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Famulatur_Kanada_Calgary_2008_Bengesser_notary bond

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Famulatur_Kanada_Calgary_2008_Bengesser_notary bond Powered By Docstoc
					      Famulatur in Calgary/ Alberta/ Canada
                   August 2008
                        von Susanne Bengesser



Organisation und Planung: etwas zeitaufwendig!

    Organisiert über die AMSA.
     Infos bezüglich Anmeldung auf www.amsa.at !!!
     Informationsveranstaltungen finden meist im Oktober statt und die
     Voranmeldung für eine Famulatur in den Sommerferien circa im
     November. Genaue Termine findet man auf der Homepage, ebenso alle
     Formulare. Zu Beginn wählt man 3Länder von denen man schließlich
     nach 2-3 Monaten eines zugeteilt bekommt. Dann kann man sich im
     Zielland 3Städte aussuchen und circa im April/Mai erfährt man
     letztendich die Famulaturstadt.

    Untersuchungen für eine Famulatur in Kanada:
     Um in Kanada eine Famulaturerlaubnis zu bekommen muss man einige
     sehr bürokratische Untersuchungen über sich ergehen lassen (z.B.
     Lungenröntgen, Tuberkulintest, Kinderkrankheiten Serologie, HIV und
     Syphilis Test usw) Ich musste sowohl für die kanadische Botschaft, als
     auch für die Uni-Klinik in Calgary ähnliche Untersuchungen machen- ich
     würde also empfehlen alle Untersuchungen gleich bei einem Arzt, der von
     der kanadischen Botschaft beglaubigt ist, durchführen zu lassen, da man
     sonst eventuell die Untersuchungen 2mal bezahlen muss. Die kanadische
     Botschaft ist nämlich sehr pingelig und akzeptiert die Untersuchung nur
     von speziellen Ärzten- in der Steiermark führt sie Fr. Dr. Theresia Knauer
     durch. Ihre Ordination ist in der Nähe vom ReSowi am Geidorfgürtel 18.
     Falls sich das inzwischen geändert hat, sollte man es auf der Homepage
     der kanadischen Botschaft noch einmal checken. Die Homepage ist relativ
     verwirrend. Wichtig zu wissen ist, dass man für die Famulatur keine
     Arbeitserlaubnis beantragen muss, aber UNBEDINGT diese
     Untersuchung, um in einem Krankenhaus ein Praktikum machen zu
     dürfen. Ich würde wirklich aufgrund der Zeit und Geldersparnis
     empfehlen beide Untersuchungen gleich vor der Hauptanmeldung für die
     AMSA bei Fr.Dr Knauer zu machen.

    Visum:
     Österreicher brauchen kein Visum für die Einreise, nur die Bescheinigung
   von der kanadischen Botschaft, dass die körperliche Untersuchung
   erfolgreich war.


 Flugkosten:
  Man sollte mit circa 900-1000 Euro für den Flug nach Kanada rechnen.
  Besonders günstig ist es auch über New York zu fliegen und erst den
  Anschlussflug zu buchen, sobald man den Famulaturort erfährt (was auch
  erst im Mai der Fall sein kann)

 Medizinstudium in Kanada:
  In Kanada müssen Studierende zuerst ein beliebiges Bachelor Studium,
  meist Biologie, absolvieren und können dann erst die Med-school
  besuchen. In Calgary dauert das gesamte Medizinstudium nur 3Jahre,
  normalerweise 4Jahre. Da das System komplett anders aufgebaut ist, muss
  man in den Anmeldeformularen oft angeben wie unser Curriculum
  aufgebaut ist. Ein weiterer Unterschied zu unserem Studium ist, dass
  „clerks“ im letzten Studienjahr bereits sehr viel Verantwortung zu tragen
  haben. Sie bekommen Patienten zugeteilt um Laborwerte anzuordnen und
  zu kontrollieren, Untersuchungen zu planen und zu beantragen usw. Auf
  der Neurologie ist es sogar Pflicht mindestens eine Lumbalpunktion im
  Praktikum durchzuführen.
  Kanadische Studenten haben mich auch immer um unsere geringen
  Studiengebühren beneidet. Die Studiengebühren liegen dort etwa bei
  15 000 Dollar im Jahr.

 Aufgaben bei der Famulatur:
  Man sagt oft, man lerne bei einer Auslandsfamulatur nicht viel- dies trifft
  allerdings nicht auf Kanada zu. Ärzte prüfen sehr oft und erwarten auch,
  dass man zuhause selbstständig lernt, manchmal bekommt man auch
  Minihausaufgaben. Die Tätigkeit im Krankenhaus reicht vom
  Kontrollieren und Anordnen der Laborwerte über Erheben der Anamnese
  und des neurologischen Status usw Blutabnahmen machen immer die
  Krankenschwestern. Wenn man Glück hat darf oder soll man sogar eine
  Lumbalpunktion auf der Neurologie durchführen. Im Vergleich zu
  Österreich wird von Studenten auf jeden Fall während einer Famulatur
  schon mehr erwartet. Allerdings hat man als Austauschfamulant oft auch
  eine Art Sonderstellung. Je nach Arzt darf man mehr oder weniger
  machen. Insgesamt ist die Famulatur auf jeden Fall lehrreich.

 Arbeitskleidung:
  Grundsätzlich kleiden sich Studenten und Ärzte in Kanada sehr elegant.
  Männliche Studenten trugen immer eine schöne Anzughose, Hemd und
  Kravatte. Studentinnen oft Kleider und Röcke. Eigentlich wäre es Pflicht
   einen (nur hüftlangen) weißen Mantel zu tragen, aber viele Studenten
   tragen nur ein Namensschild und das Stethoskop auf den Schultern.
   Niemand ist komplett weiß gekleidet. Weiße Hosen und T-Shirts kann
   man getrost zuhause lassen, aber schöne Hosen sollte man unbedingt
   mitnehmen. Jeans sind nämlich im Krankenhaus unerwünscht. Eine
   Ärztin trug sogar immer eine große Gucci Tasche.

 Unterkunft:
  wird über die IFSMA organisiert. In Kanada wird man meist in
  kanadischen Studenten WGs untergebracht. Ich habe nur 4 Geh-Minuten
  vom Foothill’s hospital entfernt in einer typischen Wohngegend mit
  kleinen Häusern und Vorgärten gewohnt. Downtown war aber leider 30-
  40 Minuten mit dem C-Train entfernt.

 Social program der IFSMA:
  war NICHT vorhanden. Man muss sich selbst um alle Ausflüge kümmern,
  denn die Organisation plant wirklich nichts in Calgary. Außerdem gibt es
  kaum internationale Studenten. Außer mir gab es nur einen Studenten aus
  London. Generell war die Betreuung durch die IFSMA Studenten dieses
  Mal sehr schlecht. Ich musste mir auch selbst mein Zeugnis organisieren.
  Da ich letztes Jahr eine sehr schöne Famulatur in Sizilien verbracht habe,
  war ich dieses Mal wirklich sehr enttäuscht von den Organisierenden in
  Calgary.

 Verkehrsmittel:
  Vom Foothill’s hospital kann man mit Linie 91 oder S die C-Train Station
  oder das Northhill-Shopping Centre erreichen. Mit dem C-Train erreicht
  man in circa 20Min downtown. Man könnte aber auch mit dem Fahrrad
  entlang des Flusses am Radweg downtown fahren (ebenfalls etwa 20-
  30min).

 Verpflegung:
  zum Teil bekommt man Mahlzeiten bei den „Gastfamilien“, aber
  grundsätzlich wäre in Kanada nur die Wohngelegenheit inbegriffen. Bei
  allen anderen AMSA Famulaturen bekommt man meist ein Mittagessen
  pro Tag.
  Im Krankenhaus war das Essen in der Kantine nicht besonders
  ausgewogen. Man bekommt vorwiegend Hot Dogs oder Hamburger oder
  Pizza. Die gesunde Alternative ist Salat oder Sushi. Die Kosten für ein
  Mittagessen liegen etwa bei 7Dollar.
  Grundsätzlich herrscht eher amerikanische Esskultur. Mein WG
  Bewohner hat entweder alles frittiert oder gegrillt.
  Gutes europäisches Brot ist leider auch schwer zu finden.
 Ausflugsmöglichkeiten rund um Calgary:
  Etwa eine Stunde entfernt liegen die vielgerühmten Rocky Mountains.
  Eine besonders bekannte Touristenattraktion ist der türkise Lake Louise
  und das für seine „hot springs“ bekannte Banff. Mit dem Greyhound Bus
  ist beides um etwa 50Dollar erreichbar. Vom Greyhound Busbahnhof
  braucht man dann allerdings noch ein Taxi um zum See oder nach Banff
  zu kommen.

   Edmonton liegt auch etwa eine Stunde von Calgary entfernt. Dort gibt es
   die größte Shopping mall Kanadas.

   Vancouver könnte man in einer Flugstunde erreichen. Inlandflüge nach
   Vancouver bekommt man circa um 200Euro.


 Calgary:
  im Sommer findet das bekannte Rodeo Festival Stampede statt. Für
  Interessierte sicher sehenswert. (ich habe es nicht gesehen)

   Das Nachtleben ist nicht besonders aufregend. Rund um Melrose Street
   gibt es aber viele Lokale.

   „Herritage town“: Wild west Vergnügungspark. (aber eher für Familien)

   Princes Island Park:
   hier gibt es jährlich ein open air Shakespeare Festival

   Aussichtsturm, ähnlich dem CN Tower in Toronto, mit Ausblick über
   Calgary.


 Reisen in Kanada:
  Eine Auslandsfamulatur kann man herrlich mit Reisen verbinden. In
  Kanada sollte man sich entweder vor oder nach der Famulatur Zeit zum
  Reisen einplanen, weil man während der Famulatur keine zusätzlichen
  freien Tage zum Reisen bekommt und auch manchmal Wochenenddienste
  machen sollte. Ich bin 3Wochen vor Famulaturbeginn von Graz nach
  Halifax geflogen. 1-2 Tage in Halifax reichen durchaus, denn es gibt nicht
  sehr viel zu besichtigen. Von Halifax nahmen wir den Greyhound Bus
  nach Charlottetown auf Prince Edward’s Island (Kosten etwa 40Dollar für
  eine 4-5Stundenfahrt) Prince Edward’s Island war absolut sehenswert!
  Auf der ganzen Insel gibt es sehr schöne, außergewöhnliche rote Strände.
  Charlottetown und Cavendish sind sehr zu empfehlen. Von Charlottetown
   flogen wir mit United (nicht zu empfehlen, denn sie verlieren oft Gepäck)
   nach Toronto, einer sehr, sehr quirligen und jugendlichen Stadt. Vom CN
   Tower hat man eine sehr schöne Aussicht über ganz Toronto. Der nächste
   Stopp war bei den Niagara Fällen. Da wir kein Mietauto genommen
   haben, mussten wir wiederum mit dem Greyhound fahren, aber es
   funktioniert wirklich sehr problemlos und ist auch immer sehr günstig.
   Oft bekommt man auch mit österreichischen Studentenausweisen etwas
   Rabatt für die Busfahrkarte. Zurück zu den Niagara-Fällen- ich persönlich
   hätte mir die Fälle in einer natürlicheren Umgebung vorgestellt. Rund um
   die Niagara Fälle sind Casinos, viele Hotels und Restaurants und sogar ein
   kleiner Vergnügungspark mit Riesenrad. Allerdings sind die Fälle trotz
   dem Touristentrubel sehenswert. Wenn man schon die Möglichkeit hat in
   Kanada zu reisen, dann kann man ja einen Abstecher bei den Niagara-
   Fällen machen. Nach einem kurzen Abstecher in die USA (Flüge
   innerhalb Amerikas sind sehr günstig) ging es dann nach Calgary zur
   Famulatur.
   In Calgary habe ich noch einen selbstorganisierten Ausflug in die Rocky
   Mountains gemacht.

 Insgesamt war die Famulatur in Kanada fachlich wirklich sehr lehrreich
  und eine sehr interessante Erfahrung. Generell kann ich eine
  Auslandsfamulatur nur sehr empfehlen- man lernt eine total neue Kultur,
  ein neues Land und ganz viele liebe Leute kennen. Nicht zu vergessen das
  Erlernen bzw Verbessern einer Fremdsprache.
  Im Anschluss noch ein paar Impressionen von Kanada.
Calgary
Calgary




Prince Edward’s Island. Cavendish.
Prince Edward’s Island. Cavendish
Toronto.
Niagara Fälle.

				
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