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Bericht 黚er eine Famulatur

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Bericht 黚er eine Famulatur Powered By Docstoc
					Graz am 25.3. 2002




                                                       Bericht über eine Famulatur in
                                                      Berlin an der Universitätsklinik
                                                      Charite` Champus Virchow




                                                   Von Raphael Ulreich
                                                  e-mail: User 491 @ hotmail.com




   Charite´ Champus Virchow-Klinikum



Ohne irgendeine art von bürokratischen Schwierigkeiten hatte ich mit der Poliklinik für
Augenheilkunde eine Famulatur vom 11.2 bis 8.3. 2002 vereinbart.
Als ich vor ort, in aller früh, bereit zum erlernen der augenärztlichen Kunst einen/eine für
mich zuständigen/e Arzt/Ärztin suchte fand sich keiner.
Ich war in eine von chronischem Zeitmangel gezeichnete „Hochleistungspoliklinik“ geraten.
In der die Patienten in unvorstellbarer Masse mit enormer Geschwindigkeit abgefertigt
werden. Natürlich fiel dort jede Art der Lehrtätigkeit völlig unter den Tisch.
Ich verbrachte also 3 Tage damit in Eigenregie die Untersuchungstechniken der
Augenheilkunde zu erlernen um im Alltag der Ambulanz mitarbeiten zu können.
Bekannt ist, dass die Augenheilkunde ein sehr kleines Fach unter den Disziplinen der Medizin
ist. Was ich nicht wusste war, dass diese Fach sogar klein genug ist um in 3 Tagen die
wichtigsten Krankheitsbilder und alle möglichen Operationen zu sehen.
Auf diese art von Langeweile und Ignoranz gequält entschloss ich mich meine Versetzung zu
beantragen. Ich entschied mich für eine Abteilung über die ich viel Positives , sowohl in
Bezug auf erlaubte Tätigkeiten als auch über Lehre und Forschungstätigkeit, gehört hatte.
Den Rest des Monats verbrachte ich also auf eine internistischen Station für Hepatologie,
Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechsel.
Kein vergleich zu den 3 Tagen zuvor .Ich wurde absolut ins Team integriert, durfte täglich 2
Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen der Inneren Medizin besuchen und hatte sogar
Gelegenheit an einer Studie über die Wirksamkeit von Angiogenesefaktorhemmern in der
Therapie Cholorektaler Karzinome mitzuarbeiten.


Doch abgesehen von diesem unvorhersehbaren Wechsel der Fachdisziplin ergaben sich auch
Schwierigkeiten in anderen Bereichen: Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht , dass es
unmöglich ist in Berlin ein Zimmer, über einen Zeitraum der nicht exakt einem
Kalendermonat entspricht, zu mieten.
 Ich wohnte also die ersten 3 Wochen in einer Wg, musste aber für den ganzen Monat
bezahlen.



                                                            Dummer weise hatte ich mich
                                                            darauf verlassen die verbleibende
                                                            Woche auch noch in der besagten
                                                            Wohnung bleiben zu können.
                                                            Dem war aber nicht so.
                                                            So fand ich mich als obdachlos
                                                            mitten in Berlin.
                                                            Die Rettung kam aus der Heimat:
                                                            Eine Bekannte kannte Jemanden
                                                            der Jemanden kannte der in Berlin
                                                            wohnt, aber zu dieser zeit nicht in
                                                            Berlin weilte, dessen Zimmer also
                                                            leer stehen würde. Die
                                                            komplizierten Details über die
                                                            abenteuerliche Beschaffung des
                                                            Schlüssels und die Suche nach der
                                                            Wohnung selbst würde den
                                                            Rahmen dieses Berichtes
                                                            sprengen.



                                                         Strasse des
                                                         17 Junis




Im großen und ganzen kann ich aber dennoch einen Aufenthalt in Berlin , sowohl in Bezug
auf fachliche Weiterbildung als auch in allen anderen Bereichen wie zwischenmenschlich,
abendgestalterisch, kulturell .... weiterempfehlen.

Mit freundlichen Grüssen

                           Raphael Ulreich

				
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