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Tour de Fonds 2008 Ressourcenknappheit & Inflation Konsequenzen für die Vermögensanlage Jens Wilhelm Mitglied des Vorstands Union Asset Management Holding AG Werder, 30. August 2008 1 Globales Wachstum – knappe Ressourcen Steigende Nachfrage Wachsende Weltbevölkerung Starkes Bevölkerungswachstum in Schwellenländern Steigende Lebenserwartung Urbanisierung und Infrastruktur Steigende Einkommen Verändertes Nachfrageverhalten Klimawandel und Umweltverschmutzung Limitierte Ressourcen Land- und Wasserknappheit Begrenzte Bodenschätze Steigende Nachfrage 2 Energieeffizienz in Schwellenländer ist gering Intensität Primärenergieverbrauch 2007 Millionen Tonnen Öläquivalent je Milliarde US-Dollar BIP* 0,350 0,325 0,300 0,275 0,250 0,225 0,200 0,175 0,150 0,125 0,100 Deutschland Japan USA China Russland * Bruttoinlandsprodukt (BIP) gewichtet nach Kaufkraftparität Quelle: Reuters EcoWin, Internationaler Währungsfonds 3 Produktionskapazitäten sind ausgeschöpft − Öl wird knapp Globale Ölproduktion und Produktionskapazität In Millionen Barrel pro Tag (1 Barrel = ca. 159 Liter) 90 80 70 60 50 40 30 20 Globale Ölproduktion Globale Produktionskapazität 67 71 75 79 83 87 91 95 99 03 07 Quelle: Internationale Energieagentur (IEA) 4 China treibt die globale Metallnachfrage Chinas Anteil am Nachfragewachstum (Prozentanteile) 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Chinesisches Nachfragewachstum (Prozentuale Veränderung von Jahr zu Jahr) Aluminium Kupfer Nickel Zink Blei Quelle: World Bank, Global Insight, Morgan Stanley 5 Die Anbauflächen für Agrarrohstoffe sind begrenzt 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Landwirtschaftliche Fläche (in Milliarden ha) Personen pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche Weltbevölkerung (in Milliarden) 1950 Quelle: Lehman Brothers 1975 2000 2020 2050 6 Von Blase keine Spur Bezeichnung Durchschnittspreise Juli 2008 (in US-$) Preishoch 70/80er Jahre (inflationsbereinigt) erreicht Abstand zum alten Hoch Rohöl Kupfer Gold Aluminium Mais Weizen Sojabohnen Zink Quelle: Datastream 134 8.413 940 3.071 598 855 1.485 1.852 95 9.119 1.570 5.783 1.298 2.185 4.229 9.294 11/1979 3/1974 1/1980 5/1988 10/1974 2/1974 6/1973 4/1974 +41 % -8 % -40 % -47 % -54 % -61 % -65 % -80 % 7 Einfluss von Indexinvestoren wird überschätzt Anteil der Indexinvestoren an der 2007er Produktion 0,0% Rohöl (Brent) Rohöl (WTI) Benzin Mag. Schwein Leichtes Heizöl Lebendes Rind Mais Heizöl Blei Zink Nickel Aluminium Baumwolle Gold Zucker Erdgas Sojabohnen Kupfer Weizen Kaffee Silber Quelle: Bloomberg, Credit Suisse 8 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% Rohstoffmärkte folgen dem globalen Wachstum GDP Welt* 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 Jan 92 Jan 94 Jan 96 Jan 98 Jan 00 Jan 02 Jan 04 Jan 06 Jan 08 Jan 10 DJ AIG Rohstoffindex** 50 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 * Schätzungen des IWF auf Basis der aktuellen Wechselkurse, Jahresveränderungsraten in %, gleitender 6-Monatsdurchschnitt ** Jahresveränderungsraten in % Quelle: EcoWin, Datastream, eigene Berechnung; Stand 14. August 2008 9 Was spricht für Rohstoffinvestments? 1. Rohstoffpreise steigen langfristig aufgrund des strukturellen globalen Nachfrageüberhangs 2. Die inflationsbereinigten Rohstoffpreise sind nach wie vor weit unter den historischen Höchstwerten 3. Rohstoffe bieten Diversifikationsvorteile 4. Rohstoffe bieten Inflationsschutz 10 Steigende Rohstoffpreise lösen Inflationsschub aus Verbraucherpreise in Prozent gegenüber Vorjahr 8% Industrieländer 7% 6% 5% 4% 3% 2% 1% 0% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Nationale Inflationsraten BIP-gewichtet, BIP auf Basis nationaler Preise und fixierten Wechselkursen von 2003 Quelle: IMF, Consensus Economics, Aggregation über 42 Länder, eigene Berechnungen / Stand: August 2008 Emerging Markets Welt Inflationsdämpfende Effekte laufen aus In den letzten 15 Jahren China, EM: Exporteure niedriger Inflation über Güterexporte fallende Nahrungs- und Energiekosten Globalisierung / Wettbewerb Deregulierung hohes Produktivitätswachstum lockere Geldpolitik In Zukunft China, EM: Exporteure steigender Inflation über die Rohstoffmärkte steigende Nahrungs- und Energiekosten Gefahr zunehmenden Protektionismus Regulierung stagnierendes Produktivitätswachstum inflationsorientierte Geldpolitik globaler Quelle: Morgan Stanley Inflation wird höher beständiger 12 Vor allem die gefühlte Inflation ist gestiegen Inflationsentwicklung Euroland (Jahresveränderung in %) 11 9 7 5 3 1 -1 -3 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 Amtliche Inflation Gefühlte Inflation Quelle: Statistisches Bundesamt und EU-Kommission, Juli 2008 13 Was uns von den 70er Jahren unterscheidet 70er Jahre Inflexible Arbeitsmärkte/ starke Gewerkschaftsmacht Regulierung auf Gütermärkten (Telekom, Strom, Post, usw.) Welthandel beschränkt sich weitgehend auf westliche Industrieländer, geringerer Wettbewerbsdruck Stark expansive Fiskalpolitik mit steigenden Budgetdefiziten Lockere Geldpolitik („Lieber 5 Prozent Inflation als 5 Prozent Arbeitslosigkeit“) Heute Arbeitsmarktflexibilisierungen/ abnehmende Gewerkschaftsmacht Deregulierung/Privatisierung Wettbewerb begrenzt Preissetzungsmacht Erhöhter Wettbewerbsdruck durch neue Konkurrenten aus den EM Im Euroraum: Stabilitätspakt deckelt Budgetüberschüsse Geldpolitik im Aufschwung restriktiver 14 Paradigmenwechsel: Rückkehr zu historisch „normaler“ Inflation Jährliche Inflationsrate in Deutschland in Prozent (1960-2007) 9,0 7,0 5,0 3,0 1,0 -1,0 -3,0 Jährliche Rate Durchschnittswert 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 Quelle: Datastream 15 Aktien und Rohstoffe lieferten die höchste Realrendite Nominale und reale Durchschnittsrenditen p.a. seit 1971 14,0% 12,0% 10,0% 8,0% 6,0% 4,0% 2,0% 0,0% Aktien Renten Cash Rohstoffe Rendite nominal Rendite real Quelle: Eigene Darstellung; Indizes: MSCI Europe, REXP, Euribor 3M, GSCI Light Energy Index 16 Wer profitiert von steigender Inflation? Gründe Klassische Anleihen Kurswert fällt bei steigenden Zinsen Reale Verluste nach Abzug der Inflationsrate Geldmarkt schnelle Zinsanpassung bei Inflationsanstieg moderater realer Renditegewinn Inflationsgeschützte Anleihe Kupon wird als Aufschlag zur jeweils aktuellen Inflationsrate gezahlt realer Renditegewinn in Höhe des Kupons Aktien Investition in Substanzwerte Wertsteigerung der Realanlage infolge steigender Preise Immobilien Rohstoffe Investition in Substanzwerte Inflation resultiert aus steigenden Rohstoffpreisen höchster Realrenditezuwachs Realrendite 17 Rohstoffe: Stabilisierender Baustein in turbulenten Zeiten Korrelation zwischen Rohstoffen* und Aktien** 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0,0 -0,1 -0,2 -0,3 -0,4 -0,5 Embargo Iran Rev. 78/79 73/74 1971 1975 1979 1983 Golf-Krieg I 1987 1991 1995 11. September 1999 2003 2007 * CRB-Spot ** Rollierende 1-Jahres-Korrelation, Berechnung wöchentlich Quelle: Datastream 18 Realrenditeoptimierung: Portfoliostruktur für das aktuelle Marktumfeld Portfoliostruktur für den wachstumsorientierten Anleger 15 % Aktienfonds Global 10 % Aktienfonds Europa Aktienfonds Schwellenländer 10 % Aktienfonds gesamt 35 % 10 % 10 % 10 % 10 % 10 % 40 % 15 % 10% 15% 35% Rohstoffe gesamt Rentenfonds kurzfristig und Geldmarktfonds Inflationsgeschützte Anleihen Rentenfonds mittelfristig Rentenfonds mit Konvergenzund Unternehmensanleihen Rentenfonds gesamt Immobilienfonds gesamt 40% Quelle: Union Investment 19 Beschleunigter Konjunkturabschwung im Euroraum Einkaufsmanagerindex 65 60 55 95 50 45 40 1998 2000 2002 2004 2006 90 75 85 80 2008 50 1998 2000 2002 2004 2006 -20 -30 2008 100 0 -10 US-Einkaufsmanager-Index Ifo-Geschäftsklimaindex (Dtld.) 110 105 125 100 10 150 Verbrauchervertrauen USA Euroland 30 20 Quelle: Datastream / Stand: 26. August 2008 20 Stabilisierung der Weltkonjunktur erst 2009 zu erwarten – EM weiter überdurchschnittlich Wachstum des BIP - Prognosen für 2008 und 2009 Welt** 2008: 2,7% 2009: 2,4% Euroland* 2008: 1,5% 2009: 1,0% Russland 2008: 7,5% 2009: 6,9% China 2008: 10,1% 2009: 9,4% USA* 2008: 1,3% 2009: 1,2% Deutschland* 2008: 1,9% 2009: 1,2% Brasilien 2008: 4,8% 2009: 4,1% Indien 2008: 7,6% 2009: 8,1% Japan* 2008: 1,6% 2009: 1,2% *eigene Schätzungen **Auf Basis nationaler Preise und fixierter Wechselkurse von 2003 (Quelle: IMF, Consensus Economics, Aggregation über 42 Länder, eigene Berechnungen) Quelle: Konsensus-Schätzungen/Stand: 1. August 2008 21 Renditeprognosen Rendite 10-jähriger Bundesanleihen Leitzinsen Euroland Rendite 10-jähriger US-Treasuries Leitzinsen USA Quelle: Union Investment/Stand: 22. August 2008 22 Aktuell: in 12 Monaten: Aktuell: in 12 Monaten: Aktuell: in 12 Monaten: Aktuell: in 12 Monaten: ca. 4,2% 3,90 - 4,60% 4,25% 3,75 – 4,25% ca. 3,8% 3,50 – 4,25% 2,00% 2,00 – 2,50% Unternehmensanleihen: historisch attraktive Spreads Spread in Basispunkten seit 31. Dezember 2000 350 Spread US-Corporates vs. US-Treasuries 300 250 200 150 100 50 0 2000 Spread EMU-Corporates vs. Bundesanleihen 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Quelle: Merrill Lynch/Stand: 21. August 2008 23 Aktienmarkt selbst bei Inflation von 4% günstig Inflation (und nicht Gewinne) ist wichtigste Bestimmungsgröße des KGV 14 12 Inflation, EMU, yoy 10 8 6 4 2 0 Ø KGV (ex 99-00) = 13,4 hoch niedrig Juli 2008 (10,3; 4%) günstig 0 Quelle: Datastream 24 teuer 20 22 24 26 2 4 6 8 10 12 14 16 18 KGV (EMU auf Basis berichteter Gewinne) USA: Geldmarktfonds-Anteil 2008 so hoch wie 2002-03 US-Geldmarktfonds in % der S&P 500 Marktkapitalisierung 30,0% Volumen in US-GM Fonds = 3,4 Billionen $ 25,0% 20,0% 15,0% 28% Institutional 10,0% 5,0% 0,0% 1989 Quelle: Datastream 25 Retail 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 Aktienmarktprognosen Aktuell: 12 Monate: ca. 1.280 1.450 S&P 500 EuroStoxx 50 Aktuell: 12 Monate: ca. 3.250 3.900 DAX Aktuell: 12 Monate: ca. 6.240 7.400 Nikkei Aktuell: 12 Monate: ca. 12.750 15.000 Quelle: Union Investment/Stand: 22. August 2008 26 Rohstoff- und Devisenprognosen Aktuell: 12 Monate: ca. 115 US-Dollar 135 US-Dollar ÖL (Brent Crude) Gold (Feinunze) Aktuell. 12 Monate: ca. 824 US-Dollar 975 US-Dollar DJ AIG Excess Return Index Aktuell: 12 Monate: ca. 195 Punkte 220 Punkte Euro/US-Dollar Aktuell: 12 Monate: ca. 1,47 1,40 Quelle: Union Investment/Stand: 25. August 2008 27 Fazit 1. Rohstoffpreise werden fundamental getrieben. Säkularer Aufwärtstrend weiterhin intakt. 2. Inflationsdämpfende Effekte laufen aus. Prognose: Rückkehr zu historisch „normaler“ Inflation von 3-4 Prozent. Verändertes Marktumfeld verlangt Anpassung der Vermögensstruktur. Wirksamen Inflationsschutz bieten Immobilien-, Realzinsanleihen-, Aktien- und Rohstofffonds. 3. 4. Ausblick 2008: Korrekturphasen bieten Einstiegschancen am Aktienmarkt. Umfeld für Renten verbessert. Gewerbliche Immobilienmärkte trotz Finanzmarktkrise stabil. 28

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