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WS_F_Referat_Godschalk

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					     Regionale & lokale
   Komplementärwährungen
       Impulsreferat – Workshop F


             Oikos Konferenz
          St. Gallen, 8. Mai 2006

          Dr. Hugo Godschalk
PaySys Consultancy GmbH – Frankfurt a. M.
Komplementärwährungen
                        Fokus

   Begriffliche Einordnung
   Aktuelle Beispiele in Deutschland
   historische Entwicklung
   Motive & Ursachen
   Rechtliche Aspekte
     Nebengeld:
Begriffliche Einordnung
   Begriffliche Einordnung
                                Was ist Geld?
                             Wertsystem   Geldsurrogat       Geldsystem
Nutzung und
Akzeptanz als                    1         mehrere -             alle
Tauschmittel                                 viele
ökonomische                                                      - ZM/TM
 Perspektive:                                                    - RE
                                                                 - WA
   wofür?

                              Gutschein    Nebengeld             Geld
 juristische                               Ersatzgeld
                                                              ZB + Banken
 Perspektive:                               substitutive      als Emittenten
    wer?                                    Wirkung           Euro als
                                            Banken und         Nominalwert
                                            Non-Banks         gesetzl. ZM
                                            als Emittenten
 Begriffliche Einordnung   Was ist Nebengeld (I) ?
Nebengeld ist Geld im ökonomischen Sinn (kein Gutschein)
Nebengeld existiert neben der staatlichen
(National-)währung bzw. neben dem gesetzlichen
Zahlungsmittel (legal tender)
Die Einsatzmöglichkeiten des Nebengeldes können
begrenzt sein: lokal, regional, sektoral
Nebengeld verhält sich komplementär oder substitutiv
zum gesetzlichen Zahlungsmittel
Geschlossenes System oder austauschbar in
Nationalwährung
Nebengeld kann der Geldpolitik der Zentralbank
unterliegen
  Begriffliche Einordnung
                            Was ist Nebengeld ? (II)
Definition:

   Bargeld, Giralgeld oder E-Geld,

   das in einem „bestimmten“ Umfang (!) als Zahlungsmittel
   genutzt wird bzw. von Dritten als Zahlungsmittel akzeptiert
   wird,

   für das andere Spielregeln als die Nationalwährung gelten,

   das in der Regel in einer proprietären (nicht-staatlichen)
   Werteinheit nominiert ist,

   das einen festen oder flexiblen Kurs zur Nationalwährung
   aufweist, und

   das nicht von einer staatlichen Instanz herausgegeben
   wird.
      Begriffliche Einordnung
                                        Was ist Nebengeld ? (III)


Geldform/Nominierung            BARGELD               GIRALGELD                   E-GELD
Herausgeber               €, $, etc.     Sonst.     €, $, etc.   Sonst.      €, $, etc.   Sonst.
   ZENTRALBANK            gesetzl. ZM


  GESCHÄFTSBANK                                                  z.B. WIR


  E-GELD-INSTITUT
                                            z.B.                 z.B. LETS                   z.B.
    NICHT-BANK*                          Chiemgau                 & Barter                CityCards

 * Unternehmensgeld


              = herkommliches                       = KW (heute)                    = Optionen
                Geld (heute)
                                                                                    (zukünftig)
      Nebengeld:
 Aktuelle Beispiele und
historische Entwicklung
Aktuelle Beispiele
                         Nebengeld in Deutschland




GIRALGELD                 E-GELD       BARGELD



   Tauschringe             CityCards    Bethel
   Senioren-Geno                        Chiemgau, Bremen,
   Barter-Clubs                         Kiel, Gießen, usw.

   LH Miles & More (?)
E-Geld                 CityCards
Händlerübergreifende Bonussysteme auf E-Geld-Basis
Derzeit über 50 CityCard-Systeme in Deutschland
„Elektronische Geldbörse“ für € (GeldKarte) und
Bonuspunkte auf Chipkarte (ec-Karte oder „white card“)
Bonuspunkte mit festem Wert in € herausgegeben von
Händlervereinen oder Energieversorgern
Wareneinkauf mit elektronischen Werteinheiten bei
beteiligten Händlern: lokales Geld!
Ziel: Förderung der lokalen (regionalen) Ökonomie &
Kundenbindung
Starke Förderung durch das Kreditgewerbe (Eigentor?)


                Citycards:derzeit die erfolgreichsten
                    privat emittierten Lokal- und
                Regionalwährungen in Deutschland
   Komplementärwährungen
                                 Historische Entwicklung

1830-1850              Projekte der sog. Tauschsozialisten

1930-1940           „Freigeld“-Projekte                Self help-Projekte
              Auf Basis von      Auf Basis von        („barter“ & „scrip“)
                Bargeld              Giralgeld          u.a. in den USA

             (gesetzlich verboten)                             (KEIN Verbot!)


1960-1980      kommerzielles                         Tausch-Projekte
                   Barter                             auf Zeit- oder
               (Unternehmen)
                                                       Punktebasis
ab 1985
              kommerzielles                     LETS            Lokales Scrip
                  Barter                    lokales Geld       (z. B. Regiogeld)
              (Unternehmen)             (zw. Privatpersonen)
Motive & Ursachen
Nebengeld
                    Mögliche Motive & Ursachen (I)

     Suboptimale Geldversorgung (Währungsgebiet:
     Staatlicher Monopolakt; Währungsschwankungen etc.)
     Technikbedingte Senkung der Transaktions- und
     Informationskosten
     Unbehagen bei der Ausdehnung des Währungsgebietes
     (Euroland/Globalisierung)
     Neue Geldart durch E-Geld (Regulierungslücke?)
     Innovation zur Umgehung existierender Regulierung
     Verlagerung der „Münzgewinne“ (seigniorage) auf
     Nicht-Banken
Nebengeld
                    Mögliche Motive & Ursachen (II)
       Reduzierung der systembedingten Nachteile des
       Geldes (Umlaufsicherung, Re-Lokalisierung der
       Nachfrage, zinsfreies Tauschmittel usw.)
       Umsatzerhöhung durch Wirkung des sog.
       Gresham´schen Gesetzes
       Beseitigung von Liquiditätsengpässen, zinslose
       Kreditaufnahme
       Absatzfinanzierung durch Lieferantenkredite
        (z. B. Barter-Clubs)
       Ideelle und ökologische Motive (z. B. Tauschringe)
       Kundenbindung (z. B. CityCards)
       Krisenerscheinung
Gutachten              Rechtliche Zulässigkeit




 GIRALGELD             E-GELD               BARGELD




    Tauschringe

                                              ?
                         CityCards
    Barter-Clubs         gffs. Banklizenz
    ggfs. Banklizenz
                Vielen Dank für Ihre
                  Aufmerksamkeit

Dr. Hugo Godschalk
PaySys Consultancy GmbH

Im Uhrig 7
60433 Frankfurt am Main
Germany
Tel.: +49 - 69 / 95 11 77 - 0
Fax: +49 - 69 / 52 10 90
E-Mail: hgodschalk@paysys.de
www.paysys.de

				
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posted:1/28/2011
language:Italian
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