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Pierre Bourdieu (PowerPoint)

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Pierre Bourdieu (PowerPoint) Powered By Docstoc
					Bourdieu         ----   Vester


Der Tote packt
den Lebenden
Schriften zu
Politik und
Kultur 2
      Ablauf des Referates
1. Bourdieu:Der Tote packt den Lebenden


2. Vester: Der Tote packt den Lebenden


3. Fragen und Diskussion
  Pierre Bourdieu

Die verborgenen Mechanismen
           der Macht
Schriften zu Politik und Kultur1
 Unterschied zwischen Objektivismus und
  Konstruktivismus/Subjektivismus

 Im Objektivismus können soziale Akteure
 als Dinge wahrgenommen werden

 Im subjektivistischen Gesichtspunkt,
 konstruieren die Akteure die soziale
 Realität.
 Das sieht Bourdieu nicht als
Gegensatz. Die Akteure seien
in Wirklichkeit klassifizierende
 ( gemäß ihrer Position inner-
  halb der Klassifizierungen )
   und zugleich klassifizierte.
  Was heißt hier Gesichtspunkt


 einerseits der Standpunkt, die
 Perspektive einer subjektiven Sicht.

 andererseits eine Perspektive, einer
 bestimmten Position in einem objektiven
 sozialen Raum ist.
Gibt es überhaupt Klassen, warum sollte es
  sie geben, für wen ist das relevant???
 Klassen nichts als Konstrukte und
  Hirngespinsten von Forschern oder
  Problemsuchern? Ohne Bezug zur Wirklichkeit
  in der man keine klaren Strukturen und
  Unterschiede feststellen kann?
 Verbürgerlichung der Arbeiterklasse oder
  Homogenisierung der Gesellschaft und das
  deshalb in Frage stehende Existieren von
  beherrschende Prinzip der Differenzierung.
 Klasse also = rein theoretisches Artefakt.
   Bourdieu‘sche Rettung in die
           Wirklichkeit
 „Klasse in Form homogener Ensembles
 ökonomisch und sozial differenzierter,
 objektiv zu Gruppen konstituierter
 Individuen zu bestreiten und zugleich die
 Existenz eines auf ökonomischen und
 sozialen Differenzierungsprinzip
 basierenden Raumes von Unterschieden
 zu behaupten“ S.105
           Soziale Realität
 Unsichtbare Beziehungen, Relationen
 Das Reale ist das Relationale , die
  Struktur, eine Gesamtheit konstanter
  Beziehungen
 Nicht soziale Klassen sondern sozialer
  Raum
         Struktur des Raumes
 Konstruktion der Wissenschaft „um die in einem
  gegebenen Ensemble von Individuen
  beobachtete Gesamtheit von Merkmalen zu
  erklären oder vorauszusagen.“S.106
 Prinzip der freien Marktwirtschaft in dem Kräfte
  oder Kapitalformen in dem der Kampf um
  knappe Güter über die Verteilung der
  verschiedenen Kapitalformen oder
  Eigenschaften bestimmt, die dem Besitzer zu
  Stärke und Macht bzw. Gewinn verhelfen.
  Die drei- vier sozialen Kräfte

1. Ökonomische Kapital

2. Kulturelles Kapital

3. Soziales Kapital

4. Symbolisches Kapital
                             Kapital
 Akkumulierte Arbeit in Form von Materie oder in
  inkorporierter (verinnerlichter) Form

 Ökonomisches K.        Kulturelles K.         Soziales K.
 Geld, Eigentum                              Die Zugehörigkeit
                        Bildung etc.          zu einer Gruppe
                                               „Vitamin B“



 Inkorporiertes       Objektives           Institutionalisiertes
 Kulturelles K.       Kulturelles K.            Kulturelles K.
                   Beruf
 Zuverlässiger Indikator für die Position im
  sozialen Raum
 Beschäftigungseffekt = Auswirkung der
  Tätigkeit mit ihren speziellen kulturellen
  und organisatorischen Besonderheiten
 Bei ähnlichen Beschäftigungsarten ist eine
  ähnliche Lebensstilausprägung
  wahrscheinlich
        Wichtig: Pluralismus
• Vielfalt der Standpunkte
• Möglichkeiten oder Wahrscheinlichkeiten
  von Unterschieden und
  Merkmalskombinationen (Federn-Flügel,
  viel Kulturelles K.- eher mal ne Oper)
• Unterschiedlich starke
  Differenzierungsprinzipien (mittlere Zonen
  geringer)
Michael Vester
Die 4 Achsen des sozialen Raumes
 1. die vertikale Dynamik – verändert das
  Herrschaftsgefälle; relativer Abbau alter vertikaler
  Unterschiede der Macht, des Wohlstands und der
  sozialen Sicherheit.
Teilhabe- Gesellschaft
 2. horizontale Dynamik – Produktivkräfte;
  differenzierte und erweiterte Arbeitsteilung,
  intellektuelle Kompetenz und Lebensstile.
Wissensgesellschaft, Werte Wandel
 3. zeitliche Dynamik –Kampf zwischen alten und
  modernisierten Lebensmustern, Generationen, Eliten
  und Politiken
 4. institutionelle Dynamik – bürokratischen Erstarrung
  der korporativen und politischen Institutionen.
Modernisierung
       Vertikale Integration Teilhabe –
    Regulierungskomponente der sozialen
               Marktwirtschaft


 Anteil der körperlichen Arbeit schrumpfte
  wo hingegen die Mitte der Facharbeiter
  und qualifizierten Angestellten zunahm –
 Endtraditionalisierung der
  Klassengesellschaft (Vgl. S.141)
 Horizontale Differenzierung: Postindustrielle
            Wissensgesellschaft
             Integrationsmodell
 Neue wirtschaftliche Strukturverschiebung:
  bis 1997 sank die Beschäftigung in der
  Landwirtschaft von etw. 25% bis auf 3%,
  wohin gegen die Beschäftigung in
  öffentlichen und privaten Dienstleistungen
  von 18% auf 40% in Handel und Verkehr
  von 14% auf 23% stieg.
 „postindustrielle Wissens- und
  Dienstleistungsgesellschaft“
       Umformung der Klassenmilieus:
             Individualisierung und
             Generationenwechsel
 These der Auflösung sozialer Identitäten und
  Kohäsionen beruft sich auf drei
  Tendenzannahmen:
 1. Heterogenisierung, entstandartisierte
  Lebensläufe, neue Ungleichheiten
 2. Bindungsverlust, Ablösung der neuen
  Generation von den traditionellen
  Herkunftsmilieus infolge zunehmender Mobilität.
 3. neue Politikmodell, als Folge der Erosion alter
  Bindungen, Zerfall der
  Großgruppenzusammenhänge
       Gegen These Vesters:
          „Rekonversion“
  der relative Umbau der Mentalitäten und
  Milieus. Jedes Milieu hat die neuen
  Bedingungen nach seiner eigenen Facon
  im Rahmen seiner Mentalitätstraditionen
  verarbeitet
 Also keine allgemeine Spaßgesellschaft
  sonder eine andere Spaßgesellschaft, je
  nach Milieu (s. h. S.145)
          5 Mentalitätstypen
 2 obere
 2 mittlere
 1 untere
Milieus weder materialistisch noch
  voluntaristisch sondern nur aus sich selbst
  erklärbar, reproduzierbar
s. h. Abb.1 S. 147
Konfliktlinien, Cleavages in der Politik




PDS   Grüne   SPD                FDP    rechte
                         CDU
                                       kl.Parteien
    Veränderungen der Milieus


 Alte Eliten werden abgelöst

 Stichwort: „progressive“ Bildungselite

 Vgl. : Grafiken S.150-151
        Anpassungsfähigkeit
 Sonderfall DDR durch 2fache Zerstörung
   der Machstrukturen – Stagnation
: 1991 umfasste das „traditionell verwurzelte
   Arbeiter- und Bauernmilieu“ 27% der
   Bürger, während es in der BRD schon auf
   5% geschrumpft war.
- Wichtigkeit intakter sozialer Netze für die
   „Verlierer“
        Verhältnismäßigkeit
 „Die Notwendigkeit materieller
  Einschränkungen kann in den Milieus
  durch aus verstanden werden werden,
  aber sie müssen „verhältnismäßig und
  zumutbar“ sein“ S.155
 Nicht nur ökonomische Quantität sonder
  Qualität der Lebensweise
 Schieflagen sozialer Gerechtigkeit

 Diskriminierung

 Diskontinuität

 Prekarität od. dauerhafte Schieflage von
 Berufspositionen und Soziallagen

 Deklassierung dauerhafte Exklusion
      Bewältigungsstrategien



 Unterprivilegiertes Milieu
 Respektablen Volks- und Arbeitermilieus
 Obers Milieu
 Vgl. S.158-160
         Hängemattenmentalität und
           Politikverdrossenheit

 Trift nicht zu.
 Aber: Forderung nach gerechter
  Entlohnung, Motivation und sozialer
  Absicherung
 Die Verantwortlichkeit, Beweglichkeit,
  Vernetzung etc, die von den Bürgern
  verlangt wird, wird in der Politik vermisst.
       Soziale Risikogruppen

 Benachteiligte oder Verlierer
 Modernisierung, wie z.B. Frauen
 Arbeitslose, Ostdeutsche vgl.S.162

 Unzufriedenheit mit der Sozialpolitik von
 Kohl bis Schröder (für Diskussion?)
             Partizipation
 Erhöhte Partizipation der Bürger/ innen bei
   direkter betrieblicher, politischer und
   ehrenamtlicher Beteiligung von 1991-2000
 72% für mehr Mitsprache Recht 80% für
   Selbstverantwortliches politisches Handeln
-- selber in die Hand nehmen
+ „Politikverdrossenheit“ nimmt ab S.166
 Deutschland und die starke Hand
 Stark autoritäre Mentalität
 Rechts unten das enttäuschte Autoritäten
  Lager auf 27% der Bevölkerung geschätzt
 Die fetten Jahre sind vorbei
 Stammwählerbindung der Parteien nimmt
  ab, Profil der Parteien wird schwächer –
  Tendenzen zur Volkspartei
    Erosion der Milieubindung
 Die verschiedenen Lager s. h. S. 169-170
 Enttäuscht autoritären: Milieu mit
  geringen, unmodernen Ausbildung=
  Modernisierungsverlierer Neigung zur
  rechten autoritären Populismus
 Vesters Optimismus: stabiler Kernbestand,
Nachhaltiges Alltagsbewusstsein der Bürger
Des partizipatorischen Wohlfahrtstaats????
      Politische Konfliktlinien
 Veränderung der Wählertendenzen
1. Unterprivilegiertes M.: Enttäuscht
   Autoritäres Lager eher
   Ausländerfeindlich, Protektionistisch
2. Moderne Arbeiter M.: demokratisch,
   solidarisches Sozialmodell
3. Modern höher Qualifizierte sind
   wahrscheinlich für Liberalisierung des
   Marktes und der Sozialpoltik
      Frage zum Diskutieren
 „Remobilisierung der mittleren
  Politikebene: Von der Blockierung zur
  Öffnung der Verbandseliten?“
 Vester S. 174-175
      The End

 Merci und Dankeschön
Für eure Aufmerksamkeit

				
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