Workshop Pixel und Pfade transformieren

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Workshop Pixel und Pfade transformieren Powered By Docstoc
					Workshop: Pixel und Pfade transformieren:
von Johannes Wilwerding:


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8. September 2010


Workshop: Pixel und Pfade transformieren




Leseranfragen helfen mitunter beiden Seiten: Der Fragende kriegt seine Antwort, der Gefragte kommt auf neue Ideen.
Mangels Notwendigkeit hatte ich noch nie darüber nachgedacht, ob sich Auswahlen und Pfade gemeinsam
transformieren lassen. Vorgesehen ist das nicht, aber mit ein paar Zwischenschritten klappt es.
Zunächst habe ich etliche Verfahren ausprobiert, die recht mühsam und mit Qualitätsverlust zum Ergebnis führten. Da
ich weiß, daß viele Leser es schätzen, wenn wir ihnen mehrere Lösungswege aufzeigen, will ich die weniger
brauchbaren nicht unter den Tisch fallen lassen: Für andere Zwecke lassen sie sich sinnvoll einsetzen.
Kollege Christoph Künne hatte zunächst vorgeschlagen, dafür eine Aktion anzulegen, was unter bestimmten
Voraussetzungen funktioniert. Nach einigem Herumprobieren war die Lösung, die Sie in den Abbildungen 5 und 6
beschrieben finden, gar nicht so schwierig: Neue leere Ebene anlegen, mit Farbe, Verlauf oder sonst was füllen, im
Ebenenmenü bei aktiviertem Pfad Vektormaske hinzufügen , und zwar mit der Option Aktueller Pfad . Dann die
Ebenen verbinden; Transformationen wirken sich nun auf beide gemeinsam aus. Mein Fehler war zuvor gewesen, daß
ich Teile oder alles ausgewählt hatte. Dann geht es nämlich nicht ohne Auswahl mühelos.

Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder
klicken.




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1 Ausgangsbild

Nehmen wir als Ausgangssituation an, Sie hätten ein Firmen-Logo oder eine Grafik im PostScript-Format,
beispielsweise aus Illustrator importiert, und wollten den entstandenen Pfad in Photoshop so mit einem Bild gemeinsam
transformieren, so daß beide hinterher derselben Perspektive unterliegen. Eine direkte Kopplung des
Transformationseingriffs für Pfade und Pixel ist in Photoshop nicht vorgesehen.




2 Pfade-Palette

In der Pfade-Palette sehen Sie nach Erzeugung oder Import eines Pfades dessen Thumbnail-Darstellung. Ist der Pfad
noch nicht gesichert, kann es nur einen geben, der automatisch mit dem Namen Arbeitspfad benannt wird. Wollen
Sie mit mehreren unabhängigen Pfaden arbeiten, müssen Sie ihnen eigene Namen geben. Ein angeklickter Pfad wird
im Bild durch dünne Konturlinien angezeigt.




3 Neue Ebene erzeugen

Damit Füllungen und Manipulationen des Pfades nicht ungewollt eine vorhandene Ebene beeinflussen und verändern,
erzeugen Sie über das Menü oder mit der eingeblendeten Tastenkombination eine neue Ebene. Ihr Name und weitere


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Parameter erscheinen in dem sich öffnenden Fenster für Neue Ebene und können dort verändert werden, etwa
hinsichtlich des Verrechnungsmodus oder der Deckkraft.




4 Pfadfläche füllen

Zunächst hatte ich nur die Möglichkeit gesehen, den Pfad in Pixel umzuwandeln, da sich zwei verbundene Ebenen
gemeinsam durch Transformieren skalieren oder verzerren lassen. Um das vorzubereiten, mußte ich die neue Ebene
mit dem Pfad entsprechenden Pixeln füllen, also den Pfad zunächst aktivieren und dann durch Anklicken des Symbols
unten links in der Pfade-Palette die Pfadfläche mit Farbe füllen.




5 Vektormaske hinzufügen

Für den eigentlich vorgesehenen Zweck, nämlich den Pfad später exakt gemeinsam mit Pixeln einer Ebene
transformieren zu können, gibt es einen besseren Weg: Füllen Sie die neue Ebene mit beliebigen Pixeln
  Farbe, Verlauf, Bildimport , aktivieren Sie den Pfad in der Palette, und wählen Sie im Ebenen-Menü Vektormaske
hinzufügen: Aktueller Pfad . Die Pixel der Ebene werden außerhalb des Pfades ausgeblendet.




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6 Verbundene Ebenen

Aktivieren Sie die Ebene mit der Vektormaske und klicken Sie in der Ebene mit den zu verzerrenden Pixeln (hier die
Ebene 1 darunter) das Verknüpfungssymbol an. Wählen Sie aus dem Bearbeiten -Menü oder per
Tastaturkombination Transformieren . Beide Ebenen werden nun gemeinsam verzerrt. Achtung! Das klappt nur dann,
wenn Sie zuvor keine aktive Auswahl angelegt haben mit dieser funktioniert es nicht.




7 Ecken anfügen

Das war also die einfachste und beste Lösung. Alle im folgenden vorgestellten sind umständlicher und im Ergebnis
weniger gut. Doch da sie sich für andere Eingriffe eignen könnten, stellen wir sie trotzdem vor. Wollen Sie auf
Pixelebene weiterarbeiten, erzeugen Sie vor Pfadfläche füllen exakt an den Bildecken vier Rechtecke. Das
gewährleistet, daß der später verzerrte Pfad genauso groß ist wie die Arbeitsfläche.




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8 Alphakanal als Auswahl

Ein Alphakanal läßt sich zusammen mit den anderen Farbkanälen gemeinsam transformieren. Um einen dem Pfad
entsprechenden Kanal zu erhalten, gibt es verschiedene Wege. Einer davon: Die Pixel, die aus der Pfadkontur als
Fläche errechnet sind, mit gedrückter Strg-/Befehlstaste als Auswahl laden; aus dieser Auswahl einen neuen Kanal
anlegen, indem Sie das zweite Symbol von links in der Kanäle-Palette anklicken.




9 Alle Kanäle aktivieren

Der Befehl, einen Alphakanal gemeinsam mit den Farbkanälen zu aktivieren, funktioniert nur dann, wenn die Datei nur
aus der Hintergrundebene besteht. Sie müssen also sicherheitshalber in einem Duplikat der Datei überflüssige
Ebenen löschen oder auf die Hintergrundebene reduzieren. Danach können Sie mit gedrückter Umschalttaste den
Kompositkanal, die Farbkanäle und den Alphakanal aktivieren.




10 Bild verzerren

Mit Strg-/Befehls- und T-Taste rufen Sie den Transformationsrahmen auf, alternativ gehen Sie über das Menü. Im


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(Kontext)Menü beim Mac mit gedrückter Ctrl-Taste aufzurufen wählen Sie die Art der Transformation. Auch ohne
diese Vorwahl können Sie Eckpunkte separat verlagern, indem Sie sie mit gedrückter Strg-/Befehlstaste anfassen;
entsprechend neigen Sie den Rahmenbereich an den mittleren Anfassern.




11 Verzerrter Alphakanal

Nach Beendigung der Transformation sind die Pixel der Hintergrundebene ebenso verzerrt wie die des Alphakanals.
Alternativ zum Vereinigen der Steinplatte mit dem Hintergrund hätten Sie diesen zuvor mit einer einheitlichen, zur Platte
in starkem Kontrast stehenden Farbe füllen können, später das Umfeld auswählen, die Auswahl umkehren und die
freigestellte Platte über den alten Hintergrund setzen können.




12 Kanal als Auswahl

In diesem Fall sind übrigens die vier an den Ecken hinzugefügten Rechtecke überflüssig und können gelöscht werden;
genauer: Wir hätten sie für diese Art von Eingriff gar nicht benötigt. Um nun von dem mitverzerrten Alphakanal wieder
zu einem Pfad zu gelangen, brauchen Sie noch einen Zwischenschritt: Zunächst verwandeln Sie den Kanal durch
Anklicken bei gedrückter Strg-/Befehlstaste in eine Auswahl.




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13 Auswahl zu Pfad

Danach verwandeln Sie die Auswahl in einen Pfad. Haben Sie den ursprünglichen unter einem eigenen Namen
gesichert, so wird er nicht überschrieben, sondern als neuer Arbeitspfad hinzugefügt. Zur Umwandlung klicken Sie
wahlweise das auf der Abbildung markierte Symbol oder gehen über das Menü der Pfade-Palette, wo Sie in einem
Dialogfeld die Pfadtoleranz zwischen 0,5 und 10 Pixeln eingeben können.




14 Neue Ebene

Der nunmehr passend verzerrte Pfad ist noch kein Bestandteil des sichtbaren Bildes; daß Sie ihn, solange er
aktiviert ist, als Pfadkontur sehen können, ist nur eine Frage der Monitordarstellung. Der Pfad, etwa als importiertes
komplexes Firmenlogo, wird erst dann Bildbestandteil, wenn er in irgendeiner Weise durch Füllung der Fläche oder der
Kontur in Pixel umgesetzt und gegebenenfalls weiter bearbeitet wird.




15 Aktion anlegen


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Ein weiteres Experiment, um Transformationen von Pfad und Pixeln aneinander zu koppeln, bestand darin
auszuprobieren, ob das Aufzeichnen einer konkreten Verzerrung als pixel-bezogener Aktion sich später beim Abspielen
dieser Aktion ohne weiteres auf Pfade übertragen läßt. Ich habe also eine neue Aktion angelegt, ihr einen Namen
gegeben, die Ebene der Steinplatte per Transformation verändert. Ende der Aktion.




16 Aktionsdarstellung in der Liste

Für diesen Eingriff ist es unbedingt wichtig, daß beide Auswahlen identisch groß sind, daher habe ich nicht nur dem
Pfad an den Ecken der Arbeitsfläche vier Rechtpfade hinzugefügt, sondern der Ebene der Steinplatte ebenfalls
entsprechende Pixelflächen. (Sie müssen nicht übereinstimmen, sondern nur bis in die Ecken reichen.) Die fertige
Aktion erscheint in der Paletten-Liste zum Beispiel wie oben angezeigt.




17 Aktion anwenden

Wie sich zeigte, überträgt Photoshop die aufgezeichnete Transformation nicht direkt von Pixeln auf einen Pfad. Daher
legte ich zunächst wieder eine neue Ebene an und füllte dort die Pfadfläche mit Pixeln. Auf diese Weise kann
Photoshop die aufgezeichnete Aktion erneut anwenden. Wunschgemäß paßt sich die Form der gefüllten Pfadkontur
danach der Perspektive der zuvor durchgeführten Transformation an.




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18 Form verzerrt

Die gefüllten Rechtecke an den Ecken sorgen für die Übereinstimmung der Größe. Achten Sie übrigens unbedingt
darauf, daß beim Aufrufen des Transformationsbefehls kein pfadorientiertes Werkzeug aktiv ist, sonst bleibt der Befehl
bei Pixeln unausführbar! Zum Schluß machen Sie, wie zuvor demonstriert, aus den Pixeln eine Auswahl und aus der
Auswahl wieder einen nun passend transformierten Pfad.




19 Verzerren mit Hilfslinien

Mitunter können ganz simple Hilfsmittel zum Ergebnis führen: Um Pfad und Steintafel angepaßt zu transformieren,
wähle ich diesmal den Umweg über Hilfslinien, deren Kreuzungspunkte die verlagerten Ecken markieren auch hier
werden diese nachträglich hinzugefügten Rechtecke benötigt. Markieren Sie die neuen Positionen der Außenecken der
Tafel, indem Sie aus den Linealen entsprechende Hilfslinien ziehen.




20 Pfad einblenden


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Nun blenden Sie die Pfadkontur ein, indem Sie in der Pfade-Palette die Listeneintragung des Pfades anklicken. Da auch
er mit den entsprechenden Rechtecken an den Ecken der Arbeitsfläche ergänzt ist, wählen Sie aus dem
 Bearbeiten -Menü den nun als Pfad transformieren benannten Befehl und ziehen diese vier Ecken manuell an die
korrespondierenden Kreuzungspunkte der zuvor verzerrten Steintafel.




21 Pfad manuell angeglichen

Dazu wählen Sie entweder aus dem Transformieren-Menü die Option Verzerren            also freie und unabhängige
Verlagerung der Ecken des Transformationsrahmens im Unterschied zum paarweise gekoppelten Perspektivisch
Verzerren    oder Sie halten bei dem Eingriff die Strg/Befehlstaste gedrückt, was beim Hantieren mit den Eckpunkten
des Rahmens zum selben Ergebnis führt.




22 Pfadfläche füllen

Anschließend können Sie die Hilfslinien wieder entfernen, sofern Sie sie nicht später für weitere Eingriffe benötigen. Im
ersten Fall wählen Sie dazu im Ansicht -Menü Hilfslinien löschen , im zweiten Fall deaktivieren Sie unter
 Einblenden den Eintrag Hilfslinien . Wäre Ihr Werk damit vollendet, würden Sie bei in der Pfade-Palette aktiviertem
Pfad abschließend Pfadfläche füllen mit geeigneter Farbe ausführen.




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23 Ecken löschen

Da die für eine angepaßte Transformation notwendigen Außenecken immer noch vorhanden sind, wurden auch sie
automatisch mit Farbe gefüllt. Für die weitere Bearbeitung des Bildes sind sie jetzt überflüssig geworden. Sie können
Sie also durch Radieren entfernen oder mit Auswahlen selektieren und löschen. Alternativ hätten Sie bereits vor der
Flächenfüllung die vier Pfade in Rechteckform entfernen können.




24 Pfadfläche mit Ebeneneffekt

Um das Logo, die PostScript-Illustration oder was auch immer Sie zuvor als Pfad angelegt oder importiert hatten mit
allen Mitteln von Photoshop als Bildbearbeitungsprogramm weiter beeinflussen zu können, haben Sie mit einer
Pixel-Ebene mehr Möglichkeiten als mit einer Formebene. Auch dieser können Sie zwar Ebeneneffekte zuweisen,
allerdings keine Pixel verändern.




25 Rahmen erzeugen



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Hier noch eine Alternative zur soeben beschriebenen manuellen Vorgehensweise bei extremeren Verzerrungen. Der
Unterschied ist, daß Sie sich dabei allein auf die vorhandenen Bildelemente stützen können und keine zusätzlichen
Hilfslinien einziehen müssen. Wählen Sie auf der Ebene der Steintafel Alles aus und füllen Sie die Kontur der
Auswahl mit der Position Innen mit einem gut sichtbaren Rahmen.




26 Anfasser auf Arbeitsfläche

Transformieren Sie die Platte nun sehr stark, so daß einer der Eckanfasser oder mehrere außerhalb der Arbeitsfläche
positioniert werden, so sind diese nach Abschluß des Eingriffs unsichtbar. Dadurch, daß Sie zuvor den Rahmen erzeugt
haben, bleiben die Grenzen des Transformationsrahmens nach der Verzerrung jedoch sichtbar bewahrt. An ihnen
können Sie sich weiterhin orientieren.




27 Pfad oder obere Ebene ausrichten

Würden Sie einen Pfad mit einem Rahmen versehen, käme es leicht zu einem Durcheinander der gefüllten und leeren
Bereiche. Arbeiten Sie daher besser nicht mit einem geschlossenen oder offenen Pfad, sondern mit vier langgezogenen
Rechtecken, die Sie an den Außenkanten der Fläche aufziehen. Ob gefüllt oder als Vektormaske Sie können die
beiden Rahmen anschließend leicht in Übereinstimmung bringen.




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28 Verzerrung angepaßt

Sie müssen dazu lediglich die Eckpunkte des Transformationsrahmens beim zweiten Eingriff so positionieren, daß seine
verzerrten Kanten deckungsgleich mit denen der darunterliegenden Ebene werden. Auch hier steht am Ende wieder
eine Füllung der Pfadfläche, sei es mit einer einfachen Farbe oder ergänzenden Ebeneneffekten: Bei einer
Vektormaske bleiben die Pfadkonturen bei der Ausgabe hochauflösend.




29 Form festlegen

Beim Experimentieren fallen einem noch weitere arbeitserleichternde Maßnahmen ein: Arbeiten Sie zum Beispiel
häufiger mit einem bestimmten Pfad, so geht es schneller, wenn Sie ihn nicht jedes Mal neu importieren, sondern direkt
in Photoshop aufbewahren. Dazu aktivieren Sie den Pfad in der Palette, wählen unter Bearbeiten Eigene Form
festlegen und setzen ihn so dauerhaft in die Formen-Palette.




30 Pfad, Form-Ebene oder Pixel



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Die in der Formen-Palette gespeicherte Grafik wählen Sie für das Eigene-Form-Werkzeug im entsprechenden
Aufklapp-Menü. Je nach weiterer Verwendung können Sie bestimmen, ob die Grafik als neue Form-Ebene, als Pfad
oder Pixel eingesetzt werden soll. Ihre Größe definieren Sie direkt beim Aufziehen des Rahmens proportional mit
gedrückter Umschalttaste , der automatisch mit der Form gefüllt wird.




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