Docstoc

Shanghai 09-09-21

Document Sample
Shanghai 09-09-21 Powered By Docstoc
					Qualitätsanalyse          in   Nordrhein-Westfalen        als    Instrument      der
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Schulen

Quality Analysis in North Rhine-Westphalia as an Instrument for
Quality Assurance and Quality Development in Schools




Zusammenfassung


In Nordrhein-Westfalen ist die Qualitätsanalyse als ein Verfahren der externen
Evaluation zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an eigenverantwortlichen
Schulen eingeführt worden. Zielsetzung ist, Schulen durch externe Experten
datengestützte Rückmeldungen zu geben, so dass sie ihre Entwicklungsprozesse
Ressourcen sparender und effektiver steuern können. Außerdem wird durch die
standardisierte Analyse Steuerungswissen für das Schulministerium gewonnen.


Die Qualitätsanalyse arbeitet mit standardisierten Instrumenten und Verfahren, die
detailliert vorgestellt werden. Im Anschluss an eine Qualitätsanalyse müssen Schulen
mit der für sie zuständigen schulfachlichen Aufsicht eine Zielvereinbarung
abschließen, die einem Controlling unterzogen wird. Damit wird gewährleistet, dass
die Ergebnisse einer Qualitätsanalyse an der Schule tatsächlich genutzt wird.


Ein weiterer Schwerpunkt des Beitrags sind die verschiedenen Elemente, die die
Qualitätsanalyse zur Standardsicherung ihrer Verfahren und Instrumente nutzt.


Abstract


In North Rhine-Westphalia, Quality Analysis (QA) as an instrument of external
evaluation was introduced in independent schools to support them in their account-
ability for quality assurance and quality development. The main aim is to give schools
a data based analysis written by external experts to help them to design their school
development processes and to use their resources more effectively. Additionally with
the standardised analysis, basic knowledge for the Ministry of Education’s leading
decisions is generated.
QA works with standardised instruments and processes, which are described in de-
tail. After QA has visited schools, they have to make up an agreement on objectives
with the school administration board. The realisation will have to undergo a control-
ling process. This guarantees results of QA being used in schools.


A further part of the article describes the ways in which QA looks after quality assur-
ance of its own instruments and processes.


Key words: external evaluation, data based school development, quality assurance
in an external evaluation system




Mit knapp 6.800 Schulen, etwa 2,8 Millionen Schülerinnen und Schülern und mehr
als 190.000 Lehrkräften hat das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen die gleiche
Größenordnung wie das der Niederlande.


Entsprechend der schulpolitischen Entwicklungen in den deutschen Bundesländern
betont auch das Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2005
die Eigenverantwortung von Schulen. Eigenverantwortung von Schulen erfordert
andere Steuerungsstrukturen als eine eher weisungsgebundene Steuerung.
Eigenverantwortliche Schulen müssen sich über den Stand der Qualität ihre Arbeit
selbstvergewissern und sie müssen über ihre Arbeit Rechenschaft ablegen. Dies
erfordert die Einführung eines entsprechenden Controllings. Ein Instrument dafür ist
Qualitätsanalyse an den Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen, die seit dem 01.
August 2006 arbeitet. Die Grundlage wurde dafür im Schulgesetz gelegt.


Die am 30. Mai 2007 in Kraft getretene Rechtsverordnung zur Qualitätsanalyse an
Schulen    in   Nordrhein-Westfalen     regelt   Einzelheiten   des    Ablaufs   einer
Qualitätsanalyse und der Vorgehensweise von Qualitätsprüferinnen und -prüfern.




Zielsetzung
Qualitätsanalyse dient dem Ziel, die Qualität von Schulen zu sichern und nachhaltige
Impulse für deren Weiterentwicklung zu geben. Dazu liefert sie detaillierte Kenntnisse
über die Qualität der einzelnen Schulen und darüber hinaus über die Qualität des
nordrhein-westfälischen Schulsystems insgesamt. Dies geschieht dadurch, dass
erfahrene und sehr gründlich ausgebildete Qualitätsprüferinnen und -prüfer einen
Blick von außen auf interne Schulprozesse werfen und den Schulen eine
Rückmeldung über ihre Stärken und Schwächen geben.


Qualitätsanalyse ist gekennzeichnet durch Transparenz, Verbindlichkeit und
gegenseitige Rücksichtnahme. Die Ergebnisse sollen für gezielte Maßnahmen der
Qualitätsverbesserung     in   den   einzelnen   Schulen   sowie   für   entsprechende
Unterstützungsleistungen der Schulaufsichtsbehörden und Steuerungsmaßnahmen
des Ministeriums genutzt werden.




Schulentwicklung und Qualitätsanalyse

Schulen haben schon immer Schulentwicklung betrieben und investieren in diese
Arbeit z. T. erhebliche Zeit und Ressourcen. Schulleiterinnen bzw. Schulleiter und
Lehrkräfte berichten trotzdem immer wieder über verschiedene Herausforderungen,
die sich im Rahmen dieser Arbeit ergeben. Sie lassen sich in vier zentralen –
pointiert formulierten – Aussagen zusammenfassen. Diese werden – auch wenn die
Datenbasis noch schmal ist –durch erste Ergebnisse der Qualitätsanalyse und durch
Berichte aus anderen Bundesländern bestätigt.

   Die Schulentwicklung erfolgt teilweise auf Grund der Initiative einzelner Personen
    oder kleiner Gruppen, bei denen sich die Belastung konzentriert.

   Die Schulentwicklung erfolgt manchmal eher unsystematisch und auf Grund
    zufälliger Eindrücke und individueller Interessen.

   Die Schulentwicklung erfolgt nicht immer auf der Basis gemeinsam festgelegter
    Zielvorstellungen.

   Die Schulentwicklung erfolgt nicht systemisch und folgt keinem periodisch
    durchlaufenen Qualitätszirkel, wodurch innovative Entwicklungen nicht in der
   Schule als Ganzes dauerhaft verankert werden und auf mittlere oder lange Sicht
   verpuffen.

Die Qualitätsanalyse bietet die Chance, Schulentwicklungsprozesse zu optimieren
und die aufgeführten Punkte gezielt anzugehen. Sie stellt umfangreiches
Datenmaterial zur Verfügung, durch das es gelingen kann, die Weiterentwicklung und
Sicherung von Qualität auf Wesentliches zu konzentrieren, das aus den Daten
ableitbar ist. Da durch das Qualitätstableau für alle dieselbe Basis für gute Schule
beschrieben ist, gründet der Klärungsprozess auf gleiche Terminologie und
vereinfacht die Diskussion. Gemeinsame Rezeption und Diskussion der Ergebnisse
der Qualitätsanalyse ermöglicht es Schulen, sich auf die zentralen Handlungsfelder
zu konzentrieren, und die Entwicklungen in diesen Bereichen gemeinsam und
systemisch voranzutreiben. Sich anschließende interne Evaluationen helfen zu
erkennen, ob die begonnen Entwicklungsschritte auch zu den angestrebten
Verbesserungen führen. Wird dieser Entwicklungsprozess der gemeinsamen
Diskussion unterzogen, wird es auch gelingen, als richtig und wichtig erkannte
Entwicklungen dauerhaft zu verankern, so dass sie nicht abbrechen und die
geleistete Arbeit dem System erhalten bleibt, die Qualität der schulischen Arbeit und
damit – nicht zuletzt – die Berufszufriedenheit aller Beteiligten zu steigern und damit
auf Dauer Ressourcen und Zeit zu sparen.

Effektive Nutzung von Ressourcen, Zeitersparnis und höhere Zufriedenheit sind
angesichts der Arbeitsbelastung, der Lehrkräfte unterliegen, gute Gründe, mit diesem
Prozess zu beginnen.

Die Qualitätsanalyse spiegelt den Schulen den Stand der Qualität ihrer Arbeit wider
und ermöglicht es ihnen, ihre Schulentwicklungsprozesse datengestützt und dadurch
effektiver, effizienter und Ressourcen sparender anzulegen. In diesem Sinn ist
Qualitätsanalyse keine zusätzliche Aufgabe. Ganz im Gegenteil unterstützen ihre
Ergebnisse die bereits jetzt stattfindenden Entwicklungsvorhaben, weil sie den
Schulleitungen und Kollegien helfen, ihre Entscheidungen auf der Grundlage der
erhobenen Daten abzusichern und zielgerichteter vorzugehen. So gesehen ist die
Qualitätsanalyse vor allem auch ein Instrument zur Selbstvergewisserung von
Schulen. Eine Schule, die ihre Stärken evaluiert hat, wird diese zukünftig noch
wirksamer nutzen und als anerkennenswert im Schulalltag festigen können.
Die Dezernate 4Q


Organisatorisch ist die Qualitätsanalyse Nordrhein-Westfalen mit jeweils einem
eigenen Dezernat 4Q an die fünf Bezirksregierungen des Landes angebunden. Die
Dezernate sind so ausgestattet, dass alle Schulformen in allen Bezirksregierungen
vertreten   sind.   Zusätzlich   arbeiten   in    den    Dezernaten     4Q     Pädagogische
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.
Im weiteren personellen Ausbau der Qualitätsanalyse werden Stellen gemäß der
Anzahl der im Bezirk vorhandenen Schulen anteilig nach Schulformen zugewiesen.
Auf diese Weise kann der erste Durchgang der Qualitätsanalyse (Basismessung) an
allen Schulen und in allen Bezirksregierungen zeitnah zueinander abgeschlossen
werden.




Grundlagen, Instrumente und Verfahren


Schulen werden immer von mindestens zwei Qualitätsprüferinnen und -prüfern
besucht, wobei die federführende Person die Expertise für die besuchte Schulform
haben muss.


Für jede Qualitätsanalyse werden diese Qualitätsteams neu zusammen gesetzt.
Dieses trägt zu einem permanenten Austausch und Abgleich zwischen allen
Qualitätsprüferinnen    und      -prüfern   bei    und    unterstützt    die    landesweite
Standardsicherung.



1. Das Qualitätstableau
Grundlage für die Bewertung der Schule ist das wissenschaftlich abgesicherte
Qualitätstableau, das die Qualität schulischer Arbeit in sechs Qualitätsbereichen
erfasst. Sie werden durch 28 Qualitätsaspekte konkretisiert.
Jeder Aspekt wird durch Qualitätskriterien differenziert beschrieben. Insgesamt
umfasst das Qualitätstableau 153 Kriterien.


Die Qualität der Unterrichtsprozesse wird in den Aspekten 2.3 bis 2.5 auf der
Grundlage von 14 Kriterien erfasst, die nochmals durch insgesamt 42 Indikatoren
präzisiert werden.


Grundlagen für die Bewertungen sind landesweit einheitlich festgelegt (vgl. 5. Die
Bewertung).



2. Das Schulportfolio
Die Schulen stellen in einem Schulportfolio Daten und Unterlagen zusammen und
dokumentieren darüber ihren Entwicklungsstand. Dem Qualitätsteam dient diese
Zusammenstellung zur Vorbereitung auf den Schulbesuch. Das Portfolio enthält
unter anderem folgende Daten:


      Angaben zur Schule (Schülerzahlen, Wiederholer Schulformwechsler,
       Abschlüsse, etc.)
         Übergangsempfehlungen und Übergangsquoten,
         Merkmale des Schulstandortes
         Gebäude- und Raumsituation
         Unterrichtsversorgung - Mangel- und Überhangfächer
         Kurzüberblick zur Schul- und Unterrichtsarbeit
         Kurzüberblick zur Schulentwicklung und Evaluation
In der Anlage zum Schulportfolio ist aufgeführt, welche Dokumente
         verpflichtend enthalten sein müssen (z. B. das Schulprogramm, Konzepte zur
          Leistungsbewertung, schulinterne Curricula, etc.),
         dem Portfolio beigefügt werden können, sofern sie in der Schule vorhanden
          sind (z. B. Konzepte zur individuellen Förderung, etc.),
         vor Ort für den Schulbesuch bereitgestellt werden sollen (z. B. Übersicht
          geltender Konferenzbeschlüsse, etc.).
Konzepte dienen ausschließlich der Qualitätsverbesserung innerhalb der Schule,
indem sie für Transparenz und Verbindlichkeit sorgen. Deshalb kommt es nicht
darauf an, Konzepte anlässlich einer bevorstehenden Qualitätsanalyse zu erstellen,
die in der täglichen Praxis der Schule keine Relevanz haben.



3. Die Unterrichtsbeobachtungen
Die       Unterrichtsbeobachtungen     sind    ein   wesentlicher    Schwerpunkt      der
Qualitätsanalyse. Sie dienen der Bewertung der Qualität der Unterrichtsprozesse im
Gesamtsystem, nicht der Bewertung einer einzelnen Lehrkraft. Lehrkräfte erhalten
nach den Unterrichtsbesuchen keine Rückmeldung zu ihrem individuellen Unterricht.


Die Beobachtung des Unterrichts erfolgt mit Hilfe eines standardisierten Bogens, der
in allen Schulformen in der gleichen Art und Weise eingesetzt wird. Der
Beobachtungsbogen berücksichtigt die in der empirischen Unterrichtsforschung
nachgewiesenen Merkmale guten Unterrichts.


Die Unterrichtsbesuche werden so geplant, dass die unterschiedlichen Jahrgänge,
schulformspezifische Strukturen sowie die Wochenstundenanteile der einzelnen
Fächer angemessen berücksichtigt werden. Mindestens 50 % der Lehrerinnen und
Lehrer werden im Unterricht besucht. In kleinen Systemen werden mindestens 20
Unterrichtsbeobachtungen vorgenommen. Um diese Bedingungen zu erfüllen,
können Lehrkräfte mehrfach im Unterricht besucht werden. Der Besuchsplan wird der
Schule nicht bekannt gegeben. Vertreterinnen oder Vertreter der Schule nehmen an
den Unterrichtsbeobachtungen des Qualitätsteams nicht teil.


Die Unterrichtsbeobachtungen der Qualitätsanalyse dauern in der Regel 20 Minuten.
Durch die hohe Zahl von Besuchen und die Einhaltung der oben genannten Kriterien
ist dennoch gewährleistet, dass die Unterrichtsqualität der Schule als System
abgebildet wird.



4. Die Interviews
Mit allen schulischen Gruppen werden leitfadengestützte Interviews geführt, die sich
am Qualitätstableau orientieren und maximal 90 Minuten dauern. Die Aussagen
einzelner Personen werden vertraulich behandelt.


Zu den Gruppen gehören
       Schulleitung,
       Lehrkräfte,
       Eltern,
       Schülerinnen und Schüler,
       nicht lehrendes Personal,
       andere Beteiligte (z. B. Mitarbeiter OGS),
       Schulträger (auf dessen Wunsch),
       duale Partner (bei Berufskollegs).
Das Qualitätsteam vergleicht die Sichtweisen der einzelnen Gruppen und setzt das
sich daraus ergebende Bild in Beziehung zu den aus anderen Quellen gewonnenen
Daten, Einschätzungen und Beobachtungen (Triangulation).



5. Die Bewertung
Die Qualitätsanalyse beschreibt den Entwicklungsstand der besuchten Schule in
Bezug     auf     das   Qualitätstableau.   Auf   dieser     Grundlage   bewertet   sie   die
Qualitätsaspekte,        die    Kriterien    sowie         die   Indikatoren   aus        den
Unterrichtsbeobachtungen. In die Bewertungen fließen alle Daten und Erkenntnisse
aus unterschiedlichen Quellen ein. Die differenzierte Bewertung ermöglicht einer
Schule, den Stand ihrer Qualitätsentwicklung einzuordnen und datengestützt
Entscheidungen über ihre weitere Arbeit zu treffen.
Die Qualitätsanalyse bewertet die Qualitätsaspekte und -kriterien sowie die
Indikatoren jeweils auf einer vierstufigen Skala:


    Auf der Ebene von Qualitätsaspekten erfolgt die Bewertung in allen
     Qualitätsbereichen in den vier Stufen:
     "Stufe 4", "Stufe 3", "Stufe 2" und "Stufe 1",

Bewertungsstufe

                                             Die Schule erfüllt nahezu alle Kriterien dieses
      4          vorbildlich
                                             Qualitätsaspekts in hohem Maße.

                                             Die Schule weist bei diesem Qualitätsaspekt mehr
      3          Eher stark als schwach
                                             Stärken als Schwächen auf.

                                             Die Schule weist bei diesem Qualitätsaspekt mehr
      2          Eher schwach als stark
                                             Schwächen als Stärken auf.

                 erheblich                   Die Schule weist bei der Mehrzahl der Kriterien
      1
                 entwicklungsbedürftig       des Qualitätsaspekts erhebliche Schwächen auf.


    Auf der Ebene von Qualitätskriterien erfolgt die Bewertung in allen Qualitätsaspekten
     in den vier Stufen:
      " ++ ", " + ", " - " und " - - ",
    diese Bewertung gilt auch für die Ebene der Indikatoren bei der Beobachtung von
     Unterricht.

Zeichen        Beschreibung
               Das Kriterium/der Indikator ist beispielhaft erfüllt:
     ++        Die Qualität ist exzellent, die Ausführung ist beispielhaft und kann als Vorbild
               für andere genutzt werden.
               Das Kriterium/der Indikator ist eher erfüllt:
     +         Die Qualität entspricht den Erwartungen.

               Das Kriterium/der Indikator ist eher nicht erfüllt:
      -        Die Qualität entspricht überwiegend nicht den Erwartungen.

               Das Kriterium/der Indikator ist überhaupt nicht erfüllt:
     --        Die Qualität ist so problematisch, dass negative Effekte eintreten.

               Keine Beurteilung möglich
     0
Die Bewertungen aller im Qualitätstableau aufgeführten Kriterien und aller erfassten
Daten   werden    mit     dem   Programm     ELBA   (Elektronischer   Berichtsanhang)
dokumentiert. In ELBA sind alle Bewertungsalgorithmen abgebildet.



Zeitlicher Ablauf und Phasen einer Qualitätsanalyse
Die Dezernate 4Q suchen die Schulen nach regionalen Schwerpunkten aus. Sie
informieren die jeweilige Schulleitung, die zuständige schulfachliche Aufsicht, die
Bezirksschwerbehindertenvertretung     und    den   Schulträger   über   die   genaue
Terminplanung der vorgesehenen Qualitätsanalyse. Schulen, die in einem
unmittelbaren Wettbewerb stehen, sollen in einem möglichst kurzen zeitlichen
Abstand besucht werden.


Die formale und zeitliche Struktur für die Qualitätsanalyse an einer Schule ergibt sich
aus der Übersicht (xy).
              12 Wochen vor          6 Wochen vor           4 Wochen vor               Besuch            ca. 4 Wochen       ca. 6 Wochen            ca. 9 Wochen
               dem Besuch            dem Besuch             dem Besuch                 3-4 Tage
                                                                                                           nach dem           nach dem                nach dem
                                                                                                            Besuch             Besuch                  Besuch
            Schriftliche           Zusendung des        Vorinformation der       Unterrichtsbeobac  Empfang des          Evtl.               Empfang des
            Information über die   Schulportfolios,     Schule                    htung (mind. 50%    Entwurfs des          Stellungnahme        endgültigen Berichts
            Teilnahme an der       darin:                                         des Kollegiums)     Qualitätsberichts     der Schule und      Beginn der
Arbeitsschr Qualitätsanalyse        schulspezifische                            Interviews mit den                        des Schulträgers     Maßnahmenplanung
itte                                 Daten                                        u. g. Teilnehmer-                         zum Entwurf des      in der Schule
                                    Konzepte                                     und                                       Berichts            Vorbereitung der
                                    Dokumente                                    Adressatengruppe                                               Zielvereinbarung mit
                                                                                  n                                                              der Schulaufsicht

             Schulleitung        Schulleitung            Schulleitung           Schulleitung       Schulleitung       Schulleitung          Schulleitung
             Zuständige                                   Kollegium              Kollegium          Schulträger        Schulträger           Schulkonferenz
Adressate     Schulaufsicht                                Elternvertretung       Elternvertretung                                              Lehrerkonferenz
ngruppen     zuständige                                   Schülervertretung      Schülervertretung                                             Schülerrat
              Bezirksschwer-                               weiteres Personal      weiteres Personal                                             Schulpflegschaft
              behindertenvertret                           duale Partner          duale Partner                                                 Schulträger
              ung                                          Schulträger            Schulträger
             Schulträger
            Kontaktaufnahme      Auswertung des        Vorstellung des    Erhebung und              Erstellung und      Fertigstellung des   Versand des
            und Information der   Schulportfolios       Teams,              Auswertung der            Versand des         Qualitätsberichts    Qualitätsberichts an die
            o. g. Teilnehmer-    Vorbereitung des      Schulrundgang und   Daten                     Entwurfs des                             Schule, die zuständige
Aufgaben    und                   Schulbesuchs          Information über   Erstellung der            Qualitätsberichts                        Schulaufsicht und an
von 4Q      Adressatengruppen                            Konzept           ersten                                                             den Schulträger
                                                         Instrumente       Rückmeldung
                                                         Kriterien
                                                         Ablauf
1. Vorbereitung des Schulbesuchs
Die Schulleiterin oder der Schulleiter unterstützt die Qualitätsanalyse und ist
verantwortlich für die schulinterne Vorbereitung und Organisation des Schulbesuchs.
Sie bzw. er koordiniert die Zusammenstellung des Schulportfolios und informiert alle
schulischen Gruppen über Abläufe und Termine.


Das Dezernat 4Q bietet der Schule eine Informationsveranstaltung an, zu der die
Schulleitung die Schulöffentlichkeit einlädt. In der Veranstaltung wird umfassend über
die Verfahren und Instrumente informiert und es werden Fragen beantwortet. Ferner
finden   ein   ausführliches   Organisationsgespräch    mit   der   Schulleitung,   der
Schulrundgang und ggf. das Interview mit dem Schulträger statt.


Der Schulrundgang gibt den Qualitätsprüferinnen und -prüfern Gelegenheit, sich über
den baulichen Zustand des Schulgebäudes und Schulgeländes sowie über die
sächliche Ausstattung der Schule zu informieren.



2. Durchführung des Schulbesuchs
Schwerpunkte       des   Schulbesuchs    sind   die    Unterrichtsbesuche,    die   an
Ganztagsschulen auch am Nachmittag stattfinden. Zudem werden alle Interviews mit
den      schulischen     Gruppen    durchgeführt.     Außerdem      analysieren     die
Qualitätsprüferinnen und -prüfer in der Schule bereit gestellte Dokumente. Die
gewonnenen Erkenntnisse werden kontinuierlich dokumentiert und fließen in das
Qualitätsurteil ein.


Am letzten Tag des Schulbesuchs erhalten zunächst die Schulleiterin bzw. der
Schulleiter, danach die Lehrerkonferenz eine adressatenbezogene mündliche
Rückmeldung. Sie enthalten die zentralen Aussagen zu den ermittelten Stärken und
Schwächen der Schule und sind Teil des später folgenden schriftlichen Berichts. Die
zuständige schulfachliche Aufsicht kann bei der mündlichen Rückmeldung an die
Lehrerkonferenz anwesend sein.



3. Nach dem Schulbesuch
Der Qualitätsbericht
Der Qualitätsbericht enthält einen Text- und einen Datenteil. Die Struktur der
Qualitätsberichte ist landesweit einheitlich:


         Kapitel                       Inhalt
         Vorwort                       Grundsätzliche Aussagen zur Funktion des
                                       Qualitätsberichts
         Kurzprofil                    Tabellarische Zusammenstellung der
                                       Bewertungen aller Qualitätsaspekte
         Zentrale Befunde              Zusammenhängende Darstellung der
                                       Stärken und Schwächen der Schule
         Angaben zur                   Rahmendaten der Durchführung
         Qualitätsanalyse
         Wesentliche Merkmale der      (statistische) Grunddaten zur Ausgangslage
         Schule und der aktuellen      der Schule
         Schulsituation
         Ergebnisse der einzelnen      Ausführungen zu den Bewertungen (in der
         Aspekte in den                Regel werden nicht alle Kriterien und
         Qualitätsbereichen            Indikatoren erläutert)
         Anlage                        u. a. Datenanhang mit allen
                                       Einzelbewertungen


Die Schulleitung und der Schulträger erhalten spätestens vier Wochen nach dem
Schulbesuch einen Berichtsentwurf, zu dem sie innerhalb von zwei Wochen eine
Stellungnahme abgegeben können. Sie bezieht sich ausschließlich auf die
Richtigstellung von Sachverhalten. Die Stellungnahme kann im abschließenden
Qualitätsbericht berücksichtigt werden und wird ihm beigefügt.


Der abschließende Qualitätsbericht wird spätestens nach drei weiteren Wochen der
Schulleitung und zeitgleich der zuständigen Schulaufsichtsbehörde sowie dem
Schulträger zugeleitet. Die Schulleiterin oder der Schulleiter stellt den vollständigen
Qualitätsbericht spätestens innerhalb einer Woche der Schulkonferenz, der
Lehrerkonferenz, dem Schülerrat und der Schulpflegschaft zur Verfügung. Die
Schule      analysiert      den     Qualitätsbericht    in     allen    Gremien,    um
Entwicklungsschwerpunkte zu identifizieren und festzulegen. Sie vereinbart mit der
zuständigen schulfachlichen Aufsicht ein Organisationsgespräch, in dem ein
Austausch über identifizierte Handlungsfelder erfolgt und ein Zeitplan bis zum
Abschluss einer Zielvereinbarung (s. u.) festgelegt wird.
Nachsorge

Eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz und die Wirksamkeit der
Qualitätsanalyse ist, den Schulen eine wirksame Nachsorge zur Verfügung zu
stellen. In der Rechtsverordnung heißt es dazu:


        (10)     Zum    Qualitätsbericht          erfolgen       zeitnah   Erörterungen     in   der
        Lehrerkonferenz und in der Schulkonferenz. Die Schule analysiert den
        Qualitätsbericht. Sie entwickelt daraus Maßnahmen zur Qualitätssicherung
        und      -entwicklung.       In    diesem       Prozess     kann   sie   sich    durch   die
        Schulaufsichtsbehörde              oder     andere         Einrichtungen,       insbesondere
        Fortbildungsträger, beraten lassen. Verantwortlich für diesen schulinternen
        Prozess der Auswertung ist die Schulleiterin oder der Schulleiter. Diese oder
        dieser stellt der Schulaufsichtsbehörde die aus der Sicht der Schule
        erforderlichen Sicherungs- und Entwicklungsaufgaben dar und trifft mit ihr die
        notwendigen       Absprachen.             Sie     oder     erschließt    dazu      mit   der
        Schulaufsichtsbehörde eine Zielvereinbarung ab, die der Mitwirkung der
        Schulkonferenz bedarf (§ 65 Abs. 2 Nr. 2 Schulgesetz), und berichtet der
        Schulaufsichtsbehörde im Rahmen eines Controllings über die Ergebnisse der
        Umsetzung. Die Schulleiterin oder der Schuleiter kann eine entsprechende
        Vereinbarung mit dem Schulträger über die ihn betreffenden Bereiche
        abschließen.


Damit ist die Rolle der schulfachlich zuständigen Schulaufsicht im Prozess der
Nachsorge definiert. Mit den Ergebnissen der Qualitätsanalyse erhält sie ein
mächtiges Instrument, das ihr ermöglicht, ihre Tätigkeit datengestützt zu vertiefen.
Dabei    liegt    die   Initiative        im   Zusammenhang          mit   den   Ergebnissen     der
Qualitätsanalyse bei den Schulen. Die Aufgabe der Schulaufsicht ist, beratend und
auch kontrollierend dafür zu sorgen, dass es in einem angemessenen Zeitraum –
worunter maximal 6 Monate verstanden werden – zum Abschluss solch einer
Zielvereinbarung kommt. Ein entsprechender Erlass ist seit Sommer 2009 in Kraft.




Die Zielvereinbarung
Zielvereinbarungen     werden       nach     einem   landesweit   einheitlichen   Verfahren
abgeschlossen, das nachfolgend dargestellt ist. Zu den Zielvereinbarungen gehören
die Festlegung inhaltlicher (kurz-, mittel- und langfristiger) Ziele, die Formulierung
von Zielerreichungskriterien und die Benennung dafür geeigneter Erfolgsindikatoren,
das Vereinbaren von Zeiträumen und von Verantwortlichkeiten für die Durchführung,
Dokumentation, Rechenschaftslegung, Kontrolle und eine mögliche Nachsteuerung.


Qualitätssicherung und -entwicklung basieren auf allen Ebenen auf einem
Qualitätsmanagement-Kreislauf.




Dieser besteht aus folgenden Schritten
   1. Ziele festlegen und schriftlich vereinbaren,
   2. Indikatoren für die Zielerreichung festlegen,
   3. Maßnahmen planen,
   4. Maßnahmen umsetzen,
   5. Soll und Ist kontrollieren,
   6. ggf. Ursachen für Abweichungen analysieren,
   7. ggf. gegensteuernde Maßnahmen entwickeln und
   8. wieder neue Ziele festgelegen und vereinbaren.
Der   Zielvereinbarungsprozess        soll    nach    dem    folgenden    Ablaufdiagramm
durchgeführt werden:
Abb. xy: Ablaufplan Zielvereinbarung Schule – Schulaufsicht am Beispiel QA
Das Musterformular für die Zielvereinbarung ist einheitlich festgelegt.



Im Februar 2007 wurde damit begonnen, alle schulfachlichen Schulaufsichtsbeamten
des Landes in zweitätigen Veranstaltungen auf die Aufgabe vorzubereiten, Schulen
in dem Entwicklungsprozess zu begleiten, der sich an eine Qualitätsanalyse
anschließt. In diesen Qualifizierungsmaßnahmen geht es um die Information über die
Ziele, die grundsätzliche Arbeitsweise, die Verfahren und die Instrumente der
Qualitätsanalyse. Weiterer wesentlicher Inhalt ist die grundsätzliche Struktur von
Qualitätsberichten, die Übung des Umgangs damit sowie Arbeiten zum Abschluss
von Zielvereinbarungen gemäß der Rechtsverordnung.


Darüber hinaus werden alle Schulaufsichtsbeamten eine Qualitätsanalyse an einer
Schule begleiten, für die sie nicht zuständig sind, um vor Ort die Arbeitsweise der
Qualitätsanalyse zu erfahren und die Ergebnisse noch besser nutzen zu können.


In   allen   Bezirksregierungen    sind   all die    Schulaufsichtsbeamten       in   solche
Veranstaltungen eingebunden worden, deren Schulen entweder bereits besucht
worden sind oder bei deren Schulen ein Besuch unmittelbar bevorsteht.




Die Ausbildung der Qualitätsprüferinnen und -prüfer


Voraussetzung für die Arbeit als Qualitätsprüfer ist das Bestehen eines
umfangreichen Auswahl- und Qualifizierungsprozesses. Dem Auswahlprozess liegt
eine   dienstliche   Beurteilung    zu    Grunde,    die   durch    ein      entsprechendes
Auswahlgespräch im Ministerium abgeschlossen wird.                 In insgesamt sechs
Seminaren werden die in acht Modulen beschriebenen Grundlagen und Ziele,
Verfahren und Instrumente sowie Haltungen und Vorgehensweisen theoretisch
aufgearbeitet. Die vermittelten Inhalte werden unmittelbar im Anschluss an die
Seminare in damit abwechselnden Praxisphasen unter Anleitung erfahrener
Qualitätsprüferinnen und -prüfer trainiert, die Erfahrungen in den nächsten
Theoriephasen reflektiert und für die Weiterarbeit genutzt. Die Ausbildung endet mit
der erfolgreichen Durchführung einer Qualitätsanalyse in eigener Verantwortung.
Die Standardisierung - Konzepttreue


Die Qualitätsanalyse wird an allen Schulen des Landes in gleicher Art und Weise und
mit identischen Instrumenten durchgeführt. Eine wesentliche Aufgabe ist es deshalb,
diese Prozesse und Instrumente zu standardisieren und für Konzepttreue in der
Arbeit der Qualitätsprüferinnen und -prüfer zu sorgen.


Dies geschieht mit Hilfe einer Fülle unterschiedlichster Vorgehensweisen.


   Gemeinsame Tagungen


    Gleichartige Einschätzungen und Bewertungen erfordern eine permanente
    gemeinsame       Auseinandersetzung     über      die    Inhalte   und   Verfahren   der
    Qualitätsanalyse. Deshalb werden regelmäßige Dienstbesprechungen der
    Qualitätsanalyse durchgeführt, in der exemplarisch Fragestellungen diskutiert und
    gemeinsame Vorgehensweisen erarbeitet sowie geübt werden. Da Unterricht im
    Zentrum        der   Qualitätsanalyse    steht,         gehört     das   Training    von
    Unterrichtsbeobachtungen und deren Bewertung im besonderen Maß dazu. Aus
    diesem Training erwachsen regelmäßig Präzisierungen und Ausschärfungen.
    Beobachtungen werden dadurch auf vergleichbare Art und Weise vorgenommen.
    Es hat sich gezeigt, dass die Reliabilität durch diese regelmäßige Arbeit deutlich
    verbessert wird und die Bewertungen nur einer sehr geringen Streuung
    unterliegen.




   Normierung


    Um bei gleichen Sachverhalten zu vergleichbaren und auch übereinstimmenden
    Einschätzungen zu kommen, legt die Qualitätsanalyse für alle Qualitätskriterien
    fest, welche Ausprägungen von Merkmalen erwartet werden und wann welche
    Bewertungsstufe vergeben wird. Diese Festlegungen werden veröffentlicht, damit
    für alle Beteiligten geklärt ist, was jeweils erwartet wird. Zum Teil sind diese
    Normierungen bereits in der Auswertungssoftware ELBA automatisiert.
    Ein      Beispiel   für    einen   einfachen    Sachverhalt   ist   die   Definition   der
    Bewertungsstufe "3 –eher stark als schwach":


    Die Normierungsvorschrift heißt:


          Die Schule weist bei diesem Qualitätsaspekt mehr Stärken als Schwächen
          auf. Die Schule kann die Qualität einiger Kriterien noch weiter verbessern; die
          Kriterien werden im Wesentlichen erfüllt.


    Damit also für einem Aspekt, der über sieben Kriterien beschrieben ist, die
    Bewertungsstufe "3" vergeben wird, müssen mindestens 4 Qualitätskriterien
    positiv bewertet sein.


    Die Bewertungsstufe "4 – vorbildlich"


          Die Schule erfüllt alle oder nahezu alle Kriterien dieses Qualitätsaspekts
          optimal oder gut.


    wird vergeben, wenn darüber hinaus mindestens drei der sieben Kriterien als
    beispielhaft erfüllt bewertet werden.




   Handbuch


    Die oben angeführten Normierungen gehen in ein Handbuch ein, dass das
    Qualitätstableau Nordrhein-Westfalen ausführlich mit rechtlichen und fachlichen
    Grundlagen und Informationen hinterlegen wird. Das Handbuch wird ein wichtiges
    Werkzeug der Qualitätsprüferinnen und –prüfer sein. Es wird auch Schulen und
    der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Durch die Veröffentlichung
    stellt    es   auch       für   Schulen   ein   besonders     wichtiges    Element     der
    Qualitätsentwicklung und -sicherung dar. Es ist vorgesehen, dieses Handbuch
    auch als Forum für besonders gelungene Beispiele zu verwenden.


   Begleitung von Qualitätsprüferinnen und -prüfern zur Evaluation der Konzepttreue
    ihrer Arbeit
    Diese Besuche tragen dazu bei, die Konzepttreue bei Qualitätsanalysen zu
    wahren. Qualitätsprüferinnen und -prüfer werden während ihrer Arbeit begleitet
    und ihre Arbeit wird nach einem standardisierten Evaluationsbogens beobachtet.
    In konkreten Situationen werden die einzelnen Elemente einer Analyse in den
    Blick genommen, diskutiert und mit dem Konzept der Qualitätsanalyse
    abgeglichen. Die Personen, die die Evaluationsbesuche durchführen, werden
    vom MSW benannt.


   Variable Teambildung


    Schulen werden grundsätzlich von mindestens zwei Qualitätsprüferinnen und -
    prüfern besucht, von denen eine oder einer die Lehrbefähigung für die besuchte
    Schulform hat. Diese Qualitätsteams werden für jede Schule neu gebildet. Durch
    die permanente Neubildung von Teams wird verhindert, dass sich Sichtweisen
    verfestigen und unterschiedliche Bewertungsstrukturen herausbilden. Um dies
    auch landesweit zu gewährleisten, werden Qualitätsprüferinnen und -prüfer auch
    bezirksübergreifend eingesetzt und ein entsprechender Austausch in den Teams
    vorgenommen.


    Dieses Vorgehen gewährleistet auch ein Höchstmaß an gegenseitigem Coaching,
    an Austausch von Erfahrungen und an Einhaltung und Training konzeptioneller
    Vorgaben.


    Dieses Vorgehen erfordert eine langfristige landesweite Einsatzplanung für die
    Bildung der Qualitätsteams. Aus diesem Grund sind anlassbezogene oder
    spontane Analysen nicht zu realisieren.


   Die Qualitätsanalyse erzeugt eine ungeheure Datenmenge – so liegen allein aus
    den 325 im Schuljahr 2007/2008 besuchten Schulen nahezu 3 Millionen
    Einzeldaten vor. Die Auswertung dieser Daten ist so komplex, dass hierfür derzeit
    eine umfangreiche IT Unterstützung entwickelt wird, mit der auch das ganze
    System der Qualitätsanalyse gesteuert werden wird.




Evaluation
Als lernende Organisation hat die Qualitätsanalyse NRW den Anspruch, ihre Arbeit
ständig mit dem Ziel der Optimierung im Blick zu haben. Deshalb stellt sie sich den
Ansprüchen, die sie auch gegenüber Schulen hat.


Dazu gehören u. a.


   Transparenz und Offenlegung des Verständnisses von Schulqualität.


   Das Offenlegen von Bewertungsmaßstäben.


   Der systemische und systematische Blick auf die Qualitätsanalyse selbst.


   Die Evaluation der Arbeit der Qualitätsprüferinnen und –prüfer vor Ort: Mit dem
    endgültigen Bericht erhalten Schulen dafür einen Evaluationsbogen, mit dem sie
    den Qualitätsprüferinnen und -prüfern sowie dem Ministerium spiegeln können,
    wie die Qualitätsanalyse an ihrer Schule aus ihrer Sicht abgelaufen ist. Diese
    Bögen werden vom IfS wissenschaftlich ausgewertet, um die Weiterentwicklung
    der Qualitätsanalyse auf gesicherter Grundlage vornehmen zu können.


   Die Evaluation der Arbeit der Qualitätsprüferinnen und -prüfer durch die oben
    beschriebene Begleitung.


   Die wissenschaftliche Begleitung (s. u.).




Wissenschaftliche Begleitung


Die in der Qualitätsanalyse verwendeten Instrumente und Verfahren werden in
mehreren Begleituntersuchungen auf ihre Tragfähigkeit hin wissenschaftlich
überprüft. Dazu gehören Validitäts- und Realibiltätsuntersuchungen. Dies geschieht
zum Teil auch in länderübergreifender und internationaler Kooperation. In Nordrhein-
Westfalen erfolgt die Begleitung durch das IfS der Universität Dortmund.
Informationsmöglichkeiten


Alle Informationen über die Qualitätsanalyse finden Sie – einschließlich der
Rechtsgrundlagen, des Qualitätstableaus, der verwendeten Instrumente und der
Angaben zur Pilotphase – unter www.bildungsportal.nrw.de. Die genaue Adresse
lautet:


www.bildungsportal.nrw.de/BP/Schule/Qualitaetssicherung/Qualitaetsanalyse/index.html.


Informationen und Instrumente wie z.B. der Unterrichtsbeobachtungsbogen können
von dieser Seite herunter geladen werden.




Literaturliste:

Homeier, W.: Qualitätsanalyse an Schulen. In: Schulrechtshandbuch Nordrhein-Westfalen.
Kommentar zum Schulgesetz Nordrhein-Westfalen mit Ratgeber und ergänzenden
Vorschriften. Randnr. 242/R

Brügmann, K./Homeier, W.: Der Blick von außen – Qualitätsanalyse Nordhrein-Westfalen. In:
Schule NRW, Heft 9/2007, S. 494 ff

Müller, S./Homeier, W.: Fortbildungsplanung und Qualitätsanalyse in Nordrhein-Westfalen.
Wichtige Rückmeldungen für Schulen und für die Steuerung. In: Schulverwaltung Spezial
2007

Homeier, W.: Qualitätsanalyse an Schulen in NRW – Impulse für die Weiterentwicklung von
Schule. In: Schule NRW, Heft 7/2006, S. 240 ff

Müller, S./Homeier, W.: Fortbildungsplanung und Qualitätsanalyse. In: Schule NRW, Heft
2/2007, S. 45 ff

Homeier, W.: Ein nachhaltiger Besuch. Wie die Qualitätsanalyse – andernorts
Schulinspektion genannt – Schulqualität erfasst, skizziert am Beispiel Nordrhein-Westfalen.
In: Pluspunkt, Heft 3/2008, S. 6 ff

Homeier, W.: Was machen Schulen mit „SEIS“? In: Schulentwicklung, Heft 4/2006, S. 36 ff

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Stats:
views:33
posted:1/28/2011
language:German
pages:22