Kaiser Karl – ein Seliger by wuyunyi

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									                             Kaiser Karl – ein Seliger

   Eine Zusammenfassung historischer Ereignisse von Erwin Bader,
                  Paneuropa-Union Vorarlberg


Markante Aussagen über Kaiser Karl

Professor Dr. Ernst Joseph Görlich,
geb.1905 in Wien, von den Nazis schwer verfolgt, von 1945 - 1968 Prof. in Wien, 1949
Studium der Theologie, international anerkannter Historiker, mehrere Werke über die
Geschichte Österreichs. Sein Gesamtbild über Kaiser Karl:

„Kaiser Karl war ein christlicher Staatsmann, dem der Wille Gottes höher stand als der
Wille zur Macht; schon als Thronfolger suchte er die Kriegserklärung an Serbien zu
verhindern; er verfasste den berühmten "Sixtus-Brief" und reagierte als einziges
Staatsoberhaupt positiv auf die Friedensinitiative von Papst Benedikt XV. Der deutsche
General Ludendorff hintertrieb seine Friedensbemühungen und schleuste stattdessen
Lenin in einem plombierten Eisenbahnwagen von Zürich nach Petersburg; mit diesem
apokalyptischen Bündnis öffnete er den Russen den Weg nach Berlin.
Wer nicht Komplize des Bösen wird, ist bald verhasst in der Welt, und so wurde auch Karl
Opfer von Intrigen und Verrat, von Hass und Verleumdung. Seine Verbannung auf der
Insel Madeira endete in größter Armut. Von seinen Feinden buchstäblich zugrunde
gerichtet, wuchs er in der Freundschaft zu Gott zu geistiger Größe. Im Geiste des Gebetes
und christlicher Sühne opferte er sein Leben für seine Völker.“

"Mag die Geschichte urteilen, wie sie will" meinte Weihbischof DDr. Weinbacher, "der
letzte Kaiser des alten Österreich ist sicher auch sein bester."

Der tschechische demokratische Politiker Stanek nach einer Aussprache mit Kaiser Karl sagte
zu seinen Freunden:
"Wir haben einen Volkskaiser!"

Karl Seitz, Altbürgermeister von Wien und führender Sozialist, nach seiner ersten
Aussprache:
"Eine Republik könnte sich keinen idealeren Präsidenten wünschen als Kaiser Karl."


Anatole France, radikaler Demokrat und Freidenker, französischer Schriftsteller, Kritiker und
Historiker, Nobelpreis 1921 (1844 - 1924+):

„Niemand wird mich jemals davon überzeugen können, dass der Krieg nicht schon längst
hätte beendet werden können. Der österreichische Kaiser wollte den Frieden. Er war der
einzige anständige Mensch, der sich während des Krieges an entscheidender Stelle befand;
aber niemand hörte auf ihn. Kaiser Karl wollte aufrichtig den Frieden, und darum hasste
ihn jeder."

Karl I war der einzige Staatsmann des ersten Weltkrieges, der nicht nur vom Frieden sprach,
sondern ihn ehrlich wollte und für diese Überzeugung mit seiner ganzen Person eintrat.
Der Australier Kerry R. J. Tattersall, Historiker, Marketingdirektor der Münze Österreich, in
seiner Laudatio auf Kaiser Karl anlässlich der Präsentation der 1.000 Schilling Goldmünze am
18. Nov.1999 in Schloss Schönbrunn:

„Kaiser Karl war sowohl von den persönlichen Charaktereigenschaften als auch in seiner
Politik äußerst korrekt, freundlich, sympathisch und weitblickend gewesen. So warnte er
den deutschen Verbündeten, den U-Bootkrieg nicht gewinnen zu können. Ein totaler U-
Bootkrieg würde die USA zum Eintritt in den Krieg zwingen.
Die deutsche Generalität wischte dieses Argument vom Tisch und gab sich dem Glauben
hin, das Vereinigte Königreich besiegen zu können, bevor die USA noch Gelegenheit
hätten, sich auf einen Kriegseintritt vorzubereiten. Karls Analyse hatte sich als richtig
erwiesen.
Ebenso abgelehnt hat Karl den Plan, Lenin nach Russland zu bringen, um dort eine
Revolution zu starten, die Russland aus dem Krieg nehmen würde. Der Kaiser ging davon
aus - zusätzlich zu moralischen Bedenken - dass Revolutionen an Grenzen keinen Halt
machen. Auch hier hatte er Recht.“




Titelreihe Kaiser Karls I,
die Aufschluss über die Größe des damaligen Herrschaftsbereiches Österreich-Ungarns und
seines Wirkungsbereiches gibt:

Regierender Kaiser von Österreich
Apostolischer König von Ungarn (Karl IV)
König von Böhmen, Dalmatien, Kroatien, Slavonien, Galizien,
Lodomerien und Illyrien, König von Jerusalem, Erzherzog von Österreich, Großherzog von
Toscana und Krakau, Herzog von Lothringen, Salzburg, Steier, Kärnten, Krain und
der Bukowina
Großfürst von Siebenbürgen, Markgraf von Mähren, Herzog von Ober- und Niederschlesien,
Modena, Parma, Piacenca und Guastalla, Auschwitz und Zator, Teschen, Friaul,
Ragusa und Zara, Gefürsteter Graf von Habsburg und Tirol, Kyburg, Görz und Gradisca,
Fürst von Trient und Brixen
Markgraf der Ober- und Niederlausitz und in Istrien, Graf von Hohenems, Feldkirch,
Bregenz, Sonnenberg usw. Herr von Triest, Cattaro und auf der windischen Mark,
Großwojwode der Wojwodschaft Serbien usw. K.u.K. Apostolische Majestät
                                       ZEITTAFEL

Dies ist ein Versuch, einen Teil der vielen geschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen aus
diversen Unterlagen in einer zeitlichen Abfolge unterzubringen in dem Bewusstsein, ein
ganzes Leben und Trachten niemals in wenigen Zeilen festhalten zu können. (Arthur Graf
Polzer-Hoditz, Kabinettchef Kaiser Karls, benötigte für sein Buch "Kaiser Karl" über 600
Seiten)


1887
l7.Aug.       Erzherzog Carl Franz Joseph geboren auf Schloss Persenbeug

1892
9.Mai         Zita Maria della Grazie von Bourbon bei Lucca geboren. Alsbald Umzug in
              das Schloss Schwarzau. Spricht fließend deutsch, italienisch u. französisch.
              Ab 11. Jahr Schulausbildung im oberbayrischen Zangberg in einem
              Salesianerinnenkonvikt. Die spätere Unterstellung, sie sei "Italienerin" ist also
              paradox. Später lernt sie noch ungarisch und tschechisch dazu.

1902          Als Jüngling konnte er Gedichte und Stellen aus den damaligen Klassikern im
              bunten Durcheinander in folgenden Sprachen vortragen: Deutsch, Lateinisch,
              Französisch, Englisch, Ungarisch u. Tschechisch

1905          Beginn des regulären Dienstes beim 7. Dragonerregiment "Herzog von
              Lothringen und Bar".

1906          Beginn einer 2-jährigen universitären Ausbildung in Prag in rechts- und
              staatswissenschaftlichen Studien, die ihm fundiertes Wissen im Staatswesen
              und komplizierten Verwaltung brachten.


1911

21. Okt.      Vermählung Ezhg. Carl Franz Josephs mit Prinzessin Zita Maria della Grazie
              von Bourbon von Parma

1912          Ausbildung und Dienst bei der Kavallerie und Infanterie (1912 - 1914)

20. Nov.      Erzherzog Franz Joseph Otto in Villa Wartholz bei Reichenau geboren


1914

3. 1. 1914    Erzherzogin Adelheid geboren
              Bei einem gemeinsamen Besuch im Belvedere eröffnet Thronfolger Ferdinand
              Karl, dass er nicht mehr lange leben wird und keines natürlichen Todes sterben
              werde. Er erläutert ihm sein "Regierungsprogramm und nennt Ort seiner
              geheimen Papiere. Zita weiß Karl zu berichten, dass Ferdinand unausgesetzt
              Drohbriefe bekäme.

28. 6. 1914   Ermordung des Thronfolgerehepaares in Sarajewo durch Gavrilo Princip. Die
              Hintergründe dieses Attentates konnten erst nach dem Krieg aufgehellt
              werden. Eine serbische Geheimbewegung, die "Schwarze Hand", hatte den
              Anschlag vorbereitet, ihre Hintermänner saßen auch im serbischen
              Generalstab, die für Waffen sorgten. Obige Aussagen stammen von Helmut
              Andics in seinem Buch "Der Untergang der Donaumonarchie". Sie fußen auf
              Erkenntnissen, die erst in den vierziger Jahren nach Vorliegen serbischer
              Geheimakten möglich waren.
              Der Wiener Publizist Leopold Mandl hat auf Grund der Aussage der Offiziere
              der "Schwarzen Hand" und serbischer Emigranten festgestellt, dass der
              russische Generalstab nicht nur um die beabsichtigte Ermordung des österr.
              Thronfolgers gewusst, sondern zur Ausführung des Plans sogar ermuntert hatte
              mit dem Hinweis: "Nur vorwärts gehen, wenn man euch überfällt, werdet ihr
              nicht alleine stehen."

              Auffallend ist der Umstand, dass trotz eindringlicher und rechtzeitiger
              Warnungen die Reise unternommen wurde und dass auch nicht die primitivsten
              Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Lebens des Erzherzogs getroffen
              wurden.

              Ezhg. Carl, nunmehr Thronfolger, setzte sich vehement für eine würdevolle
              Beerdigung der Ermordeten ein, während der kaiserliche Oberhofmeister, Fürst
              Montenuovo, beabsichtigte, die beiden Ermordeten mit großer
              Geschwindigkeit und ohne Teilnahme der Bevölkerung zu beerdigen.

              Carl gehörte nicht dem Kronrat an und erfuhr des halb nur durch das Telefon
              einer Bankfiliale vom Ultimatum an Serbien, das zu kurz ausgefallen ist, da
              der Außenminister Graf Berchtold die Entscheidung hinausgezögert hatte, um
              die Zustimmung der ungarischen Regierung zu erhalten. Der harte Kern des
              Ultimatums war der Artikel 6, in dem sich Serbien unter anderem verpflichtet
              hätte, gerichtliche Untersuchungen gegen das Komplott vom 28. Juni
              einzuleiten unter Beiziehung von k.u.k. Organen.

              Die Antwort Serbiens erfolgte nach Rückendeckung durch Russland mit
              Ablehnung einer Mitschuld, mit teilweisen Zugeständnissen und widersetzte
              sich einer Einmischung Österreichs in innere Verhältnisse (Teilnahme österr.
              Organe an den Untersuchungen).

28. 7. 1914   Kriegserklärung Österreich-Ungarns nach Ablauf eines 2-tägigen Ultimatums.
              Kaiser Franz Josef wehrte sich lange gegen eine kriegerische Aktion, aber alle
              Maßgebenden waren für einen Krieg (Regierung, Militär, öffentliche
              Meinung).Thronfolger Karl erlebt in Hetzendorf die Kriegsbegeisterung der
              Massen, diese rauschhafte Entfesselung, deren Wogen in jenen Tagen durch
              die ganze Monarchie schlugen. Aussage Karls: „Wie das Volk den Krieg als
              solchen - mag er auch gerecht sein - mit solchem Jubel begrüßen kann, das
              verstehe ich einfach nicht. Krieg ist doch etwas Entsetzliches". Weiter: "Wer
              den Taumel der Begeisterung damals sah, der kann nicht behaupten, dieser
              Krieg sei gegen den Willen des Volkes entfacht worden".

1. 8. 1914    Kriegserklärung Deutschlands an Russland
3. 8. 1914    Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich
3. 8. 1914    Neutralitätserklärung Italiens
4. 8. 1914    Kriegserklärung Englands an Deutschland nach dem deutschen Einmarsch ins
              neutrale Belgien
6. 8. 1914    Kriegserklärung Österreichs an Russland

Dezember      Frontbesuche Erzherzog Karls bei allen Kriegsschauplätzen

23. 1. 1915   Zusammentreffen im deutschen Hauptquartier in Mezieres-Charleville mit
              Kaiser Wilhelm.
              Deutscher Kaiser Wilhelm II schlug Ezhg. Carl vor, das Trentino an Italien
              abzutreten, um den bevorstehenden Kriegseintritt Italiens abzuwenden. Ezhg.
              Carl warf dem deutschen Kaiser die Frage hin, warum Deutschland nicht
              seinerseits das 1871 annektierte Elsaß-Lothringen an Frankreich abtrete. Carl
              machte den Herren auch klar, wie unklug es war, trotz energischer
              Einwendungen Österreichs, Italien zu immer größeren Rüstungen zu drängen.
              Diese Haltung sollte Carl später sehr viel Missgunst und Verleumdung
              eintragen.

8. 2. 1915    Geburt des 2. Sohnes Robert
22. 3.1915    Przemysl gefallen - Schock für das Volk, da die Presse vorher - entgegen den
              Wünschen Karls - nur verschleierte Berichte über die wahre militärische Lage
              gebracht hatte.
Mai 1915      Sieg von Tarnow-Gorlice

23. 5. 1915   Kriegserklärung Italiens
              Grauenhafte Berichte von der Isonzofront
6. 12. 1915   Friedensvorschlag von Papst Benedikt XV an kriegsführende Mächte.
              Zustimmung von Österreich und Deutschland, die Entente wich aus.


1916
16.3. 1916    Übernahme des Kommandos des Edelweißkorps. Er besucht die vordersten
              Stellungen und Horchposten bis zu den Drahthindernissen ohne Rücksicht auf
              italienische Zielfernrohre und eingestellte Maschinengewehre. Die zwei Jahre
              Fronterfahrung nehmen dem künftigen jungen Monarchen jedwede Illusion
              über Kriegsgeschehen und Kriegsfolgen. Er lernte Tod, das Elend der
              Flüchtlinge und Verwundeten aus erster Nähe kennen. Etwa 80 000
              Bahnkilometer legte Karl im Krieg zurück von einer Front zur anderen.
              Damit wird er zum einzigen Staatenführer jener Zeit, der den grauenhaften
              Krieg aus eigener Erfahrung kennt.

15. Mai 1916 Beginn der Offensive des Edelweißkorps, das Sieg um Sieg erfechten kann.

31. Mai 1916 Geburt des 3. Sohnes Felix

6. 6. 1916    Folgenschwerer Durchbruch der Russen an der ostgalizischen Front bei Luck.
              Truppen aus der Italienfront wurden abgezogen und somit musste der von Karl
              so aussichtsreich begonnene Feldzug abgebrochen werden. Betrauung mit dem
              Kommando einer neu aufzustellenden XII. Armee, die vorerst nur auf dem
              Papier bestand.
Juli-Nov      Stete Kämpfe mit dem nachdrängenden Feind. Gelegentliche Differenzen mit
              dem deutschen General von Seeckt, der ihm als Generalstabschef zugewiesen
              wurde. Später wurde die Zusammenarbeit mit Seeckt durch dessen
              eigenmächtiges Handeln immer schwieriger.

28. 8. 1916   Kriegserklärung und gleichzeitiger Einbruch der Rumänen am Rotenturmpass.
              Da Karl dieses Ereignis vorausgesehen hatte, verlangte er die Räumung der
              bedrohten Gebiete Siebenbürgen und Bukowina von der Zivilbevölkerung.
              Graf Tisza (Ungarn) stellte sich dagegen und so kam es, dass ein großes
              Flüchtlingselend einsetzte.

26. 9. 1916   Die Rumänen werden von ungarischen und deutschen Truppen unter General
              Falkenhayn zurückgeschlagen und der Rotenturmpass wieder eingenommen .
Okt. 1916     Zwischen Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm bzw. den Regierungen wird
              ein Friedensschritt vereinbart.
Nov. 1916     Vorarbeiten Karls für den geplanten Einmarsch in Rumänien. Zugleich letzte
              militärische Betätigung als Thronfolger.

21. Nov.1916 Kaiser Franz Joseph I stirbt u. Erzherzog und Thronfolger Carl Franz Joseph
             wird nach habsburgischem Hausgesetz als Karl I Kaiser von Österreich.
             Karl u. Zita knieten am Fußende. Karl führt bewusst Frau Katharina Schratt -
             - der man den Zutritt in das Sterbezimmer verweigert hatte - an das Totenbett
             des Kaisers, wo sie zwei Rosen niederlegt.
             Kaiser Karl verlangt im Thronbesteigungsmanifest die Aufnahme folgenden
             Satzes: "Ich will alles tun, um die Schrecknisse und Opfer des Krieges in
             ehester Frist zu bannen, die schwer vermissten Segnungen des Friedens meinen
             Völkern zurück zu gewinnen."

Nov. 1916     Der geniale Generalstabschef Freiherr Conrad v. Hötzendorff wird unter
              Beifall der gesamten Öffentlichkeit zum Feldmarschall ernannt. Kaiser Karl
              übernimmt das Kommando über die Wehrmacht und erntet Widerstände von
              deutscher Seite, da dies den bisherigen Vereinbarungen widerspreche. Karl
              führt ins Treffen, dass nur auf Grund des hohen Alters des Kaisers diese
              Vereinbarungen getroffen wurden. Schließlich gelangte man zu einem
              Kompromiss, der die beiden Generalstäbe zur Übereinstimmung führen sollte.
              Einberufung der Regierung, somit auch Graf Ottokar Czernin als Minister des
              Äußeren, den Erzherzog Franz Ferdinand für diesen Posten vorgesehen hatte.
              Kaiser Karl hoffte, in ihm einen "Friedensminister“ gefunden zu haben.

              Die österreichische Verfassung hat Kaiser Karl nie beschworen, da er bald die
              Überzeugung gewann, dass eine zeitgemäße Verwirklichung der
              übernationalen österreichischen Idee den vorangehenden Umbau des Reiches,
              also eine Verfassungsänderung, zur Voraussetzung hatte. Sein Konzept zielte
              auf ein österreichisches Imperium mit weitgehender nationaler Autonomie. Er
              wünschte die Selbstverwaltung und kulturelle Eigenständigkeit jedes einzelnen
              Volksstammes auf seinem angestammten Heimatboden im Rahmen der alle
              umfassenden Völkermonarchie, unter dem Schutz der überparteilichen und
              übernationalen Kaiserkrone, deren ausgleichende Funktion allein imstande
              gewesen wäre, nationale und soziale Gerechtigkeit sowohl, wie auch den
              Schutz der Minderheiten zu garantieren.

              Neuer Stil in der Hofhaltung:
              Umgestaltung des Audienzwesens: jederzeitige Einberufung einer Person
              ohne vorherige Ankündigung .
              Tägliche Information durch selbst gekaufte Zeitungen und nicht durch
              vorgelegte (event. willkürliche) Zeitungsausschnitte.

              Kaiser Karl verbietet den Offizieren die Austragung von Duellen. Die neutrale
              Schweiz ringt sich ein Jahr später zu dieser Maßnahme durch. Darüber
              hinaus ordnet er die Rehabilitierung all jener Offiziere an, die durch ihre
              Weigerung eines Duells ihre Offizierscharge verloren hatten.

              Bescheidener Stil in der Hofhaltung:
              Aufenthalt in der "Kaiservilla in Baden und nicht im Schloss Schönbrunn, Alte
              oder Neue Hofburg. Bewusste Fürsorge für Arme und Bedrängte: Seine
              Aussage: "Als Kaiser muss ich mit gutem Beispiel vorangehen".
              Es kam niemals vor, dass er Unterstützungsansuchen ablehnte, vielmehr
              erhöhte er den Spendenbetrag.
              Anordnung, dass die Hofpferde und Wagen in den Dienst der Kohleversorgung
              der Wiener gestellt werden.
              Der Kaiser von Österreich musste mit seinem Privatvermögen und der
              so genannten Zivilliste nachfolgende Ausgaben selbst tragen: Reisen,
              Repräsentationen, Hoftheater (Burgtheater u. Oper), Hofmuseen (Kunst- u.
              Naturhist. Museum), Hofgärten, Hofbibliothek (Österreichische
              Nationalbibliothek), kaiserliche Schlösser, Hofbeamte und Hofpensionisten.

              Verlegung des Hauptquartiers der Armee von Teschen nach Baden bei Wien,
              weil der Kaiser Bedenken hatte, wie mitten im Krieg im Österreich-
              ungarischen Hauptquartier "gelebt" wurde. Hilfswerk der so genannten
              "Kriegspatenschaft nahm sich der jungen Opfer des blutigen Krieges an.
              Tatkräftige Unterstützung auch durch Kaiserin Zita, Minister Baernreither,
              Frau Marianne Hainisch - Führerin der liberalen Frauen Österreichs, der
              Mutter des späteren Bundespräsidenten Michael Hainisch (im Amt 1920-1928)

Anf. Dez. 1916 Besuch beim Bundesgenossen Kaiser Wilhelm II.
             Kaiser Karl drängt auf eine Friedensaktion, die schon vorher besprochen, aber
             noch immer nicht durchgeführt wurde. Auf deutscher Seite standen beim
             "Großen Deutschen Generalstab" unter General Ludendorff immer noch
             Erwägungen zu Eroberung und Annexionen (Erwerbung Belgiens und
             Nordfrankreichs, Zerschlagung des britischen Kolonialreiches).

12. Dez.1916 Allgemeines Friedensangebot der Mittelmächte (Deutsches Reich, Österreich-
             Ungarn, Türkei und Bulgarien), abgefasst in einem hochmütigen Ton (die
             militärische Lage der Mittelmächte war günstig), ohne Nennung bestimmter
             Bedingungen, aber mit einer zusätzlichen persönlichen Note an den Hl. Vater
             durch Kaiser Karl, worin er sein Friedensangebot bekräftigte. Kaiser Karl hatte
             schwere Bedenken gegen den Stil der Erklärung vorgebracht. In der Folge
             Ablehnung der Regierungen Frankreichs, Italiens und Russlands, England
             wollte zusätzliche Verhandlungen.

21. Dez.1916 Präsident Wilson schlug einen Gedankenaustausch zu einer gemeinsame
             Konferenz vor.
26. Dez.1916 Die Mittelmächte nehmen das Angebot an und schlagen ein neutrales Land als
             Konferenzort vor. Weitere Friedensbestrebungen Kaiser Karls mit Kaiser
             Wilhelm.
30.Dez.1916 Brüske Ablehnung der Entente
            Erste schwere Enttäuschung anlässlich der ersten großen Friedensaktion Kaiser
            Karls. "Gott ist mein Zeuge, so bekräftigte Kaiser Karl seinen Friedenswillen
            vor Armee und Flotte."

30. 12. 1916 Krönung Karls I. zum König von Ungarn sowie Krönung Zitas zur Königin
             von Ungarn. Dass die Krönung noch vor dem Jahreswechsel erfolgte, hatte
             seinen Grund im Drängen des Grafen Tisza und im Bestreben, eine
             reibungslose Erledigung der Budgetgesetze zu erzielen. Darüber hinaus wollte
             Tisza Kaiser Karl durch den Krönungseid an Ungarn "binden". Bereits am 22.
             Nov. (ein Tag nach dem Tod des alten Kaisers) erreichte er die Zusage Karls
             zur baldigen Krönung mit dem Hauptargument, dass die Krönung der erste
             Schritt zum verheißenen Frieden darstelle. Dagegen die Meinung seines
             Kabinettschefs: "Der ungarische Krönungseid musste als eine der größten
             Hemmungen der Krone für die Bereinigung des Nationalitätenproblems und
             vor allem der Lösung der südslawischen Frage erkannt werden." In diesem Eid
             schwor der ungarische König, das Land nach allen Seiten zu verteidigen und
             niemals zu schmälern. Eine Lösung der südslawischen Frage, indem man aus
             der Zweiteilung der Monarchie eine Dreiteilung mit einem eigenen Reichsteil
             für Kroaten, Bosnier und Serben gebildet hätte, hatte schon Thronfolger Franz
             Ferdinand geplant – gegen den Widerstand der Ungarn, da diese große Teile
             Kroatiens verwalteten.
             Die sofortige Krönung lag also nur im Interesse der führenden ungarischen
             Politiker, die um das Privilegium ihrer Macht bangten. Abgesehen vom
             Nationalitätenproblem Monarchie weigerte sich der Adel in Ungarn auch, die
             der Zeit entsprechende demokratische Entwicklung mit zu tragen. Vergebens
             versuchte König Karl, seinen ungarischen Ministerpräsidenten Tisza, den er an
             sich sehr schätzte, für eine Wahlrechtsreform in der ungarischen Hälfte des
             Reiches zu gewinnen.

1916          Großoffensive Deutschlands bei Verdun und an der Somme: 2.6 Mio. Tote,
              kein Erfolg einer Seite; Unentschiedene deutsch-britische Seeschlacht am
              Skagerrak.

Jan.1917      Besuch bei Kaiser Wilhelm II

20.1.1917     Admiral von Holtzendorff wird nach Wien beordert um Kaiser Karl für den
              uneingeschränkten U-Boot-Krieg zu gewinnen. Er lehnt entschieden ab und
              argumentiert, dass England gut versorgt ist und dass zusätzliche neue Gegner
              auf den Plan treten werden (USA mit unerschöpflichen Reserven an Personal
              und Material).
              Als Holtzendorff die kategorische Weigerung Kaisers erfasste, stand er auf und
              erklärte, es käme auf die Zustimmung Seiner Majestät ohnedies gar nicht mehr
              an, die Befehle seien bereits frühmorgens abgegangen. Unter diesen
              Umständen gab Kaiser Karl unter empörtem Protest seine Zustimmung.

26. 1. 1917   Eine kaiserliche Verordnung gewährt vor allem der städtischen Bevölkerung
              Schutz gegen Mietzinssteigerungen. Kaiser Karl wird damit zum „Erfinder des
              Mieterschutzes“. Zur Erhöhung des Mutter- und Säuglingsschutzes oder der
              Verlängerung der Krankenunterstützungsdauer gesellt sich vor allem die
              Fürsorge für seine Soldaten, dessen Schicksal er aus erster Hand kannte.
              Während in allen kriegsführenden Staaten für die Armeen so gut wie keine
              sozialen Verbesserungen eingeführt wurden, schuf der Kaiser Hilfswerke für
              Invaliden und legte fest, dass einzig verbliebene Söhne einer Familie oder
              kämpfende Familienväter von mehr als 6 Kindern (damals keine Seltenheit)
              nicht mehr an der vordersten Front eingesetzt werden duften. Ein halbes Jahr
              später gründete er das „Ministerium für Volksgesundheit und soziale
              Fürsorge“, also das erste Sozialministerium der Welt.

Feb. 1917     Kaiser Karl bringt bei einer Tafel das Thema der Kriegsgewinne zur Sprache.
              Jeder Krieg bringt Vermögen in die Taschen der Kriegsgewinner, nur in
              diesem Krieg ungeahnte Dimensionen. Wenn durchführbar, sollte man diesen
              nach dem Krieg ihre Gewinne wieder abnehmen.

              Außenminister Czernin übermittelt im Auftrag des Kaisers ein
              Geheimtelegramm an den deutschen Reichskanzler, dass die Monarchie am
              Ende ihrer Kraft sei und dass beiderseits Opfer in Form von
              Gebietsabtretungen nötig seien. Bei Ablehnung durch Deutschland ist kein
              anderer Weg offen als der Abschluss eines Sonderfriedens.

              Kaiser Karl setzt seine Friedensbemühungen fort, und so konnte Glaise-
              Horstenau in seinem Buch "Die Katastrophe" über Karl von Österreich als
              Friedenskaiser unter anderem folgendes sagen: "Die Einstellung zur
              Friedensfrage bestimmte des Kaisers Verhalten zum deutschen
              Bundesgenossen. Der streng katholische Kaiser (u. Gattin) hatte für die
              ausgesprochen protestantische Führung Preußen-Deutschlands und für
              machtpolitische Äußerungen im Stile Bismarcks wenig übrig. Es ist absolut
              unrichtig, dass Kaiser Karl während des Krieges geradezu darauf ausgegangen
              sei, an Deutschland Verrat zu üben. Sein Sinnen war darauf gerichtet, das
              Deutsche Reich zum Mitgehen mit seiner Friedenspolitik zu zwingen. Er fand
              Zustimmung beim deutschen Kaiser, über den Kaiser Karl sagte: Der Kaiser ist
              friedlich gesinnt wie ich, aber er ist ein Gefangener seiner Generäle."

              Kaiser Karl wollte für seine Friedensbemühungen seine verwandtschaftlichen
              Möglichkeiten nutzen, somit seine beiden Schwäger Sixtus und Xavier von
              Bourbon-Parma, die Brüder seiner Gattin Zita. Die beiden Brüder hielten sich
              in Paris auf und besaßen in Regierungskreisen großes Ansehen. Darüber hinaus
              waren sie verlässlich und Österreich zugetan.
              Kaiser Karl informierte seinen Außenminister Czernin über seine Pläne.

17. 2. 1917   Czernin regt in einem Schreiben Kaiserin Zita an, sie möge den Prinzen Sixtus
              nach Wien einladen.
19. 2. 1917   Der kaiserliche Kurier, Graf Erdödy, überbringt die Aufzeichnung des
              Standpunktes des österreichisch-ungarischen Außenministers über 8 Punkte,
              ergänzt durch handschriftliche Bemerkungen des Kaisers (geheim). Die
              Übergabe erfolgte in der Schweiz. Hinweise auf einen Separatfrieden waren
              nicht enthalten, da sowohl der Kaiser als auch sein Minister ein solches
              Ansinnen von vorneherein ablehnten.

              Hingegen waren geraume Zeit früher in Frankreich deutsche Friedenspläne
              bekannt geworden, die vor allem mit Gebietsopfern der österreichisch-
              ungarischen Monarchie operierten, ohne jedoch Österreich zu informieren.
              Berlin hat diese Kontakte geleugnet, Kaiser Wilhelm hingegen bei einem
              Besuch bestätigt mit dem Kommentar: Frankreich habe abgelehnt. Auch Prinz
              Sixtus bestätigt diesen Sachverhalt, weil ihm der französische Generalsekretär
              im Außenamt Cambon von einem 5-Punkte-Vorschlag Deutschlands berichtet
              hat. Die Vorgangsweise der Deutschen war für Kaiser Karl bitter, aber
              andererseits erfreulich, dass Deutschland ernstliche Friedensgedanken erwägte.
              Um die Verhandlungen zu beschleunigen, wurden die Prinzen beschworen, die
              heimliche Reise nach Wien zu wagen, beigelegt ein Schreiben der Kaiserin
              Zita an ihren Bruder Sixtus mit dem Schlusssatz: "Denk an alle die
              Unglücklichen, die in der Hölle der Schützengräben leben müssen die alle
              Tage zu Hunderten sterben - komm."

22. 3. 1917   Graf Erdödy übergibt ein Schreiben von Prinz Sixtus mit Datum 18.3. aus
              Paris mit dem Kommentar: Sie sind da. Die beiden Prinzen waren inkognito
              aus der Schweiz angereist.
              Kaiser Karl studierte den Brief des Prinzen, der seine Feststellungen nach
              Rücksprache mit der französischen Regierung (Poincare und Briand) getroffen
              hatte. Czernins Note hätte zwar keine Brücke geschlagen, aber in den
              persönlichen Zusätzen des Kaisers sähe man die Grundlage weiterer
              Verhandlungen.

23. 3. 1917   Kaiser Karl empfängt am späten Abend in Laxenburg die beiden Prinzen. Die
              Aussprache behandelt alle strittigen Punkte des Schreibens. Das anschließende
              Gespräch mit Czernin verlief diplomatisch kühl und aalglatt. Die Sitzung
              wurde abgebrochen und fand ihre Fortsetzung mit Czernin. Strittige Punkte
              waren nach wie vor: Elsaß-Lothringen, Serbien, Belgien und Konstantinopel
              sowie eine gewisse Rücksichtnahme auf die Wünsche Italiens. Da sich Czernin
              weigerte, eine schriftliche Anerkennung der Verhandlungsgrundlagen zu
              erstellen, drohte die gesamte Mission zu misslingen. In dieser Situation erwog
              der Kaiser die Möglichkeit, seine persönlichen Intentionen in Form eines
              Privatbriefes an seinen Schwager Sixtus niederzulegen, dies galt aber in
              Wirklichkeit der französischen Regierung. Nach stundenlangen Überlegungen
              und mehreren Konzepten verfasste er seinen
24.3.17       "Ersten Sixtusbrief" mit den Worten:
              Mein lieber Sixtus!
              Der Originaltext dieses Schreibens - der in französisch abgefasst war - befindet
              sich im Anschluss an die Zeittabelle. Es ging um die Anbahnung von
              Friedensverhandlungen.

März 1917     Abschaffung der grausamen Strafe des "Anbindens" in der Armee.
2. 4. 1917    Auf Grund des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges treten die USA
              in den Krieg ein.

3. 4. 1917    Kaiser Karl fährt zusammen mit Czernin nach Homburg zum deutschen
              Kaiser, um ihm und der deutschen Heeresleitung seinen Standpunkt zu
              Friedensverhandlungen zu unterbreiten. Die Vorschläge Kaiser Karls wurden
              von deutscher Seite verworfen.
              In einem Memorandum fasste Czernin für den Kaiser die Lage noch einmal
              zusammen, das auch dem deutschen Kaiser übermittelt wurde.

April 1917    Im April fuhr ein eigenartiger Zug aus der Schweiz durch Deutschland. Im
              plombierten Wagen befanden sich die russischen Revolutionäre (Lenin u.a.),
              die auf eine unbegreiflich kurzsichtige Weisung der deutschen Regierung nach
              Russland ostwärts gebracht wurden, damit sie dort das Regime stürzen und
              durch die entfesselte bolschewistische Revolution angeblich Frieden
              herbeiführen sollten. Aber das Gegenteil erfolgte.

              Um einen unerwarteten Friedensantrag Italiens, der für Österreich günstig
              erschien, auf seine Durchführbarkeit zu hinterfragen, nahm Kaiser Karl
              abermals die Hilfe von Prinz Sixtus in Anspruch. Sixtus nahm seinerseits
              Kontakt zu Paris und London auf. Obwohl inzwischen in Paris ein
              Ministerwechsel stattgefunden hatte, wurde strengste Diskretion auch für den
              Kaiserbrief zugesichert.
8. 5. 1917    Zusammentreffen Kaiser Karls mit Prinz Sixtus. Czernin fasst das Ergebnis in
              einem Memorandum zusammen, dem Kaiser Karl ein persönliches Schreiben,
              den sogenannten
9. 5. 1917    "Zweiten Sixtus-Brief" beifügt.

15. 6 1917    Vorschlag Kaiser Karls für weitere Friedensbemühungen unter Information der
              deutschen Seite.

26. 6. 1917   Der Vatikan unterbreitete Deutschland einen internen Friedensvorschlag.
              Reichskanzler Bethmann erklärte gegenüber Nuntius Pacelli: "An Elsaß-
              Lothringen wird der Friede nicht scheitern, wenn Frankreich verständig ist."
              Die Mehrheit des deutschen Reichstages stimmte einer Friedensresolution zu.
              Die deutsche Heeresleitung vermochte den Reichskanzler Bethmann zu stürzen
              und ihn durch Michaelis zu ersetzen, der der Militärpartei näher stand.

2. 7. 1917    Handschriftlicher Amnestie-Erlass Kaiser Karls mit der Berichtigung zur
              Aufhebung von Fehlurteilen der Militärgerichte. Zum 25. 7.1917 wurde lt.
              amtlicher Verlautbarung u.a. 1441 Verurteilten die gesamte Strafe
              nachgelassen. Aufhebung der Todesurteile gegen die tschechischen
              Parteiführer Kramar und Rasin und des Urteiles gegen Georg von Schönerer.

3. 7. 1917    Wille des Kaisers, ein Ministerium zu berufen, das in Verfolg der nun
              eingeschlagenen Politik (Amnestieerlass) eine Versöhnung der Völker
              Österreich-Ungarns herbeiführen sollte. Kontakte mit Dr. Redlich (Historiker),
              Prof. Foerster (Pädagoge), Meinl (Großindustrieller) u. Mitglieder der
              Sozialdemokratischen Partei.
Aug.1917      Unterredung von Czernin mit dem deutschen Staatssekretär für Äußeres,
              Kühlmann, um in der Sache Elsaß-Lothringen weiterzukommen. Kühlmann
              lehnte ab.
              Prinz Sixtus teilt Kaiser Karl in einem Brief mit, dass alle Bemühungen
              vergeblich waren und er gescheitert ist.

Aug. 1917     Im Verlaufe der 11. Isonzoschlacht sagte Kaiser Karl angesichts der
              Schreckensbilder (zerfetzte Leichen, schwarz verbrannte Gesichter) mit Tränen
              in den Augen zu seinem Generalstabschef: "Das kann kein Mensch noch
              länger vor Gott verantworten. Ich mache Schluss. Die Welt ist groß genug,
              dass die Völker sich darin vertragen können."

5. 8. 1917    Frontbesuch in Czernowitz und Einzug hinter den Truppen unter Jubel der
              Bevölkerung.

7. 8. 1917    Graf Armand überbringt im Auftrag der französischen Regierung an den
              österreichischen Grafen Revertera ein neues Friedensangebot, das Österreich
              eine märchenhafte Vergrößerung anbot, um Österreich von der Seite des
              Verbündeten zu reißen. Kaiser Karl lehnte diesen Sonderfriedensvorschlag, der
              zu Lasten des Verbündeten ging, ab, denn er war unter keinen Umständen
              bereit, einen Treuebruch gegenüber dem Verbündeten einzugehen.
              Kaiser Karl machte sich vielmehr erbötig, seinerseits zwischen Frankreich und
              Deutschland zu vermitteln, um einen allgemeinen Frieden zu erreichen.

17. 8. 1917   Neuerlicher Vorstoß des Vatikans unter Papst Benedikt mit neuen
              Friedensvorschlägen an alle Völker. Es folgten diverse Verhandlungen
              zwischen Frankreich, Österreich und Deutschland, wobei Kaiser Karl
              Separatfriedensvorschläge abermals ablehnte und Gesamtfriedensvorschläge
              forderte, dem Frankreich erstmals durch Unterbreitung eines Gesamtplanes
              entsprach.
Sept.1917     Frontbesuch in Südtirol anlässlich der 12. und letzten Isonzoschlacht. Dank in
              herzlichen Worten an Kaiser Wilhelm für die von den deutschen Divisionen
              geleistete Hilfe.
              Entschluss des Kaisers auf Anregung des Papstes: Abwurf von Fliegerbomben
              auf italienische Städte ist einzustellen.
              Ebenso kaiserlicher Befehl: Venedig darf nicht beschossen werden, dadurch
              Erhalt unersetzlicher Bauten. Auf den Vorwurf eines Gifteinsatzes durch
              Kaiser Karl erklärt Dr. Otto Habsburg in einem Interview der Krone am
              25.10.2004: "Es ist schon längst erwiesen, dass der Gifteinsatz damals durch
              Gaswerferbataillons der 14. deutschen Armee erfolgte. Sie wurde vom
              deutschen Infanterie-General Otto von Below befehligt, dem vier deutsche
              Divisionen und 3 k.u.k. Armeekorps unterstellt waren.

29. 9. 1917   Gleichlautende Antwortnoten Österreichs und Deutschlands an den Vatikan.
Sept. 1917    Ablehnung Deutschlands der zwischen Armand und Revertera abgesprochenen
              Friedensgrundlage.
2. 10. 1917   Weitere Bemühungen Kaiser Karls durch neue Wege. Graf Czernin versucht in
              einer Rede in Budapest die Gedanken der Papstbotschaft wieder aufzunehmen .

4. 11. 1917   An seinem Namenstag verkündet er das Duellverbot für die ganze Armee.
              Besuch der Kaiserin in den Wiener Spitälern, nach Möglichkeit begleitet vom
              Gatten. Aussage Kaiser Karls: "Da fahr ich lieber zu meinen k.u.k. Proletariern
              in Ottakring und Favoriten", denn diese erkannten seinen guten Willen besser,
              als die Leute in den Bezirken der besitzenden Klassen.
              Bezeichnend die Meinung der breiten Masse des Volkes in Deutschland
              anlässlich einer Autofahrt durch das sächsische Industriezentrum von Dresden
              zur Moritzburg. Dort riefen die Arbeiter ihm zu: Es lebe der Friedenskaiser!

              Das Jahr 1917 hatte die Erfüllung aller Kriegsziele Österreich-Ungarns
              gebracht. Die unmittelbare Gefahr einer Zerstörung der Monarchie schien
              abgewandt zu sein. Auch auf Seiten der "Feindmächte" zeigten sich
              Ermüdungserscheinungen. Der Zeitpunkt für Friedensverhandlungen schien
              gegeben, aber keinesfalls zu einem diktierten "Sieg-Frieden". Peter Feldl in
              seinem Buch "Das verspielte Reich": "Hatten die Deutschen zu Beginn des
              Krieges nicht begriffen, dass sie nicht gewinnen konnten, so begriffen sie das
              nach den siegreichen Kriegsjahren erst recht nicht."
              Bezeichnend war auch der Umstand, dass in der deutschen Heeresleitung die
              so genannten "Alldeutschen" die führende Rolle innehatten. Ihre Vertreter
              hatten im Laufe der Zeit, etwa ab 1900, verschiedenste Standpunkte und
              Thesen vertreten, so z.B. Dr. Albert Ritter - alias Kurt von Winterstetten:
              Österreich-Ungarn soll in neuer Gestalt dem Deutschen Reich als Bundesstaat
              angegliedert werden; W. Frymann in seiner Propagandaschrift "Kaiserbuch"
              (eigentlicher Titel "Wenn ich Kaiser wäre"): Aggressive äußere Politik als
              dringendstes Erfordernis; dem deutschen Kaiser wird Schwäche und
              unwürdiges Friedensbedürfnis vorgeworfen; Deutschlands Sicherheit verlange,
              dass Frankreich zerschmettert werde, Belgien und Holland hätten ihr
              Daseinsrecht verloren und Anschluss an Deutschland; für Österreich-Ungarn
              verlangte er eine Diktatur, die sich auf die Deutschen stützt und Slawen und
              Ungarn zu Paaren treibt.
              Grundgedanke der alldeutschen Richtung: Es liegt in der Macht der Deutschen,
              sich ebenso zur kapitalistischen, wirtschaftlichen Weltmacht aufzuschwingen
              wie es die Engländer vermochten.

7. 12. 1917   Amerika erklärt Österreich-Ungarn den Krieg

1918

Jan. 1918     Große Streiks in den österreichischen Industriegebieten.
              Meuterei eines Teiles der österreichisch-ungarischen Kriegsflotte im Hafen
              von Cattaro. Niederschlagung, Verurteilung und Exekutierung erfolgten sofort,
              dann erst Mitteilung an den Kaiser, um einem event. Gnadenakt
              zuvorzukommen.
              Problematische Entwicklung für Friedensgrundlage durch die Haltung der
              USA gegenüber Deutschland (Befreiung aller Völker der Welt von der
              Bedrohung seitens einer gewaltigen Militärmacht) mit den oft genannten 14
              Punkten (später 18) und dem Umstand, dass in Frankreich Clemenceau den
              Stuhl des Ministerpräsidenten eingenommen hat (genialer und fanatischer
              Greis, der beseelt war von der Revanche von 1870 und dem Willen, den Krieg
              bis zur Zerschmetterung Deutschlands und seiner Bundesgenossen
              fortzuführen).

Februar 1918 Neuerliche Gespräche, die zwischen Armand und Revertera stattfanden,
             verliefen fruchtlos.
9. 2. 1918   Abschluss des so genannten Brotfriedens mit der Ukraine, der eine wesentliche
             Entlastung der Ernährungslage bringen sollte. Leider versagte die Zufuhr aus
             der Ukraine.
3. 3. 1918   Nach langen Schwierigkeiten der Frieden in Brest-Litowsk mit der
             Volksrepublik Russland.

5. 3. 1918    Vorfriede mit Rumänien
              Ausdehnung der Friedensverhandlungen wurde von den Westmächten
              abgelehnt, da das wilhelminische Deutschland einen allzu herrischen Ton
              angeschlagen hatte.

10. 3. 1918   Erzherzog Carl Ludwig geboren
              Kaiser Karl sandte über eine neutrale Stelle einen Brief an Präsident Wilson,
              der auch von ihm beantwortet wurde. Der zweite Brief Kaiser Karls wurde von
              der neutralen Stelle nicht mehr angenommen, da eine unglückliche
              Begebenheit die Situation für Österreich-Ungarn erschwerte, denn Graf
              Czernin hielt am
2. 4. 1918    vor Wiener Gemeinderäten eine Rede, in der er Ministerpräsident Clemenceau
              vorhielt, Friedensfühler ausgestreckt zu haben. Graf Czernin wollte durch diese
              Äußerungen eine Erschütterung der Stellung Clemenceaus. Clemenceau
              reagierte sofort. Er habe niemals Friedensfühler ausgestreckt (was richtig war),
              vielmehr sei Österreich-Ungarn es gewesen, das mit "Bitten um einen
              Separatfrieden" (hier log der „Tiger“) Rom, Washington und London
              "ermüdet" habe. In Anspielung auf diese Aussage erwähnte er die seinerzeitige
              (ein Jahr vorher) Aktion des Prinzen Sixtus. Die "Sixtus-Affäre" sollte in die
              Geschichte eingehen und wurde in Unkenntnis der tatsächlichen Ereignisse und
              Zusammenhänge bis zur Unsinnigkeit aufgebauscht und zu übelster
              Gräuelpropaganda missbraucht. Zur Bewältigung dieser Situation erfolgten
              hektische Maßnahmen und Reaktionen, die ein gewisses Unbehagen zurück
              ließen (Dementis, Verstimmungen, Rücktritte).
              Die "Sixtus-Affäre" wurde Kaiser Karl zur Last gelegt und Vorwürfe als
              "Verräter" halten sich bis zum heutigen Tage. Vorwürfe kamen von allen
              Seiten, vor allem versuchte Deutschland den Betätigungsrahmen Kaiser Karls
              dadurch einzukreisen, dass durch eine "Vertiefung des Bündnisses" die volle
              Oberhoheit des wilhelminischen Deutschland über die Völkermonarchie
              erhalte (sowohl militärisch als auch außenpolitisch). Die Weichen zu diesem
              Ergebnis waren in Spa schon weit gediehen, als Kaiser Karl sein "Niemals"
              aussprach, denn er sah es als Verrat an der Grundidee des übernationalen
              Donaureiches.

31. 5. 1918   Auf Anordnung Kaiser Karls erfolgte die Öffnung der Pforten des für die
              Kriegszeiten geschlossenen Parlamentes durch den Reichsrat. Der Kaiser
              erhoffte sich durch die Mitwirkung der Volksvertreter eine unantastbare
              "Gerechtsame" und eine Widerlegung des von der Feindseite erhobenen
              Schlagwortes des "Völkerkerkers Österreich".
              Die Vertreter der nationalen Verbände und der Parteien rechtfertigten dieses
              Vertrauen nicht. Sie fielen übereinander her und boten der Welt das peinliche
              Schauspiel kleinlichen Gezänks.
14. 9. 1918   Nach vorherigen vergeblichen Bemühungen, mit Deutschland gemeinsame
              Friedensverhandlungen zu führen, verständigt Kaiser Karl Kaiser Wilhelm,
              dass er seinen Außenminister aufgefordert habe, ein Angebot an Freund und
              Feind auszusenden, in einer Stadt des neutralen Auslandes zu Verhandlungen
              zusammenzutreten unter Anknüpfung an Wilsons Ideen. Deutschland schloss
              sich unter großer Zurückhaltung an. Diese Bemühung scheiterte abermals.
              Clemenceau versteifte sich im französischen Senat auf einen makellosen Sieg.

16. 10. 1918 Kaiser Karl erlässt ein Manifest an die österreichischen Völker zum Neuaufbau
             des Vaterlandes und die Aufforderung zur Berufung von Nationalräten, um die
             Neuordnung ohne Blutvergießen und Bürgerkrieg zu gewährleisten (Bund
             freier Nationen). Blieb ein Stückwerk, da es durch die Schuld Ungarns nur auf
             die österreichische Reichshälfte bezog. Daher war darin lediglich die
             Umbildung des zisleithanischen Österreichs in einen Bundesstaat enthalten.
              Als Beweis seiner Friedensliebe die Episode über das Zusammentreffen mit
              Klofác, einem Führer der tschechischen Lostrennungsbewegung. Kaiser Karl
              wünschte eine Aussprache mit dem zufällig in Wien anwesenden Klofác und
              bat ihn, dahin zu wirken, dass Blutvergießen vermieden wird.

21. 10. 1918 Die Abgeordneten des geschlossenen deutschen Siedlungsgebietes des
             zisleithanischen Österreich erklären sich als Provisorische
             Nationalversammlung des im Sinne des kaiserlichen Manifestes zu
             konstituierendem selbständigen deutschösterreichischen Staates. Dabei erweist
             sich Dr. Karl Renner als federführend, dem der Kaiser noch 1918 das Amt
             eines Ministerpräsidenten angeboten hat.

1. 11. 1918   Der sozialdemokratische Parteitag fordert die demokratische Republik und den
              Anschluss an das Deutsche Reich als selbständiger Bundesstaat.

3. 11. 1918   Waffenstillstand zwischen Österreich und Italien

              Waffenstillstand mit Deutschland: Kaiser Wilhelm setzt sich nach Holland ab,
              Ludendorff flieht nach Schweden. Später - 8./9.Nov.1923 -verbündet sich
              Ludendorff mit Hitler zum gemeinsamen Putschversuch in München.

9. 11. 1918   Deutschland wird Republik
11.11. 1918   Kaiser Karl verzichtet unter Druck "auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften"
              und verlässt am Abend Schönbrunn und begibt sich mit seiner Familie nach
              Eckartsau. Die Rote Garde hat zwei für den kaiserlichen Transport nach
              Eckartsau vorgesehene Automobile beschlagnahmt, und ein Volkswehr-
              Bataillon rückt in Schönbrunn auf polizeiliche Anordnung ein. Es herrscht
              Chaos im Land.

              "Seit Meiner Thronbesteigung war ich unablässig bemüht, Meine Völker aus
              den Schrecknissen des Krieges herauszuführen, an dessen Ausbruch Ich
              keinerlei Schuld trage.
              Ich habe nicht gezögert, das verfassungsmäßige Leben wieder herzustellen und
              habe den Völkern den Weg zu ihrer selbständigen staatlichen Entwicklung
              eröffnet.
              Nach wie vor von unwandelbarer Liebe für alle Meine Völker erfüllt, will Ich
              ihrer freien Entfaltung Meine Person nicht als Hindernis entgegenstellen.
              Im Voraus erkenne Ich die Entscheidung an, die Deutschösterreich über seine
              künftige Staatsform trifft.
              Das Volk hat durch seine Vertreter die Regierung übernommen. Ich verzichte
              auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften. Gleichzeitig enthebe Ich Meine
              österreichische Regierung ihres Amtes. Möge das Volk von Deutschösterreich
              in Eintracht und Versöhnlichkeit die Neuordnung schaffen und befestigen. Das
              Glück Meiner Völker war von Anbeginn das Ziel Meiner heißesten Wünsche.
              Nur der innere Frieden kann die Wunden dieses Krieges heilen.

              Lammasch m.p.                             Karl m.p.
              (Ministerpräs.)                     (Unterschrift mit Bleistift)

              Dieses Manifest wird vom neuen Staatsrat und dem letzten Kabinett des
              Kaisers in gespenstisch kurzer Zeit ausgearbeitet und dem Kaiser unter
              größtem Zeitdruck präsentiert. Binnen 50 Minuten will man es im Parlament
              proklamieren. Karls Sekretär Werkmann: „Was morgen im Parlament
              geschehen soll, wird nicht die Äußerung des Volkswillens sein, sondern der
              Ausdruck der Vergewaltigung des Volkswillens. Heute regiert der Irrsinn…
              Seine Majestät möge die Genesung der Völker abwarten. Dazu hält das
              Manifest die Wege offen. Eure Majestät möge unterfertigen.“ In der Tat hat
              Karl diese Proklamation nie als Abdankung betrachtet.


12. 11. 1918 Die Provisorische Nationalversammlung beschließt das Gesetz über die Staats-
             und Regierungsform Deutschösterreichs: "Deutschösterreich ist eine
             demokratische Republik" und „Bestandteil des Deutschen Reiches“.

13. 11. 1918 König Karl erklärt seinen zeitweiligen Verzicht auf die Ausübung seiner
             Herrscherrechte in Ungarn.

12. 12. 1918 Kaiser Karl erhält von den Tirolern einen Treuering übersandt, den er seit
             jenem Tag trug und schließlich mit ins Grab nahm.

16. 12. 1918 Fieberhafte Erkrankung Kaiser Karls


              Im Zusammenhang mit dem Ausrufen der Republik durch die politischen
              Parteien (nicht durch Volkes Willen) muss generell erwähnt werden, dass keine
              der damaligen staatstragenden Parteien bis kurz vor dem Zusammenbruch an
              eine Abschaffung der Monarchie gedacht hatte. Auch jene Partei, die bei der
              Proklamation der Republik die führende Rolle übernahm, nämlich die
              Sozialdemokraten unter Dr. Karl Renner, hatten die Monarchie vorher nie in
              Frage gestellt.

              Viktor Adler, der Vater der österreichischen Sozialdemokratie, auf einem
              internationalen Sozialistenkongress in Paris 1889, mit generellem Bezug auf
              die österreichisch-ungarische Monarchie:
              „Abgesehen von Frankreich und England hat Österreich in ganz Europa die
              freisinnigsten Gesetze, so sehr, dass es einer Republik ähnelt, die statt eines
              Präsidenten eine Majestät an der Spitze hat.“

              Viktor Adlers Sohn Friedrich, ein radikaler Sozialist, ermordete während des
              Krieges den kaiserlichen Ministerpräsidenten Graf Stürgkh. Zum Tode
              verurteilt, wurde er von Kaiser Karl zu „lebenslänglich“ begnadet.

              Otto Bauer, der den radikalen sozialistischen Flügel anführte, legte noch am 3.
              10. 1918 einen Vorschlag zum Umbau Österreichs in eine Föderation freier
              Nationalstaaten vor – von der Ausrufung der Republik war noch keine Rede.
              Die Wendung kam am 21. 10. 1918, als die Sozialdemokratische Partei die
              „Republik Deutschösterreich“ forderte. Nach dem Historiker Gulick war es
              eine selbst bei den Sozialdemokraten eine Minderheit, die dies wünschte, und
              der Umschwung hing mit den Ereignissen im Deutschen Reich zusammen.

              Zu diesem Zeitpunkt betonten die Christdemokraten und selbst die
              Großdeutschen noch, Anhänger der verfassungsmäßigen Monarchie zu sein.
              Die Christdemokraten waren ohnehin die kaisertreue Partei schlechthin, bis ihr
              Führer Prälat Hauser in den Tagen des Zusammenbruches umfiel – gegen den
              Willen vieler Leute seiner eigenen Partei. Sein Vizekanzler, der
              Bregenzerwälder Jodok Fink, hielt ihm dabei die Stange.

              Die „Deutschnationalen“, später „Großdeutsche“ genannt, nahmen dem Kaiser
              wohl vielfach seine Friedensbemühungen übel. Die Legende vom „Verrat“,
              insbesondere der als „Italienerin“ verleumdeten Kaiserin, gedieh denn auch
              nach dem Krieg vor allem von dieser Seite her. Trotzdem gab es auch in ihren
              Reihen führende Persönlichkeiten, die durch persönliche Bewunderung treu
              zum Kaiserpaar standen. Johann Schober, später Kanzler, setzte sich denn auch
              in der Zwischenkriegszeit für eine Abhebung der „Habsburger-Gesetze“ ein.

              Ohne das Rad der Geschichte zurückdrehen oder sich in kaiserlicher Nostalgie
              ergehen zu wollen, darf also zusammenfassend festgestellt werden: Der letzte
              österreichische Kaiser wurde nicht vom Volk, sondern von einigen führenden
              Politikern im Strudel des militärischen Zusammenbruches der Monarchie
              abgesetzt und vertrieben.

1919

Anf. Jan.     Unangemeldeter Besuch des Staatskanzlers Renner 1919 in Karls Fluchtort
              Schloss Eckartsau, einem privaten Jagdschloss im Marchfeld. Wegen
              Krankheit kein Empfang durch den Kaiser. Renner drängt zur Abreise des
              Kaiserhauses, da es zu „unvorhersehbaren Aktionen stürmischer Elemente“
              kommen könne.
              Angesichts der fortwährenden Bedrängung des Kaisers durch die Regierung,
              noch mehr aber der von der Regierung geduldeten Vorstöße bewaffneter
              Banden gegen Eckartsau, bat der für die Sicherheit des Kaisers verantwortliche
              engl. Offizier, Oberstleutnant Strutt seine Regierung, sie möge Sorge tragen,
              dass er den Kaiser gegebenenfalls rasch an einen sicheren Ort begleiten könne.
              Da Kaiser Karl einen Aufenthalt in der Schweiz ablehnte, erfolgten Drohungen
              der Regierung, die bis zur Internierung durch Volkswehrleute gingen.

20. 3. 1919   Vorbereitung auf die Einbringung eines Verbannungsgesetzes durch die
              Regierung Renner.

              Dem britischen Offizier Strutt, der für die Ausreise des Kaisers verantwortlich
              ist, steht noch eine für die österreichische neuere Geschichte peinliche
              Auseinandersetzung mit Staatskanzler Renner bevor. Obwohl Kaiser Karl
              völlig mittellos vertrieben wird (Frankreichs Rachegeist Clemenceau
              triumphiert: „Wir haben ihm seine Hosen gelassen, sonst nichts!“) passt es
              Renner nicht, dass Karl erhobenen Hauptes, ohne formell abgedankt zu haben
              und mit wenigen persönlichen Habseligkeiten und Dokumenten abreisen soll.
              Renner fordert die Abdankung und will den kaiserlichen Sonderzug einer
              strengen Kontrolle, ja sogar Leibesvisitationen unterziehen. Strutt entgegnet
              ihm, er werde Widerstand leisten, sollte der kaiserliche Zug kontrolliert
              werden. Dabei greift er zu einer List. Er hat in Vorahnung ein Bluff-
              Telegramm nach London aufgesetzt. Darin hieß es: „Die österreichische
              Regierung verhindert die Abreise des Kaisers. Geben Sie daher Befehl, die
              Blockade wieder aufzurichten und alle Hilfszüge nach Österreich zu sperren.“
              Strutt hat sich nicht geirrt. Renner verlangt gerade heraus, der Habsburger
              müsse abdanken. „Das wird er nicht tun“, entgegnete Strutt. „Gut, dann wird er
              eben interniert…“, droht Renner. „So“, sagte Strutt nüchtern, „dann werde ich
              eben dieses Papier da abschicken!“. Renner liest das Telegramm fassungslos.
              Er weiß, was die Fortsetzung der Blockade gegen Österreich bedeuten würde.
              „O Gott!... Meinetwegen … dann soll er also gehen!“. Die List ist geglückt.

24. 3. 1919   Kaiser Karl verlässt unter feierlichem Protest gegen die Verletzung seiner
              Herrscherrechte mit seiner Familie die Heimat (vom Bahnhof Feldkirch über
              Buchs) und begibt sich ins Exil in die Schweiz, zunächst auf Schloss Wartegg
              bei Rorschach am Bodensee, später in die Villa Prangins bei Nyon am Genfer
              See (ab 20. Mai 1919). In seiner „Feldkircher Protestnote“, die er
              verschiedenen Staatsmännern Europas zukommen lässt, heißt es unter
              anderem:

              „In dem Augenblicke, da Ich Mich anschicke, Deutsch-Österreich zu
              verlassen…, erhebe ich für Mich und Mein Haus … feierlichen Protest gegen
              alle Meine Jahrhundertealten Herrscherrechte verletzenden Maßnahmen… Ich
              habe in Meiner Kundgebung vom 11. November 1918 erklärt,
              Deutschösterreich die Entscheidung über seine Staatsform anheim zu geben.
              Die deutschösterreichische Regierung nun hat Mein Manifest vom 11.
              November 1918, das ich in schwerer Stunde erlassen habe, beseitigt, in dem sie
              noch am gleichen Tage beschloss, der … provisorischen Nationalversammlung
              einen Antrag auf Proklamierung Deutschösterreichs zur Republik vorzulegen,
              und damit der Entscheidung vorgriff, die gemäß Meinem Manifeste nur das
              gesamt deutschösterreichische Volk treffen sollte. Am 12. November 1918
              wurde dieser Antrag … unter dem Drucke der hierfür aufgebotenen Straße von
              einer provisorischen Nationalversammlung angenommen, deren Mitglieder
              sich das Mandat, das … Volk zu vertreten, selbst erteilt hatten…“ Er spricht
              den führenden Politikern also das Recht ab, im Namen des Volkes die
              Monarchie abzuschaffen. Tatsächlich hat nie eine Volksbefragung
              stattgefunden, bei der das letzte Kaiserpaar eine Chance erhielt, sich die nach
              wie vor in breiten Bevölkerungsschichten vorhandene Sympathie bestätigen zu
              lassen. Sodann klagt er die Gewalt an, die ihm von verantwortlicher politischer
              Seite angetan wurde:

              „Da aber die deutschösterreichische Regierung Mich durch ihren Kanzler
              wissen ließ, dass die Ablehnung ihrer Forderung nach Thronentsagung zur
              Internierung führen müsste, wenn ich nicht das Land verließe, und Mich kurz
              vorher dieselbe Regierung … als außerhalb des Gesetzes gestellt erklärt hatte,
              sah ich Mich vor die bedeutungsvolle Frage gestellt, ob Deutschösterreich die
              Schmach zu ersparen sei, dass sein legitimes Oberhaupt mit den Seinen einer
              Woge preisgegeben sein solle, gegen die derzeit kein Damm besteht. So
              verlasse ich Deutschösterreich.“

3. 4. 1919    Die deutschösterreichische Nationalversammlung beschließt des "Gesetz
              betreffend die Landesverweisung und die Übernahme des Vermögens des
              Hauses Habsburg-Lothringen", (das sog. Habsburger-Gesetz").

April 1919    Dass der Kaiser zwar unter Druck auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte
              verzichtet, aber nicht abgedankt hat, beweist die Tatsache, dass ihn in der
              Schweiz eine Kommission von Politikern der Nachfolgestaaten
              Tschechoslowakei, Jugoslawien, Polen und Österreich besucht, um
              vermögensrechtliche Abmachungen mit ihm zu treffen. Sämtliche Staaten
              haben die im kaiserlichen Privatbesitz befindlichen Immobilien
              beschlagnahmt. Für eine Abdankungserklärung, einen Thronverzicht im
              eigenen Namen und in demjenigen seiner Nachfolger sowie als
              Pauschalentschädigung des habsburgischen Privatvermögens bieten sie dem in
              größter Geldnot befindlichen Monarchen die Summe von 184 Millionen
              Schweizer Franken an. Karl erhob sich und sagte kurz: „Ich danke Ihnen für
              Ihnen für Ihre gute Absicht, aber ich kann die Frage der Abdankung nur im
              Einklang mit meinen Völkern regeln. Wenn mich meine Völker rufen, kehre
              ich zurück. Wenn sie mich nicht rufen, kann di Krone der Habsburger dennoch
              nicht zum Gegenstand eines billigen Handelns werden.“

9. 5. 1919    Offizielles „Anschlussverbot“ der Alliierten
              Es ist eine in Österreich tief verdrängte Tatsache, dass insbesondere die
              Sozialdemokraten unter Dr. Karl Renner den Anschluss Österreichs an
              Deutschlands betrieben. Noch am 7. 11. 1918 hatte Viktor Adler versichert,
              Deutschösterreich werde im Deutschen Reich „herzlich und mit offenen
              Armen aufgenommen“. Otto Bauer entwarf den Wahlspruch: „Anschluss an
              Deutschland, Anschluss an den Sozialismus“. Karl Renner versprach
              unmittelbar vor seiner Abreise zu den Friedensverhandlungen nach St.
              Germain, er werde den Anschluss bringen, und wenn er ihn „von den Sternen
              holen“ müsse.
              Kaiser Karl wird in dieser Sache aktiv. Er nimmt wiederum über Sixtus und
              Xavier von Bourbon-Parma Kontakt mit Clemenceau und Lloyd George auf.
              Natürlich sind auch die Westmächte nicht an einer Stärkung Deutschlands
              durch einen Anschluss Österreichs interessiert. Auf jeden Fall stellt der
              „Wiener Mittag“, ein habsburgfeindliches Organ fest:

              „Es besteht kein Zweifel, dass die Habsburg-Parma-Clique … den Herren
              Clemenceau, Lloyd George und Wilson suggeriert haben, es bedürfe nur des
              Verbotes des Anschlusses … und die gesamte Bevölkerung Deutschösterreichs
              werde mit Jubel diese Entscheidung begrüßen.“ „Wenn aber die Habsburger
              denken, dass sie dank dieser Intrigen nach Deutschösterreich zurückkehren
              werden, dann leben sie in einem gewaltigen Irrtum.“

5. 9. 1919    Erzherzog Rudolph geboren


1921
1. 3. 1921    Zweite Tochter, Erzherzogen Charlotte geboren.

25. 3. 1921   Kaiser Karl verlässt die Schweiz mit dem Expresszug Paris-Wien und erreicht
              unerkannt Ungarn. Der 1. Restaurationsversuch ist mit Frankreich abgestimmt
              und soll durch Übergabe der Amtsgeschäfte des Reichsverwesers an König
              Karl vollzogen werden. Dazu einige Vorbemerkungen:

              Ungarn verblieb nach der Vertreibung seines Königs Karl IV. ein Königreich
              ohne König, aber mit einem „Stellvertreter“: Reichsverweser Admiral
              Nikolaus Horthy. Horthy war ein Hochzeitsgast des Kaiserpaares bei dessen
              Trauung gewesen und Admiral der k.u.k. Flotte. Bei der Kapitulation der Flotte
              schwor er dem Kaiser mit Tränen in den Augen, nicht eher zu ruhen, bis sein
              Souverän seine beiden Throne in Wien und Budapest wieder bestiegen hatte.
              Am 1. 3. 1920 wählte ihn das ungarische Parlament zum Reichsverweser, der
              „vorläufig die Aufgaben eines Staatsoberhauptes ausüben soll“. Horthy sandte
              sofort Loyalitätsbeteuerungen an seinen exilierten König in der Schweiz. Dazu
              kam, dass der Kaiser über Oberst Strutt und seinen Schwager Sixtus geheime
              Kontakte mit dem französischen Premierminister Aristide Briand unterhielt mit
              dem persönlichen Versprechen Briands, dass Frankreich einen
              Restaurationsversuch, sollte er erfolgreich sein, sofort öffentlich anerkennen
              und notfalls sogar militärisch unterstützen würde. Sollte der Versuch allerdings
              scheitern, würde Briand diese rein mündlichen Zusagen abstreiten. Dies war
              die Basis, auf die Kaiser bzw. König (für Ungarn) Karl seinen
              Restaurationsversuch gründete.

              Horthy fällt aus allen Wolken, als ihm sein König am Ostersamstag plötzlich
              im königlichen Palast gegenübersteht. Sie verhandeln zwei ein halb Stunden
              mit dem Ergebnis, dass Horthy sich für die Übergabe eine Bedenkzeit von 3
              Wochen erbittet. Welche Ehren er bekomme, falls er der Machtübergabe
              nachkomme, ist eine seiner Fragen. Karl würde ihm seinen sich mittlerweile
              selbst ernannten Herzogtitel bestätigen. Im geschichtlichen Rückblick tauchten
              starke Verdachtsmomente auf, dass Horthy auf die Gründung einer eigenen
              Dynastie hinarbeitete. Noch gibt er sich seinem König gegenüber loyal und
              verweist auf eine drohende Gefahr eines Einmarsches der „Nachfolgestaaten“
              Tschechoslowakei und Jugoslawien. Nachdem er seinen König noch um das
              Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens bittet verbleiben die beiden mit der
              Versicherung, sich in drei Wochen in Szombathely (Steinamanger) wieder zu
              treffen, wohin sich der König damit erfolglos zurückziehen muss. Es folgt der
              Befehl Horthys, dass nur seiner Anordnung Folge geleistet werden dürfe und
              er befiehlt die Absperrung Steinamangers von der Außenwelt. Am 5. April
              wird Karl in Steinamanger an eine von Horthy mobilisierte Entente-Eskorte
              übergeben, die ihn in die Schweiz zurückbringen.


20. 10. 1921 Start des zweiten Restaurationsversuchs des Königs Karl IV zusammen mit
             seiner Gattin Zita durch einen waghalsigen Flug von Zürich über Österreich
             nach Ungarn. Karl hatte einen unblutigen Militärmarsch seiner Anhänge von
             Westungarn auf Budapest vorbereitet. Die Truppen standen unter dem
             Kommando des königstreuen Oberst Anton Lehár (ein Bruder des
             Komponisten Franz Lehár). Er landet mit seiner hochschwangeren Gattin
             Kaiserin Zita nach einem abenteuerlichen Flug in Ungarn, wo ein Zug mit
             Truppen in Richtung Budapest in Bewegung gesetzt wird. Eine Garnison nach
             der anderen (Komarom, Györ, Tata, Totis) spricht sich für den Kaiser aus. Die
             Menschen werfen Blumen auf den Zug. Nichts, so scheint es, kann den Erfolg
             diesmal aufhalten. Doch Karl hat zu viel Zeit verloren durch festliche
             Begrüßungszeremonien und Messen unter freiem Himmel. Horthy mobilisiert
             seinen Kampf ums politische Überleben. Er mobilisiert den britischen
             Botschafter Hohler, einen Habsburg-Hasser und setzt unter anderem das
             Gerücht in Umlauf, dass die Tschechen Budapest angreifen. Zudem hat er
             einen Agenten in Karls Armee, General Paul Hegedüs. Es kommt zu kleineren
              Schießereien in den Vororten von Budapest. Kaiser Karl will kein
              gegenseitiges Blutvergießen und sucht den Verhandlungsweg. Horthy setzt auf
              weitere militärische Maßnahmen und schaltet das Ausland ein, womit er
              gewonnen hat. Karl kapituliert.

              Eine weitere Triebfeder beider Versuche König Karls, seine legitime Macht in
              Ungarn wieder auszuüben, war die unmittelbare Intervention durch Papst
              Benedikt XV., der Karl überaus schätzte und in ihm den einzigen ehrlichen
              Helfer bei seinen verschiedenen Friedensbemühungen im Krieg gefunden
              hatte. Papst Benedikt XV. erkannte klar die Gefahr, die durch das ungarische
              Vakuum für Mitteleuropa entstanden war. Die Monate der bolschewistischen
              Schreckensherrschaft des Bela Kun trugen das ihre dazu bei, dass der Papst mit
              der Bitte an den ungarischen König Karl herantratt, zurückzukehren.

              Dr. Otto von Habsburg in einem Interview mit der Kronenzeitung vom 25. 1.
              04: „Als unter dem Reichsverweser Horthy der weiße Terror wütete, haben
              Parlamentarier, Gewerkschafter und jüdische Mitbürger an meinen Vater
              appelliert, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Beim zweiten
              Restaurationsversuch kam es vor Budapest zu ersten Gefechten (mit Toten).
              Kaiser Karl brach sie rasch ab, damit es nicht zum Bürgerkrieg kommt.“ Der
              britische Historiker Gordon Brook-Shepard: „Er hoffte, eine Krone ohne
              Blutvergießen zurückerobern zu können. Das war unmöglich… Gewalt in
              jeder Form verabscheute er aus tiefster Seele.“

              Reichsverweser Horthy, der seinen Kaiser verraten hat, bittet viele Jahre später
              dessen Otto von Habsburg in seinem portugiesischen Exil – nun war er selbst
              ein Vertriebener - an seinem Sterbebett um Vergebung. In seinen Memoiren
              rechtfertigt er sein Handeln mit der Notwendigkeit: Die Entente hätte eine
              Restauration niemals zugelassen.


1. 11. 1921   Kaiser Karl und Kaiserin Zita treten auf einem englischen Kriegsschiff die
              Fahrt in die Verbannung nach Madeira an. Die Kinder sind noch in der
              Schweiz und kommen 2 Monate später nach.

              Die kaiserliche Familie bewohnt ein Haus in den nebligen Bergen der Insel, das
              sie einem Gönner verdanken. Über den Zustand dieses Gebäudes schreibt das
              österreichische Dienstmädchen nach Hause:

              „Es gibt kein elektrisches Licht, Wasser nur im ersten Stock und unten in der
              Küche… Unser einziges Brennmaterial ist grünes Holz und das raucht
              natürlich die ganze Zeit. Wir waschen nur mit kaltem Wasser und Seife... Das
              Haus ist so feucht, dass alles nach Schimmel riecht…“
               Otto von Habsburg erinnert sich an die ausgedehnten Spaziergänge, die er mit
              seinem Vater unternahm. Der Kaiser hinterließ seinem Ältesten auf diesen
              Wanderungen sozusagen sein politisches Vermächtnis, eine Botschaft des
              Verzeihens:
              „Er betonte, dass das, was mit uns passiert, nicht die Tat der Nationen im
              Allgemeinen war, sondern einiger weniger, die an der Macht waren. Er lehrte
              uns, dass wir fortfahren müssten, uns jenen gegenüber verantwortlich zu
              fühlen, die loyal waren, und ebenso den Soldaten gegenüber, die bei der
             Verteidigung der Heimat ihr Leben und Glück geopfert hatten, und dass wir
             immer alles in unserer Macht Stehende tun müssten, um uns für diese Leute
             einzusetzen.“
             Auf seinem letzten Spaziergang holt sich der Kaiser eine tödliche
             Lungenentzündung.


1. 4. 1922   Kaiser und König Karl stirbt um 12.23 Uhr in Gottergebenheit, mit den Worten
             Jesus auf den Lippen. Seinen Sohn Otto lässt er trotz Ansteckungsgefahr ins
             Sterbezimmer rufen, damit dieser lernen sollte, wie ein Kaiser und Christ
             stirbt…

             Am 3. November 1949 wurde von Radio Vatikan in der ganzen Welt die
             Nachricht verbreitet, dass der Seligsprechungsprozess des Kaisers Karl von
             Österreich begonnen hat.

             Ich habe daher die Religiosität Kaiser Karls, die er immer und überall lebte, in
             meinem Bericht außer Acht gelassen. Die Beurteilung hierüber lasse ich den
             Seligsprechungsprozess befinden.


             Erwin Bader, Hörbranz, im Jänner 2004

								
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