Protokoll - 2

					2. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmzentren

11.06-12.06.2010 Würzburg, Novotel

Protokoll
(Zu den einzelnen Vorträgen siehe auch die zugehörigen PDF-Dateien)


Samstag 12.06.2010

       Sitzung 1 - Diskussionsleitung: Hebart, Freys

9:00 Begrüßung und Übersicht über die Aktivitäten der ADDZ                 Benz, Nagold
H. Prof. Benz berichtet über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Weiter werden die
derzeit laufenden Projekte angesprochen.
Gute Fortschritte gab es in Bezug auf die Studiensituation, hier gibt es jetzt eine sehr
vielversprechende Zusammenarbeit aller wichtigen Fachgesellschaften über ein
Studienboard und eine gemeinsame Koordinierungsstelle. Die Dokumentationssituation ist
immer noch sehr unübersichtlich. Eine eigene Website ist bereits erstellt, diese soll mit der
Zeit interaktiv werden. Er berichtet weiter über die Veranstaltungsbeteiligung der AG (Nagold
2/10, Magdeburg 11/10, Erlangen Lebermetastasen 10/10) und die zunehmende Akzeptanz
der AG. So sind inzwischen 2 Vertreter der AG als Mitglieder der Zertifizierungskommission
akzeptiert und benannt: Prof. Dr. Schepp, München und PD Dr. Greger, Lichtenfels.


09:10 Grußworte Hohenberger, Erlangen und DKG
Das erklärte Ziel der Zertifizierung zum Darmzentrum sei eine qual. Verbesserung – nicht nur
der chir. Therapie, sondern auch im interdiszipl. Konzept, erklärt H. Prof. Hohenberger in
seinem Grußwort. Als neuer Verantwortlicher für die onkol. Zentren ist innerhalb der DKG H.
Prof. Schmiegel benannt worden, der damit auch für die Zertifizierungskommissionen
zuständig ist. Es sei aber auch ein Chirurg in der Leitungsebene.
Er stellt fest, dass es immer noch Unterschiede von 40% beim ÜL im Stad. III gibt, eine
Standardisierung sei noch nicht feststellbar. Der nationale Krebsplan sei vom neuen B-
Gesundheitsminister Rösler aufgegriffen worden und soll weiterlaufen.
Zu den Mindestmengen als Zertifizierungskriterium: hier gibt es zwar immer wieder
Schwierigkeiten mit dem Erreichen v.a. der Rektumanzahl, das sei aber für sich noch kein
Ausschlusskriterium, aber wenn weitere Mängel vorliegen muss ein Ausschluss als
Darmzentrum erfolgen.
Zu den Studien: Er begrüßt ausdrücklich die Initiativen der AG: eine Plattform mit Bündelung
und Helfen sei der richtige Weg.
Zum Dokumentationsproblem: man ist im Gespräch.
Bezüglich der sekundären Metastasenresektion: diese sollte ja als Qualitätskriterium 15 %
sein (schwankt zwischen 0 und 37%): deswegen ist am 18. Und 19. Oktober in Erlangen ein
Symposium als Mix zwischen Therorie und Praxis vorgesehen. Es kommt z.B. Prof. Caillier
Paris lap. Leberresektion) –Der Programmentwurf liege schon vor, die DKG unterstützt die
Veranstaltung und als Sponsoren konnten Merck und Covidien gewonnen werden. Das
derzeit wichtigste Ziel ist, dass JEDER Patient mit einem Kolorektalen Karzinom in einem
Tumorboard gesehen werden muss.

09:20 Bericht der e.V.-Gründung der ADDZ, ggf. Satzungsänderungen Greger,
        Lichtenfels
Der Bericht beginnt mit der Entstehungsgeschichte der Arbeitsgemeinschaft, die sich ja beim
ersten inoffiziellen Treffen im September 2008 auf Kloster Banz formiert hat. Beim nächsten
Treffen in Würzburg im Mai 2009 gab sich die Arbeitsgemeinschaft dann eine Satzung, es
wurde eine Lenkungsgruppe gewählt und diese damit beauftragt, sich besonders zu
kümmern um
    - Die Gründung eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins, um auch finanzielle
         Aspekte regeln zu können
    - Die Analyse und möglichst Verbesserung der Dokumentationsvielfalt
    - Das Verbessern der Studienproblematik.
Mit der offiziellen Gründung des Vereins am 22. April 2010 in Berlin erhielt dieser den
Namen „Arbeitsgemeinschaft der DKG - zertifizierten Deutschen Darmzentren e.V." und wurde als
solcher ins Vereinsregister eingetragen.
Die Satzung wird vorgestellt.
In der Diskussion werden noch folgende Vorschläge gemacht:
    - Es sollte geprüft werden, ob sich der Verein bzw. der Vorstand eine Geschäftsordnung gibt. Damit
         wäre es leichter, Regelungen - oder Vorgehensweisen zu ändern, da dies dann nicht immer ins
         Vereinsregister eingetragen werden muss.
    - Da Onkozert gerade die neuen Logos mit der jetzt neuen Bezeichnung
         „Darmkrebszentrum“ statt „Darmzentrum“ herausgegeben hat, sollte man den Titel
         des Vereins hier anpassen. Dies könnte frühestens zur nächsten Hauptversammlung
         geschehen mit Ankündigung in der Einladung, da es sich um eine Satzungsänderung
         handelt.
    - Ein weiterer Antrag auf Vereinfachung der Veränderung der Mitgliedschaft bei
         personeller Änderung in dem jeweiligen Darmzentrum soll schriftlich gemacht
         werden, auch dieser müsste mit Ankündigung als Satzungsänderung abgestimmt
         werden.


09:35 Vorstellung der Konzeption des Studienboards der ADDZ Stinner, Stade
Ausgangslage sind die bekannten Probleme mit Rekrutierung und Etablierung von Studien
in Deutschland. Neu ist jetzt für die Darmzentren: 10 % der Patienten müssen in Studien
eingebracht werden. Zudem sind die strukturellen Vorrausetzungen zu verbessern:
Eine Study Nurse muss vorhanden sein – auch im Flächenkrankenhaus sollten daher
Studien jetzt Thema sein. Die Probleme liegen aber in der Kommunikation über
Studienangebot und – eignung.
Chancen der Veränderungen: Es liegt mit der zertifizierten Struktur der Darmzentren eine
relativ homogene und kontrollierte Gruppe vor. Dennoch ist die Studienfähigkeit in einzelnen
Zentrum oft mit einem Fragezeichen zu versehen. Man könnte aber eine große Zahl von
Patienten bei entsprechender Koordination einschließen. Derzeit werden ca. 18 000
Primärfall- Pat. in Darmzentren behandelt.
Man müsste also eine Art Relaisstation schaffen i.S. eines Studienboards. Dem entsprach
der Auftrag des letztjährigen Treffens an die Lenkungsgruppe, das Mandat vom 17.5.2009
hieß, die Optionen zu prüfen,
Jetzt ist Folgendes erreicht: Es gibt ein Studienboard mit Aufgabentrennung, nämlich das
eigentliche Board und eine Koordinationsstelle. Das eigentliche Board besteht aus 2
Vertretern jeder Interessens-Gruppe (AIO, DEGRO, DGHO, DGCh s. auch PDF), die Basis
ist Konsensentscheidung. Aufgaben sind Priorisierung von Studien und Kohortenbildung, 2
Treffen pro Jahr sind zunächst geplant.
Als vorliegende Probleme werden gesehen: Die teilweise extreme Heterogenität der DZ, die
Unterschiede in der Studienfähigkeit, der Grad der Verbindlichkeit gegenüber dem
Koordinationsbüro.
Als nächste Schritte sind vorgesehen:
     - Erhalten des Mandats für dieses Vorgehen durch die Versammlung
     - Durchführen einer Umfrage unter den DZ als Grundlage für die Koordination,
         Ermittlung bzw. Bestandsaufnahme des Bedarfs sowie Erstellen einer Datenbank als
         Komm.plattform
Insgesamt enge Ankopplung Fachgesellschaften, Onkozert und DKG: echte Unterstützungs-
Maßnahmen.
Diskussion: Vorgehen wird von der DKG und ihrem Präsidenten, H. Prof. Hohenberger,
ausdrücklich begrüßt. PD Dr. Greger weist nochmals daraufhin, daß v.a. auch die
Unterstützung von Anfängern gegeben sein muss. Angesprochen wird aber auch, dass die
Monopolstellung als Gefahr verstanden werden könne. Prof. Späth sieht die Möglichkeit
einer Konfliktvorbeugung bei Studienkonkurrenz durch Entscheidungen im Board.
Es folgt die Abstimmung des vorgestellten Studienkonzeptes: Einstimmig, eine Enthaltung.


09:55 Arbeitsweise der Koordinationsstelle des Studienboards der ADDZ
Eyding, Berlin
H. Dr. Eyding stellt sich zunächst vor: er ist Biologe und arbeitet für die AIO in Berlin, seit
April leitet er auch die Koordinationsstelle des Studienboards.
Er baut auf den vorhergehenden Vortrag auf: Zunächst ist die Umfragedurchführung und –
auswertung vorgesehen. Die Gründe für die Umfrage ergeben sich aus Einzelfallberichten,
z.B. der Fachexperten. Bei der letzten Umfrage aus der AG heraus war der Rücklauf 33 von
80 Zentren: das muss deutlich besser werden, da Ressourcen, um einzelnen Zentren
hinterherzulaufen schlicht nicht vorhanden sind.
Er schlägt eine 3 Fragen Probe vor: damit kann Struktur, Erfahrung, Leistung eines Zentrums
erfasst werden, welche und wieviel Patienten behandelt werden, welche Studientypen z.B.
bevorzugt werden. s.PDF-Datei.
Diskussion: geht v.a. auf die praktisches Aspekte ein.
Abstimmung: Soll mit diesem Projekt – Programm gestartet werden: die Versammlung ist
einstimmig dafür


10:25 Kaffeepause

        Sitzung 2: Diskussionsleitung: Greger, Kunz

10:40 Was erwarten die Darmzentren von den Krebsregistern                  Benz, Nagold
H. Prof. Benz spricht zunächst an, dass das eigentliche Problem der Darmzentren die
Dokumentation der Kennzahlen ist. Die Verteilung der Dokusysteme ergibt derzeit 12
verschiedene, ein einheitliches System ist wohl nicht machbar. Nicht alle Systeme erfüllen
die Anforderungen an die Dokumentation der DZ in gleicher Weise. Der ADT Datensatz, der
ja für alle Tumorentitäten verwendbar ist, sollte aber der Kerndatensatz für alle Dokusysteme
(als sog. „Kleingeld“) bleiben. Der Altvorschlag im letzten Jahr war so nicht durchführbar, das
Problem war, dass eine Kompatibilität der Datensätze nicht zu gewährleisten ist. Mit den
Krebsregistern wurde kein Konsens erzielt. Der Vorschlag ist, dass Krebsregister nicht nur
Daten sammeln, sondern auch rückspiegeln. Regeln für Zugriff auf die Daten müssen erstellt
werden, ein Benchmarking ist nur so möglich.
Vorschlag mittelfristig: Dokumentation nur in klinischen Krebsregistern über online Zugang
durchführen, die Daten sollten soweit als möglich aus dem KIS kommen und den ADT
Datensatz mit Zusatz Kolorektales Ca. enthalten. Zusätzliche Items für die Zertifizierung
sollten ebenfalls dokumentiert werden können, diese brauchen und dürfen aber bei
regionalen Auswertungen nicht berücksichtigt werden. Das Follow up soll durch
Krebsregister in Kooperation mit dem DZ erfolgen, dieses muss seine
Daten immer einsehen können. Auswertungen sollten in Echtzeit entsprechend
Erhebungsbogen möglich sein. Eine Exportfunktion für Daten des eigenen Zentrums wird
gefordert Kurz: Krebsregister sollten sich zu Servicezentren für onkologische Dokumentation
entwickeln.
Vorschlag kurzfristig: die Krebsregister sollen die Tumordokumentation übernehmen,
jährliche Auswertung entsprechend Erhebungsbogen, jedes 2. Quartal Rückmeldung als
Excel-Datei, Follow up soll über Krebsregister in Kooperation mit DZ erfolgen.
10:55 Was können Krebsregister für die Darmzentren leisten                Klinkhammer-
       Schalke, Regensburg
Fr. PD Dr. Klinkhammer-Schalke gibt Ihrer Hoffnung Ausdruck, dass durch nationalen
Krebsplan ein politischer Schub ausgelöst wird.
Ihr Vorschlag ist eine Einplatz-Service Lösung für die Ärzte: nur einmal dokumentieren, die
Krebsregister geben die Daten dann weiter. Dies ist nur in der Sektorübergreifenden
Netzwerkstruktur wie sie die Tumorzentren bieten möglich. So kann eine gemeinsame Q-
sicherung, Follow up und Benchmarking erfolgen.
IM MOMENT: Die meisten Befunde derzeit noch auf Papier. Ziel ist eine flächendeckende
Versorgung, 56 % der Organzentren bekommen DFS und OAS bereits vom Krebsregister
Vorschlag: kontinuierliche Zusammenarbeit mit klinischem Krebsregister: aber Geduld,
Zuversicht und Miteinander sind gefordert.

11:10 Vorschlag AN-Institut Magdeburg Hribaschek, Magdeburg
Zunächst Darstellung des AN-Institut. Man habe Erfahrung, 71 % Follow up beim RektumCa.
Man biete ein „easy living“, tagesaktuelles Abrufen der Kennzahlen und das für bezahlbare
Kosten: Follow up 25 € für 5 Jahre. Schnittstellen zu anderen Datenbanken GTDS – ADT
würden grade entwickelt. Vorstellung des Programms Clinwise – online
Plausibiltätsprüfungen und Eingabechecks jederzeit möglich. Das System ist mehrsprachig,
die Kennzahlen gibt es auf Knopfdruck, auch die Kommunikation zwischen Arzt und
Überwacher ist möglich. Ein weiterer Gesichtspunkt sind Sicherheitsaspekte. Die
Eingabemasken werden vorgestellt. Es besteht die Möglichkeit den Kennzahlenbogen
komplett auszulesen. Unter www.kolonstudie.de kann man das System betrachten.
Lebhafte Diskussion, viele favorisieren die Leistungen aus Magdeburg, es wird wohl nicht oft
von klinischen Krebsregistern der Service für die Organzentren optimal geleistet. Es wird den
Krebregistern empfohlen, den Service des Magdeburger Systems als Vorbild für die
Entwicklung Ihrer Dokumentationssoftware zu benutzen.

11:20 Sind lokale Datenbanken perspektivisch noch sinnvoll?
        Altmann, Gießen
Derzeit ist die Situation ein Flickenteppich. Plädoyer für klinische Krebsregister: Vorschlag
wäre die zentrale Doku über KKR. Hier entsteht die Frage: sind lokale Datenbanken noch
sinnvoll? Führt der Nationale Krebsplan dazu, dass Alles gut wird? Kurze Erläuterung von
Meldepflicht, - Recht, Aufklärung, Einwilligung des Patienten für die Dokumentation für alle
Tumorerkrankungen. Sind Änderungen im KIS und in den Praxissystemen notwendig?
Wie ändert sich der Flickenteppich? Wie verteilen Sich Daten und Funktionen in Zukunft?
Kategorisierung von Daten – ist Alles abbildbar? Follow up ist und bleibt das große Problem
Nachsorgeunterstützung – Prozessbeschreibung: individuelle Nachsorgeplanung?
Es gibt Vereinfachungspotential bei der Kommunikation. Unklar ist die Rolle, die das
Aqua-Institut spielen wird. Der ADT-Datensatz bildet leider Kennzahlen nicht komplett ab,
daher ist für die meisten DZ eine lokale Datenbank unerlässlich.
Persönliche Vision: lokale Tumorregister, persönliche Meldung und Follow up.
Auswertungsdatensätze müssen ermöglicht werden, der Datenschutz muss geklärt sein.

12:20 Mittagspause


       Sitzung 3: Diskussionsleitung: Stinner, Benz

13:30 Kurzvortrag Schepp: Prof. Riemann aus Ludwigshafen hat ein Kooperationsangebot
der Stiftung Lebensblicke vorgelegt. Empfehlung der Lenkungsgruppe an DZ die Koop.
angebote Stiftung Lebensblicke anzunehmen. Das Konzept kolorektale
Versorgungsforschung soll von der Stiftung Lebensblicke erarbeitet werden (Seufferlein u.a.)

13:30 Einfache Lösung zur Erfassung der Items des neuen Erhebungsbogens
        Röhrich, Berlin (PDF des Vortrags leider NICHT vorliegend)
Vorstellung des Konzepts: Alle Daten sind über Button sofort abrufbar – dann kommen die
Berichte. Die Datenbank wird von einem Internisten gepflegt und ist rein lokal – Datenbank
läuft dem GTDS um 6 Wochen voraus. Sie enthält zusätzlich eine Zuweiserbefragung mit
den Kontaktdaten der Zuweiser..
Verlaufsdaten, Pathomodul usw. sind abrufbar. Es existiert ein „Watchdog“ für z.B.
unvollständige präop. Koloskopie mit mailing Funktion
5 Programme mitgebracht auf CD, die reißenden Absatz finden, H. Röhrich bietet an weitere
Programme auf e-mail Anfrage zur Verfügung zu stellen. Die Eingabe einer Dokumentation
dauert 6 min – Nachsorge kann man über die mailing Funktion erledigen.


14:00 Neuer Erhebungsbogen – Erf. aus Sicht von Onkozert Kämmerle, Neu-Ulm
Onkozert arbeitet unter dem Mandat der dt. Krebsgesellschaft. Der Sinn von Zertifizierungen
ist, dass damit eine Sequenz der Qualitätsverbesserung eingeleitet wird. Die Vertreter der
DZ sind dabei nicht ersetzbar.
Er kündigt an, dass der aktuelle Kennzahlenbogen relativ bald durch einen elektronischen
Kennzahlenbogen (Ersatz durch web-Dokument) ersetzt werden soll
(auch wenn damit die aktuellen Datenbankprobleme nicht gelöst werden können).
Bei der Zertifizierungskommission hat es Veränderungen gegeben: den Vorsitz haben nun
Profs. Bamberg und Graeven – Darm Vorsitz Schmiegel wird abgelegt. Onkozert setzt nur
die Vorgaben um, kann aber Rückmeldungen zur Praktikabilität geben.
Der Fachexperten-Pool für Darmzentren umfasst derzeit mehr als 50 Personen, auch diese
entscheiden nicht sondern können nur Empfehlungen aussprechen.
Der Ausschuss Zertifikatserteilung wird durch die Zertifizierungskommission benannt.
Es liegt eine klassische Gewaltenteilung vor: Legislative (Zertifizierungskommission,
Judikative (Ausschuss Zertifikatserteilung), Exekutive (Onkozert).
Derzeit werden 22,4 % der Neuerkrankungen in DZ (bei der Brust sind es 86,5 %) erfasst.
Im März 2010 waren 158 Darmzentren zertifiziert, 33 laufende Verfahren noch anhängig:
zusammen 191 Zentren.
Schwerpunkte bei der Auditabweichung dezeit sind:
     - Stat. Chemotherapie, da oft die Mindestzahlen im stat. Bereich nicht erreicht werden
        (Gesamtsituation muss hier vom FE bewertet werden)
     - Unterschreitung Rektumfälle (Betrachtung des Auditergebnisses pro Zentrum und
        relative Reaktion)
     - Studiensituation (Zertifizierungsanforderungen sollten kein politisches Ziel darstellen)
     - Empfehlung für Zertifizierungskommission: Was hilft der verbesserten
        Patientenversorgung?
Entwicklung der Zentren: Viele Zentren, die bei der Erstzertifizierung positiv auffielen, haben
eine gewisse Tendenz sich damit zurückzulehnen. Immer häufiger würde eine Gültigkeit nur
für 18 Monate ausgesprochen.
Von Abweichungen profitieren die Zentren oft: bestimmte Bereiche werden positiv beeinflusst
Zum neuen Erhebungsbogen: Die größte Veränderung war der Kennzahlenbogen.
Zielsetzungen für den Kennzahlenbogen sind: Grundlage für Zertifizierungsentscheidung,
Sicherstellung leitliniengerechter Behandlung, Verbesserungsinstrument für die Zentren,
schrittweise Veränderung der Zertifizierungsanforderungen.
Die Erfüllung aller Sollvorgaben ist unrealistisch: wenn unterschritten sollte Analyse erfolgen
und Aktionen eingeleitet werden.
Bei der Auditbewertung ist der Gesamteindruck entscheidend.



und H. Dieng, Assistenz der Geschäftsführung von Onkozert:
Auch ein paar Worte zum Thema Qualitätsindikatoren:
Es wurden Neuerungen zum Kennzahlenbogen eingeführt. Bei der Auswertung zeigt sich:
19,4% der Kennzahlen in den Bögen waren unvollständig ausgefüllt.
Seither hat Onkozert die manuelle Bewertung des Kennzahlenbogens eingeführt.
Jetzt sind nur noch 8,6% unvollständig.
Es wurden auch Telefonate ausgewertet über die Rückmeldung zum Kennzahlenbogen:
79,9 % waren positiv, 20 % neutral bis negativ.
Wichtig sind: Geeignete Kennzahlen und Auslegungshinweise, nur so macht Evaluation von
Kennzahlenbögen Sinn.
Jetzt: als web-Lösung ist ein elektronischer Kennzahlenbogen vorgesehen.
Es erfolgt die Vorstellung des Bogens, jede Zahl wird einzeln auch auf Plausibilität geprüft.
Kämmerle: Weiter wird ein Neuer FE Kurs im Oktober in Ulm angeboten.
Auf der Homepage von Onkozert finden sich neue Hinweise auf Auslegungen.

Diskussion: Vorschlag: Benchmarking über Daten der Zertifizierungskommission vorlegen:
Votum des Plenums: einstimmig angenommen

Weitere Wortmeldungen:
Es sollte keine Strukturpolitik über das Zertifizierungssystem, d.h. Beeinflussung der
Behandlungspfade erfolgen.
Markttechnische Wirkung des Darmzentrums über Niedergelassene erreichen.
Bei Brustzentren wurde Druck Richtung Zentren über SHG´s aufgebaut.
Bei den Rektumzahlen sind 20% Unterschreitung gerade noch möglich: 16 werden
beobachtet.
Die Koordinierung von Zertifizierungsvorgängen vor Ort: soll möglichst harmonisiert werden.
Eine Möglichkeit ist dies im Rahmen des onkologischen Zentrums zu machen.
Von der Zertifizierungskommission ist eine Harmonisierung vorgesehen: z.B. Pathologie
einmal für alle beteiligten Organe zertifizieren.
In Zukunft Testen der Kennzahlenbogen vor Implementierung vorgesehen.

14:20 Diskussion des Erhebungsbogens – Empfehlungen an die Mitglieder der ADDZ
      in der Zertifizierungskommission

   1. T1/ transanale Abtragung: Zählung als Rektum-Ca. – LKn. Zählung?
   2. Psychologische Betreuung: sollten alle angeboten bekommen, aber man kann keine
      % Akzeptanz fordern
   3. Patientenfragebögen: Rückantwort 50% kann nicht eingefordert werden
   4. 0,2 % Komplikationsrate bei therapeutischer Koloskopie zu fordern ist deutlich zu tief,
      diese muss höher angesetzt werden
   5. Primär-sekundäre Leberresektionen: Definition durch Zertifizierungskommission
      vorzunehmen (Sekundäre Leberresektionen: Bezug auf die Primärfallzahl des fragl.
      Jahres) oder Streichung
   6. Definition Insuffizienz Rektumanastomose vornehmen


Weitere Diskussionspunkte:
Transfusions-Probleme: Angelegenheit KTQ, DIN Iso 9001: neu aufzunehmen:
intraoperativer Blutverbrauch als Qualitätskriterium

Problem Rektumkarzinom: Spielraum für Übergangsbereich bei C 19 Fällen

Fachliche Anforderung, dass Pathologe in der Konferenz anwesend ist: sollte anwesend
sein: Lernen in beide Richtungen möglich – Anfrage nicht in Zertifizierungskommission
vortragen

Insuffizienzrate Kolon elektiv 5%: extrem niedrig: nach Benchmarking
14:40 Kaffeepause

       Diskussionsleitung: Freys

14:50 Letalität als Qualitätskennzahl in der colorektalen Chirurgie - die Helios
       Erfahrung Wullstein, Krefeld (PDF des Vortrags leider NICHT vorliegend)
Die Mortalität als chir. Qualitätsparameter.
Bei Helios gab es bei mehreren Krankheitsbildern 2-stellige Reduktion in 3 Jahren.
Standard: Konzerninterne Erhebung von mehr als 900 Kennzahlen.
Darstellung als Benchmark. Regelmässige Überprüfung.
Die Daten gehen raus wie sie abgerechnet werden, damit sind die Ergebnisse mit hoher
Zuverlässigkeit aus Routinedaten abbildbar.
QM-Instrumente: Qual.kennzahlen, Fachgruppen, Peer review
QM nach außen öffnen: Zusammenarbeit mit AOK (QSR), Initiative QM
QSR: QM Stat. Versorgung Routinedaten: Indikatoren einfach zu erheben
Krankenkassen haben diese Daten – vergleichen Bundesdurchschnitt mit der Einzelklinik
IQM: 14 Krankenhausträger, derzeit 120 Kliniken, auf Basis von Routinedaten, Transparenz
der Ergebnisse, auf Internet verfügbar (initiative-qualitaetsmedizin.de)
z.B. Wiederaufnahme nach kolorektaler OP
QM aus Routinedaten: manipulationssicher, kein zusätzlicher Aufwand, vergleichbar, guter
Einstieg zu Peer Review
Nachteil: Letalität kein idealer Parameter, zu ungenau für gesamten Prozess
Diskussion: Wie ist die Korrektur der Einzelfälle bei erneutem Durchsehen?
P4p (pay for performance): momentan läuft eine große Bemühung der Kostenträger: d.h.
Suche nach den Leistungsträgern die gute Qualität abliefern
Strukturierter Prozess bei Verstorbenen: solle immer gemacht werden
90 Tage Letalität doppelt so hoch wie 30 Tage Letalität, das ist evtl. der falsche Parameter.


15:15 Sekundäre Leberresektionen nach Chemotherapie – zu selten durchgeführt?
        Mönch, Frankfurt
85% der Lebermetastasen sind primär nicht resektabel.
Studie aus Skandinavien: von 537 Pt. letztendlich 19 reseziert.
Fong-Score: 0-1 Punkte, dann primäre Resektion, 3-4 nach Neoadj. CT
Möglichst KEINE Biospie der Metastasen vornehmen da Tumorzellverschleppung (Needle
track metastasis)
S3 Leitlinien Lebermetastasen – 1 mm Sicherheitsabstand würde ausreichend
Irresektabel dann wenn mehr als 70 % Lebervolumen betroffen ist.
Heute: funktionale Operabilität, die Frage ist: reicht es zum Überleben?
Bei Primärresektion überlegen und leichtfertigen Parenchymverlust vermeiden, also eher
sparsam resezieren.
Neoadjuv. CT abhängig von biol. Aktivität des Tumors (geschätzt).
Fragen: R0 erzielbar? Auch R1 noch 5 Jahres ÜL von 25 %
Two-stage Hepatektomie: Beginn Hemihepatektomie re., sek. Resektion des Rests nach 3-6
Monaten – 5 Jahres ÜL 31 %.
Neoadjuvante Therapie /Adjuvante Therapie nicht endgültig entschieden.
IN Frankfurt wird allen resezierten Pat. adjuvante CT angeraten.
RFA intention to treat Analyse: RFA dtl. schlechter gg. OP aber 3 J ÜL nicht besonders
unterschiedlich
Biologische Aktivität kann durch RFA über Zeitgewinn besser erkannt werden
Primär nicht resektable Metastasen: 26% können dann noch operiert werden, 16% kurativer
Status
Kriterien der Irresektabilität haben sich gewandelt
Diskussion: ca. 30 % der 2 stage resektion werden nach der Hemihepatektomie und CT
nicht weiter operiert wegen Progress
4-6 Wochen Abstand nach Avastin reicht zur operativen Sicherheit
15:40 Zusätzliche Vergütung durch Zertifizierung, Stand der Diskussion
         Behrend, Deggendorf (PDF des Vortrags leider NICHT vorliegend)
Gesetzlicher Hintergrund: Es besteht ein Rechtsanspruch auf bessere Vergütung
Grundlagen: Pflegesatzfähigkeit, Zuschläge weil weder Bundes –noch landesrechtliche
Vorgabe zu verhandeln, die Leistung darf nicht in jedem KH vorliegen
Die Mehrkosten sind nicht in die Kalkulation der DRG einbezogen.
Virtuell ist das Geld bereit gestellt, faktisch aber bisher nicht (in Bayern?) gezahlt worden.
Nordrhein-W.: hier erhalten Brustzentren 390 € pro Fall zusätzlich.
Für DZ ist bisher kein Zuschlag bekannt. Frage war: Ist das in Sachsen anders?
Schiedstellenentscheidungen in Bayern liegen vor: danach sind anzuerkennen:
Tumorkonferenz, Psychoonkologie, Tumordokumentation, Studien: zuschlagfähig
Die Kriterien der Schiedsstellen in Bayern: Onkologie: Zertifizierung nach dem System der
DKG
In Bayern sind 40 Mio. angemeldet, dann von der AOK aufs Eis gelegt worden.
Terminproblem: die Verhandelbarkeit – jetzt werden die Krankenkassen in Bayern losziehen
– die AOK wird zunächst darauf bestehen, dass nur die onkologischen Zentren etwas
bekommen.
Diskussion:
Versuch der Kalkulation
Empfehlung herausgeben
Die an den Zentren hängenden Niedergelassenen sollten mit eingebunden werden.
Geldweiterleitungen in den niedergelassenen Bereich ist aber sicher schwierig.
Dieser Transfer dürfte aber nur als Zuschlag laufen, da er nicht in DRG einkalkuliert ist.
Herr Dr. Behrend erklärt sich bereit, als Ansprechpartner für dieses Thema für die ADDZ zu
fungieren.



16:10 Ende der Veranstaltung

				
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