Docstoc

Gesundheitswesen - 1

Document Sample
Gesundheitswesen - 1 Powered By Docstoc
					                   1. Funktion der Apotheke im Gesundheitswesen
A: Aufgaben der PKA
       Unterstützende Tätigkeiten bei Herstellung, Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln
       Betreuung des Warenlagers
       Warenbewirtschaftung
       Büroarbeiten
       Schriftverkehr mit Kunden und Lieferanten
       Rezeptabrechnung
       Verkaufsvorbereitung
       Werbemaßnahmen vorbereiten
       Abgabe von apothekenüblichen Waren
       Abgabe von freiverkäuflichen Arzneimitteln außerhalb von Apotheken.


B: Gesetzliche Vorschriften, die für den Apothekenbetrieb von Bedeutung sind:

a) Spezielles Recht:
            Apothekengesetz
            Apothekenbetriebsordnung
            Verordnung über verschreibungspflichtige Arzneimittel
            Arzneimittelgesetz
            Betäubungsmittelgesetz
            Betäubungsmittelverschreibungsordnung
            Gefahrstoffverordnung
            Verordnung über brennbare Flüssigkeiten
            Branntwein-Monopol-Gesetz
            Eichgesetz
            Medizinproduktegesetz
            Heilmittelwerbegesetz
            Pflanzenschutzgesetz

b) Allgemeines Recht
           Bürgerliches Gesetzbuch
           Handelsgesetzbuch
           Gewerbeordnung
           Strafgesetzbuch
           Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
           Kartellgesetz
           Verordnung über die Regelung von Preisangaben
           Verpackungsverordnung
          Ladenschlussgesetz2. Apothekenbetriebsordnungals gesetzliche
                         Grundlage für den Apothekenbetrieb
A: Betriebserlaubnis ( Gesetz über das Apothekenwesen ) = Apothekengesetz
                     Apotheken dürfen nur mit besonderer Erlaubnis betrieben werden.

a) Geschichtlicher Rückblick
     ab 1240: Privileg = vom Landesherrn verliehenes Recht zum Betreiben einer Apotheke. Es war an
     ein bestimmtes Gebäude gebunden und konnte vererbt oder verkauft werden.

     ab 19. Jahrhundert :
           Konzessionen = vom Staat vergebenes Recht zum Betreiben einer Apotheke.
           Realkonzession = Inhaber dieser Konzession hatten das Recht, seinen Nachfolger zu
                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 1
                                bestimmen.
           Personalkonzession = Diese Konzession war streng an die Person gebunden, d.h. bei Tod
                                oder Berufsaufgabe fiel die Konzession an den Staat zurück.

     seit 1960: Niederlassungsfreiheit für alle Apotheker
                 Eine Betriebserlaubnis wird von Regierungspräsidium für eine bestimmte Person und
                 bestimmte Räumlichkeiten erteilt. Verpachtung ist möglich

b) Wichtige Bestimmungen aus dem geltenden Apothekengesetz:
      Voraussetzung für eine Betriebserlaubnis ist
           Approbation als Apotheker
           volle Geschäftsfähigkeit und erforderliche Zuverlässigkeit
           Nachweis von Räumlichkeiten, die der Apothekenbetriebsordnung entsprechen
      Eine Apotheke darf erst eröffnet und betrieben werden, wenn die Apotheke vom
      Regierungspräsidenten „abgenommen” worden ist d.h. ein Pharmaziedezernent hat sich die
      Apotheke angeschaut und den ordnungsgemäßen Zustand bescheinigt.

       Der Inhaber ist zur persönlichen Leitung der Apotheke verpflichtet. Seit dem Jahre 2004 darf ein
       Apotheker bis zu 3 Filialapotheken besitzen, wenn für jede Apotheke ein verantwortlicher
       Apotheker benannt worden ist.
       Mehrere Apotheker können eine Apotheke auch zusammen betreiben, dabei brauchen alle
       beteiligten Apotheker eine Betriebserlaubnis.
       Die Verpachtung einer Apotheke ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, z.B.
          - bei Alter oder Krankheit des Apothekenleiters
          - nach dem Tod des Apothekenleiters
          - die Witwe kann noch begrenzte Zeit verpachten
die erbberechtigten Kinder können bis zum Abschluss ihrer Berufsausbildung verpachten.B: Verordnung
über den Betrieb von Apotheken         = Apothekenbetriebsordnung

§2: Apothekenleiter = Inhaber der Betriebserlaubnis
          in der Filialapotheke:        vom Betreiber benannter verantwortlicher Apotheker
          in verpachteten Apotheken: Pächter
          in Krankenhausapotheken: mit der Leitung beauftragter angestellter Apotheker

           Der Apothekenleiter muss die Apotheke persönlich leiten.
           Er ist verantwortlich für alle Betriebsvorgänge.
           Nebenberufliche Tätigkeiten sind meldepflichtig.
           Vertretung ist möglich:
              bis zu 3 Monaten pro Jahr - durch einen Apotheker
              davon max. 4 Wochen          - durch Apothekerassistent oder Pharmazieingenieur

§3: Apothekenpersonal
     Pharmazeutisches Personal:
        Pharmazeutische Tätigkeiten dürfen nur vom pharmazeutischen Personal ausgeführt werden.
        Pharmazeutische Tätigkeiten sind z.B. die Entwicklung, Herstellung, Prüfung, Abgabe von
        Arzneimitteln, sowie die Information und Beratung über Arzneimittel.
        Zum pharmazeutischen Personal gehören:
             Apotheker und Apothekerpraktikanten
             Apothekerassistenten
             Pharmazieingenieure
             PTA und PTA - Praktikanten
             Pharmazeutische Assistenten

     Apotheken-Fachpersonal :                PKA und PKA - Azubis
                                             Apothekenhelferinnen
                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 2
     Ausbildungsgänge des Apothekenpersonals:
       Apotheker
           - Abitur
           - 8 Semester Studium ( 2 Prüfungen ) 8 Wochen Famulatur ( Praktikum in einer
              Apotheke )
           - nach dem Studium 12 Monate Apothekenpraktikum, danach 3. Prüfung.
           - Approbation ( vom Sozialminister )

        Pharmazeutisch-technische Assistenten ( PTA )
            - Realschulabschluss
            - 2 Jahre PTA-Schule ( Tagesschule ) danach : 1. Prüfung
            - 6 Monate Apothekenpraktikum danach : 2. Prüfung
            - Erlaubnis zur Berufsausübung ( vom Regierungspräsidenten )

        Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte :
            - Hauptschulabschluss
            - 3 Jahre Betriebsausbildung und Berufsschule nach 1. Jahr Zwischenprüfung
            - Abschlussprüfung
            - Erlaubnis zur Berufsausübung ( von Landesapothekerkammer )


Berufe, zu denen man sich nicht mehr ausbilden lassen kann :

  Apothekerassistent = „Vorexaminierter“ (nach der alten Ausbildungsordnung von 1971)
      - Abitur
      - 2 Jahre Praktikum in einer Apotheke
      - Vorexamen

  Pharmazieingenieur ( DDR - Ausbildung )
        - Abitur oder Ausbildung zum Apotheken-Facharbeiter
        - 3 Jahre Studium an einer Ingenieurschule
        - oder 4,5 Jahre Fernstudium
        - seit 1990 dem Apothekerassistenten gleichgestellt.
        - Der Pharmazieingenieur hat die gleichen Rechte wie der Apothekerassistent.

  Apothekenassistent (DDR – Ausbildung )
        - 2 Jahre Studium an der Pharmazieschule Leipzig
        - seit 1990 dem PTA gleichgestellt

  Pharmazeutischer Assistent ( DDR - Ausbildung ) :
        - 3 Jahre Studium an einer medizinischen Fachschule, gleichzeitig praktische Ausbildung in
           einer Apotheke.
        - seit 1990 dem PTA gleichgestellt.

  Apotheken-Facharbeiter ( DDR - Ausbildung ) :
        - Abschluss der 10. Klasse
        - 2 Jahre Lehrzeit und Berufsschule
        - seit 1990 dem PKA gleichgestellt.


§4: Betriebsräume

  Mindestanforderungen für öffentliche Apotheken :
        - 110 Quadratmeter Grundfläche der Betriebsräume
                         Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 3
          -   eine Offizin (Verkaufsraum)
          -   ein Laboratorium
          -   ausreichend Lagerraum
          -   ein Lagerraum zur Lagerung unter 20° C
          -   ein Nachtdienstzimmer (auch nutzbar als Büro oder Aufenthaltsraum) kein Lager für
              Arzneimittel !

  Mindestanforderungen für Krankenhausapotheken :
        - 200 Quadratmeter Grundfläche der Betriebsräume
        - eine Offizin
        - 2 Laboratorien
        - ausreichend Lagerraum
        - Lagerraum zur Lagerung unter 20 °C
        - ein Geschäftsraum
        - ein Nebenraum


§5: Wissenschaftliche und sonstige Hilfsmittel

      In der Apotheke müssen vorhanden sein
         1. wissenschaftliche Hilfsmittel, die zur Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln und
             Ausgangsstoffen nach den anerkannten pharmazeutischen Regeln im Rahmen des
             Apothekenbetriebs notwendig sind, insbesondere das Arzneibuch, der Deutsche
             Arzneimittel-Codex und ein Verzeichnis der gebräuchlichen Bezeichnungen für Arzneimittel
             und deren Ausgangsstoffe (Synonym-Verzeichnis)
         2. wissenschaftliche Hilfsmittel, die zur Information und Beratung des Kunden über
             Arzneimittel notwendig sind, insbesondere Informationsmaterial über die Zusammensetzung
             Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen
             Mitteln, Dosierungsanleitungen und die Hersteller der gebräuchlichen Fertigarzneimittel
             sowie über die gebräuchlichen Dosierungen von Arzneimitteln
         3. wissenschaftliche Hilfsmittel, die zur Information und Beratung der zur Ausübung der
             Heilkunde, Zahnheilkunde oder Tierheilkunde berechtigten Personen über Arzneimittel
             erforderlich sind
         4. Texte der geltenden Vorschriften des Apotheken-, Arzneimittel-, Betäubungsmittel-,
             Heilmittelwerbe- und Chemikalienrechts.


§6:    Prüfung von Arzneimitteln

        Prüfung von Fertigarzneimitteln
             Sie sind stichprobenweise zu prüfen.
             Sinnesproben ( sehen, riechen, fühlen etc. ) sind ausreichend.
             Es ist ein Prüfprotokoll anzufertigen, das folgendes enthalten muss:
                 -   Name des Herstellers
                 -   Bezeichnung und Darreichungsform des Arzneimittels
                 -   Chargenbezeichnung oder Herstellungsdatum
                 -   Datum und Ergebnis der Prüfung
                 -   Namenszeichen des prüfenden Apothekers.


                   Prüfung von nicht in der Apotheke hergestellten Arzneimitteln




                           Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 4
Prüfdatum   Bezeichnung der      Packungs-   Hersteller           Chargen-Bez.      Ergebnis    Namens-
             Arzneimittel          größe,                             oder                     zeichen des
                                Darreichungs                      Herstellungs-                Apothekers
                                   -form                             datum




    Prüfung von Ausgangsstoffen :
    Alle Stoffe, die zur Herstellung von Arzneimitteln dienen, müssen auf ordnungsgemäße Qualität
    geprüft werden.
    Ausgangsstoffe, deren Qualität durch ein Prüfzertifikat des ZL (Zentrallaboratorium) oder anderer
    Prüfinstitute gekennzeichnet sind, müssen nur noch auf Identität geprüft werden.
    Über die Prüfung ist ein Protokoll herzustellen ( Prüfprotokoll ).




                         Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 5
                                                                                            §7+8:
Herstellung von Arzneimitteln

     Rezeptur (Einzelanfertigung) :
       Die Herstellung von Arzneimitteln muss genau nach Vorschrift des Arztes erfolgen.
       Bei Irrtum, Unleserlichkeit oder sonstigen Bedenken muss Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

     Defektur (Anfertigung auf Vorrat):
       Es muss ein Herstellungsprotokoll angefertigt werden.
                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 6
        Angaben im Herstellungsprotokoll:
          - Bezeichnung des Arzneimittels und der Darreichungsform
          - Art, Menge, Qualität, Chargenbez., Prüfnummer der Ausgangsstoffe
          - Herstellungsvorschriften
          - Herstellungsdatum oder Chargenbezeichnung
          - Verfalldatum
          - Namenszeichen des für die Herstellung verantwortlichen Apothekers.

     Behältnisse von in der Apotheke hergestellten Arzneimitteln :
       Die Behältnisse dürfen die Arzneimittel nicht beeinträchtigen und müssen mit folgenden
       Angaben in deutscher Sprache versehen sein
           -   Name und Anschrift der Apotheke
           -   Inhalt nach Gewicht, Rauminhalt oder Stückzahl
           -   Art der Anwendung bzw. Gebrauchsanweisung
           -   wirksame Bestandteile nach Art und Menge
           -   Herstellungsdatum
           -   Hinweis auf begrenzte Haltbarkeit




§15+16: Vorratshaltung und Lagerung :

     Arzneimittel, Verbandstoffe, Einwegspritzen und Einwegkanülen müssen in einer Menge vorrätig
     gehalten werden, die mindestens dem durchschnittlichen Bedarf für eine Woche entspricht.
     Für Krankenhausversorgende Apotheken gilt der Bedarf für mind. 2 Wochen.

     In Anlage 3 zur Apothekenbetriebsordnung sind Gegengifte ( Antidote ) aufgeführt, die in jeder
     Apotheke vorrätig gehalten werden müssen.
     Anlage 4 enthält Antidote, die über Notfalldepots schnellstens besorgt werden können.

                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 7
     Arzneimittel müssen so gelagert werden, dass ihre einwandfreie Qualität erhalten bleibt und
     Verwechslungen vermieden werden.
     Vorratsgefäße müssen mit gut lesbaren und dauerhaften Aufschriften versehen sein, die den Inhalt
     eindeutig bezeichnen.
     Die Aufschriften der Vorratsbehältnisse für Arzneistoffe sind in schwarzer Schrift auf weißem
     Grund auszuführen ( Ausnahmen siehe unten ).

        Folgende Lagerungsvorschriften befinden sich im Arzneibuch:
           - Dicht verschlossen
           - Luftdicht verschlossen
           - Vor Feuchtigkeit geschützt (Trockenmittel z.B. Blaugel
              einsetzen)
           - Vor Licht geschützt


           -   Vorsichtig zu lagern :        (Separanda)
                von den übrigen Arzneimitteln getrennt lagern.
                Vorratsgefäße sind mit roter Schrift auf weißem Grund zu
                beschriften.
                Diese Vorschrift gilt nicht für Fertigarzneimittel.


           -   Sehr vorsichtig zu lagern : (Venena)
                in einem besonderen Schrank unter Verschluss lagern.
                Vorratsgefäße sind mit weißer Schrift auf schwarzem
                Grund zu beschriften.
                Diese Vorschrift gilt nicht für Fertigarzneimittel.


        Wärmeempfindliche Fertigarzneimittel lagern bei
              2 bis 8 °C          ( Kühlschranktemperatur )
       unter 20 °C         ( Kühlraum oder Arzneikeller )§17: In Verkehr bringen von Arzneimitteln
und apothekenüblichen Waren:

     Arzneimittel dürfen nur in den Apothekenbetriebsräumen in den Verkehr gebracht werden.
     Arzneimittel dürfen nur durch pharmazeutisches Personal ausgehändigt werden.
     Ausnahme: Postversand

     Die Versendung aus der Apotheke oder die Zustellung durch Boten ist im begründeten Einzelfall
     zulässig; dabei sind die Arzneimittel für jeden Empfänger getrennt zu verpacken und jeweils mit
     dessen Namen und Anschrift zu versehen. Bei Zustellung durch Boten ist dafür Sorge zu tragen,
     dass Arzneimittel dem Empfänger in zuverlässiger Weise ausgeliefert werden.

     Der Apothekenleiter darf Arzneimittel, die der Apothekenpflicht unterliegen, nicht im Wege der
     Selbstbedienung in den Verkehr bringen.

     Verschreibungen von Personen, die zur Ausübung der Heilkunde, Zahnheilkunde oder
     Tierheilkunde berechtigt sind, sind unverzüglich auszuführen.

     Die abgegebenen Arzneimittel müssen den Verschreibungen entsprechen. Enthält eine
     Verschreibung einen für den Abgebenden erkennbaren Irrtum, ist sie unleserlich oder ergeben sich
     sonstige Bedenken, so darf das Arzneimittel nicht abgegeben werden, bevor die Unklarheit beseitigt
     ist. Der Apotheker hat jede Änderung auf der Verschreibung zu vermerken. Die Vorschriften der
     Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung bleiben unberührt.

                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 8
     Während des Notdienstes darf der Apotheker ein vergleichbares Arzneimittel abgeben, wenn das
     verschriebene Arzneimittel nicht verfügbar ist und ein dringender Fall vorliegt, der die
     unverzügliche Anwendung des Arzneimittels erforderlich macht.

     Bei der Abgabe der Arzneimittel sind auf der Verschreibung anzugeben
      1. der Name oder die Firma des Inhabers der Apotheke und deren Anschrift
      2. das Namenszeichen des Apothekers, des Apothekerassistenten oder des Pharmazieingenieurs
           der das Arzneimittel abgegeben, oder des Apothekers, der die Abgabe beaufsichtigt hat
      3. das Datum der Abgabe
      4. der Preis des Arzneimittels
      5. Pharmazentralnummer

     Der Apothekenleiter kann die Befugnis zum Abzeichnen von Verschreibungen auf pharmazeutisch-
     technische Assistenten übertragen. Der pharmazeutisch-technische Assistent hat in den Fällen des
     Absatzes 5 Satz 2 und bei Verschreibungen die nicht in der Apotheke verbleiben, die Verschreibung
     vor, in allen übrigen Fällen unverzüglich nach der Abgabe der Arzneimittel einem Apotheker
     vorzulegen.

     Bei dem Erwerb und der Abgabe von Blutzubereitungen, Sera aus menschlichem
     Blut und Zubereitungen aus anderen Stoffen menschlicher Herkunft sowie gentechnisch
     hergestellten Plasmaproteinen zur Behandlung von Hämostasestörungen sind zum Zwecke der
     Rückverfolgung folgende Angaben aufzuzeichnen:
      1. die Bezeichnung des Arzneimittels,
      2. die Chargenbezeichnung,
      3. das Datum der Abgabe,
      4. Name und Anschrift des verschreibenden Arztes und
      5. Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse des Patienten oder bei der für die Arztpraxis
           bestimmten Abgabe der Name und die Anschrift des verschreibenden Arztes.

      Das pharmazeutische Personal hat einem erkennbaren Arzneimittelmissbrauch in geeigneter Weise
      entgegenzutreten. Bei begründetem Verdacht auf Missbrauch ist die Abgabe zu verweigern.
§18: Einfuhr von Arzneimitteln
      Fertigarzneimittel, die in Deutschland nicht zugelassen sind, dürfen nur unter besonderen
      Bedingungen eingeführt und in Verkehr gebracht werden:
       - es dürfen nur geringe Mengen eingeführt werden
       - es muss ein ärztliches Rezept vorliegen
       - es muss ein Einfuhrbuch geführt werden, in dem folgende Angaben eingetragen werden
            müssen:
                        Bezeichnung des Arzneimittels
                        Name und Anschrift des Herstellers
                        Menge des Arzneimittels und die Darreichungsform
                        Name und Anschrift des Lieferanten
                        Name und Anschrift des Kunden
                        Name und Anschrift des verschreibenden Arztes
                        Datum der Bestellung und der Abgabe
                        Namenszeichen des Apothekers, der die Abgabe beaufsichtigt hat


                                Einfuhrkartei für Fertigarzneimittel




                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 9
Bezeichnung      Name oder  Menge    Name        Datum      Name und         Name und       Vermerk   Datum    Namens-
     des         Firma und    des     oder         der       Anschrift       Anschrift         der     der     zeichen
eingeführten     Anschrift  Arznei   Firma       Bestel-   der Person,          des        Mitteilung Abgabe
Arzneimittels   des pharma- mittels    und        lung      für die das      verschrei-       eines
                 zeutischen   und   Anschrift              Arzneimittel       benden       besonderen
                   Unter-   Darrei-    des                 bestimmt ist        Arztes       Hinweises
                  nehmers   chungs- Lieferan-
                             form      ten




§19: verschreibungspflichtige Tierarzneimittel
      Über den Erwerb und die Abgabe von verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln sind Nachweise
      zu führen ( Lieferscheine abheften und Verschreibungen kopieren ).


§22: Dokumentation
     Alle Aufzeichnungen über die Herstellung, Prüfung, Einfuhr, Rückruf etc. von Arzneimitteln oder
     Arzneistoffen müssen bis mindestens ein Jahr nach Ablauf des Verfalldatums, jedoch nicht kürzer
     als 5 Jahre lang, aufbewahrt werden.
     Blutzubereitungen sind nach dem Transfusionsgesetz mindestens 30 Jahre aufzubewahren.

§23: Dienstbereitschaft

       Es gelten die gesetzlichen Ladenschlusszeiten :
                Sonntag- und Feiertags.
                Montags bis samstags :      bis 6 Uhr und ab 20 Uhr
                Am 24. Dezember, wenn dieser Tag auf einen Werktag fällt : bis 6 Uhr und ab 14 Uhr

       Nach der Apothekenbetriebsordnung müssen Apotheken auch nachts und an Sonn- und Feiertagen
       wechselweise geöffnet haben.
            - Die Einteilung der Nacht- und Notdienste erfolgt durch die Landesapothekerkammer.
            - Apotheken, die geschlossen haben, müssen am Eingang an gut sichtbarer Stelle einen
                Hinweis auf die nächstgelegene dienstbereite Apotheke anbringen.

       Eine Aufgabe der PKA ist es, den Nachtdienstkasten zu betreuen.
               Dazu gehören:         Auswechseln der Hinweisschilder
                                     Kontrolle der Glocke und Beleuchtung am Nachtdienstkasten.


§24 : Rezeptsammelstellen

       Das Errichten einer Rezeptsammelstelle muss von der zuständigen Landesapothekerkammer
       genehmigt werden.
       Rezeptsammelstellen stellen nur Notbehelfe dar, damit die Arzneimittel-Versorgung auch an
       abgelegenen Orten gewährleistet ist.


§25:    Apothekenübliche Waren :

        In der Apotheke dürfen neben Arzneimitteln nur in den Verkehr gebracht werden :
         - Medizinprodukte, auch soweit sie nicht der Apothekenpflicht unterliegen,
                            Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens      Seite 10
-   Mittel sowie Gegenstände und Informationsträger, die der Gesundheit von Menschen und
    Tieren mittelbar oder unmittelbar dienen oder diese fördern,
-   Prüfmittel, Chemikalien, Reagenzien, Laborbedarf,
-   Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel,
-   Mittel zur Aufzucht von Tieren.




                 Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 11
Transfusionsgesetz

Die Dokumentation der Artikel, die aus Blut- und Blutbestandteilen gewonnen werden, ist im Transfusionsgesetz geregelt.
In der Apotheke ist der Lieferant, von dem das Produkt bezogen wurde ebenso zu dokumentieren wie der Patient bzw. Arzt, der das Produkt erhalten hat.
Daher tragen die betroffenen Artikel ein Kennzeichen. Beim Wareneingang kann von der PKA auf Karteikarten oder in einer elektronischen Dokumentation
der Zugang, die Chargennummer und der entsprechende Lieferant, z.B. der pharmazeutische Großhandel, notiert werden. Das pharmazeutische Personal
dokumentiert bei der Abgabe des Artikels an den Patienten oder Arzt dessen Namen und Adresse.
Diese Dokumentation muss mind. 30 Jahre aufbewahrt werden.
Ein bekanntes Produkt, das dieser Regelung unterliegt ist das BeriglobinR.


                                                                                                                                                         Lfd. Nr. des
Dokumentation des Erwerbs und der Abgabe von Blutzubereitungen, Sera aus menschlichem                                                                    Blattes
Blut und gentechnisch hergestellten Plasmaproteinen (§17 Abs. 6a ApBetrO)
 Datum   Bezeichnung des                Darreichungsform   Chargenbezeichnung    Bei Erwerb:            Bei Abgabe:            Endverbleib:
         Fertigarzneimittels/           / Packungsgröße                          Name und Anschrift     Name und Anschrift des Name, Vorname, Geburtsdatum und
         Pharmazeutischer Unternehmer                                            des Lieferanten        verschreibenden Arztes Anschrift des Patienten
                                                                                                                               oder bei Praxisbedarf Name und
                                                                                                                               Anschrift des verschreibenden Arztes
                                                                                                                               (falls abweichend von Spalte 6)




                                                      Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 12
       3. Gesundheitsbehörden und Institutionen zur Überwachung des Gesundheitssystems


                          Bundesministerium für Gesundheit


                        Bundesinstitut für Arzneimittel und
                                Medizinprodukte

               Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

            Deutsches Institut für medizinische Dokumentation
                             und Information

                                    Paul-Ehrlich-Institut

                                    Robert Koch-Institut


                         Hessisches Sozialministerium

                 Regierungspräsidium Darmstadt Abteilung:
                                Gesundheit


                                  Kreisgesundheitsämter

                          A:      Gesundheitsbehörden auf Bundesebene

Bundesministerium für Gesundheit
    der Sitz des Ministeriums ist in Berlin, der vorsitzende Minister heißt: Dr. Philipp Rösler
    Aufgabenbereich : alle Fragen des Gesundheitswesens und der Gesundheitspolitik auf Bundesebene
                  z.B. gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Gesundheitsvorsorge etc.

     Das Bundesministerium für Gesundheit wird bei allen Aufgaben unterstützt durch
     sachkundigen Rat und Empfehlungen führender Wissenschaftler. Hierzu gibt es verschiedene
     Beiräte und Kommissionen.
     Zudem arbeiten unter der Dienst- und Fachaufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit
     fünf Institute:
                - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
                - Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information
                - Paul-Ehrlich-Institut
                - Robert Koch-Institut
Bundesinstitut für Arzneimittel und MedizinprodukteBundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
in Köln (BZgA)
Mehr Gesundheit für die Bürgerinnen und Bürger ist das Ziel der Arbeit der Bundeszentrale für
                         Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 13
gesundheitliche Aufklärung. Als Fachoberbehörde für Gesundheitsförderung entwickelt sie gemeinsam
mit Kooperationspartnern Strategien zur gesundheitlichen Aufklärung und Prävention und setzt sie in
Kampagnen und Projekten um. Denn für eine große Zahl der am weitesten verbreiteten Krankheiten gilt,
dass sie durch gesundheitsschädliches Verhalten hervorgerufen werden (z.B. Rauchen, übermäßiger
Alkoholkonsum, Über- und Fehlernährung). Auch Risiken der Ansteckung mit Infektionskrankheiten
lassen sich klein halten, wenn Übertragungswege und damit auch Schutzmöglichkeiten bekannt sind.
Wirksame Wege zur Eindämmung vieler Krankheiten liegen daher im Bereich der Prävention und
Gesundheitsförderung durch Information, Aufklärung und Motivation zu gesundem Verhalten. Zu den
zentralen Aufgabenfeldern der Bundeszentrale gehört die Aids-Aufklärung. Die 1987 gestartete
Kampagne "Gib Aids keine Chance" ist die bisher größte und umfassendste Kampagne der
Bundeszentrale. Sie ist in vieler Hinsicht modellhaft für eine erfolgreiche, bundesweite
Präventionsstrategie. Ein anderer Arbeitsschwerpunkt der Bundeszentrale liegt in der Suchtvorbeugung.
Unter dem Motto "Kinder stark machen". setzt sie bei Kindern und Jugendlichen an und zielt darauf ab,
das Selbstvertrauen der jungen Menschen, ihr Selbstwertgefühl, ihre Konflikt- und
Kommunikationsfähigkeit zu fördern und sie dadurch stark genug zu machen, damit sie in ihrem Leben
nicht auf Suchtmittel ausweichen müssen, wenn Schwierigkeiten und Probleme auftreten. Weitere
richtungsweisende Aktionen sind die Organspende-Kampagne und die Blut - und Plasmaspende-
Kampagne.

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
Das DIMDI in Köln stellt gemäß seinem gesetzlichen Auftrag ein hochwertiges biomedizinisches
Informationsangebot für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Die etwa 90 Datenbanken
mit rund 100 Millionen Informationseinheiten stellen eines der wichtigsten medizinischen
Informationsangebote in Deutschland dar. In Kooperation mit der Zentralbibliothek für Medizin wird
zudem ein schnell wachsendes Volltextarchiv angeboten.
Zu den gesetzlichen Aufgaben des DIMDI gehören u. a. die Herausgabe deutscher Versionen von
medizinischen Klassifikationen wie ICD 10, Operationenschlüssel OPS-301, MeSH und UMDNS sowie
der Aufbau von Informationsystemen für Medizinprodukte und Arzneimittel (AMIS). Der junge Bereich
Health Technology Assessment beschäftigt sich mit der medizinischen wie gesundheitsökonomischen
Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien unter Berücksichtigung ethischer, juristischer und
sozialwissenschaftlicher Gesichtspunkte.

Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe, in Langen(PEI)
Das PEI ist verantwortlich für die Arzneimittelsicherheit (immun)biologischer Präparate im Human- und
Veterinärbereich. Diese Aufgabe umfasst die Zulassung und regelmäßige Überprüfung (Chargenprüfung)
von Impfstoffen, Sera, bestimmten In-vitro-Diagnostika mit hohem Risikopotential, Immundiagnostika
und Blutprodukten sowie die damit verbundene prüfungsbegleitende Forschung. In einigen
Aufgabengebieten des PEI wird vertieft Forschung betrieben, wie etwa im Bereich der angewandten
Virologie, der Gentherapie, der DNA-Vakzine oder der Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch.




                          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 14
Robert Koch-Institut in Berlin (RKI)
Das RKI ist die zentrale Einrichtung des Bundes im Bereich der Öffentlichen Gesundheit zur
Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten. Es bewertet, analysiert und erforscht
dabei Krankheiten von hoher Gefährlichkeit, weitem Verbreitungsgrad oder großer öffentlicher
oder gesundheitspolitischer Bedeutung. Stichworte sind z.B. HIV/Aids, Krebs, Allergien und
Infektionskrankheiten. Bei diesem Institut ist die Ständige Impfkommission angesiedelt, die
Impfempfehlungen erarbeitet. Außerdem ist es verantwortlich für die inhaltliche Bearbeitung und
Koordinierung der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Vom RKI werden auch gesetzliche
und wissenschaftliche Aufgaben auf den Gebieten Gentechnik und biologische Sicherheit
wahrgenommen.Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn (BfArM)
Zu den Hauptaufgaben des BfArM gehört die Zulassung von Arzneimitteln, die Registrierung von
homöopathischen Arzneimitteln, die Risikobewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten (etwa
Herzschrittmacher, Computertomographen, Implantate) sowie die Überwachung des legalen Verkehrs mit
Betäubungsmitteln und Grundstoffen.

Das BfArM und seine Aufgaben im Überblick
      Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist eine selbständige
      Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Der Sitz der
      Behörde war mit dem Regierungsumzug nach Bonn verlegt worden. Hervorgegangen ist das
      BfArM aus dem am 1. Juli 1975 gegründeten Institut für Arzneimittel des aufgelösten
      Bundesgesundheitsamtes.
      Heute arbeiten rund 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - darunter Mediziner, Pharmazeuten,
      Chemiker, Biologen, technische Assistenten und Verwaltungsangestellte - an dem Ziel der Abwehr
      von Gesundheitsgefahren durch die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln
      und die Risikoüberwachung von Medizinprodukten sowie die Überwachung des Betäubungsmittel-
      und Grundstoffverkehrs.

      Zulassung und Registrierung von Arzneimitteln
      Die Zulassung von Fertigarzneimitteln auf der Grundlage des Arzneimittelgesetzes ist ein
      Schwerpunkt der Arbeit des BfArM. Dabei wird der Nachweis der Wirksamkeit, Unbedenklichkeit
      und der angemessenen pharmazeutischen Qualität geprüft.
      Eine Zulassung ist auf fünf Jahre befristet (eine Registrierung auf zehn Jahre). Verlängerungen
      werden auf Antrag und nach erneuter Überprüfung erteilt. Änderungen von bereits zugelassenen
      Arzneimitteln müssen dem BfArM angezeigt werden. Wesentliche Änderungen können erst nach
      Genehmigung durch das BfArM umgesetzt werden.
      Homöopathische Arzneimittel werden vom BfArM entweder ohne Angabe von
      Anwendungsgebieten registriert oder mit Anwendungsgebieten zugelassen. Das BfArM ist
      gleichfalls in die Zulassungsverfahren für Arzneimittel der Europäischen Union eingebunden.
      Bei der Zulassung von Fertigarzneimitteln und der Registrierung von homöopathischen
      Arzneimitteln kann auf das Arzneibuch nach § 55 Arzneimittelgesetz Bezug genommen werden.
      Damit werden Industrie und Behörden entlastet. Das Arzneibuch ist eine Sammlung von
      Qualitätsvorschriften, die laufend aktualisiert wird und aus dem Deutschen, dem Europäischen und
      dem Homöopathischen Arzneibuch besteht. Das Europäische Arzneibuch leistet zusätzlich einen
      wesentlichen Beitrag zur internationalen Harmonisierung von Qualitätsvorschriften.

      Risikoüberwachung bei Arzneimitteln
      Wenn ein Arzneimittel nach der Zulassung in den Verkehr gebracht und von vielen Patienten
      angewendet wird, können seltene, zuvor nicht aufgefallene Nebenwirkungen entdeckt werden. Das
      BfArM sammelt und bewertet solche Berichte von den Ärzten in Deutschland und von den
      pharmazeutischen Unternehmern. Es entscheidet dann darüber, ob die Fach- und
      Gebrauchsinformationen für die entsprechenden Arzneimittel geändert werden müssen, damit sie
      diesen Risiken Rechnung tragen. Wenn sich die erkannten Nebenwirkungen eines Arzneimittels als
      so schwerwiegend oder häufig erweisen, dass sie den Nutzen übersteigen, nimmt das BfArM die
      Zulassung auch wieder zurück. Bei seiner Ermittlung, Bewertung und Abwehr
                           Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 15
     arzneimittelbedingter Gefahren steht es in ständigem Austausch mit anderen Behörden der
     Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).


     Betäubungsmittel und Grundstoffe
     Auf der Grundlage von Betäubungsmittelgesetz (BtmG) und Grundstoff-Überwachungsgesetz
     (GÜG) mit den dazu erlassenen Verordnungen erteilt die Bundesopiumstelle die Erlaubnisse zur
     Teilnahme am legalen Verkehr mit Betäubungsmitteln und Grundstoffen. Sie überwacht sowohl an
     Hand der vorgeschriebenen Meldungen der Erlaubnisinhaber als auch vor Ort Herstellung, Handel,
     Import, Export und Anbau; sie gibt Betäubungsmittelrezepte und -anforderungsscheine aus und
     übermittelt im Rahmen ihrer Verpflichtung als besondere Verwaltungsdienststelle im Sinne der
     Internationalen Suchtstoffübereinkommen detaillierte Berichte über Art und Umfang des
     Betäubungsmittelverkehrs an das Internationale Suchtstoffkontrollbüro resp. des
     Grundstoffverkehrs an die Europäische Kommission.

     Medizinprodukte
     Unter dem Begriff "Medizinprodukte" versteht man einen großen Bereich von Produkten, die
     insbesondere zum Erkennen und Verhüten, zur Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder
     Verletzungen, zur Untersuchung oder Ersetzung des anatomischen Aufbaus oder auch zur
     Wundversorgung und zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden. Hierzu gehören z.B.
     medizinisch-technische Geräte wie Herzschrittmacher, Röntgengeräte, Geräte zur Strahlentherapie
     und chirurgische Instrumente ebenso wie In-vitro Diagnostika, Prothesen, künstliche Zähne und
     Bedarfsgegenstände wie Brillen, Hörhilfen, Rollstühle usw.
     Treten bei der Anwendung dieser Produkte schwerwiegende Risiken auf, so müssen sie von den
     Herstellern, Betreibern und Anwendern dem BfArM mitgeteilt werden. Das BfArM ermittelt dann
     insbesondere in Zusammenarbeit mit den Herstellern die Ursachen der Risiken und empfiehlt
     entsprechende Maßnahmen zur Risikoabwehr.
     Da Medizinprodukte nach den Richtlinien der Europäischen Union zertifiziert werden, sind sie mit
     dem CE-Zeichen versehen in der ganzen EU verkehrsfähig. Das BfArM arbeitet daher in allen
     Fragen der Risikoabwehr mit den zuständigen Behörden der anderen EU-Mitgliedstaaten
     zusammen.

                      B:      Gesundheitsbehörden auf Landesebene ( Hessen )

a: Sozialministerium         http://www.sozialministerium.hessen.de/
     Sitz in Wiesbaden
     Aufgabenbereich :
        -     Vorbereitung von Gesetzen
        -     Dienstaufsicht über nachgeordnete Behörden
        -     Ausstellung der Approbationsurkunde für Apotheker


b: Regierungspräsidium       http://www.rp-darmstadt.hessen.de/
     Es gibt 3 Regierungsbezirke in Hessen : Darmstadt, Gießen, Kassel.
     Vorsitzender ist der jeweilige Regierungspräsident.
     Die Abteilung Gesundheit hat u.a. folgende Aufgaben :
        -     Erteilung der Betriebserlaubnis für Apotheken
        -     Überwachung ( Revision ) der Apotheken
        -     Überwachung der Arzneimittelherstellungsbetriebe
        -     Überwachung der Arzneimittelgroßhandlungen
        -     Prüfung der PTA und Ausstellung der PTA-Urkunde


c: Kreisgesundheitsämter      http://www.lkgi.de/
                           Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 16
    Unterste Verwaltungsstufe.
    Leiter ist der Amtsarzt.
    Aufgaben des Gesundheitsamtes :
       -      Aufsicht in Fragen der Gesundheitspflege
       -      Auflistung aller im Gesundheitswesen tätigen Personen
       -      Bekämpfung der Alkohol- und Rauschgiftsucht
       -      Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln und Gefahrstoffen außerhalb von
       Apotheken
       -      Bekämpfung von Seuchen und Epidemien
       -      Durchführung von Schutzimpfungen
       -      Röntgenreihenuntersuchungen
       -      Mütterberatung
       -      amtsärztliche Untersuchungen




                          4. Interessenvertretungen der Apothekerschaft

                                     A:      Apothekerkammern

a: Bundesapothekerkammer - BAK

    Apothekerkammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, d.h. sie erfüllen unter Aufsicht
    des Staates staatliche Aufgaben und haben eine gesetzlich geregelte Selbstverwaltung.

    Alle Landesapothekerkammern haben sich zur Bundesapothekerkammer zusammengeschlossen.
    Aufgaben der Apothekerkammer :
       - Erstellung von Gutachten
       - Vertretung des Apothekerstandes in der Öffentlichkeit
       - Beratung der Behörden in Fragen des Apotheken- und Arzneimittelwesens


b: Hessische Apothekerkammer - HAK                   http://www.apothekerkammer.de/

    Sitz in 60487 Frankfurt, Am Leonhardsbrunn 5
    Für alle in ihrem Beruf tätigen Apotheker besteht eine gesetzliche Pflichtmitgliedschaft in der
    zuständigen Landesapothekerkammer.
    Das gesamte pharmazeutische und Fachpersonal muss bei der Kammer gemeldet sein.
    Die Aufgaben der Landesapothekerkammer sind :
       - Erstellung einer Berufsordnung
       - Gerichtliche Verfolgung von Verstößen gegen die Berufsordnung
       - Fortbildungsveranstaltungen für Apotheker.
       - Versorgungseinrichtungen für Apotheker (Altersversorgung, Familienzuschuss)
       - Überwachung der PKA-Ausbildung und Durchführung der Prüfung.
       - Ausstellung der PKA-Urkunde.
       - Aufstellung des Notdienstplanes für Apotheken.
       - Genehmigung von Rezeptsammelstellen.
       - Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten und Erlass einer Berufsordnung für
           Apotheker.



                                     B:       Apothekerverbände

                         Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 17
a: Deutscher Apothekerverband       - DAV

     Der Deutsche Apothekerverband ist ein Zusammenschluss aller Landes-Apothekerverbände. (Sitz
     in Berlin)
     Die Aufgaben sind :
        - Förderung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen des Apothekerstandes.
        - Aushandeln der Arzneilieferungsverträge mit den Sekundärkassen und sonstigen
            Kostenträgern.
        - Erstellung der Hilfstaxe.
        - Der DAV ist Inhaber des Verbandszeichens der deutschen Apotheker .


b: Hessischer Apothekerverband        - HAV          http://www.h-a-v.de/

     Die Mitgliedschaft ist freiwillig.
     Die Mitglieder sind hauptsächlich Apothekenleiter.
     Die Aufgaben der Landes-Apothekerverbände sind u.a. :
       - Aushandeln der Arzneilieferungsverträge mit den Primärkassen.
       - Errichtung von Rechenzentren für Apotheken.
       - Unterstützung von Werbemaßnahmen für Apotheken z.B. Schaufenstergestaltung.
       - Image-Werbung für den Apothekerstand.
       - Fortbildung seiner Mitglieder.



                C:     Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - ABDA
                                   http://www.abda.de/ABDA/index.html

     Die ABDA ist ein Zusammenschluss von BAK und DAV.
     Der Sitz ist in Berlin.
     Die Aufgaben sind :
       - Förderung der standespolitischen und wirtschaftlichen Interessen des Berufsstandes
           gegenüber der Regierung anderer Berufsgruppen und der Öffentlichkeit.
       - Mitarbeit bei der Beratung von Gesetzentwürfen, die den Gesundheitsbereich betreffen.
       - Vertretung der deutschen Apothekerschaft auf internationaler Ebene.
       - Durchführung des Deutschen Apothekertages einmal im Jahr.


     Weitere Einrichtungen, die von der ABDA getragen werden :
       - Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker
       - Arzneibüro der ABDA
       - Informationsstelle für Arzneimittel (IFA)
       - Abteilung für Information und Öffentlichkeitsarbeit
       - Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker mbH
       - Govi Verlag - Pharmazeutische Zeitung (PZ)
       - Neue Apotheken Illustrierte (NAI)




                                   D:       Sonstige Einrichtungen

a: Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker - ZL              http://www.zentrallabor.com/

     Sitz ist in Eschborn.
     Es ist ein großes Labor, das von der Apothekerschaft getragen wird und Untersuchungen
     durchführt, die in einer Apotheke aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich wären.
     Außerdem überprüft das ZL auch Drogen und Chemikalien und vergibt das ZL-Prüfzeichen. Diese
                         Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens     Seite 18
     Waren müssen aber trotzdem noch in der Apotheke auf Identität überprüft werden, bevor sie
     verkauft oder verarbeitet werden dürfen.


b: Deutsches Apotheken Museum          http://www.deutsches-apotheken-museum.de/indexd.htm

     Im Heidelberger Schloss befindet sich das größte deutsche Apothekenmuseum mit Ausstellungen
     von alten Apothekeneinrichtungen sowie einer umfangreichen Arzneimittelsammlung und einem
     Labor mit Geräten des 17. bis 19. Jahrhunderts.


c: Deutsche Pharmazeutische Zentralbibliothek

     Sie befindet sich in der Landesbibliothek in Stuttgart.


d: Stada      http://www.stada.de/

     “Stada” ist eine Abkürzung für “ Standardpräparate Deutscher Apotheker “.
     Sie ist 1895 als Apothekergenossenschaft gegründet worden und hat nach dem Neustart im Jahre
     1948 einen rasanten Aufstieg zu einem internationalen Großkonzern hinter sich gebracht.
     Aufgaben der Stada sind :
        - Herstellung hochwertiger und zugleich preisgünstiger Arzneimittel in der Apotheke nach
             einheitlichen Vorschriften.
        - Arzneimittel, die nur mit hohem Aufwand in einer Apotheke hergestellt werden könnten,
             werden in einer Tochtergesellschaft der Stada (Stadapharm) hergestellt und vertrieben.




                                        E:      Tarifgemeinschaften

     Die Tarifparteien handeln miteinander die Tarifangelegenheiten aus.
     Dazu gehören u.a. :
       - Arbeitsbedingungen
       - Arbeitszeit
       - Gehaltstarife
       - Urlaub


a:     Arbeitgeber    werden vertreten durch

     “ Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken “ ( ADA )




b:     Arbeitnehmer werden vertreten durch              ADEXA

     ( früher: “ Bundesverband der Angestellten in Apotheken “ ( BVA ) )



                            Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 19
                     5.      Gesetzliche Krankenkassen als Partner der Apotheken

                   A:      Funktionen der GKV ( Gesetzliche Krankenversicherung )

Die Krankenversicherung hat die Aufgabe, den Versicherungsschutz bei Krankheit, Mutterschaft und Tod
zu übernehmen

Es gibt private und gesetzliche Krankenversicherungen.

Eine gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung besteht für alle Arbeiter und Angestellte bis zu einem Brutto-
Monatsverdienst von z. Zt. 4050,-- Euro (48600,-- Euro im Jahr)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine freiwillige Mitgliedschaft beantragt werden.

Familienmitgliedschaft besteht für Ehepartner und die Kinder während der Ausbildung, wenn sie jeweils
höchstens z. Zt. 400 Euro Eigenverdienst haben.



           B:      Die Rezeptabrechnung auf der Basis der Arzneimittellieferungsverträge

Vertragspartner der Arzneilieferungsverträge :

Die Arzneilieferungsverträge werden ausgehandelt

       - zwischen
              den Landesverbänden der Primärkassen
                             und
              dem Hessischen Apothekerverband                           ( HAV )


       - zwischen
              dem Verband der Angestellten-Krankenkassen                ( VdAK )
              dem Verband der Arbeiter-Ersatzkassen                     ( AEV )
                             und
                            Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 20
dem Deutschen Apothekerverband                        ( DAV )




          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 21
erband                        ( DAV )




          Apotheke als Einrichtung des Gesundheitswesens   Seite 21

				
DOCUMENT INFO