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Geld – Ursprung und Bedeutung (PDF)

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Geld – Ursprung und Bedeutung (PDF) Powered By Docstoc
					JUSTUS-LIEBIG-UNIVERSITÄT GIESSEN
ALLG. BWL UND WIRTSCHAFTSINFORMATIK
UNIV.-PROF DR. AXEL C. SCHWICKERT




Begleitmaterial zum Thema

Geld – Ursprung und Bedeutung




Univ.-Prof. Dr. Axel C. Schwickert
JLU Gießen – Fachbereich 02 – Lehrfilme zum Thema Geld – Ursprung und Bedeutung       2


Lehrfilme zum Thema Geld – Ursprung und Bedeutung
      Geld-Historie                                   5:20 min
      Geldarten und -funktionen                       5:00 min
      Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank      4:50 min
      Multiple Geldschöpfung der Geschäftsbanken      4:00 min
      Geldmenge und Inflation                         3:50 min

Lernziele
1. Geld-Historie
      Die Gründe für das Entstehen von Geld als universellem Tausch- und Zahlungsmittel
       nachvollziehen können;
      Die heutige Bedeutung und Funktion von Geld im Kreislauf einer entwickelten
       Volkswirtschaft erfassen: Wertmesser und Recheneinheit, Mittel der Wertauf-
       bewahrung und Wertübertragung, gesetzl. Zahlungsmittel.

2. Geldarten und -funktionen
      Die verschiedenen Geldarten kennenlernen: Buchgeld (Sichteinlagen & Kreditlinien)
       und Bargeld (Münzen und Banknoten).

3. Geldschöpfung der EZB
      Das Phänomen "Geldschöpfung" und den Ablauf der Geldschöpfung durch die
       Europäische Zentralbank verstehen;
      Die Kontrollmöglichkeiten der EZB über den EURO-Geldmarkt erkennen.

4. Multiple Geldschöpfung der Geschäftsbanken
      Das Prinzip der "multiplen Geldschöpfung" durch die Geschäftsbanken verstehen;
      Den Begriff "Geldschöpfungsmultiplikator" kennenlernen und seine Errechnung ver-
       stehen.

5. Geldmenge und Inflation
      Eine einfache Definition der Euro-Geldmenge kennenlernen: Zentralbankgeld + Ge-
       schäftsbankengeld.
                   Geld – Ursprung und Bedeutung (Lösungen)
                   Arbeitsblatt 1
                   „Geldgeschichte" „Geldarten und Geldfunktionen"

   Aufgabe 1
Eine Naturaltauschwirtschaft ohne Geld ist heute kaum mehr vorstellbar. Es würden sich
erhebliche Schwierigkeiten beim Handel mit Gütern ergeben. Erklären Sie diese Probleme!
  Vergleichbarkeit der Werte. Vielfalt der Güter
……………………………………………………………………………….………………….............

   Aufgabe 2
„Geld ist ein universelles Tauschmittel.“
Begründen Sie diese Aussage!
 Geld ist gemeinsamer Nenner. Der Wert aller Güter lässt sich in Geld ausdrücken.
……………………………………………………………………………….………………….............

  Aufgabe 3
Neben Bargeld gibt es Buchgeld (stoffloses Geld). Was versteht man unter Buchgeld?
 Kontengeld bzw. Giralgeld, nur buchhalterisch auf Konten vorhanden
……………………………………………………………………………………………….….............

    Aufgabe 4
In welcher Form kann man über Buchgeld verfügen?
   Überweisung, Scheck, Lastschrift; EC-Karte
......................................................................   ......................................................................
......................................................................   ......................................................................

   Aufgabe 5
Unterscheiden Sie „Kurantgeld“ und „Scheidemünzen“!
 Kurantgeld: mit eigenem Materialwert (vollwertiges Geld)
……………………………………………………………………………………………….….............
 Scheidemünzen: ohne nennenswerten Materialwert
…………………………………………………………………………………….…………….............

    Aufgabe 6
In einer modernen Volkswirtschaft wird Geld in unterschiedlichen Funktionen eingesetzt.
Nennen Sie diese vier Geldfunktionen!
   Tauschmittel, Zahlungsmittel (Wertübertragung)
......................................................................   ......................................................................
   Wertmaßstab, Wertaufbewahrungsmittel
......................................................................   ......................................................................

  Aufgabe 7
Welche konkrete Funktion (Aufgabe) erfüllt Geld in den folgenden Fällen?

a) In einem Geschäft kauft ein Kunde für 400,- EUR
   ein Radiogerät.                                                                      [Tauschmittel /Handelsmittel                       ]
b) Ein Angestellter zahlt monatlich 52,- EUR in einen
   Bausparvertrag ein.                                                                  [Wertaufbewahrungsmittel                           ]
c) In der Bilanz einer Unternehmung wird das Vermögen
   an Gebäuden, Maschinen usw. aufgelistet.                                             [Wertmaßstab/Recheneinheit                         ]
d) Ein Verkehrsteilnehmer überweist an den Unfallgegner
   1.000,- EUR Schmerzensgeld.                                                          [Zahlungsmittel/Wertübertragung ]
 GIDA 2006                                                                                           Lösung Arbeitsblätter, Geld, Blatt 1
              Geld – Ursprung und Bedeutung (Lösungen)
              Arbeitsblatt 2
              „Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank"

   Aufgabe 1
„Geld ist ein Anspruch auf das Sozialprodukt“
Erklären Sie diese Aussage!
 Wert des Geldes entsteht durch das Sozialprodukt. Bedingungen: Vertrauen in die Währung,
……………………………………………………………………………….………………….............
  Funktionieren eines Währungssystems, Knappheit.
……………………………………………………………………………….………………….............

   Aufgabe 2
Die Geldmenge in einer Volkswirtschaft wird durch die EZB gesteuert. Wie hoch sollte die
Geldmenge im Idealfall sein?
 Geldmenge = Wert aller Güter und Dienstleistungen (stark vereinfachte Gleichung ohne
……………………………………………………………………………….………………….............
  Berücksichtigung der Umlaufgeschwindigkeit)

   Aufgabe 3
Erklären Sie, in welchem Fall es zu einer Inflation (steigenden Preisen für Güter) bzw. zu
einer Deflation (fallende Preise) kommen kann!
 Inflation: Geldmenge > Sozialprodukt
……………………………………………………………………………….………………….............
 Deflation: Geldmenge < Sozialprodukt
……………………………………………………………………………….………………….............

   Aufgabe 4
Durch die Geldschöpfung der EZB kommt Zentralbankgeld in den volkswirtschaftlichen
Kreislauf. Nennen Sie die zwei Möglichkeiten der Zentralbank, die Zentralbankgeldmenge
(„Geldbasis“) zu erhöhen!


                                                                   Geschäftsbanken
                 Kreditvergabe



                 Zahlung bei Kauf von Wertpapieren



   Aufgabe 5
Beurteilen Sie die nachstehenden Aussagen nach folgendem Schlüssel:

1 Die Zentralbankgeldmenge (Geldbasis) in der Volkswirtschaft steigt
2 Die Zentralbankgeldmenge (Geldbasis) sinkt
3 keine Änderung der Zentralbankgeldmenge (Geldbasis)

- Die Zentralbank kauft Aktien und zahlt, indem sie dem Verkäufer ein
  Sichtguthaben einräumt.                                                                [ 1 ]
- Ein Haushalt zahlt die KFZ-Steuern bar an das Finanzamt.                               [ 3 ]
- Eine Geschäftsbank erhält bei der Zentralbank einen Kredit.                            [ 1 ]
- Die Zentralbank verkauft am Devisenmarkt US-$ zur Stützung des Kurses.                 [ 2 ]


 GIDA 2006                                                         Lösung Arbeitsblätter, Geld, Blatt 2
              Geld – Ursprung und Bedeutung (Lösungen)
              Arbeitsblatt 3
              „Multiple Geldschöpfung der Geschäftsbanken"

   Aufgabe 1
Durch welche Geschäfte schöpfen die Geschäftsbanken zusätzlich zu dem durch die EZB
geschaffenen Zentralbankgeld Geschäftsbankengeld und erhöhen damit die Geldmenge in
der Volkswirtschaft?
  Kreditvergabe (Passivgeschäft der Banken)
……………………………………………………………………………………………….….............

   Aufgabe 2
Erklären Sie die Bedeutung von Kassenreserve und Mindestreserve bei den
Geschäftsbanken!
 Kassenreserve: Liquiditätsreserve für Barabhebungen
……………………………………………………………………………………………….….............
 Mindestreserve: vorgeschrieben, verzinsliche Hinterlegung bei der EZB
……………………………………………………………………………………………….….............
……………………………………………………………………………………………….….............

   Aufgabe 3
Die Geschäftsbank A bekommt von einem Kunden eine neue Geldeinlage von 20.000 EUR
durch eine Bareinzahlung auf sein Girokonto.
Bei allen Banken beträgt die Kassenreserve zur Zeit 13% und der Mindestreservesatz ist von
der Zentralbank auf 2 % festgelegt. Die Banken verwenden die Kundeneinlagen für die
Vergabe von Krediten an andere Kunden.
Es ist anzunehmen, dass die Kredite von den Kreditnehmern für Anschaffungen ausgegeben
werden und wieder auf Konten bei Banken eingezahlt werden.

Stellen Sie in der nachfolgenden Tabelle die mögliche Geldschöpfung im Bankensystem dar
(nur Bank A bis D)!

 Geschäftsbank Kundeneinlage Reservesatz         Kassen- und          Kreditvergabe
                                                 Mindestreserve
 A                20.000,00       15 %           3000,00              17.000,00
 B                17.000,00       15 %           2550,00              14.450,00
 C                14.450,00       15 %           2167,50              12.282,50
 D                12.282,50       15 %           1842,38              10.440,12



   Aufgabe 4
Wie hoch wäre der Geldschöpfungsmultiplikator der Geschäftsbanken, wenn die Höhe der
Reservehaltung (Kassen- und Mindestreserve zusammen) 12,5 % betragen würde?
 100 % / 12,5 % = 8
……………………………………………………………………………………………….….............

   Aufgabe 5
Angenommen, die Reservehaltung (Kassen- und Mindestreserve) der Geschäftsbanken
beträgt 0 %. Ist die Geldschöpfung dann: nicht bestimmbar, unendlich groß oder gleich Null?
 Unendlich groß
……………………………………………………………………………….………………….............
 GIDA 2006                                                       Lösung Arbeitsblätter, Geld, Blatt 3
              Geld – Ursprung und Bedeutung (Lösungen)
              Arbeitsblatt 4
              „Geldmenge und Inflation"

  Aufgabe 1
Was versteht man in einer Volkswirtschaft unter dem Begriff „Geschäftsbankengeld“ im
Gegensatz zu „Zentralbankengeld“?
  Alle Sichtguthaben von Nichtbanken bei Geschäftsbanken
……………………………………………………………………………….………………….............

   Aufgabe 2
Die gesamte Geldmenge in einer Volkswirtschaft sollte etwa so groß sein wie eine andere
wichtige volkswirtschaftliche Größe. Tragen Sie ein!




                  ?                 =
               Bruttoinlands-
               produkt                             Geldmenge



    Aufgabe 3
In welcher Situation kommt es zu einer Inflation bzw. Deflation des Geldes?
Inflation:     Bip < Geldmenge
              …………………………………………………………………………….….............
Deflation:     Bip > Geldmenge
              …………………………………………………………………….………….............

    Aufgabe 4
In der Realität lässt sich die tatsächliche Geldmenge kaum berechnen. Die Inflationsrate wird
deshalb regelmäßig durch das Statistische Bundesamt mit Hilfe eines Warenkorbes
statistisch durch Preiserhebungen ermittelt.

Der Schüler S. hat seinen privaten kleinen „Warenkorb“ zusammengestellt, um die
Veränderung der Preise gegenüber dem Vorjahr zu messen.
Berechnen Sie anhand dieser Daten seine Inflationsrate im „Berichtsjahr!

Verbrauchsgut       Menge pro   Preis je           Ausgaben     Preis je       Ausgaben
                    Monat       Einheit            Vorjahr      Einheit        Berichtsjahr
                                Vorjahr                         Berichtsjahr
Jeans                   1/4                80,00        20,00            84,00       21,00
Oberhemd                 1                 30,00        30,00            29,00       29,00
Kinokarte                2                  7,00        14,00             8,00       16,00
Cola                    20                  1,40        28,00             1,50       30,00
Wochenfahrkarte          4                  6,00        24,00             7,00       28,00
CD                       2                 20,00        40,00            18,00       36,00
                                                       156,00                       160,00

Lösung: Preisindex = 102,56      Inflationsrate 2,56 %

 GIDA 2006                                                           Lösung Arbeitsblätter, Geld, Blatt 4

				
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