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Fragenkatalog Makrokonomie _Teil

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Fragenkatalog Makrokonomie _Teil Powered By Docstoc
					Fragenkatalog Makroökonomie (Teil 1)

1. Erläutern Sie die folgenden grundlegenden Methoden der
Volkswirtschaftslehre
Induktion:
- Methode des Schlussfolgerns, schließt vom Einzelnen auf das Allgemeine
Deduktion:
- aus schon vorhanden Kenntnissen werden mittels logisch korrekter Ableitung neue Erkenntnisse gewonnen
Analyse:
- Erkenntnisverfahren durch Zerlegung eines Ganzen in seine Teile (Gegenteil: Synthese)
- positive Analyse: erklärt reale Phänomene (z. B. die Verbindung von Arbeitslosigkeit und Inflation); normative
  Analyse: hier wird untersucht, wie ein System ausgestaltet sein sollte, dass es günstige Ergebnisse hervorbringt (z.B.
  optimales Steuersystem)
- ex-post-Analyse: Analyse hinterher/nach geschehener Tat; ex-ante-Analyse: Analyse vorher
- Partialanalyse: teilweise Analyse; Totalanalyse: umfassende Analyse
Statik:
- Lehre von möglichen Gleichgewichtszuständen von Systemen; Zustand eines Systems
- komparative Statik: Vergleich zweier Zustände eines Systems/von Systemen
Dynamik:
- ein System erfährt Zustandsänderungen im Laufe der Zeit durch innere oder äußere Einflüsse




2. Unterschied zwischen Mikroökonomie und Makroökonomie
Mikroökonomie beschäftigt sich mit einzelnen Märkten, den Budgetbeschränkungen, Präferenzen und Nutzen der
einzelnen Marktteilnehmer. Beantwortung finden Fragen zu Änderungen auf der Angebots- und Nachfrageseite,
Präferenzverschiebungen u. a..


Die Makoökonomie betrachtet Fragen und Probleme der Volkswirtschaft als Ganzes. Das findet Ausdruck in
Kennziffern globaler Art wie Volkseinkommen, Wachstumsrate, Preisniveau, Arbeitlosenquote...
»Im Mittelpunkt der makroökonomischen Theorie stehen Fragen der Verteilung und Verwendung des
gesamtwirtschaftlichen Einkommens sowie namentlich der Beschäftigung von Arbeit und Kapital im
Konjunkturverlauf. Sie wird daher häufig als gesamtwirtschaftliche Einkommens- und Beschäftigungstheorie
bezeichnet und steht in enger Beziehung zur Konjunkturtheorie. Rezession und Arbeitslosigkeit, aber auch
Überbeschäftigung und Inflation sind Erscheinungen, zu deren Erklärung Kenntnisse der makroökonomischen Theorie
unerläßlich sind. Gleiches gilt für gesamtwirtschaftliche Lohnerhöhungen, Veränderungen des Investitionsvolumens,
der Außenhandelsbeziehungen, Staatsausgaben, Steuern und Geldmenge. [...]« (Rettig, Voggenreiter:
Makroökonomische Theorie, 6. Aufl., S.1)


3. Was ist Geld? Beschreiben Sie die Funktionen des Geldes in einer
Beständewirtschaft. Was versteht man in diesem Zusammenhang unter
doppelter und einfacher Koinzidenz? Was sind absolute und relative Preise?
Wie viele gibt es jeweils? Wie hoch sind ihre Wachstumsraten?
- “money is what money does“ reicht nicht aus als Definition; Geld (ganz allgemein) ist Tauschmittel,
  Wertaufbewahrungsmittel, Recheneinheit
- Koinzidenz = Zusammentreffen von Ereignissen

Beständewirtschaft (z. B. Sandkastenwirtschaft, Helmedag WISU 8-9/95):
- Tauschmittel:
  - durch ein Tauschmittel ist nur noch einfache Koinzidenz nötig -(es reicht, das Tauschmittel gegen das gewünschte
    Gut zu tauschen, ohne Tauschmittel müsste mitunter öfter getauscht werden – z. B. durch einen Dreieckstausch, wo
    zweimal (doppelte Koinzidenz) Angebot und Nachfrage übereinstimmen müssen

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  - Tauschrisiko und -häufigkeit werden verringert
- Wertaufbewahrung:
  - der Besitz des Tauschmittels ermöglicht Zugriff auf die ganze Warenpalette, so bedeutet schon der Besitz eine
    Bedürfnisbefriedigung/Macht
- Recheneinheit:
  - in Beständewirtschaft mit n Gütern gibt es Tauschrelationen (= relative Preise, da diese immer bezüglich einer
    Ware zu einer anderen gebildet werden)
  - ist eine dieser Waren Recheneinheit (Zählgut), ergeben sich nur noch A = n – 1 Relationen (= absolute Preise, weil
    sie bezüglich einer Recheneinheit [Numeraire] gebildet werden)
  - der Informationsbedarf nimmt ab
  - die relativen Preise wachsen um den Faktor n, die absoluten Preise um den Faktor 1
    Tauschmittel und Recheneinheit sind für die Beständewirtschaft nicht unbedingt notwendig (im Unterschied zur
      Produktionswirtschaft)




4. Geldfunktionen
gleichgewichtige Tauschrelationen:

Tausch als Erleichterung des Güterverkehrs

In der Beständewirtschaft: von der doppelten zur einfachen Koinzidenz

          doppelten Koinzidenz : wechselseitige Übereinstimmung von Angebots- und Nachfrageplänen, fehlt sie, ist
          eine mehr oder weniger wagnisreiche Tauschkette erforderlich
          Einführung eines allgemein akzeptierten Tauschmittels reduziert die doppelte Koinzidenz auf die einfache: Der
          Verkäufer sucht einen Käufer, der einen bestimmten Preis entrichtet.

          Einführung eines allgemeinen Tauschmittels macht risikobehafteten Zwischenhandel überflüssig und gestattet
          obendrein die Wertaufbewahrung mit höchster Liquidität.
          Eine Recheneinheit erleichtert den Überblick über die Wertverhältnisse. Sie lohnt sich bereits bei mehr als 2
          Gütern.
          Jedoch ist in der Beständewirtschaft weder die Existenz eines allgemeinen Tauschmittels noch einer
          Recheneinheit für das Zustandekommen eines Tausches zwingend notwendig.

In der Produktionswirtschaft: Numeraire wird benötigt

          Tauschmittel und Recheneinheit erfüllen hier zwei eigenständige, unabhängige Aufgaben. Während die
          Recheneinheitsfunktion des Geldes in der Produktionswirtschaft unerläßlich ist, spielt die
          Tauschmittelfunktion keine funktionsnotwendige Rolle. Die Einführung eines Tauschmittels senkt jedoch die
          Transaktionskosten des Tausches.

          Numéraire Voraussetzung für eine funktionsfähige Produktionswirtschaft:
          Die Formulierung konsistenter Budgetrestriktionen setzt eine uniforme Dimension voraus und bildet die
          Grundlage für das allgemeine Disponieren in Werten. Erst dann läßt sich die arbeitsteilige Produktion über
          Märkte synchronisieren. Die konkrete Wahl der Zähleinheit ist ein Resultat sozialer Interaktion.

3 Funktionen des Geldes: Tauschmittel-
                                Wertaufbewahrungs-
                         Recheneinheitsfunktion wichtig

•
•Die herrschende "Drei-Funktionen-Lehre" des Geldes suggeriert eine Gleichwertigkeit der einzelnen Funktionen:
Die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes ist an seine Kaufkraft gebunden. Andererseits bedarf auch das konkrete
Zahlungsmittel einer Einheit. Insoweit geht die abstrakte Geldfunktion den anderen voraus.

(WISU 8-9/95, Prof. Dr. Helmedag, Geldfunktionen)




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5. Das Gleichgewicht
Es gibt eine Menge von Märkten. Ich zähle auf: Arbeitsmarkt mit Handel um Arbeitskräfte, Gütermarkt mit Gütern,
die Nutzen stiften (= REALTEIL), Geldmarkt und Wertpapiermarkt
(=MONETÄRER TEIL).

Der Grenznutzenrevolutionär Walras besagt in einem Gesetz: "Sind n-1 Märkte im Gleichgewicht, dann auch der n-te
Markt!" Dabei sei bemerkt laut Fritz Helmedag, daß der Arbeitsmarkt auch ein Gütermarkt im weiteren Sinne es. Es
gibt auch Nachfrage nach Arbeitskräften. Helmedag schlägt den Begriff "Warenmarkt" vor. Ob das nun eine Revolution
in der VWL ist, bezweifle ich. Aber lassen wir ihm seinen Spaß.

Wir produzieren. Produziert eine zusätzliche Arbeitskraft mit, erhalten wir einen höheren Ausstoß in Periode 1, als in
Periode 0 - eben ohne dieser zusätzlichen AK.

Wir produzieren immernoch. Wir multiplizieren die AK mit dem Preis und erhalten: Die neue Einnahme. Die neue AK
produziert ein Gut mit Preis x DM, also erhöht sich die Einnahme.

Mal ganz allgemein: Wenn mehr Leute arbeiten, schaffen sie mehr in einer Periode, die Preise fallen. Aber Vorsicht !
Das ist nicht so einfach. Die AK-Kosten steigen. Irgendwann kann nicht mehr kostendeckend verkauft werden. Der
Lohnsatz sinkt.
Der Lohnsatz ist vom Preis abhängig.
Beispiel Ostdeutschland: Die Preise sind niedriger als in den alten BuLä. Der Reallohn ist niedriger. Das heißt nicht, wir
seien faul und unproduktiv, sondern wir haben nach der "Wende" bessere Techniken.

Die Bundesländer haben das gesamtwirtschaftliche Gleichtgewicht zu beachten. So steht es im Gesetz. Das sind die
Ziele:
       - Preise stabil
       - hohe Beschäftigung
       - außenwirtschaftliches GG

Nun gibt es 3 Arten: stabile, labile und instabile Gleichgewichte. Das beste ist natürlich das stabile.

Konzept Walras:
Sind die Preise höher als GG-Preis - Angebotsüberschuß
Sind die Preise niedriger als GG-Preis - Nachfrageüberschuß. So gilt es auf dem Konsummarkt.

Konzept Marshall:
Er reguliert mit der Menge.
Bei AngebotsPREISüberschuß reduziert er die Menge.
[Hier muß man Angebots- und Nachfragekurve vor Augen haben !]
Der Angebotspreisüberschuß ist rechts von den beiden Kurven, sozusagen im Osten. Reduziere ich die Menge, so
wandert unser fiktiver Punkt nach links - Richtung GG-Preis.

Stelle man sich vor, beide Kurven sind am fallen. Bei Walras heißt das Instabilität. Marshall dagegen: Stabilität. Warum
? Er nimmt das Gesetz der Massenproduktion. Steigt die Herstellungszahl so sinkt der Preis. [Nehmt die Kurven wieder
zur Hand]
Links von der Nachfragekurve ist ein Nachfrageüberschuß vorhanden - eine größere Menge wird nachgefragt. Bei
Walras würde jetz der Preis steigen um zum GG-Punkt zu kommen.

Marshall will die Mengenanpassung. Er läßt mehr herstellen, die Nachfrage wird befriedigt, die Preise sinken durch
Massenproduktion, der GG-Preis ist niedriger.

Zusammenfassung: Walras tüftelt mit dem Preis, Marshall mit der Menge.




6. Stabilitätsgesetz

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•Ziele: Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsstand, außenwirtschaftliches
             Gleichgewicht, stetiges Wirtschaftswachstum

•Preisniveaustabilität:
       •über Preisindex für Lebenshaltung gemessen
       •Preisindex:       Paasche (untertreibt)
                 Laspere (übertreibt)
       −Preise für Güter und Dienstleistungen bleiben gleich                       ⇒    keine   Inflation   ⇒   kein
          Vermögensverlust ⇒ keine Verschlechterung der Lebensqualität

•hoher Beschäftigungsstand:
      •keine Vollbeschäftigung
      •Arbeitslosenquote = registrierte AL / Erwerbspersonen
      •Wohlfahrtssteigerung
       •Okunsches Gesetz: neg. Zusammenhang zwischen Höhe d. AL-Quote und Änderung d. Volkseinkommens (yn
          ↑, AL ↓)
       •Politik legt Grad fest, wann Ziel erreicht

•außenwirtschaftliches Gleichgewicht:
      •Zahlungseingang = Zahlungsausgang, Importe = Exporte
      •⇒ Währunsreserven nicht verändert
      •Ziel erreicht: Außenbeitrag zwischen 1 - 1,5% d. BIP, Export - Import > 0

•stetiges Wirtschaftswachstum:
        •Konsumversorgung ↑, Nutzen ↑, Wohlfahrt ↑
        •techn. Fortschritt ⇒ Arbeitszeit ↓
        •Steuereinnahmen ↑
        •Sozial-, Entwicklungshilfeleistungen
        •wenn Rate zwischen 2 - 3 % ⇒ ca. in 25 Jahren Verdoppelung

•Ziele nicht gleichzeitig erfüllbar !
•AL-Quote ↓ ⇒ Preisniveau ↑ !!!
•Phillipskurve: neg. Zusammenhang, Lohnsatz ↓ ⇒ AL-Quote ↑
                             Lohnsatzstabilität ⇒ AL-Quote ↑
•modifizierte Phillipskurve:
                      •statt Lohnsatzsteigerung Preissteigerung
                      •Preisstabilität ⇒ AL-Quote ↑
                      •Lohnsatz ↑ ⇒ Preis ↑
                      •Preisstabilität nur dann, wenn Löhne mit Produktivität steigen
                      •empirisch: Phillips-Loops, allgemeiner negativer Trend




7. Konzepte zur Messung des Preisniveaus
    •Preisniveau = Preisindex für die Lebenserhaltung
    •Lasperes

        I lasperes = ∑ p1i*q0i / ∑p0i*q0i
        (= (Summe der Preise der aktuellen Periode 1 mal der Menge der Basisperiode 0) /
            (Summe der Preise der Basisperiode 0 mal der Menge der Basisperiode 0))

        Problem: übertreibt Wirkung der Preiserhöhung (da Mengenstruktur gleich bleibt), Möglichkeit der
        Substitution nicht beachtet

    •Paasche

        I paasche = ∑ p1i*q1i / ∑ p0i*q0i

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        Zeigt aktuelle Verbrauchsstruktur im Vergleich was man früher dafür bezahlt hätte

        Problem: untertreibt, Substitution wird eingerechnet, Wohlfahrtsverluste aussen vorgelassen

Beispiel:
Warenkorb
          Gut           Q0          1998           P0                   Q1           2000           P1
1 Brot                  52                          2                   48                        2,50
2 Wein                  52                          5                   50                           5
3 Zahnpasta             15                          2                   15                           3
4 Kino                  10                         15                   20                           8


I Lasperes = (2,50*52 + 5*52 + 3*15 + 8*10) / (2*52 + 5*52 + 2*15 + 10*15)
         = 365 / 400
           = 0,9125

I Paasche = (2,50*48 + 5*50 + 3*15 + 8*20) / (2*48 + 5*50 + 2*15 + 15*20)
          = 575 / 676
          = 0,8506




8. Was ist Inflation? Welche Erklärungen für Inflationsprozesse kennen Sie?
•Inflation = Steigerung des allgm. Preisniveaus
              (durchschnittliche Veränderung aller Einzelpreise)

Messung: über Preisindindex (repräsentative Auswahl von Gütern und Preisen, die eine            Kennziffer über die
durchschnittliche Preisentwicklung darstellen)

Wirkungen:
 ineffiziente Allokation (= Mittelzuteilung)
 Fehlleitung von Produktionsfaktoren durch gestörten Marktmechanismus
   normalerweise sind Preisänderungen für Anbieter und Nachfrager Signale, wo es sich lohnt wirtschaftlich tätig zu
   werden, d.h. Angebot und Nachfrage gleichen sich tendenziell aus und                 Knappheitsverhältnisse
   werden beseitigt
 Bei Inflation → viele Preisänderungen → falsche Signale für Mittelzuteilung führt zu Hemmung von Wachstum und
   Beschäftigung
 Gefahr der Beschleunigung der Inflation durch spekulative Nachfrageerhöhung

Distributionsprobleme (= Mittelverteilung)
 Veränderung bzw. Verzerrung der Einkommens- und Vermögenssituation
   (Schuldner werden bevorteilt, da Vertrag auf nominaler Basis / Lohnlag)

Ursachen:
1.Monetäre Inflationsursachen: Erhöhung der Geldmenge→ Verkehrsgleichung
2.realwirtschafliche Ursachen:
            demand-pull: erhöhte Nachfrage treibt Preise nach oben
            demand-shift: Nachfrageverlagerung
            profit-push: um Gewinne zu steigern erhöhen die Unternehmen die Preise
            cost-push: erhöhte Kosten → Umlagerung auf Preise
            Inflationsimport

Anti-Inflationspolitik: Staatl. Regulierung: Geld-, Finanz-, Einkommenspolitik und außenwirt. Absicherung




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9. Steuern

        K(q) = 20 + 2q = K        +K         ;          q = 12 - p
                          fix          var
        Grenzkosten = Preis

a)      Gewinn = Umsatz - Kosten
                      = (Preis * Menge) - (K            * Menge) - K
                                                  var                  fix
                 = (p * q) - (K    * q) - K
                              var          fix
                = p * (12 - p) - 2 * (12 - p) - 20
                = ...
                = -p² + 14p - 44             | nach Preis p ableiten
        Gewinn' = -2p + 14 = 0 | = 0 setzen
                p=7

        Menge = 12 - p
              = 12 - 7 = 5

        {p=7 DM, q=5 St}                                (St = Stück/verkaufte Menge)

b) Preis&Menge bei USt=20%
         USt = Steuer auf Nachfrageseite,
         p = 1,2p
          B       N
         G       =U-K                                       | K(q) = 20 + 2q; q = 12 - 1,2p
                 = (p * q) - (p * 2q) - 20
                 = p * (12 - 1,2p ) - 2 * (12 - 1,2p ) - 20
                    N               N               N
                 = -1,2p ² + 14,4p - 44                     | nach Preis p ableiten
                         N          N
                 0 = -2,4p + 14,4                                    | = 0 setzen
                           N
                 p = 6; q = 12 - 1,2 * 6 = 4,8              | q(p ) = q(p )
                  N                                              N        B
                 p = 1,2 * 6 = 7,2                                   | 12 - 1,2p = 12 - p
                  B                                                             N         B

        {p = 6DM/ p = 7,2DM, q= 4,8 St}
          N        B

c) Verbrauchsteuer=Mengensteuer=Outputsteuer: 1 DM je St
        G        = G - Tax * x = p * x
          N         B              N
                 = p * x - Tax * x = p * x       | :x
                    B                 N
                 = p - Tax = p
                    B          N
                 p = p + Tax
                  B     N
        q(p ) = 12 - p
           B
        q(p ) = 12 - T - p
           N
                 = 11 - p

        G        =U-K
                 = p * (11 - p ) - 2(11 - p ) - 20
                    N         N            N
                 =?
                 = -p ² + 13p - 42                 | nach p ableiten und = 0 setzen
                     N       N
                 0 = -2p + 13
                        N
                 p = 6,5; q = 11 - 6,5 = 4,5
                  N

        {p = 6,5DM/ p =7,5, q= 4,5 St}
          N          B

d) Gewinnsteuer 20%


                                                              6
         Ohne direkte Auswirkung auf den Preis, daher ursprüngliche Funktionen
         G        = (U - K)*1 - (U - K)*Tax
                  = (U - K) * (1 - Tax)
                  = (U - K) * 0,8
                  = (p * (12 - p) - 2 * (12 - p) -20) * 0,8
                  = (-p² + 14p - 44)0,8        | nach p ableiten und = 0 setzen
         0 = -2p + 14
         p = 7; q = 5 (wie bei Aufgabe a)
         {Steuereinnahmen = 0,2*(-p² + 14p - 44)

         {p=7 DM, q=5 St}

e) Analyse

Steuerart     Preis DM /Menge Auswirkung auf Beschäftigung                                         Steuerein-nahmen
              St
(ohne)        p=7, q=5        Hoch                                                                 null
USt 20%       p=7.2, q=4.8    Sinkt stark, weil durch die steuerbedingt gestiegenen Preise         (7,2-6)*4,8= 5,76
                              auch die gehandelte Menge zurück gegangen ist
Mengenst      p=7.5, q=4.5    Hier steigt der Preis infolge der Steuer am stärksten, weshalb       4,5
1DM                           auch die Beschäftigung relativ stärker sinkt
Gewinn-steuer p=7, q=5        Geht leicht zurück, weil die Unternehmer höhere Abgaben zu           1
                              tragen haben, aber weniger stark als oben

Als Empfehlung würde ich der Bundesregierung die Einführung einer Umsatzsteuer vorschlagen. Diese führt zu relativ
hohen Steuereinnahmen bei gleichzeit moderater Auswirkung auf die Beschäftigungslage. Im Sinne einer
Gleichbehandlung beider Marktseiten wäre eine zusätzliche Besteuerung des Gewinns denkbar.




10. Erläutern Sie saisonale, friktionelle, konjunkturelle und strukturelle
Arbeitslosigkeit.
saisonell:                  regelmäßig wiederkehrender Unterschied des Bedarfs an Arbeitskräften eines Wirt-
                     schaftszweiges im Laufe eines Jahres (Bauwesen, Tourismus), beseitigt sich von selbst
friktionell:         Reibungsarbeitslosigkeit; bedingt durch ständigen Wechsel von Arbeitskräften (Personen, die
                     Arbeit haben, aber nach einer neuen suchen)
- saisonelle und friktionelle Arbeitslosigkeit sind für das Stabilisierungsziel eines hohen Beschäftigungsstandes nicht
  von Bedeutung
konjunkturelle:      - tritt während einer Rezession auf (also bei geringer Nachfrage); die Produktionskapazität steigt
                        (durch technischen Fortschritt) jährlich an (langfristiger Wachstumstrend), fällt die tatsächliche
                        genutzte Kapazität unter diesen Trend, gibt es mehr Arbeitslose
                     - Gegenmaßnahme: Anhebung der Nachfrage nach Konsumgütern (Steuern senken, Rente etc.
                        nicht senken, Staatsausgaben anheben)
                     - die konjunkturelle Lage ändert sich wieder, d. h. die daraus entstehende Arbeitslosigkeit
                        verschwindet quasi von selbst wieder
strukturelle:        - Sockelarbeitslosigkeit; eine bestimmte Anzahl von Arbeitslosen, die unabhängig von den
                        konjunkturellen Schwankungen besteht (dadurch also auch nicht aufgehoben werden kann)
                     - mikroökonomische Gegenmaßnahmen:
                        Senken der Löhne (Arbeitskraft wird billiger, mehr Arbeitskräfte werden eingestellt – für Inland
                        aber schlecht, weil weniger Lohn heißt weniger Kaufkraft);
                        alternativ: Anheben der Löhne (unter der Voraussetzung: je mehr Lohn man bekommt, desto
                        kürzer muss man arbeiten)
                     - makroökonomische Gegenmaßnahmen (steigt das Volkseinkommen, steigt auch der
                        Beschäftigungsstand): Steuern/Importe senken, Konsum/Export/Investitionen steigern,
                        subventionieren




                                                            7
11. Ursachen der Arbeitslosigkeit
Ursachen der Arbeitslosigkeit aus neoklassischer Sicht:
Arbeitsangebot ist abhängig vom Reallohn
(Bitte an dieser Stelle die Anhänge makro62.jpg-makro68.jpg beachten)

 Ursache für unfreiwillige Arbeitslosigkeit liegt nun in einem Reallohn, der über dem gleichgewichtigen Preis liegt,
  nicht alle Anbieter kommen nach der Logik des Marktes zum Zuge, Arbeitsnachfrage ist geringer als im
  Glcichgewicht

   Lösung:
 Senkung der Reallöhne zum Gleichgewicht hin
 ohne Preiskonkurrenz der Anbieter wird Arbeitslosigkeit nicht verschwinden


   Probleme:
 Senkung von Löhnen meist unmöglich
 möglicherweise sogar erhöhte Arbeitslosigkeit durch Lohnsenkungen wegen größerer Nachfrage nach Arbeit und
   Entlassungen durch Kaufkraftverluste
 Maschinen nicht unbegrenzt durch Arbeitskräfte ersetzbar, Umkehrung gilt ebenfalls



Ursachen der Arbeitslosigkeit aus keynesianischer Sicht:
 Nachfrage nach Arbeitsleistungen ist dem Modell der Neoklassiker identisch
 Unterschied liegt auf der Angebotsseite des Arbeitsmarkts:
 Angebotssentscheidungen orientieren sich nicht am Reallohn, sondern am Geldlohn (kollektive Lohnverhandlungen -
   Geldillusion, höhere Geldlöhne stets vorteilhaft ohne Berücksichtigung der Preisniveauentwicklung
 Geldlohnsatz nach unten unflexibel durch gesetzliche Mindestlohnregelungen, Tarifvereinbarungen (»Elementare
   Makroökonomik« S. 119 - bitte an dieser Stelle die Anhänge makro119.jpg - makro121.jpg beachten)
 Arbeitslosigkeit erklärbar durch Geldlohninflexibilität - im Prinzip den Klassikern ähnlich

   Lösung:
 höhere Beschäftigung durch Inflation, da steigendes Preisniveau Kurve der Arbeitsnachfrage nach rechts wandern läßt
   durch Reallohnsenkung


  Probleme:
 Geldillusion realistisch?




12. Zwei Länder A und B pruduzieren jeweils eine Einheit zweier Güter X und
Y. Einziger Produktionsfaktor ist Arbeit. Je Produkteinheit fällt folgender
Arbeitsaufwand in Stunden an:
                  Land A         Land B
   Gut X           100             40
   Gut Y            50             45

Wie bergündete David Ricardo (1772-1823) die Zweckmäßigkeit von Außenhandel?
Nutzen Sie zur Beantwortung dieser Frage das obige Beispiel. Annahmen: Güter tauschen sich im Verhältnis
1:1/ der Export von Y betrage 1,1/ die Spezialisierung sei vollständig.

Absolute Kostenvorteile: ein Gut betrachtet und zwei Länder
   •das Land, was Gut absolut billiger herstellt, exportiert
   •wenn Produktionskosten und Transportkosten billiger, dann kommt es zum Aussenhandel


                                                           8
Ricardo: Aussenhandel sinnvoll bei komparativen Kostenvorteilen
         jenes Gut soll exportiert werden, welches relative im jeweiligen Land zum anderen Gut billiger hergestellt
         wird

Vor Spezialisierung:

                              Land A                           Land B                             Total
                        In              Out              In               Out              In              Out
     Gut X              100              1               40                1              140               2
     Gut Y              50               1               45                1               95               2
       ∑                150              -               85                -              235                -


Nach Spezialisierung:

                              Land A                           Land B                             Total
                        In              Out              In               Out              In              Out
     Gut X               -               -               85              2,25              85              2,25
     Gut Y              150              3                -                -              150               3
       ∑                150              -               85                -              235                -


Gleicher Arbeitseinsatz wie vor Spezialisierung, aber höherer Output
Komparativer Kostenvorteil = Internationale Arbeitsteilung + Nationale Arbeitsteilung




13. Was versteht man unter den Terms of Trade?
= Austauschrelationen zwischen den Import- und Exportgütern eines Landes:
  bzw. bei den Commodity Terms of Trade als Mengenverhältnis zwischen bestimmten Gütern
- sind abhängig von den nationalen Preisen und dem Wechselkurs
- steigen die Terms of Trade, dann bekommt ein Land für die gleiche Menge Exportgüter eine größere Menge
  Importgüter
- steigt die Qualität der Exportgüter, dann sinken die Terms of Trade (andersrum ebenfalls möglich)
- Prebisch-Singer-These: die Terms of Trade in den Entwicklungsländern haben sich bezgl. der Industrieländer massiv
  verschlechtert (Preise für Primärgüter sanken, die für Industriegüter stiegen)




14. Was ist eine Zahlungsbilanz? Wie ist sie prinzipiell aufgebaut? Welche
Teilbilanzen enthält sie? Welche Grundgleichung muss immer erfüllt sein?
= eine systematische Aufzeichnung der ökonomischen Transaktionen, die während eines bestimmten Zeitraums
  zwischen Inländern und Ausländern stattgefunden haben (nach IWF)
- sie ist grundsätzlich aufgeteilt in Leistungsbilanz und Forderungsbilanz (Kapital- & Devisenbilanz), d. h. es gibt
  eine Aussage über die Leistungsfähigkeit (Konkurrenzfähigkeit eigener Produkte) und die Zahlungsfähigkeit der
  Volkswirtschaft
- die Leistungsbilanz unterteilt sich in: Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz, Erwerbs- und Vermögenseinkommen,
  Übertragungsbilanz
- die Kapital- & Devisenbilanz enthält: Kapitalbilanz, Devisenbilanz, Restposten
- die Zahlungsbilanz ist immer ausgeglichen (d. h. die Salden von Leistungs- und Forderungsbilanz sind gleich groß)
  und daher gilt:
  (Güterexport – Güterimport) + (Kapitalimport – Kapitalexport) = 0

                                                          9
15. Zahlungsbilanz
•Zahlungsbilanz immer ausgeglichen (doppelte Buchführung)
•nur Struktur der ZB unausgeglichen
•da verschiedene Erfassungs-, Bewertungsprobleme und statistische Erfassungslücken ⇒ immer Defizit / Überschuß in
   Teilbilanzen ⇒ in Restposten übernommen ⇒ ausgeglichene ZB




16. Unterschied zwischen Wachstums- und Konjunkturtheorie
Wachstumstheorie: Volkswirtschaften sind in der Lage jedes Jahr mehr Güter und Dienstleistungen zu produzieren
Gründe des Wachstums: wissenschaftlich-technischer Fortschritt, Investition in neue Techniken

Die Theorie beschäftigt sich mit den Faktoren und Bedingungen, die langfristig den ökonomischen Wachstumsprozess
beeinflussen.


Konjunkturtheorie: Erklärung von expansiven und kontraktiven (zusammenziehenden) Prozessen in der
Volkswirtschaft --> auch Konjunkturschwankungen genannt


Unterschied: (Vermutung!!!) Wachstumstheorie ist auf eine langfristige Sichtweise angelegt, die Konjunkturtheorie
betrachtet kurzfristig




17. Begriffe Wachstum, Wachstumsrate, Verdopplungszeit
Wachstum:
       Erhöhung des BSP pro Kopf im Land. Dies soll möglichst gleichmäßig mit etwa 2..3 % p.a. erfolgen. Ursache
       f. W.: Produktivitätszuwachs infolge effizienterer Maschinen/Prozesse/Verfahren. Folge v. W.: höhere
       Konsumversorgung => Wohlfahrtsgewinn

Wachstumsrate:
       Veränderung des realen BSP im Vergleich zum Vorjahr in %

Verdopplungszeit:
       Die Zeit, in der eine Größe (z.B. BSP oder Volkseinkommen) das doppelte seines Anfangswertes erreicht. 2..3
       % bedeutet Verdopplung etwa in 25 Jahren
                    rT
       2Y = Y *e          |:Y     (gesucht: T)
          t     t             t
               rT
       2 = e
       ln2 = rT
       T = ln2 / r                (r = Wachstumsrate)




18. Wachstum und Ziel

                                                         10
Warum Wachstum?
         -Steigerung der Wohlfahrt,
         -Wachstum entschärft Verteilungskampf
                  oBsp: Kein Wachstum, nur geringe Produktion/Outputmenge: Wenn bekannt ist, das nur noch die 10
                      am Lager befindlichen KfZ zu kaufen sind und im nächsten Jahr keine weiteren reinkommen,
                      dann werden diese 10 zu einem astronomischen Preis gehandelt.
         -Unter Wachstum sind Strukturveränderungen leichter umzusetzen
         -Die Konsumenten können bei höherem Einkommen gleichzeitig von niedrigen Preisen profitieren, was das
              System wiederum (in geringem Maße) ankurbelt
Kritik am W.ziel?
         -Wachstum nicht ins Unendliche möglich
                  oNat. Ressourcen erschöpfbar
                  oBelastbarkeit der Umwelt begrenzt
                  oBackstop-Technologien verhindern W. (leisten gleiches ohne Ressourcenverbrauch, z.B. Plutonium-
                      /Fusionsenergie, großtechnologische Solarenergie)




19.Begriffe
    •Paläoliberalismus:
        alter Liberalismus (Whigs), Marktgesetze stehen im Vordergrund, niedrige Staatseinfluss (Nachtwächter), hohe
        individuelle Freiheitsrechte

    •Neoliberalismus:
       Aus Freiheitsrechten heraus ruft Neoliberalismus Staat um Hilfe an, das Laissez-Faire wieder herzustellen
       Aufspaltung in: gemäßigter Liberalismus und Ordoliberalismus

    •Interventionismus
        Jedwedes Eingreifen des Staates in Wirtschaftsprozess bzw. auch punktuelles Eingreifen bei Probleme
        Preis-, Mengen-, Investitionskontrolle als Instrumente mit Erhaltungs- oder Anpassungseffekt
        Marktallokationsmechanismus wird anerkannt
        Interventionismus steht zwischen Markt- und Planwirtschaft

        Beispiele:       Versorgungsmaßnahmen: Gas, Wasser, Strom,... in Städten eingeführt (egal, ob rentabel oder
                         nicht)
                 Versicherungssysteme (Krankenversicherung, ...)




20. Staatsphilosophen der Aufklärung und ihre wichtigsten Grundgedanken
    •Jean Bodin (1530 - 1596), Souveränitätsdoktrin (Sicherheit etc. als Aufgabe des Staates durch Gewaltmonopol,
        absoluter Herrscher steht über dem Gesetz und erhält daraus Gewalt des Friedens)
    •Thomas Hobbes (1588 - 1679), "Leviathan" 1651), Staat hat unbeschränkte Macht, Mensch ist egoistisch -
        Vertrag jeder mit jeden - alle unterwerfen sich dem Herrscher - dieser ist gut
    •John Locke (1632 - 1704), Gewaltentteilung, Leute machen Vertrag mit Staat, Mensch hat unveräußerliche
        Menschenrechte, daran findet Staat seine Grenze (es gibt Widerstandsrecht), Gesetzgebung von
        Gesetzesvollziehung trennen
    •Charles de Montequieu (1689 - 1778), 3 Gewalten (Legislative, Judikative, Exekutive), die wechselseitig
        verschränkz sind, Steuern nur erhebbear, wenn feststeht wie lange Gestetz gilt (dass nicht Zweck wegfällt und
        Steuer weiterhin besteht, Bsp. Sektsteuer)
    •John Jacques Rousseau (1712 - 1778), Vertragstheoretiker, Notwendigkeit des Staates: Volk soll Herrschaft
        übernehmen, Mensch ist von Natur aus frei, Mehrheitsentscheidungen sind gut (zum Wohl der Gesellschaft,
        Demokratie)
    •Immanuel Kant (1724 - 1804), "Ausgang des Menschen aus seiner selstverschuldeten Unmündigkeit zur Freiheit
        von aller dogmatischer Vormundschaft"


                                                         11
    •David Hume (1711 - 1776), Empiriker: habe nur im Verstand, was vorher im Sinne war
    •Georg W. Hegel (1770 - 1831), Geschichte führe zum richtigen Staat




21. Ordoliberalismus
Staat regelt und kontrolliert, unterbindet Machtkonzentration
Simultanität von Wirtschaft und Sozialen




22. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gesamtwirtschaftlichen
Gleichgewichtskonzepte von Walras, Quesnay, Marx, Keynes
   Walras (Neoklassik):
 Anfangsverteilung --> (1xTausch)--> Endverteilung
 Auktionator legt Preise fest - Haushalte entscheiden sich für/gegen Tausch
 Resultat: optimale Nutzenverteilung - erst nach Zufuhr neuer Güter neuer Tausch
 Tausch als linearer Prozeß, Tausch zur Maximierung des Nutzens aus dem Konsum

  Quesnay, Marx (Klassik):
 Anfangsausstattung (Input) --> (Produktion/Unternehmung) --> Endausstattung (Output) --> (Tausch/Markt) -->
  Anfangsausstattung

   Keynes
 Es rücken Entstehung und Verteilung des gesamtwirtschaftlichen Einkommens in den Hintergrund, dafür wird
   Entstehung und Verwendung des Einkommens zur Güternachfrage in den Blickpunkt.
 Ursache ist die erreichte Sparfähigkeit der Erwerbsbevölkerung. Die Einkommen wuchsen über die reinen
   Lebenshaltungskosten hinaus.




23. (nicht existent)
24. a) Nennen Sie zwei Entwicklungsstufen des Tableau Economique von
Francois Quesnay und stellen sie diese in geeigneter Form dar.
Tableau Economique: - 1. Wirtschaftskreislauf
                         = Kernstück der physiokratischen Lehre (Boden ist die einzige Quelle des Wohlstandes
                         →ordre naturel →ordre positif)
                         Einteilung der Gesellschaft in Klassen

Kontenform: (siehe Hefter)

classe productive                         classe distibutive                 classe sterile
erwirtschaften produit                    erhalten produit net               betreiben nur Stoffumwandlg.

Vorgänge:
            1.classe prod. (c.p.)verbraucht aus eigner Herstellung 1N + 1R
            2.classe sterile kauft 1N + 1R von c.p.
            3.classe distributive kauft von c.st. 1M
            4.c.d. kauft 1N vom c.p.
            5.c.p. kauft 1M von c.st.

                                                          12
            6.produit net von c.p. an c.d. (1N + 1R)

Gesamtprodukt( alle Einnahmen ,die auf Produktion beruhen): 3N+2R+2M = 7
Nettoprodukt(Gesamtprodukt Minus Vorleistungen aus Natur):7-2R = 5
Mehrprodukt: 3N+2R-1N-1R-1M = 2

                                          Kreislauf → zig zag (siehe Hefter)

                                             classe distributive
             classe productive                Anfangsausgaben                            classe sterile
                Einnahmen                            R                                   Einnahmen

            Rq                                         Rq                                  R(1-q)




           ....
   q          = Anteil aller Ausgaben aller Klassen für Agrarprodukt
   (1-q)     = Anteil aller Ausgaben aller Klassen für Manufakturwaren

 bei q = 0,5 Prozess geschlossen

•Jede Einnahme führt zu einer Ausgabe genau zur Hälfte ( oder anders : hälftige Einnahmen)
→Multiplikatorprozess




24b)Zeigen Sie anhand beider Tableaux, welche Konsequenzen eine
Abweichung des Ausgabenverhaltens der distributiven Klasse von der
natürlichen Proportion hat.
 bei Abweichen von der natürlichen Proportion ist der Kreislauf nicht mehr in sich geschlossen
   (q ≠ 0,5)
 Rente wird jedes Jahr geringer
 Landwirtschaft geht's schlechter
 Anfangsinput zu gering
 Wirtschaft bricht zusammen




25. Wirtschaftspolitische Aussage im Kontext des Tableau Economique von
Quesnay
König soll keine Steuern bei der produktiven Klasse (Bauern) erheben, sondern Kirche und Adel besteuern. Dies hätte
eine Umverteilung innerhalb einer Klasse zur Folge und wäre für die Gesamtwirtschaft vorteilhaft.




26. Unterschied zwischen linearen und zirkulären Wirtschaftsmodellen
•tableau economique
•Kreislauf zirkulär (Nemours):
              •erstes Mal geschlossener Wirtschaftskreislauf
              •Einnahmen = Ausgaben
              •ohne Multiplikator

                                                            13
             •Kritik:
                           •classe steril kein Eigenverbrauch an Manufakturwaren (vexing problem)
                           •wie kann sich classe productive Manufakturwaren von classe steril leisten, wenn diese
                               Luxusgüter?
                           •zeigt nicht, dass produit net nur von classe productive
                           •Rohstoffe (Basisprodukte, die fortlaufend in Produktionsprozess einfliessen) von
                               Manufakturwaren (Luxusgüter, gehen nicht mehr in Produktion ein) nicht abgegrenzt !!!

•Zick-Zack linear (Quesnay):
             •zeigt, wie Überschuß entsteht (nur classe productive)
             •Multiplikator Q = 2
             •Anfangsausgabe bewegt sich zick-zack-artig hindurch, konvergiert
             •classe steril hat Eigenverbrauch an Manufakturwaren




27. Reproduktionsbedingungen
a.)
•stationär entspricht ohne Kapitalanhäufung
•I Produktionsmittelsektor         c1 + v1 + m1   =            c1 + c2
                                                  Input                                 Output

•II Konsumgütersektor             c2 + v2 + m2    =      v1 + m1 + v2 + m2
                                                  m = Mehrwert           Nahrungsmittel f. Eigen-
                                                                                bedarf (v2), Sektor I (v1)
                                                                                und Kapitalisten beider
                                                                                Sektoren (m1,m2)

•Streichung aller doppelten Variablen ⇒           v1 + m1 =              c2


b.)
•mit Kapitalakkumulation
•I c1 + v1 + m1 =        c1+∆c1 + c2 + ∆c2                     (mehr Maschinen produzieren)

•II c2 + v2 + m2 =       v1 + ∆v1 + v2 + ∆v2 + k1 + k2         (mehr
                                                                                Nahrungsmittel produzieren)

                                          k1 + k2 ⇒ Kapitalisten konstanter Konsum, da sie nicht
                                               mehr Nahrungsmittel brauchen als vorher

•⇒ m1 =          ∆c1 + ∆v1 + k1
      m2         =       ∆c2 + ∆v2 + k2

        ⇒ Mehrwert ↑, wenn Produktion I + II ↑, Konsum k1 + k2 konstant

•m1 oder m2 in I oder II einsetzten
      ⇒ v1 + ∆v1 + k1 =            c2 + ∆c2                    ⇐         Gleichgewichtsbedingung
                                                                                 bei Akkumulation




28. Art von Wirtschaft durch das Tableau Economique
Bekannte Wirtschaftsarten: Tauschw, Beständew , Produktionsw


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T.E. schildert eine Produktionswirtschaft, weil die Produktive Klasse neben dem Eigenbedarf ein Mehrprodukt auf
gepachtetem Boden erzeugt, das als Pachtzins abgeführt (nicht getauscht) wird. Gleichzeitig werden Manufakturwaren
hergestellt, die entweder als Inputfaktor oder als Luxusgut gebraucht werden.




29. Welche Art von Wirtschaft wird durch das Walras-System modelliert ?
Leon Walras. Ein Hugenotte. Er meinte: Seltenheit <> Knappheit. Die Frage lautet: Wollen wir das Gut überhaupt
haben.

Darüber war in der Vorlesung nicht viel zu hören.




30. Art von Wirtschaft, die durch das Marx'sche Reproduktionsschemata
modelliert wird.
Produktionsmittelsektor:         c1 + v1 + m1      = c1 + c2
Konsumgütersektor:               c2 +v2 + m2       = v1 + m1 + v2 + m2

Reduziertes System:
v1 + m1 = c2                        “Stationäres“ Gleichgewicht
c2 = v1 + m1

1immer Produktion auf dem gleichen Niveau
1c2 löst sich auf in lebendige Arbeit (konstante Kapital)
1einzelne Größen müssen nicht in Geschichte zurückverfolgt werden




31. Patinkin und Papiergeld
Was geschieht gemäß Patinkin, wenn Papiergeld in das Walras-System eingeführt wird ?

P. meint, die Nachfrage für ein Gut = Angebot für ein Gut. Will jemand verkaufen so will dieser Geld als
Gegenleistung. Der Geldmarkt ist also wichtig.

Der Preis für ein nachgefragtes x Menge multipliziert mit der Nachgefragten Menge IN DER SUMME AUS ALLEN
GÜTERN ergibt den Umsatz. Das ist das absorbierte Angebot.
Dieser Preis ist der Geldpreis = alter relativer Preis multipliziert mit dem Geldpreis des ehemaligen Numeraire.
Ein GELDSCHLEIER wölbt sich über die Wirtschaft, aber im Kern bleibt alles gleich.

"... money does'nt matter ..." = klassische Auffassung ist laut Helmedag falsch.
Die Wirtschaft besteht aus dem Realteil und aus dem monetären Teil.

Patinkin versuchte die klassische Lehre zu retten. Die REALKASSE sei der Papiergeldbestand geteilt durch
Preisniveau.

[Formel]

Einführung von Papiergeld - langfristig tut sich nichts.




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32. Klassische Dichotomie
•klassische Dichotomie = theoretische Trennung zwischen nominalen und
                                         realen Variablen, realer und monetärer Geldsphäre
•nominale Variablen:     in Geldeinheiten ausgedrückt, durch Veränderung der
                                           Geldmenge beeinflußt!
•reale Variablen:        in Mengeneinheiten ausgedrückt

•M * V =         P * T gewandelt in ⇒

   ∑∏ M * X d =           ∏ M*∑∏ *Xs                 =         P*T
     j     j               n    j  j

•reale Verhältnisse nur verschleiert, nicht verändert (Geldschleier)
•Patinkin hat Walras-System nicht weiterentwickelt, nur ein weiteres Gut (Geld) eingeführt
•Einheiten jetzt in Geldeinheiten statt in Realguteinheiten (Brot)




33. Walras-Gesetz und Walras-Folgerung
wissenschaftl. Grundlage: ordinale Nutzentheorie (N. meßbar, ohne Abstände)
Ausgangsdaten: Anfangsausstattung
                          Präferenzordnungen f. Güter gegeben
                  (Produktionssphäre vernachlässigt)
                          Vollkommene Märkte
                          Vollkommene Markttransparenz
Action: Auktionator wählt ein Gut als numeraire (Zählgut) und gibt für alle übrigen Güter n-1 relative Preise bekannt,
zu denen gehandelt werden soll. Wenn noch nicht alle Transaktionen abgeschlossen sind (Preis zu hoch/niedrig), wird
ein neuer Preis bekannt gegeben, bis alle Märkte geräumt sind.

W.Schlußfolgerung: Wenn diese n-1 Märkte geräumt sind, muß auch der n-te Markt geräumt sein. (Sowie das Aggregat
aller Märkte)

34. Erläutern Sie das Say-Gesetz.
Jean Baptiste Say (1767-1832)
              Vertreter der klass. Nationalökonomie
              systematisierte die Gedanken von Smith und verbreitete sie in Frankreich
              Einteilung der VWL in Produktion, Konsumation und Distribution
Idee: Menschen arbeiten nur/ sind Anbieter, weil sie andere Güter wollen (Einnahmen wieder        Ausgeben)

Say-Gesetz (Theorie der Absatzwege):
eine allgm. Überproduktion in einer Volkswirtschaft ist unmöglich, da jedes Angebot in demselben Umfang
kaufkräfige Nachfrage schaffe, die durch Faktoreinkommen und Gewinn dem Wert der erstellten Produkte entspreche.
Jede Produktion schaffe sich ihre eigene Nachfrage. Produkte werden immer nur mit Produkten gekauft. Geld ist nur ein
Schleier, der diesen Tatbestand verhüllt. Somit ist nur eine partielle Überproduktion möglich, der eine Unterproduktion
an einer anderen Stelle entspricht ( ist aber nur temporär, wird durch Preismechanismus ausgeglichen)

Das Gesetz gilt nur in einer Naturalwirtschaft (ressourcenbeschränkt, keine Absatzprobleme)!

Siehe Gleichung 12 im Hefter




35. Vergleichen Sie markttheoretische und kreislauftheoretische Ansätze zur
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     Erklärung und Behebung von Arbeitslosigkeit.
Kreislauftheoretisch:
Es geht alles soweit beim Sparen los. Kurz zusammengefaßt: Durch unser Sparen geben wir Kreditmittel zur
Verfügung. Es wird investiert, wenn allerdings die Preise für den Kredit stimmen.
Keynes meint, Sparen sei nicht zinsabhängig, sondern abhängig vom Volkseinkommen. Das ist was wahres dran. Die
Sparfunktion bestimmt aber den Zinssatz, und damit regiert S. die Investition.

Stellen wir uns ein Diagramm vor. Wir zeichnen y-Achse den Zinssatz, x-Achse die Spar- bzw. Investitionsfunktion.
Bei einem hohen Zinssatz sparen wir. Bei einem hohen Zinssatz investieren wir kaum. Bei einem niedrigen Zinssatz
geht die Sparfunktion zurück, Investitionen kommen in greifbare Nähe. Ergo: Wir brauchen einen
Gleichgewichtszinssatz. wo sich Sparfunktion und Investitionsfunktion treffen.

Doch: Sparen ist nicht gleich geplante Investition. ALLE Ersparnisse - auch die Geldstrümpfe - müssten dem Kreislauf
zugeführt werden.

EXTREMFALL: Zinssatz geht gegen Null. Die Investitionen sind groß. Es gibt aber kein GG. In der Realität: Es gibt
einen Mindestzinssatz, damit Sparfunktion und Investitionsfunktion auseinanderklaffen.

Die Investitionen machen sich nun auf dem ARBEITSMARKT bemerkbar.
Je mehr Leute ich einstelle umso höher steigt mein Sozialprodukt. Natürlich gibt es eine Grenze beim Einstellen. Keine
Unendlichkeit. Lohnsatz sinkt, die Ausgaben sind nicht total geringer, aber pro AK deutlich.
Senken wir den Lohnsatz, das Produkt wird billiger, die Nachfrage steigt. [Diagramm]

Markttheoretisch:
Behebung von Arbeitslosigkeit bei technischer Fortschritt:

a) kein Lohnausgleich, Arbeitszeitverkürzung: doppelte Produktivität, weniger AK, Lohnsumme sinkt.

b) mit Lohnausgleich: die Hälfte an AK wird arbeitslos, der Rest bekommt den Restlohn. Schlecht.

Deshalb liegt die derzeitige Diskussion im Bereich der Arbeitszeitverkürzung. Denn zusätzliches Einkommen bedeutet
nicht unbedingt Nutzensteigerung. Dies ist eine irrationale Verteilung.
Deshalb lieber die Arbeitszeit verkürzen für den gleichen Lohn, mehr Leute können Arbeiten, dies führt zu einer
besseren Verteilung und alle sind happy. Mehr Leute bekommen Geld, der Nutzen von allen steigt.




36. Worin unterscheiden sich die Staatsauffassungen von Plato und Aristoteles?
(Stephans Version)
Platon (427 – 347 v. Chr.)
- Staat aus Schwäche des Einzelnen gegründet, nicht aus den Trieben der Menschen – der Staat übernimmt also eine
  Fürsorge-Rolle
- Arbeitsteilung, ist für gleiche Verteilung des Eigentums
- legt viel Wert auf Erziehung
- unterscheidet 3 Stände:         Lehrstand (Philosophen; die Philosophenkönige leiten den Staat)
                                  Wehrstand (Polizei, Verteidigung – bietet also gewisse öffentliche Güter)
                                  Nährstand (Bauern, Handwerker)
- versuchte seine Vorstellungen in Syrakus umzusetzen – er scheiterte...

Aristoteles (384 – 322 v. Chr., widerspricht seinem Lehrer Platon)
   erklärt Staatsgründung durch die natürliche Neigung des Menschen zur Gemeinschaft (Mensch sei ein zoon
      politikon - ein gesellschaftliches, staatenbildendes Wesen)
   Staat ist die höchste Form der Gemeinschaft (also nur nicht mit Schutzfunktion etc., sondern auch um [im
      übertragenen Sinne] etwas Vollkommenes zu finden)
   Unterordnung von Frau und Sklaven sei naturgegeben verachtet das Streben nach Reichtum




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36. Worin unterscheiden sich die Staatsaufassungen von Plato und Aristoteles?
(Nadias Version)
Aristoteles (384-322 v.Chr.)   (Schüler Platons)

 schuf Begriffspaar Gebrauchswert (individuelles Nützlichkeit von Gütern) und Tauschwert (Austauschverhältnis zu
   anderen Gütern)→findet sich später bei den Klassikern
 Ökonomie als Lehre von landwirtschaftlicher Eigenversorgung
 Ansätze wirtschaftswiss. Betrachtungen über Geld, Zins und Besteuerung
 Privateigentum wird gutgeheissen
 verwirft Zins, denn Geld kann sich nicht selbst vermehren, da nur Tauschmittel
 fasst den Menschen als zoon politikon ( Mensch von Natur aus gesellschaftliches Wesen) auf
 nimmt natürliche Ungleicheit unter den Menschen an, da Produktion des Einzelnen nicht messbar und somit keine
   gerechteVerteilung möglich
 rechtfertigt Slaverei
 Staat als höchste Form der Gemeinschaft
              Förderung des Daseins in tugendhafter Weise
              Sicherheit nach innen und aussen
              Tauschverkehr pflegen
→soll dem Gemeinwohl dienen

Platon (427-347 v.u.Z.) ( Schüler des Sokrates)
System des objektiven Idealismus
 1. Klassenanalyse durch Platon: Philosophen, Wehrstand (Polizei), Nährstand (Bauern)
 für Herrschaft der Slavenhalteraristokratie
 entwickelte einheitliche Erziehungsgrundsätze: Gleichberechtigte Erziehung beider Geschlechter → Auf Staatswohl
   gerrichtet
 Freiheit der Frau
 Herrschaft einer geistig hochstehenden Elite, der allein die Bildung vorbehalten blieb




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