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Sicherheit im Chemieunterricht

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Sicherheit im Chemieunterricht Powered By Docstoc
					Sachkundekurs
(Voraussetzung
für Bezug der
Giftbezugsbestätigung "U")

13./14.07.09
Dr Adrian Müller
PHT Sommerschule 09
Gesetzlich Grundlagen
   Chemikaliengesetz (ChemG 1996)
     –   Allgemeine Sorgfaltspflicht (§ 19)
     –   Kennzeichnungspflicht (allgemein) (§ 24)
     –   Sicherheitsdatenblatt; (allgemein) ( §25)
     –   Abschnitt III: Besondere Bestimmungen über den
         Verkehr mit Giften (§§ 35 – 49)
            Erwerb von Giften (§ 41)

            Aufzeichnungspflicht (§ 43)

            Verlust (§ 48)

   Tiroler Gasgesetz 2000
     – Periodische Überprüfungen (§ 13)
   Schulunterrichtsgesetz
     – Meldung von Mängeln an den Schulleiter.
       Weiterleitung durch den Schulleiter an den
       Schulerhalter (§ 56)

                   Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Grenzwerteverordnung 2007
     – Grenzwerte (MAK, TRK) von Arbeitsstoffen
     – Liste krebserzeugender Stoffe
   Giftliste-Verordnung 2002
     – Auflistung sehr giftiger und giftiger Stoffe
     – nicht wenn „nur“ erbgutverändernd, krebserzeugend,
       fortpflanzungsgefährdend (Kennzeichnung Totenkopf)
   Giftverordnung 2000,
     –   Sorgfalts- und Unterweisungspflicht (§ 2)
     –   Erste Hilfe Kenntnisse(§ 5)
     –   Giftbezugsbestätigung (§ 6)
     –   Aufbewahrungspflicht (§ 7)
     –   Aufzeichnungspflicht (§ 9)
     –   Lagerung und Aufbewahrung von Giften (§ 12)
   Chemikalienverordnung 1999
     – 4. Abschnitt: Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt
       (§§ 13 – 25)
          Etikettierung (§ 20)
          Sicherheitsdatenblätter (§ 25)
     – Anhang A: R,S-Sätze, Gefahrensymbole und
       Bezeichnungen;
     – Anhang B, Teil 3: Einstufung von Zubereitungen
                    Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Kennzeichnungsverordnung,
     – Verbotszeichen (rund, weiß, roter Rand mit Balken) z.B.:
       Verbot mit Wasser zu löschen
     – Warnzeichen ( dreieckig, gelb mit schwarzem Rand)
       z.B.: Warnung vor giftigen Stoffen
     – Gebotszeichen (rund, blau, weißes Piktogramm) z.B.:
       Augenschutz tragen
     – Rettungszeichen (rechteckig, grün, weißes Piktogramm)
       z.B.: Erste Hilfe
     – Brandbekämpfung (rechteckig, rot, weißes Piktogramm)
       z.B.: Feuerlöscher
   Verordnung über brennbare Flüssigkeiten
     – Lagerung und Lagermengen brennbarer Flüssigkeiten
   Flüssiggas-Verordnung 2002 – FGV
     – Prüfung von Flüssiggasanlagen
   Eröffnungs- und Teilungszahlenverordnung
     – max Anzahl Schüler bei praktischen Arbeiten
   Allgemeine Strahlenschutzverordnung

                   Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   VERORDNUNG (EG) Nr. 1907/2006 DES vom 18. Dezember
    2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und
    Beschränkung chemischer Stoffe (REACH = Registration,
    Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals )
   VERORDNUNG (EG) Nr. 1272/2008 vom 16. Dezember 2008
    über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von
    Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der
    Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung
    der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (CLP-Verordnung)
    (früher: „GHS“)
      – neue Kennzeichnung für Stoffe ab 1.12.2010
      – für Zubereitungen ab 1.6.2015
      – Aufbau
            Artikelteil
            Anhang I: Vorschriften für die Einstufung und
             Kennzeichnung
            Anhang II: Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung
            Anhang III: Liste der Gefahrenhinweise
            Anhang IV: Liste der Sicherheitshinweise
            Anhang V: Gefahrenpiktogramme
            Anhang VI: Harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung
            in den Anhängen alte und neue Kennzeichnungen der
             Stoffe!
            Anhang VII: Tabellen für die Umwandlung einer
             EinstufungKustodiat/Sicherheit A Müller 09
 Gifterlass   (Rundschreiben 34/2002)
   – Erlass zum Bezug, Vorrätighalten und
     Umgang mit Giften an Schulen
 Entsorgungserlass                  (Rundschreiben
 22/2001)
   – Entsorgung intern
   – Sammlung, Aufbewahrung und
     Entsorgung extern
                   im Chemiebereich
 Reinigungspersonal
 (Rundschreiben 51/2002)
   – Information fachfremder Personen im
     schulischen Chemiebereich

               Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Definition und Begriffe der
   Toxikologie
Toxikologie

 – Lehre von den Giften (griech.: toxicon, logos)
 – biologische Wirkung chemischer Substanzen
 – Gesundheitsgefährdung durch Wasser, Boden,
   Luftbelastung und Lebensmittelbelastungen
 – Giftwirkung und
 – Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Giftwirkung
   „Risiko“
 – Aufgabe: Riskoeinschätzung


                  Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Vergiftung

 – Aufnahmewege
       Einatmen: Gase, Dämpfe, Staub, Aerosole
       Verschlucken: Flüssigkeiten und Staub
       Hautresorption: Staub und Flüssigkeiten (kleine Moleküle,
        wenig polar)
 – Wirkungsart
       lokal
       Systemisch (über Blut, Lymphsystem; mehrere Organe
        betreffend)
 – Wirkungsfaktoren
       Gefahreneigenschaften
       Art, Dauer, Konzentration und Menge der Aufnahme
       Wechselwirkungen mit anderen Stoffen
       Umgebungsbedingungen bzw. Arbeitsbeanspruchung

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Gift

 – Stoff mit schädlicher Wirkung auf
   Lebewesen
 – Paracelsus: „allein die Dosis macht, daß
   ein Ding kein Gift sei“.
    chemische Natur und Dosis
 – sehr giftig, giftig, mindergiftig
       sehr giftige und giftige Stoffe in Giftliste



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Substanz    normale          giftig                     tödlich     Sicherheits
            Aufnahme                                                faktor
            / Tag

Wasser      1-2l                                        17 l        ~10



Kochsalz    5 - 10 g                                    200 g       ~30



Ethanol     1 Glas Wein                                 175 - 300 ml ~10
            Wein: 20 ml


Kartoffel   200 g            25 mg                      > 400 mg    ~10 / 100
(Solanin)   (2-4 mg)

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Grenzwerte
„Untergrenze“
   Schwellendosis
   No Observed Effect Level (NOEL)
     – Keine Letalität
     – Abwesenheit von pathologischen Schädigungen
       oder teratogenen (fruchtschädigenden) Effekten
     – bei keinem Individuum einer Population
   Acceptable Daily Intake (ADI)
    – (Lebensmittelzusätze, Rückstände von Pestiziden)



                        Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
– MAK = maximale Arbeitsplatzkonzentration
  (ASchG §45, GKV2007)

      maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas,
       Dampf oder Schwebstoff in der (Atem-)Luft am
       Arbeitsplatz an, bei der kein Gesundheitsschaden zu
       erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der
       Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 (42) Stunden in
       der Woche ausgesetzt ist
      z.B.: MAK ( CO ) = 35 mg/m3
      MAK ( CO2) = 9100 mg/m3

– MIK = maximale Immissionskonzentration

      Wert für eine bestimmte Luftverunreinigung, bei der
       nach dem aktuellen Stand des Wissens keine Schäden
       bei Menschen, Tieren und Pflanzen auftreten.

                     Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
– BAT = Biologischer Arbeitsstoff-Toleranzwert

      die maximal zulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes im
       Blut, Blutplasma, Harn oder der Atemluft des Menschen
       beschrieben, bei dem nach aktuellem Wissen die Gesundheit
       des Menschen nicht geschädigt wird
      gilt nur für gesunde Personen
      für gewisse Stoffe nicht möglich (z.B. krebserregende,
       erbgutverändernd)

– TRK = technische Richtkonzentration (ASchG §45,
  GKV2007)

      Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff
       in der Luft am Arbeitsplatz an, die nach Stand der Technik
       maximal erreicht werden darf.
      wenn kein MAK oder Bat-Wert
      auch bei eingehaltenem TRK-Wert eine Beeinträchtigung der
       Gesundheit des Menschen nicht ausgeschlossen!!



                       Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Konzentration:
       Menge oder Masse Chemikalie pro Gesamtvolumen
           z.B.: 5 mg Kochsalz / Liter Salzlösung
           2 mol Natriumhydroxid / Liter Lösung = 2 molare Natronlauge

   LC50 = letale Konzentration
    – Das ist jene Konzentration in der Atemluft, die, wenn sie inhaliert
      wird, innerhalb von 4 Stunden 50% der Versuchstiere tötet.
    – Dosis      : Menge vom Organismus aufgenommene Chemikalie
      bezogen auf das Körpergewicht

   LD50 = letale Dosis
    – Das ist jene Dosis einer Substanz, die bei einmaliger Aufnahme
      50% aller Versuchstiere tötet.

   Volumsprozent:
    – Volumen pro Gesamtvolumen
           Volumskontraktion beachten!
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Giftrecht
Bezug von Giften
(ChemG, GiftV)

 „Giftbezugsbewilligung“
 nicht für Schulen!
 (GiftV §3, ChemG§42))
      von der Bezirksverwaltungsbehörde:
        – Giftbezugslizenz (mehrmaliger Bezug, max 5 Jahre)
        – Giftbezugsschein (einmaliger Bezug, 3 Monate)
        – Austellung, wenn
             19 Jahre,
             Sachkundig (Sachkundekurs), verlässlich
             Notwendigkeit der Verwendung glaubhaft


                    Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
„Giftbezugsbestätigung“
(GiftV §6, ChemG §41)

   kann für einmaligen Bezug (3 Monate gültig)
    oder
   mehrmaligen Bezug (max 5 Jahre) ausgestellt
    werden
   betrifft Institutionen wie Schulen, Universität
    usw...




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   für Schulen mit Kustos
    – APS-Lehrer Chemie
    – und Unterrichtsberechtigte für das Fach Chemie
      in der Unterstufe
       Giftbezugsbestätigung „U“

          Brom (T+) 7726-95-6
          Kaliumdichromat(T+) 7778-50-9
          Quecksilber(II)-chlorid (T+) 7487-94-7
          Anilin (T) 62-53-3
          Methanal (T), c > 25 % 50-00-0
          Methanol (T) 67-56-1
          Natriumnitrit (T) 7632-00-0
          Phenol (T) 108-95-2

                         Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Beantragung
          Die Schule beantragt beim LSR bzw BSR
          Schule, Schulleiter und Kustos werden namentlich in
           Bestätigung genannt (siehe Anlage D Gifterlass)
          LSR/BSR meldet Ausstellung (und Einzug) an
           Bezirksverwaltungsbehörde

   Voraussetzungen
          Giftbezugsbestätigung „U“
             –   Lehramt APS Chemie bzw Chemie/Physik
             –   Lehrbefugnis Unterstufe Chemie
             –   Sachkunde (dieser Kurs)
             –   Erste Hilfe-Kurs
                    16-stündiger Ersthelfer-Kurs
                    oder Erste Hilfe-Kurs unter besonderer Berücksichtigung
                      von Vergiftungen (Mindestdauer 8 Einheiten a 50 Minuten)
                      GiftV 2000 Anlage 5
                    oder Bestätigung „aktiver Notfallhelfer“ einer
                      Rettungsorganisation



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Sorgfalt und
Unterweisungspflicht (GiftV §2)




           Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
    – Verwender von Giften hat die zum Schutz der
      Gesundheit und Umwelt nötigen Vorkehrungen
      zu treffen, insbesondere Befolgung der Hinweise
      aus Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

    – Nicht sachkundige Personen sind vor
      Verwendung nachweislich über Sicherheits- und
      Vorsichtsmaßnahmen und Notfallmaßnahmen zu
      unterweisen


                   daraus folgt....


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   Unterweisung Fachkollegen (Gifterlass)

           Der Kustos für Chemie hat am Beginn des Schuljahres alle
            Lehrer, die im jeweiligen Schuljahr Chemie an der Schule
            unterrichten, ausdrücklich und nachweislich über die
            gebotenen Sicherheits und Vorsichtsmaßnahmen sowie über
            die bei einem Notfall zu ergreifenden Sofortmaßnahmen zu
            unterweisen, auch die Notfallrufnummern von Feuerwehr,
            Rettung und Vergiftungsinformationszentrale griffbereit
            aufzulegen.
           Fachkonferenz, im Protokoll dokumentieren


   Unterweisung Reinigungspersonal und Schulwarte
    (Gifterlass, Reinigungspersonal im Chemiebereich)

           Alle Personen, die Zutritt zum Bereich Chemie haben, hat der
            Kustos für Chemie über mögliche Gefahren und damit im
            Zusammenhang stehende Verhaltensweisen in Kenntnis zu
            setzen.
           mit Unterschrift bestätigen lassen

                            Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Unterweisung Schüler

         Ebenso wie der Kustos die Fachkollegen muss
          jeder Lehrer jede Klasse zu Beginn des
          Schuljahres über Sicherheitseinrichtung,
          Vorsichts- und Notfallmaßnahmen
          unterrichten, im Klassenbuch dokumentieren

         Auch sind vor jedem Versuch mit giftigen
          oder gefährdenden Chemikalien mit
          SchülerInnen die S. über die Gefahren und
          Sicherheitsmaßnahmen nachweislich zu
          informieren

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Kennzeichnung und
Aufbewahrung




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Etikettierung
(ChemV §§20-21)
      Größe:
         – bis zu 0,125 l einem Format in angemessener Größe,
         – von mehr als 0,125 l bis 3 l nach Möglichkeit mindestens
           dem Format 52 mm × 74 mm,
         – von mehr als 3 l bis 50 l mindestens dem Format 74 mm
           × 105 mm,
      Inhalt:
         – Name
         – Gefahrensymbol (muss mindestens 1/10 der
           Etikettfläche ausmachen)
         – Gefahrenbezeichnung
         – Firma
         – R-Sätze (Gefahrenhinweise)
         – S-Sätze (Sicherheitsratschlage)
         – EG-Nummer
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   Etikettiersoftware: „Etiked 3“ (kostenlos zu
    beziehen; siehe Gifterlass)
     Zentrum f. Schulentwicklung
     Abteilung I
     Kaufmanngasse 8
     9020 Klagenfurt


   Online: www.chemie-master.de

   oder z.B.: Etikettier- und Kustodiatssoftware:
    „D-Giss“ (Universum Verlag Wiesbaden)

   Software auf CLP ab 1.12.2010 aktualisieren!
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Einstufung von
Zubereitungen




          Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
      Bei Verdünnungen nimmt die Kennzeichnung
      mit sehrgiftig>giftig>mindergiftig ab




- Gilt für „normale“ Gifte
       d.h. nicht sensibilisierend (42,43) , krebserregend(45, 49),
       mutagen (46), teratogen (60 bis 63)
       z.B.: Brom, Quecksilber(II)chlorid
-Für solche Stoffe gelten eigene Verdünnungsregeln
   -Siehe z.B.: http://ecb.jrc.ec.europa.eu/esis/
   -Z.B.: Kaliumdichromat, Phenol, Anilin, Methanol, Methanal, Natriumnitrit

                                  Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
– R 20 Gesundheitsschädlich beim
  Einatmen.
– R 21 Gesundheitsschädlich bei Berührung
  mit der Haut.
– R 22 Gesundheitsschädlich beim
  Verschlucken.
– R 23 Giftig beim Einatmen.
– R 24 Giftig bei Berührung mit der Haut.
– R 25 Giftig beim Verschlucken.
– R 26 Sehr giftig beim Einatmen.
– R 27 Sehr giftig bei Berührung mit der
  Haut.
– R 28 Sehr giftig beim Verschlucken.
          Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
            – Brom (T+, N, C) CAS: 7726-95-6
                 R: 26-35-50
            – Kaliumdichromat(T+, N, O) CAS: 7778-50-9
                 R: 45-46-60-61-8-26-25-21-34-42/43-48/23-50/53
            – Quecksilber(II)-chlorid (T+, N), MAK 0,1 mg/m3,
                CAS: 7487-94-7
                 R: 28-34-48/24/25-50/53
            – Anilin (T, N), MAK 7,7 mg/m3 CAS : 62-53-3
                 R: 23/24/25-40-41-43-48/23/24/25-68-50
            – Methanal (T), c > 25 % , MAK 0,37 mg/m3,
                CAS: 50-00-0
                 R: 23/24/25-34-40-43
            – Methanol (T, F), MAK 270mg/m3, CAS: 67-56-1
                 R: 11-23/24/25-39/23/24/25
            – Natriumnitrit (T, O, N) CAS: 7632-00-0
                 R: 8-25-50
            – Phenol (T, C), MAK = 7,8 mg/m3, CAS: 108-95-2
                 R: 23/24/25-34-48/20/21/22-68



   (wenn kein MAK-Wert, dann TRK siehe
    Sicherheitsdatenblatt)
                          Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
   Z.B.: Anilin-Verdünnungen:
          – Anilin (T, N), MAK 7,7 mg/m3 CAS : 62-53-3
               R: 23/24/25-40-41-43-48/23/24/25-68-50

               S: (1/2)-26-27-36/37/39-45-46-61-63


   C ≥ 25 %: T, N; R23/24/25-40-41-43-
    48/23/24/25-50-68
   10 % ≤ C < 25 %: T; R20/21/22-40-41-
    43-48/23/24/25-68
   1 % ≤ C < 10 %: T; R20/21/22-40-43-
    48/23/24/25-68
   0,2 % ≤ C < 1 %: Xn; R48/20/21/22

                      Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Einstufung und
Kennzeichnung nach CLP
     clp = classification, labelling and packaging
     Früher GHS = global harmonized system
     ab 1.12.2010 müssen alle Stoffe nach CLP
      gekennzeichnet sein
        – 2-jährige Übergangsfrist für bestehende Lager
     ab 1.6.2015 müssen alle Gemische nach CLP
      gekennzeichnet sein
     neue Piktogramme
     statt R-Sätze „H-Sätze“ (hazard)
     statt S-Sätze „P-Sätze“ (precautionary)
     „Signalwort“

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Neue Piktogramme in CLP




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Giftkennzeichnung in CLP




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Zusammenlagerungsverbote




 Natrium getrennt lagern;
 Verbotszeichen am Schrank: „Verbot mit Wasser zu löschen“

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Aufzeichnungspflicht (GiftV §9 )


   Führung des Giftbuches
     –   Bezeichnung des Giftes (chemische Bezeichnung, Handelsbezeichnung),
     –   Menge der erworbenen Gifte,
     –   Verweis auf den Beleg über den Erwerb (Lieferschein, Rechnung usw.),
     –   Datum des Erwerbs,
     –   Name des Abgebers,
     –   verwendete Menge und Verwendungszweck, im Falle einer Verarbeitung
         eines Giftes
           Unterrichtszwecke
   einmal im Schuljahr ist die verbleibende Menge eines jeden Giftes
    auszuweisen
   Sollte das Kustodiat eingestellt werden, so ist das Giftbuch noch 7
    Jahre aufzubewahren
   ebenso sind Bestätigung oder Bewilligung 7 Jahre nach Ablauf
    aufzubewahren


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Verlust von Giften (Gifterlass)


  – Anzeigepflicht
       Der Verlust von sehr giftigen oder giftigen
        Stoffen ist unverzüglich der Direktion und
        gemäß § 48 ChemG 1996 der
        Bezirksverwaltungsbehörde oder der
        Bundespolizeibehörde zu melden.




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Entsorgung



Siehe Entsorgungserlass




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Abfallbehälter

      Behälter mit der Kennzeichnung Cl
        – Organische Abfälle mit Halogen oder Schwefel
        – Gefahrenbezeichnungen, Kennbuchstaben „F“ und „Xn“
          und entsprechende Gefahren-symbole:
      Behälter mit der Kennzeichnung A
        – Organische Abfälle, mit Wasser nicht mischbar, ohne
          Halogen oder Schwefel
        – Gefahrenbezeichnungen, Kennbuchstaben „F“ und „Xn“
          und entsprechende Gefahren-symbole.
      Behälter mit der Kennzeichnung B
        – Organische Abfälle, mit Wasser mischbar, ohne Halogen
          oder Schwefel
        – Gefahrenbezeichnungen, Kennbuchstaben „F“ und „Xn“
          und entsprechende Gefahren-symbole.

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Abfallbehälter
      Behälter mit der Kennzeichnung S aus Polyethylen
       (chemikalienbeständig)
        – Schwermetalle
        – Gefahrenbezeichnung, Kennbuchstabe „Xn“ und
          entsprechendes Gefahrensymbol.
        – Lösungen von Schwermetallkationen, neutral oder
          schwach basisch, möglichst unverdünnt.
        – Dieser Behälter muss vor seiner Verwendung mit
          Natriumcarbonat und mit Natriumsulfid unter Zusatz von
          etwas Wasser beschickt werden, um möglichst
          unlösliche Carbonate oder Sulfide zu erhalten.
        – Die Metallsalzlösungen sollen möglichst unverdünnt in
          den Behälter geleert werden. Von Zeit zu Zeit sollte die
          überstehende Lösung dekantiert und entsprechend
          eingeengt werden, um kein zu großes
          Flüssigkeitsvolumen zu erhalten.

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interne Entsorgung der Gifte
„U“ gemäß Gifterlass
   – Brom (T+) 7726-95-6
        Mit ca. 10%iger Natronlauge umsetzen,
          gebildetes Hypobromit mit Thiosulfat
          zerstören, nach Neutralisation in den Ausguss
          leeren.
   – Kaliumdichromat(T+) 7778-50-9
        Zuerst neutralisieren? (nach Zugabe von
          Schwefelsäure verd!), dann mit Thiosulfat
          behandeln und anschließend in Behälter „S“
          leeren.
   – Quecksilber(II)-chlorid (T+) 7487-94-7
        In den Behälter „S“ für schwermetallhältige
          Abfälle geben.
   – Anilin (T) 62-53-3
        Im Abzug mit verdünnter Salzsäure
          neutralisieren, anschließend in Behälter „B“
          leeren.
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– Methanal (T), c >25 % 50-00-0
     Mit einem Überschuss an konzentrierter
      Natriumhydrogensulfit-Lösung behandeln.
      Danach in Behälter „B“ leeren.
– Methanol (T) 67-56-1
     In kleinen Portionen (wenige Milliliter) im
      Abzug verbrennen. Verdünnte wässrige
      Lösungen in Behälter „B“ leeren
– Natriumnitrit (T) 7632-00-0
     Mit Hypochlorit-Lösung zum Nitrat oxidieren;
      dabei darf jedoch der pH-Wert 4 nicht
      überschreiten
– Phenol (T) 108-95-2
     verdünnt in Behälter B geben


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externe Entsorgung

     Laut einem Schreiben der Tiroler
      Landesregierung, Amt für Umweltschutz, Herr
      Dr. Hirn:
       – Entsorgung der Laborabfälle der Schulen (auch
         Gifte) bei der Problemstoffsammlung
       – Übernahmebestätigung bei Abgabe unterfertigen
         lassen




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Versuche




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Brom

   Zwei kleine Petrischalen in eine                Cyclohexan/Brom auf
    große (auf Overheadprojektor)                    Overhead ist nach ca 10
    stellen                                          Minuten völlig entfärbt (die
     – Eine (kleine) mit 10 ml 1%                    abgedeckte Mischung ist nach
       Silbernitratlösung füllen                     wie vor braun)
     – Die zweite mit 15 ml                         Die Silbernitratlösung hat eine
       Cyclohexan und 5 Tropfen                      Silberbromidhaut an
       Brom                                          Oberfläche
   Die große Petrischale abdecken                  HBr mit feuchtem
   Overhead einschalten                             Indikatorpapier nachweisen
   Eine dritte Petrischale ebenfalls
    mit 15 ml Cyclohexan und 5 Tr
    Brom füllen und unter ein
    lichtundurchlässigen Gefäß
    geben



                             Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Brom

   RGG mit 4 ml 0,1%                   Elektrophile
    Bromwasser füllen                    Addition von Brom
   5 Tr Cyclohexen                     Genau genommen
    zugeben                              entsteht das
   Schütteln                           Bromhydrin in
    Entfärbung                           wässriger Lösung




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Phenol / Formaldehyd
   Phenolphthalein-                          Phenolharz
    synthese                                     – Im RGG:
    – Eine Spatelspitze                          – 3 cm Phenol
      Phthalsäureanhydrid                        – 1 ml Formaldeydlösung
      und 2 Spsp Phenol                            35%
      werden mit 3 Tr                            – Leicht erhitzen bis
      Schwefelsäure konz in                        Lösung
      einem Reagenzglas kurz
      erhitzt                                    – + 5 Tropfen HCl konz
    – In Wasser aufnehmen                        – Im Wasserbad erhitzen
      und basisch machen                         – (vorsichtig, kann
                                                   spontan starten)

                       Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Anilin / Formaldehyd /
Natriumnitrit
   Anilinharz                                       Diazotierung
     – 3ml ges.                                         – 0,65 g Anilinhydrochlorid
       Anilinhydrochloridlösung in                        werden in 10 ml Wasser gelöst
       RGG                                              – + 5 Tr HCl konz
     – + 3 ml Formalin                                  – Unter 5°C kühlen
     – Schütteln  rötliches                            – 0,35 g Natriumnitrit werden in
       Anilinharz                                         10 ml Wasser gelöst
                                                        – Unter 5°C kühlen und langsam
                                                          zu Anilinlösung zugeben, so
                                                          das die Temperatur unter 5°C
                                                          bleibt
                                                        – Das Produktgemisch lässt man
                                                          in eine Lösung aus 10 ml
                                                          Ethanol und 0,4 g Anilin
                                                          einfließen
                                                        – Es entsteht Anilingelb (via
                                                          Diazoaminobenzol)


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Kaliumdichromat

   Alkotest
    – Petrischale mit 10 ml einer 0,5%
      Kaliumdichromatlösung
    – Vorsichtig 2,5 ml konz. Schwefelsäure
      zugeben
    – Ein stark mit Ethanol getränktes
      Filterpapier auf die Petrischale legen


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Methanol

   Grüne Flamme
    – Rgg
    – 1 Spatel Borsäure
    – +ca 2cm Methanol
    – Erhitzen, Dämpfe entzünden
    – Weiter erhitzen


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Das Kustodiat




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Führung eines Chemie-
Kustodiats

 –   Diplom Chemie
 –   LA Chemie an höheren Schulen
 –   LA Chemie Unterstufe (Biologie LA alt)
 –   LA Chemie/Physik an APS
 –   der Kustos muss eine Giftbezugsbestätigung besitzen
 –   Falls an einer Schule kein Lehrer ist, der diese
     Voraussetzungen erfüllt, so hat der Direktor dennoch
     einen Kustos zu bestimmen; dieses Kustodiat ist
     OHNE Gifte zu führen


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Aufgaben Kustos
   Wartung und Einkauf von Chemikalien und
    Geräten
   Überwachung von Sicherheitseinrichtungen
    (Wartung, Komplettierung)
   Entsorgung

   Abfallbehälter A,B,C,S

   Erstellung einer Laborordnung

   Regelmäßige Überprüfungen




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Regelmäßige
Überprüfungen
   Erste-Hilfe-Schrank                             Abzug (§ 32 GKV 2007 )
    – womöglich Schularzt,                             – einmal jährlich durch
    – dokumentieren                                      qualifizierte Person
   Gasanlage                                          – Lüftungsbetriebe; TÜV-
                                                         Österreich
    – Stadtgasanlagen                                  – dokumentieren!
           alle 3 Jahre
           Installationsfirmen für                 Augenwaschflaschen
            Gasanlagen                                 – alle 14 Tage mit
           dokumentieren                                abgekochtem Wasser
    – Flüssiggasanlagen                                  füllen
           jedes Jahr                                 – oder Augenwaschduschen
           Installationsfirmen für
            Gasanlagen
           dokumentieren

                             Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
    Unterrichtsraum

   Sicherheitseinrichtungen:

     –   1. Hilfe-Kasten                                  – Laboraushänge
     –   Augenwaschflaschen                                           Erste Hilfe
                                                                      Laborordnung
     –   Löschdecke
                                                                      R- und S-Sätze
     –   Löschsand                                                    Notfallmaßnahmen
     –   Feuerlöscher                                                 Fluchtwege
     –   Not-Aus-Taster                                   – Schutzscheibe Pult
     –   Notruftelephon                                   – Sicherheitsbrenner
     –   Schutzhandschuhe                                 – Schutzscheiben
     –   Gesichtsschutz                                     Schülertische
     –   Arbeitsmäntel                                    – Abzug
                                                          – Thermomelder (kein
                                                            Rauchmelder!)

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Vorbereitungsraum
Schränke
   Säure / Basenschrank
    – wenn möglich getrennt, ansonsten keine gemeinsamen
      Auffangwannen;
    – nicht über Kopfhöhe
    – Warnzeichen: „Warnung vor ätzenden Stoffen
   Lösungsmittelschrank:
    – einfacher Schrank: max 10 l mit Gefahrenklasse I
    – Lösungsmittelschrank T90 (Sicherheitsschrank): max 100 l mit
      Gefahrenklasse I
    – Warnzeichen: „Warnung vor feuergefährlichen Stoffen“
           Gefahrenklasse I: Flammpunkt <21°C
           Gefahrenklasse II: Flammpunkt 21°C<FP<55°C
              – „Flammpunkt“: Die Temperatur ab der die Dämpfe mit Fremdzündung
                zündbar sind


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Vorbereitungsraum
Schränke
 – Giftschrank
       versperrbarer, fest angebrachter Schrank, eigener Schlüssel
        nur beim Giftscheinbesitzer, d.h. Kustos
       Kennzeichnung: Warnzeichen „Warnung vor giftigen Stoffen“
 – sonstige Chemikalienschränke
       Zusammenlagerungsverbote beachten
          – brandfördernde Chemikalien extra lagern
                (z.B.: Nitrate, Chlorat, Permanganat)
                Warnzeichen: brandfördernd
          – nicht mit Wasser löschbare extra lagern (z.B.: Natrium)
                Verbotszeichen: nicht mit Wasser löschen
       Lebensmittel für Versuche
          – Beschriften: nur für Versuchszwecke
          – getrennt lagern
          – niemals Chemikalien in Lebensmittelbehälter lagern!


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Vorbereitungsraum
     Abzug
             jährliche Überprüfung,
             TÜV, Lüftungsfirma
             dokumentieren
             Gebotszeichen: Mundschutz, Augenschutz,
   Entsorgungsbehälter
   Glasabfallbehälter

   Gase
       – Gegen Umfallen gesichert
       – Wasserstoff und Sauerstoff in getrennten Räumen

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Unterricht




         Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Gifte im Schülerexperiment:
     wenn eine Gefährdung auszuschließen ist
     Verboten sind
        – R 26 Sehr giftig beim Einatmen
        – R 27 Sehr giftig bei Berührung mit der Haut
        – R 28 Sehr giftig beim Verschlucken
        – R 45 Kann Krebs erzeugen.
        – R 46 Kann vererbbare Schäden verursachen.
        – R 49 Kann Krebs erzeugen beim Einatmen.
        – R 60 Kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
        – R 61 Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
        – R 62 Kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit
          beeinträchtigen.
        – R 63 Kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen.

     Nachweislich: (Eintrag ins Heft, Versuchsvorschrift)
        – Information über Chemikalien und deren Gefahren
        – Information über Geräte
        – Information über Gasbrenner
     Überwachung Einhaltung der Sicherheitsvorschriften
     Ersatzstoffe: Verpflichtung gefährliche Chemikalien wenn möglich durch
      weniger gefährdende zu ersetzen
                            Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
         Verbotene Versuche im Unterricht

Chemikalien                             Reaktionen mit
Aluminiumalkyle                         Wasser
Ammoniak                                Halogene(außer Iod), Fluorwasserstoff;
                                           Calciumhypochlorit
Ammoniumnitrat                          Säuren; Metallpulver außer Zink,
                                        Chlorate; brennbare Flüssigkeiten; fein
                                        verteilte organische Substanzen
Anilin                                  Salpetersäure; Wasserstoffperoxid
Brennbare Flüssigkeiten                 Ammoniumnitrat; Wasserstoff
Brom, Chlor                             Methan, Propan, Butan; Ethin (außer mit
                                        Bromwasser); Ammoniak
Chlorate                                Ammoniumsalze; Metallpulver;
                                        brennbare organische Substanzen
Cumolhydroperoxid                       Anorganische und organische Säuren
Cyanide                                 Säuren


                          Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
          Verbotene Versuche im Unterricht
Essigsäure                      Salpetersäure, Peroxide,
                                Kaliumpermanganat
Ethin                           Halogene (außen Bromwasser)
Iod                             Ethin
Kalium                          Halogene; Halogenalkane,
                                Halogenwasserstoff, Kohlendioxid,
                                Wasser
Kupfer                          Wasserstoffperoxid
Natrium                         Halogenalkane, Halogenwasserstoffe
Salpetersäure konz.             Ethansäure; Anilin; Schwefelwasserstoff
Sauerstoff (l)                  Leicht entzündliche oder brennbare
                                Stoffe
Schwefelwasserstoff             Salpetersäure
Silbersalze                     Oxalsäure, Weinsäure
Wasserstoffperoxid              Kupfer, Chrom, Eisen; Propanon, Anilin,
                                Nitromethan



                      Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Exemplarische Ersatzstoffliste:

   Nicht zulässiger                                Stoff mit geringerem
    Gefahrstoff                                      Gefahrenpotential

   Benzen                                          Toluen, Xylen, Mesitylen,
                                                     Ethylbenzen
   Tetrachlormethan; 1,2-                          derzeit keine Empfehlung
    Dichlorethan;                                    möglich *)
   1,1,1-Trichlorethan                             derzeit keine Empfehlung
                                                     möglich *)
   Kohlenstoffdisulfid                             Toluen
   Cadmiumchlorid,                                 Cadmiumnitrat
    Cadmiumsulfat
   Quecksilberoxid                                 Silberoxid
   Kongorot                                        Methylrot
   Quecksilber(II)-nitrat                          Quecksilber(II)-chlorid

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           Exemplarische Ersatzstoffliste:
       Zu vermeidender Gefahrstoff Stoff mit geringerem
                                         Gefahrenpotential
       n-Hexan                         n-Pentan, n-Heptan

       Trichlormethan, Trichlorethen  derzeit keine Empfehlung möglich *)
       Tetrachlorethen, Dichlormethan  derzeit keine Empfehlung möglich *)
       Methanol                        Ethanol

       Methanal                        Furfural

       Diethylether                    Diisopropylether

       Dioxan                          Tetrahydofuran

       Hydrochinon                     Brenzcatechin, Resorcin

       Kaliumchlorat                   Kaliumnitrat

       Kaliumchromat, Kaliumdichromat Kaliumpermanganat
        Kupfer(II)-chlorid              Kupfer(II)-sulfat
       Nickel(II)-chlorid              Nickel(II)-sulfat
       Methylorange                    Methylrot

*) Für Brom- oder Iodlösungen werden als Lösungsmittel Wasser bzw. wässrige KI-Lösung,
Ethansäure oder Cyclohexan empfohlen. Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Schwangerschaft


 – Verständigung Arbeitsinspektorat, Frau. Dr.in
   Gerhild Wachter – Arbeitsinspektionsärztin
       Telefon: +43 (512) 249 04
        Telefax: +43 (512) 249 04 76
        E-Mail: post.ai14.arzt@arbeitsinspektion.gv.at
 – Kustodin: sofortige Einstellung der Tätigkeiten
   als Kustodin, keine experimentellen Arbeiten
 – Fachkollegin, Schülerin: keine experimentellen
   Arbeiten


                       Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
Informationsquellen

   Giftlisteverordnung 2002
   Grenzwerteverordnung 2007
   CLP-Verordnung, VO-1272-2008-EG-Anhang,
    Anhang 6, Tabelle 3.1 neue Kennzeichnung der
    Stoffe (Tabelle 3.2 alte Kennzeichnung)
   Vergiftungsinformationszentrale: 01/406 43 43
    – http://www.meduniwien.ac.at/viz/
   Gesetze, Verordnungen, Erlässe:
    – http://www.ris2.bka.gv.at/



                        Kustodiat/Sicherheit A Müller 09
            Sicherheitsdatenblätter (ChemV)
1.    Stoff/Zubereitungs- und Firmenbezeichnung;                  Punkt 2 seit 6/2007: Mögliche
2.    Zusammensetzung/Angaben zu                                   Gefahren
      Bestandteilen;
3.    Mögliche Gefahren;                                          Punkt 3 seit 6/2007:
                                                                   Zusammensetzung/Angabe zu
4.    Erste-Hilfe-Maßnahmen;                                       Bestandteilen
5.    Maßnahmen zur Brandbekämpfung;
                                                                  Sicherheitsdatenblätter der im
6.    Maßnahmen bei unbeabsichtigter
      Freisetzung;                                                 Kustodiat vorhandenen
                                                                   Chemikalien müssen
7.    Handhabung und Lagerung;
                                                                   vorhanden sein
8.    Expositionsbegrenzung und persönliche
      Schutzausrüstungen;                                         Papierform oder an allgemein
9.    Physikalische und chemische Eigenschaften;                   zugänglichem PC installiert
10.   Stabilität und Reaktivität;
11.   Angaben zur Toxikologie;
12.   Angaben zur Ökologie;
13.   Hinweise zur Entsorgung;
14.   Angaben zum Transport;
15.   Österreichische und EU-Vorschriften;
16.   Sonstige Angaben.

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Informationsquellen
   VCÖ CD-ROM „Sicherheit im Chemielabor“
   AUVA: http://www.auva.at
   Informationen über Kennzeichnung von Stoffen und
    Verdünnungen
    – http://ecb.jrc.ec.europa.eu/esis/
   GHS-Konverter für Etiketten nach CLP-Verordnung;
    mit Gegenüberstellungen der alten und neuen
    Einstufungen
    – http://www.gischem.de/ghs/konverter/index.htm
   Gefahrstoffinformationssystem der
    bundesdeutschen gewerblichen
    Berufsgenossenschaften „GESTIS“
    – http://www.dguv.de/bgia/de/gestis/stoffdb/index.jsp
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