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									Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07




                              Elitestudiengang „Osteuropastudien“


                            Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

                                             WS 2006/07
                                         Universität Regensburg




                                                   10.10.2006




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Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07




Note bene: Das Curriculum ist modularisiert. Dabei bilden mindestens zwei inhaltlich aufeinander bezogene
Lehrveranstaltungen ein Modul, das sich über höchstens zwei aufeinander folgende Semester erstreckt. Erforderlich
sind (mindestens) zwei Module im Studienschwerpunkt, (mindestens) zwei Module im Ergänzungsfach sowie ein
interdisziplinäres Projektmodul.

In den meisten Fällen (in Absprache mit den Dozenten) können die Veranstaltungen eines Moduls auch einzeln
besucht und als Wahlkurs angerechnet werden.



Angebote für alle
Bewerbungstraining mit Gerhard Winkler
Samstag, 9. Dezember 2006, 10.0017.30 Uhr
Ort: München! Fahrtkosten werden übernommen.
Historicum, Schellingstraße 12, Raum 401

„Aktiv bewerben heißt, sich klar zu positionieren und sich selbstbewußt zu vermarkten. Doch auch die
eigenverantwortliche und selbstgesteuerte Jobfindung braucht ein gutes Konzept. Die Devise lautet: An die Arbeit!
Das meint für alle umtriebigen Selbstvermarkter: Analysieren, Recherchieren, Bestimmen, Erfüllen, Investieren,
Treffen. Selbstgewisse Jobsuchende profitieren von ihrer Kenntnis des Markts und seiner Gebräuche. Kluge
Jobsuchende kalkulieren Interesse, Erwartung, Verhalten, Ziele und Ängste der Anbieterseite mit ein.
Im Workshop „Anders bewerben“ konzentrieren sich die Teilnehmer auf ihre berufliche Identität, auf ihren
Werdegang, auf ihr fachliches und persönliches Profil, auf ihre Agenda als Leistungsanbieter und auf ihr
Karriereumfeld. Dies immer unter dem Gesichtspunkt, daß erfolgreiche Jobsuchende sich in Standardsituationen wie
in unvorhergesehenen kritischen Momenten stets unerschütterlich positiv präsentieren. Ein Training „Anders
bewerben“ bedeutet für jeden Teilnehmer, sich selbst einen Tag lang in den Mittelpunkt zu stellen. Gemeinsam üben
wir ein, Jobchancen zu finden und optimal zu nutzen.
Was mir als Berater am Herzen liegt plus alle Teilnehmerfragen und Anregungen ergeben 360 spannende, intensive,
anstrengende und ertragreiche Minuten.
Insbesondere für die Beispiele und Aufgaben des 20seitigen Textreaders greife ich  soweit freigegeben  auf die
Vorlagen der Teilnehmer zurück.“

Teilnahmebedingungen

(1) Am Kurs können max. 20 Personen teilnehmen. Der Kurs ist kostenlos (außer Kopierkosten für den Reader),
erwartet werden aber pünktliches (!) Erscheinen und aktive Mitarbeit.

(2) Melden Sie sich bitte verbindlich bei Inga Paslaviciute bis zum 1. Dezember 2006 (Freitag) per E-Mail,
telefonisch oder persönlich an. (inga.paslaviciute@lrz.uni-muenchen.de, Tel.: 089/2180-5543 MiFr). Die Zulassung
zum Kurs erfolgt in der Reihe der Anmeldung  also rechtzeitig anmelden!

(3) Mailen, faxen oder schicken Sie ein Probeanschreiben, Ihren Lebenslauf und ein Bewerberporträt bis spätestens
1. Dezember 2006 an Herrn Winkler. Stichwort: „Osteuropastudien“.

(4) Teilen Sie Herrn Winkler dabei bitte mit, ob Sie Ihr Anschreiben (Bewerbungsbrief) und den Lebenslauf für den
Textreader als Studienmaterial freigeben.

Gerhard Winkler
Lindenfelser Weg 5
14163 Berlin
gwinkler@jova-nova.com
www.jova-nova.com
Mobil +49 (1) 0170 8138311
Anrufbeantworter 01212-5-873-09-573
Fax 01212-5-873-09-573

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Pflichtkurse
Projektkurs für den Jahrgang 20062008 (ins. 10 LP)

Professor Dr. Rainer Arnold, Professor Dr. Daniel Drascek
Europäische Gesetzgebung und interkulturelle Akzeptanz
Beginn: Wird noch bekannt gegeben.




Pflichtkurs für den Jahrgang 20062008 (4 LP)

Grundlagen- und Orientierungskurs
Das neue Bayerische Hochschulgesetz (1. Juni 2006) schreibt ab sofort eine Grundlagen- und Orientierungsprüfung
für alle Studierenden vor, die bestanden werden muß!

1 SWS, Blockveranstaltungen, 2 LP (anrechenbar auf das Hauptfach)
Block, Termine werden gemeinsam festgelegt.

An Seminar- und Examensarbeiten werden nicht nur inhaltliche, sondern auch eine ganze Reihe formale
Bedingungen gestellt. Der Kurs besteht daher aus zwei Teilen: 1. Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens für die
am Studiengang beteiligten Fächer; 2. Der praktische Teil der Veranstaltung dient der Aneignung von
„Informationskompetenz“ bzw. „library literacy“ im Bereich Osteuropa. Welche einschlägigen Informationsquellen
(Bibliotheken, Archive, Internet) gibt es in- und außerhalb Deutschlands? Für welche Fragestellungen sind welche
Findmittel (Kataloge, Repertorien, Volltextdatenbanken, Suchmaschinen u.a.) zu wählen? Wie sind diese Findmittel
effizient und sachgerecht zu nutzen? Der Schwerpunkt wird hierbei auf der Nutzung elektronischer Medien liegen, es
werden regelmäßig auf die Interessen der Teilnehmer abgestimmte Übungsaufgaben verteilt.

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme, kleinere Hausaufgaben
Leistungspunkte: 2




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Rechtswissenschaften
(Schwerpunktfach und Ergänzungsfach)


JUD MOD: EU und Osteuropa im Rahmen der europäischen Integration (ges. 8 LP)

Teil I

Professor Dr. Rainer Arnold
EU und Osteuropa I
Vorlesung, 2 SWS, 2 LP
Mo 18s.t.–19.30 Uhr, H3
Beginn: 16.10.2006

mit:
Dr. Ekaterina Muljarowa
Kolloquium zum Modul
Zeit und Ort wird noch festgelegt.

Wird fortgesetzt im SS 2007 mit einer Vorlesung EU und Osteuropa II (mit Hausarbeit).

In dieser Veranstaltung werden die Beziehungen der Europäischen Union zu ihren neuen Mitgliedstaaten in Mittel-
und Osteuropa sowie zu den durch Kooperationsvereinbarung mit der EU verbundenen Staaten (Russische
Föderation, die Ukraine und Weißrußland) in ihrer rechtlichen, ökonomischen und politischen Dimension behandelt.
Der Mechanismus der Zusammenarbeit wird ebenso erörtert wie die Veränderung der internen Rechtsordnungen
aufgrund des Einflusses des EU-Rechts. Eine wichtige Rolle spielt auch die Konkurrenz des neuen
Wirtschaftsraums, der durch Vertrag zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine, Weißrußlands und
Kasachstans im Entstehen begriffen ist.
Einführende Literatur: Handbook on European Enlargement. A commentary on the enlargement process, ed. by A.
Ott and K. Inglis, T.M.C. Asser Instituut, The Hague 2002 (dazu R. Arnold / K. Inglis, European Environment Law:
Policy, Principles and Objectives, S. 641 ff.); R. Arnold, Die Rechtsbeziehungen zwischen der Tschechischen
Republik und der Europäischen Union, in: Wirtschaft und Kommunikation, Beiträge zu den deutsch-tschechischen
Wirtschaftsbeziehungen, hg. von Joachim Möller, Marek Nekula, München 2002, S. 11 ff.; R. Arnold,
Außenhandelsrecht (Grundregeln), in: M. Dauses, Handbuch des EU-Wirtschaftsrechts, Loseblattsammlung, K.I,
München 1996.




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JUR MOD: Europarecht und Europäisches Verfassungsrecht (ges. 8 LP)
(alle Modulteile im WS 2006/07)

Professor Dr. Rainer Arnold
Europäisches Verfassungsrecht
Vorlesung, 2 SWS, 2 LP (mit Klausur)
Blockveranstaltung
Vorbesprechung: Di 17.10.2006 um 12s.t. Uhr, H3

mit:
Professor Dr. Rainer Arnold
Verfassungsrecht in Osteuropa
Seminar, 1 SWS, 6 LP (mit Hausarbeit)
Blockveranstaltung
Vorbesprechung: Mi 18.10.2006 um 8.00 Uhr, H12

mit:
Dr. Ekaterina Muljarowa
Kolloquium zum Modul
Zeit und Ort wird noch festgelegt.

Diese Veranstaltung behandelt die Herausbildung gemeinsamer Verfassungsprinzipien in Europa mit besonderem
Schwerpunkt auf Osteuropa, wie sie unter dem Einfluß von EU und Europäischer Menschenrechtskonvention
entstehen. Ausgangspunkt ist der Entwurf der Europäischen Verfassung. Ihr institutioneller Teil und ihr Werteteil
werden analysiert. Ihr Einfluß auf das Verfassungsrecht der europäischen Staaten wird dabei in besonderer Weise
betrachtet. Zudem wird überlegt, welche Rückwirkungen das Verfassungsrecht der neuen Demokratien in Mittel-
und Osteuropa auf die Gesamtentwicklung des Europäischen Verfassungsrechts verursacht. Die Entwicklungen in
Tschechien werden dabei von besonderem Interesse sein. Thematisch werden vor allem die im Verfassungsrecht des
21. Jahrhunderts besonders wichtigen Institute der Rechtstaatlichkeit, des Grundrechtsschutzes und der
Verfassungsgerichtsbarkeit in Blick genommen.


Wahlkurs Jura

Professor Dr. Dr. h.c. Friedrich-Christian Schroeder
Seminar Strafprozeßrecht in Osteuropa
Fr 16–20 Uhr (andere Vereinbarung möglich)
ORT?
Anmeldung im Sekretariat von Professor Dr. Walter, Zimmer RW 012 (Frau Binas).
Beginn: 17.10.2006
Sprechstunde Professor Schroeder: Di 11–12 Uhr

Das Seminar soll untersuchen, inwieweit sich die auf dem amerikanischen Strafprozeß beruhenden
kontradiktorischen Elemente in den neuen osteuropäischen Strafprozeßordnungen durchgesetzt haben.

Themen der Referate:
   1. Das amerikanische Modell
   2. Rußland
   3. Die tschechische Republik
   4. Polen
   5. Ungarn
   6. Slowenien

Osteuropäische Sprachkenntnisse sind erwünscht, aber nicht unbedingt erforderlich.

Literatur: Wird nach Anmeldung angegeben.

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Wahlkurs Jura und Geschichte (und für andere Interessierte  dann aber ohne Leistungspunkte)
Institut für Ostrecht, Tegernseer Landstr. 161, 81539 München

Dr. Petr Bohata
Einführung in das tschechische Recht
1 SWS (Block), 2 LP
Fr 15.12.2006 und Sa 16.12.2006, 1018 Uhr

Dieser Kurs ist geeignet für Studierende ohne Vorkenntnisse.
Es gibt nur 1820 Plätze, die sich die Studierenden der Osteuropastudien, des Ost-West-Studiengangs (Regensburg)
und der Universität Passau teilen müssen. Melden Sie sich bei Interesse daher rechtzeitig bei Dr. Bohata an.
Prüfung im Anschluß an die letzte Sitzung am 16.12.2006.
Anmeldung bis 1.12.2006: Bohata@ostrecht.de

Gliederung
    - Pariser Vorortverträge
    - Gründung der Tschechoslowakei 1918
    - Politische und rechtliche Probleme des neuen Staates
    - Die I. Tschechoslowakische Republik
    - Transformation und Rechtsangleichung zwischen 1920 und 1938
    - Münchener Abkommen 1938 und seine Folgen
    - Selbstständige Slowakei 1939-1945
    - Protektorat Böhmen und Mähren
    - Nachkriegsperiode bis 1948
    - Kommunistischer Putsch 1948
    - Politische Prozesse zu Beginn der 50er Jahre
    - Umbau der Rechtsordnung, Zwangskollektivierung, Stalinismus
    - Neue Rechtsordnung nach 1960
    - Wirtschaftliche Lockerung der 60er Jahre
    - Prager Frühling 19671968
    - Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten
    - Zeit der „Normalisierung“ 19691989
    - Samtener Revolution 1989
    - Wandel der Gesellschaftsordnung nach 1990
    - Privatisierung
    - Restitution
    - Rehabilitation
    - Spaltung der ČSFR
    - Entwicklung nach 1993
    - Grundzüge des Staats- und Verfassungsrechts
    - Zivilrecht nach der Wende
    - Neues Gesellschaftsrecht
    - Reform des Strafrechts
    - Prozessordnungen unter neuen Bedingungen
    - Annäherungsprozeß an die EU
    - Rechtsprobleme in der Praxis der Demokratie und Marktwirtschaft
    Leistungsnachweis: mündliche Prüfung (direkt im Anschluß am 16. Dezember)
    Leistungspunkte: 2




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Slavistik
(Schwerpunktfach / Ergänzungsfach)


SLA MOD 32: Slavische Literaturwissenschaft (ins. 12 LP)
SLA MOD 33: Slavische Kulturwissenschaft (ins. 12 LP)

Teil I

Professor Dr. Walter Koschmal
Die chassidische Legende (polnisch, tschechisch, deutsch)
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Do 8–10 Uhr, Raum PT 1.0.5
Beginn: 19.10.2006

Fortsetzung im SS 2007.

Im WS finden zwei Hauptseminare statt, eines für Russisten, das andere mit einem westslavistischen Schwerpunkt.
Im Zentrum dieses Seminars stehen – vielfach humoristische - Erzählungen in Polnisch und auch Tschechisch,
gegebenenfalls auch Russisch. Aber auch jiddische Texte können einbezogen werden. Das Seminar verfolgt zum
einen das Ziel, eine narrative Kurzgattung, die Legende bzw. legendenhafte Erzählung, als Gattung näher zu
bestimmen. Zum anderen geht es aber um das Chassidische dieser Kurzgattungen, das als ein nationale literarische
Grenzen überschreitendes Phänomen vor Augen geführt werden soll. Aus der polnischen Literatur werden dazu u.a.
Texte von Bruno Schulz und Jerzy Stempowski herangezogen, aus der Tschechischen Legenden von J. M. Langer.
Eine wichtige Basis für die Gattung der chassidischen Legende stellt Martin Bubers Textsammlung dar.
Berücksichtigt werden sollen aber auch Erzählungen, die etwa Immanuel Olsvanger (1931) unter dem Titel „Aus der
Volksliteratur der Ostjuden“ gesammelt hat.
Literatur: Die genaue Literaturliste wird noch bekannt gegeben. In jedem Fall sollte man zur Vorbereitung M.
Bubers Chassidische Erzählungen [u. a. M. Buber: Chassidische Geschichten 2003] lesen.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6


SLA MOD 32: Slavische Literaturwissenschaft (ins. 12 LP)
SLA MOD 33: Slavische Kulturwissenschaft (ins. 12 LP)

Teil I

Dr. Kenneth Hanshew
Literaturverfilmungen
Seminar [Übung], 2,5 SWS, 6 LP
Mo 16–18 Uhr, S 013
Beginn: 16.10.2006

Fortsetzung im SS 2007, Koschmal, Kernkurs, 6 LP.

Ein berühmter Theoretiker schreibt, es lasse sich nicht leugnen: Die Literatur werde konsequent durch den
Filmprojektor geschleust. Man werde Puškins Postmeister aus Moskvins Kolležskij Registrator kennen, was sich
leicht nachprüfen lasse. Wenn man im Examen frage, wie der Postmeister endet, so höre man: Dunja komme um,
und der Postmeister sei verrückt geworden. (Das Ende dieses Films müsse unbedingt geändert werden, schon allen,
um die jungen Leute vor dem Durchfallen zu bewahren!) So bemerkt Boris Éjchenbaum bereits 1926 die große
Beliebtheit (und Probleme) von Literaturverfilmungen, die bis in die jüngste Gegenwart andauern.
Abweichungen in der Handlung zwischen Buch- und Filmversionen stellen aber keineswegs das bedeutendste Thema
in der Verfilmung von Literatur. Von zentraler Bedeutung sind die Abweichungen, die die Besonderheiten des
sprachlichen bzw. filmischen Materials mit sich bringen. Jede Verfilmung eines literarischen Werks ist eine

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Übersetzung in die Sprache des Films. Ziel des Kurses ist es, die damit verbundenen Übersetzungsprobleme zu
beleuchten. Dies setzt eine Vertrautheit mit den literarischen Texten voraus. Den Kern des Kurses bilden deshalb die
Lektüre und Analyse von den Ausgangstexten, einer breiten Palette von Texten, die zu unterschiedlichen Gattungen
gehören und aus mehreren slavischen Kulturen stammen (K.J. Erbens Kytice, M. Vieweghs Báječná léta pod psa, S.
Lems Solaris, u.a.). Medientheoretische Texte werden im ersten Teil des Kurses herangezogen werden, um einen
Überblick über die Problematik zwischen Film und Literatur zu geben, doch steht die Analyse konkreter Texte und
Verfilmungen im Vordergrund.
Literatur: Als Einführung in die Filmkunst und Geschichte des Films: Monaco, James: Film Verstehen. Reinbek bei
Hamburg: Rowohlt, 2000.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6


SLA MOD 33: Slavische Kulturwissenschaft (ins. 12 LP)

Teil I

Professor Dr. Marek Nekula
Prager Monumente aus kultursemiotischer Sicht - Nationaler Diskurs im öffentlichen Raum
Vorlesung, 2 SWS, 6 LP (mit Exkursion und 1 SWS Tutorium)
Di 14–16, Raum: siehe Aushang
Beginn: 17.10.2006

Fortsetzung im SS 2007: Nekula, Diskursanalyse: Diskurse über Vertreibung, Temelín, Roma und Europa, Übung
plus Vorlesung (mit schriftlicher Arbeit), 2 SWS

Vorlesung: In der Veranstaltung werden ausgewählte Prager Monumente kultursemiotisch behandelt. Thematisch
handelt es sich um den Vyšehrad mit der alten Burg und dem tschechischen Slavín aus dem 19. Jahrhundert, den
Wenzelsplatz mit dem Nationalmuseum (1890) und der Reiterstatue des hl. Wenzel (1886, 1895, 1913), den Berg
Vítkov/Žižkov mit dem Jan-Žižka-Denkmal (1929-32, 1950), die Letná mit Stalin-Denkmal (1950er-Jahre), die
Prager Burg, die Karlsbrücke im Dialog mit der Palacký-Brücke (1880er Jahre) sowie mit anderen Brücken Prags
und Europas, das tschechische Nationaltheater (1881/1883), den Altstädter Ring, die Moldau, die U-Bahn u.a. Diese
erlauben tiefe Einblicke in die böhmische / tschechische Geschichte und Kultur, da sie – als spezifische Zeichen – im
19. und 20. Jahrhundert ein Teil des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Diskurses geworden sind. In der
Vorlesung geht man im Wesentlichen von den Denkmälern und ihrer Gestaltung sowie von der Zeit, dem Kontext
und dem Zweck ihrer Entstehung aus, verfolgt aber – anhand der zeitgenössischen Texte – ihre Funktion im
jeweiligen kulturpolitischen Kontext.
Literatur: Koschmal, W./Nekula, M./Rogall, J. (Hgg.): Deutsche und Tschechen. 2001; Ledvinka, V./Pešek, J.:
Prag. 2000; Macura, V.: Český sen. 1998; Nationaltheater: Národní divadlo – historie a současnost budovy. History
and Present Day of the Building. Geschichte und Gegewart des Hauses. Hg.v. Z. Benešová et al. 1999; Marek, M.:
„Monumentalbauten“ und Städtebau als Spiegel des gesellschaftlichen Wandels in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts,
in: F. Seibt (Hg.), Böhmen im 19. Jahrhundert. 1995, 149-233, 390–411; Marek, M.: Universität als ,Monument‘ und
Politikum. Die Repräsentationsbauten der Prager Universitäten 1900-1935 und der politische Konflikt zwischen
,konservativer‘ und ,moderner’ Architektur. 2001; Marek, M.: Architektur und Bildkünste im Prozess der
tschechischen Nationsbildung. 2003; Nekula, M.: Die deutsche Walhalla und der tschechische Slavín, in: brücken 9-
10, 2003, 87-106; Nekula, M.: Prager Brücken und der nationale Diskurs in Böhmen, in: brücken 12, 2004, 163-186;
Rak, J.: Bývali Čechové. Mýty a stereotypy. 1994; Rokyta, H.: Die Böhmischen Länder – Prag. 1995; Schamschula,
W., Geschichte der tschechischen Literatur. Bd. 1-3. 1990, 1996, 2003. Weitere Literatur wird in der Vorlesung
angegeben.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6




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Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



SLA MOD 33: Slavische Kulturwissenschaft (ins. 12 LP)
(alle Modulteile im WS 2006/07)

Professor Dr. Marek Nekula
Böhmische Geschichte im Überblick (mit Exkursion nach Prag)
Seminar [Übung], 2 SWS, 6 LP
Mo 1416, PT 1.0.5
Beginn: 16.10.2006

mit:
Professor Dr. Marek Nekula
Prager Monumente aus kultursemiotischer Sicht - Nationaler Diskurs im öffentlichen Raum
Vorlesung, 2 SWS + 1 SWS Tutorium, 6 LP (mit Exkursion nach Prag)
Di 14–16, Raum: siehe Aushang
Beginn: 17.10.2006

Übung: Hier werden die wichtigsten Ereignisse und „Wendepunkte“ der böhmischen Geschichte thematisiert, die
für die Nations- bzw. Identitätsbildung der Tschechen, Slowaken, Deutschböhmen und Sudetendeutschen eine Rolle
spielten. Anhand unterschiedlicher Interpretationen derselben in der (deutschen / tschechischen)
Geschichtsschreibung wird der ideologische Gehalt dieser Interpretationen faßbar, der seit dem 19. Jahrhundert bis in
die Gegenwart auch den deutsch-tschechischen politischen Diskurs mitprägt.
Literatur: J. K. Hoensch, Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis ins 20. Jahrhundert. München
1992; J. K. Hoensch, Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. München
(Oldenbourg) 2000; W. Koschmal – M. Nekula – J. Rogall (Hgg.), Deutsche und Tschechen.
München (Beck) 2001; F. Seibt, Deutschland und die Tschechen. München (Piper) 1997.
Weitere Literatur wird nach Bedarf in der Übung angegeben.

Vorlesung: In der Veranstaltung werden ausgewählte Prager Monumente kultursemiotisch behandelt. Thematisch
handelt es sich um den Vyšehrad mit der alten Burg und dem tschechischen Slavín aus dem 19. Jahrhundert, den
Wenzelsplatz mit dem Nationalmuseum (1890) und der Reiterstatue des hl. Wenzel (1886, 1895, 1913), den Berg
Vítkov/Žižkov mit dem Jan-Žižka-Denkmal (1929-32, 1950), die Letná mit Stalin-Denkmal (1950er-Jahre), die
Prager Burg, die Karlsbrücke im Dialog mit der Palacký-Brücke (1880er Jahre) sowie mit anderen Brücken Prags
und Europas, das tschechische Nationaltheater (1881/1883), den Altstädter Ring, die Moldau, die U-Bahn u.a. Diese
erlauben tiefe Einblicke in die böhmische / tschechische Geschichte und Kultur, da sie – als spezifische Zeichen – im
19. und 20. Jahrhundert ein Teil des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Diskurses geworden sind. In der
Vorlesung geht man im Wesentlichen von den Denkmälern und ihrer Gestaltung sowie von der Zeit, dem Kontext
und dem Zweck ihrer Entstehung aus, verfolgt aber – anhand der zeitgenössischen Texte – ihre Funktion im
jeweiligen kulturpolitischen Kontext.
Literatur: Koschmal, W./Nekula, M./Rogall, J. (Hgg.): Deutsche und Tschechen. 2001; Ledvinka, V./Pešek, J.:
Prag. 2000; Macura, V.: Český sen. 1998; Nationaltheater: Národní divadlo – historie a současnost budovy. History
and Present Day of the Building. Geschichte und Gegewart des Hauses. Hg.v. Z. Benešová et al. 1999; Marek, M.:
„Monumentalbauten“ und Städtebau als Spiegel des gesellschaftlichen Wandels in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts,
in: F. Seibt (Hg.), Böhmen im 19. Jahrhundert. 1995, 149-233, 390–411; Marek, M.: Universität als ,Monument‘ und
Politikum. Die Repräsentationsbauten der Prager Universitäten 1900-1935 und der politische Konflikt zwischen
,konservativer‘ und ,moderner’ Architektur. 2001; Marek, M.: Architektur und Bildkünste im Prozess der
tschechischen Nationsbildung. 2003; Nekula, M.: Die deutsche Walhalla und der tschechische Slavín, in: brücken 9-
10, 2003, 87-106; Nekula, M.: Prager Brücken und der nationale Diskurs in Böhmen, in: brücken 12, 2004, 163-186;
Rak, J.: Bývali Čechové. Mýty a stereotypy. 1994; Rokyta, H.: Die Böhmischen Länder – Prag. 1995; Schamschula,
W., Geschichte der tschechischen Literatur. Bd. 1-3. 1990, 1996, 2003. Weitere Literatur wird in der Vorlesung
angegeben.

Leistungsnachweis: Im Rahmen der Übung kann ein Schein erworben werden. Bedingungen für den Scheinerwerb
werden in der Veranstaltung besprochen.
Leistungspunkte: 6




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Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Wahlkurs Slavistik

Dr. Renata von Maydell
Zur Ritualisierung von Gewalt in der russischen Kultur
Seminar [Übung], 2 SWS (blended learning), 6 LP
Präsenzsitzungen voraussichtlich: Freitag, 3.11.06, Dienstag, 12.12.06 und Freitag, 2.2.07, jeweils 1012 Uhr
Beginn: 16.10.2006
Interessierte sollen sich bitte bis zum 12.10.06 per E-Mail bei Dr. Renata von Maydell unter der Adresse:
Renata.vonMaydell@lrz.uni-muenchen.de anmelden.

Die Veranstaltung wird zu weiten Teilen über e-Learning abgehalten, wobei drei Präsenzveranstaltungen, bei Bedarf
auch eine vierte, stattfinden werden (die Termine für die Präsenzsitzungen sind voraussichtlich: Freitag, 3.11.06,
Dienstag, 12.12.06 und Freitag, 2.2.07, 1012 Uhr). Voraussetzung für die Teilnahme ist ein regelmäßig nutzbarer
Internetanschluß (falls ein eigener fehlt, wenden Sie sich dafür bitte an Frau Winkelmann) und die Bereitschaft, sich
auf das e-Learning einzulassen. Vorkenntnisse sind hierfür nicht nötig. Russischkenntnisse sind willkommen, aber
nicht Pflicht.

Kommentar: Die Auffassung, Gewalt könne im Zuge der Zivilisationsentwicklung eine immer geringere Rolle
spielen, hört und liest man nur noch selten. Tatsächlich erlebt das Thema in den letzten Jahren immer neue
Aktualisierungen. In der Veranstaltung sollen vor dem Hintergrund von Konzepten zur nationalen Identität
Repräsentationsformen der physischen Gewalt in der russischen Kultur untersucht werden. Einen Schwerpunkt
werden Darstellungen von Duellen und Faustkämpfen bilden. Neben bekannten literarischen Texten (von Puškin,
Lermontov, Dostoevskij, L. Tolstoj, Majakovskij u. a.) sollen Chroniken, Reiseberichte, Gesetzessammlungen und
Webseiten analysiert werden.

Literatur: Frevert, Ute: Ehrenmänner. Das Duell in der bürgerlichen Gesellschaft. München 1991.
Junghanns, Wolf-Dietrich: Daj boju – Drauf und dran! Traditioneller ostslawischer Faustkampf und heutige
Popularisierungen eines „russischen Stils“. In: Berliner Debatte Initial. 2003, Nr. 4/5. S. 63113.
Lotman, Jurij: Rußlands Adel. Eine Kulturgeschichte von Peter I. bis Nikolaus I. Köln, Weimar, Wien 1997.
Reyfman, Irina: Ritualized Violence. Russian Style. The Duel in Russian Culture and Literature. Stanford 1999.

Leistungsnachweise: regelmäßige Mitarbeit (mit Hausaufgaben und Referat) im Online-Bereich und Teilnahme an
den Präsenzveranstaltungen
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Professor Dr. Marek Nekula / Dr. Sabine Koller / Dr. Roland Meyer
Einführung in die Kulturwissenschaft (im Rahmen des Fakultätsschwerpunktes‚ „Sprach- und Kulturkontakte“)
Vorlesung, 2 SWS, 6 LP
Mo 10–12, Raum PT 1.01 angefordert
Beginn: 16.10.2006

Ziel der Einführungsveranstaltung ist es, die Studierenden mit aktuellen Ansätzen und Perspektiven der
Kulturwissenschaft vertraut zu machen. Aufgrund ihrer stark interdisziplinären Ausrichtung hat sich die
Kulturwissenschaft zu einer Metadisziplin der Geisteswissenschaften entwickelt. Der Schwerpunkt der
Veranstaltung liegt im Kontext dieser Perspektivenvielfalt auf primär slavistisch-philologischen Fragestellungen und
Sichtweisen. Aus diesem Grund werden bewusst sprach- und literaturwissenschaftliche Herangehensweisen
kulturwissenschaftlichen Arbeitens aus dem und zum slavischen Raum vorgestellt. Sie umfassen diachrone wie
synchrone Formen von Kultur, also Kulturgeschichtliches, -typologisches sowie Aspekte des Kulturkontakts und -
vergleichs. Der Pluralismus der Sichtweisen soll Möglichkeiten aufzeigen, mit der Vielfalt kultureller Phänomene
(Sprache, Texte, Monumente, Riten etc.) im (slavischen) Kulturraum und verschiedenen philologisch verankerten
kulturwissenschaftlichen Konzeptualisierungen umzugehen.
An die Einführungsveranstaltung ist ein praktisch orientierter „Essaykurs. Einführung in die Kulturwissenschaft“
gekoppelt, in dem Einzelaspekte slavistischer Kulturwissenschaft vertieft werden.


                                                                                            10.10.2006, Seite 10 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07




Sitzung, Datum, Thema
     1. 16.10. Was ist Kultur? (Koller)
     2. 23.10. Kulturwissenschaft und Philologie (Koller)
     3. 30.10. Kultursemiotik (Koller)
     4. 05.11. Kultur und Sprache (Koller)
     5. 13.11. Historische Semantik (Nekula)
     6. 20.11. Sprach- und Kulturkontakt (Meyer)
     7. 27.11. Aktueller Kultur- und Sprachwandel (Meyer)
     8. 06.12. Sprachliche Stereotypen (Meyer)
     9. 11.12. Kulturgeschichte und Kulturtypologie (Koller)
     10. 18.12. Kulturwissenschaft und Pragmatik (Nekula)
     11. 08.01. Kulturwissenschaft und interkulturelle Kommunikation (Nekula)
     12. 15.01. Kulturgeographie (Koller)
     13. 22.01. Kultur und Gedächtnis (Koller)
     14. 29.01. Kultur und Mythos (Koller)
     15. 05.02. Klausur

Literatur: Eagleton, Terry 2001. Was ist Kultur? München 2001.
Nünning, Ansgar/Ninning, Vera (Hrsg.). Konzepte der Kulturwissenschaften. Theoretische Grundlagen – Ansätze –
Perspektiven. Stuttgart/Weimar 2003.
Tolstoj, N. 1995. Jazyk i kul’tura. Moskva.
Janisch N. /Greule A. (Hrsg.) Sprachkulturen in Europa. Ein internationales Handbuch. Tübingen 2002.
Jäger, F./Liebsch B. Handbuch der Kulturwissenschaften. 3 Bde 2005.
Literatur zu den einzelnen Themen wird im Rahmen der Vorlesungen bzw. auf den Handouts/Skripten zu den
Sitzungen auf dem k-Laufwerk im Ordner der beteiligten Dozenten aufgeführt.

Leistungsnachweis: Im Rahmen der Vorlesung kann ein Schein erworben werden. Bedingungen für den
Scheinerwerb (mündliche Prüfung, Essay) werden in der Veranstaltung besprochen.
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Professor Dr. Walter Koschmal
Russlands Europa
Vorlesung, 2 SWS, 6 LP
Di 10–12, Raum PT 1.0.5
Beginn: 17.10.2006

In dieser Vorlesung sollen russische Konzeptionen von Europa und das spezifische russische Schreiben und
Sprechen von Europa vorgestellt werden. Dabei geht es zunächst um inhaltliche Konzeptionen: Wie werden die
Grenzen von „Europa“ gezogen? Wie wertet man Europäisches aus russischer Sicht? usw. In diesem Rahmen
werden Reisen von Russen nach Europa analysiert, etwa die Texte von Denis Fonvizin zu Frankreich aus dem
18./19.Jh. Russische Bilder Europas werden europäischen Bildern Russlands gegenübergestellt, um eine mögliche
Dialogizität beider zu hinterfragen. Einen Schwerpunkt werden russische Städte und Stadttexte, russisch (Moskau) vs
europäisch orientierte (Petersburg) Stadttexte ebenso bilden wie der russische (Stadt-) Traum von Europa. Europa
wird aber auch als Alptraum, als negativer Gegenraum des russischen 19.Jhs. zu erörtern sein (Kireevskij,
Danilevskij, Dostoevskij). Dabei wird auch zu fragen sein, wie - zwischen Traum und Alptraum - mögliche
russischeuropäische Brücken aussehen könnten (F. Tjutčev, O. Mandel’štam). Neben den autoren- und
textbezogenen Aspekten werden auch die unterschiedlichen Schreibweisen von Europa (Europametaphern,
Europabilder) zu analysieren sein (Karikatur), auch der unterschiedliche Stellenwert von Mythos und Demokratie.
Mit der letzteren Frage verbindet sich jene nach der Verantwortung des Individuums, nach dem Verständnis von
Wahrheit und nach einem Selbstverständnis der eigenen Kultur als einer Kultur der Opfer (Russische Passivität?).

Leistungsnachweis: Klausur
Leistungspunkte: 6

                                                                                            10.10.2006, Seite 11 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Wahlkurs Slavistik

Professor Dr. Marek Nekula
Böhmische Geschichte im Überblick (mit Exkursion nach Prag)
Seminar [Übung], 2 SWS, 6 LP
Mo 1416, PT 1.0.5

In der Übung werden die wichtigsten Ereignisse und „Wendepunkte“ der böhmischen Geschichte thematisiert, die
für die Nations- bzw. Identitätsbildung der Tschechen, Slowaken, Deutschböhmen und Sudetendeutschen eine Rolle
spielten. Anhand unterschiedlicher Interpretationen derselben in der (deutschen / tschechischen)
Geschichtsschreibung wird der ideologische Gehalt dieser Interpretationen faßbar, der seit dem 19. Jahrhundert bis in
die Gegenwart auch den deutsch-tschechischen politischen Diskurs mitprägt.
Literatur: J. K. Hoensch, Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis ins 20. Jahrhundert. München
1992; J. K. Hoensch, Studia Slovaca. Studien zur Geschichte der Slowaken und der Slowakei. München
(Oldenbourg) 2000; W. Koschmal – M. Nekula – J. Rogall (Hgg.), Deutsche und Tschechen.
München (Beck) 2001; F. Seibt, Deutschland und die Tschechen. München (Piper) 1997.
Weitere Literatur wird nach Bedarf in der Übung angegeben.

Leistungsnachweis: Im Rahmen der Übung kann ein Schein erworben werden. Bedingungen für den Scheinerwerb
werden in der Veranstaltung besprochen.
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Dr. Vladimir Gvozden / PD Dr. Alexander Wöll
Vorlesung im Dialog „Die serbische Kultur im Kontext der slavischen und der westeuropäischen Kulturen: Literatur,
Film, Bildende Kunst, Architektur und Theater“ (Eurolecture der Alfred Toepfer-Stiftung zur Internationalisierung
und Verbesserung der Lehre)
Vorlesung, 2 SWS, 6 LP
Mi 12–14, Raum PT 1.0.5
Beginn: 18.10.2006

Wenn wir in unserer Kultur vom „Geist des Balkans“ oder vom „Pulverfass“ sprechen, dann bezeichnen wir damit
Zwist und intrigante Streitigkeiten. Dies wird der reichen europäischen Kulturtradition des Balkans nicht ansatzweise
gerecht. In dieser Vorlesung im Dialog mit Vladimir Gvozden von der Universität Nowi Sad (Serbien) sollen diese
Vorurteile differenzierten Einblicken in Geschichte, Kultur und Literatur Südosteuropas und speziell Serbiens
weichen. Wir werden vom Film über Musik und Theater bis zur Literatur Einblicke in eine uns auf den ersten Blick
fremde Kultur geben. Angefangen vom Regisseur Kusturica, der zuerst an der FAMU in Prag studierte und später
außerhalb Jugoslawiens durch Filme wie „Time of the Gypsies“ und „Schwarze Katze, weißer Kater“ große
Bekanntheit erlangt. Diese Filme geben vor allem auch Ein- 7 blick in das oft brutale Leben der Roma und anderer
Randgruppen. Der bosnische Komponist und Sänger Goran Bregović ist ohne Zweifel der bekannteste Musiker
Serbiens. Wir wollen seine Musik im Rahmen der europäischen Musik betrachten. Von den serbischen Klöstern bis
zum orientalische Baustil in Südserbien wollen wir die Semiotik nationaler Baustile analysieren. In der Literatur soll
ein Einblick in das Schaffen von Vuk Stefanović Karadžić über Petar Petrović Njegoš, Milorad Pavić, Ivo Andrić,
Danilo Kiš, Mesa Selimović, Dragan Velikić und andere geben werden – wobei auch die kroatische, die slowenische
und die makedonische Literatur im Kontext der europäischen Literaturen wie auch z. B. nach Kanada emigrierte
Autoren wie David Albahari (Snežni čovek/Der Schneemensch) und Vladimir Tasić (Oproštajni
dar/Abschiedsgeschenk) miteinbezogen werden. Bei Nachfrage vergleichen wir auch Texte und Kulturphänomene
aus Russland, Polen und Tschechien/Slowakei!
Literatur: Todorova, Maria: Die Erfindung des Balkans. Darmstadt 1999.
Goldworthy, Vesna: Inventing Ruritania. The Imperialism of the Imagination. New Haven 1998.
Olschewski, Malte: Der serbische Mythos. Die verspätete Nation. München 2000.
Cvetko, Dragotin: Musikgeschichte der Südslawen. Kassel 1975.
Hootz, Reinhardt (Hg.): Kunstdenkmäler in Jugoslawien. Darmstadt 1981.
Hartl, Hans (Hg.): Die zeitgenössischen Literaturen Südosteuropas. München 1978.


                                                                                            10.10.2006, Seite 12 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Barac, Antun: Geschichte der jugoslavischen Literaturen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wiesbaden 1977.
Deretić, Jovan: Istorjia srpske književnosti. Beograd 2004.
Gvozden, Vladimir: Jovan Dučić putopisac. Ogled iz imagologije, Novi Sad 2003.
Gvozden, Vladimir: Vizuelna kultura. Tematski broj časopisa Krajina,
Banja Luka, br. 6, god. II, 2003, str. 7–112.

Leistungsnachweis: Beteiligung, mündliche Prüfung
Leistungspunkte: 2


Wahlkurs Slavistik

Dr. Vladimir Gvozden / Dr. Thomas Martinec / PD Dr. Alexander Wöll
Einführung in die Literatur- und Kulturanalyse: westliche und östliche Interpretationstraditionen im interkulturellen
Vergleich (Eurolecture der Alfred Toepfer-Stiftung zur Internationalisierung und Verbesserung der Lehre)
Seminar [Übung], 3 SWS, 6 LP
Do 16–18.30, Raum ZH 7
Beginn: 19.10.2006

Dies ist eine interdisziplinäre Veranstaltung mit dem Institut für Germanistik und mit dem Institut für Komparatistik
(Nowi Sad). Die Literatur- und Kulturwissenschaft fächert sich in eine Fülle methodischer Ansätze auf. In der Übung
sollen zentrale Theorien anhand von einschlägigen Texten vorgestellt und diskutiert werden. Dabei geht es zunächst
darum, den jeweiligen Ansatz in seinen Grundzügen zu verstehen, um ihn dann sowohl auf seine Leistungsfähigkeit
als auch auf seine Grenzen hin befragen zu können.
Literatur: Ein Reader wird in der ersten Sitzung ausgeteilt.
Geisenhanslüke, Achim: Einführung in die Literaturtheorie, 2. Aufl., Darmstadt 2004.
Kelner, Otto und Heinz Hafner: Arbeitsbuch zur Textanalyse. Semiotische Strukturen, Modelle, Interpretationen.
München 1990, 2. verb. Aufl. (UTB 1407)
Nünning, Ansgar (Hg.): Literaturwissenschaftliche Theorien, Modelle und Methoden. Eine Einführung. Trier 1998,
3. verb. und erw. Aufl.
Pechlivanos, Miltos u.a. (Hg.): Einführung in die Literaturwissenschaft. Stuttgart, Weimar 1995.
Veldhues, Christoph: Zur literaturwissenschaftlichen Beschreibung narrativer Texte. In: Dirk Kretschmar und
Christoph Veldhues: Textbeschreibungen, Systembeobachtungen. Neue Studien zur russischen Literatur im 20
Jahrhundert. Dortmund 1997, 43-114.
Wellbery, David E. (Hg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists „Das
Erdbeben in Chili“. München 1993, 3. Aufl.
Gvozden, Vladimir: Činovi prisvajanja: od teorije ka pragmatici teksta, Novi Sad 2005.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Dr. Vladimir Gvozden / PD Dr. Alexander Wöll
Borislav Pekić und die europäische Kultur der Moderne (Eurolecture der Alfred Toepfer-Stiftung zur
Internationalisierung und Verbesserung der Lehre)
Seminar [Übung], 2 SWS, 6 LP
Mi 14–16, Raum PT 1.0.5
Beginn: 18.10.2006

Borislav Pekić (Борислав Пекић) ist einer der besten und wichtigsten Schriftsteller der serbischen Literatur des 20.
Jahrhunderts. 1930 wurde er in einer der einflussreichsten Familien Montenegros geboren und lebte ab 1945 in
Belgrad; 1971 emigrierte er nach London, wo er am 2. Juli 1992 starb. Nach 1990 war Pekić einer der Herausgeber
der Oppositionszeitung „Demokratija“ und Vize-Präsident der Demokratischen Partei Serbiens (Демократска
странка Србије) – neben dem 2003 ermordeten Zoran ĐinĎić. Er ist einer der sprachgewaltigsten Autoren, der


                                                                                            10.10.2006, Seite 13 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



sowohl in seinen kühnen Metaphern und Bildern Mythologie wie auch Zeitgeschichte in seinen Texten verschlüsselt.
In literatur- und kulturwissenschaftlicher Analysearbeit wollen wir im Seminar seine wichtigsten Texte
interpretieren: Vreme čuda [Време чуда, „Die Zeit der Wunder „]. Belgrad: Prosveta 1965. Hodočašće Arsenija
Njegovana [Ходочашће Арсенија Његована, „Die Pilgerfahrt des Arsenij Njegovan“]. Belgrad: Prosveta 1970.
Uspenje i sunovrat Ikara Gubelkijana [Успење и суноврат Исака Губелкијана, „Aufstieg und Fall des Icarus
Gubelkijan“]. Belgrad: Slovo Ljubve 1975. Kako upokojiti vampira, [Како упокојити вампира, “Wie man einen
Vampir zähmt “]. Belgrad: BIGZ, Rad, Narodna knjiga 1977. Novi Jerusalim [Нови Јерусалим, “Das neue
Jerusalem”]. London: Gotska hronika und Belgrade: Nolit 1988.
Literatur: Stojanovič, Milena: Književnii vrt Boriclava Pekiča. Citatnost I intertextualnost u negativnim utonujama.
Beograd 2004.
Jelena Milojković-Djurić, Borislav Pekić's Literary Oeuvre: A Legacy Upheld, „Serbian Studies“ 15/1, , 2001, S. 3-
7.
Bogdan Rakić, Borislav Pekić: Sysiphus as Hero, “Serbian Studies” 15/1, 2001, S. 9-23.
Angela Richter, Biblical Myths in Borislav Pekić’s Time of Miracles, “Serbian Studies” 15/1, 2001, S. 25-34.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Professor Dr. Walter Koschmal
Magie und Dichtung (Gennadij Ajgi)
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Di 8–10, Raum PT 1.0.5
Beginn: 17.10.2006

Mit Gennadij Ajgi steht das nicht allzu umfangreiche lyrische Werk eines nicht ganz leicht zu verstehenden Dichters
im Zentrum der Lektüren und Analysen. Dabei geht es ausschließlich um die Analyse von Gedichten. G. Ajgi, ein
Tuschwasche, der russisch gedichtet hat, ist im Februar 2006 gestorben. Die Lyrik von Ajgi verlangt eine präzise,
sehr eng am Text verlaufende Analyse. Die Gedichte sind nicht leicht zugänglich, bisweilen hermetisch. Deshalb
kann man aber an den Gedichten Ajgis den Zugang zur Lyrik gemeinsam einüben. Darüber hinaus wollen wir uns
Grundzüge der Poetik und des Weltmodells der Lyrik Ajgis gemeinsam erarbeiten. Dabei wird auch die Nähe von
Lyrik und magischen Texten (Schamanismus) eine Rolle spielen. In Deutschland wurde Ajgi sehr früh (seit den 70er
Jahren) rezipiert. Es liegen zum Teil mehrere Übersetzungen von Gedichten vor, auch Tonaufnahmen (Lesungen)
Ajgis.
Literatur: Die Texte sind im Wesentlichen in einschlägigen russischen Ausgaben von 1991, 1994 und 2001 in der
Bibliothek vorhanden. Übersetzungen sind gut zugänglich.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6


Wahlkurs Slavistik

Dr. Vladimir Gvozden / PD Dr. Alexander Wöll
Konfessionen und Religionen in der serbischen Literatur der Nachkriegszeit im Kontext Europas, besonders im
Vergleich zu Russland, Polen, Tschechien und Deutschland (Eurolecture der Alfred Toepfer-Stiftung zur
Internationalisierung und Verbesserung der Lehre)
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Fr 10–12, Raum PT 1.0.5
Beginn: 20.10.2006

Religion spielt im südslavischen Raum eine eigentümliche Rolle. Fast alle Kriege der letzten Jahrhunderte waren in
gewisser Weise Religionskriege zwischen Orthodoxen, Katholiken, Moslems, Juden und Atheisten. Kulturelle
Muster dieses auf den ersten Blick recht seltsamen Phänomens haben in der Literatur ihren Niederschlag gefunden.


                                                                                            10.10.2006, Seite 14 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



In diesem Seminar wollen wir den Spuren dieses Phänomens anhand des Vampir-Themas folgen. Das „Blutsaugen“
der Vampire gehört als Tätigkeit nicht zu den im Volksglauben in erster Linie überlieferten Elementen, wichtiger ist
das Verlassen des eigenen Grabes, das von den betroffenen Dorfgemeinschaften aufgespürt werden musste. Fand
sich in einem verdächtigen Grab ein nicht verwester Leichnam, so wurde dieser auf verschiedene Weise nochmals
getötet und dann verbrannt. Die im christlich-orthodoxen Glauben in Südosteuropa relativ große Distanz von
Priestern bei dem Sterbevorgang und das Fehlen eines Sterbesakraments können dabei als Begünstigung einer
Verwischung der Grenze zwischen Lebenden und Toten gesehen werden. Aus dem heute slowakischen Dorf
Čachtice gesellte sich zum rumänisch-türkisch-serbischen Darcula als einer Sonderform des Vampirs noch die
ungarische Blutfürstin Elisabeth Báthory. Von serbischen Volkserzählungen über A. K. Tolstoj, Jan Neruda, Karl
Kučera, Leopold von Sacher-Masoch, Borislav Pekić und viele andere Autoren werden wir den männlichen und
weiblichen Vampiren durch die Literaturen am Leitfaden konfessioneller Vorurteile nachspüren.
Literatur: Perkowski, Jan C.: Vampires of the Slaves. Cambridge, Mass. 1976.
Farin, Michael: Heroine des Grauens. Elisabeth Báthory. München 1989.
Borrmann, Norbert: Die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory oder der Traum von der ewigen Jugend. In: ders.:
Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München 1998, S.207–213.
Dvořák, Pavel; Kállay, Karol: Krvavá grófka Alžbeta Bátoryová – fakty a výmysly. Budmerice 1999.
Märtin, Ralf-Peter: Dracula. Das Leben des Fürsten Vlad Ţepeş, Frankfurt/ M. ˛1993.
Lur’e, Jakov S.: Povest’ o Drakule / Issledovanie i podgotovka tekstov. Moskva 1964.
Haumann, Heiko: Dracula und die Vampire Osteuropas. Zur Entstehung eines Mythos. In: Zeitschrift für
Siebenbürgische Landeskunde 28 (2005) Heft 1, S. 1-17.
Calmet, Dom Augustin: Vampires of Hungary, Bohemia, Moravia, and Silesia. London 1959.

Leistungsnachweis: Beteiligung, Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6




                                                                                            10.10.2006, Seite 15 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Vergleichende Kulturwissenschaft
(Ergänzungsfach)

VKW MOD 31: Grundlagen der kulturvergleichenden Forschung (ins. 8 LP)
(alle Modulteile im WS 2006/07)

Professor Dr. Daniel Drascek
Einführung in die Vergleichende Kulturwissenschaft
Vorlesung mit Tutorat, 2 SWS, 2 LP
Mi 10–12, Hörsaal H2
Beginn am 18.10.06

mit:
Marketa Spiritova M.
Nationale Symbolik zwischen regionaler und europäischer Identität
Seminar [Übung], 2 SWS, 6 LP
Di 12–14, Raum H42
Beginn: 17.10.2006

Vorlesung: An ausgewählten Themenfeldern werden exemplarisch die grundlegenden Arbeitstechniken, Theorien
und Methoden der kulturvergleichenden Forschung in ihren historischen und gegenwärtigen Bezügen vermittelt
werden. Dabei stehen Fragen des Kulturkontakts, des Kulturaustauschs, der Kulturvermittlung und die Rolle der
Medien für die Konstituierung kultureller Identitäten im Rahmen des Modernisierungs- und
Globalisierungsprozesses im Vordergrund.
Literatur: Helge Gerndt: Studienskript Volkskunde. 3. Aufl. Münster u.a. 1997; Wolfgang Kaschuba: Einführung in
die Europäische Ethnologie. München 1999; Rolf W. Brednich (Hg.): Grundriß der Volkskunde. Einführung in die
Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3. Aufl. Berlin 2001; Silke Göttsch / Albrecht Lehmann (Hg.):
Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001; Helge
Gerndt: Kulturwissenschaft im Zeitalter der Globalisierung. Münster 2002.

Leistungsnachweis: mündliche Prüfung oder Klausur
Leistungspunkte: 2

Seminar [Übung]: Symbole dienen der Konstruktion und Vermittlung von Identitäten (z.B. national, regional,
europäisch) und bestimmen damit in vielfältiger Weise unseren Alltag. Sie weisen als stellvertretende Sinnbilder auf
geistige Realitäten hin, transportieren Werte, Bilder und Erinnerungen und unterliegen einem gesellschaftlichen und
kulturellen Wandel. In unserem Seminar werden wir zunächst die zentralen Begriffe Symbol, Ritual und Identität aus
der kulturwissenschaftlichen Perspektive definieren. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen werden wir uns
mit regionalen, nationalen und europäischen Symbolen wie Flaggen und Hymnen, Wappen und Emblemen,
Wahrzeichen und Denkmälern beschäftigen sowie mit Symbolik in den Medien, mit Feierritualen im Sport und den
vielfältigen Alltagssymbolen. Der Fokus unserer Betrachtungen liegt dabei auf Mittel- und Osteuropa in
Vergangenheit und Gegenwart. Neben der Auseinandersetzung mit der einschlägigen Literatur sollen im Seminar
eigene Erhebungen im Kreis Regensburg durchgeführt werden.
Literatur: Bimmer, Andreas C. 1996: Nationale Symbole – ein Entwurf. In: Klaus Roth (Hg.): Mit der Differenz
leben. Europäische Ethnologie und Interkulturelle Kommunikation. Münster, S. 105-113. - Brednich, Rolf W., Heinz
Schmitt (Hg.) 1997: Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. Münster. - Kaschuba, Wolfgang (Hg.)
1995: Kulturen – Identitäten – Diskurse. Tübingen. - Löfgren, Orvar 1989: The Nationalization of Culture. In:
Ethnologie Europaea 19, S. 5-24. - Niedermüller, Péter 1991: Die Volkskultur und die Symbolisierung der
Gesellschaft. Der Mythos der Nationalkultur in Mitteleuropa. In: Tübinger Korrespondenzblatt 40, S. 27-43. -
Nußbeck, Ulrich 1994: Schottenrock und Lederhose. Berlin. - Wakenhut, Roland (Hg.) 1994: Ethnisches und
nationales Bewusstsein. 1. Fimo-Kolloquium an der Universität Florenz. Frankfurt.

Leistungsnachweis Seminar [Übung]: Referat, Seminararbeit
Leistungspunkte: 6




                                                                                            10.10.2006, Seite 16 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



VKW MOD 31: Grundlagen der kulturvergleichenden Forschung (ins. 8 LP)

Teil I

Professor Dr. Daniel Drascek
Einführung in die Vergleichende Kulturwissenschaft
Vorlesung mit Tutorat, 2 SWS, 2 LP
Mi 10–12, Hörsaal H2
Beginn am 18.10.06

Fortsetzung im SS 2007, Drascek, Kernkurs „Donauschwaben“. Spurensuche in Südosteuropa, 6 LP

An ausgewählten Themenfeldern werden exemplarisch die grundlegenden Arbeitstechniken, Theorien und Methoden
der kulturvergleichenden Forschung in ihren historischen und gegenwärtigen Bezügen vermittelt werden. Dabei
stehen Fragen des Kulturkontakts, des Kulturaustauschs, der Kulturvermittlung und die Rolle der Medien für die
Konstituierung kultureller Identitäten im Rahmen des Modernisierungs- und Globalisierungsprozesses im
Vordergrund.
Literatur: Helge Gerndt: Studienskript Volkskunde. 3. Aufl. Münster u.a. 1997; Wolfgang Kaschuba: Einführung in
die Europäische Ethnologie. München 1999; Rolf W. Brednich (Hg.): Grundriß der Volkskunde. Einführung in die
Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3. Aufl. Berlin 2001; Silke Göttsch / Albrecht Lehmann (Hg.):
Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001; Helge
Gerndt: Kulturwissenschaft im Zeitalter der Globalisierung. Münster 2002.

Leistungsnachweis: mündliche Prüfung oder Klausur
Leistungspunkte: 2

VKW MOD 32: Kulturvergleichende Analysen II (12 LP)

Teil I

Professor Dr. Daniel Drascek
Erinnern und Verorten. Biographische Konstruktionen kultureller Identität
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Do 16–18, Raum PT 2.0.7.
Beginn: 19.10.2006

Fortsetzung im SS 2007, Spiritova, Seminar [Übung], Alltagskultur Rumäniens im Wandel, 6 LP

Erinnern und Verorten gehören, elementar aufeinander bezogen, zu den kulturellen Basisprozessen jeder
biographischen Konstruktion kultureller Identität. Was wie erinnert wird und wie sich der Einzelne verortet, gibt
Hinweise auf lebensgeschichtliche Entwürfe, kollektive und individuelle Verhaltensmuster und entsprechende
Strukturen der Identitätsbildung, die einem steten kulturellen Wandel unterliegen. Biographische Verunsicherungen,
wie sie der Prozess der Modernisierung mit sich bringt, sind dabei genauso von Bedeutung, wie der wachsende
Einfluss moderner Medien auf die Selbstdarstellung. Im Seminar soll exemplarisch historisches und gegenwärtiges
autobiographisches Erzählen analysiert und neuere theoretische Konzepte kritisch diskutiert werden.
Literatur: Assmann, Aleida: Zum Problem der Identität aus kulturwissenschaftlicher Sicht. In: Rolf Lindner (Hg.):
Die Wiederkehr des Regionalen. Über neue Formen kultureller Identität. Frankfurt a.M. - New York 1994, S. 13-35;
Bahl, Anke: Zwischen On- und Offline. Identität und Selbstdarstellung im Internet. München 1997; Bourdieu, Pierre:
Die biographische Illusion. In: Bios 3 (1990), S. 75-81; Breidenbach, Joanna / Zukrigl, Ina: Tanz der Kulturen.
Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt. Reinbek 2000; Lehmann, Albrecht: Bewußtseinsanalyse. In: Silke
Göttsch u.a. (Hg.): Methoden der Volkskunde. Berlin 2001, S. 233-249; Warneken, Bernd Jürgen: Populare
Autobiographie. Empirische Studien zu einer Quellengattung der Alltagsgeschichtsforschung. Tübingen 1985.

Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6



                                                                                            10.10.2006, Seite 17 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



VKW MOD 32: Kulturvergleichende Analysen I (ins. 8 LP)

Teil I

Professor Dr. Daniel Drascek
Erinnern und Verorten. Biographische Konstruktionen kultureller Identität
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Do 16–18, Raum PT 2.0.7.
Beginn: 19.10.2006

Fortsetzung im SS 2007, Drascek, Vorlesung Theorien und Methoden der Kulturkontakt- und
Kulturvergleichsforschung, 2 LP

Erinnern und Verorten gehören, elementar aufeinander bezogen, zu den kulturellen Basisprozessen jeder
biographischen Konstruktion kultureller Identität. Was wie erinnert wird und wie sich der Einzelne verortet, gibt
Hinweise auf lebensgeschichtliche Entwürfe, kollektive und individuelle Verhaltensmuster und entsprechende
Strukturen der Identitätsbildung, die einem steten kulturellen Wandel unterliegen. Biographische Verunsicherungen,
wie sie der Prozess der Modernisierung mit sich bringt, sind dabei genauso von Bedeutung, wie der wachsende
Einfluss moderner Medien auf die Selbstdarstellung. Im Seminar soll exemplarisch historisches und gegenwärtiges
autobiographisches Erzählen analysiert und neuere theoretische Konzepte kritisch diskutiert werden.
Literatur: Assmann, Aleida: Zum Problem der Identität aus kulturwissenschaftlicher Sicht. In: Rolf Lindner (Hg.):
Die Wiederkehr des Regionalen. Über neue Formen kultureller Identität. Frankfurt a.M. - New York 1994, S. 13-35;
Bahl, Anke: Zwischen On- und Offline. Identität und Selbstdarstellung im Internet. München 1997; Bourdieu, Pierre:
Die biographische Illusion. In: Bios 3 (1990), S. 75-81; Breidenbach, Joanna / Zukrigl, Ina: Tanz der Kulturen.
Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt. Reinbek 2000; Lehmann, Albrecht: Bewußtseinsanalyse. In: Silke
Göttsch u.a. (Hg.): Methoden der Volkskunde. Berlin 2001, S. 233-249; Warneken, Bernd Jürgen: Populare
Autobiographie. Empirische Studien zu einer Quellengattung der Alltagsgeschichtsforschung. Tübingen 1985.

Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit
Leistungspunkte: 6




                                                                                            10.10.2006, Seite 18 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Geschichte Osteuropas
(Ergänzungsfach)

GES MOD 31: Geschichte Osteuropas / Ostmitteleuropas I (8 LP)
(alle Modulteile im WS 2006/07)

Professor Dr. Peter Haslinger
Geschichte Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert
Vorlesung, 2 SWS, 2 LP
Mi 1618, H 3
Beginn: 18.10.2006, Ende: 07.02.2007


Professor Dr. Peter Haslinger
Zur Diskursgeschichte nationaler Bewegungen: Die tschechische Gesellschaft 1780 1918
Kernkurs, 2 SWS, 6 LP
Mi 1214, ZH 1
Beginn: 18.10.2006, Ende: 07.02.2007

Sprechstunde: Mi 1516, Raum wird noch bekannt gegeben.

Vorlesung: Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte Ostmitteleuropas, wobei darunter das
Baltikum, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das historische Ungarn, Slowenien und für das 19. Jahrhundert
auch Kroatien verstanden wird. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von 1790 bis zum EU-Beitritt der
ostmitteleuropäischen Staaten. Am Beginn der Veranstaltung steht eine Diskussion des Begriffs „Ostmitteleuropa“
und ein kurzer Überblick über die wichtigsten Grundprobleme der Region. Daran anschließend wird die allgemeine
politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung in chronologischer Weise dargestellt, dies jedoch vor allem im
Bereich der Kultur- und politischen Ideengeschichte durch ausgewählte Fallbeispiele vertieft. In Form von Exkursen
werden außerdem einige ausgewählte Forschungsprobleme (z.B. Nationalismustheorien, Imperienvergleich,
Verflechtungsgeschichte) vorgestellt und diskutiert.
Literatur: Diese wird für die einzelnen Vorlesungsteile in der Veranstaltung jeweils bekanntgegeben.

Kernkurs: Dieses Seminar bietet nicht nur einen Überblick über die Entwicklung der tschechischsprachigen
Bevölkerung von einer sozioökonomisch marginalisierten Gruppe zu einer dicht organisierten und politisch
einflussreichen nationalen Bewegung. Es wird auch versucht, diese Entwicklung als Prozess und die Nation als
Kommunikationsgemeinschaft zu begreifen. Dabei wird ein großes Gewicht auf die Interpretation zeitgenössischer
Texte gelegt, in denen sich nationale oder andere konkurrierende Konzepte widerspiegeln. Zudem soll jedoch auch
die Reichweite dieser nationalen Motive (etwa im Bildungs- und Pressewesen) und ihre programmatische
Umsetzung in Vereinen und Parteien diskutiert werden. Nicht zuletzt werden auch einzelne Fallbeispiele in die
lokale und regionale Dimension dieser Debatten einführen.
Tschechischkenntnisse sind für dieses Seminar nicht erforderlich, wenn auch sehr willkommen.
Literatur: Landwehr, Achim: Geschichte des Sagbaren. Einführung in die historische Diskursanalyse. Tübingen
2001; Hroch, Miroslav: Die Vorkämpfer der nationalen Bewegung bei den kleinen Völkern Europas. Eine
vergleichende Analyse zur gesellschaftlichen Schichtung der patriotischen Gruppen. Praha 1968; Kren, Jan: Die
Konfliktgemeinschaft. Tschechen und Deutsche 1780-1918. München 1996, 2000 <2>; Urban, Otto: Die
tschechische Gesellschaft 1848 bis 1918. 2 Bde. Wien 1994.

Anmeldung: Bitte bis 15. Oktober per E-Mail unter: peter.haslinger@lrz.uni-muenchen.de




                                                                                            10.10.2006, Seite 19 von 20
Elitestudiengang „Osteuropastudien“, Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Universität Regensburg, WS 2006/07



Wahlkurs Geschichte und Jura (und für andere Interessierte  dann aber ohne Leistungspunkte)
Institut für Ostrecht, Tegernseer Landstr. 161, 81539 München

Dr. Petr Bohata
Einführung in das tschechische Recht
Übung, 1 SWS (Block), 2 LP
Fr 15.12.2006 und Sa 16.12.2006, 1018 Uhr

Dieser Kurs ist geeignet für Studierende ohne Vorkenntnisse.
Es gibt nur 1820 Plätze, die sich die Studierenden der Osteuropastudien, des Ost-West-Studiengangs (Regensburg)
und der Universität Passau teilen müssen. Melden Sie sich bei Interesse daher rechtzeitig bei Dr. Bohata an.
Prüfung im Anschluß an die letzte Sitzung am 16.12.2006.
Anmeldung bis 1.12.2006: Bohata@ostrecht.de

Gliederung
    - Pariser Vorortverträge
    - Gründung der Tschechoslowakei 1918
    - Politische und rechtliche Probleme des neuen Staates
    - Die I. Tschechoslowakische Republik
    - Transformation und Rechtsangleichung zwischen 1920 und 1938
    - Münchener Abkommen 1938 und seine Folgen
    - Selbstständige Slowakei 1939-1945
    - Protektorat Böhmen und Mähren
    - Nachkriegsperiode bis 1948
    - Kommunistischer Putsch 1948
    - Politische Prozesse zu Beginn der 50er Jahre
    - Umbau der Rechtsordnung, Zwangskollektivierung, Stalinismus
    - Neue Rechtsordnung nach 1960
    - Wirtschaftliche Lockerung der 60er Jahre
    - Prager Frühling 19671968
    - Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten
    - Zeit der „Normalisierung“ 19691989
    - Samtener Revolution 1989
    - Wandel der Gesellschaftsordnung nach 1990
    - Privatisierung
    - Restitution
    - Rehabilitation
    - Spaltung der ČSFR
    - Entwicklung nach 1993
    - Grundzüge des Staats- und Verfassungsrechts
    - Zivilrecht nach der Wende
    - Neues Gesellschaftsrecht
    - Reform des Strafrechts
    - Prozessordnungen unter neuen Bedingungen
    - Annäherungsprozeß an die EU
    - Rechtsprobleme in der Praxis der Demokratie und Marktwirtschaft
Leistungsnachweis: mündliche Prüfung (direkt im Anschluß am 16. Dezember)
Leistungspunkte: 2




                                                                                            10.10.2006, Seite 20 von 20

								
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