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HTWK Leipzig (FH) Prof. Dr. Renate Heinzel
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ABWL
Betriebswirtschaftslehre – Vorlesung (4 SWS) – WS 07/08
Grobgliederung:
Inhalt:
1. Gegenstand, Methoden und Ziele der Betriebswirtschaftslehre
1.1 Erkenntnisobjekt der Betriebswirtschaftslehre
1.2 Begriff und Aufgabe der Wissenschaft
1.3 Betriebswirtschaftliche Zielkonzeptionen und wichtige Kennzahlen
2. Aufbau des Unternehmens
2.1 Betriebliche Produktionsfaktoren
2.2 Rechtsformen der Unternehmung
2.3 Zusammenschlüsse von Unternehmen
2.4 Standort
2.5 Organisationsformen
2.6 Unternehmenskrise
3. Unternehmensführung
3.1 Unternehmensführung als Institution und Funktion
3.2 Unternehmensführung als Prozessgestaltung
3.3 Unternehmensführung als Führungsfunktion
4. Überblick über ausgewählte Unternehmensfunktionen
4.1 Marketing
4.2 Produktion
4.3 Beschaffung
5. Unternehmensrechnung
5.1 Externes Rechnungswesen (Jahresabschluss)
5.2 Internes Rechnungswesen (Kostenrechnung, Investition, Finanzierung,)
Literatur:
Hopfenbeck, W.: Allgemeine Betriebswirtschafts- und Managementlehre, 14. Aufl., München: Redline Wirtschaft bei Verl.
Moderne Industrie 2002.
Jung, H.: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 9., überarb. Aufl., München; Wien: Oldenbourg 2004.
Olfert, K./Rahn, H.-J.: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 7., überarb. und aktualisierte Aufl., Ludwigshafen (Rhein): Kiehl 2003.
Schierenbeck, H.: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre,16. Aufl., München, Wien: Oldenbourg 2003.
Wöhe, G.: Einführung die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 21., neu bearb. Aufl., München: Vahlen 2002.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 1
Begriffe "Wirtschaft" und "Ökonomie"
Wirtschaft, gr. oikonomia
vernünftiges Gestalten aller mit dem Haus (oikos)
zusammenhängenden Angelegenheiten (Perikles, 500 v. Chr.)
Lehre von der sittlich und technisch-wirtschaftlich vernünftigen
"Unternehmensführung" für Haus- und Gutsherren
(Xenophon, 430 v. Chr.)
ahd.: Tätigkeit des Hausherren und Wirtes; auch "Gastmahl" und
"Gastwirtschaft"; Verwalten eines Hauses, Hofes
allg.: Einrichtungen und Maßnahmen zur Deckung des
menschlichen Bedarfs an Gütern und persönlichen Leistungen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 2
Kaufentscheidungsprozess
eigene Konfrontation mit Erfahrungen Beschaffungs- tatsächliches
Erfahrungen Güterangebot von anderen disposition Angebot
bezüglich Personen (Kaufkraft, Zeit) (Verfügbarkeit)
Bedürfnisbe-
friedigung
Bedürfnis Bedarf Nachfrage Kaufvolumen
Antrieb Objektausrichtung Beschaffungs- Transaktion
disposition
Stufen zunehmender Konkretisierung des Objekts des Kaufentscheidungsprozesses
Böcker, 1991, S. 13
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 3
Bedürfnisse als Grundlage des Wirtschaftens
Kriterium Bedürfnisarten Beispiele
Individual-B. Einbauschrank
Zahl der
Gruppen-B. Tennis-Kleidung
Träger
Gesamt-B. Brot
permanente B. Tageszeitung
Zeitbezug periodische B. Ski-Ausrüstung
aperiodische B. Zahnbehandlung
Grund-B. Obst
Lebensnot-
Kultur-B. Roman
wendigkeit
Luxus-B. Schmuck
Art der Befrie- materialle B. Kleidung
digungsmittel immaterielle B. Rechtsberatung
bewußte B. BWL-Literatur
Bewußtsein
unbewußte B. VWL-Literatur
ursprüngliche B. Gemüse
Entstehung
geschaffene B. Computer
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 4
Die Maslowsche Bedürfnishierarchie
Bedürfnis nach
Selbstverwirklichung
(Entwicklung
und Entfaltung
der Persönlichkeit)
Bedürfnis nach Wertschätzung
(Selbstachtung, Anerkennung, Status)
Soziale Bedürfnisse
(Zugehörigkeitsgefühl, Liebe)
Sicherheitsbedürfnisse
(Geborgenheit und Schutz der Person)
Physiologische Bedürfnisse
(Hunger, Durst)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 5
Unterteilungsmöglichkeiten von Wirtschaftsgütern
Merkmale Güterbegriffe
Stellung im Produktionsprozess Input- (oder Einsatz-)güter und
Outputgüter
Direkte oder indirekte menschliche Produktions- und Konsumgüter
Bedürfnisbefriedigung
Verbrauch bei einem einzelnen Verbrauchsgüter und
Einsatz Gebrauchsgüter
Materielle Substanz Materielle und immaterielle Güter
Geldwirtschaft Realgüter und Nominalgüter
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 6
Wirtschaftlichkeitsprinzip
Verhältnis von Aufwand und Ertrag
Maximalprinzip: mit gegebenem Aufwand maximalen Ertrag erzielen
Minimalprinzip: mit geringstmöglichem Aufwand einen bestimmten
Ertrag erzielen
Erwerbswirtschaftliches Prinzip: wirtschaftliche Betätigung zum
Zwecke der Gewinnerzielung
Adam Smith (Wohlstand der Nationen, 1776):
Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers
erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern
davon, daß sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden
uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe...
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 7
Wertschöpfung (10 größte deutsche Unternehmen)
Umsatzerlöse 100
- Vorleistungen (Rohstoffe, 60
Vorprodukte, Abschreibungen)
--------------------
= Wertschöpfung 40
30 4 2 2 2
Mitarbeiter Fiskus Kreditgeber Aktionäre Unternehmen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 8
Wertschöpfung
Wert des Output
(Verkaufserlös)
Löhne (Bezahlung für das
Gewinne Zurverfügungstellen von Arbeit)
Wertschöpfung
Mieten
+ Mieten (Bezahlung für das
Zinsen
Zurverfügungstellen von Boden)
Löhne
+ Zinsen (Bezahlung für das
Zurverfügungstellen von Kapital)
Kosten der
Betriebsmittel + Gewinn (Bezahlung für das
Wert des Input
Zurverfügungstellen von Kapital
von anderen Kosten für
Unternehmen Energie und die Übernahme von
Unternehmensrisiko)
Kosten für
Werkstoffe = Wertschöpfung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 9
Wertschöpfung
Wertschöpfung ist die Wertsteigerung, die ein Unternehmen durch seinen
Transformationsprozess bewirkt.
Die Berechnung kann indirekt und direkt erfolgen:
- indirekt, indem man vom Wert des Outputs (des Verkaufserlöses) den
Wert des bei anderen Unternehmen eingekauften Input abzieht.
- direkt, d.h. durch Addition der Kosten für das Zurverfügungstellen der
Produktionsfaktoren und den Gewinn. Diese Kosten sind für jene, die
den Produktionsfaktor zur Verfügung stellen.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 10
Geltung des Wirtschaftlichkeitsprinzips
Wirtschaftlichkeitsprinzip Randbedingungen
Humanität
Wirtschaftseinheiten (Einzelwirtschaften) Umwelt
Recht
Volkswirtschaft
Weltwirtschaft
Hauswirtschaften Betriebswirtschaften
(Eigenbedarfsdeckung) (Fremdbedarfsdeckung)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 11
“Magisches“ Dreieck der BWL
Wirtschaftlichkeitsprinzip
Humanitätsprinzip Umweltschonungsprinzip
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 12
Wirtschaftlicher/unternehmerischer Erfolg
Sachebene (Fach- und Methodenkompetenz)
Kaufmännisches Sachwissen
Produkt-, Branchen- und Marktkenntnisse
Wirtschafts- und sozialpolitische Kenntnisse
Verhaltenswissenschaftliche Einsichten/Erfahrungen
Unternehmerischer
Erfolg
Beziehungsebene (Sozial- und Individualkompetenz)
Intellektuelle Fähigkeiten
Unternehmerische Haltung
Charakterliche Eigenschaften
Soziale/kommunikative Eigenschaften
Politische Fähigkeiten
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 13
Bestimmungsfaktoren des Betriebes
Vom Wirtschaftssystem unabhängige Vom Wirtschaftssystem abhängige
Bestimmungsfaktoren Bestimmungsfaktoren
Selbstbestimmung des
Wirtschaftsplanes
Produktionsfaktoren (Autonomieprinzip)
(Arbeit/
Betriebsmittel/
A. erwerbswirtschaftliches
Werkstoffe) Marktwirtschaft Prinzip
(Gewinnmaximierung)
(Betrieb=
Unternehmung)
Prinzip des
Privateigentums
Prinzip der
Wirtschaftlichkeit
Zentraler
Volkswirtschaftsplan
(Organprinzip)
B.
Planwirtschaft Prinzip der
Planerfüllung
(Betrieb=
Finanzielles
Organ der
Gleichgewicht
Gesamtwirtschaft)
Prinzip des
Gemeineigentums
Quelle: Wöhe, S. 10
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 14
Begriffe "Betrieb" und "Unternehmung"
Geschäft Werk
Einzelwirtschaft
Fabrik
Betrieb
örtliche, technische und organisatorische Einheit
zum Zwecke der Erstellung von Gütern und
Firma Dienstleistungen
Betrieb
Unternehmung ("Unternehmen" in Gesetzestexten
und Statistik)
Unternehmen erwerbswirtschaftliche, örtlich nicht gebundene,
wirtschaftlich-finanzielle und rechtliche Einheit Gesellschaft
Erwerbswirtschaft Häufig synonym verwendet Arbeitsstätte
Unternehmung Geschäftsbetrieb
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 15
Gliederung der Einzelwirtschaften (Unternehmen + Haushalte)
Einzel-
wirtschaften
Unternehmen Haushalte
Private Öffentliche Private Öffentliche
Ohne eigene Mit eigener Familien Bund
Ur- Weiter- Dienst-
Rechtsper- Rechtsper- Vereine Länder
Erzeuger verarbeiter leister
sönlichkeit sönlichkeit Anstalten Gemeinden
Landwirt- Handel
Ortskran-
schaft Industrie Banken Theater
kenkassen,
Bergbau Handwerk Versiche- Klärwerke
Sparkassen
Energie rungen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 16
Gliederung der Betriebswirtschaftslehre
Spezielle BWL
Wirtschaftszweiglehren
- Handelsbetriebslehre
- Bankbetriebslehre
- Industriebetriebslehre
Funktionslehren
- Unternehmensführung
- Beschaffung
- Produktion
- Marketing/Absatz
Allgemeine BWL
Betriebswirtschaftliche Verfahrenstechnik
Buchhaltung/Bilanz
Finanzmathematik
Betriebsw. Statistik usw.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 17
Die BWL im System der Wissenschaften
Wissenschaften
Meta- Real- Formal-
wissenschaften wissenschaften wissenschaften
Theologie Geistes- Natur-
Philosophie wissenschaften wissenschaften
Rechtswiss. Physik Logik
Psychologie Chemie Mathematik
Soziologie Biologie
Politologie
Geschichte
VWL
BWL
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 18
Aufgaben der Betriebswirtschaftslehre
Erfassungsfunktion
Betriebliches Wirtschaften in seinen realen heterogenen Ausprägungen beobachten und feststellen.
Beschreibungsfunktion
Grundformen und Variationen betrieblichen Wirtschaftens unterscheiden und darstellen.
Erklärungsfunktion
Zusammenhänge (Gesetzmäßigkeiten), insbesondere Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen den
Elementen betrieblichen Wirtschaftens (Zustände, Tätigkeiten, Einflussfaktoren usw.) erkennen und
Begründungen für das betriebliche Wirtschaften geben.
Gestaltungsfunktion
Geeignete Instrumente für die Realisierung vorgegebener betrieblicher Ziele entwickeln und
Aussagen über den Einsatz der Instrumente zur optimalen Zielerreichung ableiten.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 19
Betriebswirtschaftliche Modelle
Nach Art der Annahme über
Nach Art der Aussage das Eintreten der Ergebnisse
Beschreibungsmodelle: Deterministische Modell:
Man begnügt sich mit der über Ein Ergebnis tritt mit 100%iger Wahr-
sichtlichen Darstellung betrieblicher scheinlichkeit ein. Die Ergebnisse
Vorgänge. der Handlungsalternativen werden
A als bekannt vorausgesetzt. A
Erklärungsmodelle: Stochastische Modelle:
Man versucht, Zusammenhänge und Hier besteht eine Risikosituation.
Ursachen betrieblicher Vorgänge Die Variablen des Modells können
zu erklären. Aus den dem Modell verschiedene Werte annehmen,
zugrunde gelegten Prämissen werden die Wahrscheinlichkeitsmaße sind
Hypothesen abgeleitet. B jedoch bekannt. B
Entscheidungsmodelle: Spieltheoretische Modelle:
Innerhalb bestimmter Nebenbedingungen Für die Variablen eines Modells
(z. B. Erlösfunktion und Kostenfunktion) können keine Wahrscheinlichkeiten
werden Variable (z. B. Menge und Preis) angegeben werden. Eine Ent-
so festgelegt, daß sie einer bestimmten scheidung bei Unsicherheit liegt vor.
Zielsetzung (z. B. Gewinnmaximierung)
Genüge tun.
C C
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 20
Konkrete Ausformungen betriebswirtschaftlicher Konzepte
Stichwort zur Bezeichnung (Haupt-)
Beschreibung Vertreter
Optimale Kombination der (1) Der faktortheoretische Ansatz Gutenberg
Produktionsfaktoren
Sozialwissenschaftliche (2) Der Entscheidungsansatz Heinen
Öffnung
Denken in kybernetischen und (3) Der Systemansatz Ulrich
Systemzusammenhängen
Weiterentwicklungen
Selbstorganisation (3a) Der Evolutionsansatz Malik/ Kirsch
Konzentration der Kräfte (3b) Der energo-kybernetische Ansatz Mewes
Vernetztes Denken (3c) Der ganzheitliche Ansatz Gomez/ Probst
Kontextfaktoren (4) Der situative Ansatz Koontz/
O‘Donell
Orientiert an (5) Die arbeitsorientierte WSI-Projekt-
Arbeitnehmerinteressen Einzelwirtschaftslehre gruppe
Steuerung vom Markt her (6) Der Marketingansatz Meffert/
Nieschlag
Ökologisches Wirtschaften (7) Der Ökologieansatz Pfriem
und Arbeiten
Quelle: Hopfenbeck, W., S. 43
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 21
Ökonomische Unternehmensziele
Ökonomische Zielkonzeption der Unternehmung
Leistungsziele Erfolgsziele Finanzziele
Art und Struktur des Umsatzvolumen u. Zahlungsfähigkeit
Produktions- u. Ab- struktur
Exemplarisch ausgewählte Zielparameter
satzprogramms Umfang u.Struktur
Wertschöpfung der Liquiditätsreserve
Marktanteile
Kostenstruktur Gewinnreservierung
Produktions- . u.
Lagerkapazitäten finanzielle Struktur
Gewinn/Rentabilität
Produktions- u. Struktur u. Volumen
Absatzmengen Dividenden
des Investitions- u.
Faktor- und usw. Finanzierungsprogramms
Produktionsqalitäten
usw.
Produktionsstandorte
Absatzwege
usw.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 22
Aufwand und Kosten
Aufwand Aufwand
keine Kosten = Kosten
Neutraler Zweck-
Aufwand aufwand
Kosten zugleich Kosten
Aufwand kein Aufwand
= Grundkosten
= Zusatzkosten
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 23
Neutraler Aufwand
- Betriebsfremder Aufwand
z. B. Spenden
- Außerordentlicher Aufwand
z. B. Grundstückverkauf unter
Buchwert
- Bewertungsbedingter Aufwand
Wert in der Finanzbuchhaltung
höher als in der Kostenrechnung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 24
Zusatzkosten
• kalkulatorische Abschreibungen
• kalkulatorischer Unternehmerlohn
(Einzelunternehmer + Gesellschafter
von Personengesellschaften (z. B. OHG)
• kalkulatorische Mieten (bei Einzelunternehmen)
• kalkulatorische Zinsen (bei allen Rechtsformen)
• kalkulatorische Wagnisse (bei allen Rechtsformen)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 25
Aufwand und Ertrag
Güter- Güteraus-
einsatz bringung
(Mengen) (Mengen)
ME ME
Leistungsprozess
BEWERTUNG
€ €
Wert der Wert der
verzehrten erstellten
Güter Güter
AUFWAND ERTRAG
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 26
Aufwand und Ertrag
AUFWAND ERTRAG
z. B.: z. B.:
• Materialverbrauch • Umsatz
• Personalaufwand • Bestandsmehrung (+) bzw.
• Aufwand für Produktionsmittel • Bestandsminderung bei Erzeugnissen
• Sonstiger Aufwand
• Eigenleistung
(neutraler)
• Sonstige Erträge (neutrale)
SUMME SUMME
ERTRAG
./. AUFWAND
= ERGEBNIS (Unternehmenserfolg)
GEWINN
AUFWAND ERTRAG
VERLUST
AUFWAND
ERTRAG
Betriebswirtschaftslehre Quelle: vgl. W. Zorn, a.a.O. Prof. Heinzel / Au 27
Betriebliche und Nichtbetriebliche Vorgänge
Betriebsergebnis
AUFWAND ERTRAG
Leistungen
./. Kosten
Kosten Leistung = Betriebsergebnis
Neutrales Ergebnis
BETRIEBLICH Neutraler Ertrag
./. Neutraler Aufwand
Neutraler Aufwand = Neutrales Ergebnis
Neutraler Ertrage
NICHT
BETRIEBLICH
GESAMTERGEBNIS
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 28
Prinzip der Gewinn- und Verlustrechnung
Input Output
(Menge/Wert) (Menge/Wert)
Aufwendungen (Soll) Erträge (Haben)
Rohstoffe 120 kg x 5,- = 600 Produkt 100 kg x 20,- = 2.000
(Umsatz)
Energie 1.000 kWh x 0,20 = 200
Arbeit 10 Std. x 50,- = 500
Abschr. 5.000 : 10 = 500
Saldo 200
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 29
Prinzip der Bilanz
"Vermögen" "Schulden"
Vermögen (Aktiva) "Schulden" (Passiva)
Grundstücke, Gebäude, technische Saldo
Anlagen und Maschinen
Forderungen, Guthaben bei Kredit- Finanzschulden,
instituten, Vorräte an Rohstoffen Verbindlichkeiten
und Erzeugnissen aus Lieferungen und
Leistungen,
Pensionsrückstellungen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 30
Bilanzaufbau
Aktiva Passiva
Vermögensformen Vermögensquellen
Vermögens- oder Aktivseite Kapital- oder Passivseite
zeigt zeigt
die Formen des Vermögens die Herkunft des Vermögens
I. Anlagevermögen 12.000,00 € I. Eigenkapital 14.000,00 €
II. Umlaufvermögen 8.000,00 € II. Fremdkapital 6.000,00 €
Vermögen 20.000,00 € = Kapital 20.000,00 €
Wo ist das Kapital angelegt? Woher stammt das Kapital?
Mittelverwendung Mittelherkunft
(Investierung) (Finanzierung)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 31
Zusammenhang Bilanz / Gewinn- und Verlustrechnung
Eröffnungsbilanz per 1.1.2006
Anlagevermögen 80 Eigenkapital 60
t0 Vermögen/Schulden
Umlaufvermögen 20 Fremdkapital 40
100 100
GuV
Abschreibungen 20 Umsatz 160
Geschäfts-
prozess Sonst. Aufwend. 130
Gewinn 10
160 160
Schlussbilanz per 31.12.2006
t1 Vermögen/Schulden AV 60 EK 70
UV 50 FK 40
110 110
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 32
Wichtige Kennzahlen (1)
Input Output
(Menge/Wert) (Menge/Wert)
Produktivität
a) Gesamtproduktivität Output/Input (Menge)
b) Teilproduktivität kg/h (Arbeitsproduktivität)
Wirtschaftlichkeit Erträge/Aufwendungen (bewerteter Output/Input)
Messung der Wirtschaftlichkeit
Kalkulationsobjekt W>1
Entscheidungsalternativen Rangfolge W
Realisierung vorgegebener
Plan- und Istgrößen Sollkosten/Istkosten (Abweichungsgrad)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 33
Wichtige Kennzahlen (2)
Bilanz
Anlagevermögen 80 Eigenkapital 60
Umlaufvermögen 20 Fremdkapital 40 Rentabilität (allgemein):
Erfolgsgröße/Bezugsgröße
100 100
Umsatzrentabilität
GuV
Abschreibungen 20 Umsatz 160 Eigenkapitalrentabilität
FK-Zinsen 5
Sonst. Aufwend. 125 Gesamtkapitalrentabilität
Gewinn 10
160 160
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 34
Beispiel für Leverage-Effekt
Beispiel:
Eine Investition über 100.000 € erbringt einen Ertrag von 12.000 € jährlich. Diese Investition kann entweder nur
durch Eigenkapital oder z. T. auch durch Fremdkapital finanziert werden. Dabei ergeben sich, wenn man zusätzlich
auch den Fremdkapitalzins variiert, folgende Auswirkungen auf die Eigenkapitalrentabilität:
Fall 1 Fall 2 Fall 3 Fall 4 Fall 5
Gesamtkapital 100.000,- 100.000,- 100.000,- 100.000,- 100.000,-
Eigenkapital 100.000,- 75.000,- 75.000,- 25.000,- 25.000,-
Fremdkapital --- 25.000,- 25.000,- 75.000,- 75.000,-
Ertrag/Gesamt- 12.000,- 12.000,- 12.000,- 12.000,- 12.000,-
kapitalrentabilität 12 % 12 % 12 % 12 % 12 %
Fremdkapitalzinsen --- 9% 14 % 9% 14%
2.250,- 3. 500,- 6.750,- 10.500,-
Gewinn 12.000,- 9.750,- 8.500,- 5.250,- 1.500,-
Eigenkapitalrentabilität 12 % 13 % 11,33 % 21 % 6%
Die Eigenkapitalrentabilität steigt also mit zunehmender Verschuldung (Hebelwirkung = Leverage-Effekt), sofern
der Fremdkapitalzins unter der Gesamtkapitalrentabilität liegt (Fall 2 und 4). Liegt dagegen der Fremdkapitalzins
über der Gesamtkapitalrentabilität, dann sinkt die Eigenkapitalrentabilität (Fall 3 und 5).
Quelle: Seidel/Temmen: Grundlagen der BWL, Verlag Gehlen 1992, S. 319
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 35
Return On Investment
Brutto-
Netto- umsatz
Deckungs- umsatz
./.
beitrag
Erlösschmä-
Gewinn ./. lerung
Umsatz-
rentabilität
(Gewinn : ./. sonstige
in % des Variable = Fertigungs- + Fertigungs- + var. Fertiguns-
Umsatzes) Kosten material löhne gemeinkosten
Umsatz
Fixe Fertigungs- Verwaltungs- Vertriebs-
ROI Kosten = gemeinkosten + gemeinkosten + gemeinkosten
= Gewinn in
% des ein- x
gesetzten
Kapitals
Zahlungs-
mittel
Umsatz
+
Kapital-
umschlag :
Umlaufvermögen Forderungen
= U/K
invest. einges.
Kapital + +
Bestände
Anlagevermögen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 36
Return On Investment
Gewinn +
FK-Zinsen
Umsatz-
rendite :
Umsatz
ROI
*
Umsatz
Kapital-
umschlag :
Fremdkapital
Kapital-
einsatz +
Eigenkapital
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 37
Interessengruppen im Unternehmen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 38
Das Unternehmen als System produktiver Faktoren
Betriebliche
Produktionsfaktoren
Elementar- Dispositiver
faktoren Faktor
Ausführen- Betriebs-
Werkstoffe Planung Steuerung Kontrolle
de Arbeit mittel
- Grund- - Roh-, - Willens- - Entschei-
Leistungs- Leistungs-
stücke - Hilfs- bildung dung
fähigkeit wille
- Gebäude und - Ziel- - Organi-
- Konstitution - Entgelt - Maschi- - Betriebs- setzung sation
- Begabung - Arbeitszeit nen stoffe
- Ausbildung - Arbeitsbe- - Werk-
- Erfahrung dingungen zeuge
- Einstellung
- Kultur
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 39
Das Unternehmen als wirtschaftliches Teilsystem
Geld- und Kapitalmarkt
Eigenkapital Fremdkapital
Entnahmen Rückzahlungen
Einlagen Kredite
Gewinne Zinsen
Rechnungswesen
Finanzbereich
Bestand
liquider disposi- Lager
Beschaffungs- Mittel tiver unfertiger Absatz-
markt Faktor Erzeug- markt
Personal- Erstellung nisse Ver-
Arbeits- bestand der wertung
kräfte Betriebs- der Betriebe
Anlagen- leistung Betriebs-
Betriebs-
bestand (Produk- leistung
mittel Elemen- Lager
tar- tion) (Absatz)
fertiger Haushalte
Roh-, faktoren
Werkstoffe Erzeug-
Hilfs- und
nisse
Betriebs-
stoff-Lager
Finanzbereich
Rechnungswesen
Steuern, Gebühren, Beiträge Zuschüsse, Subventionen Güterbewegungen
Staat Finanzbewegungen
Betriebswirtschaftslehre Quelle: Wöhe, a.a.O., S. 11 Prof. Heinzel / Au 40
Das Unternehmen als System von Funktionen
Leitungsfunktionen
Leitung (Planung, Steuerung, Kontrolle)
Personal
Recht
Rechnungswesen Verwaltungsfunktionen
Finanzen
Organisation/EDV
Material- Produk- Marke-
tion ting Leistungsfunktionen
wirtschaft
Beschaffung Verfahren Markt-
Lagerung Prozesse forschung
Transport Erzeugnisse Absatz-
Entsorgung F&E politik
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 41
Wahl/Änderung der Rechtsform
Die Rechtsform hat Einfluß auf die ...
§ §
Haftung
Leitungsbefugnis
§
§
Gewinn- und Verlustbeteiligung
Finanzierungsmöglichkeiten
§
Aufnahme und das Ausscheiden von Gesellschaftern
Steuerbelastung
Vorschriften über den Jahresabschluß, Prüfung
Aufwendungen zur Erlangung der Rechtsform
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 42
Kaufmann im Handelsrecht
Istkaufmann Kaufmann kraft Gewerbebetrieb jeder Gewerbetreibende mit in kaufm.
§ 1 HGB Weise eingerichtetem Geschäftsbetrieb
Kannkaufmann Kaufmann kraft gewählter (berecht.) Land- oder Forstwirte;
Eintragung in das Handelsregister Kleingewerbetreibende ohne in kaufm.
§ 3 HGB Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb
§ 2 Satz 2 HGB
Scheinkaufmann Kaufmann kraft (faktischer) Eintragung Kleingewerbetreibende, die im HR
(kraft Eintragung) in das HR eingetragen sind
§ 5 HGB
Formkaufmann Kaufmann kraft Rechtsform Kapitalgesellschaften (AG, KGaA,
§ 6 HGB GmbH) Genossenschaften,
Versicherungsvereine auf
Gegenseitigkeit
Nicht-Kaufmann - Freiberufler (Ausnahme Formkaufmann)
- Kleingewerbetreibende (solange sie nicht in das HR eingetragen sind)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 43
Übersicht Rechtsformen
Rechtsformen
Rechtsformen Rechtsformen
privater öffentlicher
Unternehmen Unternehmen
Körperschaft
Einzel- Personen- Kapital- Gemischte Sonstige
Anstalt
unter- gesell- gesell- Rechts- Rechts-
Stiftung
nehmen schaften schaften formen formen
OHG GmbH GmbH Genossen-
KG AG & Co. KG schaft
Stille Ges. KGaA Verein
GbR VVaG
Partnerschaft Stiftung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 44
Einzelunternehmen (1)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gründer Einzelunternehmer
Firma Sie muss zur Kennzeichnung des Kaufmanns geeignet sein und Unter-
scheidungskraft besitzen. Name, Sach- u. Phantasiebezeichnungen,
wobei die Bezeichnung „eingetragener Kaufmann/-frau“ oder entsprechende
Abkürzungen enthalten sein muss.
Beispiel: Jens Lück e.K. oder
Jens Lück, e.Kfm., KfZ-Zubehör oder
Kaefzet-Lück e.K. Teile World.
Registrierung Gewerbeanmeldung
Eintragung ins Handelsregister (Abt. A)
Leitungsbefugnis Inhaber (Einzelunternehmer) allein; Erteilung von Prokura möglich
Kapitalaufbringung/ Einlage des Unternehmens
EK
Finanzierung Selbstfinanzierung aus Gewinnen
Kredite (FK)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 45
Einzelunternehmen (2)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gewinn-/Verlust- Gewinn steht allein dem Unternehmer zu; Verlust trägt ebenfalls allein der
Regelung Unternehmer
Haftung Unternehmer haftet unbeschränkt (d.h. mit seinem gesamten Geschäfts- und
Privatvermögen)
Rechtsformtyp. Steuer Einkommenssteuer (Einkommen und Vermögen aus Gewerbebetrieb)
Publizitätspflicht keine
Auflösung hohes Alter, Arbeitsunfähigkeit, Fehlen von Nachfolgern, Tod des Inhabers,
Aufgabe oder Konkurs
Vorteile Leistungsanreiz, großes persönliches Engagement des Inhabers, klare
Unternehmensleistung, schnelle Entscheidungsmöglichkeiten, keine
besonderen Gründungsformalitäten, kein Mindestkapital für Gründung
vorgeschrieben, keine Publizitätsverpflichtung
Nachteile Bindung an Qualifikation/Leistung des UN, unbeschränkte Haftung (hohes
Risiko), beschränkte Kreditbasis, evtl. Nachfolge-/Weiterführungsprobleme
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 46
Offene Handelsgesellschaft (OHG) / (1)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gründer Zusammenschluß von 2 oder mehr Personen zum Betrieb eines Gewerbes
unter gemeinschaftlicher Firma (Abschluß eines Gesellschaftsvertrages)
Firma Personen-, Sach- oder Phantasienamen mit dem Zusatz "Offene Handels-
gesellschaft" bzw. entsprechende Abkürzung OHG, offene HG, oHg.
Beispiele: Schröter & Buschmann Maschinenbau OHG;
Schröbu OHG; Schröter & Co OHG; Autohaus Huth OHG
Registrierung Eintragung ins Handelsregister (Abt. A)
(Gründungs-Mindestkapital nicht vorgeschrieben)
Leitungsbefugnis Alle Gesellschafter sind zur Einzelgeschäftsführung berechtigt.
(Kann im Gesellschaftsvertrag auch nach Zweckmäßigkeit arbeitsteilig
geregelt werden.)
Kapitalaufbringung/ Einlagen der Gesellschafter; (Aufnahme neuer Gesellschafter relativ
Finanzierung begrenzt); Selbstfinanzierung aus Gewinnen; Kreditaufnahme
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 47
Offene Handelsgesellschaft (OHG) / (2)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gewinn-/Verlust- Gewinn: gemäß vertraglicher Vereinbarung; ansonsten 4 % bezogen auf den
Regelung jeweiligen Kapitalanteil der Gesellschafter, der danach verbleibende Rest-
gewinn nach Köpfen.
Verlust: nach Köpfen, Abzug vom jeweiligen Kapitalanteil
Haftung Alle Gesellschafter unbeschränkt (also mit Geschäfts- und Privatvermögen)
- solidarisch: "einer für alle, alle für einen"
- unmittelbar: jeder Gläubiger kann sich an jeden Gesellschafter
wenden
- rückbezogen: neue Gesellschafter haften auch für "Altschulden" bei
ihrem Eintritt (kann durch Eintrag im Handelsregister
aber ausgeschlossen werden)
- abgangsbezogen: ausscheidende Gesellschafter haften noch 5 Jahre lang
für die bei ihrem Austritt vorhandenen Schulden der
Gesellschaft.
Rechtsformtypische Einkommenssteuer der Gesellschafter (Versteuerung als Einkünfte/Erträge
Steuer und Vermögen aus Gewerbebetrieb)
Publizitätspflicht keine (Ausnahme Großbetriebe gemäß Publizitätsgesetz)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 48
Offene Handelsgesellschaft (OHG) / (3)
Merkmale Kurzcharakteristik
Auflösung Durch Beschluß der Gesellschafter, Zeitablauf des Gesellschaftsvertrages,
Tod eines Gesellschafters (falls nicht Weiterführung durch die verbleibenden
Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag vereinbart), Ausscheiden von
Gesellschaftern, Konkurs.
Vorteile Freie Gestaltung des Gesellschaftsverhältnisses, Leistungsanreiz (Eigentümer
= Geschäftsführender Gesellschafter), Möglichkeit fachlicher Ergänzung,
geeignet für kleinere und mittlere Unternehmen (häufig Familienunternehmen)
in der gewerblichen Wirtschaft, im Groß- und Einzelhandel; verbreiterte
Eigenkapitalbasis, günstigere Kreditwürdigkeit
Nachteile Abhängigkeiten von Persönlichkeiten der Gesellschafter; unbeschränkte
Haftung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 49
Kommanditgesellschaft (KG) / (1)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gründer Zusammenschluß von 2 oder mehr Personen zum Betrieb eines Gewerbes
unter gemeinschaftlicher Firma, wobei mindestens 1 Gesellschafter unbe-
schränkt (Komplementär) und mindestens 1 Gesellschafter beschränkt haftet
(Kommanditist).
Firma Personen-, Sach- oder Phantasienamen mit der Bezeichnung "Komman-
ditgesellschaft" oder entsprechende Abkürzung wie KG, Kges.
Bei Personennamen handelt es sich immer um Namen von Komplementären.
Beispiel: Müller Maschinenbau KG; Müller, Schulze & Co KG;
"Präzisa" Maschinenbau KG
Registrierung (Formloser) Gesellschaftsvertrag; Eintragung ins Handelsregister (Abt. A)
Gründungs-Mindestkapital nicht vorgeschrieben.
Leitungsbefugnis obliegt allein den Vollhaftern (Komplementären); Teilhafter (Kommanditisten)
haben kein Recht auf Geschäftsführung, Außenvertretung und
Privatentnahmen - aber Widerspruchsrecht bei außergewöhnlichen
Geschäften und Informationsrechte, Recht auf Abschrift der Bilanz und
Einsicht in Handelsbücher.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 50
Kommanditgesellschaft (KG) / (2)
Merkmale Kurzcharakteristik
Kapitalaufbringung/ Einlagen der Komplementäre und Kommanditisten; Selbstfinanzierung aus
Finanzierung Gewinnen; Erweiterung des Kreises der Kommanditisten (günstig infolge
Haftungsbeschränkung für sie). Dadurch stärkere Eigenkapitalbasis; Kredit-
aufnahme (dadurch auch günstiger).
Gewinn-/Verlust- gemäß Gesellschaftsvertrag; ansonsten
Regelung Gewinn: (bis) 4 % der Kapitalanteile und Restgewinn in einem angemessenen
Verhältnis
Verlust: von allen Gesellschaftern in einem angemessenen Verhältnis der
Kapitalanteile; Kommanditisten nehmen aber insgesamt nur bis zur Höhe
ihres Kapitalanteils am Verlust teil
Haftung Komplementäre (Vollhafter) unbeschränkt; Kommanditisten (Teilhafter) nur in
Höhe ihrer Kapitaleinlage (nicht mit Privatvermögen)
Rechtsformtypische Einkommenssteuer (Versteuerung als Einkünfte aus Gewinnen, Vermögen aus
Steuer Gewerbebetrieb)
Publizitätspflicht keine (Ausnahme: Großbetriebe gemäß Publizitätsgesetz)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 51
Kommanditgesellschaft (KG) / (3)
Merkmale Kurzcharakteristik
Auflösung Beschluß der Gesellschafter, Ablauf des Gesellschaftsvertrages, Tod eines
Komplementärs, Kündigungen von Komplementären und Kommanditisten,
Konkurs.
Vorteile Freie Gestaltung des Gesellschaftsverhältnisses; Aufnahme zusätzlicher
Kapitalgeber ohne Befugnis zur Geschäftsführung und Vertretung; günstigere
Kreditbasis; geeignet für kleinere und mittlere Unternehmen; Möglichkeit für
Familienunternehmen, Kinder als Teilhaber aufzunehmen; ererbter
Kapitalanteil kann im Unternehmen bleiben, ohne daß Erbe mitarbeiten
muß; Haftungsbegrenzung für Kommanditisten
Nachteile Vollhaftung der Komplementäre; beschränkte Mitwirkungsmöglichkeiten für
Kommanditisten (kann aber auch als Vorteil von den Kommanditisten
empfunden werden).
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 52
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) / (1)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gründung Gesellschafter (seit 1981 auch Ein-Mann-GmbH möglich) müssen ein
Mindest-Stammkapital von bzw. 25.000 EURO aufbringen (Gezeichnetes
Kapital), wobei die Stammeinlage jedes Gesellschafters unterschiedlich hoch
sein kann, mindestens aber 100 EURO betragen muß.
Registrierung Erstellung eines Gesellschaftsvertrages, der notariell beurkundet werden muß.
Eintragung ins Handelsregister (Abt. B). Erst mit Eintrag ins Handelsregister
entsteht GmbH als juristische Person; vorher noch als Vorgründungsgesell-
schaft Vollhaftung. Für Gründung und Eintragung ins Handelsregister müssen
mindestens 25 % auf jede Stammeinlage/Geschäftsanteil eingezahlt sein,
und insgesamt aber muß mindestens 12.500 EURO eingezahlt sein. Bei Ein-
Mann-GmbH: Einseitige notarielle Erklärung über Errichtung einer GmbH; für
Anmeldung im HR muß Gründerperson mindestens 12.500 EURO eingezahlt
haben (also den insgesamt für eine GmbH notwendigen Mindesteinzahlungs-
betrag an Stammkapital bei Eintragung im HR)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 53
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) / (2)
Merkmale Kurzcharakteristik
Firma Sach-, Personen-, Phantasie- oder gemischte Namen mit dem Zusatz "GmbH"
oder "mbH„
Beispiele: Baureparaturen Leipzig-West GmbH
Robert Bosch GmbH
Adolf Berg Molkerei GmbH
Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH
Lehmann Bausanierungs GmbH
"Blitz & Blank" Reinigungsgesellschaft mbH
Leitungsbefugnis Organe: - Geschäftsführer
- Aufsichtsrat (ab 500 Arbeitsnehmern)
- Gesellschafterversammlung
Kapitalaufbringung/ Einlagen zur Bildung des Stammkapitals (Mindest-Kapital 25.000 EURO,
Finanzierung Mindestbetrag der Einlage 100 EURO); Selbstfinanzierung aus nicht
entnommenen Gewinnen; Aufnahme neuer Gesellschafter; Vereinbarung zur
Nachschußpflicht (begrenzt oder unbegrenzt); Kreditfinanzierung.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 54
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) / (3)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gewinn-/Verlust- Gewinn: Verwendung gemäß Beschluß der Gesellschafterversammlung
Regelung (freiwillige Rücklagenbildung, Gewinnvortrag und Ausschüttung),
Ausschüttung nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile (Stammeinlagen)
Verlust: Abdeckung/Verrechnung mit Gewinnvorträgen oder Rücklagen,
Vortrag auf neue Rechnung (Verlustvortrag), um durch spätere Gewinne
wieder auszugleichen.
Bei evtl. Liquidation (freiwilliger Geschäftsaufgabe) Beteiligung der
Gesellschafter am Liquidationserlös im Verhältnis der Geschäftsanteile.
Haftung beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen; die einzelnen Gesellschafter
haften damit nur bis zur Höhe ihrer Einlagen zum Stammkapital
(Geschäftsanteile), nicht mit Privatvermögen. Zusätzliche Haftung kann aus
vertraglich vereinbarten Nachschußverpflichtungen resultieren.
Rechtsformtyp. Steuer Körperschaftssteuer
Publizitätsverpflich- GmbH unterliegen der Prüfungs- und Publizitätspflicht (ausgenommen kleine
tungen GmbH). Große GmbH müssen den vollständigen Jahresabschluß und einen
Lagebericht veröffentlichen; bei kleineren und mittleren GmbH gibt es
Erleichterungen in den Prüfungs- und Publizitätspflichten.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 55
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) / (4)
Merkmale Kurzcharakteristik
Auflösung Beschluß mit Mehrheit in der Gesellschafterversammlung; Zeitablauf oder
Eröffnung eines Konkursverfahrens über das Gesellschaftsvermögen
Vorteile Relativ niedriges Anfangskapital; Beschränkung des Haftungs- und
Verlustrisikos auf Stammeinlage; Gestaltungs- und Mitwirkungsrechte der
Gesellschafter, geeignet für kleinere und mittlere Unternehmen (auch
Familienunternehmen), des weiteren für verselbständigte Funktionsausübung,
z. B. Vertriebs GmbH, F/E-GmbH; auch für nichtgewerbliche Zwecke
geeignet; Möglichkeit auch einer Ein-Mann-GmbH.
Nachteile Mindestkapital oft nicht ausreichend, daher hohe Insolvenzanfälligkeit;
Kapitalmarkt weitgehend verschlossen (für Kreditaufnahmen meistens
entspr. private Sicherheiten notwendig); Kein Zwang zur Bildung gesetzlicher
Rücklagen; umständliche Übertragung von Anteilen (notarielle Beurkundung,
bei Teilübertragungen Zustimmung der Gesellschaft)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 56
Aktiengesellschaft (AG) / (1)
Merkmale Kurzcharakteristik
Gründung Typische Rechtsform für Großunternehmen, Gründer (früher mindestens 5
Gesellschafter, neuerdings auch Ein-Mann-AG möglich) erbringen ein
Grundkapital (gezeichnetes Kapital), das mindestens 50.000 EURO betragen
muß. Das Gründungskapital ist in kleine Anteile (Aktien) zerlegt. Mindest-
Nennbetrag einer Aktie 1 EURO. Die (der) Gründer übernehmen die Aktien
gegen entsprechende Einlagen.
Firma Personen-, Sach-, Phantasie- oder gemischte Bezeichnungen mit dem Zusatz
"Aktiengesellschaft" oder entsprechende Abkürzung AG
Registrierung Gesellschaftsvertrag (Satzung), notarielle Beurkundung. Eintragung ins HR
(Abt. B). Damit ist AG als juristische Person entstanden (vorher Vorgrün-
dungsstadium/GbR).
Beispiele: Adam Opel AG; Deutsche Bank AG; Löwenbräu AG;
Volkswagen AG; Brau- und Brunnen AG
Leitungsbefugnis Organe: - Vorstand
- Aufsichtsrat
- Hauptversammlung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 57
Aktiengesellschaft (AG) / (2)
Merkmale Kurzcharakteristik
Kapitalaufbringung/ siehe Gründung (in Aktien zerlegtes Grundkapital, Aktienerwerb gegen
Finanzierung Einlagen, Mindest-Grundkapital 50.000 EURO); Herausgabe neuer Aktien
(Kapitalerhöhung gegen Einlagen); bedingte und vom Vorstand genehmigte
Kapitalerhöhungen, Umwandlungen von Rücklagen in Erhöhung des
gezeichneten Grundkapitals; Selbstfinanzierung durch gesetzliche und freie
Rücklagenbildung aus einbehaltenen Gewinnen; Bankkredite; Herausgabe
von Schuldverschreibungen (Obligationen, Wandelschuldverschreibungen)
Gewinn- u. Verlust- Gemäß gesetzl. Vorschriften und Beschlüssen der Hauptversammlung.
Regelung Gewinn (Jahresüberschuß): Abdeckung evtl. Verlustvortrages aus dem
Vorjahr; Einstellung in gesetzlich vorgeschriebene und freie Rücklagen,
Ausschüttung des verbleibenden Bilanzgewinns an die Aktionäre als sog.
Dividende (bei nur teilweiser Ausschüttung Restgewinn als Gewinnvortrag für
neue Periode)
Verlust: Abdeckung aus Rücklagen, neuem Jahresüberschuß (evtl. keine
Ausschüttung im betreffenden Geschäftsjahr) oder Verlustvortrag für neue
Periode
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 58
Aktiengesellschaft (AG) / (3)
Merkmale Kurzcharakteristik
Haftung beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen. Haftung der einzelnen Aktionäre
nicht persönlich, de facto begrenzt auf ihren Anteil am Gesellschaftskapital
(Nennwert ihrer Aktienanteile), nicht mit Privatvermögen.
Rechtsformtyp. Steuer Körperschaftssteuer
Publizitätsverpflichtung ja, strenge Vorschriften, Jahresabschluß (Bilanz, GuV, Anhang), Lageberichte
u.ä. in Abhängigkeit von der Größe (siehe Folie Publizitätsgesetz)
Auflösung Mehrheitsbeschluß der Hauptversammlung; Konkurs.
Vorteile Günstige Finanzierungsmöglichkeiten über Kapitalmarkt (Aktienemission,
Möglichkeit des Aktienerwerbs für breites Publikum); unproblematische
Übertragung durch An- und Verkauf der Aktien (Inhaberaktien); keine
persönliche Haftung; Trennung zwischen Kapitalgebern und
Geschäftsführung
Nachteile Kompliziertere Gründung; höhere Gründungskosten; umfangreiche Prüfungs-
und Publizitätspflichten; oft schwerfällige Verwaltungs- und Entscheidungs-
prozesse; begünstigt wirtschaftliche Machtkonzentration.
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 59
Unternehmenszusammenschluss
Unternehmensverbindungen
Kooperation Konzentration
Gelegenheitsgesellschaften Beteiligungen
( Arbeitsgemeinschaften,
Konsortien)
Unterordnungskonzerne
Interessengemeinschaften
Gleichordnungskonzerne
Kartelle
Fusionen
Gemeinschaftsunternehmen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 60
Unternehmensverbindungen
Unternehmensverbindungen
Horizontale Vertikale Konglomerate
Verbindungen Verbindungen Verbindungen
Quelle: Wöhe, G., a. a. O., S. 321
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 61
Rückwärts- und Vorwärtsintegration
Rückwärtsintegration Vorwärtsintegration
Inhalt Verbindung mit Unterneh- Verbindung mit Unterneh-
men der vorgelagerten Pro- men der nachgelagerten Pro-
duktions- oder Handelsstufe duktions- oder Handelsstufe
Beispiel Ölraffinerie kauft Ölförder- Ölraffinerie kauft
gesellschaft Tankstellennetz
Ziel Risikominderung durch Risikominderung durch
Sicherung der Versorgung Sicherung des Absatzes
Quelle: Wöhe, G., a .a .O., S. 322
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 62
Ziele von Unternehmenszusammenschlüssen (1)
Rationalisierung Risikoverminderung
Beschaffungsbereich Preisvorteile und Sicherung der Rohstoff-
günstigere Konditionen versorgung durch Anschluß
durch Gemeinschaftseinkauf vorgelagerter Produktionsstufen
Produktionsbereich Gemeinschaftliche For- Differenzierung des
schung und Entwicklung; Fertigungsprogramms
Kostendegression durch durch Aufnahme neuer
Auflage größerer Serien Produktarten (Diversifikation)
(u. U. begünstigt durch
Normung und Typung)
Absatzbereich Gemeinsame Vertriebs- Sicherung der Absatz-
organisation im In- und möglichkeiten; horizontale,
Ausland; vertikale und komplementäre
marktbeherrschende Po- Diversifikation
sition am Absatzmarkt
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 63
Ziele von Unternehmenszusammenschlüssen (2)
Rationalisierung Risikominderung
Finanzbereich Durchführung kapitalin- Erschließung internatio-
tensiver Investitionsvor- naler Märkte;
haben; Finanzierung von Groß-
Vergrößerung der Eigen- projekten
kapitalbasis
Verwaltungsbereich Gemeinschaftlliche Nut- Aufbau eines gemein-
zung von EDV-Anlagen; schaftlichen Informa-
Gemeinschaftliche Aus- tions- und Nachrich-
und Fortbildung von Be- tensystems
schäftigten in Schulungs-
zentren
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 64
Kartelle (GWB)
Anmeldekartelle
Wirksamkeit mit der Anmeldung bei Landeskartellbehörde oder Bundeskartellamt
Beispiele: Normen- und Typenkartelle (§ 5 Abs. 1 GWB)
Kalkulationsverfahrenskartelle (§ 5 Abs. 4 GWB)
Reine Exportkartelle (§ 6 Abs. 1 GWB)
Widerspruchskartelle
Wirksamkeit, wenn kein Einspruch der Kartellbehörde innerhalb von 3 Monaten
Beispiele: Konditionenkartelle (§ 2 GWB)
Rabattkartelle (§ 3 GWB)
Spezialisierungskartelle (§ 5a GWB)
Kooperationskartelle (§ 5b GWB)
Erlaubniskartelle
Genehmigungspflichtig, meist auf drei Jahre befristet
Beispiele: Strukturkrisenkartelle (§ 4 GWB)
Rationalisierungskartelle (§ 5 Abs. 2 GWB)
Export/Importkartelle (§§ 6 Abs. 2,7 GWB)
Sonstige Kartelle (§ 8 GWB)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 65
Unternehmensverbände
- Fachverbände
Freiwillige Mitgliedschaft (eingetragener Verein)
Beispiele: Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
Hauptverband des deutschen Einzelhandels
Gesamtverband des Deutschen Groß- und Außenhandels
- Kammern (Körperschaft des öffentlichen Rechts)
Pflichtmitgliedschaft in einem räumlichen Bereich (Kammerbezirk)
Industrie- und Handelskammern (Dachorganisation DIHK – e. V.)
Handwerkskammern
Aufgaben: Interessenvertretung
Politikberatung
Aus- und Weiterbildung, Prüfungen
- Arbeitgeberverbände (e. V.) – Dachverband BDA
Aufgaben: Lohnpolitik
Sozialpolitik
Öffentlichkeitsarbeit
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 66
Kriterien für die Wahl des Standortes
1. Arbeitskraft und Lohnkosten
2. Kundennähe
3. Infrastruktur
4. Steuern, staatliche Auflagen, politisches
und wirtschaftliches Umfeld
5. Sonstige Standortfaktoren
(Kosten für Materialbeschaffung, Boden,
Lebensqualität und Freizeitwert,
persönliche Motive usw.)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 67
Arten und Gliederung der Organisation
Organisation
Formale Informale
Struktur Struktur
Aufbau- Ablauf-
organisation organisation
Stellen- Kompe- Arbeits- Arbeits- Arbeitszu-
Instanzen
bildung tenzen inhalt zeit ordnung
Arbeitsabläufe, Material-
und Informationsfluss
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 68
Formen der Aufbauorganisation
eindimensionale Formen
verrichtungsorientierte (funktionale) Organisation
objektorientierte (divisionale) Organisation
raumorientierte (regionale) Organisation
mehrdimensionale Formen
Matrix-Organisation
Tensor-Organisation
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 69
Matrix-Organisation
Geschäfts- Produkt-
führung manager
A B C
Beschaffung
Funktions-
Produktion
manager
Absatz
Sparten/Produktgruppen
Funktionen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 70
Kombination von Organisationsprinzipien
Einlinien- Mehrlinien- Matrix- Tensor-
system system Organisation Organisation
Funktional
Divisional
Regional
alternativ
gleichzeitig
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 71
Krise der Unternehmung
Krise der Unternehmung
Gesundung Auflösung
Sanierung Außerge- Insolvenz- Zwangsweise Freiwillige
richtlicher plan Liquidation durch Liquidation durch
Vergleich Insolvenzverfahren Geschäftsaufgabe
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 72
Verbraucherinsovenzverfahren
außergerichtliche Schuldenbereinigung
erfolgreich nicht erfolgreich
Verfahren über den gerichtlichen Schuldenbereinigungsplan
Zustimmung der Ersetzung der Vereinfachtes
Gläubiger Zustimmung Verbraucherinsolvenzverfahren
Versagung der Ankündigung der
Restschuldbefreiung Restschuldbefreiung
Wohlverhaltensperiode (6 Jahre)
Versagung der
Restschuldbefreiung Restschuldbefreiung
Quelle: www.lgffo.brandenburg.de
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 73
Begriff Unternehmensführung
Unternehmensführung
im weiteren Sinne
institutional funktional
Führungskräfte
sachbezogen personenbezogen
Unternehmensführung = Leitung = Führung Personalführung
prozessbezogen strukturbezogen
Zielsetzung Organisation
Planung
Durchführung
Kontrolle
Steuerung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 74
Führungsebenen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 75
Organisationsprinzipien der Unternehmensleitung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 76
Prozessorientierte Unternehmensführung
Führung (als Tätigkeit)
Willensbildung Willensdurchsetzung
Maßnahmenentscheidung Einwirken im Elementar-
Zielentscheidung funktionen
(Entscheidung) weiteren Sinne
Voraus- Ziel- Ziel- Planung Ent- Organi- Einwir- Kon- abgeleitete
schau planung ent- schei- sation ken trolle Führungs-
funktionen
schei- dung i.e.S.
dung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 77
Organisatorisches Gleichgewicht
Organisationsplanung Disposition Improvisation
Planmäßige Regelung für Planmäßige Regelung für Außerplanmäßige Regelung
viele gleichartige Vorgänge Einzelvorgänge für Einzelvorgänge
Wirkung
Elastizität
Stabilität
Ziel: organisatorisches Gleichgewicht
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 78
Phasenstruktur des Führungsprozesses (Managementzyklus)
Zielbildung
(zusätzlich)
Problemanalyse
Alternativensuche Prognose Bewertung
Vorkopplung (feed forward)
Rückkopplung (feed back)
Entscheidung
Durchsetzung
Informationsspeicherung
Informationsgewinnung
REALISATION
Messung
Soll Ist
Kontrolle
Abweichungsanalyse
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 79
Zusammenhang der Ziele
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 80
Abgrenzung von Strategie, Taktik und Operation
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 81
Corporate Identity und Corporate Image
Unternehmens-
verhalten
Unternehmens-
persönlichkeit
Corporate Image
Corporate Identity
(Quelle: Birkigt/ Stadler)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 82
Die 5 Schlüsselfaktoren des Rol nach PIMS
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 83
Produkt - Lebenszyklus - Konzept
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 84
Die Erfahrungskurve bei linear eingeteilten Ordinaten
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 85
Konkurrentenanalyse
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 86
Branchenstrukturanalyse
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 87
Potentialanalyse
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 88
Stärken-Schwächen-Profil einer strategischen Geschäftseinheit
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 89
Beispiel für die Verbindung einer Chancen/Risiken Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Matrix)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 90
Drei Wachstumsstrategien im Produkt-Markt-Expansionsraster nach Ansoff
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 91
Boston Consulting Portfolio
Marktwachstum
(MW)
in % 25 B
C
A
D
0
E
F
- 25
relativer
Marktanteil
(MA)
0 1,0 2,0
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 92
Prozessstufen der Zielplanung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 93
Managementtechniken im Zusammenhang des Führungsprozesses
Ziel- - Management by Objektives - Führen durch Zielvereinbarungen
bildungs- - Management by Decision Rules - Führen durch Vorgabe von Entschei-
dungsregeln
phase
- Management by Participation - Führen durch Partizipation
- Management by Exeption - Führen durch Eingreifen im Ausnahmefall
- Management by Delegation - Führen durch Delegation
Durch- - Management by Systems - Führen durch Systemsteuerung
setzungs- - Management by Motivation - Führen durch systematische Steuerung
phase des Leistungsverhaltens mittels
geeigneter Anreize
- Management by Breakthrough - Wandelorientierte Führung
Kontroll- - Management by Results - Führen durch Ergebniskontrolle
phase - Management by Control - Kontrollorientierte Führung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 94
Rahmenbedingungen autoritärer und partizipativer Führung
Rahmenbedingungen für den mehr Rahmenbedingungen für den mehr
autoritären Führungsstil partizipativen Führungsstil
Person - starkes Niveaugefälle zwischen Vorgesetzten - geringes Niveaugefälle zwischen
und Mitarbeitern Vorgesetzten und Mitarbeitern
- Mitarbeiter mit überwiegend autoritären - Mitarbeiter mit hoher Leistungsmotivation,
Wertvorstellungen, ohne Eigeninitiative und Aufgeschlossenheit, Kreativität und Initiative
stark sicherheitsmotiviert
Situation - Situationen, die rasche Entscheidungen - Situationen, die ideenreiche Entscheidungen
verlangen erfordern
- stabile Umweltverhältnisse mit geringer - hohe Umweltkomplexität und –dynamik mit
Komplexität und Dynamik starken Innovationszwängen
Aufgabe - Aufgaben, die wenig Eigeninitiative erfordern, - Aufgaben, die schöpferische
sondern schlicht Pflichtbewusstsein und Eigengestaltung, Flexibilität und
Zuverlässigkeit unkonventionelles Vorgehen erfordern
- Aufgaben mit hohem Routinegehalt - Nichtstandardisierte Aufgaben, deren
(repetitive und programmierbare Tätigkeiten) Schwerpunkt in der Lösung innovativer
Probleme liegt
Organisa- - strenge Hierarchie (Direktorialprinzip) mit - Aufgelockerte Hierarchie (Tendenz zum
tions- Betonung vertikaler Informationskanäle Kollegialprinzip) mit freier Kommunikation)
struktur (Befehle und Meldungen) - geringer Organisationsgrad (Beschränkung
- hoher Organisationsgrad auf Rahmenregelungen)
(Geringer Dispositionsspielraum)
Betriebswirtschaftslehre S. 100
Quelle: Schierenbeck, H. 2000, Prof. Heinzel / Au 95
Marketing-Mix
Marketing-Mix
(Überblick über die absatzpolitischen Instrumente)
Leistungs-Mix Kontrahierungs- Distributions- Kommunikations-
(Produktpolitik i.w.S.) Mix Mix Mix
- Produktionspolitik i.e.S. - Preispolitik - Absatzwegepolitik/ - Public Relations
- Programm- bzw. - Rabatt- und Kondi- Vertriebsorganisation (incl. Corporate Identity-
Sortimentspolitik tionenpolitik - Absatzlogistik Politik, Sponsoring)
- Servicepolitik - Absatzfinanzierungs- (phys. Distribution) - Werbung (Klassisch,
politik Online, Product Place-
ment)
- Verkaufsförderung
(Staff-, Trade-, Consu-
mer-Promotion)
- Persönlicher Verkauf
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 96
Methoden externer Informationsgewinnung
Methoden externer Informationsgewinnung
Markterkundung Marktforschung
- zufällig - geplant
- nicht reproduzierbar - reproduzierbar
- unsystematisch - wiss. Standards genügend
Primärforschung Sekundärforschung
Befragung Beobachtung Experiment
Form Eigen-/Fremd Markttest
- schriftlich
- mündlich Labor-/Feld Produkttest
Art teilnehmend/ Werbetest
- standardisiert
- frei
nicht teilnehmend
usw.
Weise standardisiert/
- geschlossen nicht standardisiert
- offen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 97
Produktionsplanung
Produktionsplanung
Produktionsprogramm- Produktionsablauf-
planung planung
strategische Planung operative Planung strategische Planung operative Planung
- Produktionsbreite - endgültige Fest- - Betriebsgröße - Faktoreinsatzplanung
- Produktionstiefe legung des Produk- - Produktionskapazitäten - Losgrößenplanung
- u.a.m. tionsprogramms - Eigen-/Fremdfertigung - zeitliche Produktions-
- Berücksichtigung - Organisation der verteilungsplanung
von Engpässen Fertigung - zeitliche Ablaufplanung
- Fertigungstypen
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 98
Aufgaben der Materialwirtschaft
Aufgaben der Materialwirtschaft
Materialbedarfs- Materialbeschaf- Materialbestands- Materialent-
planung fungsplanung und planung und sorgung
-realisierung Lagerhaltung
Programm- und Lieferantenauswahl, Bestandsarten, Erfassung, Sammlung
verbrauchsorien- Bestellformen, Lagerarten, von Rückständen,
tierte Ermittlung Bestellmengen Lagerarbeiten Abfällen; Recycling,
des Materialbe- Entsorgung,
darfs Verkauf
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 99
Teilbereiche des Rechnungswesens
externes internes
Rechnungswesen Rechnungswesen
• Informationsbereitstellung • Informationsbereitstellung
Ziel
für unternehmensfremde für unternehmensangehörige
Personen Personen
Hauptgebiete • Finanzbuchhaltung und • Kosten- und Leistungsrechnung
Bilanz • Betriebswirtschaftliche Statistik
• Nebenbuchführung • Planungsrechnungen
Grundlagen
• gesetzliche Vorschriften • Informationsbedarf des Unter-
nehmens
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 100
Arbeitsgebiete der Kostenrechnung
Fragen der Kostenrechnung Arbeitsgebiete
Welche Kosten sind entstanden? Kostenartenrechung
(z.B. Personalkosten, Materialkosten ...)
Wo sind Kosten verursacht worden? Kostenstellenrechnung
(z.B. Produktion, Verkauf, Werkstatt ...)
Wofür sind Kosten verursacht worden? Kostenträgerrechnung
(z.B. Produkt X, Y ...)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 101
Überblick Kostenarten
Kriterien Kostenarten Definition Beispiele
Herkunft primäre Kosten Kostenarten, die aus einem schuldrecht- Löhne, Gehälter, Steuern,
lichen Verhältnis des Unternehmens zur Versicherungen
Außenwelt entstehen
sekundäre Kosten Kosten, die im Rahmen der innerbetrieb- Selbsterzeugte Energien,
lichen Leistungsverrechnung entstehen Umweltschutz
Verrechnung Einzelkosten Kosten, die man nachweisbar für ein Rohstoffe, Fertigungslöhne,
bestimmtes Erzeugnis oder einen Auftrag Fracht, Zoll
aufgewendet hat
Gemeinkosten Kosten, die nicht unmittelbar einem Verwaltung, Firmen-
Erzeugnis zurechenbar sind werbung, Kantine
Verhalten variable Kosten Kosten, deren Höhe abhängig ist von der Rohstoffe, Dampf, Strom
Ausbringungsmenge
fixe Kosten Kosten, deren Höhe unabhängig ist von der Abschreibungen,
Ausbringungsmenge Laborkosten, Gehälter
Erfassung aufwandsgleiche Kosten, die mit dem Aufwand deckungs- Schuldzinsen, Forderungs-
Kosten gleich sind ausfall, Miete
kalkulatorische Kosten, denen kein Aufwand oder ein kalk. Abschreibungen, kalk.
Kosten Aufwand in anderer Höhe gegenübersteht Zinsen, Wagnisse
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 102
Deckungsbeitragsrechnung
Gesamt A B C
Umsatz 330 100 100 130
- Variable K. 210 45 60 105
------------------------------------------------------------------------------- Herausnahme
= Deckungsb. 120 55 40 25 von "Verlustbringern"
------------------------------------------------------------------------------- aus dem Sortiment
- Fixe Kosten 100 30 30 40
-------------------------------------------------------------------------------
= Ergebnis +20 +25 +10 -15
Gesamt A B Gesamt
Umsatz 200 100 100 100
- Variable K. 105 45 60 45
------------------------------------------------------------------- ------
= Deckungsb. 95 55 40 55
------------------------------------------------------------------- ------
- Fixe Kosten 100 50 50 100
------------------------------------------------------------------- ------
= Ergebnis -5 +5 -10 -45
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 103
Kostenumlage / BAB
Hilfskostenstellen Hauptkostenstellen
Pers. Ing.- Werk- For- Fert. Fert. Ver-
Abt. wesen stätten schung A B kauf
Primärkosten
(Personal,
Material,
Kapital etc.)
1 2 3
Sekundärkosten
X Leistung oder Schlüssel (Kosten, Umsatz, Kapital)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 104
Gesamtüberblick Finanzierungsarten
Gesamtüberblick Finanzierungsarten
Umschichtungs-
Eigenfinanzierung Fremdfinanzierung
finanzierung
Einlagen Selbst- Finanzierung Finanzierung Finan- Kredit- Sonder-
bzw. finanzierung aus durch zierung finan- formen:
Beteiligungs- Abschrei- Vermögens- aus zierung Leasing
finanzierung bungen umschichtung Rückstel- Franchising
lungen
INNENFINANZIERUNG
AUSSENFINANZIERUNG
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 105
Innenfinanzierung
INNENFINANZIERUNG
Finanzierung durch
Finanzierung aus
Finanzierung aus Vermögens-
Selbstfinanzierung Rückstellungen
Abschreibungs- umschichtung
aus Gewinnen („eigengebildetes
gegenwerten (Rationalisierung,
Fremdkapital“)
Kapitalfreisetzung)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 106
Außenfinanzierung
AUSSENFINANZIERUNG
Einlagen- bzw.
Kreditfinanzierung
Beteiligungsfinan- Sonderformen
(lang- und kurzfristig)
zierung (Leasing, Factoring,
(Form der Fremd-
(Form der Eigen- Subventionen)
finanzierung)
finanzierung)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 107
Fremdfinanzierung
FREMDFINANZIERUNG
Finanzierung aus Kreditfinanzierung Sonderformen
Rückstellungen (Außenfinanzierung) (Außenfinanzierung)
(Innenfinanzierung)
Leasing Franchising Subventionen
Langfristiges Langfristige Kurzfristige
Darlehen Kredite Kredite
- Lieferantenkredit Kredite im Auslands-
(incl. Wechselkredit) geschäft:
Schuldschein- Anleihen - Kundenanzahlung
darlehn (Obligationen) - Kontokorrentkredit - Negoziationskredit
- Wechseldiskontkredit - Rembourskredit
- Akzeptkredit - Akkreditivkredit
- Avalkredit - Akzeptkredit
- Lombardkredit
Sonderform:
Sonderform: Factoring Forfaitierung
Betriebswirtschaftslehre Prof. Heinzel / Au 108
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