PDF-Symbol - Neue Lokomotiven -

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BG BAHNEN                                                                            SPEZIAL

                                                                                                               Nr. 36
                                                                                                             März 2006




Bei Beschaffung auch an Arbeitsschutz denken:


Neue Lokomotiven -- Sicher und wirtschaftlich
Durch die Liberalisierung des Ver-
kehrsmarktes haben viele NE-Bah-
nen ihre Verkehrsleistungen be-
trächtlich ausweiten können. Dies
führt zu einem verstärkten Bedarf
an neuen Lokomotiven, die nicht im-
mer gekauft, sondern auch geleast
oder gemietet werden. Bei der Ent-
scheidung, welche Lokomotive ein-
gesetzt werden kann, sind in jedem
Fall auch Aspekte des Arbeitsschut-
zes zu berücksichtigen.
Bei der Beschaffung oder Anmietung
neuer Lokomotiven stehen neben dem
Preis, Leistungsparameter und tech-
nische Anforderungen im Vorder-
grund. Es wäre aber falsch, die Chan-
ce, mit dem neuen Triebfahrzeug die
Arbeitsbedingungen der Eisenbahn-
fahrzeugführer und Rangierer grund-
legend zu verbessern, ungenutzt zu                                                  Einsatzbedingungen festlegen
lassen. Arbeitssicherheit und Gesund-
heitsschutz müssen als gleichwertige                                                Für die Beurteilung einer Lokomotive
Ziele im Lastenheft berücksichtigt sein.                                            aus Sicht der Ergonomie sind die Ein-
                                                                                    satzbedingungen maßgeblich, d. h.
Abnahme von Lokomotiven                                                             die Kenntnis darüber, ob die Lokomo-
                                                                                    tive überwiegend im Streckendienst,
Neue Lokomotiven, die universell ein-                                               im Personen- oder Güterverkehr, im
gesetzt werden sollen, dürfen erst         Anforderungen                            Rangierdienst oder im gemischten
dann in Betrieb genommen werden,           des Arbeitsschutzes                      Betrieb eingesetzt werden soll.
wenn diese nach § 32 Abs. 1 Eisen-
bahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO)        Darüber hinausgehende Anforderun-        Im Streckendienst der NE-Bahnen
durch die Eisenbahntechnische Auf-         gen der Arbeitssicherheit und des        werden inzwischen auch Zugleistun-
sicht abgenommen sind. Sie müssen          Gesundheitsschutzes für die Beschäf-     gen gefahren, bei denen Züge lange
den Vorschriften der EBO und, soweit       tigten ergeben sich aus dem berufs-      Distanzen mit Geschwindigkeiten bis
diese keine ausdrücklichen Vorschriften    genossenschaftlichen Vorschriften- und   zu 140 km/h zurücklegen. Für solche
enthält, anerkannten Regeln der Tech-      Regelwerk. Der Präventionsdienst der     Einsätze ist eine besonders sorgfäl-
nik entsprechen. Bei der Abnahme           BG BAHNEN kann die Eisenbahn-Un-         tige ergonomische Gestaltung des
durch die Eisenbahntechnische Auf-         ternehmen nur unterstützen, wenn er      Fahrerarbeitsplatzes erforderlich,
sicht steht die Sicherheit des Eisen-      über die Beschaffung neuer Lokomoti-     damit der Eisenbahnfahrzeugführer
bahnbetriebes im Vordergrund.              ven rechtzeitig informiert wird.         fit bleibt. Ein guter Fahrersitz sowie


                                                                                                                             1
    warnkreuz SPEZIAL                                                                                                           BG BAHNEN



                                                 Wesentliche Anforderungen des Arbeitsschutzes an Eisenbahntriebsfahrzeuge
      eine optimale Geräuschdämmung und
      Klimatisierung im Führerhaus sind          Komponente          Anforderungen
      dafür wichtig.                             Zug-            n   Kupplerhandgriffe unter den Puffern
                                                 und             n   Ausreichender Freiraum (»Berner Raum«) an den Fahrzeugenden
      Der klassische Rangierbetrieb wird         Stoßein-        n   Aufhängeeinrichtung für nicht genutzte Schraubenkupplung
                                                 richtungen
      sehr häufig mit Funkfernsteuerung                          n   Bei automatischer Rangierkupplung:
      durchgeführt. Dabei hält sich der                              Sicherung gegen unbeabsichtigtes Absenken
      Lokrangierführer oft nur kurzzeitig im     Arbeits-        n Mindestens ein Mitfahrerstand mit einer Grundfläche von
      Führerhaus auf. Für diese Betriebsart      und               350 x 350 mm und Festhalteeinrichtung an jedem Fahrzeugende
      ist es daher wichtig, dass außen an        Mitfahrer-      n Empfehlung bei häufigem Einsatz im Rangierdienst:
      der Lokomotive optimal gestaltete          stände für        -- Endbühnen mit Geländer an den Stirnseiten
                                                 Rangierer /          und
      Steuerstände in Form von Rangierer-        Lokrangier-       -- möglichst tief über SO angeordnete Mitfahrerstände an allen vier
      tritten bzw. Rangiererbühnen vorhan-       führer               Rahmenecken, die gleichzeitig als Aufstieg zu Endbühne und Umlauf
      den sind. Der Führerstand von Ran-                              dienen können
      gierlokomotiven soll grundsätzlich als                     n Umlauf und Endbühnen:
      Steh-/Sitz-Arbeitsplatz ausgeführt                           -- mindestens 0,4 m breit, mit rutschsicherem Belag
      sein, weil das Rangieren auch vom                            -- Geländer mit Handlauf in mindestens 1,00 m Höhe, einer
                                                                      5 cm hohen Fußleiste und einer mittig angeordneten Knieleiste
      Führerstand aus überwiegend im
                                                                 n Handläufe und Griffstangen mit rutschfester Oberfläche
      Stehen erfolgt. Lokomotiven für den
      gemischten Einsatz müssen für beide        Zugang          n Über Stufen oder durchgehende, am Aufbau befestigte Steigleiter
                                                 zum             n Maße einer Steigleiter zum direkten Zugang von Gleisebene aus:
      Einsatzbereiche entsprechend aus-          Führerhaus        -- Unterste Sprosse so niedrig wie möglich, max. 600 mm über S.O.
      gerüstet sein.                                               -- Gleichmäßiger Sprossenabstand von 250 bis 300 mm
                                                                   -- Breite der Sprossen min. 330 mm
                                                                   -- Sprossentiefe min. 80 mm
      Checkliste für die Praxis                                    -- Durchtrittstiefe min. 150 mm
                                                                   -- Freiraum über Auftrittsfläche min. 150 mm (bzw. 80 mm am Ende
      In der Checkliste sind wesentliche                              der Durchtrittstiefe)
      Anforderungen des Arbeitsschutzes                            -- Sprossen liegen auch bei einer geteilten Leiter lotrecht übereinander
      für Eisenbahn-Triebfahrzeuge zusam-                        n Durchgehende seitliche Haltestangen an der Steigleiter, Beginn
      mengestellt.                                                 max. 1250 mm (empfohlen: 1100 mm) über S.O., Ende in 1200 mm
                                                                   über Fahrerraumfußboden
      Diese Arbeitshilfe soll Eisenbahnunter-    Fahrer-         n Abmessungen und Ausstattung gemäß DIN-Normen 5566-1 und -2
      nehmen beim Aufstellen von Anforde-        arbeitsplatz      (Streckenlok) bzw. -4 (Rangierlok)
      rungen für ein Lastenheft, aber auch       (allgemein)     n Abmessungen des Führerraums (Vorzugsmaße):
                                                                                                         M
                                                                   -- Höhe über begehbaren Flächen t 2000 mm
      beim Prüfen der Angebote von Her-
                                                                   -- Breite                              L 2000 mm
      stellern unterstützen. Dort, wo die                          -- Tiefe                                  2000 mm
      Checkliste lediglich Schutzziele for-                        -- Beinraumtiefe vor dem Sitz              600 mm
      muliert, liegt es am Nutzer der Loko-                      n Empfehlung für die Anordnung der Sicherheitsfahrschaltung:
      motive zu bewerten, ob die vom Her-                          Je Führerplatz mindestens ein Sifa-Handtaster, ein Sifa-Fußtaster
      steller angebotene Ausführung akzep-                         für sitzende und ein Sifa-Fußtaster für stehende Betätigung bei
                                                                   weggeschwenktem Fahrersitz.
      tabel ist.
                                                 Fahrersitz      n Ergonomisch gestalteter Fahrersitz mit
                                                                   -- Verstellbarkeit: vertikal, horizontal, Lehnenneigung, dazu empfohlen
      Für Detailfragen sind im Einzelfall                             Sitzflächenneigung, Sitzflächentiefe und Lendenwirbelstütze
      weitere einschlägige Vorschriften und                           Verstellbereiche:
      Regeln der Technik, z. B. Normen,                               horizontal                              200 mm
      VDV-Schriften, heranzuziehen, auf                               vertikal                                120 mm
      die die Checkliste Bezug nimmt.                                 Lehnenneigung                              0-20
                                                                   -- Drehvorrichtung am Sitz zur Erleichterung des Ein-/Aussteigens
                                                                   -- klappbaren Armstützen am Sitz, wenn Abstützmöglichkeit nicht
                                                                      fahrzeugseitig vorhanden
      Sicherer Stand für den                                     n Sitz für Mitfahrt einer weiteren Person, ggf. klappbar. Sitz behindert
      Rangierer                                                     Fluchtmöglichkeit aus dem Führerstand nicht
                                                                 n Alle Betätigungselemente des Führerpultes und der Sicherungs- und
      An jeder Rangierlok muss mindestens                          Kommunikationseinrichtungen vom Fahrersitz erreichbar
      je ein ausreichend breiter Rangierer-                      n Empfehlung bei häufigem Einsatz im Rangierdienst: Sitz wegklappbar
      tritt aus rutschfesten Gitterrosten, mit                     und/oder verschiebbar (für Bedienung des Führerstandes im Stehen)
      Haltegriffen bzw. Haltestangen an          Führerstands-   n Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen
      allen vier Rahmenecken vorhanden           türen           n Jederzeit Fluchtmöglichkeit von innen
      sein. Die Mindestgröße des Trittes                         n Feststelleinrichtung für geöffnete Türen
      darf 350 x 350 mm nicht unterschrei-                       n Türen im Verlauf von Fluchtwegen mindestens 2000 x 600 mm groß
      ten. Stand der Technik ist es, den Ran-                      (Vorzugsmaß)
      gierertritt als Standfläche im Aufstieg                    n Anstoßstellen im Kopfbereich (Höhe niedriger als 2,00 m) gepolstert und
      zur Endbühne bzw. zum Umlauf der                             mit Sicherheitskennzeichnung gelb/schwarz
      Lokomotive auszuführen. Dieser             Heizung/        n Innentemperatur im Führerstand von min. 18C auch bei kalter Witterung
      Standort bietet bessere Sichtverhält-      Lüftung           (Außentemperatur -- 20o C) erreichbar.
      nisse als vom Mittelführerstand aus,                       n Empfehlung bei Lokomotiven für den Streckeneinsatz: Klimatisierung des
                                                                   Führerstandes
      was in unübersichtlichen Rangier-


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 BG BAHNEN                                                                                                       warnkreuz SPEZIAL

Komponente           Anforderungen
Stirnfenster/    n Auftritte und Haltegriffe zum Putzen der Stirnfenster                       bereichen von Vorteil ist. Gleichzeitig
Sicht-           n Ebene der Pufferteller vom Führerstand aus einsehbar
verhältnisse                                                                                   ist der Rangierer oder Lokrangierfüh-
                 n Empfehlung: Scheibenwaschanlage für die Stirnfenster                        rer durch die Pufferbohle bei Kollision
                 n Empfehlung: Rückspiegel zur Zugbeobachtung links und rechts
                                                                                               mit Straßenfahrzeugen oder nicht
                   während der Fahrt
                 n Auffälliger Anstrich, mindestens an den Stirnseiten der Lok
                                                                                               profilfrei gelagerten Gegenständen
                                                                                               geschützt.
Ablagen          n Ausreichende Ablagefläche für dienstliche und persönliche Gegenstände
Lärm             n Beurteilungspegel im Führerstand bei Höchstgeschwindigkeit und              Eine durchgehende Endbühne mit
                   geschlossenen Fenstern überschreitet 78 dB(A) nicht.                        Geländer an den Stirnseiten ermöglicht
                 n Typhon so angebracht, dass der Schall nicht in Richtung Führerhaus          den Aufenthalt an der Spitze der Ran-
                   abgestrahlt wird                                                            giereinheit auch in Bereichen mit Eng-
                 n Lärmminderungsmaßnahmen für Mitfahrerstände gegen benachbarte               stellen, z. B. an Laderampen, sowie
                   Lärmquellen (z. B. Motor)
                                                                                               einen raschen Seitenwechsel ohne
Beleuchtung      n Betätigungselemente auf dem Fahrerpult auch bei Dunkelheit erkennbar        vom Fahrzeug abzusteigen. Strecken-
                 n Allgemeinbeleuchtung im Führerhaus in der Nähe des Zuganges                 lokomotiven, mit denen nicht nur zum
                   einschaltbar
                                                                                               An- oder Abkuppeln von Zügen ran-
                 n Beleuchtung von Instrumenten und Displays dimmbar
                                                                                               giert wird, sollten ebenfalls mit einer
                 n Beleuchtung für Buchfahrplan
                                                                                               Endbühne ausgerüstet sein. Für die
Wartung          n Einbauraum für den Antriebsmotor auf den Motortyp mit den größten           Nachrüstung älterer Streckenlokomoti-
und                Abmessungen abgestimmt. Alle Baugruppen durch ausreichend groß
Instandhaltung     bemessene Türen bzw. Klappen, in geöffnetem Zustand feststellbar,           ven gibt es inzwischen gute Beispiele.
                   zugänglich
                 n Füll- und Kontrollöffnungen für Kraft- und Betriebsstoffe gut zugänglich    Alle Handläufe und Griffstangen sol-
                   und ausreichend dimensioniert                                               len mit einer rutschfesten Oberfläche
                 n Heiße Oberflächen, spannungsführende Teile und mechanische Gefahr-          versehen sein, damit auch bei Nässe
                   stellen (z.B. Lüfterflügel) in Maschinenraumgängen gegen Berühren           ein sicherer Griff möglich ist.
                   gesichert, z. B. durch Verkleidungen
                 n Fahrzeugbatterien ausgestattet mit:
                   -- Abdeckung des Pluspols
                   -- Batterieschlitten gegen Herausfallen gesichert                           Zugang zum Führerhaus
                   -- Batteriehauptschalter im Batteriefach
                 n Vollständige Dokumentation der beim Bau verwendeten Materialien liegt vor
                                                                                               Bei Standard-Rangierloks hat sich
                 n Notlösevorrichtung für den Federspeicher unter ergonomisch günstigen
                                                                                               inzwischen der Zugang über den seit-
                   Bedingungen bedienbar                                                       lichen Umlauf durchgesetzt. Dieser
                 n Kontrolle und Auswechseln von Bremssohlen/Bremsbelägen leicht möglich       muss mit einem rutschfesten Boden-
                                                                                               belag sowie einem mindestens 1,0 m
                                                                                               hohen Geländer mit Handlauf sowie
Vorschriften und Regeln                                                                        Fußleiste und mittig angeordneter
                                                                                               Knieleiste versehen sein. Diese Gestal-
1. Gesetze / Verordnungen                                                                      tung hat auch Vorteile für die Instand-
   Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO),                                                   haltung: Vom Umlauf aus sind so auch
   Bezugsquelle: Buchhandel oder
                   Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Str. 449, 50939 Köln
                                                                                               Wartungsarbeiten, die über reine Kon-
                                                                                               trolltätigkeiten hinausgehen, ohne
2. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen über Sicherheit            zusätzliche Absturzsicherung zulässig.
   und Gesundheit bei der Arbeit
   Unfallverhütungsvorschrift: Grundsätze der Prävention (BGV A 1),                            Bei Streckenlokomotiven ist oft eine
   Unfallverhütungsvorschrift: Leitern und Tritte (BGV D 36),
   Unfallverhütungsvorschrift: Schienenbahnen (BGV D 30).
                                                                                               Steigleiter zum direkten Zugang von
   Bezugsquelle: BG BAHNEN, Fontenay 1a, 20354 Hamburg                                         der Gleisebene aus vorhanden. Um
                   Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Str. 449, 50939 Köln                   den Einstieg auch außerhalb des
3. Normen                                                                                      Betriebsgeländes, z. B. an einem Sig-
   DIN EN 13272: Bahnanwendungen; Elektrische Beleuchtung in Schienenfahrzeugen                nalfernsprecher auf der freien Stre-
                 des öffentlichen Verkehrs                                                     cke, zu erleichtern, ist es wesentlich,
   DIN 5566:     Schienenfahrzeuge; Führerräume,                                               dass die unterste Sprosse dieses Auf-
                 Teil 1: Allgemeine Anforderungen (z.Zt. Entwurf)
                 Teil 2: Zusatzanforderungen an Eisenbahnfahrzeuge (z. Zt. Entwurf)            stieges so niedrig wie es das Licht-
   Bezugsquelle: Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin                             raumprofil zulässt, angeordnet ist. Sie
                                                                                               soll nicht mehr als 600 mm über
4. Sonstige Vorschriften und technische Regeln                                                 Schienenoberkante liegen. Für eine
   VDV-Schrift 200: Standard-Diesellok 500 bis 1300 kW für Nichtbundeseigene                   sichere Begehbarkeit muss ein gleich-
                    Eisenbahnen,
   Herausgeber : Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Kamekestr. 37- 39,
                                                                                               mäßiger Sprossenabstand von 250
                    50672 Köln                                                                 bis 300 mm und eine Durchtrittstiefe
   UIC-Kodex 535-2: Normung und Anordnung der Tritte, Endbühnen, Übergangsstege,               von 150 mm hinter den Sprossen
   Griffe, Seilhaken und Betätigungseinrichtungen der automatischen Kupplung und der           vorhanden sein. Müssen Steigleitern
   Luftabsperrhähne an Güterwagen im Hinblick auf die Verwendung der automatischen             geteilt ausgeführt werden, sind die
   Kupplung bei den Mitgliedsbahnen der UIC und bei den Mitgliedsbahnen der OSShD              Sprossen mit der Vorderkante bündig
   UIC-Kodex 651: Gestaltung der Führerräume von Lokomotiven, Triebwagen, Trieb-
   wagenzügen und Steuerwagen
                                                                                               anzuordnen. Die seitlichen Hand-
   Herausgeber: UIC-Generalsekretariat, 14 -16, rue Jean Rey, F-75015 Paris                    läufe müssen ebenfalls durchgängig
                                                                                               vorhanden sein.


                                                                                                                                         3
    warnkreuz SPEZIAL                                                                                                                       BG BAHNEN




                                                                                                          persönliche Gegenstände zur Ver-
                                                                                                          fügung zu stellen. Auch ein kleines
                                                                                                          Kühlfach für mitzunehmenden
                                                                                                          Proviant ist sehr sinnvoll.

                                                                                                          Inbetriebnahme von
                                                                                                          Lokomotiven
                                                                                                          Bei der Inbetriebnahme einer Lokomo-
                                                                                                          tive sollten alle Bedienhandlungen
                                                                                                          sowie Wartungs- und Kontrollarbeiten
                                                                                                          probeweise ausgeführt werden.
                                                                                                          Dabei sind auch erforderliche Maß-
                                                                                                          nahmen bei Störungen einzubezie-
                                                                                                          hen. Diese Überprüfung kann gleich-
                                                                                                          zeitig genutzt werden, um festzustel-
       Bei Rangierlokomotiven sind an den Stirn-        Werden Loks auch mit Funkfernsteuerung            len, welche Regelungen aufgrund der
       seiten möglichst tief über SO, mit guten Fest-   gefahren, sind die Betätigungselemente auf        technisch nicht zu beseitigenden Rest-
       haltemöglichkeiten ausgestattete und ge-         dem Fahrpult weitgehend analog denen
                                                                                                          gefährdungen in die Betriebsanwei-
       schützt hinter der Pufferbohle angeordnete       auf dem tragbaren Steuergerät anzu-
       Standflächen für Lokrangierführer und Ran-       ordnen.                                           sung aufzunehmen sind. Grund-
       gierer vorzusehen.                                                                                 legende Angaben zur Bedienung und
                                                                                                          zum Verhalten bei Störungen sind in
       Fahrerarbeitsplatz –                   Nachtfahrten störend sein kann. Zu                          der vom Hersteller mitgelieferten
                                              fordern ist deshalb, dass die Hinter-                       Betriebsanleitung enthalten. Der
       Ergonomische Gestaltung                grundbeleuchtung sich automatisch                           Unternehmer hat auf dieser Grund-
       Seit geraumer Zeit liegen die Entwürfe den Umgebungsbedingungen                                    lage unter Berücksichtigung betrieb-
       einer DIN-Norm für die Gestaltung      anpasst oder mindestens manuell zu                          licher Belange die Betriebsanweisung
       von Führerständen auf Lokomotiven      regulieren ist.                                             zu erstellen.
       vor. Es ist die mehrteilige DIN 5566.
       Für Eisenbahnfahrzeuge relevant ist    Für den Einsatz auf Langstrecken ist                        Benötigen Sie bei der Beschaffung
       der Teil 1 »Allgemeine Anforderungen« es außerdem wichtig, dem Eisen-                              neuer Lokomotiven Unterstützung zu
       sowie der Teil 2 »Zusatzanforderungen bahnfahrzeugführer ausreichende                              Belangen des Arbeitsschutzes, so
       an Eisenbahnfahrzeuge«. Die Entwürfe Ablageflächen für dienstliche und                             sprechen Sie uns an.
       dieser Normen, bei deren Erarbeitung
       die BG BAHNEN mitgewirkt hat, soll-
       ten verbindlich berücksichtigt werden.
       Ihre Anwendung durch den Konstruk-
       teur gewährleistet eine ergonomische
       Gestaltung des Führerstandes.

       Bei der Anwendung der DIN 5566
       ist zu beachten, dass einige Maß-
       angaben doppelt, nämlich als
       Mindestmaße oder Vorzugsmaße
       genannt sind. Die Vorzugsmaße
       gewährleisten einen qualitativ höher-
       wertigen Fahrerarbeitsplatz.

       Besonderes Augenmerk ist auch der
       Ablesbarkeit der Instrumente und der
       Ausstattung mit Bildschirmen oder
       Displays zu widmen. Anders als bei
       einem Büro-Bildschirmarbeitsplatz
       muss auf der Lokomotive mit extremen
       Beleuchtungsverhältnissen, bei denen
       die Anzeigen lesbar bleiben müssen,               Rutschhemmende Beschichtungen von Der Aufstieg dieser Lokomotive ist nicht opti-
       gerechnet werden. Für Displays wird               außenliegenden Griffstangen und Lauf- mal gestaltet, die Griffstangen sind unter-
       deshalb oft eine sehr helle Hinter-               flächen sind bei neuen Lokomotiven Stand brochen, die Trittflächen liegen nicht bündig
       grundbeleuchtung gewählt, die bei                 der Technik.                             untereinander.


4
    Berufsgenossenschaft der Straßen-, U-Bahnen und Eisenbahnen, Fontenay 1a, 20354 Hamburg, Fon: 040 44118-0, Fax: 040 44118-240, Internet: www.bg-bahnen.de

				
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