seiner Tourismuseinrichtungen punktuell an-
Länge. Auf dem begrünten Mittelstrei- zusteuern, was zwar nicht den Geldbeu-
fen der vierspurigen Straße, wo sich tel, aber immerhin das Zeitbudget
Botschaftsangehörige vor allem mor- schont. Nicht fehlen darf dabei die
gens und abends beim Jogging auf ihren Sammlung der Stiftung „Die Natur und
Büro-Job vorbereiten oder – je nach- der Mensch“ („La Naturaleza y El
dem – davon erholen, lässt es sich end- Hombre“) – wegen der Geschichte, die
los schlendern, allerdings meist in der sie erzählt, eine der außergewöhnlichs-
prallen Sonne. Schatten f indet man nur ten und interessantesten in ganz Ha-
in den wenigen Parks, in der Handvoll vanna.
Rund um
Stationen (siehe Karte S. 194/195) die Quinta
Avenida
Quinta Avenida: Wie die Fifth Avenue dings einen völlig anderen Charakter als
in New York, so ist auch die gleichna- ihr Pendant im „Big Apple“. Entlang der
mige Prachtstraße Havannas eines der nicht zu Unrecht als schönste Straße in
Aushängeschilder der Stadt, hat aller- ganz Cuba gepriesenen Hauptstraße
des Stadtteils Miramar, die sich von der
Mündung des Río Almendares neun Ki-
lometer lang bis zum Yachthafen der
Marina Hemingway hinauszieht, ent-
standen Anfang des 20. Jahrhunderts
einige der prächtigsten Gebäude der
Stadt. Wer das nötige Kleingeld hatte,
musste einfach hier wohnen und eine
„Quinta“-Adresse auf seiner Visiten-
karte haben. Der Glanz ist geblieben –
auch nach der Revolution. Denn heute
beherbergen die meist liebevoll restau-
rierten Villen westlich des Torre de la
Quinta, des „Uhrturms der Fünften“,
aus dem Jahr 1920 in erster Linie die
Botschaften der verschiedensten Län-
der. Damit sind sie zwar für die breite
Öffentlichkeit nicht zugänglich, lassen
aber zumindest von außen erahnen,
was man drinnen verpasst.
Avenida 5ta e/ 0 y 248.
„Lieber aufrecht sterben…“ Museo del Ministerio del Interior: Das
Museum des cubanischen Geheim-
Rund um die Quinta Avenida 193
dienstes, der den verharmlosenden Na- Campesino-Führers (Zitat: „Lieber
men „Innenministerium“ trägt, liegt aufrecht sterben, als auf Knien leben!“)
ganz am Anfang der Avenida 5ta in der aufgestellt sowie eine Büste des indi-
Nähe der Zapata und Ghandi gewidme- schen Pazif isten und Menschenrecht-
ten Parks. Die 14 Ausstellungsräume lers (Zitat: „Wahrheit schließt die
dokumentieren fein säuberlich politi- Anwendung von Gewalt aus!“). Ein Hort
sche, militärische, biologische, diploma- der Ruhe sind die Grünanlagen wegen
tische, psychologische und propagan- ihrer Lage direkt an der viel befahrenen
distische Angriffe auf und in Cuba. Hauptstraße allerdings nicht.
Außerdem werden in der am 26. März Avenida 5ta e/ 24 y 26.
1989 anlässlich des 30-jährigen Jubi-
läums der „Stasi“ – sie heißt wirklich
Seguridad del Estado, also Staatssicher-
heit – eröffneten Sammlung die At-
tentatsversuche auf Máximo Líder Fidel
Castro aufgelistet. Tatsächlich wurden
gegen den langjährigen Staats- und
Parteichef vor allem in den Jahren nach
der Revolution reihenweise Mordkom-
plotte geschmiedet. Einmal (1960) sollte
ein Zigarre in seinem Mund explodie-
ren, bei anderer Gelegenheit (1963)
sollte er mit einer in einem Füllfeder-
Karte S. 194/195
halter versteckten Spritze ermordet
werden, letztlich versuchte man sogar,
Miramar
einen Sprengsatz an einem Strand zu
Der „Vater“ von Chan Chan
deponieren, den Castro häuf ig be-
suchte – dahinter steckte meist die US-
amerikanische CIA. Museo Compay Segundo: Die Gedenk-
Nicht ganz so spektakulär sind die Teile stätte für den legendären cubanischen
der Ausstellung, die sich mit dem cuba- Musiker ist eines der jüngsten Museen
nischen Gefängnissystem, der Geschich- in Havanna. Erst 2006 entschloss sich
te der Feuerwehren und den so bezeich- seine Familie, einen Teil des Hauses, in
neten „Kämpfern“ des Innenministe- dem er zuletzt bis zu seinem Tod im
riums beschäftigen, die bei Missionen Jahr 2003 gelebt hatte, der Öffentlich-
im In- und Ausland ums Leben kamen. keit zugänglich zu machen.
Di–Fr 9–17, Sa 9–16 Uhr. Eintritt 2 CUC, Füh- Compay Segundo hatte 1996 mit dem
rung 1 CUC, Fotoaufnahmen 5 CUC, Video- Projekt „Buena Vista Social Club“ des
aufnahmen verboten. Avenida 5ta esquina 14. US-amerikanischen Musikers Ry Coo-
Parques de Zapata y de Ghandi: Auf der und drei Jahre später mit dem
den ersten Kilometern der Avenida 5ta gleichnamigen Film des deutschen
liegen rechts und links der Straße zwei Regisseurs Wim Wenders internatio-
kleine Parks, die Emilio Zapata Salazar nale Berühmtheit erlangt. Segundo, un-
(stadtauswärts links) und Mahatma ter anderem Komponist des Ohrwurms
Mohandas Karamcand Ghandi (stadt- „Chan Chan“, der im Repertoire keiner
auswärts rechts) gewidmet sind – jeder cubanischen Son-Gruppe fehlt, hatte
auf seine Art ein Revolutionär. Unter dafür zusammen mit Ibrahim Ferrer,
mächtigen Bäumen wurde dort eine Rubén González, Eliades Ochoa und
Statue des mexikanischen Indio- und Omara Portuondo 1998 den begehrten
ssen & Trinken achtleben (S. 202-203)
194
(S. 199-202) Miramar 30 El Pavo Real 1 Club Ipanema
2 El Palio 31 Mi Jardín 6 Teatro Karl Marx
3 Vistamar 32 El Bodeguero, Shanghai 23 Irakere Jazz Club
und Chiao Amigo 28 Club Le Select
4 Don Cangrejo
34 La Casa Española und 32
10 La Esperanza Parillada Don Quijote "Dos Gardenias" Video-Bar
12 Bistro Habana und Salón Bolero
35 El Aljibe 36 La Maison
15 3ra y 62 36 La Maison
17 El Tocororo 38 Casa de la Música und Diablo Tun Tun
22 Calle Diez
26 Quinta y 16
28 Club Le Select
Rund um die Quinta Avenida
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Grammy erhalten und eine goldene und – und bekam dabei seinen Spitznamen,
platine Schallplatte eingespielt. Insge- unter dem ihn bis heute die ganze Welt
samt hatte sich das Album weltweit kennt. „Compay“ ist die Kurzform von
über fünf Millionen Mal verkauft. Compadre, Segundo (der Zweite) nannte
Compay Segundo wurde am 18. No- man ihn, weil er die zweite Stimme sang.
vember 1907 in der kleinen Ortschaft 1955 trennte sich das Duo im Streit,
Siboney östlich von Santiago de Cuba Francisco Repilado, der trotzdem wei-
unter seinem bürgerlichen Namen terhin nur mit seinem Künstlernamen
Máximo Francisco Repilado Muñoz gerufen wurde, begann, in einer Zigar-
geboren. Schon als Junge begann er, Gi- renfabrik zu arbeiten. Erst 1970 griff er
tarre zu spielen, mit 14 Jahren nahm er wieder zu seinem Armónico, einer von
zusätzlich Klarinettenunterricht, ein ihm selbst kreierten siebensaitigen Gi-
Jahr später schrieb er mit „Yo vengo tarre – um Geld zu verdienen, wie er
aquí“ („Hier komm’ ich“) sein erstes später einmal erzählte. Damals trat er
Lied. 1948, inzwischen nach Havanna hauptsächlich in Havanna auf, sein
umgesiedelt, gründete er mit Lorenzo neues Lied „Chan Chan“ stellte er 1989
Hierrezuelo das Duo „Los Compadres“ allerdings bei einer Konzertreise in der
bernachten (S. 43-46) inkaufen (S. 198-199)
1 Copacabana 16 Rund um die
Meliá Habana Quinta Avenida 195
18 Supermercado 70
5 Chateau Miramar 19 Comodoro 21 Centro Comercial
7 Casa Maite 20 Casa Mauricio Alonso 25 Centro Comercial 5ta y
8 Casa Clarisa Santiago 24 Occidental Miramar 42
Esquivel 27 Montehabana 32 Dos Gardenias
9 Casa Ana Hidalgo 29 Casa Urbicia Mercedes
11 Casa Mayra Gomez
12 Panorama 33 Casa Alexis Tristá
13 Tritón 37 Alojamiento Lissette
14 Neptuno
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al 200 m Miramar
US-amerikanischen Hauptstadt Wa- Ovations am Ende. Compay Segundo
shington vor. starb 2003 nach einem erfüllten Dasein
Compay Segundo bekam daraufhin ei- im Alter von 95 Jahren an den Folgen
nen internationalen Plattenvertrag und eines Nierenleidens: „Man muss das Le-
spielte in der ersten Hälfte der 1990er ben in vollen Zügen genießen, aber mit
Jahre mehrmals in Europa. Der ganz Bedacht“, hatte er immer als seine
große Wurf gelang ihm schließlich an Philosophie ausgegeben.
der Seite von Ry Cooder und Wim Das Museum erzählt von diesem groß-
Wenders. Der Name „Buena Vista So- artigen Musiker, zeigt seine Auszeich-
cial Club“, den sie für ihre Projekte nungen sowie Fotos von seinen Be-
wählten, leitete sich von einem Veran- suchen beim früheren Staatspräsiden-
staltungsort an der Avenida 31 Havan- ten Fidel Castro und Papst Johannes
nas ab, der in den 1940er und 50er Jah- Paul II. Zu sehen sind ferner Gemälde,
ren sehr populär gewesen war. Höhe- Karikaturen und Cartoons von Compay
punkt seines künstlerischen Lebens war Segundo, in Glasvitrinen sind seine
in der Folge ein Auftritt in der New Schuhe, seine Hüte, seine Klarinette
Yorker Carnegie Hall – mit Standing und die Originalpartitur seines größten
196 Miramar
Erfolgs „Chan Chan“ ausgestellt. Mit diesem weltweit zweitgrößten Modell
bunten Stecknadeln ist auf einer Welt- seiner Art – nur New York ist noch ein
karte außerdem markiert, in welchen größeres gewidmet – jedes einzelne Ge-
Ländern Compay Segundo und mit ihm bäude der Stadt betrachten, natürlich
der „Bueno Vista Social Club“ aufge- auch all die Sehenswürdigkeiten. Die
treten ist. Es fehlen nicht viele. Häuser der 22 Meter langen und bis zu
Mo–Fr 10–12 + 14–16 Uhr (nach telefoni- acht Meter breiten City-Miniatur wur-
scher Anmeldung). Eintritt frei. Calle 22 Nr. den in 13-jähriger Arbeit von einem in-
103 e/ 1ra y 3ra, ¢ 2068629, 2025922.
terdisziplinären Expertenteam der
Maqueta de La Habana: Wenn man ei- Stadtverwaltung aus dem Holz von Zi-
nen Eindruck von der wirklichen Größe garrenkisten hergestellt.
Havannas bekommen möchte, führt an Zur leichteren Unterscheidung der ein-
dem Modell, das die cubanische Haupt- zelnen Perioden, in denen die Gebäude,
stadt detailgetreu im Maßstab 1:1000 Plätze, Denkmäler, Straßen und Parks
zeigt, kein Weg vorbei. Auf einer Fläche entstanden sind, wurde ein Farbleitsys-
von 144 Quadratmetern kann man auf tem eingesetzt – braun steht beispiels-
weise für die Kolonialzeit. Um einen
Überblick zu gewinnen, begibt man sich
am besten auf die Aussichtsgalerie, auf
der auch Fernrohre (1 CUC) installiert
wurden.
Mo–Sa 9.30–17 Uhr. Eintritt 3 CUC, Führung
5 CUC, Fotoaufnahmen 2 CUC, Videoauf-
nahmen 5 CUC. Calle 28 Nr. 113 e/ 1ra y 3ra,
¢ 2027303, 2027322.
Embajada de Rusia: Das auffälligste,
wenn auch beileibe nicht schönste Ge-
bäude an der Quinta ist die russische
Botschaft. Hermetisch abgeriegelt und
streng bewacht, ist das 20-stöckige Do-
mizil der Kreml-Diplomaten eine Mi-
schung aus gigantischem Betonklotz
und überdimensioniertem Airport-
Tower. Diesem Eindruck in Kombina-
tion mit seiner Funktion verdankt der
Komplex auch seinen doppeldeutigen
cubanischen Spitznamen: La Torre de
Control, der Kontrollturm. Betreten ist
natürlich nur bei diplomatischen oder
konsularischen Anliegen erlaubt, Foto-
graf ieren immer – von außen.
Avenida 5ta Nr. 6402 e/ 62 y 66.
Acuario Nacional de Cuba: Speziell
wenn man mit Kindern reist, ist der
Meeres-Erlebnispark ein ganz heißer
Tipp. Schon vor dem Eingangstor wer-
Russischer „Kontrollturm“ den sie von einem Clown begrüßt, drin-
nen machen Seelöwen und Delf ine
Rund um die Quinta Avenida 197
Kunststücke – die Kleinen sind glück-
lich, was will man mehr? Außerdem
sind auf der sogenannten tropischen In-
sel Schildkröten und Pelikane zu sehen,
eine Meeresgrotte, die drei Arten der
cubanischen Mangroven und die sieben
verschiedenen Meereslandschaften der
Insel. Insgesamt ein rundes Vergnügen!
Di–So 10–18 Uhr (im Juli und August 10–22
Uhr), Delfin-Shows um 11, 15, 17 Uhr (im Juli
und August auch 19+21 Uhr), Seelöwen-
Shows um 12+16 Uhr (im Juli und August
auch 20 Uhr). Eintritt 7 CUC, Kinder 5 CUC
inkl. aller Shows. Avenida 3ra esquina 62,
¢ 2025872, 2025871.
Fundación de la Naturaleza y El
Hombre: Das kleine, etwas versteckt
liegende Museum der Umwelt-Stiftung
Antonio Núñez Jiménez wurde 1994 Nicht jugendfrei
eingerichtet und ist dem Wirken des
Namensgebers gewidmet. Der berühm- Hombre“ („Cuba: Die Natur und der
te cubanische Naturwissenschaftler Mensch“). In seinen Werken beschäftigt
hatte einst an der Seite von Fidel Castro sich der Wissenschaftler unter anderem
und Ernesto Che Guevara gegen die mit dem cubanischen Archipel (Titel:
Karte S. 194/195
Diktatur gekämpft (Buchveröffentli- „El Archipiélago Cubano“), mit den
Miramar
chung „En Marcha con Fidel“, frei über- Küsten und Gewässern, die die Insel
setzt „Mein Marsch mit Fidel“), danach umgeben (Titel: „Litorales y Mares“),
kurze Zeit als geschäftsführender Di- mit den Höhlen des Landes (Titel: „Las
rektor das Instituto Nacional de Re- Cuevas de Cuba“), aber auch mit den
forma Agraria (INRA), das eigentliche Provinzen Cubas und der Hauptstadt
Zentrum der cubanischen Revolution, Havanna. Da die Non-Prof it-Organisa-
geleitet und schließlich sein Leben ganz tion, die neben dem World Wildlife
den geograf ischen und archäologischen Fund auch mit der deutschen Heinrich-
Studien sowie der Höhlen- und Um- Böll-Stiftung zusammenarbeitet, nur
weltforschung verschrieben, ehe er bedingt am staatlichen „Tropf“ hängt,
1998 im Alter von 75 Jahren starb. konnten bislang lediglich 14 Bücher von
Allein die Bibliothek der mit dem deut- Antonio Núñez Jiménez veröffentlicht
schen Bund Naturschutz vergleichba- werden – Sponsoren sind also jederzeit
ren Einrichtung umfasst 30.000 Bände, herzlich willkommen.
die Wissenschaftler und Studenten für Die Hauptattraktion der Einrichtung, in
ihre Arbeit jederzeit zu Rate ziehen der Besuchern außer der Bibliothek die
können. Einige davon stammen von Sala de las Vitrinas mit alten Fotos und
Núñez Jiménez selbst, von dem überlie- Dokumenten und die Sala de la
fert ist, dass er jeden Tag eine Seite, also Solidaridad mit indigenen Tonf iguren
365 pro Jahr, zu den verschiedensten aus ganz Lateinamerika offen steht, ist
wissenschaftlichen Themen verfasste, allerdings mit weitem Abstand das Mu-
die in mehr als 80 Bücher mündeten. seo de la Canoa. Dort werden beeindru-
Von diesen wiederum gehören 50 zu ckende Zeugnisse der Expedition von
der Reihe „Cuba: La Naturaleza y el Antonio Nuñez Jiménez präsentiert, zu
198 Miramar
der der Wissenschaftler 1987 zusam- schiedenste Stellungen des Geschlechts-
men mit 26 Begleitern in drei Einbaum- akts darstellen.
Kanus am Río Napo in Ecuador auf- Mo–Fr 9.30–15 Uhr, Sa nach Anmeldung, im
gebrochen war. Innerhalb eines Jahres August geschlossen. Eintritt 2 CUC inkl.
Führung. Avenida 5ta B Nr. 6611 e/ 66 y 70,
paddelte er damals bis nach San Salva-
¢ 2092885.
dor auf den Bahamas, um nachzuvoll-
ziehen, wie die Indios Mittelamerikas Iglesia Jesús de Miramar: In der
vor 8000 Jahren auf die Inseln der Ka- schlichten neuromanischen Kirche mit
ribik gelangten, um diese zu besiedeln. der riesigen Kuppel in der Nähe des
Núñez Jiménez und seine Gefährten Hotelbezirks von Miramar prangt in ei-
legten damals in ihren 13 Meter langen nem Rundbogen über dem Altar in gro-
und rund eine Tonne schweren Kanus ßen Lettern das Bibelzitat „Jesús lo
17.422 Kilometer zurück und passierten respondió, así es, yo soy rey“ („Jesus
20 Länder bzw. Insel-Staaten. Insge- antwortete, so ist es, ich bin der Kö-
samt waren an der Tour mehr als 400 nig“). Innerhalb des Gotteshauses ist
Helfer beteiligt. Zu den Exponaten, die der großflächig in schreienden Farben
von dieser einmaligen Expedition gemalte Kreuzweg an den Seitenwän-
erzählen, gehören auch eines der besag- den sehenswert, außerhalb ein Freialtar
ten Kanus – es trägt den Namen des re- in einer Marien-Grotte rechts neben
bellischen Taíno-Häuptlings „Hatuey“ – der Kirche, an dem regelmäßig Messen
sowie Kopfschmuck und Waffen der zelebriert werden.
Tägl. 7.30–12 + 16–18 Uhr, Messen Di–Fr
Eingeborenen Mittelamerikas. Beson-
8.30, Sa 17, So 9+17 Uhr. Avenida 5ta e/
ders sehenswert ist überdies eine 80 y 82.
Sammlung kleiner Tonf iguren, die ver-
Praktische
Praktische Infos (siehe Karte S. 194/195) Infos
sondern in der 5ta A. Mo–Sa 9.30–20, So 9–
Shopping in Miramar 14 Uhr. Avenida 5ta A y 42.
Im Nobel- und Diplomatenviertel Miramar Centro Comercial (21). In dem völlig neuen
dominieren edle (und teure) Shopping- Shopping-Center gegenüber dem Luxus-
Komplexe und Supermärkte europäischen Hotel „Meliá Habana“ findet man eine Viel-
Zuschnitts. Während für Hotel-Touristen zahl von Geschäften (Parfümerie, Foto-Studio,
der Weg nach Miramar deshalb kaum lohnt, Elektrogeschäft, Apotheke, Supermarkt),
ist er für Selbstversorger in Casas particulares Restaurants, Bars und Banken. Mo–Sa 10–
geradezu ein Muss. Nirgendwo sonst kann 18.30, So 9–13 Uhr. Avenida 3ra e/ 80 y 84.
man Lebensmittel besser einkaufen.
Spezialgeschäfte
Einkaufszentren
Dos Gardenias (32). Der große Touristen-
Centro Comercial 5ta y 42 (25). Das Ein- Komplex an der siebten Avenida wartet mit
kaufszentrum – eines der bekanntesten in zwei schmucken Geschäften auf: In der
Havanna – ist wegen seines breiten Ange- „Casa del Habano“ gibt es logischerweise
bots auch bei Cubanern aus dem Umland alles, was raucht, in der „Licorería“ eine rie-
der Hauptstadt beliebt. Unter anderem fin- sige Auswahl an Spirituosen und Weinen
det man ein Süßwarengeschäft, einen aus aller Welt – trotz Blockade sogar aus
Spielwarenladen, Shops für Heimwerker, Kalifornien. Tägl. 9–19 Uhr. Avenida 7ma es-
Haushaltswaren und Kosmetika sowie ei- quina 26, ¢ 2042353.
nen Supermarkt. Hunger und Durst stillt
man an mehreren Imbissbuden oder im Supermärkte
Café 42 (tägl. 9–21 Uhr). Trotz des eindeuti-
gen Namens liegt der Haupteingang des Supermercado 70 (18). Der Supermarkt
Centro Comercial nicht in der 5ta Avenida, Havannas schlechthin: Vom Putzlappen bis
Praktische Infos 199
Restaurants und Geschäfte: der Komplex „Dos Gardenias“
zum Rindersteak gibt es hier einfach alles. lage, eine Bar und eine Diskothek. Pool
Karte S. 194/195
Weil der in der Calle 70 (daher der Name) tägl. 10–18 Uhr, Bar tägl. 12–24 Uhr, Restau-
nahe dem Hotel „Panorama“ gelegene rant tägl. 10–20 Uhr, Diskothek Mi–So 22–2
Miramar
Markt damit durchaus europäischen Vor- Uhr. Calle 28 e/ 5ta y 7ma, Eingang auch in
stellungen entspricht und nicht zuletzt des- der Avenida 5ta esquina 30, ¢ 2044098, 2044001.
halb viele Botschaftsangehörige hier ein- El Aljibe (35). Die „Zisterne“ ist ein großes,
kaufen, nennt ihn der Volksmund auch „Di- in erster Linie auf Touristengruppen ausge-
plomercado“. Ungewöhnlich sind die Zah- richtetes Restaurant neben dem „Dos Gar-
lungsmodalitäten: Innerhalb des Super- denias“-Komplex. Man fährt auf der „All
markts zahlt man Fleisch und Wurst, Käse you can eat“-Schiene, für 12 CUC kann man
und Butter, Brot und Gewürze an eigenen so viel Hähnchen mit Reis, schwarzen Boh-
Kassen in den jeweiligen Abteilungen, den nen, Pommes frites, frittierten Kochbana-
Rest an Zentralkassen. Mo–Sa 10–20, So 9– nen und grünem Salat essen, wie man
14 Uhr Calle 70 e/ 66 y 68. möchte – oder schafft. Die Idee zu diesem
unschlagbaren Angebot hatte die Familie,
Essen & Trinken in Miramar die das fincaähnliche Lokal mitten in Mira-
mar im Jahr 1945 eröffnete. Neben den laut
International Speisenkarte „besten Brathähnchen der
Stadt“ gibt es aber auch Garnelen (16 CUC),
Club Le Select (28). Der Club ist zwar ein Hummer (24 CUC), verschiedenste Fleisch-
recht vernünftiges Restaurant, in erster Li- gerichte und jede Menge Desserts – und
nie aber ein Paradies für Biertrinker. Das dies alles in familiärer Atmosphäre und mit
cubanische „Bucanero“ wird in 0,5-Liter- viel Herzlichkeit serviert. Deshalb: unbedingt
Glaskrügen für 1,25 CUC serviert. Dazu gibt ausprobieren! Tägl. 12–24 Uhr. Avenida 7ma e/
es viele Fleischgerichte und noch mehr 24 y 26, ¢ 2041583, 2041584, 2044233, 2044234.
Meeresfrüchte zu Preisen, die ebenfalls im El Bodeguero (32). Das größte der drei Re-
Rahmen bleiben. Für ein Filet Mignon zahlt staurants des Komplexes „Dos Gardenias“,
man beispielsweise 5,50 CUC, für eine Grill- den pro Monat durchschnittlich 20.000
platte 10 CUC, Garnelen gibt es von 5,95 bis Touristen besuchen, ist das am wenigsten
7,95 CUC, Hummer für 18 CUC. An das Res- spektakuläre, gekocht wird kreolisch und
taurant angeschlossen sind eine Poolan- international. Es gibt Fisch und Meeres-
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