3M als Vorreiter Zukunftstechnologien aus Neuss
Document Sample


3M als Vorreiter: Zukunftstechnologien aus Neuss Optische Folien, Brennstoffzellen-Komponenten und Dermatologische Produkte im Mittelpunkt von Forschung und Marketing Wenn 3M für Forschung und Entwicklung, Herzstück im Innovations-Management, weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar pro Jahr aufwendet, müssen diese Investitionen sich rechnen. Weitsicht ist erforderlich, um zu entscheiden, welche Technologien die größten Zukunftschancen haben. Ganz aktuell sind dies Mikrostrukturen und Oberflächen im Nanometer-Bereich, an denen auch 3M Forscher im Customer Technical Center in Neuss arbeiten. Mini-Strukturen mit Maxi-Marktchancen Als 3M Forscher begannen, den Bereich der Nanostrukturen zu erobern, konnten sie sich auf eine fundierte Wissensbasis stützen. Kollegen im eigenen Hause hatten zuvor Produkte entwickelt, die auf der Nachbildung und Kopie winzig kleiner, speziell angeordneter Strukturen basieren – der Mikroreplikation. Mit dieser Technologie können physikalische Eigenschaften von Materialien verändert werden. Die wirtschaftliche Mikrostrukturierung von Polymer-Oberflächen in industriellem Maßstab gelingt 3M als einem von nur wenigen Unternehmen weltweit. Und damit ist das Unternehmen seit Jahren auf dem Markt erfolgreich. Zu den bekanntesten Anwendungen mikrostrukturierter Materialien gehören Verkehrsschilder, Wegweiser und Fahrbahnmarkierungen. Dank einer reflektierenden Folie, die auf Mikroprismen basiert, werden sie bei Dunkelheit besser wahrgenommen. Displays von Laptops, Handys, Navigations-Systemen und anderen elektronischen Geräten gewinnen durch eine mikrostrukturierte Folie mehr Leuchtkraft und Helligkeit. Andere Einsatzgebiete sind Klebstoffe, Schleifmittel und spezielle Fluid-Management-Folien, medizinische und bioanalytische Produkte. Auf der Basis langjähriger Erfahrung in immer mehr Einsatzgebieten konnte 3M seine Produktionstechnik kontinuierlich verfeinern. Inzwischen arbeiten hier Forscher an der Herstellung von Oberflächen mit immer kleineren Strukturen. Sie fanden etwa heraus, wie sich Folien erzeugen lassen, die in puncto Reflexionsvermögen bislang unübertroffen sind: Mehrere hundert Schichten von transparenten Polymer-Folien werden so aufgebaut, dass an ihren Schnittstellen eine spezielle Lichtbrechung entsteht. So wurden beispielsweise Materialien für optische Anwendungen entwickelt. Weil jede Schicht nur zwischen 50 und 100 Nanometer (= Milliardstel Meter) misst, ergeben alle zusammen eine Folie in der Stärke eines Butterbrotpapiers. In einem solchen Verfahren lässt sich beispielsweise ein praktisch perfekter Spiegel produzieren. Die nicht metallische, korrosionsbeständige 3M Folie reflektiert das Licht bis zu 99,5 Prozent, unabhängig von seinem Einfallswinkel auf die Oberfläche. Ähnliche Spiegelfolien können Licht über weite Distanzen in erstaunlicher Intensität transportieren. Architekten nutzen diese Technologie zur Energie sparenden Beleuchtung von innen liegenden Räumen, zum Beispiel von Treppenhäusern; Licht-Designer inspiriert sie zu Beleuchtungs-Systemen ganz neuer Form und Funktionalität. Mehrschichtfolien können auch so gestaltet werden, dass sie nur bestimmte Wellenlängen des Spektrums reflektieren oder übertragen. In der Entwicklungsphase befinden sich Energiespar-Folien, die Wohn- und Industriegebäude davor schützen, an heißen Sommertagen zu Treibhäusern zu werden. Für Treibhäuser selbst wurde hingegen eine Produktvariante kreiert, die ultraviolettes Licht reflektiert, während Infrarot- und andere Strahlen ungehindert passieren können. Weiterer Schwerpunkt der 3M Forschung ist die Entwicklung von pflegeleichten Beschichtungen für Glas und Keramik, die eine Dicke im Nanometer-Bereich haben. Damit ausgerüstete Sanitär-Keramik sieht wesentlich länger wie neu aus, denn Fett, Wasser und Schmutz werden abgewiesen, die Reinigung von Kalkablagerungen erleichtert. Die Produkte mehrerer Sanitärkeramik-Hersteller tragen diese unsichtbare Beschichtung von 3M bereits. Seit Neuestem sind auch derart beschichtete Glas-Duschkabinen auf dem Markt. Brennstoffzelle: Nano-Technologie aus dem Customer Technical Center Dank seiner Kompetenz auf dem Gebiet der Nano-Technologie spielt 3M bei der Entwicklung von Brennstoffzellen in der ersten Liga mit. Wirtschaft und Politik sind sich einig, dass diese Form der Energie-Gewinnung zu den wichtigsten Zukunftstechnologien zählt. Als weltweit eines der wenigen Unternehmen kann 3M das Herzstück des gängigsten Typs dieser kleinen Kraftwerke, die Membran-Elektroden-Einheit (MEA), wirtschaftlich in Serie herstellen und erfüllt damit die Voraussetzung für eine Vermarktung auf breiter Ebene. Das Produkt besteht aus zwei gitterartigen Elektroden, die durch eine mit einem Katalysator beschichtete Membran getrennt sind. In der fertigen Brennstoffzelle, dem so genannten Stack, ist die MEA gleich mehrfach vertreten und mit weiteren Elementen verbunden. Nur wenige Unternehmen auf der Welt stellen katalytische Membranen her, und als einziges von ihnen bedient sich 3M dabei der Nano-Technologie. Entwickelt wurde eine spezielle Struktur, die auf der vorgegebenen Grundfläche eine maximale Oberfläche entstehen lässt. 3M produziert die komplette Membran-Elektroden-Einheit selbst. Dank eines modularen Systems können die Anforderungen auf Seiten der Kunden flexibel realisiert werden, egal ob es sich um mobile, portable oder stationäre Brennstoffzellen, um kleine oder große Serien handelt. Schon heute verkauft 3M weltweit rund 150.000 Membran-Elektroden-Einheiten pro Jahr an alle Industriezweige, die in der Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellen aktiv sind – von der Automobilindustrie über Handy-Produzenten bis zu Heizkraftsystem-Betreibern. Seit mehr als zwölf Jahren wird im Konzern auf diesem Gebiet geforscht und entwickelt, zunächst in den USA, inzwischen auch in Asien und Europa. In Deutschland formierte sich dazu im Jahr 2004 eine eigene Abteilung im Customer Technical Center in Neuss, die derzeit erweitert wird. Zu ihren Aufgaben gehören die kundennahe Anwendungsentwicklung und Optimierung, der Bau von Prototypen und die Fertigung von Kleinserien. Bundesweit nimmt Nordrhein-Westfalen in dieser Technologie eine führende Rolle ein. Die Landesregierung fördert die Entwicklung von Brennstoffzellen, denn sie sieht in ihrem Einsatz die Chancen für neue Arbeitsplätze. In der Landesinitiative „Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW“ ist 3M seit 2004 Mitglied, um gemeinsam mit anderen Herstellern die Markteinführung dieser Umwelt schonenden Kraft- und Wärme-Erzeuger zu beschleunigen. Zukunftsmarkt Gesundheit 3M beliefert den Gesundheitsmarkt mit Medizin- und Pharma-Produkten, mit Dentalprodukten, mit Consulting und Softwarelösungen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in Krankenhäusern sowie mit Komponenten für Inkontinenz-Produkte. Weltweit beträgt der Jahresumsatz in diesem Bereich 3,5 Milliarden US-Dollar, davon in Deutschland mehr als 200 Millionen Euro. Das Nummernschild der Zukunft Neue Möglichkeiten für Auto-Designer, aber auch mehr Verkehrssicherheit bei Nacht wird künftig ein von innen beleuchtetes, flaches Kennzeichen bieten. Entwickelt wurde die innovative Technologie dafür bei 3M in Neuss. Herzstück des Produkts ist eine flächige Lampe in der bekannten Kennzeichen-Abmessung und einer Stärke von nur wenigen Millimetern. Optische 3M Spezialfolien sorgen darin für eine gleichmäßige Verteilung des Lichts aus den integrierten, robusten und langlebigen LEDs. Die neue Lampe ist leicht in das 12-Volt-Gleichstrom-Bordnetz des Fahrzeugs integrierbar. Das eigentliche Kennzeichen besteht aus einer Kombination optischer 3M Materialien. Diese sind retroreflektierend, wie die bekannten Aluminiumschilder, und zugleich lichtdurchlässig. » http://3m-sln.de Der 3M Bereich „Traffic Safety Systems“ gehört mit Materialien für Verkehrs- und Autoschilder sowie Fahrbahnmarkierungen zu den Marktführern. Beispielsweise sind 3M Materialien für Nummernschilder sind in allen 50 US-Bundesstaaten und in mehr als 100 anderen Ländern der ganzen Welt im Einsatz. „Optical Systems“ ist einer der größten Produktbereiche bei 3M, der gleichzeitig mit am schnellsten wächst. Die Abteilung ist die Geburtsstätte von Vikuiti™ Folien, die Displays zu mehr Helligkeit, besserer Lesbarkeit und intensiverer Farbe verhelfen. Praktisch jeder Hersteller von LCD-Bildschirmen auf der ganzen Welt kauft diese Folien von 3M. Unter der Bezeichnung DBEF-DTV wird aktuell ein neues Produkt für Hersteller von LCD-Fernsehgeräten eingeführt, das die Funktionen mehrerer Folien vereint. Ebenfalls neu sind die so genannten „Stacked Films“ – Mehrschichtfolien für Displays von Handheld-Geräten. Funkbasierende Nachverfolgung von Objekten RFID oder Radio Frequency Identification wird von der Industrie heute als eine der wichtigsten Technologien für die Verbesserung von Prozessen angesehen. 3M vermarktet bereits seit mehreren Jahren RFID basierende Systeme für Bibliotheken, welche die Selbstverbuchung ermöglichen und die Inventarisierung der Medien entscheidend verbessern. Weiterhin liefert das Unternehmen Materialien für die Labelherstellung, wie Klebstoffe und Filme. Zurzeit werden innovative Materialien für die RFID Etiketten zur Erfüllung spezieller Anforderungen sowie Geräte(Hardware) und Softwarelösungen entwickelt, um zukünftig RFID Systemlösungen in weiteren Branchen anbieten zu können.
Related docs
Get documents about "